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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-24 · Heft 125 (24.5.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 125 (24.5.1919)
Date
1919-05-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 125 •' Men, Samstacs Roch zwei von dev Bande des Johann Breitwieser. Wie berichiet wurde, wurdenach dem Dode des berüchtigten Einbrechers Johann Breitwieser bekannt, daß ihm Und seiner Bande auch der 'Kasseneinbruch! in der Hirtenberger Patronensabrik/bei dem die Beute mehr, als eine halbe Million betrug, zur Last siel. Unter seinen ehemaligen DiebsgenossM befand sich auch' der 40jährige Monteur Franz Wese ly. Im Zn ge der weiteten Erhebungen wurde nun in Erfahrung gebracht, daß sich Wesely von dem /Anteil der Diebsbeute, die auf ihn entfalten war, ein Fuhrwerk um 20.000" Kronen gekauft hat. Er hatte das Gespann auf'. den Namen seines Bruders, des 38jghvigen Kutschers Karl Wesely, schreiben /lassen. Karl -Wescly, der von den Machenschaften wußtet wurde daraufhin am 19. ö. M. auf Anordnung des Sicherheitsbureaus verhafte t, weil gegen; ihnder -Verdacht der -Diebstahlsterlnehmung vorlag. Das ^Fuhrwerk hatte'et. noch bei sich, außerdem aber auch sinen Betrog von 4700 Kronen? und ein auf den Namen. Josef K a i'n d l-- stor fer lautendes Sparkasfebuch 'mit einer Ei nie ge von 46.000 Kronen. Geld und Buch wurden befchlag-' nahmt.' Durch die Erhebungen über die Herkunft des SparkasseLuches wurde, ermittelt, daß, es von der Gattin des Franz Wesely, Marie Wesely, die schon am 23. Marz d. I.. toegen Diebstahls teilnehmnng dem Landesgerichte .eingeliefert worden 7 ifC / ihrem Vater, den. 6.2jährigen - Diener Josef. Kairidlstorfer, kurz vor ihrer Verhaftung zur Aufbewahrung übergeben worden ist. Das Geld rührt gleichfalls von dein Beuteanteil des Einbruches in der Hirtenberger Patronen fab rik her. Josef Kaindlsdvrfer wurde nunmehr am' 19. d. M. wegen Diebstahlsteilnehmung gleichfalls in Hast genommen und mit Karl Wesely dem Landesgericht ein geliefert. * Organisation der Wiener Presse. Die Delegiertenkonferenz - wird Samstag den 24. d. M. um 3 Uhr nachmittags im Ko'nkördiaklud mit der bekannten Tagesordnung fortgesetzt. Die Herren Delegierten sind gebeten, zuverlässig zu erscheinen. Personalnachricht. Fräulein Kitty J o kl aus Wien wurde an der Universität Zürich zum Doktor der Staatswissernchafteu promoviert. Sie ist die Schwester unseres im Kriege verstorbenen Gesinnungsgenossen Hans Stefan Jokl, A. H. der Lesehallen in Briinn. Und Wien. Trauerandachten für die Pogromopfer. Donnerstag dm 29. Mai um 7*8 Uhr abends finden in sämtlichen Gememdetempeln der israelitischen Kultusgemeinde Wien im Anschlüsse an den Abmdgottesdienst Trauerandachte« fiir die Opfer der Judenverfolgungen in Polen statt. * Verband nationaljüdischer Techniker in Galizien. Anläßlich der zionistischen Konferenz für Westgalizien fand in Krakau eine Zusammenkunft der zionistischen Techniker statt, an der 38 Delegierte aus zwölf galizrscheu Städten teilnahmen. Die Beratungen leitete Ina. W e x n e r, Vorsitzender der technischen Kommission bei der Zentralkommisston. Seinem Tätigkettsbencht rst zu emnehmen, daß in