Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 116 (15.5.1919)
- Date
- 1919-05-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. Iltz; Wien. DomiersfLst Telegramme. Der Züricher Frauerrkongretz gegen den Gewattfrieden. Zürich, 14. Mai. (Schweiz. Depeschen'Agentur.) In der - Dienstagsitzung berichtete Frau Mo otc (i?luteücn\ daß in Australien die allgemeine Dienstpflicht dank bem Einfluß des Frauenstimmrechtes zweimal a b g e l e h n t worden sei. Frau M e a d (Boston) verlangte einen ' wirklichen Völkerbund. Frau S n owd cm (England)- k r i t i s i d.r te aufs s H L-r f st e die Pariser Frledensbedingungen. -. Es wurde sodann eine Resolution angenommen, in der das B e d a u e r n ii b e r d e n P a r i s e r G e w a l t-> f r i e d e n/ dev die Wilsonschen -Grundsätze verletze, ausgesprochen wird. .Eme zweite Resolution, . die Oer Antrag der , Frau L a ni r e n z eingebracht ‘ wurde, bezeichnet die Hungertbl o cka de als ei ne - t i es e Schmach für d re Z v i l i s a t i o n und fordert dyn .der Friedenskonferenz, daß die interalliierte Organisation für Kriegszwecke in eine 'olche für FriedenSzrvecke.imlaestaltet werde. ) Frau A s h t o n (England) trat, für eine verschärfte Form dieser Resolution ein. # Frau- H ertzka (Wien) war der.Ansicht, daß der Panier Entwurf die Grundsätze gegenseitiger Hilseleiftuug vergißt. Nach langer Diskussion würde auf Antrag von.Miß C o u r t n e y (England) beschlossen, eine Resolution nach Paris .zu senden, die vratrische Vorschläge enthält. , Das irrLeraLiierie Kriegskomitee. Versailles, 14. Mai. HHavaS.) Das interalliirrte K r i e g sf o ni 11 c c trat im Beitem der Admirale der^ verbündeten Mächte Dienstag nachmittags im Trianonpalacc zusammen. Die Drohung mit der Blockade. Paris, 14. Mai. (Havas.) Der oberste Wirtschaftsrat hielt unter dem Vorsitze Lord Robert C e c i l s heute seine.17. Sitzung ab. Er beschloß, die für U n g a r n ge I t e n d e it wirtschaftlichen Besch r ä n k ü n g e n b i s z u r St l ä r uug d e r p o l i r i s ch e it' ' V e M. 8 ltnisse b erz u b e h a lt tu - . Ferner erörterte der Rat die wirtschaftlichen Maßnahmen, die sstr. den Fall getroffen werden, sollen, daß D e u t s chl a n b b eit Vorfriedc it n i chl ü u t c ra e i ch e t. Die zuständige Sektion hat nach den Angaben des Rates einen Entwurf ausgearbruet. .in dcni die W i e de r h,er st c l l u n g eine r strenge u V l ock a d c vorgesehen ist, über deren allsällige Inkraftsetzung der Biererrat beschließen würde. Der Rat befaßte sich weiter mit den Ern 8 h r tni g sverhnltni s s e n in den b a l t \ s ch e n Provinzen. Graf Rantzau rviL ZrsrückH^eu? Berlin, 11.. Mai. (Fmikspruch.) Die „Witsche. Allgemeine Wertung" envälmt bei Bcsvrechnug der Lage Deutschlands, daß die nächste Folge einer A n ltii si e r n n gDe it tsch.lg n dis an R n ß l a n b' eine a o-.;c Festigimg der jei-t stark erschntkerten Stellung der russischen Kommunisten. wäre. Doch sei die A n ss i ch-tsl o s .l g k e i 1 d e r i-n n etc nA4.« g e ))! ustla nd s handgreiflich: die Bvlschew ken werden - sxhr,.