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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-23 · Heft 124 (23.5.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 124 (23.5.1919)
Date
1919-05-23
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Nr. 124! Seite’ 4' Wien, Mmaq MiSMr MlkrAMMMg 23. Mai INS _• ' . .. .- * -»-o-f—•— . . --- ■— wrr-tt—... .. .-i-1 we».jHK".-l'.".Tl. mr.* . .... . . TelegrKMMe. Tagesbericht. Die finanziellen Friedensbedmgungen für Deutfchösterreich fertiggestellt. Sainij-Germainen-Laye» 22. Mai. (Korr-Bur.) „Liberte" meldet: Die. Kommission Pr Entschädigungen hat ihre Arbeiten, über die Oesterreich und Ungarn aufzuerlegenden finanziellen Bedingungen beend et. Niemand zweifelt daran, daß 'die Oesterreich er und Ungarn nach deutschen! Muster auch diese Bestimmungen g e n a u diskutieren werden, aber ihre Vorbehalte werden sich hauptsächlich auf ökonomischem Gebiet bewegen. Indessen zweifelt man nicht an einer Annahme, die rascher' uub weniger mühselig sein wird als bei den Deutschen. Agronom Aaronsohn abgestürzt. Kopenhagen, 21. Mai. (Tel. der „Wiener Morgenztg.") Aus London wird telegraphiert, daß der bekannte palästinensische Agronom Aron A a r o nsohn beim Fluge von London nach Paris tödlich verunglückte. Die Postsäcke, welche das Flugzeug mit sich führte, wurden in der Nähe von Bomogne ans Land gespült, vom Flugzeug selbst tmb seinen Insassen fand sich Leine Spur. Die Grenzregulierung Deutschösterreichs. Paris, 22. Mai. (Tel.-Komp.) Wie die Blätter melden, werden die Beratungen des italienischen Ministerrates auch auf die Haltung der italienischen Mission bei der Grenzr e g u l i e rung für Oesterreich von Einfluß, sein. Die dadurch entstandene Verzögerung der Ueberreichrmg des FriedenZvertrageZ an die deutschösterreirlnschen Delegierten in Sainl-Germain werde bisMitle nächster Woche dauern. Mit den Deutschen wird verhandelt. Rotterdam, 22. Mai. (Tel. der „Wr. Morgen- Zeitung".) Die „Times" meldet, daß in Pariser diplomatischen Kreisen sich in den jüngsten Tagen die Auffassung verstärkt habe, die Entente werde mit den Deutschen verh andeln. Das Schicksal der Türkei. Paris, 22. Mai. lFunkspr. des Tel.-Kott.-Bur.) lieber die -türkische Frage meidet „Echo de Paris": Die Konferenz besteht darauf, der/territoriale Einheit des türkischen Reiches aufrecht zu erhalten, das auf die türkischen Wilajets mit Konstantinopel als Hauptstadt beschränkt bleiben soll. Es ist nicht bekannt, wie und von, wen: das Mandat über die Türkei ausgeübt werden soll. „Action Franchise" teilt mit. daß trotz der amtlichen Ankündigung, es sei noch keine Lösung gefimden, doch bestimmt gesagt werden könne, daß der Sultan in Konstantinopel bleiben werde, wenn auch nicht als Herrscher, so a l s O b e r h a u p t der m o h am meda nischen Religion. Smyrna mit ansachehntem Hinterland werde an Griechenland s a l l,e n, Adalia und Konia kämen an Italien, Adana an Amerika unter Aufsicht des Völkerbundes. Der Dodekanesos werde mit Griechenland vereinigt werden. Das nette türkische Kabinett. Paris» 22. Mai. (Funkfpr. des Tel.-Korr.