Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 115 (14.5.1919)
- Date
- 1919-05-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 5 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzettrmg 14. Mar 1919 Nr. 115 Albert Antebi gestorben. Alls Konstantinopek kommt die Nachricht, daß dort der langjährige Vertreter der „Alliance Jsraelite" und der „Jca" in Jerusalem, Albert Antebi, verschieden ist. Antebi, der wegen seiner Politik die Gegnerschaft der radikalen zionistischen Elemente in Palästina sich zugezogen hatte, von denen er mitunter sogar heftig bekämpft - wurde, erwarb sich dennoch bleibende Verdienste um den palästinensischen jüdischen Jischuw. Dank seiner Stellung und seiner persönlichen Eigenschaften, war er der einzige, der bei dem bekannten verrotteten System aus die türkischen fckmnten und Behörden wirken konnte und er nützte auch stets diesen fcliwit Einfluß zugunsten des Jischuw und seiner bedrängten Brüder ans. Namentlich während des Krieges, wo der ganze jüdische Jischuw in größter Gefahr schwebte und jeder Zionist oder Nationaljnde allerhand Schikanen ansgesetzt war, war Aiciebl bemüht, überall helfend und schützend einzugreifen. Gelegentlich der Evakuierung Jerusalems verschonte Djcinal Pascha auch Antebi nicht. Antebi kam mitsamt ftLner Familie nach Anatolien und dann nach Konstantinopel. In der letzten Zeit betätigte sich Antebi hauptsächlich auf dein Gebiete der Heünbeförderung und Repatriierung der palästinensischen Flüchtlinge. Er traf auch bereits Anstalten^ mit dem demnächst abgehenden vierten Transport nach Palästina znrückzilkehren und nun ereilt« ihn im Konstantinovler Krankenhaus der Tod. „Ein Linkstsnz um den Blaufuchs — Dp die Kriegsblind eu." Wieder sind Zufi immungsümdacbungeu in unserer Redaktion sit unserer Beurteilung des rohen Plakates eingelausen, daS eine 'WolMtigkeitstanzkonkurrenz zugunsten der Kriegsblinden anknndigt. Unsere Ansfordernng an die Judenschast, an solchen mit Wohltätigkeit maskierten Festivitäten nicht teilzunehmen und dagegen zu protestieren, die unglücklichsten Kriegsopfer als Aushängeschild für Tanzunterhaltrmgen zu mißbrauchen, ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Unter anderem schreibt uns Herr I. H.: „Ich sage Ihnen herzlichen Dank für .Ihre Stellungnahme in dieser Sache. Hoffentlich hat der Aufruf auch den gewünschten Erfolg. Ich sende K 20.— für d t c Kriegsblinden tut Stelle bcS Wohltätigkeitstanzes u m den B l a n f u ck s." 'Wir werden anch diesen Betrag seiner Bestimmung zusiihren nnd wiederholen, daß wir gerne bereit sind, weitere Zuwendungen für die Kriegsblinden aus diesem Anlasse entgegcnzunehmcn, an die'er Stelle auszuweisen und ihrer Bestimmung zuzuführen. Die Preissteigerung in den Wiener Kaffeehänsern. Unter den; Vorsitze des Ministerialrates Ladislaus Miller fand bei der Prcisvriisnngsstellr At in Wien eine Besprechung über die derzeitigen Preise in den Wiener Kaffeehäusern statt, an der Vertreter der Wiener Kasfeesiedergenossenfchast und der Gehrlseirvertretuug, sowie Vertreter des Staatsamtes für