Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 119 (18.5.1919)
- Date
- 1919-05-18
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Merk, Sömrrag 8 chwcSzer Vornehmste irttnw i-TUi i. Mener MorgeuZerrmrg 18. Mär 1010" 'mim Wien, I., Spiegelgasse Kr. 83, Die Pension übernimmt in ihren hocheleganten Lokalitäten Hochzeiten, Soupers, geschlossene Gesellschaften etc. 613 Tagesbericht. Wohin reisen Sie? Von Dr. Sanel Bser. - '-Skfe Frage, die in den schönen Zeiten vor dem Kriege im Wonnemonat Mai schon längst gelöst war, schwebt'jetzt noch unbestimmt auf den Lippen aller, die sich irgenwo ein Plätzchen außerhalb des steinernen, Meeres dieser Stadt suchen möchten, Um Non den Mühsalen der letzten fünf schrecklichen Jahre anszuruhen. Die so' jäh im Sommer 1914 unterbrochene Kur im Badeorte und die gestörte Ruhe in der Sommerirische möchten wir so gerne mit dem gleichen heiteren Gemüt wie damals wieder aufnehmen, möchten einmal endgültig der immer noch kriegerischen Gedankenwelt, den Aufregungen und Nöten des Herzens und Magens in dieser doch so schönen Stadt fiir eine kärglich bemessene Zeit entfliehen. Wenn die Sehnsucht 'nach» einem bißchen Wald und Wiese, nach Luft und Licht, nach Berg und Busch, erfüllt würde, wenn uns ein gefüllter Magen endlich den inneren Frieden brächte, vielleicht könnten wir dann an die Arbeit gehen — an die schaffende, wiederaufbauende Arbeit, die fiir lens. alle so notwendig ist. Aber wohin sollen wir gehen/,wo gibt es ein bißchen Ruhe und Erholung? Mir größten Schwierigkeiten ist eine Reise in die böhmischen Kurorte oder in die ungarischen Bäder verbunden, vollständig unmöglich eine Fahrt an die Mria. Die'Formalitäten für die Einreise in die benachbarten Nationalstaaten würden fast so viele Wochen als zeitraubende, .mühevolle Schritte, besser gesagt Laufereien, in Anspruch nehmen, wie die für die Kur vorgesehene Zeit. ' -Auch sind die politischen Verhältnisse viel zu unsicher, als daß man sich weit vom Wohnsitze entfernen könnte.. So werden sich denn die Kranken und Erholungsbedürftigen diesmal mit unserem kleinen Deutsch österrcich bescheiden müssen. Und dieses vermag -ja -- darauf können wir stolz sein — doch noch seinen Bürgern etwas, zu bieten, obgleich so schöne Gebiete wie; SüdLirol, Deutschböhmen, die Gestade am Meere, verloren gegangen sind. Der Hauptreiz unseres neuen Staates^ bie landschaftliche Mannigfaltigkeit, ist doch geblieben. Aie Natur steigt vom Anmutigen und Lieblichen Lis zum Ernsten und Erhabenen, ein jeglicher Geschmack findet sein Teil. Wo gibt es etwas dergleichen wie . unsere Alpenseen? .- Darum glaube ich ist kein Grund zur Klage. Für. jeden, den Kranken und Erholungsuchenden, den Touristen und Lebensgenießer, gibt es.ein Plätzchen in unserer- Heimat. Trotz der Beschränkung der Freizügigkeit, die die Behörden der Achenländer sicherlich nicht utit dem Willen der zuständigen Bevölkerung aufgerichtet haben, werden die Leidenden in der im Kriege geübten Art. (mit ärztlichen Zeugnissen) Zutritt zu dem reichen -Schatze -der Heilquellen Deutschösterreichs haben. ... -Die Badeorte der Achenländer, deren wir eine große Anzahl besitzen, sind auch von ärztlicher Seite bisher viel zu wenig gewürdigt, so daß in dem Laienpub likum die Meinung vertreten' ist, als ob sie minderwertig .wären. Das ist aber keineswegs der Fall. Es sind ,ja' die chemischen Bestandteile der. einzelnen Heilquellen ganz genau