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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-24 · Heft 125 (24.5.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 125 (24.5.1919)
Date
1919-05-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 125 . Wien, Samstag Wiener Morgenzeityng 24. Mai 1919 Seite 8 Finanz- und Budgetansschutz. Zu Beginn der heutigen Sitzung des Finanzmb BudgetauSschusfes teilte President Seitz dem Ausschuß mit, daß die der Nationalversammlung vvnulegcuden kriegswirtschaftlichen Verordnungen in der Regel erst am Ende des Kaleuderviertcls Vorgelegt werden. Der Staatssekretär fite Finanzen hat sich jedoch Bereit erflört, dem Wunsche des AuSschums entsprechend jene Verordnungen, die die Bordercitungen der V e r* Mogensabgnbe betreffen, e h r st c n s dem Hanse zu unterbreiten. ' Im Verlause einer längeren Debatte, iu welcher auch Staatssekretär Für Finanzen Dr. Sch n rn p e t e r sprach, stellte Abgeordneter Dr. A d l e r den Antrag, die Besprechung über die Vorbereitungen an piucv V? r m 8 g e n S a b g a b e von der Tagesordnung abzusrtzen. Dieser Antrag wird angrnommm. Der Ausschuß zog sodann eine Reihe von Initiativanträgen betreffend die aktiven und p r n t i o n i e rten StaatSa u g esteljte n in Beratung. Die Anträge wurden der Regierung zur' möglichsten Würdigung abgetreten. SozLalrsienmgsausschrch.' Der Sozialisierungsausschuß setzte,gestern vormittags die Beratung über das Gesetz betreffend die Enteignung von Wirtschaftsbetrieben fort. Ais Paragraph 6 Umrde Paragraph 11 der Regierungsvorlage angenommen. (Diese Bestimmung betrifft die Einleitung v o n V crha 1t b- Xungeit behufs gütlicher Einigung über den Umfang der Enteignung und die Entschädigung, ferner die Frist zur Anmeldung der Rechte von Gläubigern und dinglich Berechtigten.) GS wurde sodann beschlossen, daß die.Lasten, die auf den zur enteigneten Unternehmung gehörigen Sachen und Rechten, haften, zu übernehmen sind, soweit sie in deren vom Schiedsgericht festzustellenden Schätzwert Deckung finden. Ein weiterer Beschluß lautet: „Die mit den Arbeitern und Angestellten mündlich oder schriftlich abgeschlossene« Dienst- und Arbeitsverträge gehen unter Aufrechthaltung aller Rechte und Pflichten auf den Uebernehmer über; doch steht beit Dienstnehmern und dem lleberuehmer, letzterem jedoch nur gegenüber solchen Angestellten, deren jährliche feste Gesamtbezüge den Betrag von 80.000 Kronen überstejgey, bas Recht zu, innerhalb eineS Monats nach UeVernahine den Vertrag unter Einhaltung einer einjährigen Frist zu kündigen, vhne daß hieraus Ersatzansprüche gegen' beit EnteigUetoir oder Ilvbernehmer entstehen. Zum Berichterstatter für das Haus wurde Abgeordneter Dr. Eisler bestellt. _ Frieden-Verhandlungen nach zwei Fronten. Die deutschüsterreichifchrn Unterhändler sitzen in Paris üud warten. Noch wissen wir nichts Sicheres darüber, ob das im Falle Deutschland gezeigte Beispiel auf uns Anwendung finden soll, oder ob uns die Entente die Lust zum atmen lassen will. Vielleicht wirb sie einsichtig sein und mit sich reden lassen, noch hat man bei unS. die letzte Hoffnung nicht fallen lassen. Jedenfalls erscheint &„«* andere Gs§ner, der vor unseren Toren/unerbittlich. Deutschösterreich verhandelt nämlich nach zwei Fronten. Die Blockade der Feinde ist — theoretisch wenigstens — bereits aufgehoben. Aber unsere neuen Feinde, die dentschösterreichischen Provinzen, haben ■ mit der Blockade im selben Augenblick eingesetzt. Die staatlich