Volksnuffhrung. der Zrntralpreis^rüsungskommission, der Landesregierung nnd des Kricgswuchcranitcs teilnahmcn. Nach dem Ergebnis c dicker Besprechung werden ans Grund von äuszuarbeiteukcn Kalkulationen die Preise in den Kasfeehansbetrieben . r n e r R e g e l u n g unterzogen werden. Zu diesem Iwecke sollen diese Betriebe in mehrere Kategorien emgeteilt und für jede dieser Kategorien die angemessenen Preise unter Mitwirkung auch der Vertreter der Gehilfenschaft festgesetzt werden. Die lleberschreitung dieser Preise wird unter Strafs a n t1 i o n gestellt werden. Eine gleiche Aktion ist auch bezüglich der Gasthanspreise von der Preisprüftmgsstelle. bereits emgeleitet worden. Schutzbund der Drckoivirraer in Deutschösterreich. Wir werden um die Veröffentlichung nachstehenden Aufrrifes cnncht: Kriegsbetroffene, Invalide, Heimkehrer, Flüchtlinge aus der Bukowina erscheint vollzählig zu der heute Mittwoch den 14. Mai 1019 um Vr6 Uhr nachmittags im Festsaale des Militärlasirios. l., Schwarzenbergplatz L/l, stattfindenden Massenversammlung. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zn allen die Dukowinaer betreffenden Fragen. 2. Allfälligrs. Deputationen zwecks Einladungen an die Waffenstiüftandskommission und an die Gesandtschaften der Nationlastaaten, ebenso an andere Fraktionen wurden entsendet. Mit Rücksicht ans die außerordentliche Wichtigkeit der Tagesordnung werden inSbesonders die ehemaligen Abgeordneten und Gemeinderäte aus der Bukowina um ihr bestimmtes Erscheinen ersucht. > * Neuerliche italienische Forderungen «n die Hofbibliothek. Gestern vormittags erschien Dr. Gttola auS Rovereto in der Wiener Hofbibliolhek und forderte dort die Ausfolaung von vierzehn wertvollen Hands ch r r s t e n uitb dreißig der kostbarsten Frühdrucke als angeblich ehemaligen Trientiner Besitz. Direktor Hosrat Dr. Donabaum verweigerte aber deren Ausfolgung, worauf sich Dr. Gerola mit der Bemerkung entfernte, daß er morgen wicdcrkommen werde. * Schnellzugsverkehr der Südbahn. Nb heute wird bei den Schnellzügen Nr. 1/1107 (W i e n - S ü d b a h n h o s ab 7 Uhr 45 Min. früh) und Rr. 1108/2 (Wien-Südbahnhof an 9 Uhr 40 Min abends), je ein direkter Wagen I/1I. Klasse Wie n—R o m und W i e n—T riest, sowie rin Schlafwagen W i e n—B ologna'riaTarvis geführt werden. Der Schnellzug Nr. 1 am 14. Mai wird auch noch — wie bisher — direkte Wagen nach Graz führen; weiterhin aber wird der am M i t t w o ch und Samstag von Wien abgehende Schnellzug Nr. 1 und der am D o n n e r S1 a g ünd M o nt ci ü in Wim eintreffende Schnellzug Nr. 2 nur mehr den Verkehr nach nnd von Klagmfurt—Villach—TarviS—Triest— Rom vermitteln, während für den Verkehr von Wien nach Graz und umgekehrt der Schnellziig Nr. 1 jeden Dienstag und Freitag (mttnalü 16. Mai), und in der Richtung von Graz der Schnellzug Nr. 2 jeden Mittwoch und Samstag (erstmals 14. Mai) ohne Anschlüsse über Leoben geführt werden wird. Bei den nach den Relationen über Leoben verkehrenden ' en biswerdea . _ . . .und wirb bei diesen Zügen die Ausnahme von Reisenden nach, beziehungsweise