Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 125 (24.5.1919)
- Date
- 1919-05-24
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 Wiener Morgenzeiturig 24. Mai 1919 Wien, Tamstag Juden und Jüdinnen! Reklamiert euer Wahlrecht zum Jüdischen Nationalrat für Deutschösterreich! Wahlberechtigt ist jeder Jude ohne Unterschied des Geschlechtes, der sich zur jüdischen Nation bekennt und das 20. Lebensjahr überschritten hat. / Anmeldung zur Eintragung in die Wählerliste im Bureau des Nationalrates: Wie«, II«, Taborstr. 20 a Nationalversammlung. Don Unserem Parlamentsberichterstotter. n Wien. 23. Mm. Wtzeor-nstvrhause herrschte heut^ eins gedrückte Stimmung. Die Tatsache, daß StaatSsefretär Bauer in einen: Augenblick, da unser Sein und Nichksein von dem Abrücken vvn der Anschlußfrag'r in Paris abhangt, eigene Kommissionen Gunter Führung des Sektionschefs Riedl nach Berlin sandte, um dort den Anschlußgedanken an das Deutsche Reich aus e ig e n e Faust weiter zu betreiben, hat mbürgerlich-hoMscheir Kreisen arg verstimmt. - Man ist in christlich sozialen Kreisen nicht genttUt,'.. die Extratouren des- Herrn Bauer künftighin ruhig hinzunehmen. Man-verweist in politischen Kreisen darauf, daß der Zickzackkurs des Herrn Doktor Bauer die Stellung unserer Delegierten wesent- 'lich . c11'ihw.eren dürfte, daß aber alles" vermieden werden muß, was geeignet wäre, den.: Gang der Frichensberhandlungeu zu unserem Nachteil zu erschwer^n.oder zn beeinträchtigen./ Nie verlautet, werden in der. nächsten Zeih noch ^einige-Mßeordnete zugunsten ihrer Ersatzmänner zurück- ' tretest^ so. die Abgeordneten Müller, Sever und Volk erst, da sie im Lande Niederösterreich besoldet. Aemter-aU'Laudtagsabgeordnete bekleiden. Auch Frau Seidel,' M/zur Stadträtin gewählt wurde..An ihre Stelle werden dr^ Ersatzmänner einberufen. /-Dse Sitzung selbst war oft von Heiterkeit beherrscht, insbesondere als Abg. Thann er erklärte, iden Bauern gehe es schlecht, seitdem „sie hinten keinen Nachwuchs mehr Kriegen"'. Auch versicherte er, daß „in seiner Gemeint ' 63 noch mehr solche Ochsen gebe" wie er.- In einigen kräftigen Ab wehr sahen protestierte Abg. Stricker gegen Pauschalverdächtigungen gegen die Juden. Die /Sitzung selbst war von kurzer Dauer. iftachsiehend der Sitzungsbericht: . Der neue Abgeordnete Dr. Karl B u r e s ch, der Ersatzruantt des Abg. Mayer leistete die. Angelobung. Hierauf , wurde t die Debatte über den Antrag betreffend ' , v 7 dir Aushebung der ZentralM fortgesetzt. ^Abp. B u 6) i n g e r wendet sich gegen die Kriegsget'reideverke/rsanstalt, deren Gebaren unrationell und unitauftnännifch war. Als Kommissär der Futtermittelzentrale habe er - Einblick in diese Zentrale gehabt, die beim Bauer billig gekauft und teuer verlauft habe. Als Redner behauptet, daß vornehmlich disJ it den tat der P reis treib ere i, namentlich in der Kriegsgetreideverkehrsanstalt schuld find, .ruft. d«r - - Abg. 'S tr icker : Brin gen Die hier nicht so allgtz-meine Beschuldigungen, sondern hringen-Sie Zahlen'vor! Abg. -B u ch in ger: In der KriegsgeLreideverkehrsanstalt sind fast lauter Juden. 20 Prozent Juden! Mg. Stricker: Das ist nicht wahr! ' Abg?