-bald die Herrschaft liquidieren'müssen.. Ente jetzige Anlchmiug an' die russische Näicrepublik.wäre für die inneren-Anstände Deinschlands g esärhli ch. Im Kampf um.'den Dauersrieden bleibe Deutschland auf s ich allein au gec w i e s e n. - . Nach , der... „Deutschen ZeHiuig" sei R a n tz a n e n ts ch'liv s s e u, s c i ii c'it P o st e n z u ü'e r'l a s s e n, . falls es Acht Mmgeu stillte, die ier'ritorsaleü Bed iigungen des Friedens- Vertrages zugunstenDeutschlandsab.'mändem.' Man erwäge, das Pyrtefenillc Weder an E r z b c r g-e r.. zu übertragen;, von linksdemokranicheiWreisen werde der frühere Gesandte ur Warschau, Graf, K e ß l e v. Mtanin.An eine Ansnalmte der Oppositionsparteien in die Regierung sei derzeit nicht zn denken. Italiüüs milLtärische Fordevttugen an die NaLronÄlftaaten. Lyon, 14. Mg'.lFmlkspruch) Aus.Versailles wird gemeldet- Unter der Leitung des Obersten (5 a s e. t-t i und des Kapitäns D e l l a P o c c a wurde eine italien i s ch c M i l it är- (ommtj fion anfgestelll, die mit der Milttarkommission des Obersten H e n r n über jene m-lnärischen Fragen beraten wird, die sich ans dem Frieden S v.c pf-v.a g itt i tdcuTeilft a q t tu des . e h e ni n l i g t n . D.e st e r r e i ch- U n g a r u ergeben. Europa ein Nest von Intrigen und Eifersucht. Paris, >4. Mai. (Fimd'pr. d. Tel.-Komv.) Der amerikanische Finanzsachverständige K a h n ist heute, nach Amerika zurückgekehrt. Vor seiner Abreise erklärte er, der Zweck seiner Reise bestehe darin, A m c r i t a z n w a r rr e n,. sich in die elir0päi-> scheu Intrigen verwickeln zu lassen. Sem zweimonatiger Ausen.'lmlt in Europa habe iI'mi gelehrt, d a ß E irr o v a e i n N e st v o n I n t r i a c n it it b Eifersuchtsel und daß es für Amerika viel besser -wäre, wenn cs sich von diesen Machenschaften sernhalte. Er nirinre. das acplantc Desenstvabkommcu zwischen England, Amerika 'und Frankreich konnte s ehr swh 11 nt nt c Folgen für d - . Bereinigten S' t aalen habe n. Kahn stellte sin, auf dm Standpunkt, daß der Nationalismus eine weit größere Vedeutung habe, als der InternationaliZums. Es wird notwcvdig sein, meinte er, daß die, Republikaner eine tatkräftige Haltung gegen Wilsons nachdrücklichen Versuch . einnehmen, Amerika in europäische Angelegenheiten hlneinzuziehm. Frankreichs kontinentale Vorherrschaft. Berlin, 14. Mai. (Funkspruch.). „Perseveranza" kritisiert heftig dieverhängnrsv ol l,e P o l i t i k O r l a n.d o s und Sonnino s. Nach einigen Jahren,.schreibt das Blatt, werde man doch ertvachen und r m Rot fall s ich mit Deutschland verbünden, um, zu triumphieren. Deutschland werde bewundert werden, es sei durch dm Verband rehabilitiert; trotz des neuen Dreibundes, werde Amerika seine Truppen abziehen und England nur kleine Garnisonen.am Rhein zm-ücklaffen, s o d aß d er ©r e n z schutzFran kreich und Belgien all ein. a n.v c,v trau t bleiben werde. „©koIo" ist der Ansicht, daß der Friede ganz ein Friedealter Siaatskanzl eie n sei, von . hosorlsgem Keim des Haffes und der Rache vergiftet. „Corriere della Sera" meint, daß der Friede mit dem ci. >l sch-franzvsisch->amerikanischen Dreibunde- .die k o n t i u e nt a >.e Borherr sch a f t F r aukr «ich S einleite, was Italic n nicht freudig stimmen könne. waNrn.Prckviymn. Reparaknren unter,, GarLUir. ftarbb&n dkr für alle ,«rsUlassige^ Muleeiai. Leq>. KilM, Wien, M, Westbahnstraßc 23. Telephon 21S37. »«S Wiener Morgenzeiinng Freier Handel in Frankreich. Paris, 