Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 126 (25.5.1919)
- Date
- 1919-05-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 2 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitung 25. Mai 1919 Politische Rundschau. Wozu die Jude« gut fiud. Das „Berliner Tageblatt" erhalt aus den Ostmarten eine Zuschrift, die die Entrüstung darüber ausspricht, daß Wilson der Abtretung dieses deutschen Gebietes an Polen zugestimmt hat. Darin heißt es zurp Schluß: „In Wilsons Umgebung befindet sich auch Herr Brandeis; er und B arnch find Juden. Haben sie ihre warnende Stimme erho.en, die zahlreichen Juden, die in der Ostmark wohnen, nicht an Polen auszuliefern, an Polen, wo dieIuden in der schlimm- 'strn Weis« unterdrückt werden? Die Judenverfolgungen in Lemberg und Wilna, die unter den Augen der jetzigen polnischen Regierung und mit ihrer Billigung, jedenfalls aber ohne ihren ernstlichen Widerstand in letzter Zeit stattgefunden haben, müßten ihnen und dem Präsidenten Wilson die Augen öffnen über dasjenige, was den Jude« der deutschen Ostmark bevorsteht, wenn sie unter polnische Herrschaft kommen." Gegenüber dieser Aufforderung ist folgende Meldung eines jüdischen Blattes von Interesse: Auf die Zeitungsmeldungen hin, daß die Danziger Fräse n^ht ganz so, wie es sich die Dolen gedacht haben, gelöst werden soll, und daß der „Manchester Guardian" die Stellungnahme von Lloyd George unterstützte, treten die polnischen Zeitungen mit sehr scharfen Artikeln gegen die Juden auf, indem sie sie auch für diese Niederlage (?) Polens verantwortlich machen. .So schreibt der „Glos Narodrr" unter anderem: Falls Danzig nicht de« Polen gegeben werden wird, so werden wir das ganze Land mit einer Sintflut von Dokumenten überschwemmen, die beweisen werden, daß das Judentum darauf hingeär- . beitet hat, uns diese Katastrophe zu bereiten. Wir werden nicht ruhen, bis der letzte polnische Analphabet es verstehen wirb, daß er dies nur den Juden zu verdanken hat. Mit gesperrten Lettern schließt der Artikel: „Für Danzig werdet ihr mit den Grundlagen eurer Existenz bezahlen. Besinnet euch, ob euch daS nicht zu teuer zu stehen kommt." Wir stehen wieder vor -er gewohnten Erscheinung, daß irtmt bei Streitfragen zwischen den Völkern die Juden in den Streit hineinzuziehen versucht. Es ist bedauerlich, daß sich noch immer jüdische Gruppen finden, die in bereitwilliger Dienstfertigkeit die jüdischen Interessen mit anderen Zwecken verquicken. Höchst bedenklich scheint uns von diesem Gesichtspunkt auch die jetzt neu einsetzend« Propaganda des Berliner »Komitees für den Osten". Die jüdische Sache wird dadurch geschädigt. Die Qualen der Juden in Polen sind so groß, daß wir aus r e i n jüdischen Motiven gegen die Untaten der Polen auftreten. Wenn deutsche Inden die Propaganda gegen die Pogrome als Pflicht der Solidarität für Deutschland erklären, ist das ein Verrat am Judentum. Wir müssen endlich lernen, unsere Politik jüdisch zu orientieren. Wir lehnen auch nachdrücklichst ab, daß die Polen für ihren Antisemitismus einen neuen Vorwand konstruieren. Die Jüden dürfen nicht immer als Sündenbock dienen. Wenn Polen mit dem Machen aufhören und eine vernünftige Judenpolitik treiben wird, wird auch die Mltnng der Juden eine andere werden. Lebt der Bolschewismus noch? Gin