-Bu chin ger erklärt, er finde es unbegreiflich, wie mm die Kreistreiber in Schutz nehmen könne. ÄkH/Stricker: Sie irren! Ich verteidige Sie nicht! Mg. Thauuer variiert das christlichsoziale Lied der Agrarier ins Großdeutsche. Im übrigen staub seine Rede auf Linear sehr niedrigen Niveau. Thanner sang, mit. Witzen gemengt,l die' alte Wald- und Wiesenlitänei, die wiederholt schallende Heiterkeit anslöste. Er schloß mit dem Wunsche, daß das Ende der jüdischen Zentralenwirtschaft bald kommen-möge! Abg. Stricker: Nun ist das erlösende Wort gesprochen! Die Juden sind natürlich schuld! Abg. Echte gl beantragt A.chluß der Debatte. Angenommen. Generalredner pro- Abg. Kartik konstatiert,-daß niemand im Hause gegen den Antrag auf Aufhebung der Zentralen sei-. Kontra ist niemand vorgemerkt. Hierauf wird der Antrag angenommen. Das/Wiederb rsiedelungsgesetz wird auf Antrag des Berichterstatters an den Ausschuß rückverwiesen, der Abg. Stöcklet nicht ausgeliefert und die Sitzung geschlossen. Nächste Sitzung auf schriftlichem Wege, voraussichtlr-ch Freitag. Die Stellung des Vizekanzlers Firtll. Die großdeutschen Abgeordneten richteten in der Plenarsitzung eine Anfrage an den Präsidenten der Republik, Karl Seih, über die gegenwärtige- Stellung des Vizekanzlers Jodok Fink, .in. der es heißt: Der Vizekanzler ist gegen- < wärtig mit der. Leitung der Regierungsgeschüste betraut und kann in - dieser Stellung. einen weitgehenden Einfluß auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung unseres .neuen Staatswestzns ausübey. Der Vizekanzler ist gleichzeitig Ber- H rtter d-e.s Landes Vorarlberg, dessen Bevölkern«g sich' mit überwiegender Stimmenmehrheit dafür ausgesprochen that, daß mit dex Sch w e.iz V c r h a u d l u n g e n weg e it Bus am mens ch l'u ß dieser /beiden, Länder zu ' pflegen sind. Der Bizekanzfer kommt' hierdurch in eine überaus schwierige Stellimg, da ,er einerseits die Interessen der Republik Deutschostcrreich,^ andererseits jene.seiner'engeren Heimat zu wahren, l-aj. ÄKgesehem''.vou'diesen. Schwierigkeiten'.sind aber,auch toeite Kreise--der'Bevölkerung beunruhigt, weil ein. der deutschjösterveichischert'-Republik n u r"m«ht..'mrt h af benLerz.e.n ang<ehöreud'er Poliriker in so Ltrislußi-eicher<&UU;im$, rmch: der Meinung .dieser Vollslreise, ihre. pölmschen xötb wiltjchaftüch?st Interessen nicht mehr in der-W^se' vex- ,1 retzen wiid,'nne >5 ,'iotMendig wäre. Die Friedensfrage. Wien, 28. Mai. Der deutsche Bö l kerb undeutwurf ist von der Entente in einigen Punkten zustimmend beantwortet worden. Die Erörterung aber wird auf einen Zeitpunkt verschoben, wenn der. Völkerbund endgültig errichtet sein wird. ■ In Beantwortung der deutschen Note bezüglich, der Kriegsgefangenen .wird die. Freilassung der Gefangenen, die sich Verbrechen zuschulden kommen ließen, abgelehnt, und die Berechtigung der Forderung auf Gegenseitigkeit bestritten. Zwei weitere deutsche Rote« an Clemenceau behandeln die Frage des deutschen Eigentums im Ausland und die des Arbeiterrechtes. Die erste wiederholt das Verlangen nach der Versailler Arbeiterkvnferenz, die" zweite weist auf die Rechtsunmöglichkeit der Beschlagnahme hin und fordert das Ende des Wirtschaftskrieges. Wie der „Matin" erklärt, soll die achttägige Fristverlängerung die letzte Frist bedeuten. „Homme Libre" fragt, ob die Forderung der deutschen Delegation Aach Fristverlängerung nicht den Zweck habe, der Regierung Scheidemann durch Herbeiführung einer Einigung in Deutschland die Stellungnahme zu erleichteret und Dsutschlands Freunden. Zeit zunr Eingreifen zu geben. Das Blatt weist auf die Absichten des Papstes und das Treiben deutschfreundlicher Kreise in Amerika hin, und erklärt mit großer Scharfe, daß die Entente keinerlei Einmischung tu die Verhandlungen dulden werde. — Die deutsche Presse ist der Meinung, daß der gemeinsame 2Mündige Aufenthalt Scheidemanns mrd der deutschen Friedensdelegation in Spaa bloß die endgültige Redaktion der zu überreichenden Gegenvorschläge bezwecke. 