Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 115 (14.5.1919)
- Date
- 1919-05-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979192--01014-2986370- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Riga 2× ep/1000826
- Banat 1× ep/1272623
- Cheb 1× ep/1044482
- Liepāja 1× ep/1000744
- Ukraine 1× ep/1001131
OCR text
\ Seite 4' Wien. Mittwoch ^nnywt,! »> > - ■ . .. - - Telegramme. Die Friedens-edmgrrngen für Deutschösterreich werden morgen verlautbart. Zürich, 13. Mai. «Tel. der „Wr. Morgcnztg.") Aus P a t i s wird flcmclbct: Nach Jnsormationm aus dem Gmeralf cftrctartnt der Konferenz dürften die Friedensb e d i n g n n g e n für die ehemalige ö st e rr. eichi s ch - u n g a r i s ch c M v u a r ch \ c bereits « nt 15.d.M.. a b e n d S, f » r d i e P r e s s e m i tgcteilt n»echen. Die Funkenstation von L y o n -werde am 15. d. M., abends 7 Ilhr, mit der Abgabe des Friedcnsverträges für das ehemalige Oesterreich-Ungarn an die auswärtigen Nadiostationen beginnen. Bezüglich der Verhandlungsform verlautet, daß die öfter* reichlichen Delegierten die ihnen vorgelegten Bedingungen mit schriftlichen Gegenvorschlägen zu beantworten haben, aber außerdem auch mündliche V e rb r n dl u n g c u stattfinden werden. Die Ueberreichnng des Friedens- Vertrags wird durch Clemenceau erfolgen. Die Beratungen. Paris, 13. Mai. (Havas.) Die Regiemngshänpter berieten in ihrer gestrigen Bormittagssitzung die Antwortenauf die am Samstag abends vom Grafen Brockdorfs-Ranöau übergebenen beiden Noten. Die in Betracht kommenden Ausschüsse wurden befragt. Man sieht voraus, daß mehrere deutsche Noten der Konferenz übergeben werden. Der?,ehr.errat versammelte sich um 4 Uhr nachmittags. Der Sitzung wohnte der Vorsitzende des Hauptausschusses für Gebiets fragen, T a r d i e n. bei. Der Mat regelte-endgültig das Programm der Grenzen Oesterreichs und Ungarns, wobei die letzte Woche vom Rat-der fünf Minister des Aeußcrn festgesetzten Bestimmungen gewahrt blieben. Wilsons verzögerte Abreise. * Paris, 13. Mai. (Funffpr. d. Tel.-Korr.-Bur.) „Echo de Paris" erfährt, daß die auf den 13. Juni anberanmte Abreise des Präsidenten Wilson iedenfalls weiterverschoben werden dürfte. Wilson werde solange als notwendig in Frankreich bleiben. Die Alliierten werden den Deutschen keine lange Verzögerung erlauben. Bis 15. I u n i müsse der V e rrrag unterzeichnet sein, sonst würden Marschall Foch und Admiral Beatty das Notwendige veranlassen. Italienischer Protest gegen die Pariser Konferenz. Nom, 13. Mai. (Korr.HeiH.) Die Lolkspartei beschloß' einen geharnischten Protest gegen die Pariser Konferenz, welche einen imperialistischen Frieden anstrebe und die Fr eiheitder Völker bedrohe. Die Partei wi'mscht die Verbrüderung aller Völker gegen fremde Ausbeutung. Die Kriegerveretnc beschlossen eine Resolution gegen die Pariser Konferenz, welche nur der Plutokratie zum Siege verhelfen soll. Kein Protektorat Frankreichs über Abeffynien. Genf, 13. Mai. (Korr. Herz.) Gestern ist in Marseille eine abessynische Mission in Begleitung des französischen Gesandten am abessynischen Hof eingetroffen. Zwei weitere Missionen sind bereits unterwegs, von denen eine nach London, die andere nach Rom gehen wird. Die Gerüchte, die davon wissen wollen, daß die Mission Frankreich um die Tlebernahme des Protektorates über Abessynien bitten soll, entsprechen nicht den Tatsachen. Präsident Ebert gegen den Diktatfrieden. Berlin, 13. Mai. (Korr.-Bur.) Reichspräsident Ebert erklärte Abordnungen von Danzig und Westpreußen gegenüber, daß die Friedensbedingungen der Feinde für das deutsche Volk unerträglich und undurchführbarsei,en. Dies gelte ganz besonders für den deutschen Osten. Die Reich sregierMg habe ihre Unterhändler beauftragt, alle dyse Fragen eingehend zu prüfen und den deutschen Standpunkt dm Feinden gegenüber mit aller Kraft zur Geltung zu bringen. Ministerpräsident H i r s ch schloß sich den Ausführung Eberts für die preußische Regierung an und erklärte ausdrücklich, daß der Friede, wenn er die jetzt vorliegenden Bedingungen enthalten sollte, für die Regierung unannehmbar sei. Berlin, 1Z. Mai. (Korr.