Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 125 (24.5.1919)
- Date
- 1919-05-24
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Rr. 125 Wien, Samstag Wiener Morgenzeitung 24. Mai 1919 Sette 7 Sport. Dom I. Wiener jüdischen Turnverein. Mit Rücksicht daraus. daß einzelne TmUratSmitgliebeb teils «MS Mangel 4« freier Zeit, teils anderweitiger. Veipfilch'lrnpcn MHW sich gezwungen sahen» ihre Mandate zurückzulegen, sah sich der Turnvmrm genötigt, Ute den B. d. M. eine austerotdetnllG GvurÄlveksaDMlung rinzubeiufen. Der VdiemsdbM«« Herr Dr. L. Werner begrüßte zunächst saMcche Mckienrnen Mtgsieder UNd Mstc, difvit-tt-S aber bit atts dem Felde heimgekehrten, herztichst Md führte sodann folgendes ans; Der TurNtat mußte sich rn de« letzte« Monaten zufolge der behördlichen Sparmaßnahme», wodurch Acht und Beheizung entzogen welchen, ledm'ch daranf beschränken, die administrative Leitintg der GelckMe rv führen und dir Schwierigkeiten, die auch dein beschränkten Betriebe noch entgegenstanden, aus dem Wege zu räUMdtt. Wahrend der Zett des Stillstandes l,at der l. Turn wart, Taglicht, verschiedene Kurse pnd Vortragt eingeführt jüdische Geschichte. Literatur, hebräische Sprache ulw.) tun eureMts hie MMieder zusammenzuhalten. andererseits sie Mit den ,Werken des Judentums vertraut zu «rache». Diesem Zwecke sowie der Geselligkett dienen auch die noch bss setzt jeden Dienstag im Turulokale stattfindenden Heimabende. Gleichzeitig sei auch bemerkt, daß nebst kleineren Abenden eme Chanukka, eine Piirnuleter sowie auch eme Kinder-Oste'fe,er veranstaltet wurde, daß Wmer einige Murner und TmneriimeN des Bettlttkö hei der Chamllkaseier der jüdischen Jugrudgruppen M?t eenem Keulen-, bei der PnmMer des Bereutes Jivn mit eipem Stab- und Reifenreigen yntgewirkt haben. BckoNdecs aber sei Erwähnung getan, daß d:e Vorunuerschast des Vereines Metz Initiative des T.-B. Taglicht einen Scderabend vtranstaliete. Die Vorturnerschaft bat ferner Uber Anregung des T.-B. Tagltchl beschlossen, im Februar 1920 eine Palästma-Tnrnfahtt mit Sft$üftmt« des SederS in Palästina selbst zu veranstalten. WriterS gedachte der Vorsitzende in warmen Worte« der Turnbrüder, welchen es nicht mehr vergönnt war, auS dem Kriege heimzukehren und beantragte der Turnrat deren Ramm auf einer im Tmnlokase anzubringenden Marmor-Gedenktafel zu verewigen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. r Die darauf stattgefundenen Neuwahlen ergaben folgende Lrster Obmann: Ober-Staatsbahnrat Dr. Ludwig Werner; Obmann-Stellvertreter: Rechtsanwalt Dr. Heinrich Schiffmimn; l. Schriftführer: Leo Fried; H. Schriftführer: Fräulein Lotte Lowy; I. Kassier: Heinrich Marschik. Prokurist; H. Kassier: Georg Karpeles: I. Turnwart: Emll Popper; U. Tumwart: F. Horowltz: Hl. Tstrnwartr Ing. Pollak; Zeugwart: Erwin Wellwärt; Bibliothekarin: Lrsl Rausniv; Beisitzer: Dr. S. Fuchs, Arnold Donath, Olga Groß, L. Weffely, Dr. R. Wilheim. Der Vorsitzende dankte sydann den beiden aus dem Turnrate ausscheidenden Herren Dr. Krasny und Tnglicht für ihre dem Berem geleisteten Dienste» Hierauf beantragte der Vorsitzende die Wahl der Delegierten 11h: ben demnächst statlfindendru Kreisturntag und