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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-23 · Heft 124 (23.5.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 124 (23.5.1919)
Date
1919-05-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 124 Wien. Frcitacs Die SoZiaNfiermNg. Enteign,mg von Wivtfchaftsbetrieben. Der Sc>ziali>ieruttgsau?schnß trat gestern vormittags zit einer Sihmtg zusammen. Brrühierstatter Dr. Eisler referierte über dB Gesetz, betreffend dir Enteign ujtoj von Wirtsch »ftsbetr 1 eben, und unterbreitet eine Reihe von AbändermlgSallLrägen, dle sich auf den Umfang der Enteignung und auf die Festsetzung einer füuspro^eriügen Zinsfußes für Forderungen und Verbindlichkeiten beziehen. In der Generaldebatte erklärte der ALg. Dr. Wutte (grotzdeutsch), baß diese Abänderungsantrüqe, sofern sie Kompromißanträgö seien, mit dem von der christlichsozialen Partei vorgelegten Entwürfe über eine Bundesverfassung in Widerspruch stehen. KnnheSverfasftnig und StaatSsoziaüsiernng feien Gegensätze. Wen» zup Furcht der Kapitals vor der Sozialisierung noch die Berländemim komme, Ohre dies zu unerträglichen Zuständen. Die vom Berichterstatter vorgelcgten Abänderungsantkäge, die das Gesetz als Beefahrensgesetz behandelt wissen wollen/ enthalten materiell-rechtliche Grundsätze, welche Ln Verbindung mit dem Kommünisiernngsgesetz die Grundlage meiner glatten Enteignung ergeben. Durch die SlbänberungSanträge werbe die Frage nur verdunkelt, ob sozialisiert werden soll ober nicht. Redner stellt den Antrag, es möge zunächst festgestellt werben, ob eine Majorität für eine einheitliche Sozialisierung vorhanden sei, sonst sei es vergeblich, mit Fyrmalitqten noch weiter die Zeit zu verlieren. SektionSchef Dr. KraSny erwiderte auf die vom Abgeordneten Dr. Wnkte geäußerten Bedenken, daß die Absicht bestehe, die Einteilung im Enteignungs- und Verfahrensgesetz fallen zu lassen und ein reines Derfahrensgesetz zu schaffen. Der NcgierungSvertreter hebt hervor, daß bas Berfahrensgrsctz sich als ein Gesetz zum Schutze der Produktion und zur Beruhigung der Oeffenittchkeit barstelle. Ohne ein solches Derfahrensgesetz würde die Schaffung von Ein zeige setzen, die in der allernächsten Zeit vorgelegt werden sollen, den größten Schwierigkeiten begegnen. Abg. Fried mann warf die Frage auf, ob es tunlich sei, während der Friede»Sverhanblun gen SozialisierungSmaßnahmen zu beschließen. Auch wäre die Sozialisierung, da Deutschösterreich nachder Verfassung einen Teil des Deutschen Reiches' bildet, eigentlich Rcichssache. Der einzig richtig« Weg wäre es, in einem konkreten Versuche die Wirkungen der Sozialisierung zu erproben. In Ler Spezialbebatte wurde beschlossen, ein viergliedriges S u L l o m i i c c zu wühlen, welches bis heute abends dem A'.'.sschuß Einigungsvorschläge unterbreiten soll. SLeinwender kommt wieder. Wie wir erfahren, bat sich der am 16. Februar in Villach gewählte Bauernbündler Abg. Egger entschlossen, sein Mandat zurückzulegen. Infolgedessen wird Dr. Otto Sternwender, der auf der Liste der Grosrdmtschen in Kärnten nach Egger stand, nach vollzogenem Mandatsverzccht Eggers unverzüglich in die Nationalversammlung als Abgeordneter einberufw werden. Sle'rnwender wird sich dem großdeutschen antisemitischen Klub anschließen. Wie vorgestern in der Nationalversammlung mitgeteilt wurde, baden dre Abgeordneten Johann Mayer und Preußler nach ihrer Wahl m die Landesvertretnngen von Niederö st e r r e i ch, beziehungsweise Salzburg, ihr Mandat siir die Nationalversammlung