gewährleistete Freizügigkeit ist aufgehoben, ein Dentschösterreichsv kann sich in seinein Riessnreich nicht frei bewegen. So erweist sich der Diktatorenwille von Paris als ein wahres Kinderspiel gegen das Machtwort derer von Sterzing und Schärding, die uns den Wirtschaftskrieg erklärt haben. Es ist jedenfalls ein reizender Zustand, dein dis Originalität nicht ermangelt, daß die Wiener Zentral-, in Wirklichkeit Lokalregie rung, Verfügungen erläßt, denen BevölkenmgSkreisc aus Ländern, die ihre gewählten Vertreter blS an die höchsten Stellen sitzen haben, den Gehorsam weigern. Auf «Ile Fälle muß durch solche Vorgänge die Autorität unserer Unterhändler in Saint- Germain gewaltig gehoben werden. Man klagt bei unS über die Schikanen des tschechischen Auslandes, düs an den Grenzen eine strenge Kontrolle eingerichtet hat, und vergißt, daß die Tschechen nnS noch immer nachsichtsvoller hamstern lassen als die deutschösterreichischen „Brüder". Kein Verbündeter ist cs, der so aus der „Schulter an Gchulter"-Stellung plötzlich von uns abriickt. Die eigene Schulter sozusagen' läßt unS Itm Stich. Es sind das angeblich dieselben Leuts, die aus lauter nationaler Begeisterung den Anschluß an Deutschland um jeden Preis fordern. Man weiß augenblicklich nicht, wie dieser Fronde dev Provinz gegen Wien und di« eigene Regierung zu begegnen sein wirb. Sollen die Herren Settz und Renner das Beispiel ihres Genossen NoSke nachahmeu und einen General gegen die Widerspenstigen in der Provinz entsenden - Oder soll der letzten WeiShett Schluß der fein, daß sich dev kleine Kreis doö kleinen Dentschüsterreich, Über den die Macht der Negierung reicht, von den eigenen Volksgenossen verlassen, in seiner 9lot. an die Tschechen wende, und nachdem der Anschluß DeutschbÜhmenS wenig Aussicht auf Verwirklichung hat, den Anschluß von Zeiitral-Deutschösterreich an Tschechien in die Wege leite? Hoffentlich erleben wir am Ende nicht noch die Groteske, daß Nenner und Seitz die Prager Tschechen durch ihr deutsches „Ich gelobe" aus dem Häuschen bringen, wis es die Wiener tschechischen Abgeordneten durch ihr „Glllmsi" getan. Standrecht in Galizien. Krakau, LS. Mai. (!£«I. b«t „SBt. OJlorgcitjfj.") gnfolqe der Ä u s s ch r e i L1» n g s n gegen dieIuden wurde in ganz Galizien das Standrecht verhängt. Die Notlage der rheinischen Eisen- und Stahlindustrie. Berlin, 2". Mai. (Tel.-Kamp.) In ninr EiNiinmg der Düsseldorfer Ärdeitgebervettiiiigung wurde aus dir W o 11 a a t der rheinischen Else ii- und Stahlindustrie hinaewiescn. #iit Bezirke Düsseldorf haken die seit November sich häuündcn Streiks und Lohnerhöhnnaen die Reserven der Werlo fast ausgezehrt. Infolge der migeklärtcn voltischm Verhältnisse sind auch die Aufträge z»tm Teil auSgebluben. Die Produktion ist auf die Hälfte gefunkt«. Infolge der da»»ernder> Verluste ist di« Stillegung einer Reihe von Betrieben geplant. f(ubcu0lc MN leichtesten omch ein Stellengesuch rnl „Kleinen Anzeiger" der Wr. Morgenzeitung Die Ausschreitungen in Prag. Die Geschäfte geschlossen. — Standrecht gegen Wucher. — Gegen die Agrarier. „Korruption Und moralischer Perfall." — Die gesamte Garnison anfgeboten. Plünderungen. — Anbotzwang der Kanflente. Prag, 29. Mai. (Tel, her „Wiener Morgeirzeitmrg".) Heule sind itt Prag zahlreiche Geschäfte, namentlich KvttfektionSgeschäfre, gefchlosseu. In einzelnen wirb zu billigeren Preisen verkauft. In einer gestern abgehaltene« Versammlung der Metallarbeiter, welche der Frage des Wuchers und der