werden als solche nominiert und gewählt: Herr Dr. Ludwig Werner, Dr» H. Schiffmann, Emil Popper, I. Horowitz, Jpg. Pollak, Frt. Olga Groß. Der Bereinsobmann verwies nunmehr darauf, daß der Verein m diesem Jahre sein LOsähriges Jubiläum feiert. Sache des neuen Turnratrs wird es nun fein, die Jubiläumsfeier vormbereiten. Diese wurde mit Rücksicht aus die derzeitigen ungünstigen Berhältnisir auf den Herbst verschoben. Mit einem Appell an sämtliche Mitglieder, m diesem, dem Jubitäumsjahre, besonders tr?n zum Vereine zu stehen, schloß der Obmann die Versammlung. SporjHluv »K>ävir«a--B. f. Bsweguttgrspiele, ^^vliug S i 4 (Ä t 8). Auf dem bisherigen Sportplatz der M'lttärtechnlschen Akademie, welcher den Mödlingern vom Staatsamk für Heerwesen überlassen wurde, kam das erste Wettspiel der ModliUger Sonntag zur Austragung. Das Wettspiel wurde bei starkem Regcnwetter begonnen, wobei die Mödlmger mit dem Winde im Rücken vorerst .einige Angriffe der Kadima abivchren Müßten und sodann zu Gegenangriffen Überg'.ngcn, wobei sie zwei Treffer zu erzielen vermochten. In der 25. Minute erreicht Langberg nach emem Corner den 1. Treffer für Kadima, doch vermag Mödling tit der 80. Minute einen dritten Treffer zu buchen. Wenige Minuten vor Halbzeit erzielt Natan das zweite Goal für Kadima. Rack Halbzeit, mit vem Wmd im Rücken, zeigt sich Kadiina als die bessere Mannschaft und bringt dies auch durch drei weitere Treffer ziffernmäßig zum Ausdruck, wogegen die MvdliUger nur rin Tor, und zwar aus einer klaren «sslän-Stellnng erreichlm. Die Treffer für Kadima erzielten Langberg, Max Ncttan (Si, Knshader Und Bien. Lobend zu erwähnen mld außerdem Remkraut in der Verteidigung. Bärenzweig Md Pol'tzer m der Deckung. Bei den Mödlingern waren Tormattn, der Centerhalf Beyer Und „Geza" die besten Leute,und waren rs tue zwei Letztgenannten, welche die Tore erzielte«. Reserven 0;0. Dä» Ktkdtespiel Wien—Berlin findet nunmehr bestimmt am 15. Juni m Wien statt. Die Berliner bekommen fÜt daß Wettspiel eine Entschädigung von 5000 Mark. Dir Leitung des Spieles wird W Wiener Schiedsrichter besorgen. Am gleichen Tage findet, ein Wettspiel eines zweiten Wiener Teams in Graz gegen die Auswahlmannschaft des Deutschalpenläudischm Verbandes statt. .. Fustballer-Jubiläum. Am kommenden Donnerstag feiern ftinr Ovieter des Sinimeringer Sportklubs in einem Wettspiele ihres Vereines gegen den F. A. C. ihr zehnjähriges Spielerjubilnum. Im Rahmen der Veranstaltung, die auf dem Simmermger Sportplatz vor stch geht, finden auch Ringkämpfe und tuinenfche Vor'ührungen statt. Den Jubilaren — cs sind die bekannten Spieler Lukrsch, Kürner, Roscher, Ehrlich und Zacek — werden verschiedene Ehrungen zuteil werden. Eine Wiener Bolkswehrmannschaft in Gr»z. Mittwoch spielte die Mannschaft des Volkswehr-BaonS 13 m Graz gegen das Team der dortigen Militärpolizei. Die Wiener, dir vurchivegö Mit bekannten erstklassigen Spielern an getreten waren, siegten 8 :0, nachdem die Grazer bis zur Halbzeit das Spiel mit 1 i 0 gehaltrü hatten. Dev Stc.settetttauf Flovidsdorf-Hohe Wart« von der Polizei bewilligt. Die Hakoah mußte mt Herbste das Lausen.absggen, weil es damals polizeilich vertwten worbtit