Interview über russische Zustände. Das dänische Tagblatt »Herltngske Tidenbe" (Nr. 183 dön» 5. Mai 1919) bringt unter dieser Ueberschrift den Bericht eines soeben aus Rußland heimgekehrten Dänen, der Gelegenheit hatte, aus nächster Näh« dm politischen Begebenheiten zn folgen. m I« drei Worten kann ich meine Auffassung der politischen Situation wiedergeben", berichtete er — „Der Bolschewismus ist tot! Die Zustände in Rußland verschlimmern sich von Tag zu Tag. In den großen Zentren Petrograd und Basche Lea. Bon David PlnSki. (Aus dem Jüdischen übertragen von M- N.) Welche von den Händlerinnen kann die Waren, die auf ihrem Stand liegen, so ausruftn, wie Basche Lea? Wenn Basche Lea mit ihrem hellen gesunden Sopran ihr Lager anzupreisen beginnt: „Frische Eier! Zwiebel wie Marmelade! Aepfel» eitel Zucker! Birnen, honigsüße Birken Hab' ich!" — dann hört man sie zehn Straßen im Umkreis. DaS bestätigen alle Marktweiber ohne Ausnahine. Aber sie schreit nicht etwa wild in die Welt hinein, ohne System, ohne Melodie, nur um zu schreien. Bewahre! Sie tut's nach Sängerart, wahrhaftig, mit allerhand Verzierungen und Variationen — und die Dienstmädchen erinnern sich dabei an die schölle Quadrille, die sie Sabbat abends in Basche LeaS Stube getanzt haben. „Eine nette Ware!" reden ihr die übrigen Marktrveiber nach, wenn sie mit ihrem Register zu Ende ist, „ein Exemplar, der Mund soll ihr verschlossen werden!" Aber der Fluch ist nicht ernst gemeint. Im Gegenteil; Alle Händlerinnen haben sie lieb und sind stolz auf ihre Stimme und ihre Kunst, „zu singen, wie ein Ehasen fingt". Gar, seitdem der alte hochgeborene Herr Grinkewitsch, der schon ein paar Jahre mit gelähmten Füßen int Bette liegt, an einem Sommertag, da er sich daS Bett an» offene Fenster rücken lieg, laut gerufen hatte: „Was doch diese Jüdin für eine Stimme hat!" und sich dabei bemüht hatte» sich aufzurichten, um Basche Lea zu selien. Und dabei hat er gelächelt, wie einst in den guten Jahren, da seine Füße noch heil waren. BaW Lea ist eia juuM Weib von mittlerem Nr. 126 y Renner urgiert den Beginn der VerhaMungen, Saint-Germakn»erwLape, 24. Mai. Heute wurde dem Präjidertten der Friedenskonferenz, Herrn Clemenoeau, folgende Note der -deutschösterreichischen Delegation überreicht: Herr Präsident! Durch die Note der französischen Mission in Wien vom 3. d. M. wurde die Negierung der deutfchösterreichischen Republik in Kenntnis gesetzt, daß der Oberste Rat der alliierten und assoziierten Mächte beschlossen habe, sie noch Saint-Germain-en-Laye für Montag den 12. Mai zur Prüfung der Friedensbedingungen einzuladen. Nach Einholung der Zustimmung der Nationalversammlung hatsich die deutschösterreichische Regierung beeilt, ihre Bevollmächtigten zu ernennen und ihre Delegation zu organisieren. Im Hinblick auf die außerordentlicheBedeutu^ng.die die Friedensunterhandlungen für die Re t t u'nV des L andeL und die Wiederherstellung deP materiellen Lebens des Volkes haben, hat-.die Regierung an die Mitarbeit wichtiger Beamter de^ S.aates, Rechtsgelehrter und Experten in politischen Wissenschaften sowie an die von Vertretern der Provinzen appelliert, ohne auf die vitalen Interessen der : Altung Rücksicht zu nehmen, zu deren Wahrung diese letzteren berufen sind. Die Delegation kam am 14. b. M. in