von südlich von Payerbach-Reichtnan gelegenen Stationen erfolgen. Vereinsnachpichte«. Iüd. - akod. Kulturverbaud Jabne. Sonntag ven 18. d. Pi. ffndet »m 10 Uhr vormittags im Lokale, IX., Türkrnstraße 0, Ü. Siege, die ll. ordentliche (i> citcv«la v e r s a in in l u n g statt. — Verein Zion, Wir n. Anläßlich Lurg B'einer veranstaltet der Vcrcin rmei, geiltemsmnctt ÄnSsmseiner tyLit^ticb^r n'ch Salmannsdors. Treffpunkt: Endstaltivu der 4Oer»Lime, vo.r wo die Av'ahrt piinstl-ch l!l>c nach• «ltta-S erfolgt. — Generalimsaulmlung Icj 'Iopoldstädtec Tenrvelverc'mes „Aeschel Avrobom". In der am 11. d. M. abgehaltenen Generalversammlung wurden nachstehende Herren in den Vorstand gewählt: Obmann: Adolf Wenger; I, Obmann- Stcllvertreter: Oskar Schrmnek: U. Obmann-Stellvertreter Samuel Adler: Schriftführer: L. Hirschfetd: Schriftsiihxep-Stellvertreter: S. Chlamtatsch; Kassier: I. Schönherz; Kontrollore: I. Fischer und Direktor S. Weffely; Temprlvorsteher: W. Bäudler. H. Ehrcnsrld. S. Leemami und B. Pick; Beirat: S. Ehrenreich: Vorstandsmitglieder: F. Allma, M. Biß, indischer Hörer an der Hochschule für Dodenknlt n e. Freitag den 16. d. M. um V,6llhr abends findet im Cafü „Wim", VIII., Merstraße /gegenüber dem Allgemeinen Krankenhause), die 1l. ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Berichterstattungen des abtreteuden Ausschusses: 2. Stellungnahme zu den bevorstehenden Wahlen in den allgemeinen HochschnlanSschitß; S. Neuwahlen; 4. Eventualia. Vorträge und Versammlungen. Jüdisch-sozialistischer Arbeiterverein »P o a l e Z i o u", Wien, II., Stesainestraße 2 (Caf6 „Stefanie"). Morgen Donnerstag den 15. d. M. Vortrag Alexander: „Aufgabe des jüdischen Volkskommissariats". Scnnötag den 17. d. M. Vortrag Dr. Nagler: „Sozialisierungsprnblcm beim Aufbau Palästinas". Beginn V*7 Uhr abends. — Der IX, DiSknssion 8abend deS Palästinaamtes findet morgen Donnerstag den 15. b. M. um 6 Uhr abends im CafS „City", Wien, IX., Porzellangasse 1, statt. Sprechen wird Ing. O « n st e i n über „Unsere Cbalirzirn". — Lesennd Redehalle jüdischer Hochschüler, Wieri, lX.. Türkenstraße 9. Samötag den 17. d. M. um 6 Uhr abends spricht Dr. S. D ernst l d: „Der jüdische Student und die Wissenschaft*. — Arbeitsgemeinschaft Freie Erde. Morgen Donnerstag den 15.d.M. um 6 Uhr abends im Saale des Wissenschaftlichen Klubs, Wien, VI., Dreihufeisengaffe 1, Adolf G r o s; ni a n n: Meine Militärdienstverweigernng. (Erlebnisse in GefövgniS rmd Irrenhaus.) Regiebeitrag von X 1.— bis K 8.—. Die Ernährung. Die Versorgung Deutschösterreichs und Frankreich- Lugano, 13. Mai. (Tel. der „Wr. Morgenztg/) Die Stellungnahme des Budgetausschusses der französischen Kammer, der die von De utschö st erreich angebotenen Pfänder für ungenügend erklärte und den Antrag des. Ministers Cle mente! auf Bewilligung eines Vorschusies von 15 Millionen Dollar zur Beteiligung Frankreichs an der Versorgung Oesterreichs a b 1 e h n t e, erregt hier autzerordentliches Befremden, um so mehr, als man jetzt, da die deutschösterreichische Friedensdelegation nach Paris abgereisl