-Bur.) Nach einer Meldung aus Konstantinopel ist infolge der Krise, welche die Besetzung von Smyrna durch dw Alliierten hervorgerufm hat, - F e r t t> Pascha vom Sultan mit der Umbildung desKabrnetts betraut worden. Ferid Pascha hat ein neues Ministerium gebildet, in welchem er die Würde des Großwrsirs weiter bekleidet und auch als Minister des Auswärtigen fungiert. Ali K e m a l übernimmt das Portefeuille des' Innern und General T o r g h u t das Kriegsminisierium. Ein englischer Sieg über die Afghanen. . London, 22. Mai. (Amtlich. — Reuter.) Die britischen Streitkrstste nahmen nach der Zurückweisung des afghanischen Anariffes. am 16< Mar bei Dakka, < am 17. Mai einen Hügel westlich von Dakka rmd brachten 8 afghanischen Bataillonen eine N i e d t-tI a g e bei. Dre Afghanni ließen über 100 Tote zurück. Admiral KoLtschak — der neue Zar. .Amsterdam» 22. Mai. „Daily Herald" vom 20. d. M. meldet aus Pari s, Admiral Koltschaks diplomatische Offensive werde dort mit Kraft geführt. Es sei sicher, daß Koltschak a ls einziger Nachfolger desZaren ‘öiie r k a n n t wird. Das Blatt schreibt weiter, hinter diesem ganzen Treiben siehe S a s a n o w, die dunkelste diplomatische Figur ganz Europas. Die Verteidigung von Petersburg. Bevli«, 22. Mai. (Korr.-Bur.) Nach einem Kopenhagens 'Telegramm der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" aus Stockholm berichten aus Rußland dort eingetroffene Reisende, daß in St. Petersburg 300.000 MannzurBerteidigung der Stadt znsammengezogen worden seien. Die LebensMittel-- vorräte seien im Hinblick aus eme mögliche Belagerung' erhöht worden. Man fei m Sr. Petersburg entschlossen, dre Stadt n ur als Trümmerhaufen in die Hand der Feinde fallen zu laffxn. Ungarischer Kampfberrcht. Budapest, 22. Mai. (Korr.-Bur.) Das Ungarische Telegravhen-Korrcspondenz-Burcau meldet: Im Abschnitte Szechenh- Fülek greifen starke feindliche Kräfte an. Zwischen Fülek und Diosgyör haben' wir nach erfolgreichen Kämpfen neuerdings Raum gewonnen. Nördlich von Miskolcz und Diosgyör schrertm unsere Operationen planmäßig fort. An den übrigen Fronten nichts Neues. Armeeoberkommando. Stryj und Karnionka-Strumilowa von den Polen besetzt. Warschau, 22. Mai. (Funkspr. des Korr.-Bur.) Kriegsbericht vom 22. Mai: Unsere militärischen Erfolge südlich vom Dnjestr werden weiter ausgebaut. Stryj wurde besetzt. Nordöstlich von Lemberg besetzten wir Kamionka- Strumilowa nach einem hartnäckigen Gefecht, wobei wir 500 Gefangene machten und mehrere Maschinengewehre und 300 Waggons erbeuteten Unsere Truppen marschieren gegen Osten vor' um den ukrainischen Sowiettcuppen, welche die gctli’ fische Grenze überschritten haben, den Weg zu verlegen' Die Ehereforrn in der tschechischen Nationalversammlung angenommen. Prag, 22. Mai. (Tcl.-Komp.) Die Ehereform? Vorlage wurde heute in der Nationalversammlung mit Stimmenmehrhert angenommen. Für die Anträge auf Einführung der obligatorischen Zivrlehe stimmten nur die Nationabsozialm. Die Klenialm tat«; dem'ersten Teil des Geseües betreffend 'Sie fakultaüve Zrmlcke M, lehnten jddoch' die Eho° tremnmgdd d^ Aufheduvg drs Zölibates ab. Profefsvv Oppenheim gestochen. Berlin» 22. Mai. (Korr^Bnr.) Das „Berliner Tageblatt" UlÄdrt : Der bekannte Nervenarzt Professor, Hermann Oppen- ...... Die schweren Opfer, die in den letzten Jahren unser« junge Bewegung geschädigt haben, scheinen noch kein Ende nehmen zu wvllen. Neuerlich werden wir von der Nachricht erschüttert, daß einer der begabtesten und fähigsten Kulturpioniere in Palästina auf einer Luftfahrt im Aermelkanal verunglückt sei. Noch steht mir Aaronsvhn s stämmige Gestalt vor Augen, wie er mich in seinem Arbeitszimmer in Sichren Jakob empfangen hat. Ein wegen der grellen Beleuchtung