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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-16 · Heft 117 (16.5.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 117 (16.5.1919)
Date
1919-05-16
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Sekte v Men. Freitag s-,-^ — -. —- - .. | * Eine Versammlung jüdißher Minder. Der kurze Zeit vor Kriegsbegirm vom Vemernderat Herrn Dr. PlaschkeS gegründete Blindenveretn „Humanitas", der nunmehr den Titel,Hilfsverein für jüdische Kriegst- und Zrvilblinde" führt, hatte nach verbnimugsvollem Beginn zufolge der ungünstigen Zeitverhaltnisse seine Tätigkeit fast vollständig., .einstellen müssen. Dennoch kamen zur Generalversammlung, welche eine neue lebhafte Vereinstätigkeit einleiten soll, Sonntag nachnkittags mehr als 50 werktätige jüdische Blinde in das Lokal des Vereines „Zion". Pur wenig Geladene hattensich vom schönen Wetter abhälten lassen, denn nid haben sie die Schwere ihres Schicksals so empfunden, wie jetzt. Der schwierige Lebenskampf wird manchem jüdischen Blinden nun noch dadurch erschwert, daß er gegenwärtig als Ausländer gilt und es in Deutschösterreich keine Stelle mehr gibt, die sein Streben unterstützt. Die Blinden wählten Herrn Gemernderat Dr. P l a s ch k e s und den bisherigen blinden Obmann, Herrn Dr. Krampf litschek zu Ehrenmitgliedern. Der Verein will nun vor allem bedürftigen, jüdischen blinden Korbflechtern und Bürstenbindern Arbeit vermitteln tüchtige Klavierstimmer und Musiklehrer empfehlen. Blinden zwecks Einkaufs von Materialien bei größeren Bestellungen Geld vorstrecken und ihnen auch sonst durch Erleichterung ihres Erwerbes und Ermöglichung weiterer Ausbildung an die Hand gehen. Wir 'dürfen wohl hoffen, daß die jüdische Bevölkerung den Verein sogleich durch entsprechende Arbeitsaufträge für seine Mitglieder Unterstufen wird und daß sich jeder Jude, dem es möglich ist, als unterstützendes Mitglied erklärt. (Mindestbeitrag jährlich K. 5) Zuschriften und Geldsendungen für den „Hilfsvcrein für jüdische Kriegs- und Zivilblinde" wolle man gefälligst an die provisorische Adresse: Herrn Rosenberg, 9. Bez., Nordbergstraße 12 (Tel. 4704 Stelle 8) senden. * Wiener Kinder aus der Schweiz« Morgen um 2 Uhr nachmittags trifft der am 3. MLrz in die Schweiz abgegangene Kmder-zua aus St. Gallen mit 550 Kmdern am Wiener Westbahnhofe ein. » Volkstümliche Führungen im Oesterreichifchen Museum. Samstag den 17. d. M. um Till Uhr und Sonu» rag den'18. d. M. um 10 Uhr und um 11 Uhr finden Führungen durch die Fayence und Stemzeugsammlmig des Oesterreichischen ATuserims statt. Eintritt frei. Versammlung im Säulenhof (!., SMbenring 5). _ * Künstlerbühne Ronacher. Für die heutige Eröffnungsvorstellung des unter FritzWreedeS Leitung stehenden Ensrmblegastspiels gibt sich regstes Interesse kund. Zur ersten Aufführung von „Exzellenz Max!" mit Fritz Werner in der Titelrolle sind sämtliche Logen und der größte Tnl der Sitzplätze ausverkaust. __ Jüdische Gemeinde. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Eine öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien findet Montag den 19. Mai 1919 um V2ß Uhr abends, I. Seitenstettengasse 4, n. Stock statt. Gegenstand! Aenderung der Wahlordnung. Organisation der Angestellten der Wiener Bethaus- und Lempelvereine. Am 4. d. M. hat eine Versammlung der Wiener Tempel- und Belhansvereinsangestellten stattaefunden, die von allen Kategorien zahlreich besucht war. Säuituche Redner und Teilnehmer wurden sich der unabweislichcn Notweydigkeit bewußt, eine auf breitester demokratischer Grundlage aufgebaute Organisation zu schaffen, die der unwürdigen und unerträglichen