7— In der Frage des italienischen Problems'sieht man noch immer nicht klarer. Es heißt, daß die Vertreter Frankreichs nick» Englands Wilson zu Leeinf l u ff eit f-u chen, auf; die Südslawen mäßigend etnzuwirLn. Auch abgesehen von der Abriafrage ist man mit den Ergebnissen der.'EiitenteLeschlüsse m Italien wenig zufrieden. Man bedauert dort,.daß Italien bet all den Borbcreitungen der Alliierten , zur wirtschaftlichen Eroberung der deutschen Gebiete abseits. stehe, wahrend, wie dem „Corriere della Sera" aus Paris berichtet wird, England im Norden durch Einfuhr englischcr Kohle uud Ausfuhr von Holz ein Monopol anstrebe, und im Westen alle besetzten Gebiete politische Ausfallstore, der Alliierten gegen Deutschland würden. Die .Waren würden zn Tausenden von Tonnen.aufgestapelt, um sofort nach Friedensschluß nach Deutschland eingeführt werden zu können. Auch von den Ergebnissen des italienischen Miinst-errates in Ourx erfährt -man nichts Bestimmtes. Offiziell wird bloß versichert, daß der Mnisterpräsident auf die Schwierigkeiten hinwies, auf .die die Löstmg des Problems ^von Italiens nationalen Interessen stoße und daß ein vollständiges Einvernehmen zwischen dem Ministerpräsidenten und der italienischen Delegation erzielt worden sei. — Das Aktionskomitee der Berner Inter na'ti0n.aleir hat einen neuen Schritt beim Viererrat beschlossen, um ihm die Einwendungen gegen den Friedensvertrag zu unterbreiten' Henderfons diesbezügliches Ansuchen ist jedoch abschlägig beschieden worden mit der Begiründung, daß ein nützliches Resultat nicht zu erwarten wäre, da dev Friedensvertrag den Deutschen bereits übermittelt sei. „Populair^ : fügü'hinzu, dies beweise neuerdings, baß die Internationale sich an. die Völker und nicht an die kapi- 'k a l-ist'r ptt'N ge n wenden müsse. —> Die Ueberreichv-ng der- Friedens-bedin g n n g en an;Dewischösterrerch soll angeblich auf . . . .. -- Ende Mai verschoben worden sein. ,^homme Libre" nimmt wieder mit großer. Schärfe Stellung gegen den Anschluß, dessen Idee von Deütschland genährt , werde. Deutschösterreich müsse verbuchen, mit den Staaten.' der ehemaligen Monarchie in eine Wirtsch afts ge.mei'n'fchaft zu treten. Professor Dr. Landesberge'r wird wahrscheinlich nicht mehr nach Paris zurückkehreu. Es-heißt, daß er die für Deutschösterreich zu erwartenden Bedingungen jo pessimistisch beurteile, daß er die Verantwortung für sei» Votum nicht auf sich nehmen'wolle. Landeshauptmann Dr. Lau gen Han soll in Wien eintreffen, um sich tu Vertretung Deutschböhmens nach Samt-Germain. zu begeben. Die Kriegsschnlden der Monarchie.' Paris» 23., Mai. 5^ck.-Komp.) Die Konferenz beschäftigte sich heute, mit der V e r t e i l u n g d e r K r i egsschuldv e r p f l i ch t u n g e n d e r S t a a t e n, die auf dem Boden des alten Oesterreich entstaube» sind. Der Konferenz wohnte auch Orlando bei. Zur Abreise des Tiroler Delegierten Schumacher aus Saint-Germai«. Rom» 23. Mai. Wie aus Paris gemeldet wird, muß außer dem Abgeordneten Schumacher noch der W i e n e r Korrespondent Frisch au er die österreichische Delegation verlassen. Dre französische Zensur ist angeblich darauf gekommen, daß F r i 1 ch a u e r in schon zensurierte Telegraunne neues Rachrichtenmatecial eiufügte, das der Zensur n i ch t v 0 v g el e g t wordert wak. Falser statt Schumacher« Wie aus Innsbruck berichtet wird, ist der von der Tiroler LaudeSregiemng entsandte Delegierte SenatsprLstdmt Dr. S ch u m a ch e r daselbst eingrtroffen und an seiner Statt Senakspräsident Stefan F a l s t v als neues Mitglied der Frirdensdelegativn nach Saint-Gnmam abgereist. Die Kämpfe