Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 125 (24.5.1919)
- Date
- 1919-05-24
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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r bette 6 Wien. Samstag Wiener Morgerrzertung 24. Mai 1919 Nr. 125 Aus den Konzerten.? ftw einet Sonntagsmatinee war Ellv Ncp, die wiafn'C^b' ihres Wiener Aufenthaltes im Vsrdevgnmd des Interesses ftanb,; bei Ausführung reiner Klavicrinnsik zu hören. C£ht cvu>ünfc6tet*; Anlaß, mit die Vorzüge und Schwächen dieser Pianistin Hacci:' beurteilen?it können. Hein differenzierte Anschlagskunst, besonderst im Mordischen. weniger in der Kantilene, nimmt den Hörer ge-, fangen, wenn sein Interesse nicht schon durch das äuhcre Bilds der in wirkunasvollen Gewändern erscheinenden Birluosin, oderihren, die musikalischen Vorgänge reichlich illustrierenden Gestus geweckt wurde. Diese äußere Zutat wäre als Plus zur Volllommenheit des Ausdrucks erwünschter denn als Ergänzung/ auf welche sie sich nach mehrmaligem Hören reduziert. In ber (lls-moll-Sonate Beethovens blieb das Adagio vom Nebel um-' schleiert und wollte nicht den rechten Moudscheiuglanz erkennet lassen. Besser geriet der Schlußsah, wenngleich willkürliche- Ritardierungen den Eindruck schädigten. Schuberts v-äur-Sonate^ sollte wohl mit dem DreimäderlhanSrondo ein Kompliment Hti*: den Wiener Geschmack darstellen. Daß sich daran die freilich anders gemeinten Walzer von Brahms anschlossen, ließ diesen Verdacht auilonniim. Die Sonate wurde mit guter Einfühlung in die mädchenhaste Fröhlichkeit der Ecksätze gebracht, ohne aber den rechten Schubert scheu Gesmitzston in den getragenen Teilen erklingen zn lassen. Mit Chopin und Liszt wurde dann die Region der Virtnositäk erreicht, in der stch Elly Reh am freiesten ergeht. Sie bot an ihre» Abenden das Bild einer musikalischen Notnc von weitgehender, extensiver Kultur, der mögliche» welle durch vielseitiger Inanspruchnahme die Muße zur Irnehtbringenden Verinnerlichung genommen wird. D!e Blütezeit der Konzertsaison hat erfreulicherweise auch Bruno Walter wieder nach Wien gebracht und mit ihm Adolf Busch» der in der Ferne zu bedeutender Größe heranreist. DaS V-äur-Konzrrt von Beethoven spulte er m:t edler Klarheit und durchdringender Sliße deö GeigentonS. E-n Metstcr, der die stürmende Leidenschaft der Jugend zur Klassizität der Reise an wandeln beginnt. Es bleibt zrc bedauern, daß ihn Wien nicht für längere Zeit zu fesseln vermochte. Bruno Walter dirigicrie die Eroika. Die Romantik des Scherzos und der machtvolle Bail des Variationensatzes erstanden in ausdruckvollster Plastik. Met dem fortreißenden Schwung der öeonorcnonvertüre krönte Walter die wunderbaren Leistungen des AbrndS. Dr. K. M. Aus den Theatern. Im B u r g 1 h e a t e r gelangt heute Samstag Shakespeares Trauerspiel „Othello, der M o li r von Venedig" zur Aufführung. Die Rolle des "odovico spielt zum ersten Male Herr Blum, den Cassio Herr Schott. Anfang AU6 Uhr. — Dienstag den 27. d. M. wird Franz Molnars Spiel ^DasMärchen vom Wolf" anfgeführt. Anfang 8 Uhr. Im O p e r n 1 h e a t e t kommt heule Samstag ..D er R o s e n k a v a l i et" mit den Damen Brügelniam,, Gntheil. Dahmen, Szterenyi. Paalen. Ullmann, Wagner, Strobl und Beigl sowie den Herren Mahr, Wirdemann, GalloS, Betetto, Madin, Breuer, Stehmann, .Arnold, M«rikl, Oster, Mariatt, Schieber und Paul zur Aufführung. Mnsikalische Leitung: Dr. Richard Strauß. Anfang V.o U h r. In der V o l k s o p e r findet heute Samötag die erste Vorstelluna des Wagner-Zyklus „Der flieaendeHolä n d e r statt. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Rantzau, Salinger, die Herren Fleischer, Schürmann; die Partien des Daland und deZ Steuermanns werden zum ersten Male von den Herren Baumarm und Kubla gesungen. Für diese Vorstellung find noch einzelttWarkettsitze und Logen erhältlich. Auf der B n ü n e d e s D e u t s ch < n K ti n st b u n d e s, XU., Schönbrunnerstraße 807, spielt heute Samötag um 8 Uhr abends das Ensemble der Griuparzerbiihne A. MelS Weines junge Leeden". Den jnngen Heine spielt Herr Robert Beiper, in den weiblichen Hauptrollen debütieren die Damen Ecky und Ritsch. Spielleiter: Hans Hell. Restliche Karten an der Abendkasse ab ö Uhr. — Morgen Sonntag den 2b. d. M. wird Franz Keims Drama „Die Sünde von Gottestal" erstmalig gegeben. Die Hauptrollen spielen die Damen Onken, Solwig und Umvogl, sowie bte Herren Hardy, Hel», Peiper, Polov, Schappert, Schiller und Zanbauer. Im Carl-Theater findet heute Samstag, ‘/„fl Uhr nachmittags, zugunsten des OrchesterPersonaleS eine Aufführung der Operette ,,D er Ra ft elbinde r" unter Persönlicher Leitung Franz LeharS und unter gefälliger Mitwirkung von Karl Blaset, Louis T r e u m a n n, Dora K e P l i n g e r und Rudolf K u m p a statt. Im W i e n e r K o Ni ö d l e n ha u S findet Mittwoch den 28. d.M.. '/,S UHr nachmittags, eiueWohltiitigkei'.Svorstellnng b «i Abendpretsen, unter gefälliger Mitwirkung von Fraii Mizze wevenz als Gast und der ersten Besetzung deS Komödienhanses, statt. Zur Aufführung gelangt die Operette „Frühling Slu.ft. Das Wien«» Operntheatov. Erinnerungen aus ö 0 Iahcen von Richard Specht.^- Was eigenes Erleben und unmittelbare Tradition Über die Opernabende eines halben IahrhimdertS auSznfagen wissen, trägt jetzt Richard Specht m einer bei Paul Knepler erschienenen Geventschrift - znsanlmen. . ES sind lebendig geschaute Impressionen, die manches im Gedächtnis zurückrufen, was dev Evlunerung wert ist und die Hochschätzung deS Unvergeffenen bekräftigen. Die Tätigkeit der Direktoren von Dingelüaedt bis Schalk und Strauß wird kritisch beleuchtet und an dm höchsten Kunstibealen gemessen, für deren Berwirklichüna die Aera Mahler als Vorbild dient. Auch die Dirigenten, Sänger, Orchester und Chor erfahren ihre kurze Würdigung. Ballett und technisches Personal werden lucht vergessen. Im Stil deS TaaeSschriftstkllerö geschvieben, hält die Broschüre die ephemeren Wirrungen der Theaterkunst für künstigr Betrachtungen fest und gibt sich in der Hauptsache als liebevolles Bekenntnis zu unserem jubilierenden Kunstinstitut. Novitäten. Bei einem fHd) veranstalteten Liederabend Dr. Bruno Fisch e r S, dev sehr erfolgreich verlies, fiel eine Reihe von Liedern Georg I o 1 l S aufs angenehnisto auf. Insbesonderdas „Lied des TodeS" wirkte durch die Wucht der Deklamation und die Feierlichkeit dev Havmonieschritie. „Luthers ßjetjet" schildert eindrucksvoll das Ringen eines glanbenseisrtgen um EMruug. Zwei weitere Lieder „Diogenes" und ,,L>mipelicdchc" zeigen Begabung sür Humor und. den Ton veS Äniderliedes. Eine Sammlung von Liedern Iokls