Lage, in welcher sich diese Gruppe der jüdischen Religionsbeamten befindet, rm Ende bereiten soll. Auch über die Wege und Ziele einer solchen Organisation herrschte volle und klgre Einmütigkeit. Dlt konstituierende Generalversammlung soll demnächst fiattfinden. Die Ernährung. Der Marktbericht. Obwohl die Zufuhren an Gärtnergemiffe täglich etwas größer werden und btc Nachfrage infolge der hohen Preise anhaltend gering ist, gehen diePrrisefÜrFrühaernitse nicht herunter. Einzelne Händler versuchen sogar, die ohnehin enorm hohen Preise noch zu überschreiten. Unter diesen BerhLltnissen ist die Absatzmöglichkeit auf den Märkten sehr gering, uber die Händler verkaufen anscheinend lieber weniger mit hohem Gewinn als größereM engen beikleineremNutzen, selbstaufdieGesahr hin, daß einTeilde r W are demBerderben anheimfällt. Außer Häuptelsalat, Kochsalat, Kohl, Kohl- ' iibm und Spinat kommt jetzt nahezu täglich auch eme tleme Partie Spargel uiedeMerrnchischcr Herkunft auf den Märkten zum Verkaufe. Dieses Luxusgemiise ist immerhin noch ausgiebiger als die meisten Sorten von Frlihgemiffe und daher selbst bei einem Preise von K 6.50 für daS Kilogramm billiger. Der Spargel ist auch stets rasch ausverkaust. DieGroßmarkthalle hatte gestern nur einen sehr schwachen Marktverkehr auszuwersen. Erhältlich war nur daS rahonierte Schweinefieisch, das wenig behoben wurde, md daS rahonierte Rmdsieisch. Für den markenfreien Verkauf stand nur eine lleine Menge Weichwürste zur Verfügung. Die F i s ch nt ä v f t e erhielten auch gestern keine Zufuhren an frischen Seefischen. Die gewässerten Stockfische, die gestern das einzige Angebot bildeten, gingen nur langsam ab. Die amerikanisch/ Hilfsmiffion für Kinder. Der amerikanischen Hilfsmission isteS gelungen, Lebensmittel im Werte von, 800.000 Dollarfür die Wiener Kinder zur Verfügung zu stellen, die zunächst 60.000 ändern eine Nahnnigszubuße bieten sollen. Weitere LebenSmittel- 'cndnngen stehen bevor. Ber dieser Aktion für die Wiener Kmde* liat die amerikanische Mission den größten Wert auf die Mitwirkung des städtischen Jugendamtes gelegt und hat insbesondere die Belieferung der Tageshrimstätten und anderer Anstalten des Jugendamtes und der freiwilligen Fürsorge zugesagt. Die Mission drängt jedoch darauf, daß die Aktion möglich st rasch in Fluß komme, daß die Bereitungvon Speisen für die Kinder jn gut funktionierenden und den hygienischen Anforderrmgen voll '-iitsprechendeii Küchen erfolge und daß die unmittelbare Verabreichung der Speisen unter ihrer Kontrolle vor sich gehe. Es ist daher notwendig, daß die dem Jugendamt unterstehenden Küchen möglichst leistungsfähig gestaltet werden. Hierbei kommen in erster Linie die Schloßküche im Augarten, die AmtMche m der Jägerstraße, die Küche un Ärtilleriebarackenlaaer tn Favoriten, die neu zu errichtende Küche im städtischen Kindergarten in Favoriten, die Küche des DurchzugSheimeS im Grinzinger KriegS» ipital und die Küche der Tagesheimstätte Bclevue sowie die AuS» aestaltnng der Klsinkinderausspeisung m den Vezirksjuaendcr'mtcrn m Betracht. Zur Inbetriebsetzung dieser Küchen im Rahmen der nmmtanischen Aktion fittb verschiedene Adaptierungen und Ausgestaltungen ccfov>Ticfi, rrof fr; vom Stadtratr 90.000 Kronen bewilligt wurderi« Wiener Morgerrzettrmg Der Getreide- und Mehleinlauf. Vom deutschosterreichischen Staatsamt für Volksernahruiig wird verlautbart: An Getreide und Mehl sind mit Ententesendungen in Deutsckosten eich emgrlaugt: ’ Am 14. Mai . 889 Tonnen Getreide — 801 Tonnen Mehl ferner ............ . . . 