bekanut. Auch spricht dir Erfahrung nicht zrr Ungnnsten der österreichischen Kurorte. Hat ja doch schon so ein bekannter Kliniker wie Noorden darauf hingewiesen, daß zum Beispiel Karls- 'bad gar. nicht spezifisch auf Gallenblasen und Leberkrankheiten einwirke und daß die Kur eben so gut in Rohitsch-Sauerbrrmn, in Marienbad »der Wiesbaden durchgeführt werden kann. Wir wissen ja heute ganz gut, daß es bei den verschiedenen Kuren nicht nur auf diespezifischen Brunnen und Quellen mv&mrni, sondern daß zur Linderung eines Leidens und zur Genesung oft hauptsächlich der Wechsel des Milieus, das Ausspannen aus dem aufreibenden Berufsleben, die peinliche Beobachtung einer vorgeschriebenen Kur vde^ Diät, die Suggestion und anderes mehr beitragen, zu deren Durchführung der Patient daheim nicht die nötige Willenskraft aufbringt. Gewiß muß mau mit dem mangelnden Komfort einzelner Badeorte rechnen, auch' dürften einige für einen starken Zustrom von Gästen nicht eingerichtet sein. So wären für die katarrhalischen Erkrankungen der Luftwege die Solen und Kochsalzquellen von Ischl, Aussee» Gmunden und Gleichend erg zu empfehlen. Für die nervösen und rheumatischen Erkrankungen kämen die warmen radioaktiven Thermen von Billach. Gastein und die steirischen Römerbad, Tobelbad und Tuffer iu Betracht. So besitzen Pyrawarth und Neuhaus bei Cilli StahlqHellen, die denen Franzensbads nicht nachstehen. Glaubrrsalzhaltige Quellen finden sich in Rohitsch- Sauerbrünn und in Zwieselbad bei Salzu rg. Bekannt sind die Schwefelbäder in Baden bei Wien, die Jvdschwefelquellen bei Deutsch- Altenburg, die R-adeinerquelle mit ihrem reichen Lithiumgehalt (für Gicht- und Harnsäure- Diathese). Ganz besonders zu erwähnen wäre noch bas jodbrvmyaltige Bad Hall in Oberösterreich. Dazu kommen noch die vielen indifferenten Quellen wie Döslau, Fusch' und einige Schlammbäder wie Ebensee und die Halleiner Mutterlauge. So mangelt es den wirklich Leidenden an einer Auswahl der Kurorte nicht — selbstverständlich! entscheidet in erster Linie der ärztliche Rat. Die Erholung und Vergnügen Suchenden tyerden bas viel und mit Recht gepriesene Salzkammergut mit seinen herrlichen Berglandschaften und seinen unvergleichlich schonen Seen aufsuchen, hier ist aller Komfort selbst für weitgehende Ansprüche, auch die Verpflegung soll gut sein. Im andere^ Teile Oberösterreichs finden sich liebliche, angenehme Sommerfrischen jeder Art; solche, die bei - Vermeidung jedes, geräuschvollen Getriebes und aller kostspieligen Modeeinrichtungen gleichwohl allen Anforderungen entsprechen,, die man an einen behaglichen Sommeraufenthalt stellt; dann wieder -solche ganz bescheidener, einfacher Art, in denen jene ihre Wünsche befriedigt fühlen, die mit irdischen Glücksgütern weniger gesegnet sind. Allen Öberösterreichischen Sommerfrischen ist aber ein Reiz gemeinsam zu eigen: der Reiz wohltuender Gemütlichkeit. Mer auch die schöne, grüne Steiermark, reich mt landschaftlichen Schaustücken, in Schrift und Wort viel besungen, ist wie geschaffen, dem müden Städter zu feiner Sommerruhe zu dienen. Dort soll es Orte wie Feldbach, AfflenK^ Jlz, St. Gallen und .Kindberg mit Friedensverpflegung geben. In Salzburg finden sich' neben hem Berchtesgadener Land ürid dem Gasteinertal, die viel besuchte Fremdenzentren sind, viele ruhige/ fast unberührte; Punkte, welche Freunden einereinfachen,, beschaulichen Sommerruhe.Zusagen werden. Jin Lungau gar, das