war. Nunmehr ist eS gelungen, den Widerstand dtr Behörden zu überwinden» worum sich der bewährte Funktionär des BolkSgesundbettsamtcs Kapitän O r v a y besonders verdient gemacht hat. Die Konkinrenz, die bekanntlich aiu 1. Jum vor sich geht, kann nunmehr als gesichert betrachtet werden. Diesen Sonntag wird die Hakoah mit mcluercn Stafetten auf der Strecke trainieren» Hamit die Läufer «nt den örtlichen Vcrhällniffen vertraut werden. ItttHftft veranstaltet heute mt CafS PrÜckl. l., Stubenring stl» eme VottraasakadeMie mit anschl'eßendkm TanzkraUrchen, m welchem mir mehr Kurten in aanz grnnger Aitzahl ü« der Kaffe zu haben sind. Beginn '/,? Uhr. Anitas. Heute SamStaa. präzise */»6 Uhr. iw Klubealö PrÜckl Spieleiveisaiirmliing und Mannschansaitsstellung für das morgige Mcisttt'schattSfplel gegen Favvntner Vorwärts auf dem Wiener Amateitr-Sporiplatz m Ober-St. Beit. Endstation der 58ev-Wagen. Beginn */*2, 8 und ff,5 Uhr. Der Vylkswirl. Deutschösterrcich kan« keine Kriegs» entschkdtgung zahle«. l W r e N, 24. Mai. An dieser Stdlle sei Nicht über die Ungerechtigkeit gesprochen» btt bvrist läge, wenn Ühfet'Snt gänzlich ruinierten StüatSwesen mit seinen sechs Millionen Einwöhnern und dem zussMmengeschrumpftm Ungarn die Drgletchmng sämtirchrr KrirgSschäden in Italien, Serbien, Montenegro «nd Rumänien ausgebürdet würde sowie die Uebernahßte sämtlicher KriegSschnltzen nach dem Grundsatz der TerritoriaUtÜt, das heisst, nicht etwa eine Her» teilung der Lasten nach den OebietsgroßeN der Sukzeffidnsstaaten, sondern die Verteilung ans Grund der Höhe der Anleihezcichmmgen, die ln den eckzelnen GebiktM erfolgten. Wir wollen nur a«f die gfinMe Unmöglichkeit solches Leifinnger) Hinweisen, die uns, wie wir bereits gestern betonten, total bcnckerott Machen müßten und uns auch nicht die leiseste Aussicht ans irgendeine wirtschastliche Zukunft liefim. Am 61. Dkiobei v. I. zeigten die Staatsschulden Oesterreichs solgenden Stand: 1. Staatsschulden vor 1887 K 5.Ö85,Qd.0,0oö 8. StaatSschnkden 1667 diS 1814 . . . 1521,00(1000 ' 8. Kriegsschulden 1914 bis ItzlS s . , . „ n8.4«0.0s'0.00y zusammen. .8 81.169,ooo.ocrö Wir sollen de« weitaus größten Teil der 68V, Milliarden Kriegsschulden auf unsere schwachen Schultern laden, was zunächst einen Ziusendlenst im Betrage mehterer Milliarden bideuien würde M den genannten Betrag etwa 3'/, Milliarden^. Hierfür allein hätte durchschnittlich jeder einzelne Einwohner, gleichgültig ob Kind, Greis, Invalider oder Arbeitsloser, eine jährliche Steuex von K 600.— zu entrichten. Bon den 68'/, Milliarden entfallen auf die KrietzsänleiheN allein 8ö'$8 Milliarden. Der Oesterreichischuugarischen Bank schuldet das ehemalige Oesterreich 25'42 Milliarden, die Vorschüsse der heimischen Geldinstitute belaufen sich auf 4‘53 Milliarden. Es ist einleuchtend, daß wir bei unserer unendlichen Verarmung und Verkrüppelung, angesichts eines BndgetdefizitS von 6 Milliarden, diese Lasten nicht tragen können, auch wenn wir Tag und Nacht im Dienste der Arbeit ständen. Damit aber wären unsere Leistungen noch lange nicht erschöpft: wir sollen zusammen mit Ungarn sämtliche Kriegsschäden begleichen. Daß es sich hierbei um Riesenziffern