mcdergclcyt. Me gemeldet wird, toll für M a y e r der ch r i ft l i ch f o z i a l e Ersatzmann Dr. Karl. B u r e s ch, Rechtsanwalt und Bürgermeister von Groß-Jnzersdorf, und für den S o z i a l d e m o k r a t e n Prcußler der Ersatzmann Jakob Biehause r in. Dienten ün Salzburgischen einberufen werden. Das Schlöffergesetz. In den Verhandlungen der Parteien über das Gesetz betreffend die Enteignung von Schlössern, Palästen und sonstigen LuprSwohnungen zeigen sich bte Christlrchsozialen ziemlich entgegenkommend, betonen jedoch, daß sie nicht weiter nachgebcn können. Da eine Enteignung oh ne Entschädigung von ihnen «echt zugestanden wird, werden also die Sozialdemokraten nachgeben müssen. wie es hier in tiefstem Selbsthaß nachgezeichnet wurde und wer wüßte nicht, daß jedes Wort dieses Buches grauenhaft wahr und wirklich ist — so wird jedes Urteil darüber, ob Deutschland wahrhaft wieder im Aufstieg ist, sich darnach richten, ob dieses Buches Zeichnung noch zutrifft oder nicht. Hier verliert völlig die Schuldfrage, auf den Kaiser als einzelnen bezogen, ihren Sinn. Wohl thwnt er hoch oben, als Hefen von weittragendem Einfluß, und seine Worte, vom Telegraphen rasch in Millionen hvchgierige Ohren geleitet, wandeln, beeinflussen, entscheiden, zwingen die Menschen in ihren Bann, berauschen — und diese Worte sind oft, so unmenschlich, monströs („Wer sich mir in den Weg stellt, den zerschmettere ich!") daß, wer sie aufnimmt, unter ihrer Wirkung zum unmenschlichen Monstrum wird — aber daß es so aufnimmt und sich so wandeln läßt, daS allein ist die Ursache für den Haß, den man dem Deutschen entgegenbrachte! Diese Art Menschentum allein kann man als schuldig bezeichnen, nicht den einzelnen. * Eine traurige Erkenntnis: Wandlung her Menschheit kann erst durch Wandlung der Masse erzielt werden. Der eine, der oben thront, kann nie so gefährlich seinwie die irrende Menge. Diese zur Selbstbesinnung zu bringen, erscheint fast schon hoffnungsloses Bemühen. Unglück. Zusamurcubruch, Elend und Katastrophe schreckt sie aus doch bevor sie zur Buße kommt, stellt sich das billigste Mittel in den Weg: Den einzelnen zu verurteilen, ihn zu kreuzigen — und dadurch sich das Gefühl bereits erreichter Buße und Sündenlosigkeit kiinstlich zu suggerieren. Sine traurige Erkenntnis: daß das Individuum wenig, die Masse alles entscheidet; daß jener sich wandeln kann, diese aber sich nicht über die Gaukelei und den Selbstbetrug erhebt. „Der Untertan" bildet die Brücke dieser Erkenntnis v»n her Politik zur Dichtung. Jenseits der Brücktz steht Georg Kaiser, *\ Friedrich Adler hot dem AiisuahmSgericht, Verlag |r'.. (So ff im, Berlin. Wiener Morgeirzeiturrst Me FriedeKsMge.- Der Visrorra.:/hat auf die Note des Grafen Brockdorff beschloss««, dor deutschen Delegation eine' Frist von acht Tagen für die Einrcichnng von schriftlichen Bemerkungen zu gestaijeu. Dieser Termin soll am 29. Mai .ablaufcn. Die Protestbewegung gegen den Eewaltsrieden halt in Deutschland an. Bei der vorgestrigen Protestkundgebung der sozialistischen Partei hielt wieder Scheidemann eine Rede, Ln der er die'Hoffnung äussprach, daß die keltischen Gegenvorschlcige die Verständigung ititb die gemeinsame Arbeit Der Völker erleichtern werden. Man solle nicht bloß gegen-Vergewaltigung protestieren, sondern für Völkerversöhnurig demonstrieren, in deren Betonung der größte Wert dieser Kundgebung 'l^ge. Nichts von Nationalismus, nichts von Revanche! Wir sind keine Parvenüs des Pazifismus, sagte Scheiden mamd, sondern seit dem Bestehen der Partei sein Kern- und