abgedämpster Raum, bis au die Decke vollgepfropft mit wissenschaftlichen Werken, meist naturwissenschaftlichen Inhaltes, faß er vor einem mächtigen Schreibtisch, auf dem jedoch eine Sammlung der modernsten Bureaubehelfe zu finden war. Schon damals, im Jahre 1912, genoß er einen Weltruf als Entdecker des Emer, des llrweizens, den er im Herrwongebiet wild wachsend aufgefuuden und dann kultiviert hatte. Damals war er mit Kreuzungsversuchen zwischen Emer und dem modernen Kulturweizen beschäftigt und erzählt« uns, daß er von diesen Kreuzungsversuchen eine Kultivierung weiter Steppengebiete, insbesondere Nordrfrikas, erwarte. Köstliche Episoden wußte der ernste und doch lebensfrohe Gelehrte von seinen Forschungsreisen, die er als botanischer Mitarbeiter des Geologen Blanckenhorn in Syrien und Süd- Palästina unternommen hatte, zu erzählen. Zwischendurch gab er uns Aufklärungen über die Malaria und ihren Erreger, die Anophelesfliege, die er sogar an ihrem Gesumme von verwandten Arten unterscheiden konnte. Aaronsvhn war auf Palästinas Boden aufgewachsen; er stammte aus einer rumänischen Kolonistenfamilie, die unter den ersten Einwanderern den Boden von Sichron Jakob unter den jüdischen Pflug genommen hatte. Als Jüngling war er 6on Rothschild in eine der ersten agronomischen Anstalten Frankreichs geschickt worden, in der er sich rasch' zmn Fachmann ausbildete. Seine Kenntnisse hat er dann während vieljähriger Studienreisen, insbesondere in Kalißornien und Nordafrika, vervollständigt. In der Nähe von Sichron Jakob unterhielt er eine Mustersiedlung und Versuchsfarm unter der Leitung des Agronomen Berrnann, die später, hon Nathan Strauß mit reichlichen Mitteln versehen, zu einer zentralen botanischen Versuchsanstalt für Palästina hatte ausgebaut werden sollen. Auch dieses Unternehmen hat der Kriegsausbruch schwer geschädigt. 1913 ist" Aaronsvhn vom internationalen Agronomenkongrvß in Nordafrika zum geschäftsführenden Präsidenten gewählt worden, was nicht nur eine Anerkennung seines bisherigen Wirkens, sondern auch eine besondere Genugtuung für die Palästinakolonisten darstellte. Aaronsohn war im Innern ein zielbewußter Mitarbeiter an der Erschließung Palästinas, von dessen großer Zukunft er ganz durchdrungen war, und hat wiederholte großartige Anerbietungen, die ihm insbesondere von kalifornischen wissenschaftlichen Anstalten gestellt worden waren, stets abgelehnt, da er seine Zukunft und seine Arbeit seinem tiefgeliebten Volke widmen wollte. Aarvnsohns Tod reißt ein? ^..ere Lücke in das moderne jüdische Kolonisationswerk Palästinas. Es wird schwer sein, diese Lücke durch einen Fachmann von der gleichen wissenschaftlichen Bedeutung, verbunden mit so innigem Nationalbewußtsein, zu füllen i Die Bedeutung Aavonsohns für die Kultivierung Palästinas wird freilich erst die Nachwelt voll zu würdigen wissen. _Dr. Emil Stein. . Renntage. Gegen die Seuche der Pferderennen, die, wie gemeiniglich bekannt ist, kein Sport, sondern ein sarlber-S Geschäftsunternehmen sind, gibt es nur einen Protest: nicht über sie zu berichten, sie nicht anzuzeigen, und, soweit dieses schwache Mittel wirken kann, immer wieder zu ermahnen, ihnen fernzubleiben. Man muß . jetzt nur an Renntagen in den ersten Nach mittags stunden diese Massenzüge von Fußgänger^ diese Kolonnen von Kraftfahrzeugen, Fiakern und Einspännern am Praterstern beobachten, die sich' förmlich in die grüne Praterwelt