ist, auf ein größeres Entgegenkommen Frankreichs Deutschösterreich gegenüber rechnen konnte. ’ Man gewinnt den Eindruck, daß Frankreich trotz aller Versprechungen das ablehnende Verhallen gegenüber Deutschösterreich jetzt knapp vor Beginn der FnedensverhMdlungenneuerdings stärker betonen will. In. informierten Kreisen wird darauf verwiesen, daß die Versorgung Deutschösterreichs bisher ausschließlich von italienischer Seite erfolgte, wiewohl Frankreich sechsmal reicher ist als Italien und seine Kriegsschuld nur doppelt so groß ist als jene Italiens. Die Amerikaner senden Lebensmittel für die Wiener Kinder. Das mnerikavische „Cbildren Relief Bureau", das in Wien amtiert, will bekauutlich die Not der dewtschösterreichischen Kinder durch eine Lebensmittelspende im Werte von 400.000 Dollar lindern. Die Kommission, die unter Leitung Captain M. T o n e h s und Dr. Hermann Geists steht, hat nun aus eigener Anschammg das Wiener Elend kennen gelernt und erkannt, daß nicht nur' Kinder raschester Hilfe bedürfen. Amerikas Hilfe soll auch auf schwangere und stillende Mütter sowie Jugendliche bis zu 17 Jahren ausgedehnt werden. Lu diesem Zweck wurde die Lebensmittelspende verdoppelt. Für Dnstschosterreich sind bereits L e b.e n § nt i t t e l t m W e r t e v o « 800.000 Dollars sichergestellt. Der erste auS 240 Waggons bestehende Transport soll bereits in der nächsten Zeit m Wim eintreffen. Er enthält 60 Waggons Kondensmilch, ferner Kakao, Zucker, Fett, Mehl und ReiS. Der Marktbericht. Das Angebot der Märkte war gestern im allgemeinen sehr gering. Die Großmarkthalle verfügte nur über 300 Kilogramm amerikanisches Schweinefleisch, daS zur Deckung des rayonierten Bedarfes bestimmt war. Die Verbraucher, welche aber bisher ihr Bezugsrecht nicht ausgeübt hatten, kamen auch gestern dem letzten Tage dieser FletschbezugSwoche — nicht. Dagegen waren einige huuvert Käufer erschienen, die daS amerikanische Schweinefleisch markenfrei, beziehungsweise gegen Etnkauffchem erwerben wollten. Diesem Wunsche wurde nicht stattaegeben, so daß das Fleisch zugunsten der Verschleißer verfällt. Wie bereits fcstgestcllt wurde, werden aus dem a nr e r i k a n r s ch e n Schweinefleisch Würste erzeugt, die um 99 bis 100 Kronen für das Kilogramm (!) verkauft werden. DaS Übrige Angebot bestand aus einem kleinen Qurntmn Schaf-, Ziegen- und Lammfleisch und 200 Kilogramm Würsten. , Die F i s ch m ä r k t e erhielten auch gestern frische Seefische nicht zugesührt. Die gesalzenen Schellsische wurden auch wenig begehrt. Rasch. auSverkanst waren die geräucherten Seefische zn 16 Kronen das Kilogramm, die — allerdings nur in sehr kleinen Mengen — erhältlich waren. Auf den G r ü n w a r e n m ä r! t c n sind die Zufuhren au F r ü h g e m ii s e im Zuuehrnen. Die enorm hohen Preise beeinträchtigen die Kauflust mraemcin, so daß täglich große Mengen unverkauft bleiben. Die Händler gehen aber mit den Preisen selbst dann nicht herunter, wenn daS Aussehen und die Qualität - deS Gemüses durch die längere Aufbewahrung bereits scbr gelitten hat. Da aber zu dm geltenden