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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-18 · Heft 119 (18.5.1919) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 119 (18.5.1919)
Date
1919-05-18
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Mt». SvMlLg Wiener Morgenzeitung IS. Mai MS; mtn? Bühne und Kunst. Neue Wiener Bühne. Gastspiel AlexanderMoissi. Moissi gab wieder dm Fedja in Tolstois' „Der lebmde Leichnam". Das höchste Lob, das man einenr nachschaffenden Künstler spmden kann: er spielte so, daß man an Moissi vergaß und daß man erfüllt wurde von dem Geiste Tolstois, des großen Rebellen, des Unbedingtm. Insbesondere in seiner Zwiesprache mit dem Untersuchungsrichter und in der Szene, da der trunksüchtige, verträumte Schwächling schamhaft gesteht, daß er nicht lügm kann, wirkte sein Spiel wie eine sittliche Tat. Unvergeßlich das erlösende, förmlich die ganze leidende Menschheit in Liebe umsangmde Saiten in der Sterbeszene. Von den Mitwirkmdm waren nur die Damen Pauli und F ö r st e r und die Herren I w a l d, D o hmc und Schreiber erfreulich. o. a. Aus den Lheaieru. Der Spielvlan d«SO-erntheaterS vom 18. biinklusive 25. d. M. lautet: Sonntag den 18. (außer dem Saisonavonnement und zu erhöhten Preisen, vierte Festaufftthrung) r d e l r o . tDingenr: Herr Dr. Richard Strauß al- Gast. Ptzarrv: Dr. Emil Schipper vom Nationalrheater in München als Gast.) Anfang */,7 Uhr. Montag den 19. (fünfte Hestaufführrnig,zu erhöhtenPreise«)r.Lriadne aufNaxos". Dingrnt: Herr Dr. Richard Strauß alS Gast. Bacchus: >ierr Karlt sche r-N irmann vom Stadttheater in Graz üs Gaft.) Anfang 7 Uhr. DienStag dm 20. (sechste Festaufführung): .Wien er Walzer-, .Die Pnppenfee', .Sonne ,rn d Er d t\ Anfang V*7 Uhr. Mittwoch den 21. (strömte Fest- .nrfführnug, zu erhöhten Preism, ttto einstudierr): „D r r d «S Po l i yra t eS", „Bi o l anta*. Dirigent: Oerr Erich Wolfgana Korngold als Gast. Simone: Herr Artur Tikeüchtt von der Wiener Bolksoper als Gast.) Anfang */47 Uhr. Donnerstag den 22. (achte Feftaufführung, zu erhöhten Preisen): ..Tristan u tt h # f o I b e." (Dirment: Herr Dr. Richard S t r a u ß als Ggst. Kurwmal: Herr Dr. Emil Schipper vom Nationaltheater in München als Gast.) Anfang *!tb Uhr. Freitag den 28. (neunte Festauffühnrua, zu erhöhten Preisen): ..D r e K 8 n r a i n v o n S a b a? Anfang 6 Uhr. Samstag den 24. (zehnte Festaufführung, zu erhöhtm Preisen): „Der o s e »kavalie x" (Dingent: Herr Dr. Richard Strauß als Gast.) Anfang VS Uhr. Sonntag den 25. (elfte Festauffühmng, m erhöhten Preisen): „P a l e st r i n a." (Dirigent: Herr Dr. vans P f r tz n e r als Gast. Borromeo: Herr Dr. Emil M i pp er vom Nationalcheater in München als Gast.) Antaug /zb Uhr. Montag den 26. (zwölfte FestauffÜhnmg, zu erbähten Preisen): „Dir Z a u b e r f l ö t t e." (Papageno: Herr Rudott Raecke vom Stadttheater in Brünn cäS Gast.) Anfang y47 Uhr. m .3“. der N tuen W eener Bühne spult Alexander M o t i I i Montag dm IS. d.M. zum erstenmal die Hauptrolle in Tolstois Drama „Und dag Licht scheinet in d er F tn stern i S" und Dienstag km 27, d.M. die Titelrolle m GoetheS „C l a p i g o*. . . ,3« C a r l-T h e at e r wird am lommendm Samstag den 24. d.M. nachmittags VS Uhr, zugunsten des Orchesterpersonals die Operette „Der Rastelbinder" unter yerfönucher Lettimg des Komponistm und unter gefälliger Mitwirkung von Altmeister Karl D l a f e l, KouiS T r e u m a n n, Dora Kep l l n g e r und Rudolf KuMpain dm von ihnen lceierten Rollen aufgefübrt. Karten sind an den Velden Kaffen des Carl-Theaters erhältlich. -. Die Direktion derBvlkSoper teilt mit, daß der vom bis 21. Juni