in Kärnten. .Eine Note Dr. Renners an die Entente. Saint-Germai«, 22. Mai. Dr. R e n u t r hat heute an düs Sekretariat -er Friedenskonferenz eine Note gerichtet, in welcher er eirte m ii n d l i ch e B e s v r e ch u n g mit dm Bertretern >der Großmächte über eine Regelung der jugoslawifchkn Grenzansprüche verlangt. Keine MÜ-eruug der wirtfchaftttchen Be' dtttgungen für Deulschlaud. Paris, SS. Mai. iReuter.) Die Antwort der A'llii.erten auf -die N 0 t e des Grasen Brockdorff- Ra ri tz a n von 13. d. M. über die w 1 r i f chaftlichen Bedingungen erklärt, die in der Note enthaltmm Be-- merkmlgen. bezüglich der Bevölkerung, der Schiffahrt, der Kohlen, der Blockade üsw. feien Vertrieben. Dentschland müsse sich oergelrmwämgeu, dich es unS dem Ariglück, daß üb« di« ganze $Mt: pulmmnen m, , pnd für das es hauvlsqchlich v e r u n sei, nicht »H-U c E i n v.« hervorgcheu tonne. Nr. 125: Die Antwort der Entente ans die deutsche Note. Paris, 23. Mai. (Tel.-Komp.) Die Antwort der Mnertm« auf die deutsche Note b et reffend denVölkerbund'- ist redigrcrt. Zunächst wurde von den Punkten Kenntnis genonMie«,' die mit dem Entwürfe der Alliierten übereinstimmen. Die lln-' durchführbärkeit der deutschen Fordrrungcu in Bezug M Z tv a n g s a r b i t r a g e und das internationale Parlament' wurde festgestelll. , -i Scheidemann in Spaa. Berlin, 23. Mai. (Tel.-Komp.) MiuismprandeLt'. Ä ch e i d e m a u n imd die ihn begleitenden Mmisrrr Dernburä,' Bell find Erzberger sowie Botschafter Graf Bernstorfi sind httrie vormittags in Spaa eingettoffen. Die Besprechungen mit dein Grafen Brockdorff-Rantzau dürften den ganzen heutigen Tag in Anspruch nehmen, die Teilnehmer aber vermutlich schon beute abends die Rückreise nach Versailles und Berlin antreten. Nene Beschlüffe werden in Spaa nicht gefaßt werden, es handelt sich ledigsich um die letzte Redaktion der deutschen Vorschläge, deren Ileberreichung vielleicht noch vor Ablauf der von der Entente angegebenen Frist erfolgen wird. Die syrisch-mesopotamische Grenze. Lyon, 23. Mar. (Funkspr. des Tel.-Korr.-Bur.) DouuMtag vormittags berieten die drei Regirrnngshauplcr über die syrischen Grenzen und besonders über die Ver--' einbarung, welche im Jahre 1916 zwischen Großbritannien und- Frankreich bezüglich der s y r i s ch -- w e s 0 p 0 t a m i s ch e v Grenze abgeschlossen wurde. Die ursprünglich beabsichtigten Grenzen sollen nun mit größerer Berücksichtigung der Interessen^ der arabischen Bevölkerung abgcändcrt werden. Hierzu erinnert die „Tenlps", daß sowohl Mosiul als auch Djarbenr. die wrgev' des Einflusses der französischen Kulttir im oberen Mesop^tamert im Jahre 19 iß in die französische Sphäre cinbezogm worden sind, nunmehr mit dem übrigen M e s 0 v 0 t a m i e. u. in den Bereich de§ britischen Einflusses kommen^ würden. v Italien lenkt ein. Saint Germaiir, 83.Mai. (Kvrr.-Bur.) Der „M ati fi" meldet: Italien wird nicht nur den Vertrag mi f, Deutschland, sondern auch den mit O e st e r r e i ch , unterzeichne«, ohne seine Unterschrift von der Regelung der Adriafrage abhängig zu machen. In seinem ausrichtigfii. Wunsche, mit Wilson zu einem Einvernehmen zu konrmen, ist ts bereit, große Konzessionen in Dalmatien .chmachen und ein Sonderregime von stark intern r t i o n a l e m. Charakter in Fiume anznnehmen, wofern d,is' Prinzip seiner Souveränität dort durch gewtffe Verfügungen auf^ rechterhalten wird. Was es n r ch t d e w i l l i g e n lu it iv ist. daß Fiume von Istrien durch arte den Jnavr slawen zugtbillrgte Zone getrennt werde, und uamentM nicht, daß die Grenze Triest auf 18 Kilometer genähert,werde, wie dies in einem heute von Wilson approbiertem Projekt der" Fall fit. __ 1"' Telegramme. Drei Ernährungsklaffen in Budapest. Budapest, 23. Mai. (Ung.