handeln muß, steht außer allem Zweifel; ebenso daß den ganz unabsehbaren Ansprüchen Italiens, Serbiens und Rumänien- Tür und Tor gevffnej wären. Sogar auf mehr als eine ganze Generation verteilt, bliebe eine Begleichung dieser Fordemygen für sechs Millionen ausgebluteter Menschen vollkommen undurchführbar. Aber bereits bei der Ucbernahme des größten Teiles der 68V* Milliarden Staatsschulden bliebe uns nichts anderes übrig, als »ms für zahlungsunfähig, also bankerott, zu erklären. Wir können und wollen unsere ganze Arbeitskraft ausbieten, um uns wieder haldwegS erträgliche DaseinSbedingmigen zu schaffen, aber wir köntreu und wollen nicht allein dafür arbeiten, die Sünden einiger gewiffenlvser Machthaber, für die unkeinerlei Verantwortlichkeit trifft, gutzumachen. Versuchen wir, annähernd frstzilstellen, welche Einkünfte uns anunserer Flnanzgebaruug zur Verfügung stehen werden. Da können wir nur wieder sagen t Wen« keine erträglichen DasrinSbedtngungm herrschen, werden sich auch aus dm fechS Millionen Menschen keine geordnete« Einkünfte hnausprefien taffen. Nehmen wer jedoch an, ein einigermaßen geregeltes Wirtschaftsleben wäre wieder möglich, so dürfte aus den Monopolen, Staatsbetrieben, den verschiedenen Strüem usw., nachdem Man besonders dem desolaten Zustand Unserer Eisenbahnen und der Entwertung unserer Valuta (Einkauf von Rohmaterialien), Rechnung getragen hat. kaum viel mehr nls eine Milliarde Kronen z« ziehen sein. Dagegen wlirden die erwähnten 3ff, Milliarden für den Zinsenbieust und ein im Augenblick unmöglich festznstellender Betrag für den Staatshaushalt als Ausgaben figurieren, wobei jedoch die für eine etwaige Kriegsentschädigung entfallenden Milliarden unberücksichtigt find. Unser Ausgabenbudget wird kein geringes sei«, dir Unterstützungen der Arbeitslosen, Invaliden, TeuerungSzuschläge, Sicherheitsdienst, die Erhaltung des gewaltigen BeamtenapvaratrS AltosterrrichS, dir Wiederherstellung der unerläßlichste« Einrichtungen «erden zwetseUos sehr hohe Summen in Anspruch nehmen. Dabei haben wir nur die allerbringendsten Ersorberniffe erwähnt. Es gibt ieboch noch tausend andere, die eine möglichst baldige Befriedigung erheischen, lausend durch den Krieg verelendete JnstiMiiotten, die einer baldigen Sanierung harren. Wenn wir jedoch nur für Zinsendrmst und Kriegsentschädigung arbeiten sollten, was bliebe da am Ende für nu8 selbst? Und auch die größten Optimisten beginnen ernzusrheir, daß dir Vermögensabgabe, deren RMtüt stch vorläufig unmöglich abschäyen läßt, nicht zur Befferung unserer Finanzen dienen wird, sondern daß die Entente ihre Hand darauf legen will. Wen« man weiters bedenkt, daß die Wiener Straßenbahn mit ihrem aiisgedthntkN Geleise» die Wiener Gas- und Elektrizitätswerke als Stchersteiluiig für die Bezahlung der Lebensmittcllresernngen bereits verpfändet find und daß Möglicherweise auch eine Beschlagnahme der Salinen «fotfcen kann, ld Mich man not. gedrnntzrn zu dem Schluß mfänfle«, daß «nö fük eme gedeihliche Arbeit in Znkltnft die Grundlagen fehlen werden» Die Entente Nimmt uns Nicht nur die Mittel z«r Produktion» sondern auch die Möglichkeit der Piodnktlvtt. Wir «irden Uns zu einem der Arbeit