stattsindmde Zhllus gleichzeitig du letzten Aufführungen der Werke Wagners in dieser Saison bringt. M wrrd nochmals darauf hmgewitfen, daß Vormerkungen nur (rr sämtliche zehn Vorstellungen bis heute Sonntag, 12 Uhr mittags, berücksichtigt werde». Wie mitgeteilt wirb, gedenken die Direktoren C h a r l 6 unb Müller bei der Behörde um.die Bewilligung zu einer trizanlage für da- Metropoltheater anzusucherr»dainit biefeüyne auch für den Winter benützt werde« kann. ES soll: dann im Metropotthvater sanzjfihrig gespielt werden. Am 1. Juni beginnt die Sommersptelzeit im Carl- Theater mit einer Operettennovität „Die drei Kavaliere" adn Harry Berl6. Die Jnszenierrmg wird Direktor Palfy vom Hamburger Operettentheater leiten. Die Direktion des Wiener Komödien Hauses bat als Sonnnernovität di« Operette „Das Nachtlokal" von Gustav Titz und HanS Könne. Musik von Jerry Fels, zur Uraufführung angenommen. Die Premiere findet im August fftatt. . Im Deutschen Bolkstheater gelangt Freitag den. 23. d. M. das breiaktige Lustspiel „Eselei" von Karl Rößler zur ersten Ausführung. Spielleiter Friedrich RoseNthal. p In der Volks bühne findet die nächste Premiere am Donnerstag den IS. d. M. statt. Zur Vchaimühriirrg aelanat „Gottlob ein Mädel", Schwank in drei Arten von I. Srruzny, bearbeitet von Ernst Oesterreicher. — Das Lustwiel „Der häßliche Ferrante" von S. Lopez, daln den Spielplan des Burgtheaters neu ausgenommen wurde, ist ebenso wie desselben Autor- Lustspiel „Der dritte Gatte", in deutscher Büynenbearbeitung von Otto Elsenschitz im Buchhandel erschienen. Donnerstag den 22. d. M. findet im Metropoltheater die 25. AuMnmg der erfolgreichen Operette „Schrvarzwaldmädel* in der Premerenbesetzung statt. Vortragsabend Schildkrant. wie den am 22, d. M. im großen MusikvereinSsaale stattsuchenden einzigm Vortragsabend Rudolf und Josef Schildkraut sind einzelne Siykategorien bereitvergriffen. Die Künstler bringen unter anderem Szenen auS „Faust" und „Egmont". „Der Graf von CharolaiS" (Beer-Hoffmann) und .»Der verlorene Sohn" (Schmidtbonn) zum Bortrag. Rudolf .Schildkraut liest aus der Bibel, ferner Lieder des Ghetto (Rosenfrld) und „Der kranke Knabe" von Pnez. Josef Schildkraut bringt in der ersten Abteilung klassische und moderne Lhrlk. Restliche Karlen an der Kon-ertkasse der Gesellschaft der Musikfreunde und bei Kehlendorfer. « Dr. Strauß' Empfang in der Open. Gestern vormittags erschien Richard Strauß zum ersten Male in der Oper. Gr wurde vom versammelten Personal begrüßt., Direktor Schalk hielt eine freundliche Ansprache, worauf Strauß dankend tniMbcrtc, Es jochte daun bic Probe zu „Fidelro". ' * Borlesung Franz Werfel. Der GenosienschastSverlag veranstaltetam 4. I n n r 1919 »m mittleren Konzerthau 8 f a a l seinen ersten Vortragsabend. FranzWerfel wird eigene, zum größten Teile ungedruckte Arbeiten vorlesen. Karten im Vorverkauf zu kl 15.—, 10.—, 8.—, 6.—, 4.—. 9.— und 2.— in den Buchhandlungen L a n h i, l., Kärntnerstraße 44 und 8 5 w i t, b, Rotenturmstraße 22, und an der Tageskasse des KonzerthauseS. Der Geist des Ostens. Der Zentral« e> ha ich der iübt'cfieit Iugrndgruppen veranstaltet Dienstag den 27 d. M. im großen Saale des niederösterreichischen Gewerbevereines, l., Eschenbachaasie 11, einen Abend: „Der Geist des Osten- . der dem Martha Trebitsch und Joses Schildkraut vom Deutsch n\ Bolkstheater sowie Mirjam Schnabel indische, arabische, persische, chinesische und hebräische Literatur lesen werden. Als Einleitnng liest Robert Weiß Martin BuberS Ansprache: „Der Geist des Ostens, «nd daS Judentum". — Karlen - im Sekretariate keS „Jüdischen Äugendhemi", ll„. Obere Donaustraße.vl (8^5). bei R. Läwit, k.j'Notentunnstraße 22 und beim Portier des niederbsterreichrschen Gewerbcveremes, 1V Eschenbachgasse 11. Erweiterung der Besuchszeiten in der Staatsgalerie. Bon Mitte Mai bis Mitte Oktober gelten für die Oesterreichische Staatsgalerie (Unteres Belvedere) die folgende», wesentlich erweiterten BesuchSzeiteu: DienStag von 10 bis 4 Uhr, Mittwoch von 10 bis- 6 Uhr, Donnerstag von 10 bis 4 Uhr, Samstag von 10 bis 6 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 12 und von s bis 6 Uhr. Der Eintritt ist an allen Bekuchstaaen mit Ausnahme von DienStag (Zahltag mit einer Krone Emtritt) frei. Literatur «^Wissenschaft. Jüdisch-Historische Funde in der Schweiz. Vor kurzem ging die Nachricht durch die Tagesblätter, daß bei Andelfingen interessante Ausgrabungen vorgenommen wurden und dort wieder Spuren alter römischer Ansiedelungen vorgefunden worden sind. Ein Lehrer fand bei seinen Grabungen einen labyrinthähnlichen Tunnel, der reichlich zwei Mann hoch ist und dessen Erbauungsursache er sich anfänglich nicht erklären konnte. Er kam zu einem großen runden Platze und fand dort tiefgehend amphitheatralische Mauerwerke, die einem alten Tempel anzugehören schienen. Papyrusrollen, die in Lederkapseln eingeschlossen in die Erde eingegraben waren, wiesen klar den Zweck des Tempels nach. Die Römer hatten ihre Erobenmgszüge bis nach Helvetien ausgedehnt und sich hier eine Schutzwehr gegen die wilden Germanen errichtet. Zum Schutze hatten sie jüdische Söldner hierher geschlevpt, die sie als Gefangene aus Palästina gebracht hatten und deren Tapserkeit weit berühmt war. Diese, vorr ihrem Tempel in Jerusalem weit entsemt, hatten sich hier unten einen salomonischen Tenrpel en miniature gebaut, um ihrem Gotte zu dienen. Da ihre Umgebung noch Götzen anbetete und auch Menschenopfer oarbrachte, mußten die jüdischen Söldner ihre gottesdienstlichen Verrichtungen verstecken und flüchteten damit lief unter die Erde. Auf einem der Papyrus war die ganze Geschichte von Mordechai und E st her verzeichnet. Aber noch mehr fand er vor: die Geschichte des Auszugs der Juden aus Aegypten, die der erste Anttfemit Apion I., der Stammvater des späteren Apion, an einen Freund im Jahre 2260 nach Erschaffung der Welt in einem Schreiben berichtet. Dieser Fund erschien sö bedeutungsvoll, daß man ihn sofort an den bekannten Bibelkritiker Quellheimer, der bekanntlich diesen Auszug als Mythe betrachtet, einschickte, der mit der Prüfung des Fundes unter Beihilfe moderner Gelehrter beschäftigt ist. Max Glah» Marke« dev Freiheit. Novellen. Leipzig 1919, L. Slaockmanns Verlag. Glaß bat bisher einige semmelblonde Nomone, Schema Sehnsucht—Schönheit—Dämmerung, veröffentlicht. Nun schenkt er dem Publikum deS Staackmann-BerlageS ein „Masken der Frecheit" betiteltes Novellenbuch. ES ist ganz auf die Schönbrunner Perspektive eingestellt und beklagt elegisch die schöne alte Zeit der blauen Waffenröcke und königlicher Gnaden. Ein Royalist, der es nicht gerade herauSsagt, aber in lyrischen Wevfchweiffgkeiten deutlich siibleu läßt. Ein herzlich unbrdmtendeS Buch, über das zu sprechen sich erübrigen würde, wenn es nicht für eine Unnienge ähnlicher typisch Ware, die mit großzügiger Reklame als neue deutsche Literatur angepriesen werden. d'gm. Zeitschristenfchau. Unter der Leitung von Theodor Brun, Dr. Hermann K a d i s ck und Bernhard Tag erscheint eine neue Halbmonatsschrift „Neue Gemeinschaft". See tntt für Bölkecvei ständignna im Dienste der individual-sozialistischen Gesellschaftsrcsvrm ein, bekämpft alle Bestrebungen, auS Nationalitätenstaaten künstlich Nationalstaaten zu konstruieren und sie wirtschaftlich