587 Zusammen 1888 Tonnen Mehl Einlauf seit 1. Mai (ick 14 Tagen) zusammen 23.649 Tonnen Mehl. Derzeitiger Tagesbedarf 1418 Tonnen Mehl. Die Einfuhr von Trüffeln und Mandeln verboten. Vom Staatsamt für Volksernährung wird mitgeteilt: Em Delegierter einer in Wien weilend"» fremden Mission hat das Staatsamt für Volksernährung aufmerksam gemacht, daß Trüffeln und Mandeln nach Oesterreich e i n g e f ü h r t werden, die offenbar nickt dm derzeitigen Lebensinittelbediirfniffcn der Bevölkerung entsprechen. Das Staatsamt für Volksernährung hat schon wiederholt gegen derartige unerwünschte Importe, die von Privaten getätigt werden und auf Schmuggel- und Schleichwegen nach Dentschöstcrreich gelangen. Stellung genommen. Da diese Warnungen ergebnislos geblieben sind, wird das Staatsamt für Volksernährung in Hinkunft solche Waren beschlagnahmen. Eririihrnngsfragen. Das Verordnungsblatt des deutschösterreichischm Staatsamtes für Volksernährung Mr. 8) bringt im nichtamtlichen Teil die folgenden, sehr inleressauten Facharükel: DaS Ueberemkommm mit' der ttchecho-slowaksichm Zuckerkommission. Auszug ans dem Kompensationsvertrag mit dem jugoslawischen Staate, AMaridsllcsrrmigen an Fleisch md Fettstoffen, Aufteilungsschlüssel für die ausländischen Fettzuschübe, Versorgung mit Fettstoffen, Versorgung mit Fleisch, Vieh- und Fleffchlieferungen für Wien. Die Tätigke t des Fach- .komiteeS des StaatSamles für Volksernährung (Bon Regierrmgsrat Ing. Anton Stift), Die Versorgung der Bevölkerung mit Fischen (Von Privatdozent Dr. Oskar HaempM, Statistische Betrachtungen über die Entwicklung des Kciegsküchenwesens in Wien (Bon Ministerial-Bizesekreiäc Dr. Franz Haider), Mitwirkung der Bolkswehr bei der Kriegswucherbekämpfung m Wien, Bericht über die Beratungen der Länderkonferenz hinsichtlich der Getreideaufbringung. Lebensmittelstelle der städtischen Angestellten. Alle pensionierten Angestellten der Gemeinde Wien werden in ihrem eigenen Interesse aufgefordert, Wohnort und Verpfiegsstand dem ihrem Wohnorte zunächst gelegenen BeziMachwalter bekanntzugeben, damit sie in die Liste der Bezugsberechtigten ausgenommen werden und ihre Artikel rechtzeitig erhalten köunen. Mitteilungen dev „Roh3". ■ Heute Freitag: Zentralmagazin. VUl., Piaristengaffe 19; Zitronen, Salz, Essig, Walzgrreß. Knoblauch, Sardellen, Thunfisch und Barr von 8 bis 18 Uhr und von 3 bis 5 Ubr. —■ I. Bezirk: K.-V.-Seife, Toilettefeife, Franckkaffee, Zwirn, Krachmandeln und Suppmmaffe von 8 bis 13 Uhr und von S bis 5 Uhr. — ll.. IX., X., XU. Bezirk: Rahonierte Waren von 8 bis 13 Uhr. - IV., XIII., XVI!., XVIII. imb XIX. Bezirk: Rahonierte Waren von 8 bis 13 Uhr und von 3 bis 5 Uhr. — III. Bezirk: Geschloffen. Abgabe der rahonierten Waren Montag. — XXI. Bezirk: Rahonierte Waren stpn 3 bis 4 Uhr. Bühne und Kunst. Burgtheater. (Zum ersten Male: »Ein dunkler Ehrenmanns Schauspiel in drei Aufzügen von Viktor L 4 o n.) Der Titel führt auf falsch« Fährte. Der Held ist kein Schuft, keine schwarze Seel« in ehrenhafter Hülle, sondern ein wirklicher Biedermann, der im Dunkeln tappt. Wieso der siegreiche Operettenlibrettist L6on auf diesen Titel kam, als er das Bedürfnis hatte, ein Drama zu dichten, wird im zweiten Akt mit einem Zitat aus Goethes „Fauste dem Publikum mitgeteiltt: „Mein Vater war ein dunkler Ehrenmann, der über die Natur und ihre heil'gen Kreise, in Redlichkeit, jedoch auf seine Weise, mit grillenhafter Mühe sann." — Ein Landarzt kuriert die Leut' auf seine Art. Die Bauern halten Stücke auf ihn. Aber sein« Tochter, Doktorin der Medizin und Assistentin eines berühmten Professors, kommt aus Wien auf Ferien, stellt fest, daß der Vater in ber medizinischen Wissenschaft sehr weit zurück ist, unter anderem einen Typhusfall nicht erkannt und anzuzeigen