Saint- Gcrmain an. Gemäß der Einladung des Herrn Präsidenten des Friedenskongresses wurden die Vollmachten am 19. d. M. dem Herrn Präsidenten des Komitees für die Bollmachtprüfung überreicht und am 23. d.M. wurden die Vollmachten der anderen in Paris vereinigten Mächte mit der Anerkennung, daß sie in gülttger Form aufgestellt seien, der Militärmission der französischen Republik iu Saint-Germain zurückgegeben. Seither ist der deutschösterreichischen Delegation keine Mitteilung Über die Eröffnung der Ver^ Handlungen zugekommen. Das lange Warten auf den Frieden erweckt nun km Geiste des deutschösterreichischen Volkes eine um so schwerere ,Beunruhig ung, als die Verzögerung den Massen unverständlich erscheint und notwendigerweise Gerüchte und Befürchtungen aller Art Hervorrufen muß. Eine solche Stimmung der öffentlichen Meinung weckt ernste Sorgen in bezug auf die Aufrechterhaltung der Ordnung und Ruhe in unserem Vaterland; besonders in den großen industriellen Zentren sowie in den bestrittenen Gebieten, und zwar sowohl in den durch Nachbarstaaten besetzten als auch in den militärischen Einbrüchen preisgegebenen. Dieser Zustand der Unsicherheit scheint geeignet, einer Erregung der Massen, in denen ungesund« Ideen ihren Gärstoff finden, ein günstiges Terrain zu bieten. Die deutschösterreichische Delegation glaubt Übrigens hinzufügen zu müssen, daß die durch den verlängerten Aufenthalt einer großen Zahl von Beamten im Ausland verursachten Kosten nicht im richtigen Verhältnis mit unserer mehr als prekären wirtschaftlichen Lage, die den Alliierten wohl bekarmi ist, stehen. Die deutschösterreichische Delegation wendet. fiä$ daher an bas höfliche Entgegenkommen des/ Herrn Präsidenten des Friedenskongresses, um die- E rs öffnung der Unterhandlungen mit Deutsch-- östcrreich in kürzester Frist zu erlangen. Es" erscheint in der Tat den Absichten dieser hohen Versammlung zu entsprechen, wenn eine Entscheidung, von der das Schicksal und die Zukunft eines in Ungewißheit und Angst leidenden Volkes abhängt, nicht weiter aulgeschoben wird. Saint-Gemnain, den 24. Mai 1919..' Renner. Moskau kann man einer Katastrophe wann immer gewärtig fein." — „Einer Katastrophe? Ist nicht die Lage Überhaupt so schlecht als möglich?" „Nein. Man tst, sowohl in Petrograd wie in Moskau ruhiger geworden. Die Katastrophe, die jetzt droht, ist — ein Zurück zur Anarchie und in diesem Falle eine fürchterliche Erneuerung gesetzloser Zustände, gegen di« die vorherigen Mißstände das reine Idyll wären. Im Augenblick sitzt die bolscliewikische Regierung fester im Sattel als zuvor. Seitdem ihre Organisationen starker wurden, kam mehr Ruh« über die Regierung und damit auch über daS Land, verhältnismäßige Ruhe. Aber die Existenzbedingung des Bolschep geschwächt. Deshalb stürzt daS Gan»" irgend wann zusammen." — ,A2as war die Erjsteutbedin una?' — JDie ^ev.