voneinander abzusprrren, statt sie föderativ zukammenzuschließen. Die Iudenfrage betrachtet sie als einen Teil des nationalen Problems und alS Vorbedingung ibrer Lösung die Anerkennung der Juden als glnchberechtrgte Nation. Administratton: Wien, I., Mölkerbastei 8. — Der Jüdische Hochschulausschuß Wim gibt eine Monatsschrift ^KSra" heraus. Die Schriftleitung liegt in den Händen Eugen H ö f l i ch S. DaS neue Heft der O s t w a l o - R e m« r s ch e n Zeitschrift „D a s n e u e R e i ch" ist dem Räteaedanken gewidmet. Nambafte Personen aus den verschiedensten Lagern, von den bürgerlichen Demokraten bis zu den Kommunisten, äußern sich in Auffätzen und kurzen Meinungsaussprüchen: Max Cohen, Däumig, KauSki. Eb. Bernstein, KautSky, Paul Michaelis, Wilh. ftlügel, Wüh. Cremer, Hermann Witke; über die Zukunit deS Rätegedankens sprechen u. a. GieSbertS. Dr. Pfeiffer, H. Freefe, Sombart, Grora Davidsohn, Rich. Müller, Heinrich Bogeler- WorvSwede. — 1i d i s ch e I n g e n d b l ä t t e r. In den nächsten Tagen erscheint die Doppelnummer 6/7 der „Jüdischen Jugendblätte r", die hauptsächlich Beitrage f o z i a l i st isch e n Inhaltbringen wird, und zwar u. a.: AuS der Bibel Brief auS Palästina (auS dem Hebräischen übertragen); V. Ch- O r l o s o r o s f: Hapoöl Hezmr; Heinrich M a r g u l i e S'. Bernfeld und r-Engen Höflich: Erwiderung; Robert Wei^ .j.^aitfl und HepoSl Hazair; H. Kadis c„; Juoiwnr Rationalismus und Jüdischer Sozialismus; Dr. Wilhelm Sterne JndividuEmuS und Sozialreform den bei Propheten; Sch. R ü b e l: Jüdische ArbrUer- 119 ingend; Josef Deutsch: Der ZoniSmus der Junge»; Emanuel F i s e u S: AuS dem Tagebuch eines «Wiener Chalu- (Jortsrtzung); Wolf P i k h o l zi Ein Wort an die jüdischakademischen Veremigmigeu. Ferner Sprechsaal; Aus der Beivegung; Turnen und Sport; NachrichtenÜbcrsicht. Einlauf. Verlag S. F i s ch e r, Walte Berlin: Peter Al t e » b e r g: „Mein Lebensabend". Walter Nathenau: „Der Kaffer". JnuuS Maria Becker: „Das letzte Gericht^ (Passion). Heinrich D o m t h t f: „Zwei Komödien". Robert Michel: „Gott und der Jnfontenft". Georg Kaiser: „GaS". B e r l a g G. N e i y, Bfrl"': Fny von Unruh: „Opfergana". Verlag Georg Müll e r: „Der Zwanzigjährige . Verlag Paul C a f s r r e r. Berlin: „Friedrich A v it v vor dem Ausnahmegericht". B e r^l a a „F r a n ks u r t < r Z e i t u n g": Art. Feiler: „Der Nuk nach den Räten". Dr. Rudolf K i r ch e r: „Revolutionäre Außenpolitik. Verlag Axel Junker, Berlin: Marek Sch e r l a g: »Gedichte . D e l p h i n - B e r l a a. München: Paul Nikolaus: „Tänzerinnen". Wilhelm Busch; „Lustige Kleinigkeiten". Verlag R. L ö w i t. Wien: H. H. van Ko t: «Die Zukunft beS jüdischen Volkes. Schulverlag A. Haase, Prag: „Werden und Wert politischer Staatsgrenzen". . Du» neue Palästina. Soziale Steiutafeln von Dr. Mlix Rosenfrld. Dieses von glühender Liebe zum jüdischen Volk diktierte letzte Vermächtnis Max RosenfeldS ist soeben in emcr für die Massenverbreitung bestimmten billigen Ausgabe erschienen. Leo HerrmaVr hat die Bedeutung deS Toten für daS jüdische Volk tut einem kurzen Vorwort gewürdigt. Die Schrift kostet 60 Heller. Bereme erhalten bei größerer Abnahme, Sonderbeduigungen. ~ Zu beziehen durch den Jüdischen Rationalfonds oder durch R. L8wlt, Wien, l., Rotenturmstraße 22. Sport. VolKsgesundung durch Frauensport. 