Teiterung galt, sprach auch der Obmann des sozialdemokratischen Klubs in der Nationalversammlung Abgeordneter Bechy ne, welcher unter anderem mitteilie, daß der sozialistische Block der Nationalversammlung sich mit den Maßnahmen zur Bekämpfung deü Wuchers b-isasse. Da alle bisherigen Maßnahmen in. dieser Hinsicht Teilten wesentlichen Erfolg gehabt hätten, erwog der «lock einen Antrag, dahingehend, daß im gangen Gebiete der Ts ch e ch o - L lv w a kei auf das Verbrechen des Wuchers als des Hochverrates das Standrecht v e i h fingt werden soll. Dieser Antrag wird in der Nationalversaminlrmg eingebracht werden. Der slowakische Sozialdemokrat Horvath teilte mit, daß auch in der Slowakei eine ähnliche' Bewegung der Arbeiterschaft gegen den Wucher im Zuge sei. Er beschwerte sich über die Tätigkeit der tschechischen Agrarier. Unter grosjcm Beikall forderte er die Beseitigung der unfähigen und unredlichen Beamten, welche die Kettenhändler schützen. „Narodni Listy" klagten heute im Leitartikel, über die schreckenerregende Korruption 1>t der tschechoslowakischen Republik. ES sei eine Korruption, von welcher der ganze nationale Körper ergriffen werbe, eine unerhörte Korruption, welche die ganzen tschechischen Organe bis auf daS Mark verzehre. ' Das entsetzliche Bewußtsein, daß in gewissenloser Weise gestoh 1«n und gewuchert jverbe, bildet die Gnmdlage jenes Sturmes in den breiten Volksschichten,, die wieder in den Prager Straßen demonstrieren und nach Abhilfe rufen. Das - sei ein so entsetzlicher moralischer Verfall, daß Diebstahl und Raub sich hier zum LcbenSkredo gestalten. DaS ganze öffentliche Leben fei von Lüge befallen« Man müßte «inen entschlichen Schnitt macheneinige'abschreckende Hinrichtungen vollziehen, damit die Audcht wenigstens einigermaßen' den Ansturm des Wucheryintanhalte. Wer weiß ckber, welche Wirkung gerade eine exemplarische Bestrafung einzelner häite, wenn man erwägt, daß die übrige^ Verbrecher entrinnen würden. Alle administrativen Maßnahmen und alle , Verurteilungen werden versagen. Damit wird man Nicht satt. Man braucht Brot, Kartoffeln, Fett und Stoffe. Zum Schlüsse plädiert, das Blatt für die rascheste Eins Übrung von Lebensmitteln und Rohmaterial, um die Industrie zu heben. . Prag, 23. Mai. (Tel.-Komp.) Nnch den gestrigen großen TeuerungSderiwustr-ationen rvsrdeu heuts feit den frühesten Morgenstunden alle Geschäfte in der Stadt ohne Unterschied der - Branche von dichtgedrängten M e n s ch e n m a s s e n belagert. Die Besitzer müßten sich der Forderung der Menge, die Geschäfte zu öffnen und mit einem ,, . billigen Verkauf der Waren ' .zu beginnen, fügen. Wer nicht freitöMg öffnete, wurde d u r ch D r o h n n g e n h i e r zu g e z w u n g e u. Die Kaufleute wurden aus ihren Wohnungen geholt, in deren Ab w esen heit wurden die Läden auf gebrochen. Die Muschenmenge wählte aus ihrer Mitte Vertrauensmänner, die im Verein mit den vom Wucheramt? beigestellten Organen den Verkauf organisierten und die Preise sestftellten. Der Andrang vor den Geschäften wurde so beängstigend, baß'schlteßlich Militär auSrÜrben mutzts, ' um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Vor jedem Laden stehen Soldaten, die die Leute in Partien einlassen. Nur die Fleischer haben geschlossen, die Lebensmittelhallen sind völlig leer. Bei dem so organisierten Verkauf wurden Damenblufen, die noch gestern 166 bis 200 Kronen kosteten, uiit 6 0 bis 80 Kronen, ja sogar um 20 Kronen verkauft, Handschuhe um 6 Kronen, Herrenanzüge «tu 