14. Mai. (Funkspruch.) Der heute im Palais EWe unter dem Vorsitze des PrMdenten P o i n c a r 6, abgehaltene Ministerrat beschäftigte sich mit den Arbeiten, die im Finanzministerium unter Leitung des Finamniinisters Klotz und unter Mitwirkung der Minister für Landwirtschaft, Handel und öffentliche Arbeiten zum Zwecke der Organisation der R ü ck k e h r z u r Y a n d e l s f r e i h e i t durchgetührt werden. Es wurden zwei Dekrete Unterzeichnet. In dem einen Dekret wird der Finanzminister mit der K o n t r o l l e d e r Einkäufe betraut, die von den öffentlichen Die nsizweigen vorgenommen werden. Durch das zweite Dekret werden die meisten A u s f u h r b e s ch r a nk iln g e n anfgehoben. Bon den 654 Artikeln des Zolltarifs, von denen durch das Dekret vorn 20. Jänner 1919 ungefähr 140 verboten blieben, weist die dem neuen Dekret angeschlossene Liste mir noch 19 dlrtikel ans. Die Kapitulation in Aegypten und Marokko. Lyon» 14. Mai. (Funkspmeh.) Aus Paris wird gemeldet: Im Dezember 1914 hatte Frankreich das britische P r otektorat über Aegypten und England das französische Protektorat über Marokko anerkannt. Diese Vereinbarung beendete damals noch nicht das Recht der K a v i t n l a t i o n e n in Marokko und Aegypten, aber sie ließ deffen Aufhebung voraussehen, da beidc Ländcr von mm an über europäische Gerichte Verfügen sollten. Zwischen der britischen und der französischen Regierung wird gegenwärtig wegen der Aushebung der Kapitulationen verhandelt. Ueberdies soll di'e Art der Gerichtsbarkeit festgcstelll werden, welcher die Engländer i in Marokko und die Franzosen in Aegypten unterworfen sein; werden. Das internationale sozialistische Komitee gegen den Diktatfrieden. Paris, 14. Mai. (Del.-Komp.) Sämtliche Blätter, einschließlich der konservativen, veröfsentlichemein M a n i s e st des i n t e r n a t i o n a l e n sozialistischen Komitees, in dem gegen den imperialistischen Friedensvertcag Stellung genommen wird. Die deutsche Regierung wird in ,diesem. Manifest aufgefordert, eine e n t s ch l o s s e n e H a l t n n g gegenüber den maßlosenFordernngenderEntenteimperialisten einzunehmen. Eine sozialistische Kommission nach Deutschland. Berlin, 14. Mai. (Korr.-Bnr.) Das „Tageblatt" meldet aus dem Haag: Ans Paris wird berichtet: Die mternationate Sozialistcnkommisston hat einen Ans sch u ß ernannt, der nach Unterzeichnnng des Friedens n a ch D e u t s ch l a n d reisen soll, um mit den sozialistischen Parteien in Verbindung zu treten. Zu den Mitgliedern dieses Außschnsies wurden H e n d e r s o n, M i st r a l und W i b o ernannt. Ex-Kaiser Wilhelms Bestrafung. H Budapest» 14. Mai. (Tel. der „Wr. Morgenzlg.") Ein Funkspruch aus N e w - U o r i meldet: Ein großer Teil der Mitglieder der Kommission zur Prilfüng der Schuldsrage hat die strenge Bestrafung des de nt scheu Ex- Kaisers gewünscht, ja, viele haben offen ihre Ansicht erklärt, daß d i e T o d e s st r a f e die e i n z i g e entsprechende S ü h n e wäre. Im'Sinne der angenommenen Komnlissioiisbestimmrrngen aber muß eines der geschädigten Länder als Anklagen austreten. Es hat sich nun herausgestellt, daß es schwer fallen wird, ein Land zn stnden, welches die Ariklägerrolle übernehmen soll. B e l g i e w hat'beriits a bg e l e h