stürzen. Trotz des kranken, fröstelnden Frühlings sind die Kastanienbäume der Hauptallee doch Noch rechtzeitig erblüht und sie slanfisren festlich wie damals, als es noch kerne Marsche Kompanien gab und keine Kriegsgewinner, die hastenden Menschen, die keinen Blick für diese Frühlingspracht haben, und nur beschäftigt find mit dem Inhalt der gelben Hefte in ihren Händen. Der Umsturz hat auch hier keinen Wandel herbeigeführt. Dieselben Gestalten auS allen Volksschichten, die gleichsn Ruancorr vom großartigen, geschmacklos auffallenden Habitue bis zum klonen ßchnsüchttWu Gewlrmex. Und die ZM der jüdischen Teilnehmer ist nicht kleiner geworden, sondern, bei Gott um einen erkleck- M ° M «jÄJi, IMt« .Sfcfc. Menschen, die ganz eingestellt sind auf den äußeren Schein, auf Gewinngier und Spielleidenschaft,- dahin zu lenken, daß sic endlich erkennen, wie schädlich dies; .Herjudung" des Turfs, für sie selbst, für. ihre Familie und fürKdas Ansehen ihres Volkstums ist. Man kann., jetzt Elendbilder aus den jüdischen Gassen sehen, die ' Frau Anitta Müller zeigt, Opfer des Hungers, des Schmutzes und erbarmungswürdigster Hilflosigkeit. Da-' neben diese Hinaufgekommenen, diese Berufsspieler, diise Erfolgjäger, die so völlig gedankenlos in den Tag Hineinleberrden, denen der Bestach des Vurgtheaters, eines §llrrz-KonzerteS und des Trabrennplatzes gleichwertige sittliche Pflichten geworden sind. Wenn man nur diesen schreienden Aufmarsch in dieser Zeit furchtbarster Not nicht sehen müßte, wenn das doch' nur in Nacht und. . Dunkel vor sich ginge, wie die Gelage und. Hasard? spiele in den Wohnungen der Schauspielerinnen! Wer diese hastende, pwhige, selbstgefällige Kolonne, die 'iM Hellen Frühlingsmittag zum Rennplatz eilt, sticht aller Welt in die Augen, verzerrt .das Bild von der wirk» lichen Lage, von dem wirklichen Sinnen und Trachten des jüdischen Volles, zur Fratze des Turfjudentüms» bringt uns allen Schande und den Aermsten. unsägliche Gefahr. Und so nutzlos auch erscheint, diesen in der Welt des gleißenden Scheins, des Talmi und der Zweckstrebigkeit verkomrnenden Brüdern und Schwcstsrn Moral predigen zu wollen, so muß man sie doch warnen, •. daß sich einmal die Entpörung des eigenen Volles gegen sie Luft machen könnte, und muß sich zumindest au diejenigen wenden, die sich leicht Hinüberzrehen lassen ■ in dieses gefährliche und verdammenswerte Lager der ' Rennbesucher, muß sie an flehen, aus "halbem Wege ", stehen zu bleiben, sich zu besinnen ,md diese.Schande nicht mitzutun. _ A. Fmrr Kapitel „Schleichhändler". Jir St. Valentin wurden dieser Tage, wie das Linzer Dolksblatt meldet, eine große Zahl bewaffneter Schleichhändler aus Wien angehalten, die auf der Fahrt «ach Oberösterreich begriffen waren. Etwa 200 Personen hat tttdu mit dem nächsten fahrplanmäßigen Zuge nach Wien wieder abgeschoben. Der größte Teil von ihnen waren, wie auch die „Reickspo^ feststellt, ,Miener Plattenbrüder, und überhaupt verdächtige männliche rmd tveibliche Elemente, die schon von früher lier den Kontrollorganen als Berufsschletchhandler bekannt sind". Der Kettenhandel ist also nicht bloß eine jüdische Spezialität mtfc kann ja doch nicht, wie das Exempel beweist, immer bloß den jüdischen Flüchtlingerr in die Schuhe geschoben werden. Wir sind weit davon entfernt, den Schleichhändlern das Wort zü spreche» und verurteilen sie, allerdings weniger jene armen Menschen, welche ein paar 