soll demnächst in Druck erscheinen. Jüdische Bauern. Mit diesem Buch von <. Znuach btschWgt sich Engen Hoeilich m einer auSfUhruchen Besprechung, die in dem ersten Heft deS IV. Jahrganges dev Zeitschrift „Der Jude zum Abdrucke gelangt. „S.Zemach", schreibt er, ..ein valWnenfischer Arbeiter. erzählt hiev vom Leben dev jüdischen Bauem. Cr erzählt in ruhiger. schöner Weste, ohne die nusdrina-' liehe Tendenz gewisser Sebrisien, vom täglichen Leben des Lanvarveiterß in Gallil. Dw Erzählungen sind Dokumente dev Tragik der Einzelnen. Die Liebe zu dem Stück Erde ,st sck,o» Selbste verWidlicheö, Meht mehr »euai-ligep Erlebnis', ein iseilhen, daß drese Bauern Imeiu* cm ouM Slück nu>> iiucr v.>erg,wge>i»eit dnan^geschritleu si»>v." sstl>.-.>> i,ro?chiert >> c"ck'>mde«> ll »n.e?".) Zn beziehen durch % Li'ivn, ^vteit, >..;)ioieiiiiuimu»i*e ‘2-2. nchmen, wäre, da e§ doch ausgeschlossen lei, daß die jetz'gc Generation alle Lasten des Krieges ans sich nehmen kann. Stürmische Lärmszenen. Gemeinderat Machat (Tscheche, pro) begrüßt namens der Tschecho-Slowaken das Ilebereinkommen und die Abschaffimg d«4 Trinkgeldes ans der Straßenbahn. (sZvischenruse.) i Gemeinderat M a cki a t: Die einen nehmen Provision» die tmtbemi Trmkgeld. Die Erhöhung der Tariic rst noch nn alten Stadtrate beschlosscre ivordeik. Ich erblicke darur ein Stück ß esn i tr s ch c r H e u ch e l e i, welche hier betrieben wird. . _ Oemeiubcttit UntermtiHer: Das haben Ihnen die Genosten ausgeschrieben. Gemeinderat M a ch o t (zu Gemeinderat UntevmMer); Bei den Ch r i stl i ch s o z i ä l e n sind solche Tr o t 1 eha b e r b e i n n S n i ch t. > Die Worte entfesteln wüste Szenen, bei denen man be« Mrchteu muß. daß es jeden Augenblick g» Tätlichkeiten kommt. Um Gemeindecat M a ch a t bat stch ein dichter Knäuel von Ehristllichsoziaken gebildet. Eine Schimpforgie ohnegleichen tobt durch den Saal. „Solche Frechheiten lassen wir unö nicht gefallen" hLrt man rufen. ..Sv em Saukerl" ertönt ein Rist, während Gememüerat M a ch a t ruhig auf seinen Platz bleibt, Gemeinderat K l i ut c \ dj ruft: Mir wurde „Saukerl" ZU- «gerufen. Das lassen wir miS auch nicht gefallen! Borfitzeudrr Bizebürgermeister Emmerling; Es wird mir mitgetcilt, daß Gemeinderat M a ch a t erllärt hätte, daß die Christlichsozialen oder einer der Herren „Trottel" seien. Ich w e i s e d i e s c ri A u s d r u ck z u r ü ck. (Rufe: Disziplinarjausmerksam, daß nach der Geschäftsordnung eine Rede nicht ab" igelesm werden darf. Genvinderat K l i m e s ch: Wir werde» also tschechisch 'spreche n. (Rufe: Wenn er nicht deutsch kann, bleibe er zu Hanse.) Gemeinderat M a ch a t (sortfahrend): So lange die Ehristlichivzialen am Ruder warn», haben ste die Straßenbahner «nt Hunverlöhne abgeseriigt. (Rufe: Stumpfsinn!) DaS. können Are m Prag erzählen! Die Christlichsozialen haben Wien an den Rand des Abgrundes gebracht. Machat beendet seine Rede in Ischechischer Sprache, tvaS «enerlich einen- Sturm Hervorruf;. Gemeinderat Vavroufchek: WieSre unsbv handcln, so w er den auch dieDeutschenin Prag b e h a n d e l r werden. Darauf könnerr Sie sich verlassen! Gemeinderat K u n s ch a k stellt mehrere AbändermigS, vnträge zu der Vorlage. Reumann als Antisemit. Bürgermeister R e n m a u n (Generalredner pro) verweist darauf, daß die Sozialdemokraten seit 