unterlassen hat. Tragischer Konflikt des Mädchens zwischen Aerztepflicht und Sorge um die Familie. Der Vater, von ihrer Diagnose nicht vollkommen überzeugt, beschwört sie, zu schweigen, da er sonst die Existenz verliert und der ganze Ort ruiniert wird, der vom Fremdenverkehr lebt. Inzwischen hat sich aber das Gerücht von einer aufgetretenen Epidemie verbreitet, der Typhuskranke stirbt, die Tochter sagt heldenhaft die Wahrheit, her Vater bricht zusammen, die Tochter richtet ihn aber wieder auf, denn sie eröffnet ihren Leuten, daß sie Braut des großen Professors ist, und daß sie dem Vater eine sorgenfreie Zukunft bereiten wird. Man hat in den letzten Monaten manchen peinlichen Premierenabend in Wien erlebt. Aber was in aller Welt hat die Direktion der ersten deutschen Bühne veranlaßt, diesen trostlos dünnen Aufguß Sudermannscher Dramatik aufzusühren? Da -der Autor damit begonnen hat, fühlt man sich veranlaßt, ebenfalls dey „Faust" zu zitieren: „Ihr fühlet nicht, wie schlecht ein solches Handwerk sei! Wie wenig das dem schien Künstler zieme? Der sauberen Herren Pfuscherei ist, merk ich, schon bei.euch Maxime." Für das Stück wurden echte Kttirstler bemüht: die Herren Marr, Baumgartner und H ö b l i n g versuchten Charaktergestalten zu schaffen. Trefflich auch Frau Kallina mtb Fräulein Kutschern, die einen ländlichen Backfisch sehr anmutig gab. Weniger glücklich Fräulein Rosar als edelmütige Aerztin. Der Gewinn des Abends: Ein gut gesehenes altes Bauernpaar, von Herrn Straßni und Frau SenderA überaus erheiternd dargestellt. Daß Burgtheaterpublikum war sehr zufrieden und spendete lebhaften Beifall. Herr 26cm durfte wiederholt vor der Rampe erscheinen. 16. Mar 1919 Nr. 11? Brahms-Fest. Auf intimere Wirkung als das Brucknerfest war eine Reihe von Kammermusikabenden gestellt, die unter dein Titel eines Brahmssestcs vereinigt wurden. Wir sind noch weit davon entfernt, durch unsere Musikfeste, die sich in wachsender Zahl ankündigcn. so große Masse« anznlocken, wie einst die niederrheinischen Veranstaltungen oder die Feste des Deutschen ^Donkünstlervereins. Ab-er es ist nur zu begrüßen, wenn schon jetzt Erfahrungen für jene Zuxunft gesammelt werden, in der Wien seine Bestimmung als Weltmusikstadt erfüllen soll. Als musikalisches Zentrum erschien an diesen Abenden wieder die Persönlichkeit Ros Ls mit. den von seinem Geiste erfüllten Mnstlergenassen, als weibliches Nebengestirn, das den Glanz des neuentdeckten Meteors trug, Elly Ney, die ihr sonst zu hemmungsloser Energie neigendes TemMament überraschend zn bändigen wußte und mit den reich abgetönten Streicherfarben des Quartettes am Klavier aufs glücklichste korrespondierte. Es fällt schwer, aus den diesmal enthüllten Schätzen die wertvollsten Juwelen auszusondern. Als prim! int er pares blieben die beiden Streichqumtette und -Sextette; das A-dur-Quartett und das Klari..ettenquiutetL, bei dem Viktor Pvlatschek mit idealem Holzblnserktaug assistierte, in Erinnerung. Das letzte Konzert tvandte sich mit seinen Orchesterwerken an eine größere OefsentlichksiL. Ban H o o gstra ten, der Gatten Elly Neys, mit ihr berufen, die Jnternationalität der Veranstaltung wenigstens von seiten der Ansführenden zu wahren, dirigierte ein vom Brahmsschen Pathos erfülltes Programm. Der tragischen Ouvertüre folgte das Klavierkonzert in D-molt. Elly Ney errang damit einen glänzenden Erfolg, nicht unbeeinflußt durch die Wirkung ihrer weiblichen Heroenerscheinung. Ihr Gatt« führte mit der Energie und Steigerungskunst einer bedeutenden Dirigentenpersönlichkeit das Symphonivorchester, wenngleich er noch manches aus dem Rohmr forincn mußte. Die Wiedergabe der