400 Kronen, Strohhüte um 10 bis 12 Kronen, Filzhüie um 25 Kranen, .herr-en- und Damen schuhe durchschnittlich um 25 Kronen. - Gegen Mittag nahm der Andrang der Menge vor den GeschO,*c;t in gefährlicher Weise zu. Legionäre, Soldaten und Polizisten können der Menge nicht mehr Herr werben. Die Massen dringen einfach in die Geschäfte etu und kaufen, ja stehlen alles, w«s ihnen unter die «Hände kommt. Junge Burschen, BarzUai gestorben. Paris, 28.Mai. (Neuter.) Aus N v m wird gemeldet, datz Barzilai gsstorben ist. Die G^n^ralo Auffen-era- Bö^m-ErmoM und Rhemen bitten um Aufnahme ln die . tschechische Armee. * Prag, 23. Mai. lKorr.«Vur.) In dn yestiwrn Sitzimg deS WehrauSschuss^S wurde bestätigt, dav nciinhaire Ge«aale der fritherm österreichiirlt^mgarisckkn Armee, darunter Aussenborg, Böhm-Crmollt und Rhemen um die A u f ti ö k nt e m bu tschecho-slowaktsche Armee angrs« cht haben. Kerne Einigkeit der italienischen Staatsmänner. Lttgano, tzß. Mai.. lKoir.-Bur.^ Die italimWrn Blätter melden, dnsi m d^r si u s a w m e n k« n s t 11 n I i c n is kh e r S i n, >1 t s m f» tt n c r in Ou r eme Ä > n i a n n g ii t eft t f r \ i c (t iv'd'n B i" I n (nk fnnc Tcm st>n> (tniV'l'O l*H lll'b 0:’ CUM ttl tb? ' M '^elp tt d MllMhit WiM>1. Dt!' Milin»'C>,' P epc WIN nMctj-. E II Te l knillln 'irii, Ottandos S'tt'img ,Mt uftipft». Der niitcic Te l iilnidäuir Orion d o mit den he t asten Vorwürfen. Er hätte schon im Jänner die poiimche Lage Übersehen mühen und F r a « k r ei chs e - o r st 11 ch en unpenMischm Sonder« Interessen Widerstand, lasten sollen. die oft bis zu 5 Paar Schuhe ergattert haben, verkaufen dieselben sofort wieder zu 100 Kronen weiter. Besonnene Elemente fordern die Menge auf, von ihrem Tun abzulassen, doch ist alles vergeblich. Prag, 23. Mal. (Tel.-Komp.) Da die Situation in deri StraWr Prags mittags immer bedrohlicher wurde, rückte gegen 8 Uhr auf Befehl des L-andesverteidigungsmiulfters Klofae die ganze Garnison aus und sperrte die Hanptstraßen ab, um weiteren Zuzug aus den Vororten zu verhindern. Jetzt erst läßt sich der i m M e n s e S ch a d e n überblicken, der in den Vormittagsstunden angerichtet wurde. Bei zahlreichen Geschäften sind die Rollbalken auf gerissen, die Auslagenscheiben zertrümmert, die Auslagen aus geraubt, aus den Geschäften die Waren völlig ansverkauft oder ausgeplündert. Zahlreiche Milttarabteilungen und Offizierspatrouillcn verhipbern vor den einzelnen Geschäften, namentlich, vor jenen jüdischer Firmeninhaber neue Ansammlungen. Tausende Neugierige durchflute« die Straßen, «m sich die Verwüstungen zu besehen. In den Straßen wurden Aufrufe des Stadtrates und der Polizeidirektion afftchiert, die die Bevölkerung zur Ruhe mahnen und vor Plünderungen warnen. Wucherer und KeLtenhändler feien der Behörde zu überstellen. Um halb 4 Uhr trat der Stabtral zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. In der National- Versammlung «ab am Schlüsse der Sitzung Minister des Innern. Dvehla, namens des Ministeriums eine ErNänmg ab, in der er Unter anderem auf die Regelung der E rnähenngsfvage zu sprechen kam und dann ausführte, es sei begreiflich, baß die Regierung es erst nach Sicherung der Ernährung für notwendig erachte, ihre Aufmerksamkeit auf die Bekleidung der BevSlkerung zu lenken. Er werde sofort eine Verordnung nach folgenden Grundsätzen erlassen: Jeder, der Stoffe, Kleider, Wäsche, Hüte, Schuhe und ähnliche Bedarfsartikel für die Bekleidung erzeugt oder verkauft, ist verpflichtet, sie' binnen 