Stoßtrupp. Daß dieser Stoßtrupp gerade während des Krieges ver'agt«, davon sprachScheidemaün allerings nicht. Für die Aufgaben des Völkerbundes, fand Scheidemann treffende Worte. Deutschland halte sich verpflichtet, alles gutzumachen, was durch den Krieg, zugrunde .gerichtet sei, aber mehr als das könne wan nicht tun. Inzwischen droht die „Times" Deutschland für den Fall der Ablehnung neue Strafen und härtere Fried ensbedingungen an. . Das Schicksal Dalmatiens und Fiumes ist noch immer nicht endgültig' geregelt. Orlando hat einen italienischen .Ministerrat andie Grenze nach Oulx einberufen. Die Maßnahme weist daraus hin, daß die italienischen Angelegenheiten vor einer definitiven Entscheidung stehen. Es wird als möglich bezeichnet, daß der Ministerrat die Zusammensetzung der italienischen Delegation einer Aenderung unterziehen werde. Vielleicht dürfte diese Beratung auch für Deutschösterreich Bedeutung haben. Es besteht nämlich die Möglichkeit, daß unter dem Einfluß Frankreichs eine Neuorientierung Italiens in unserer Anschlußfrage vorgenommen wird. Nach-Meldungen der „Deutschen Allgemeinen Zeitung^ soll die italienische Oberhoheit über Fiume gegen wirtschaftliche Sicherheiten für die Jugoslawen und bedeutende Zugeständnisse in Dalmatien anerkannt werden. Auch die- Kobonialproblerne und die Frage der ' Verteilung der österreichischen i Handelsflotte sollen bereits geregelt sein, doch wolle Orlando vor der endgültigen Annahme die Zustimmung seines Kabinettes einholen,. In England hat eine Anzahl hervorragender Arbeiterführer, darunter Suowden, Neil und Maclean ein Manifest gegen dem Gewallfrieden erlassen/ der Keime zu Konflikten enthalte und deshalb schnellstens revidiert werden müsse. Auch im amerikam- * scheu Senat hält die Strömung der Opposition gegen den Völkerbundenttwurf an. Ihr Wortführer, Senator Lodge, veröffentlicht eine Erklärung, daß. der Senat den Entwurfder sowohl den Weltfrieden als die amerikanischen Interessen gefährde, ntzht ohne eingreifende Veränderungen aünehmen könne. Die Grenzen Derrtfchösterrerchs noch nicht festgesetzt. Genf» 22. Mai. (Tel. der ,Wr. Morgen;^.") Aus Paris wird berichtet: Der Grund der Verzögerung der UebermiuUtnq des Frredensvertrages an die österreichische Delegation legt darin, daß die bereits testgelegten neuen Grenzen Oesterrretchs, soweit die jugoslawische Grenze m Frage kommt, einer Revision unterzogen wurden^ da Italien mit dieser Grcn-e nicht cinvermnden ist, solange die Frage der tlal'enisch-jugostawischen Gren-.e nicht endgültig geregelt ist. dessen „Gas"*) die gleiche Erkenntnis restlos dichterisch formt. Die Massearbeitet, schuftet, verdient. Auf kommunistischer Basis, so baß jeder in Sorge um den Ertrag alles aus sich herauspumpt, ganz zur Maschine wird. Da steht «in- Betrieb, der die Welt beherrscht: komprimierteste Arbeitskraft und komprimiertestes Arbeitsprodukt — Gas, ohne welches keine andere Produktion mehr möglich ist. Plötzlich erfolgt, kein Mensch weiß wieso, Zusammenbruch, Katastrophe, Explosion, tausende , Todesopfer. Erwacht der Mensch zur Besinnung? Erkennt er, daß er seinen Geist für nichts an bi* Maschine verkaufte? Der einzelne, der oben steht,- der Milliardärsohn, erwacht — Gasproduktion, die Menschen tötet? Nein, er will das Werk nicht wieder aufbauen, nicht-von neuem das Leben der vielen gefährden! Er will — und nur die Verallgemeinerung zeigt den Sinn dieses Symbols — er will die in der Katastrophe begrabene kapitalistische Produktion begraben sein lassen und auf. den Ruinen soll Raum geschaffen werden