-Tell-Korr.-Bur.) Der Buda«: bester Zentral-Arbeiter- und Soldaienrat hat über Verfügung dts Volkskommtsfärs für Verpslegswesen eine Verordnung erlaßen, wonach ab 1. Juli für den Einkauf von Lebensmitteln drei' K l,.a s-s e n von Lebensmittelkarten geschaffen werden.? In die erste Klaffe gehören, ohne Unterschied des Geschlechtes, A r beit er, Taglohner mw.. auch wenn sie gegÄtwärtig'arbeitslos sind, Aerzte. Krankenpfleger, Mitglieder der Roten Armee «nd der Roten Wache, Jnvalidei ArbeitsunfLhiHe. , welche eine behördliche Unterstützung genießen; in die zweite ' öffentliche B e amte und Angestellte der Schulen imd Kirchen, Privalbeamte, kaufmännische Angestellte, alle diese, auch ' wenn sie gegenwärtig arbeitslos sind. Privatlehrer, Hoch- und . Fachschüler, wenn sie in Untermiete wohnen, und Pensionisten; in die dritte Klaffe gehöre» alle üdrigenD'ewohuer, von Budapest.. Tschechischer Einbruch bei Laa. La», 23. Mai. Heute überfiel eine tschechische Patrouille die Eisenbahuhaltestelle W i l d e n d ü 1* H*: b a ch im Bezirk Mistelbach. Sie verhinderte den Stativusleiterunter Androhung vvn Waffengewalt daran, .Kr die Vorgesetzte Behörde zu telephonieren, durchsuchte die Wohmmg und nahm 20.000 Kronen Bargeld sowie gr 8 ßere Mengen vonLebe« s-vr i t t e l n an sich, nüt der Be-' grnnbtmg,, daß diese Lebensmittel aus Mahren herübrrgeschmuggeft tvorden seien. Während dieser Vorgänge war die Haltestelle von t s,ch e ch 0 - sl0 w a k is ch e n Soldaten umzingelt^ Die gepflogenen ErhebMgeu lasten vermuten, daß der UwerfaÄ von der Patrouille eigenmächtig, ohne Auftrag, durchs geführt worden ist.; Nach Albanien! Deportierung deutschösterreichischev Bürger aus Bosnien. Sarajewo, 23. Mat. (Tel. der ^Wr. Morgeufig.") Die deuffchösterreichifchen Staatsbürger, die dem Befehle der Landes^ regierung zum Der lassen des Landes nmerhalb der festgesetzten Frist — 48 Stmrden für Akänner uub acht Tage ffitr - dze Familienangehörigen — nicht nachkomnieu konnten, wurden / mit Gewalt aus ihren Wohnungen geholt m:d nach Albanien deportiert. Unter denDerschlepptntbefinden sich z ah lreicheBeamteder ehnualigen bosnisch-herzegv winischen Landesregierung. . Die Amklammer::::g Petersburgs. Paris» 23. Mai. (Funkspr. des Kvrr.-Bur.) Aus &mipt)a(\en wird genteldet: Die nordrusstfche 'Armee und esthnffche Divisionen haben aus ihrem Bonnarsch längs der Bahnlinie von Narwa nach Petersburg die Station von Moslakowisizi, M K i l 0 m e t e r v 0 n Petersburg cmictit. Esthnisch« Divisionen sind bis GalschiM vorgrstoßeu. Britische . T r fippen sind in der B n ch t v 0 n L u g u gelandet. Die. BerbindlUig der Bolschewiken mit Petersburg ist unterbrochen. Irtanbekommt eine Verfassung. Lofido«, 28. Mai. (Tell-Kovip.) Im ÜnterlMse teilte M ö ii t'a g v in Begrlrnduntz de« Budgels mit. daß M.- Enjwnrs über d i e i r i s ch e B e r \ & f f u n ß d«n^>- nächst'veröstcritlichl werden würde. Aus Grmtd dieser Berfassimtz,. soll die Macht der Bureauftafie aus- Poll übertragen werden.! Die Konstitution sür Indien. London» 28. Mai. (Reuter) Während dre Dcrhaublnug' über M 'Budget für Indim im Unterhaus fi’mbißtc der ^laaMtzkretär für Indien Montag» die sofoUtgeEftlbr.ntzrM emer Wrtzesvorlage cm; bie f ft t § tt b i e n 10 n \t i 1 w t i vfi . it e l l e Re io r rn en in drc Art versieht, daß sie sich uni eine allmähliche, aber tätsischlillie llebernaakmjl de- ME wi der Buftmtkrni»' ntif das Volk gründet, joUro.