entwöhnte« Land entwickeln und auf das Niveau einer in ihrer politischen Und wirtschaftlichen Selbständigkeit gehemmten Kolonie herabsinken. Aus welche Weis« die Alliierten an» einem Staat» dessen Bevölkerung sie buchstkdltch zu Bettlern machen wollen. Milliarde um MillUide heransznhdtrn gtdenken, blecht vorläufig chr eigenstes GcheimmS. Jedenfalls diiifte dies kaum der rechte Weg sein, dieses beispiellos herabgekommrne Land zu neuer, zielbewußter Arbeit atiintdfttit. Ultimatum dep Entente wegen der galizifchen Petroleumgediete? Krükair, 83. Mai. (Del. der „Wiener Morgenzeitung^.) Hftee verlautet, daß dis Etttente an Polen das Der lauge« gestellt hat, das Borhskaw- Tüstancktvirer Gebiet wieder zu rLumstt. ’ * Bo« zuständiger Seite wird uns hierzu erklärtr Unmittelbare Nachrichieu sind i« Wien «Ätzt MM > troffen, weder an die Vertreter her interessierte« Staaten (Polen, die Ukraine), noch a« die hiesigen Industries. «tzterMYNtUNg-sn ober Privatintersssenten. Knapp vor Einnahme Petroleumgebiehes durch die Polen wa« von privater Seite ein Luftpostverkehr installiert wor- > den. WhgeMn sollte bas erste Flugzeug seitens einer bedeutenden hiesigen Firma abgehen, doch ist dies infolge der militärischen Operationen unterblieben. Die Wr weilenden jüdische« Familien aus Drohobycz und Boryslaw sind wegen des Loses ihrer Angehörigen und Nek Anden überhaupt im Petrolenmgebiete besorgt. . Schon vor einige« Tagen war gemeldet worden, Paderewski habe bei seiner Rückkehr aus Paris, nach Warschau, Um den Waffenstillstand mit den Ukrainern heeznftellen, erklärt, die Entente würde die Ostgrenze' PökKfts derart ziehen, daß die Petvoleumgebiete der Ukraine znfall-en sollen, obzwar die Entente an die Gründung eines selbständigen ukrainischen Staates nicht denkt. PaderewSk^ meinte nämlich, die Enteüte beab- , sichtige düs Petroleumgebiet samt Umgebung Unter dem Vorwand zu internationalisieren, daß es ein zwischen Polen und Ukrainern strittiges Gebiet sei. Die Glaubwürdigkeit der Meldung ans Krakau ist. auch damit zu begründen, daß die Boryslaw-Tusta-^. nowicer Petvoleumindustrie, und zwar die Gruben selbst wie auch die Raffinerien, zum weitaus größten Teil durch englisches, belgisches und französisches Kapitäk finanziert wurden, so daß die Entente daran stark inter--^ essiert ist. Auch wollen sich England, Belgien und Frankreich den Petroleumbezug sichern und in dieser Beziehung von Amerika unabhängig machen. Polen hah zwar den Standpunkt vertreten, daß es das Petroleumgebiet für seine eigenen industriellen Zwecke benötige, wogegen man hervorheben muß, daß das westgalizische Gebiet ziemlich ergiebig ist, aber nicht in dem Maße wie der Borhslaw-Tustanowicer Petrvleumgrubenbesitz. GKtt Lieferungsvertrag zwischen Deutsch öfterreich und Polen. Wie wir erfahren,, wurde vorgestern in Warschau zwischen Deuischönerrtich und Polen ein Warenkompensationsvertrag abgeschlossen, demzufolge Deutschöfter r e i ch nach Polen landwirtschaftliche und industrielle M a s ch i n e n, Zeitungspapier- und T e x t r l tt> a r e n zu liefern hat. Polen gibt WÜr Kartoffeln, Mineralöl und Benzin. Der Wert betragt 850 Millionen Kronen. Die Verhandlungen zwischen