1 Sämtliche Völker gehen daran, die Wunden, welche ihnen der Krieg geschlagen hat, zu heilen. Der bewegende Leitgedanke ist überall der gleiche: nur eür kräftiges Volk kann sich in der Welt Geltimg verschaffen, seine Kultur ausdehnen. . Auch wir Inden müssen uns diese ErkenntiriS zu Eigen machen, um die weiten Ziele» die wir uns gesetzt haben, erreichen zu können. Die staatenbildendsn - Völker Europas müssen wieder aufbauen und an schüft Erreichtem Weiterarbeiten. Bei uns steht die Sache anders, wir müssen Neues schaffen. Die Geschichte lehrt, daß nur sittlich, körperlich gesurrde Völker LtSher imstande waren, sich aus einem Zusammenbpuch zu retten oder sich zu erheben. Wohl war vor 100 Jahren, die Leibes Übung in der Zeit der Freiheitskriege, in' der heutigen Forui nicht bekannt, sv daß die unterdrückten Nationen sich ihrer nicht bedienen konnten,, doch waren dies damals" Landvölker, die an der..-He-< tätigung der Scholle gesundeten. Heute sind die hältnisse umgekehrt. Durch die Industrialisierung und. die Entwicklung der Großstädte sind die, Juden be«- sonders in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Gftluj^ hat es mit sich gebracht, daß wir nur in freies, geistigen Berufen tätig waren, wobei wir unseren Kprper vernachlässigten. Durch den bloßen Intellektualismus hat es noch' nie ein Volk vermocht, sich wieder in die Höhe zu bringen. Um daS Judentum in körperlicher, sittlicher und geistiger Hinsicht zu heben, muß es sich einer sozialen Kontrolle unterwerfen, zu einer positiven, aufbauenden Hygiene konlmen, und zwar nicht nur aus dem Gebiete der Knaben-, sondern auch jener der Mädchsnausbildung. Die Frau ist in erster Linie für die körperlichen Fähigkeiten des' kommenden Geschlechtes bestimmend. Um die Gesundheit der Frau zu fördern, ist es nötig, körperliche Uebungen zu treiben, die. dis Ziel eine harmonische Entwicklung des ganzen Menschen im Auge haben muß. Wie wichtig lväre es, in diesem Sinne bei unseren jüdischen Frauen und Mädchen anfklärend zu wirken. Wie unrationell sind noch ihre Ansichten über Leibesübung, woran einzig und allein Grziehnng, Gewohnheit, Mode und Gesellschastsschmockerei schuld sind. Eine ganze Abhandlung ließe sich über die Entärtungscrscheinungen des Korsetts schreiben, das au Stelle der richtigen Flankenatmung nur eine Spitzenatmung zuläßt und als Folge neben anderen' Kraukheitserscheinungeu die Darmtätigkeit hat. Für die körperliche Erziehung des, weiblichen Geschlechtes kommt in erster Linie das Turnen in Betracht. Aber auch die Uebungen der Leichtathletik, diedcn Griechen genikgt hatten, um den Menschen zu voll-, kommener Schönheit und Gesundheit zu bringen, sftid von großer Wichtigkeit. Der Wert der Ballspiele, des Schsittschuhlaufens und Schwimmens würde sich bei unseren Mädchen bald zeigen. Wenn die Frauen sich dem Sporte widmeten, so wäre unseren Bestrebungen zur Wiedergeburt unseres Volkes in hohem Maße gedient. B. Die heutigen Futzballwettspiele. Meisterschaftsspiele. In d« ersten Klasse werden heute die Meister!chaftsspicle fortgesetzt. Mit Rücksicht darauf, daß die Konkurrenz ihrem Ende zuschreitet, kommt den Spielen eine besondere Bedeutung zu. Das Hauptinteresse wird sich nach Hütteldorf konzentnereii, wo dre beiden Bezirksrivalcn W. A> F. und Rapid aufemandertreffen. Rapid führt in der Meisterschaft und muß, um sie zu gewinnen, heute die beiden Punkte heimbrmgen. Der W. A. F. iteht seinem Gegner an reeller Spielstarke sicherlich nach; mit Rücksicht auf die besondere Rivalität ist aber ein scharfer Kampf zu erwarten, der schließlich euren knapprn Sieg Raplds bringen sollte. Der W. A. C. hat auf dem Prater-Sportplatz die Sp. V. Rudolfs Hügel zu Gaste. Der W. A. C. «st der einzige Verein, der Rapid rn der Meisterschaft noch gciähitlch werden kan«. Schon deshalb darf man m«t seiner kfoubmu Krastanstrengiing rechnen, die ihm auch den Sieg emdringeii dürfte.

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