n t, da cs einerseits mit-Rücksicht ans seine monarchischen Institutionen Bedenken hegst in dieser Weise auszutretrn, andererseits aber -vor . D e n t s ch l a n d s Jla ch e Für ch t >begt. Auch Frankreich und'England '^vollen -Hst Rolle des Anklägers n i ch t ü h e r u e h m e n) zumal da insbesondere in der englischen öffentlichen Meinung ei ne g r o s; e M ä ß i a u n g eingetreten ist, welche -die Negierung befurchten läßt, sich eine starke Reaktion ans den Hals zu laden. Französische TrrtppenvLrschiebungen gegen die russische Front. Berlin, 14, Mai. (Korr.-Bnr.) Die „B. Z. am Mittag" meldet ans B u k a r e st, daß „Adevernl" zufolge in den nächsten Tagen größere Transporte französischer Tr-up v en ans Kleinasien und Beßarabien zur Verstärkung der von den Russen gefährdeten Front entsendet werden sollen. Amerikanische Fleischkonserven für Europa. Wnshittgton, 14. Mai. (Funkspr. der Tck.-Komp.) Zwischen dem Kriegsamt und hen großen Ftcischvroduzeuten wurde wegen der in Europa lagernden g r o s; ni Vorräte a n F 1 e i s ch k o n s e r v e n eine Bereinbarnug erzielt, die dahin geht, diese Vorräte zu einem von den Produzenten festzirstellenden Preise in E u r o p a z u v e r k a u f e n um die Lebensverhältnisse ans einen befferen Stand zu bringen. Diese Vorräte stellen das gesamte Erzeugnis der großen Fabriken in fünf Monaten dar, in denen die Fabriken Tag und Nacht arbeiteten. Plänkeleien zwischen Regieruugstruppen and Spartakisten in München. Berlin, 44. Mai. (Korr.-Bm.) Dem „Tageblatt* wird von zuständiger Seite mitgeteilt: In München ist die Lage trotz aller Maßnahmen der Regierung noch nicht vollkommen geklärst wenn man auch die Situation nicht als kntisch bezeichnen darf. Es finden immer noch kleinere Zus ammenst ö ß e zwischen Regicrungstruppen und Spartakisten statt, da die Entwaffnung noch nicht in dem Maße fortgeschritten ist, als es in der Absicht der Regiemng liegt. Die Regierung wird mit aller Energie ihre Pläne durchsetzen, um in München vollständige Ruhe herzustellen. Verurteilung der Mörder Liebknechts. Berlin, 14. Mai. (Korr.-Bnr.) Im Licbkncchtprozeß hat heute das Gericht nach viereinhalbstnndigrr Berattma folgendes U r t eil gefällt: Otto Runge wurde zuzweiIahren Gefängnis und zwei Wochen Haft sowie vierjährigem Ehrv erlust verurteilt. Oberleutnant Kurt Vogel wurde zu zw ei Jahren und v t et Mo naten Gef an g n i s und Dienftentlafsung verurteilt. Ferner wurde verurteilt: Leutnant der Reserve"Rudvls L i e p m a n n zu sechs W o ch e.n erschwertem Stubenarrest: von der Anklage d<8 Mordes wurde er freigesprochemDieübrigm Angeklagten, KapitSnleutnont v.Pslugk- H a r.t um g, Oberleutnant zm See v. R i t t ge n, Leutnant zur See.Stiege, Leutnant zur See S ch u l tz e und Hauptmann v. Pflugk-Hartung wurden freigcsprochen. Ervichtrrng des Rhein-—Main—Donaukanals. Frankfurt» 14. Dtai. (Korr.-Bur^ Wie das ^NüttagSblatt^ erfährst ist das Projekt des Wh ern—Main—Donaukanals jetzt in ein vorgeschrittenes Studium getreten. Die Linienkomimssion hat sich bereits über die L i n i e n s ü b r u n a' deö neuen WafferwegeS geeinigt. 