-ut.i -/ung der Idee des Boli^ewt-rmu-r, uie Revolution in Europa. Und das hat sich freilich als undurchführbav erwiesen. Die führenden Bolschewiken sind sich darüber klar, daß das Spiel verloren sei. Joffe hat zum Beispiel in de» besetzten Gebieten gegen die Nationalisierung des Kleinhandels — eine der bolschewikifchen Kauptideen — gesprochen." — „Was bedeutet die Nationalisierung des Kleinhandels?" — „Daß die Regierung alle Waren beschlagnahmt. Nichts kann, außer durch die Regierung, verkauft, und nichts kann ohne Karte getauft werden. Die Folge davon tst, daß es in Rußland beinahe unmöglich ist, etwas zu kaufen. Der ganze Handel ist vernichtet. Am Warenmangel ist nicht bloß die Blockade schuld. Es wird nicht gern produziert, auch ist die Arbeitsfähigkeit durch den Hunger verringert. Als Beispiel der Folgen der „Nationalisierung kann ich anführen, daß die großen Putilow-Werke im letzten Jahr 90 Millionen Rubel von der bolschewikischen Regierung für den Betrieb auSbezahlt bekamen. Diese Fabriken produzierten im selben Zeitraum nur um zirka 20 Millionen Ware. So tst daS Resultat der Nationalisierung überall. Es ist bezeichnend, daß, wenn di« Arbeiter streiken, sie eS zur Erlangung politischer Freiheit und Gleichheit tun, die unter dem eisenharten Druck der Regierung liegen. Das Heer ist vollkommen unzuverlässig. Die Mannschaft desertiert in ungeheurer Zahl und jede Desertion bedeutet einen Abfall vom Bolschewismus. Wüchse, nicht mehr alS zweiunddreißig Jahre alt. Sie trägt eine Perücke, aber sie sitzt so kunstvoll aus ihrem Kopfe, daß man'S nicht ».lerkt. Rock und die sie trägt, sind geflickt, ober makellos sauber, und die Farben stehen ihr vortrefflich zu Gesicht. Einst war sie eine wirkliche Schönheit. Jetzt ist die Haut ihre» Gesichtes zu derb, und aus den Schelmengrübchen irr den Wangen find Falten geworden. Nur ihre Augen blitzen noch, und um ihre Lippen spielt da» ftöhliche Lächeln wie einst. Blinzelt und zwinkert sie mal mit den Augen» so bekommt ihr Gesicht einen so fröhlichen Ausdruck, daß ihre Kolleginnen" sich gleich an die Mädchenjahre und an Basche Leas heitere Künste von einst erinnern. * „Ach ja, ach ja! Das ist ein Feuer gewesen, ein Feuer" .. sage« sie und nicken ihr lachend zu. „Und was ist sie jetzt?" ftagt eine Trägerin.' „Dasche Leachen!" antwortete eine, und jeder fühlt, daß Basche Lea eigentlich dieselbe geblieben ilt. Basche Lea hat eine ganze Kollektion von Waren. Gerade als hätte sie'S darauf angelegt, recht viel zum „Ausrufen" zu haben. Immer kommt sie mit einem Korb Eier in der Linken, einem Korb Aepfel und Birnen in der Rechten zu Markte. Ihre älteste Tochter, ein Mädchen von zehn Jahren, trägt hinter ihr eine« Korb Pflaumen und einen zweiten, angefüllt mit Petersilien. Mohrrüben und Rettich. Und hinter ihnen die jüngere siebenjährige Tochter mit einem Korb Kraut und Gemüse, den sie mit beiden Händen vorne an den Henkeln trägt. Und zuletzt kommt noch einer, ihr fünfjähriger Bub, mit einem Kranz der „Marmelade- Zwiebel" um den HalS. Für Basche Lea ist alle- Ware. Kaum erscheint irgendeine neue Spezialität auf dem Markte, kann man schon sicher sein, sie ein Weilchen später von Basche Sea „ausftngen" zu Hören. „ Hierzu kommen die fürchterlichen Epidemien, die die- Bevölkerung dezimieren. In Moskau allein gibt es täglich zirka 500 Todesfälle infolge von Flecktyphus oder Blattern. Die Kommunikation stockt. Es gibt keinen Personenverkehr. Nwc 40 Reisende dürfen täglich — mit Rücksicht auf den Lebensmitteltransport — zwischen Petrograd und Moskau - beför^« dert werden. Da das Material niemals in Stand gesetzt, geschweige denn erneuert wirb, ist die Abnützung der Transportmittel bei eiliger Fahrt, eine enorme. Es ist jetzt