Krakau unter anderem Bankurse eingerichtet, wurden, die sich anss befte bewährten. * Postverkehr mit Polen, Gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendunyen jeder Art für ganz Polen einschließlich der unter polnischer Verwaltung stehenden Teile von Galizien und Schlesien Md der. von Polen besetzten Gebiete Deutschlands sind zul aff ig. /Die Nachnahmebelastung ist ausgeschlossen. Die Sendungen unterliegen den Gebühren des Weltpostvereins. Sie sollen tunlichst die Bezeichnung ..Polen" tragen. Zeiwngm, die mit Zeitungsmarken frankiert sind, sind nach Polen vorläufig unter denselben BedmgMg wie im deutschösterreichischen Verkehre zugelassen. * Wiederaufnahme des direkten Perjionenzuguerkehrs »ach Laibach. . Vom gestrigen Tage an wurde der direkte Personruzugverkehr zwischen Wien und Laibach wieder aufgenymmeu, und zwar mit , dem Zlrge Nr. 3S, Wien- SiÜbähNhof ab 9 Uhr 40 Min. abends, Marburg an 7 Uhr 33 Min. früh, Laibach an 2 Uhr 51 Min. nachmittags. Von Laitach tottb der erste direkte Zug am 24. d. M.um 10 Uhr 41 .Mi«, vormittags abgchen und m Wien-Südbahnhof am 25. d. M. (als Zug Nr. 32/1314) um .7 Uhr früh eintrefiev. Bis ans weiteres bleibt dieser direkte Verkehr auf die beiden vorgenannten) Züge beschränkt. Bei dem um 9 Uhr 40 Min. abeüds von Wim-Südbahnhof abgehmbm Zuge erfolgt die Abfertigung der Reisenden und ihres Gepäcks nach alle« Stationen dis Laibach und nach Stationen der vorgelegenen Seitenlinien direkt, jedoch um yegrn Vorweis eines mit dem Visum der Belgrader Regierung versehenen Passes. * Wiederaufnahme des Schiffahrtverkehres Triest -7 Syrien. Am 19. d. M. wurde der" regelmäßige SchiffahrtdieM von. Triest, nach syrischen Hafmhlätze« wieder eröffnet. Wie vor dem Kriege hat der Lloyd Triestmo (dieL der -jetzige Namedes ehemaligen Oesterreichischen Lloyd) auch jetzt ei«e wöchentliche Linie nach diesen Häse« eingerichtet, - wovon für den Riesenvert'chr praktisch allerdings nur jeder zweite Dampfer in Betracht kommen wird. (Syrische Linien A und B.) Dann die Dampfer der Linie 8 werden die.Häfen Caifa und Jaffa erst auf der Rückfahrt anlanfen, nachdem zuvor 16 andere Hafeuplatze bedient worden sind,/so Paß diese Dampfer von Triest bis Jaffa sicherlich nicht.weniger als 2 Wochen brauchen dürsten/'Ein genauer Fqhvvl«v würde biilhkr- Nicht' veröffentlicht. - ÄM 1tz. M. wurde dieser Verkehr' m>t dem DainpM »Earriioliä" eröffnet, welcher nachstehende'E Hafenpläbe berührt': Brüchig—Brindisi-Korfir— Kanea—Alvnmdrien—Port-Said-Jttffa^Eaif^Beymt-Tripolis Syriech —MejMdrüte-7-Merstns—LmmÄc^vAhalia—Rhvdns— i Lvrener Morgenzerrung 24. Mi 1919 »Vene & . - —-ML— .-r^* Srnyrna—Dardanellen-Konstantinopel—Dardanellen—Saloniki —PyrauZ—Patcas—Corin—Balona—Briadisi—Triest. (Syrische Linie A.) Die syrische Linie B wird am 26. d.,M. mit dem Dampfer „Praga" eröffnet; fite die Dampfer dieser Linie ist iolgende Rocite" vorgesehen: Triest—Brindisi—Dalona—Corsu— Patras — Pyräns — Saloniki— Dardanellen — Konstantinovcl— Dardanellen— Sniyrna— Nb 0 d us—Ad alia—La rniaca — Messina— Alrxandrettc—Tripolis (Syrien)—Beyrut-—Caifa—- Jaffa —Port Said—Alexandrien—Canea— Corsn—Brindisi—Venedig—Triest. Es folgen dann abwechselnd die Linien A (2. Juni) und B (9. Jmii) ilsw. Vielleicht wird, was sich heute mangels eines Fahrplanes noch nicht beurteilen läßt, eine Kombination mit der Eillinie Triest—Alexandrien möglich sei», die am 12. d. M. gleichfalls eröffnet wurde. Vor dem Kriege wurde diese Reise in 72 Stunden, die Reife Triest—Jaffa in sechs Tagen zurückgclegt. * Di« jüdische Demobilisierter»fürsorge. Wir erhalten folgende Zuschrift, welche über die Herkunft der Mittel für die iüdrsche- Demobilisirrtcnfinsorge informiert: In einem Aufruf in der „Wiener Morgenzeitung" vom 11. Mai erwähnt der provisorische Jüdische Nationalrat in Drutschösterccich die Tätigkeit des Jüdischen Zentral-Hilfskomitees. Die Art der Erwähnung, die zu einer falschen Ausfaffung der Zusammensetzung und Leistungen dieses Komitees führen könnte, veranlaßt das Jüdische Zentral- Hilfskomitee, mn Aufnahme des folgenden Berichtes in Ihr geschätztes Blatt zn ersuchen. Den Exekutivansschuß des Jüdischen Zentral-Hilfskomitees bildeten Mitglieder des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde, des Jüdischen NationalrateS, der sozialen Hittsgemeinschaft Anitta Müller, des Fiirsorgekomitces für heimkehrende jüdische Soldaten, der indischen Soldatenfiirsorge, des Verbandes der israelitischen Humanilatsvereine D'nm B'rith, der israelitischen Allianz zu Wien und der Chewra-Kadischa. Das jüdische Zentral-Hilfskomitce widmete seine Fürsorge den nach Wien sowie in die östlichen Länder beimkehrenden Soldaten, ferner Pogromstüchltingen, Arbeitslosen, bedürftigen Smdentm und sonstigen Notleidenden. Die Hilfeleistung erfolgte durch Verköstigung, Bekleidung, ärztlichen Beistand und Geldunterstützung. Die Ausgaben überstiegen 17» Millionen Krönest. Dieser Betrag wurde durch folgende Leistungen aufgebracht: Infolge der Intervention des Fürsorgekomitees für jüdische heimkehrende Soldaten stellte daS Staatsamt für soziale Fürsorge aus einer Sammlung K 536.000 zur Verfügung; die israelitische Kultusgemeinde widmete bl 150.000; das Komitee für die Verteilung der amerikanischen HMgelder K 100.000; Herr Nathan Eidinger bl 100.000: der Rest wurde zumeist durch Sammlungen der unter Mitwirkung der Bezirkskonnrnssionen der Kultusgemeinde gegründeten Lokalkomitees beschafft. Die Agenden des jüdischen Zenkral-Hilsskomitees führten das Bureau der Fürsorge für Demobilisierte (anfangs 1H., Reisnerstraße 3, und Ennsgaffe 13, später Mariahilferstraße 47), ferner die Bureaus der israelitischen Kultusgemeinde und der sozialen Hilfsgememschaft Anitta Müller. * Großer Brand in den Magaziwe« der Baum-, wollze«trale. Gestern nachts hat in einem Magazin der Baumwollzentrale in der Triesterstraße ein großer Brand gewütet, der sämliche Magazine arg gefährdete. Die großen Zregelwerke an der Triesterstraße stehm zum Teile leer. Sie werden von der Baumwollzentrale als Magazm benützt. Die großen aus Holz errichteten Flugdächer, die auf Stützen stehen und zum Trocknen der Ziegel sonst verwendet werden, sind verschalt, und in den dadurch geschaffenen geschlossenen Räumen lagern tausende Ballen von Baumwolle und Banmwollabfällen. An der linken Seile der Trrestcrstraße erstrecken sich neun derartige Baulichleiten, die je etwa hrmdert Meter