1900 jottgesetzt daS Koalmonsrecht gefordert haben. Die christlichsoziale Majorität habe, aber stch stets davübe^ chinweggesctzt. Redner habe stets für dieses Recht gekämpft. Kein einziger Bediensteter w r r d unter dem Regime eines sozialdemokratischen B ü r g e r ,n e i st e r S g e m a ß r c a e l t werden, weil er sein Koalitionsrecht ausiibt. Im Lause der Debatte hat man 'den Sozialdemokraten wiederholt ^.anschgeschäste angetragen. Es hat micki f a st e k w a S s e m i t i f rf) a n g e h e r in e l t, als von seüen dcr Amiicmiten GelchÜstSvorschläge gekommen sind. Die Herren werden unseren Anträgen zuftimmen, ivenn wir ihre An- * .trage annehmcu. j Auf Tauschgeschäfte gehen wir nicht ein. k Wir haudclü nicht, wir sind keine protokollierte Firm^ Muse: Inden hätten sie genug dazu!» Sie haben ja heme die Wandlung zun» Judentum m anichaullchstev Weise vorgenommm« <Zwisckienrl«ie bei den Christlich!ozialen.) Dr. P l a s ch k e S mit ihnen zn; Mit dem Judentum komuit man heute nicht zur Regierung. Damit können Sie auspacken I . Bürgenneister zu Dr. Plaschkes:. Regen Sie sich, Litte Herr Kollege, nicht ans. Die Herrn» sind ja heute schon d i e x 11 r ft c u Waserln. Der Bürgermeister fährt fort: Wenn datz Koalitionßrecht dltz« fiihrt, daß sich die eine oder andere Organisation fester schließt und wenn durch diesen festeren Zusammenschluß ein einzelner Abtrünniger etwa stch beengt fühlt, dann ist dienicht das Ergebnis des Koalitionsrechtes, sondern die Ursache dieses engeren Zusammenschlusses. Und wenn, diese Enstchließung dahm geht, daß die Zusammengeschlossenen in ihren Werkstätten unter ihresgleichen allein sein wollen, so haben wir auch daS zn respektieren. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten. Rufe -ti den Cbristlichsozialen: DaS ist die Freiheit!) Redner empfiehlt schließlich die Vorlage zur Annahme. Der Kollekrtivvertrag und die Erhöhung der Lnrife angenommen. ' Bei btt Abstimmung werden sämtliche AbänderunaS- und Züfatzanträge mir den Stimmen der MaioMr a b g e l e h«t. Damit ist sowohl der Kollektivvertras als such ditErHöhung derStraßenbahnckSrife sowie die Verbesserung des Ber- LehreszumBeschlußrrhoben. . Die Erhölmng der Emzelfahrscheme tritt am 1l. Juni, die TvhShuna dev Monats- und Netzkarten am L. Juli in Kraft. Schluß der Sitzung 11 Uhr nachts. VerlSttgevung de- Tteabenbahubstriebes. Jkn der Mciaen Skadtratsitzung kam die Frage dev Er- Weiterung deS Stratzenbahnbetrieves zur Sprache. ES wurde de« Sm, vomi. Jnniangefangendm Gtraßenbahn-- am Abend bis V»tt Ähr auSmdehnen und die teilans« gelaffmen, teils verkürzten Linien wieder zn befahren. Die Not dev städtisches Gaswerkes. Antrag nnf Vertretung Wie«»«bei d,n Nrledßnoverhandlunsen. Bürgermeister Ren m ann erstattete in der gestrigen Stadtratsitzung einen Bericht Uber die mnner trostloser werdende Bttlorgung ver städtischen Gaswerke mit Kohle, wobei er besonders daraus hinwlts, d n ß d e r K o h l e n v o r r a t b e r sr ä d t i s ch e n G a S w e r k e a u f ein A ch t e i l d e.S Vorrates vom Oktober v. I. g e f u nj t tt ft». Die gefährliche Lage' macht neuerliche energische Schritte zur Der« nuhnmg des Kobleneinlaufes notwendig. Rach u,t« langen eingehenden Wechselrede winden Anträge angenomnren, die darauf abzielen, beim EtaatSamt für Üsteiiillche Arbeiten