vollständig ausgeschlossen, aus den östlichen Zentren — wo sich bedeutende Vorräte vorfinden — Nahrungsmittel nach Petrograd! oder Moskau zu bekommen. Man hat, wie gesagt, den . Eindruck, als ob die Bolschewiken selber fühlten, wohin das führt. Es wird gegenwärtig ein harter Kamps gegen daZ Exekutivkonlitee gefachten. Kalium heißt dessen Vorsitzender-, von den Mitgliedern dürften Derschinsky und Peters dem Namen nach bekannt sein. Es ist ein Mißverständnis, wenn man in Europa annimmt, daß die Lenin-Partei eiste terro- , ristische Partei sei.. Im Gegenteil, Lenin steht iin Kampfe Segen die TerroriMn. Er list Rußlands großer und größtes lnti-Terrorist. Man hat das gesthen, als Lenin verwundet wurde und demgemäß außer Spiel war: da wuchs der Terrorismus wie ein Schwamm. Sobald aber Lenin zurückkam und fein« Befehle erteilte, schwand die Gewaltherrschaft." 1 „WaS ist Trvtzki?" — „Er ist ein Opportunist. Allezeit bereit, dem Sieger zu folgen." —- „Wer hat augenblicklich' Einfluß?" — „Der Fall von Odessa hat der Kriegsparbet etwas Wind in die Segel gebracht und leider die Macht der Lenin-Partei verringert. Go stand es gerade im Augenblicke als ich Rußland verließ. Die Lösung der Situatton faßt zwei Möglichkeiten in sich: entweder wilde Willkürherrschaft, falls daS Exekutivkomitee siegt und in diesem Falle wäre das Schreckensregiment blutiger als selbst die russische Welt eS je zuvor gesehen hat, fallhingegen Lenin siegte, würde es! wohl bedeuten, baß allgemeine parlamentarische Formen eingeführt werben." — „Könnte eine bewaffnete Intervention dieser Krise ei» Ende bereitend — „Das ist vollkommen unmöglich. | Und immer kommt bei ihr eine Melodie heraus.! Immer lönt'S wie vom „Chasen" von ihren lachenden > Lippen. Ein ganz merkwürdiges Geschöpf ist sie. Nie sieht j man sie ruhig fitzen. Immer ist sie in Bewegung, im vier sucht sie etwa», wirft sie die Augen nach allen Seiten. I „Ein Brand ist das", sagt von ihr der ganz«! Markt. j Aber erst am Sabbat oder an. einem Festtag mutz , man sie sehen! i Bald nach Mt tag räumt sie das Zimmer auf, wäscht die Kinder und putzt sie heraus. Dann macht sie sich selbst fein und erwartet die Gäste. Ihre Gäste, das sind ihre Marktkundinnen, Dienstmädchen aus nahen und weiten Gassen. ES kommen auch einige „Kavaliere" — und eS wird getanzt. In der kleinen, niedrigen Stube wird'» zu eng, aber das tut nichts. Man setzt sich aus» Bett, auf den Tisch, ausS Fensterbrett, und wo'S sonst geht, damit in der Mitte mehr Platz wird. Basche Lea aber ist die Anführerin und der Kapellmeister beim Tanz. Sie ist immer und führt ihre Dam« „wie «in echter Kavalier". Ihre Wendungen, ihre Verbeugungen, ihr „PaS" — daS ist alles unwiderstehlich, „wie um sich auf den Kopf zu stellen". Ihr Mann, der.Färber, der, wie er ,^gt, nichts vom Tanzen hält, streckt sich behaglich auf dem Ofenbrett lang hin, hält neben sich seinen kleinen Jungen, und den Kopf auf eine Hand ftststiltzend, läßt er keinen Blick von seiner „Alten". Er ist entzückt von ihr, helle Freude hat er an ihrem Tanz. Und Basche Lea wird immer fröhlicher, immer erhitzter. Sie fauu’d schon nicht mehr eine Minutze lang auf einem Platz anöhalten, sie springt herum, wirst die Arme auf und nieder, zwinkert und blinzelt mit den leuchtenden Augen,, fatzt jeden Gast, mrd rauft