für Eigenhäuser, Land, Wiese^Triflen. Nicht mehr sinnlos produzieren, sondern (eben. Rückkehr zum Menschentum durch die Rückkehr zur Natur, zum Land, zum Boden. Horchen die Menschen, die Gequälten, auf diesen Ruf d»r Erlösung? Erkennen. sie, daß sie selbst sich von ihrer Vergangenheit lösen, zum neuen Leben erwachen müssen? Nein. Sie verharren im Selbstbetrug. Sie forderndaö Opfer des einzelnen. Der Ingenieur allein war schuldan der Explosion —* er muß entlassen, die Arbeit selbst sofort wieder ausgenommen werden! Und da der Mtlliardärfohn sich weigert, verbünden sich Arbeiter und Ingenieur, der Staat mengt sich ein, da er das Gas zur Kriegsithrung benötigt — und Maschinengewehre zwingen den zum Mnschen erwachten Milliardärsohn, von seinem Posten zu weichen. Der einzelne erwacht. Die Bücher, die erscheinen, find Büchner v»n einzelnen für einzelne. DaS Bslk aber ist noch im tiefsten Schlaf. _ Heinrich MarguNes. i Kaiser: Verlag S. Fischer, Berlin. 23. vital 1919 Seite 3 -------..:-----^ Dr. Schuhmacher verläßt Särrrt-Germain. Vascl, 22. Mai. (Tel.-Louw.) Die Schweizer Telegraph«^ ittsormatwn melkt au-5 P a r t S : Der dmtschösterreichischi Dcteg'.ttte Dr. S ch u h m acher ist infolge der gegeü ihn eilt* gck'lteten Prenkamvagnr zur Abreise genötigt w o r d e n. Er wird durch eimn anderen Delegierrcu ersetzt iverdrn. (Die Abreise Dr. Schuhmachers ist auf die heftigen Angriffe der italirmschrn Preffe MückMiibren, die daran .erntuerte.- dah Dr. Schnlsmacher als KreiSgerMspräsident vvn Trient während des Krieges außerordenttW hohe'Strafen gegen italienische „Hochverräter" gefüllt hat. Auch mit dem''Todesinietl gegen den juffistzicrten Abgeordneten Dr.-E6are Bottift'i war er»» Zusammenhang gebracht worden. Es wäre wohl liefet gewesen, wenn seine Berufung in die Frudrusdelegatiou vvn allem tslllbegnm an nnterbliebcu wäre.) " ' Die ituliemfcheu Forderungen an Deutschofterrerch nutz UngUrn. Lugano, 22. Mai. (Tel. der „Wr. Morgcuztg.^) Der „Corriere dclla Sera" meldet: lieber die Friitdensbedtngttnäcit jitr Deutschösterreich erklärteMmiÜer E r e s v i, Italien wünsche, gute Veziehnngm Serhieir. Polen und Tschechien; spe.ftett dieses werde i ü Triest alle Erleichterungenfür s c;.i n e lt W a r e n v e r k e h r i n d e r A d r i a finden, und mit: dem n e u enUngarn werde man m gutem Eindenuhinen leben können, denn man werde ihm alle VerkehrserleichternngAl nach Fiume gewährend Deulschösterreich '.habe, uin- «S jftgeü den Bolschewismus zu schützen, seit seiner völligen Niederlage'nn Felde, alle Unterstützung erhalten. Italien begann sosork nach - dem Waffenstillstand mit Jbee Wiederbelebung, die auf der Dafitz, einer tägltchen Lrcferung von 2000 Tonnen Getreide usw. ununterbrochen fortgesetzt wurde. Ucber eine K r i e g sen t s ch ä d i« a n n g OefterrtichS wurde noch nicht tutschieden. Italien verlange ne aber van Wien '-tnid Vndaptst. Denn diese seien für d e n K r i e g v e r a n t w,o r t l i ch. Man dürfe nicht vergeffen, da5' die S k o d a g c s ch ü tz e die größte Wirkung bei der Eroberung der belgischen und französischen Festungen hatten. Unter Annahme dieses Grundsatzes üverde man zu e i n e r g e r c ch t e n u n d b i l l i g c n L ö s ff n g gelangen. ' Die jugoslawisch-itÄlLerrifcherr Grerrzfragett.? Belgrad, 22. Mai. (Südslaw. ,Prcßbur.) Im Hinblick ml, die in den letzten Tagen aus Parts cingelangteu Meldungen betreffend die R e g e l n n g der Grenze u zwischen Jugoslawten und Italien htelt der M'ursterrat, mehrere Beratungen ab. Diesen Meldungen zufolge sind die jugoslawischen Forderungen noch n r ch t d e f r n i t r v a b g e l? h n t und <s steht zu erwarten, daß Jugoslawien mit einigen dürchdrittgea wird. Man bietet Jugoslawien KdÄipensationm anderwärts-an, welche jedoch von der lönigltchen Regierung kategorisch a d g l e h n t werden. 