trotz seiner ganz eigenartigen Schönheit viel zu-wenig bekannt ist und sich den Zauber alpiner Ursprünglichkeit in hohem Maße bewahrt hat, gibt es noch gut zu essen. Auf dieses Moment. muß man Heuer ganz besondere Rücksicht nehmen. ' x Der größte Teil der Wiener wirb jedoch in Rieder- Österreich bleiben, um sich alle Unannehmlichkeiten der Einreisebewilligungen zu ersparen. Da wäre wohl zu empfehlen, die Umgebung Wiens Und den, Semmering den genußsüchtigen Reichen zu überlassen. Die weniger mit Geld gesegnet sind, werden das Waldviertel rim Mentsteig und Waidhofen aufsuchen, überhaupt das Gebiet an der Thaya, das wegen der nahen Tschecho- Slowaker ain besten versorgt ist. Auch der. Eisenwurzen im Oetsche.rraume wäre nicht zu vergessen. Es ist etwas fernab gelegen und bietet daher bessere' Aussichten auf Unterkunft und Verpflegung. Die Bemittelten haben sich schon Plätze in den »troßen Sanatorien gesichert, wo sie 120 bis 150 Kronen täglich zahlen müssen. Eilten großen Teil der Arbeiter und Angestellten werden die Krankenkassen in ihre Erholungsheime schicken, für arme, unterernährte, aber sonst gesunde Kinder sind mehrere große Aktionen, darunter eine jüdische, in die Schweiz; nach Holland »md in die Alpenländer in Durchführung. Leer gehen ans die wirklich bedürftigen, kranken Kinder, die vielen .Tuberkulösen und Skrophulösen, für die beider nichts geschieht. Auch für den Mittelstand ist nicht gesorgt, der jetzt am schlechtesten gestellt ist. und keine Mittel und Möglichkeit ° zur Erholung hat. : Schön wäre es, um mit Jakob Wassermann zu reden, wenn „dieselbe Sonne, die derselben^Erde lacht", auch über alle Menschen gleich schiene. '' Lag b'omer. Nach alter Sitte wandert an diesem Tage die ostjüdische , _ ttb aus den engen Gasten des „Städtls" m den Frühling >maus. Heute sind sie nicht im dumvfen Cheder zusammengepfercht. Der „Besser" zeigt ihnen die Wunder der lenzveriüngten Schöpfung. In den Jahren der jüdischen Erneuerung ist dieser schöne Brauch stets sinnvoller geübt worden. Der Lag b'omer ward zu einem Symbol der Vermählung des jungen Judentums init der Natur. Auch di« jüdische Jugend Wiens wird den schöner» Tag mit Wanderungen begehen und Gelegenheit nehmen, unsere Pioniere der Arbeit aufzusuchen, die sich nt der Landwirtschaft betätigen imd für ein werktätiges Leben auf der palästinenslschen Scholle vorbereiten. .Ein Besuch bei unseren Chaluzim: Nicht schöner und würdiger kann der heutige Lag b'omer begangen werden. Gegen die Absperrung der Länder. Am 20. d. M. tritt die Vollzugsanweisung der Staatsregierung über den Reise- und Sommerverkehr in Kraft. A»es diesem Anlaß hat bas Staatsamt für Inneres und Unterricht an alle Landesregierungen einen Erlaß gerichtet, worin darauf hingewiefen wird, daß hie b i sherigen Besch rank unge n des Reiseverkehres mit der staatsgrund gesetzlich gewährleisteten Freizügigkeit der Staatsbürger nicht vereinbar wären und daß Straferkenntnisse wegen Uebertretungen der mit 20. d. M. außer Kraft gesetzten Vorschriften der Landesregierungen als , ungesetzlich behoben werden müßten. Es wird ferner aufmerksam gemacht, daß die beteiligten behördlichen Organe sich durch Anwendung der außer Kraft gesetzten Vorschriften der Landesregierungen der Gefahr einer st r a f r e ch tl i ch e n V e rfolgung außsetzen, daß eine Mitwirkung staatlicher Organe, insbesondere der. Gendarmerie, zur Durchführung dieser Vorschriften -unstatthaft wäre, inpd endlich daß die Absperrmaßnahmen der Länder Nl Kreisen der hiesigen Ententevertreter lebhaftes Mißfallen erregt haben und zu befürchten steht, das. ein weiteres Festhalten an der Absperrung auf unser« Lebensmittelversorgung durchs die Entenix. ungünstig wirken könnte. :?.!!