18. Mar 1919 Serte'8 .' Die tschecho-slowakische Nationalversammlung gegen Deutschösterreich. Dis Wiener Behörden verschleudern da» Kriegsmaterial. — Tschechien will nicht die Kosten der Selbständigkeit Deutschösterreichs tragen. ' Präg, 14. Mai. (Tschecho-slow. Preßbnr.) Die Nationglversümmlung begann heute die Debatte über das Expos« de« Finanzinmisters Raschin., I :tz Laufe der Verhandlung warf Abgeordneter Dr. Vesely (Fori.hrittSpartei) ähnlich wie gestern der Finanzminisicr den Regierungen in Wien «n d Budapest vor, daß sie sich bei der Liquidierung dem tschechoslowakischen Staate gegenüber feindselig verhaltm. Er * beschuldigte d i e W i e n-c r Behörden, daß s r e das Kriegs ui aterial verschwenden n n d v e r s ch l e u d e r n unp erklärte weiters: An der Liquidiemng des Vermögens sich beteiligen, hieße sich auch zu den Schulden Oesterreichs bekennen. Der tschecho-slowakische Staat sollte.deshalb n i ch t an der L i a n i d r e r u n g teiln e h m e n. sondern eine K r i e g S e n.t s ch ii d i- - g it.it g verlangen. Man dürfe in Oesterreich nicht vergeffen. daßesan diesem Kriege schuldsei. . Der nächste Redner, Abgeordneter B e ch y n e, Klnbobmann der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, erklärte gleichfalls, daß die Schuld a m W e l t k r i e g e W i e n t r a g e,' und sichr fort : Wir nchnien uns nicht das Recht, in fremde Angelegnibeiten einziigreifen, müssen aber schon jetzt mit aller Ents ch.i e d e n h e i t erklären, daß die Selbständigkeit der deutschösterrcichischen Republik nicht a u f u n i c r e R e ch n u n g errichtet werden darf- und daß wir nicht das selbständige Leben dieses Staates mit uns e r e r A r b c i r n n d m i t nns er cm G 11 d e b e z a h 1 e u w c r d e n. Wenn sich in Paris Tendenzen zeigen, die offenkundig forcieren wollen, >daß Dentschösterreich ein selbständiger Staat bleibt, dann wird es gut sein, daß mt ganz ' entschieden erklären: Macht i h r i n Par i s e i n e Politik - w i c i h r sie wollt, dochwirdsichdieganze t f cf» c ch i i cf) c N atio n dagegen v e r iv a h r e n, daß diese Politik a u f n n s e r e K o st e n b e-' t r r e b e n w i r d. (Beifall und Händeklatschens Im Anschluß hieran erklärte sich Bechyne nameus. der Sozialdemokraten gegen die Bezahlung der österreichischen Kriegsschulden. Einschränkung des Zahinngsnerkehrs mit Ein- und Zweikronen-Noten in Tschechien. Prag» 14. Mai. (Korr.-Bur.^ Mir Rücksicht auf die Ueberschwemmnng tschecho-slowakischcu Geldmarktes , mit E i nu n d Z w e i k r o n e n - N o t c u soll, den Blattern Zufolge, verfügt werden, daß niemand in der lichccho-slowakischen, Republik verpflichtet ist, einen höheren Betrag als 20 Kronen in Ein- und Zweikronen-'Roleii anzunehmeu. Wirtschaftliches aus Tschechien. » Prag, 14. Mai. (Tel. der „Wr.Morgcnztg.") Morgen treten sämtliche Abgeordnete ans M ähren und' Schlesien zusammen, uni die Errichtung einer ProduttenbLrse für Mähren zu. beschließen. » Prag, 14. Mai. (Tel. der „Wr. Morgeuztg") Die Stadt.Prag hat bei der Bodeukreditanstalt in. Sie« Stadtanlcihcn in der Höhe von 282 Millionen Kronen ausgenommen. Durch das Agio der üchechö-slowakischen Wähnmg erspart die Stadt neun Millionen Kronen. . . - - s Prag, 14. Mai. (Tel. der ^Wr. Morgenztg.") Unter der - Firma „Gesellschaft für Ein- und Verkauf von. Rohprodukten" .