'j!t. Die SchrcktsaLsstu^de Italiens. Beelirr, 32. Mai. (Korr.-Bur.) Der „Lokalanzeiget" nic-ldet ans 8 n ß a u o: Die Nachricht von der Abreise der jtalrenischeü Minister nach Bardonecch'ia hat die lierrschtnde> SWünnrig ans die Spttze getrtebcn. Die öffentltche Metuung ist Ädersiengt, daß es sich u m d i e S ch i ck s a l s st u n d c J i a l i e n s handelt. Die offiziösen römischen Blätter mahnen zur Rahe imd Besonnenheit. Allem Anschetn nach ist die Sitzung des Grsanrkministermms wegen, der zwischen Orlandp und- Sonnino herrschenden Meinungsverschiedenheiten. über die letzten, Jtalrrn von seinen Verbündeten vorgeschlagenen FriedensbedingiNigen notwendig geworden. __ Dis englischem Arbeiter fKrdßrn eine Revision der FrikdÄsbediKgungen. L o n d o n, 22. Mai. (Funkspr. der Tel.-Komp.) Eine Anzahl Führer der Arbeiterpartei, darunter S m.ilI o, Snowde n, M aene U Lansbrrrg und Maclean haben ein Manifest publiziert, worin erklärt WZrd, daß de« Frledensvertrag die Keime \t e u e t Konflikte enthalt, die sich aus den Einwanden der Völker, die durch dre ÄMexten regiert werden sollen, ergeben. Es muffe möglichst schnell eine Nevis!on d e § F r i e d e n s v e r t r a g e s stattfinden. Standrecht in Ostgalizien. Der Akrainische Preffedienst meldet unter dem 22. d. M.r Die Polen haben über Oftgalizleu das S t a n d r e ch t verhängt. . Ein Terror sondergleichen wütet gegen Ükrainer und Zuden. Das Lehen Tausender liegt in der Lrutalen Gewalt der mörderischen Soldateska Dallers. - - Neuerliche Demonstrationen gegen die Lebens» mittelteuerung in Prag. Prag, 22. Mai. Gestern kam eS neuerlich zrr. Kundgebungen gegen die L r b e n S in r t t e l t e « e r u tt ,0f; die sich diesmal bereits in der inneren Stadt nbsvielten und nach Ansicht der bürgerlichen Blättersnstematisch organisiert waren; 'dagegen erklärt ^Pravo Lidu", daß es sich um eme^ spontane Demvu stration gebandelt habe. ^Vcnkov" schildert,, daß Gruppen voil Demonstranten in die Kaffeehäuser am Grab-en und AZ e n z e l S p l a tz e i n d r a n g e n, uw angeblich Kettenhändler herauSznholen. Dabei nahmen sie.den. Giisten Speisen und Getränke weg. Einige Gäste wnrbru tätlich m i sitz a n d e 11. - ... Prag, 22. Mai. (Kvrr.-Bm.) Die Kundgebungen gegeri die Teuerung begannen heute neuerlich schon emBormittag und hielten brs gegen Abend an. Die Zahl der Teilnehmer Wird aüi, 40.000 rmd mehr geschätzt. Die Demonstrierenden ° sind meist Arbeiter, so daß der B e t r i e b r n d e n F a b r i k e.n ruht. Es wiederholten sich meist die Szene» des.gestrigen Tages. So wurde nemrlich dar den Redaktionen deS ..B eu k o v und der ..N a r o d n i L i st v" demonstriert. Einzelne Gruppen von Arbeitern gingen in Geschäfte und fovbertcit die H e r a b? seyung der Prerse. andtte Gruppen wiesen die Gäste atiS dm Kaffeehäusern hrnauS. Schließ! ch wurde unter freiem Himmel eine BttfamMmtg veranstaltet. In einer Versammlung vor dem alten Räthame sprach unter anderen Just>zmttiisler Dr. S o u k« p g^zen bm Wucher. Wte gestern zogen dte Demonstranten vor dB Gebäude der N a t i o n a l v e r s a m m l u n g imb eitlfcn&efcn wtcbmtm eine Abordnung zrtm Präsidiitni n;n die Forderung der Arbeiter« schaft vorzubringen.

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