lang sind und M illionenwerte fassen. Heute nachts um etwa V2i Uhr ist in der zweiten dieser Baracken,, die gegen Jnzersdorf liegt, ein Brand entstanden, der wahrscheinlich von D 1 e b e n gelegt worden ist. Die Flammen verbreiteten sich ungemein rasch und setzten -sich in den festgepackten Baumwollballen und Baumwollabfälilen fest. Der Schaden ist sehr beträchtlich. * , »Jüdisch-pädagogisches Archiv". Das jüdischpädagogische Archiv veranstaltet als eine der ersten Arbeiten heute den 24. d. M., 7 Uhr abends im Jugendheim, It, Obere Donaustraße 91, einen Vortragsabend. Sprechen werden: Supplent Dr. Heinrich Glanz: Jüdische Erziehungsaufgaben. Dozent Dr. Siegmund Kornfeld: Ausgaben des erpcrimentellen Laboratoriums. Der Vortrag des Herrn Dozenten Doktor Kornfeld wird in einmt Seminar allwöchentlich fortgesetzt. * Das Aklerino-ernste der Neuzeit aus dem Gebiete der Photokuwst, woselbst photographische Au'nahmen, Vergrößerungen, Aquarelle, und Oelporträts künstlerisch ausgeführt werden. Photo-Kmrstsalon I. Wrizmann, II., Praterstraße S, Mezzanin. DortrSge und Bersammlungen. Die A r b-e i t s g r u p p e des Jüdischen N a t i 0 n a l f 0 n d s veranstaltet HeuteSamStag den24.d.M., Punkt 4 Uhr nachmittags, im großen Saale des Zionistischen Bureaus, II., Zirkusgasse 33, einen allgemein zugänglichen, im Rahmen seiner Vorträge über den N a t r 0 n a l s 0 n d s, einleitenden Vortrag, welchen Herr Paul Bauer halten wird. Vereinsnachrichten. Heate findet um 7*6 Uhr nachmittags im Hotel de France, l., Schottenring, der vom S e n i 0 r e n - K 0 n v e u t d e r Wiener jüdischen Verbindungen ernberufene außerordentliche Berbivdungstag statt, welchen! der neugeschaffene »Verband zionistischer Verbindungen" (V. Z. V.) zur BeschlußfassMg dorgelegt wird. DieTngung findet öffentlich statt. — Die Teilnahme an dem vom Vereine *8 r f ck uw Er e z I s r a e l" veranstalleten Kurs für Gartenbau treffen sich »norgen Sonntag den 26. d.M. um 3U.hr nachmittags — bei Regenwetter Montag den 26. d. M. um 3 Ahr nachmittags — an der Endstation der 41er Straßenbahnlinie, von wo cncs ein gerneinsamer Gang zur Gartenanstalt stattfindet. — Zionistische Sektion Innere Stadt. Montag den 26. d.M. um 6 Uhr abends findet im Souterrainlvkal des Wiener Ring-Eafe, I., Stnbenring, die koustitnierende Verfamnllung der zionistischen Sektion Innere Stadt statt. Tagesordnung: 1. Der gegenwärtige Stand der zionistischen Bewegung (Referent: Dr. Egon Zweig). 2. Unser ArbettSprogramm (Referent: Dr. Emil Stein). 3. Wahl der Sektionsleitung. — Zionistische S e k t i 0 n Brigittenau. Montag den 26. d. M. um Va8 llhr abends findet m den Brigittasälen, XX.,Wintcrgaffe27, die koustrtuierende Versammllmg der zionistischen Seftivn Brigittenau statt. Tagesordnung: 1. Der gegenwärtige Stand der zionistischen Bewegrmg (Referent: Dr. Ellas Tisch). 2. Unser Arbeitsprogramnl (Zteferent: Dr. Leopold Plnschkes). 3. Wahl der Sektiousleitüng. — Die Generalversammlung der Mitglieder des Vereines jüdischer Forscher, Schriftsteller und Künstler „H m iu ch" findet am 21. d. M. um 7,7 Uhr abends im Sitzungssaale der. Israelitischen Kultnsaememdr, I., Seitenstettengaffe 4, statt. Tagrsordmmg : Bericht; Wähl eines neuen Vorstandes; Evrntualia. , Eingesendet. t.Sd!atov DroNob)-!'