- wurde hier eine Gm. b. H. gegründet. Das Stamnikapitcll beträgt. K- 900.000.. Als Geschäftsführer simgiert unter anderem der Wiener Fabrikant B. 0 ö t b. s Prag, 14. Mai.' (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Nach einer Meldnng der „Rarodni Lisch" wurde hier emr tschecho-slowakische Zuckerexportgesellschaft in. b. H. mit einem Stammkapital von K 600.000.— gegründet. s Prag, 14. Mai. (Tel. der „Wr. Morgrustgck) Wie „Rärodui Lisch" berichtet, wird eine Fusion der Böhmischen Landesbank, der Mährischen Landeskultnrbank mid der Kommunalkreditanstalt des Landes Schlesien durchgesührt. Für die Slowakei sollen nur Filialen der genannten drei Institute errichtet werden^ Was Polen bezahlt und erhält. Krakau» 14. Mai. (Tel. der „Wr. Ucorgeitztg?') ^Czas" vcrössentlicht eine Havas-Meldung, laut welcher Polen sich an ‘ der Bezahlung der Staatsschuld c it Deut s ch l ands und namentlich Preußens im Verhältnis zu den am 11. Nugust emgezahlten^Steuern aus den an Polen abzutretenden Gebieten beteiligen wird. Von der Bczichlung der . für die d c u t s'ch e K o l o n i s i 'e v ungi n d c it polnische n ' G 'c b i cten be ft t m nt t nt Anleihen wird Pöleii befreit werden. Polen .wird zum .Besitzer b e.r deutschen Staatsgüter, des P r i v a t ver- - m o g ein s des Kaisers und der königlichen Familie, soweit dieselben sich aus den abzutretenden Gebieten bennden, werden. Der Wert dieses Vermögens wird von der Schatzungs- . komnussion bestimmt und v o n der E n t s ch ä d i g u u g ss u ni n> e i n Ab z u g gebracht worden. Die Domänen und Krongüter des alten Polens fallen Polen kostenlos zu. ,,(5zas" berechnet, daß die an Polen a b z u t r e t e n d nt G eb i e t e Deutschlands 53.250 Ouadrathlometer, die Gebiete, in . denen .eine Volksabstinmiung stattfinden soll. 15.1.00 Quadrat- - tiloMeter betragen. Das D a n z i g e r Gebiet nmsastr 14.009 Quadratkilometer. Bei der Teilung Polens hat Preußen 84.000 ' Quadratkilometer polnischen Gebietes annetiicrt. Der Kampf um Lemberg. Marschau, 14. Mai. (Poln. Tct.-Agent.) He.cesbericht vom 13. Mai. G a l i z i s ch e F r o n .t: Südlich von Lemberg vergebliche feindliche Angriffe auf unsere Positionen bei Gliniany. Nach nuer starken Artillerievorbereitunggriff der Feind L u b i e n M a l y an und drang teilweise in unsere Stellungen ein. Er wurde im Gegenangriff zurückgeworfen. Der Kommnnistenführer Levine in München verhaftet. w München, 14. Mai. (Korr.-Bur.) De: Koinrnunisten^ührer Rissen-Levins ist beute^ nachts tu Müuckeu in der Wohnung de» Kunstmalers Botho Schmidt m der Schueckeuburaerstr.'sie' vtt- .. haftet worden. Er hatte ebeuio wie die anderen, iÄ)rrudeu - Persoulichkeitcu der Räterepublik du Abstcku.'s vorige' WöLe" München mit einem Flugzeug zu verlaffni. Da aber das Wetter ' fiir emcu Flug ichr ungünstig war, btieo er noch einige Tage itt München und wollte heute vormittags München mit Telis Ämo-- mobil verlassen. Die Verhaffung erfolgte uni 1 Uhr.nacht?! durch tz Offiziere des Freikorps Epp. ffkiffcu-Leviuö leugnete zunächst.' der Gesuchte zu sein und wurde aus die Polizeidirrttiou gebracht, wu ' er bftlb seine Identität zuaab. Er war chcherordentlich > e r st S r k. - Den Aufenthaltsort von. Lew!« rmd Tell-r t-ctzatHter er v, i <5j t «fciintn. Henie vormittags umrfcc -vf*.ffcii»Öwide« zSkaatsanwatt vvrgefühA. 305634