nnd beim MaatSamt des Aeusicrn abermals Vorstellmigen zn erheben, imt mit allergrößter Beschleunigung Maßnahmen zur stärkeren Dt« liesmmg der Gaswerke von diesen Aemtern zw erwirken. . Ein > deS StadtrateS Br e l t n e r, daß der G e m e i n d e „ .es b ' ' " ' ‘ ' ' ' eine bes daß «etzerdem .. .. .... . ... .. ... Handlungen mli den iHciuetnmien von Demichlaud. Polen und der tschecho«slowatstel>en Rkpnbt>r emlcircn sollen, wurde ebenso, roie eine Änregmm de-; Viieblirgeiiii-uslers H o st, der eine Berftäadigrmg der Entenicvsrtreter in Wien dirrch eine die Rot dev jßaäin&k schildrrudk Denkschrift beantragte, angenommen. \ deS StadtrateS Br e i tri e r, daß der G e m e i n d e sei den Frieden Sver Handlungen sondere Vertretung gewährt werde nnd 1?M gewählte Vertreter der. Gemeinde Wien Dn« Die Ernährung. Der Marktbericht. Die Grün w a renmiirkt e, di« gestein zieiulich gut besucht waren, erhieltet» nnp sehr geringe Mengen an Gärtnerpemüse zngrsührt nnd da auch gleichzeitig die Salatsendnnaen aus Nenfiedel auSacblieden find, herrschte auf manche« Märkten Knappheit. Rüben und Zwiebeln kamen wieder in größeren Mengen an. Der Naschmqrkt erhielt 1-tO Kisten Zitronen, die gänzlich ausverkaüst wurden. Zn der G r o ß m a r k t h a l l e wurde der Verkauf des rahonierten Schweinefleisches fortgesetzt. Außerdem gab eS Schafflench zu L 35.—, K»tz- «nd Ziegenfleisch zu 8 38.— und K 40.— in geringen, aber zur Deckung des Bedarfes ausreichenden Mengen. Die F i f ch m a r k t e waren nur zum Teil mit frischen Schellfischen versehen. Bei den meisten Standen gab eS nur gewässerte Stockfische oder gesalzene Schellfische. Eier waren gestern ans den Märkten nicht zu haben imb dürften auch heute nicht zu haben sein. Der Getreidennd Mehleint auf. Vom deutschösterreichischerr StaatSanit für VolkSernährung wird verlautbart: An Getreide und Mehl find mit Ententesendnngen in Deutschosterrelch cingelangt: Am 21. Mai .1146 Tonnen Getreide «Ml Tonnen Mehl ferner-.. . . 1260 „ „ zusammen 2821 Tonneu Mehl Eitilauf seit 1. Mai (in 21 Tagen) zusammen 41.730 Tonnen Mehl. Derzeitiger Tagesbedarf 7418 Tonnen Mehl. Amerikanische Kinderhilssaktion. Am Montag den 26. d. M. wird durch vier weitere Küchen die AuSspeisung schnl« pflichüger Kinder mit amerikanischen Lebensmitteln erweitert werden. An diesem Tage beginnt die Kindevküche H. Bezirk, Augarten, für 800 Kinder aus den» H. Bezirke, btt Kinderkitche XI. Bezirk. Mollitorgaffe 18, für 200 Kinder aus dem Ul. Bezirk Md 100 Kinder auS dem Xl. Bezirk, die Kinderktiche XU. Bezirk, Schloß Schönbrnnn, für 500 Kinder aus dem XM. Bezirk mit der Bespetsung. Beim BezirkSjngendamte, HI. Bezirk, Hauptstraße 96, behebe« die schon angemeldet'N Kinder heute SamSiag btc Speisekarten, und zwar die im tt. Bezirk wohnhaften Kinder vormittags zwüchm 9 und 12 Uhr, die Kmdn des M. Bezirkes zwischen 12 und S Uhr und die Kinder deS Xl. Bezirkes zwischen 4 und 0 Uhr nachmittags. Die Kinder des XM. Bezirkes beheben ihre Speisekarten am selben Tage im BezirkSjngendamte XV. Bezirk, Rostnaaaffe 4, Magistratisches Bezirksamt, unter Beibringung des Emkausschetner. nnd zwar haben Kinder mit den Anfangsbuchstaben A bis Q zwischen S und 11 Uhr, l bis ft zwischen 11, nnd 1 Ulfriv ß bis Z zwischen 1 und Ö Uhr.nachmiitaaS zu erscheinen. Eine Erweiterung der Aussprisung in diesen Küchm ist im Lause der kommenden Woche noch zu erwarten. Mitteilungen der „Rohö". Heute SawStag: K.