* , ' Blitzschlag auf dem Pöftlmgberg. Linz, 17. Mar. Heute abends schlug der Blitz m def Dachstuhl der W a l l f a h r t k r r ch e auf dem Postliu# b er g ein. Der ganze Dnckstichl ist bereits den Flamme» zum Opfer gefallen., B i s zur S t ir n d i w ü t e t der Brand und. greift bereits in J>öI Innere der Kirche über. Infolge der hohen Lage der Kirche imt; des Wassermangels, ist es der Feuerwehr »loch nicht gelungen des Feuers Herr zu werden. Ob M e n s ch c n l e l> e n gtt btt klagen sind, steht noch dahin. 7 J Der Verkauf der Markribader Quellen eint KorruptionsaMre? *, s Marienbad» 17. Mai. (Tel. der „Wr. Mvrgenztg/1 Die Angelegenheit des Berkaufesder Marienbader Quellen durch das Tepler Stift schein! sich zu einer Affäre auszuwachsen, der der Beigeschmack blv Ko rrup iio » anhastet. Eine tschechische Minderheit protestiert bereits gegen die Auslieferung an eine tapitali fr « s ch e Gesellschaft. Der S t i f t s ch 0 r h e r r vvq Tepl läßt öffentlich erklären, daß er von der ganzen Sacht nichts gewußt habe, ein K a p i t e l b e s ch l n ß ühe» den Verkauf sei nicht erfolgt, dir ganze Angelegenheit sei mt< E i g e n in ä ch t i g k e i t des Zlbtes Helmer und feinet Hintermänner. ' % Die Aufnahmsprüfimgen au Mittelschule«.H Mit einem neuen Erlasse regelt die Unterrichtsverwaltnng die A u f n a h m e in den Mittelschulen. (Mädchen-. lyzeen) in moderner Weise. s Sie verfolgt dabei den Grundsatz: A u s w n h l d e r D t*. gabtenund erstrebt dieses Ziel nnf zweifachen» Wege: “f a) Auf Grund von S. ch ü l e r b e s ch r e i b u n g r »i; wrlche über die beim Schüler während des V0llsschulunternchtes gemachten Wahrnehmungen Aufschluß geben. -V; b) Auf Grund einer A u f n a h m s P r ü f« n g, durch dre nicht bloß, das Ausmaß der erworbenen Kenntnisse, sondern' hauptsächlich die B e g a b u n g des Schülers festgestellt' werden soll. H, , Für jedes zur Ausuahmsvriifuug gelangende Kind ist von.' der betreffendm Volksschule ein S ch ü l e r b e s ch r eibu bog e n zu verfassen und der Mittelschule, an »vclcher die Auf-' nähme erstrebt wird, vorzulegen. Es werden darin nicht bloß die Personaldaten und Schullcistungen erfragt, sondern auch Angaben über die Geistesverfassung und den f ö rp erliche n Zustand, über Gedächtnis, Phantasie, Vorlie be und besondere Bega bun g, Schwierigkeit und Aversionen.' Denkweise, Arbeitsamt, Soziales unter anderes 7 verlangt. Die AnfnahmSp rüsnng wird auf die Lehr-»/ gegenstände Unterrichtssprache und Rechnen beschränkt sein und u» eine schriftliche und mündliche zerfallen, zwischen denen eine dreitägige Pause liegen soll. Sie hat in der Regel am Schüsse deZ Schuljahres stattzusindeu. Befreiungen von der mimdlicherr Prüfung könnm nicht stattstnden. Verkehrserweiterimgen auf der Oftbahn und' «rederösterreichischeu Landesbahn. N ie der österreich is ch e Lanbesbah nen. Ab?.' 1$. d. M. werden in der Strecke Siebenbrunn—Engelharh-»., stetten—Orth die Züge-Nr. 1151 (ab Siebenbrimn OilEuvortll.) im Anschluß an den von Wien Ostbahnhof 8.10 fr»1h abgehenden Personcnzug und Zug. Nr. 1156 .