hohen Preisen täglich frisches Gemüse zu haben ist, dürste viel Gemüse dem Verderben anhermfallen. Fleischausgabe in Wien vom 16. dir zum 21. Mai. Di>- luiUUsN'eiic Aufgabe von R i ti b ff c i f ri) m Wien roui in fi er Wo cif f’.ii i\!ff-- ,',>"u :!1. ".Rai forlgefftzl. Zum Kanf j-?.n jiiiö Kriism'.nlitcno'.'gani''. sationen sowie Kriegs- und Gemeinschaftsküchen, die bei Fleischhauern rationiert sind, deren Fanuliennanie (Firma) mit dem Buchstaben K beginnt. Die Onote für die vrivaten Haushaltungen ist mit 10 Dekagramm pro Kopf scsigesetzt. Beun Bemg des Fleisches werden die mit IS bezeichnetenAbschnirte des grauenEinkausschcincs für RindflAsch abgetrennt. Den Kriegs- und Gemeinschaftsküchen wird statt inländischen Nindficischeö zum Teile dänisches gepökeltes Ueisch zugewiesen werden müssen, ohne daß jedoch der UebcrnahinSvreiS eine Aenderrmg erfahren würde. Die Zuweisungen an die Spitäler und Versorgmigsanstalten erfolgen allgemein, ohne Unterschied, mit welchem Anfangsbuchstaben der Name (die Firma) ihres Fleischltcfcranten beginnt. Eine Zuweisung von Rindfleisch ou Gastgewerbebetriebe kann wegen der Unzulänglichkeit der zur 'Verfügung stehenden Menge nicht fiattfindeu. Der Getreide- und Mehleinlauf. Baut deutschvsterreichischen Staatsamt für Bolksernährung wird wcrlautbart: An Getreide und Mehl sind mit Endmtesendnngm in Deutschösterreich ringelangt: Am 11. Mai . 889 Tonnen Getreide--- 795 Tonnen Mehl ferner ... 448 „ » znsaimnen 1243 Tonne». Mehl Am 12. Mai 2036 Tonnen Getreide — 1633 Tonnen Mehl ferner ... . 1429 _„ zusammen 8262 Tonnen Mehl Einlauf seit 1. Mai (in 12 Tagen) zusammen 20.294 Tonnen Mehl. Derzeitiger Tagesbedarf 1418 Tonnen Mehl. Da Obkrösierreich nach den dnrchgeführten Erhissnngen noch für einige Zeit mit Brotmehl versorgt ist und vorläufig nur Vei> schleißniehl an Oberösterreich zuaeschoben werden muß, konnte die für den täglichen Zuschnßbedarf erforderliche Menge herabgesetzt werden. Zubutzen für Kinder. Die gestrtge Verlautbarung über die Abgabe von Kmdemährmiltelzubußen wird dahin richtiggestellt, daß die bei städtischen Abgabestellen mit Mehl rayonierten Haushalte die Zubußen für Kinder nicht bei den Mehlabaabestelleu, sondern bei den städtischen Nahrmittelabgabestellcn, bei welchen die Zubußen für Kmder im Vormonat erhältlich warm, zu beziehen sind. Infolge Herabsetzung des Preises für RfiS beträgt nunmehr auch der DetallpreG für den zur Abgabe gelangenden Kindcrreis K 4.— pro Kilogramm. Mitteilungen der „Rohö". Heute Mittwoch: Zentralmagazm VIII., Planstengasse 19: Salz, Essig, Walzgrieß, Knoblauch. Sardellen. ThMffsch, Apselmarmelade, Bari von 9 bis 12 und von 3 bis 5 Uhr. Zur selben Zeit: I. Bezirk: K.-V.-Seife, Toiletteseise, Zwirn, Franckkasfee, Snvpenmaffe, Krachmandeln. — kl., III., IV. unb XIX. Bezirk: Walzgrieß, Ztvirv, Masol, Salz, Franckkasfee Knoblauch, Dörrgemüse, Kümmel von 9 bis 12 Uhr. — IX, XII., XIII,, XVII. unb XVIII. Bezirk: Waschpulver. Walzgrieß, Franckkasfee, Paprika, Salz, Dörrgrmisse, Toiletteseife, K.-B.