Deutschösterreich und Ungarn. DaS seitens der deutsch österreichischen Regierung veröffentlichte Dementi Über Verhandlungen Deutschösterrnchs mit der ungarischen Mteregurung betreffend die Herausgabe der Vermögen von in Wien lebenden Ungarn soll, wie uns von verläßlicher Seite milgeteilt wird, nur m gewiffem Sinne richtig sei«. Wie die Telegraphen-Kompagme nämlich meldet, ist der Entwurf in Budapest s e r t i g g e st e l l t und trägt die Unterschrift deS Mit der Fübrimg betrauten Volkskommiffärs. Die Vereinbarung umfaßt alle zwischen Deutschösterreich und Uugam striltiacn polttis che« und finanziellen Frage«. Der Entwurf wird vd» dir hiesigen Regierung überprüft und es ist anzunchmen, daß sie zustimmt, nachdem unsere Deteaierten Mmnkerbrochen i« Fühlung mit hem Staatsamt für Finanzen waren und unmöglich eine Bestimmung in den Entwurf auinehmen konnten, von der sie wiffen mußten, daß das deuischösterrrlchische Staatsamt sie nicht annimmt. Der Generaldirektor emer führenden Budapester Großbank im Verem mit einigen ungarischen Kapitalisten versuchte, die Vereinbarungen zu verhindern. Die Verhandlungen sind also noch immer nicht av-' geschloffen. Zur Vermögensabgabe. Präsident Seitz teil« bei Beginn der gestrigen Sitzung bis' Finanz- und BudgrtauSschusies mtt, daß, der Staatssekretär für Finanzen die Beiordnungen betreffend die Vorbereitungen der Vermögensabgabe baldmöglichst dem Hause unterbreiten wird. WeiteeS erklärte der Präsident, daß er sobald die Verordnungen vorliegen, dem Hause den Antrag stellen wird, sie dem Finanz« nnd Budgetausschuffe zuzuweisen, dem hoffentlrch amh die Gffetzesvorlage betreffend die Vermögensabgabe vom Hause zur Vorbetttdeitung Überwiesen werden wird. Ausgleich. Vom Landesgerichte Wien wurde das Aus-, Mchsvecsahnn über das Vermögen des Kaufmannes SperNol, IX., Berggaffe Nr. 11, eingeleitet. Ausgleichskommiffär: WndeSgerlchtsrat Dr. Ludwig Laub, AuMeichSverwaltekr Digmuud Waldmann» l., Werdertvrgaffe m 12.. Anmeldefrist 18. Juni. Ausgleichstagsavung 25. Juni. 11 Uhr. — Die Passiven des Holzhändlers Altton K a r b a, v., Margarelentzurtkl Rr. 49, betragen 238/D0 X. Die Höhe der Aktiven w ird Mit 110.000 L angegeben, Die Höhe der zu beantragenden AuSglcichSauote ist noch nimt bekannt. Vom Landesgerichte Wien wurde vaS Ausgleichsverfahren über daS Vermögen des Istvän V a j d a, ehernaligen MddewmengMüMnhabers, lV., DaUNhausergaffe Nr, 10» eingcleitet. Aüsaleichskommiffür: Oberlandes- §erichtsrat De. Anton Chwötka. ÄUsgleichsveewalter: Samuel owy, Kaiifmaün iN Wien, Marc Aurelstraße Nr. 7. Anmeideftist 86. Jlttti. AusgleichStagsatzuttg 8. Juli, 10 Uhr. Kvttkuvsvachricht. Vom Wiener HandelSHerichtö Würde unter Vocsitz des Koiikurskommisfärs Lundesgerkchtsrat Karl Bibrr bei Ue ersten Glänbigervenammlung »m Konknrtt der Firma Möbel-EtabllsirMent C. Lieb l L Eo. der Massrr-- verwaltrr Dr. Arnold Hahndl, Rechtsanwalt m Wien» Bauern- NUUrt Nr. 1«. bestätigt und zit dessen Stellveitreter Frichrim Ftschcl bestellt. In den Isiliinl'ii'emiieischitß gebitigtcn Dr. Fritz Hörn, Heinrich ftoimmt ' , Dr. Egon Büchner, Karl Beck, Bern-, bard GitttinnNii ai» ch.'-tnlndrr sowie Dr. Isidor Billig' Ettatzmann.