?. ewpKsklien Lick als Ve-rlvbre. »Wen ‘«it .Vbi WW. 1.:. j Kommunales. Krawalle im Wiener Gemeindevat. Sitzung <cm 23. Mai. Die gestrige Sitzung bracht«, obwohl die Tagesordnnng nur ein sehr sachliches Referat aufwöes, wieder stürmische Szenen. Den Anlaß hierzu gaben die Tschechen, die — wohl in Erinnerung an das te» farmte Wort Stranskys — die Ehristlichfozialen als. Trotteln Lezeichneten. Die Jüdischnatronalen brachten eine Interpellatioit ein. wegen Ausschlusses der Iuden von der Preisbewerbung bei der Ähfassung von baukünstlerischen Entwürfen, welche der Bürgermeister in der nächsten Sitzung zu beantworten versprach. Im übrigen gestaltete sich, die Sitzung zu einer kleinen Abrechnung zwischen Christlichsozialen und Sozialdettwkraten, in deren Verlauf Bürgermeister Rercmann feine gestern gelobte Objektivität durch anti-' senritische Scherze bewies. Nachstehend der Bericht: , , Die deutschnationale Rechtsverwahrung. Zu Beginn der Sitzung nahm der Bürgermeister Stellunx zu einer R e ch t s v e r w a h r u n g. welche \m Namen de» deutschbewußten Bevölkerung Wiens an den Gemeinderat gerichte!' worden ist. Er betonte, daß die Entscheidung der Stadttvahlbehörde zustehe. Nichtsdestoweniger wolle er diese Rechlsverwahnm- . dem Stadtrate zur Entscheidung vorlegen. Die jüdischnationalc Interpellation. Hierauf gelangt die Interpellation d e r jüdischnationalen Gemernderate gegen d c n Inhalt der P r e i s a u s s Ä r eib u n g f ü 1 einten Wettbewerb baukünstlerrscherEntwürfe zur Verlesung, welche folgenden Wortlant hat i , Um die infolge des Krieges eingetretene wirtschaftliche No^' der Daukünstler zu mildern, hat nach Mitteilungen mehrerer Tagesblcittcr brr verabschiedete Stadtrat beschlossen, zur Erlangung verschiedener bau künstlerischer Ent w ü r f e eine« W e t t b e w e r b auszuschreiben und für Preise K 150.000,— * zu bewilligen. _ r! . So beachtenswert diese Maßnahnee mi allgememen M, s< sehr sie geeignet erscheint, nicht bloß dieser notleidenden Künstlergruppe, sondern auch den Jntereffen unserer Stadt m btentn, muß seitens der gefertigten Gemeinderäte gegen denJnhal! der Prels ansschreibnng in emem sehr wrchttge« Punkt mit aller Entschiedenheit Stelltnt 1 genommen werden. * . Das Preisausschreiben enthält folgende Bestmummg: „Die Zurrkennung von Preisen bei diese« Wettbewerb tu. kann nur an in Wien wohnhafte Baukünstler d e u t s ch 0 ft e rr e r ch i scher oder deutscher Staatsbstrg.eLschaft und deutscherVollszugehörrgkert. soferne sie nicht im Verwaltungsdienste des Staates, Landes oder der Gemeinde als Beamte tätig sind, erfolgen." — » Also, nur Angehörige dcs deutschen Volkes solle« Preise erhalten können, keinesfalls aber in Wim wohnhafte Baukünstler deutschösterreichischer und deutscher Staatsbürgerschaft. s 0 f e r n e sie dem jüdischen oder einem a n d e r e n D 0 l k e a n g e b L r e n. Nicht einzig und allein auf dieGütederArbeit, fände rn auf das n (t 11 0 nale Bekenntnis des Bewerbers soll es ankommcn! Daß in dieser Bestimmung eine siir die Stadt V f. sch ä m e n d e B e r l e tz u n a des GmndsatzeS der.st a a t sbürgerlichen Gleichberechtigung