5kronen verdienen, um das Leben zu fristen, als vielmehr jene Großunternehmer, tvelche ganze Heere beschäftigen und denen immer wieder ein gewaltiger Fischzug glückt, den die Bevölkerurlg Wiens schwer büßen muß.' Mer diese Krankheit der Zeit hat alle ergriffen, die die Möglichkeit haben, vom Kettenhandel zn profitieren. Die Arbeitslosen, die Wiener Greisler, die Marktfahrec and alle diejenigen, die eine Verbindung mit dem flachen Lande gesucht' und gesundest haRn, sind an dem 'Schleichhandel beteiligt v; und derartig« Ereignisse, wie drs eben besprochene, zeigen'' nur allzu deutlich, daß bas Gros der Schleichhändler nicht bei den Juden zn suchen, ist. ... Jüdische Kinder »ach der Schweiz. Zürich, 22. Mai. (Tel. der ,Wr. Morgenztg.") Dm Bemühungen des Delegierten 8'es Jüdrschen Natioualrates für Dcutschösterreich, Dr. Isidor^M a.r g u l i e 8, ist es gelungen, von den Berner Behörden die Einreisebewilligung für weitere 280 jüdische Kinder aus Wien zu erwirken, so daß urmmehr insgesamt 750 Kinder nach der Schweiz geschickt werden können. Spanien schickt LedenSmittel nach Wie«. Madrid, 20. Mai. Um zur Linderung der in Oesterreich und besonders in Wien herrschenden Lebensmittel not nach Kräften beizutragen» hat die spanische Regierung ihrerr Botschafter, in Washington beauftragt, der nordamerikanischen Regierung ein in den dortigen Gewässern liegeni^s spanisches Schiff zwecks Befördern ng v o n L e b e n s m it t e l n nach Oesterreich M Verfügung zu stellen. Ebenso werden von der hiesigen Regierung Schritte unternommen, um ein to eilet es mit Reis beladenes Schiff von einem spanischen Hafen aus mit gleicher Bestimmung nach Triest zu schicken. Die HUfstittigkeit für die jüdischen Pogromopfer in Lemberg. Einem in der Lembergrr „Chwila" erschieneneil Berichte des ‘ dortigen jüdischen RrttungSkomitces über dessen H»tfsrätigkeit mgunsten der Pogromopfer in der Zeit vom L Dezember 1918-6$ Ende März 1919 entnehmen wir die folgenden Daten: D»e Einnahmen dieses Komitees trtmgen K. 2,900.690.—. Ungefähr ein Drittel dieses Betrages rührt von den Lemberger Juden selbst her, der Rest setzt sich aus größeren oder llemereu Spenden und Sammlungen in- und auÄändllcher jüdischer Organisationen zusammen. Gegenüber einer Spende der Krakauer Kultusaememde von K 15.000.— verdient der Beitrag des dortigen , Jüdischen Nationalrates im Betrage von K 200.000.— besondere Erwähnung. Die Ausgaben betrugen in. btefeu vier Monaten H •. Davon wurden durch die Abteilung sin.' rasche Hilft, der Proftfftr... Dr. S.ch a r r Vorsicht, an 3200 Familien Über bi 860.000--- verteilt. Die Abteilung ftir Mirtschöstlichen Wiederaufbcat unter Leitung des Dr. K o r k e s gab für die Wiederaufrrchttmg de'r - (Aistenz von 108 Kausleutm und 96 selbständigen Handwerker» ' sowie für die Gründung einer Kürschner- und Schneiderwerkstätte K 161,350.— auö. Dre Wolmuugs* nnd BeheiznngSabkiluntz unter der.; Leitung dos Dr. DogilewsN vetteelte ' Zentner Kohle nab 218&& ZenMer Brennholz. Dir Sektion füd Kmderschutz «mt« skemag der Fromm R erchenstein Md . K l a s t eck Krachte vm Aaism i» 6 WckkVchLnsern imto. Dir vyn Dn Tobias A s k e rr a s v Abtnlüng für. Schadew- . enatz nghm mit 4tz20 ausgerauvten Juden ausfLhrlickw Protokolle auf. Der materielle Schade decNvvmwerpogrome bellinsr sich Ws -; ntthc-,a4L 402-Millionen Kr o-n i'fL- J* -...- ■ '

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