E-moll-Symphonie, mit der die Reihe der Festabende endete, gestaltete sich auch für ihn zu einein! großen und auf richtiger Einschätzung beruhenden Erfolg. Dr. K. M. Aus de« Theatern. JmBnrgtheater wird Montag den 19. d. M. bei aufgehobenem Jahres- und Saisonabonnement Shakespeares Luftspiel „Was chr wollt" aufgeführt. Ern Verkauf von Logen,- Sitzen und Entreckarten findet Nicht statt. Auch das Stammfttzabonnement ist für diese Vorstellung, die um 7s7 Uhr beginnt, aufgehoben. Im Deutschen V o l k s t h e a t e r af «ßt als nächste Neuheit die H a f e n k l e v e r sche Bearbe^äng von „Antigone" zur Aufführung. Die Hauptrollen spielen Frau Wagner «nd Herr D a n e g g e r. Da der Chorus unter Einiielsprecher aufgeteilt ist, erscheint das Herrmpersonal des Volkstheaters in dieser Aufführung vollzählig beschäftigt. Gleichzntlg mit den Proben zu „Antigone" sind die Aufführungsvorbereitungen zu R ö ß l e r s neuem Lustspiel „EselerV das gle.chfalls rm Volkstheater seine Premiere finden wird, '/n Gange, Die Hauptrollen spielen Herr E d t h o f e r und Herr Ko mm a. In der nächsten Premiere der Kammerspiele des Deutschen VolkStheaters „B r o n k a s Erziehung" spielt Frärckem Lona Schmidt die weibliche Hauptrolle. Die Erstaufführung der nmcmstudlerteu Odette „Der Bogelhändler" im Wiener K o m 5 d i e n h a n s findet heute Freitag um 7-7 Uhr, die weiteren Vorstellungen um 8/J Uhr statt. „Freie Bewegung". Samstag den 17. d. M-, 7 Uhr abends, liest mt Saale der Künstlergruppe „Freie B ewegungE THeodorTagg er aus eigenen Dichtungen. Karten im Sekretariat, I., Kärntnerstraße 4, und in der Buchhandlung Lanyi, I., Kärntnerstraße44. —Mittwoch dv".31.d.M„ 7 Uhr abends, findet un Rahmen dieser Ki'mstlergruM rine Vorlesung „Die Liebenden" statt. Anna Höllering liest Dichtungen der Savpho, Louize Labö, Bettina von Arnim, Elisabeth Barcct- Browning und Else Lasker-Schüler. Die Ankunft des jüdischen Volkes behandelt daS Mitglied des holländischen Senates und des ExelutivkÄmitecs des inlernationalen sozialistischen Bureaus H. H. van K o l in seiner soeben erschienenen Broschüre gleichen Titels. Ein Kämpfer gegen daS Unrecht, wo immer er es auch trifft,: springt der bekannte Sozialtstenführer filr das jüdische Volk in die Bresche. Er schildert daS Los der Juden während des Krieges in Rußland, Polen, Rumänien, Galizien. Türkei ustd Palästina, stellt die Forderungen der Juden für den Friedenskongreß auf, bespricht die Haltung der einzelnen Regierungen gegenüber den Juden und die Stellung der internationalen Sozialdemokratie zur Judensraae und schließt mit hoffnungsvollen Ausblicken auf ein jüdisches Palästina und ein freies, Mckltches, jüdisches Volk. lPreiS Zu bezieheil durch R. Löwit, Wien, l„ Rotenturmstraße 22. Sport. Gin deutschösterreichifcher Mitt^tschrüsp ortverband. Am 14. b. M. fand die konstituierende Sitzrengs des Mittelschulsportderbandes in der Schüttelrealschrcke statt. Nach altösterreichischem Muster w-a-. vom Lehrkörper nienmnd erschienen. Aber auch die "Schiiler bewiesen eine Interesselosigkeit, die für die hi»sige Jugend bezeichnend ist. Einige wenige Schulen wäret! vertreten und so bot sich den erschienenen Herren der Staatsämter für Volksgesundheit und für Unterricht kein erhebendes Bild dar. Das vorbereitende Koinitor hatte sich alle erdenkliche Mühe gegeben, uru mit elu-sm Arbeits-Programm vor das Plenum zu traten. Wenn auch das vom Resirenten Vorgebrachte nich; einwandfrei war, so hätte matt -eriuarten i'omun, tafi d anwesenden Mittelschüler die Anreguttgerr zunr einer sportlichi'it Disknssiou nehmen würden, ‘vir felgende

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