-Seife. — X. Bezirk: Backobst, Waschpulver, Walzgrieß, Franckkasfee, Sale. — XXI. Bezirk: Walzgrieß. Franckkasfee, Zwirn, Paprika, K.-B.-Seife, Toiletteseife von 2 bis 4 Uhr.' Für großes Gefäß sind prima Kochkisten, pro Stück X 20.—, solange der Vorrat reicht, bei der Kochkistenaktion der Rohö, VN., Kirchberggasse 11, täglich von 9 bis 4 Uhr zu haben. Samstag geschlossen. m Bühne und Kunst. Nene Wiener Bühne. (Gastspiel A l e x a n d e r M o i s s i.) Moisst begann sein diesjähriges Gastspiel Shaw's Komödie „Der Arzt am Scheidewege", jener geistreichen, sehr scharf zugespitzten Auseinandersetzung mit der modernen Heilkunde. Er gab den lungenkranken Maler Dubedat, besten genialische Heber* legenheit die ärztlichen Primadonnen Londons so verdutzt macht. Mit welch schlichten Mitteln Moissi diesen jungen, überall Geld pumpenden, aber sittlich hoch über dey Oberbonzen der Gesellschaft stehenden Maler auf die vier würdevollen, selbstbewußten Sachwalter der ärztlichen Wissenschaft wirken lässt, wie er heiter lächelnd ihre Zurechtweisungen, empörten Angriffe, erbosten Beschimpfungen aus dem Handgelenk pariert, ein grundgütiges „Allesbegreifen" im Augenspiel — das ist hohe, ungemeine Kunst, das bleibt ein unvergeßlicher Genuß. Die gütige, aller Schärfe benommene Ironie behält Moisti auch in der tief ergreisenden Sterbeszene, in der ihm oie Gegenwart des Peporters noch ein letztes, welkes Lächeln entlockt. Auch die i übrigen Darsteller boten durchaus emste künstlerische Leistungen und man schämt sich eines Publikums, das nach jenen Akten, in welchen der Gast nicht auftritt, den Beifall versagt. Die Herren Lessen, Schreiber, I w a l d, I e n s e n, Dohne und Land sonne die feine Ziizilie L v o v s k y sind durchaus zu loben. 0. A. Tanzabend des „Anbruch". Noch ehe die Ziele und Absichten der modernen Musik allsc>tZ auf Verständnis stoßen, finden sich auch schon die Pricstcrinnen der Tanzkunst ein, die zu den neuen Klängen mimische AusdmckSrformen geftmdm haben. Stella K r a m r i s ch dankt dieser Bereitwilligkeit ihr Debüt im Rahmen deS „Anbruch". Ihre Tänze legten den Kompositionen von Dcbuffh, Ravel, Skeiabine und Bartok mannigfache, mimisch ausdrückbare Deutung zugrunde' Liebendes Werben, halbe Nachgiebigkeit, Flucht, Verfolgung, Zärtlichkeit, Abscheu, Schrecken, kurz, die leider nicht unbegrenzte Skala der tanzbarcn Empfindungen wurde auch ans die Musik der Neutöner passend angewendct. Die gewählten Kostüme trugen viel zur Erhöhung de8 angenehmen Eindrucks bei, den man von der neuen Tänzerin gewann. Freilich konnte man sich des Gedankens nicht erwehren, daß diese Tanzkunst mehr dem klügelnden Intellekt als der naiven Hingabe an RhpthmuS und Melodie entspringt. Aber dieser Mangel füllt auch der sie inspirierenden Musik zur Last, woraus sich als Resultat ergibt, daß die Debütantin ihre Anfgabc in möglichster Voslkommenheit löse. In den Tauzpansen hörte mau cimge geisireichc, aber noch migctanzte Komposinoucn von P c t p r e k und eine Romanze voll S z n ui a n o w o > i, b:>* .Vit^o (V> o i t e v m ii n n mö träumerisch vertlanei» GvNgentrm vortrng. LI.