(atz Engelhartstetten 3.14 nachm.) zrrm Anschluß an den in W'ierst. Ostbahnhof um 5,45 nachm.'eintreffenden Personenzug Wiede«.' eingeftthrt. In Breitste.tten finden diese Ziige »lnnckttelbarenj' Anschluß nach und von Orth (Örth an 9.58. vorm,; OrtlE ab 3.45 nachm.) . .j' Die Schnellzüge der elektrischen B'ahir Wien Großes'- Markthalle—Preßbnrg (Wien ab 8.59 früh und 3.57 nachut.,' ' sowie Wien an 11.57 vorm, und 6.66 abends) halten wieder;.' in Deutsch-Altenburg, »md ohne Einschränkungen auch ick Darss Fischamend, beziehungsweise Markt Fischamcud. \i; . Ostbahn. Ab 19. d. M. wirb auf der Linie Wier^' Osthahü—Bruck a. b. Leitha ein neues Persone»lzngspaar;H eingeführt. Wien Ostbahn ab 2.50 nachm., Bruck a. d. L.L an 4.20 nachm.; Bruck a. d. L. ab 12.08 nachm., Wien'j. Ostbahn an 1.34 nachm. Der bisher um 4.25 von Sicivl. Ostbahn abgeführte Personenzng wird ab. Wien Ostbahn. auf 5.'45 nachm, spätergelegt. , . ' # Der Ursprung des „Laß b'omer". „Lag b'onicr"/ der 33. Tag im „Omer", der Zeit zwischen Pessach und Schewüoth,. ist das SchAerfest, das seit Jahrhunderten gefeiert wird,, ohne - daß der Ursprung ganz aufgehellt wäre. Die sieben Wochen zwischen den zwei Festen, die gezählten Tage, gelten als Trauer^, Wochen, ans denen nur Lag b'omer als Festtag sich abhebt. Herrf Oberrabbiner Dr. C h a j e s, der diese Frage auch svivt. Gegenstand seiner gestrigen Predigt machte, hat uns seine Ansicht > darüber folgendermaßen mitgrteilt: Die Einführung M' Trauerwochen wird im Talmud zurückgeführt au] das Sterben der Schüler Rabbi Akibas: zwischen Pessach^ . und Schewüoth soll eine große Zahl der .SchUer,.i einer tüchschen Krankheit erlegen sein. Tatsächlich dürste es sich' aber um dw nationale Trauer wegen der Niederwerfung des- Bar Kochba-Ausstandes gehandelt haben. Es ist bekannt, daß' Rabbi Aktba, der ein glühender- Anhänger des Freiheitshelden'> Bar Kochba war, für den Kampf gegen die Römer junge' Leute warb, die dann ofstziell als seine ..Schüler" nutihm zogen. Etwa 2 bis 9 Jahrhunderte später, alsozur Zeit der Entstehung der erwähnten Talmudstelleu, scheint schon', einige.Dunkelheit über die geschichtlichen Grimdlagen per <1 ag Trauer geherrscht zu haben. Die Freudmfeler des b'omer wird, darnit begründet, daß an diesem Last das Sterben der Schüler nachgelassen hat. Oberrabbiner Ehajes - ist jedoch der Anschauung, daß es sich hier um die Feier ciuts- Sieges-Bar Kochbas handelte, die dann später, als man das/, innere Verhältnis zu jener hrroischen Zeit verlorenhatte;- iu dieser Weise umgedeutet wurde. Heute »vird in Palästina Lag! b'omer wieder als der Tag Bar Kochbas gefeiert. Dic Kabbalistntz! begehen den Tag feierlich als den Sterbetag Simou den Iochais durch Wallfahrten zu seinem Grabe. ,Y$. * Die Iwangsorganisaliorr der Juristen. Gestern fand unter dem Vorsitze Dr. Smoläs eine Versammlung; Wiener Juristen statt, auf deren Tagesordnung die BcsprcchuNst. der Schaffung einer Zwaugsorgamsation der Juristeu in Deiusch--.- österreich stand. Im Verlaufe der Versammlung erklärte eiy'-- D e u t sch n a t i 0 n a l e r, daß er nur dann an dieser' Organisation teilnehmc, wenn eine reinliche Säieidung zwischch.. -A r i e t u und den „a n d e r e mu vorgenommen werde. Diese s Anschauung fand keinesfalls den Bestatt der Anwesenden, worauf - sich der-Antragsteller und seine Kounattonalen entfern t e.n;2 Die Versammlung beschloß, die Bornrbesten zur Schaffung dieser ZwauLsorüanssation^ einem Ausschuß zn nbntrogm.