-B.-Geife auf Marke 2, Walzgrieß, Sardellen in Oel, Thiinflsche in Doteu, Toiletteseise von 8 bis 12 Uhr. — 1. Brzrrk: Zwirn, Frauckkaffee, Krachmandeln, Supvenmasie von 8 bis 12 Uhr. — II., UL, XI., IV. und V. Bezirk: K.-iö.-Seife, Salz, Frauckkaffee, Walzgrieß. Dörrgemtise. Kümmel von 8 bis 18 Uhr. — X. Bezirk: Wattgrietz, Fratrckkaffee, Stckrkin, Kümmel von 8 bi-12 Uhr. — XU. Bezirk: Gulaschtabletten, Waschpulver, Seife, FraNckkasset, Sale, Walz« % Stärkin, Paprika von 8 bis 12 Uhr. — XVU. nnd . Bezirk: Walzgrieß, Franckkaffee, Stärkin, Dörrgemüse, Paprika von 8 bis 12 Uhr. - XVM. Bezirk: Feigen, Waschpulver, K.-B.-Secke, Walzgrieß, Franckkaffee, Kümmel von 8 bis 12 Uhr. - IX., XIII. und XXi. Bezirk geschloffen. Die Angestellten der „Rohö" veranstalten heute Samötag in der Ottakrinaer BrauhavSrestauration. XM., Hiehinger Haupte straße 30, ein Maifest, wozu alle freundlichen Gönner und Gaste herzlich willkommen find. Anfang 6 Uhr. Karten sind in sämtlichen „Rohö "«Altionen zu haben. Bühne und Kunst. Deutsche» Bolk»theated. (8u»i erstenmal! f t\t i", Lustspiel Nt drei Akten von Karl Rößler.) Trotz der Abhärtung durch eine ziemliche Reihe mißvergnügter Premierenabende veranlaßt einen dieses lauliche Lustspiel, das wieder nach jenen längst nicht mehr bewährten Rezept gearbeitet ist, gegen die Bergendung der Theaterkräfte für ganz überflüssige Fabrittware, für die hundertste Variante eines heute schon m* genießbare» Schemas heftig zu protestieren. Daß der forsche, reiche Familienonkel, der all« Kugendstreiche der Neffen und Nichten heit« mitmacht «nd alles gutmütig polternd wieder inS Geleise bringt, diesmal Frauenröcke trägt und daß diesmal nicht der Backfisch mit dem kecken Schnabel plötzlich windelweich und schmachtend vor Liebe wird, sondern ein amerikanisierter Berliner Jüngling im Handumdrehen seine Hönblerseele verabschiedet und vor Verliebtheit seufzt, rechtfertigt die Ausführung dieses so' genannten Lustspiels ebensowenig, wie der Riesenerfolg der *?M Frankfurter" RößlerS. Mehr ist Über dieses Lustspiel nicht zn agm. Man ttriib eS bald zu dem anderen legen, was in diesem Jahre unnütz Regisseure und erstklassige Künstler in Brwegmig gesetzt hat. Bedenklich bletbt nur, das! die Verantwortlichen den Niedergang deS Geschmacks der neuen Premierenjäger so skrupel« loS fördern, anstatt ihm' im Interesse der Kunst und dieser Stadt energisch entgegenzuwirkeu. Das ausgezeichnete BoMheaier-Ensemble war ans dev Höhe. Allen voran Herr G d t h o f e r atd anmutig lässiger, in Haltung, Mundart und Geste köstlich charakterisierter junger Baron aus dem Oesteereichischen, und Frau H e t s r h als resolute, glücksprnbtnde, die Paare kopulierende Goldtante. Aber auch die anderen Mitwirkenden, insbesondere die Damen Schweig« Hofer, R u b, R o s e n q u i st und I a n o v e r sowie bis Herren H o m in a, G o e tz, M i l t m a n n. Novotny und R r h b e r g e r find sehr zu loben. Dem Publikum sagte daS Stück so sehe zn, daß der Svicttclter» Herr Friedrich N o s e li 1 h a I, nach beut ,zweiten VUt nameu,:- dtö Autors für die nenndtiche Ausnahme Paulen miißtr. Ltach dein dritten Atre aber machte sich starker Viperspruel, geltend. ' ■>.