uegt, daß mindestens einViertelderWienerBevölkerung! dadurch verletzt wird, kann niemand lengven. Daß dann aber eine schwere Schädigmrg Wiens zu erblickeil ist, muß «ach-' drücklichst betont' werden. Diese Stadt kann nur dann eme WE-: stadt werden, wenn sie sich gegen nienrand absperitt, su kann nur dann ein KulMrzentrmn bleiben, wen« sie bei Erfüllnng kultureller Aufgaben sich von über natconalen Eitelkeit frei macht, sie, kann nur dann m Ruhe Mv Fncd«> leben, wenn sie sich von jeder Hetz e gegen 8catt 0 «c n, B ö l k e r, Konfessionen und K l a s f t«? t r «s» h alt. ' Gegen alle diese Grundsätze verstößt die zitterte Bertasbarung, ei» unerhörter Bruch der G l e r chb e r e ch t i g u n g aller Bürger und ein trauriges Beispul p 0 l i t i s ch e r K u r z s i ch t i g t e i t. Die Gefertigten stellen daher folgende Anfrage:,!! Ist dem Herrn Bürgermeister. der Inhalt dieser Prersansfchreibuug bekannt? Was gedenkt derselbe zu trm,,damü dteseS Unrecht behoben und in unserer Stadtverwaltung lede künftige-" WieherholMg solcher Rechtsbrüche verhindert werde? Bürgermeister Reumann: Ich habe diese Anfrage erst jetzt bekommen. Ich konnte mich deshalb nicht über die Art der Preisbewerbung insormreren und werde die Auftage in der nächsten S'ikinni hMtrtMiimpH. Eine Anfrage auf Einberufung der Ersatzmänner für die tschechische« Genreinderäte. Gemeinderat Kienböck fragt den Bürgermeister mit Rücksicht auf die von de« tt'chechischm Gemrinderäten gebrauchten Angelobungsworte ,,8Ubufi-, „ich gelobe" in der vorgestrigen Sitzung, ob er geneigt ist, mit Rücksicht auf die vorgestrigen Vorkommnisse tu der konstituierenden Sitzung des Gemeüldncrtes und auf den 8 23, Absatz 4 und 5, des Gememdestatuts, die (5 r s a tz m anuerder t s ch e ch i sch e n @ c «t e i n d er ä t e i N d e n G e m e i n d e r a t e i tk z u b e r u f e ». Bürgmneister Renma.nn: Die R?chtsauschauung d«s Älnfragestellers bedarf efner eingehenden und objektiven Aach? prüfiM. Akttu Verhalten werde ich von dem ErWbnisse riner solchen NachpAffung abhängig machen. Die Tariferhöhung der Dtratzenbahn. Gemeinderat Weigl berichtet mm über derc KolleftÄvertrag mit Len Straßenbahnern, die Tariferhöhungen nnd -dje in Aussicht genommenen Betriebsverbesserungen. cntspinnt sich eilte mehrstündige Deliatte, in welcher Sozealdenwtraten und Christlichsoziale einerseits-imd Tschechen und Christlichsoziale andererseits h a r t a n e i n a u d e r geraten. Die sozialdenrokratischen Redner werfeit die Christlichsozialen ihr ganzes Sündenregister währettd ihrer langen Herrschaft vor. / Gemeinderat Weigl begründet den Antrag des Stadlratrs und schließt seine Ausführuuaeu mit der Ecllärnng, daß die Regulierung der Lohnbezüge eme Naknrnotwendigkeit geworden feik Die Tariferhöhung sei eme notwendige Konseyuenzdrr L»hn» echöhüng, aber auch dec Erhöhung aller Preise sür Matetiakttt rmd Bedarfsartikel, welche die Straßenbahn zur FortMrnng DetriebeZ bedarf, Gemeinderat B a-ngo in bemängelt dir Hvrrn des P«- nages als KüllekÜyvertmg und HAt ihn Kr rmarmehmbnr. Er loour die exorbitante Fahrpreisnhohmlg nickt rundweg,lülchnen, ober es wäre M überlkgar,

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