48 SM'nben aitfUMelden sowie deren Lagerungsort bekanntznaeberi. Jede Aenderung des Lagerungsortes ist binnen 24 Stunden anzumelden. Nicht angemeldete Vorräte verfallen zugunsten der Republik. In den Warenbüchern der Kaufleute ist die Warenbewegung zwecks Kontrolle genIir einzutcagen. Der Eigentümer derartiger Waren ist verpflichtet, seine Vorräte Über Aufforderung dam Staate zu verkaufen, dar sie ohne Bordienst an die Bevölkerung absetzen wird. Der Minister machte auch Angaben über die bisherige BeLämpsnng deS Wuchers, der'nicht mehr als Vergehen, sonderir als Derb rechen bestraft wird, und erklärte, die Regierung werde alles tun, was in ihrer Macht steht, uüd werde die äußersten Mitteln anwenden, um den Wucher zu bekämpfen und unmöglich zu machen. Prag, 23. Mai. (Del. der „Wiener Mvrgenzeitung".) Am Abend herrschte bereits vollständige Ruhe. Die heute betroffenen^ Geschäftsleute etfeib’cu großen Schaden, so bezifferte der Juhaber einei' Schuhgeschäftes seinen Verlust mit 850.000 Kronen. Die Bewegung löste beim konsumierenden Publikum ein Gefühl der Befriedigung aus. Ein Aufruf des Vorsitzenden der VerwaltungSbominission der Stadt Prag, fordert die Bevölkerung im Interesse des guten Rufes der Nation und der Republik, die in Gefahr feien, zur Ruhe auf, die Bestrafung der Wucherer müsse den zuständigen Behörden überlassen werden. In einer Kundmachung wird bekanntgegeben, daß der Verkauf der Waren von nun ab durch Sachverständigenkommissionen erfolgen werde. — Auch in P i l s e n fanden heute große Denwnstrationen gegen den Wucher urrd Kettenhandel statt. In den Skodawerken und archeren Betrieben legte die Arbeiterschaft zn Mittag die Arbeit nieder Und zog in geschlosseneüt Zuge in die Stabt. Vor einer improvisierten Rednertribüne nahnr ein Mann mit rotem Schwerte, ein zweiter mir einem Beile Aufstellung. Ein Galgen wurde errich^t, auf welchen eine Puppe gehängt wurde. Eine Anzahl von sozialdemokratischen Rednern richtete rm die Menge Ansprachen gegen die LebsnSmittelwucherer und Kettenhändler. Der Mlnifterrat verhandelte heute über die von der Arbeiterdsputation Überreichten Fvvdc'- r un gen. und beriet über die im Interesse der Bevölkerung erforderlichen Maßnahmen behufs Herabsetzung der Preise« Der Eisenbahnverkehr Bvryslatv—Drohobyez miede» ausgenommen. Lemberg, 28. Mai. Mai. (Bvln. Tel.-Ag.) Den Bläüem zufolge ist der Ciseubcilmverkehr zivlscheu B o r y Z l a w. und Dcohobpez wieder heraesttÜt wvtdeu. Die Eisenbahnlivie Sambor—BvrySiaw ist unbeschädigt. Die Polen in Luek elnmarschiert. «ctlWt, 88. Mai. <ftott.*8urO Der Lokalanzeiarr* meldet M Thorn: Nach dem polnischen Heeresbericht ist die y eÜung Luc! in dn Nacht zum SamAag in polnische Hände gefallen. DaS Moratorium für Gali-ie«. Krakau» 22. Mai. (Tel. der .M. M-rgen-tg.*) In Arimlegenheit des Moratoriums für Gamien, daß am 80. Jum ab tönfl. fand in L e m d e r g une Konferenz stark an der sich Vertreter der Großbanken, der Industrie und deS Handels betkiliaten. Nach einer längeren DiSmsston sprach sich die Konferenz im Hinblick aus dm in Ostgaitzien noch herrschenden Kriegs» mst.md low e am die Dtaanatwn im Handel. Gewerbe und Handwett und iäisiißiich in Anbetracht der VerkehrSschwirrigkeitm lilr die V e r i ä n g e r u n g deSMoratorium-biS Ende istiü auS. Ebenso sprach sich dir Kvnsrrenz auS denselbm Erwägungen für eme Wiolonnlwmn deö sogenannten BilanMoratoritUtw R3 Ut d• w o.'i > U'.'si rtr’. *

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