-Bur.) Reichspräsident Ebert machte gegenüber einem Mitgliede der Redaktion des „Vorwärts" folgende Mitteilung: Unsere Ausgabe ist es, heute zu den Staatsmännern der anderen Seite als Mensch enzu Menschen 3U reden und ihnen vor dem Forum der ganzen Wrlt den Nachweis zu liefern, daß das, was sie fordern, mit Gewissen und Vernunft nichtzn vereinbarenist. Die Welt braucht den Frieden, nicht nur wir, sondern auch unsere Gegner brauchen ihn. Wir wollen den Frieden ehrlich und aufrichtig und gerade darum müssen wir uns bis aufs äußerste zurWebr setzen gegen die Schaffung eines Zustandes, der kein Friede, sondern nur die Vorspiegelung eines solchen ist. Polnisch-ukrainische Verhandlungen in Paris- Stanislau, 13. Mai. (Korr.-Bur.) Der ukrainische Pressedienst meldet aus Paris vom 12. d. M-: Die interalliierte Kommission für einen ukrainischpolnischen Waffenstillstand trat heute mittags zusammen. An der Sitzung, deren Vorsitz der englische General Bot ha führte, nahmen von polnischer Seite der Friedensdelegiecte Dmotvsky und General Rvzwad o w s k i, von ukrainischer Seite der Friedensdelegierte Staatssekretär Paneykv, der stellvertretende Staatssekretär Lozynskyj und Oberst Witvwskyj teil. Der Vorsitzende, General Botha, machte einen Vorschlag für einen polnisch-ukrainischen Waffenstillstand mit folgender Demarkationslinie: Vom Flusse Bug im Nords sten bis zur Westgrenze des Bezirkes Drohobyez im Südwesteu. Nach diesem Vorschlag bliebe Lemberg in der Polnischen und das Petroleumgebiet Drohobyez in der ukrainischen Okkupalionszvne. Diese Demarkationslinie würde für die schließlichen Staatsgrenzen zwischen Polen und der Ukraine kein Präjudiz bilden. Die militärischen Kräfte, die sich' gegenwärtig in den betreffenden Gebieten befinden, hätten sie binnen fünf Ta'gen nach Unterzeichn'.mg des Waffenstillstandes die zur Deimirlntivnslin.e zu fitK.nnt.' Wiener Morgenzeltung 14. Mai 1919 Nr. 115 Die Friedensbedingnngen für die Nationalstaaten. Versailles, 12. Mai. (Korr.-Bur.) Den Morgenblattern zufolge wird die Uebrrgabc der F riedensb edingungen a n d i e D c u t s ch ö st e r r e i ch e r auf Schloß Samt-Germam jm Saale Boucher de Pertes erfolgen. Der Zehnerrat, dem Tardieu als Vorsitzender des TerritoriglculsschufseZ zngezvgen war, hat gestern die Grenzen von Deutschöfterreich und Ungarn erörtert, die unverändert nach den Ausschnßbcschllisfen a n g en o mm e n wurden. Das „Journal" berichtet! hierzu: Der tschech o-slowakische Staat wird Böhmen» /Mähren und einen guten Teil von Schlesien und Teschen umfaffev. Zwecks unmittelbarer Verbindung mit Rumänien hat man ihm auch ungarisches Gebiet an den Karpathen zu gewiesen. Dieser Beschluß. bewirkte einen scharfen Widerspnrch der Ukrainer und Ruthmen. Sie forderten im Namen des Völkerrechtes den ganzen östlichen Teil von Galizien bis zum San und dm ungarischen Teil der Karpathen. Die Konferenz, so berichten die Blätter weiter, gewährt Rumänien n ich t all e §, was ihm im Vertrag von 1916 versprochen war, der ihm die ganze Bukowina, Siebrnbiirgen, die Ebene auf dem linken Theißufer und dm Temeser Banat zusichette. Jetzt , erhalt Arrmarrien die ganze Bukowina» obwohl ihr nördlicher Teil unbestreitbar rnthenisch und ukrainisch ist. " Dagegen laßt man Ungarn die magyarischen Bezirke des Theißtale?. Die Grenze wird ungefähr durch Szatmar- T e m e s v a r—W c r s ch e tz bezeichnet. Der südöstliche Teil des Temeser Banats wird S e r b i e n zugesichert. Südflawien erhält Bosnien» die Herzegowina, Kroatien und Kram, ferner die serbischen Bezirke der Bacska zwischen Theiß und Donau und nördlich ttpttder Drau. Das Schicksal des südlichen Teiles von Kärnten, der Steiermark und des Gebietes um Klagensuct und Marburg wird durch Volksabstimmung entschieden. lieber die weiteren Bedingungen berichtet „Matin": Gemäß den im Vertrag mit Deutschland angewandten Grundsätze werden die vor dem Kriege entstandenen Schulden proportional au falle Staaten imGebietederfrü Heren h a b § b n r gischen Monarchie anfgeteil t, ebenso die Wiedergutmachungen, für welche Oesterreich-Ungarn die Verantwortung zu tragen hat. Dagegen werden mährend des Krieges zu Kriegszwecken gemacht- Schulden ausschließlich von Oesterreich und Ungarn ju tntgen fein, Die österreichische Handelsf lotte wird einen Teil der gemeinsamen Flotte feindlicher Schiffe bilden, welche dm Alliierten den verlorenen Schiffsraum ersetzen soll. Italien hatte vergeblich gefordert, daß in Triest beheimatete Schiffe nicht unter di« Alliierten verteilt, sondern als zu Triest gehörig bettachtet würden. Durch die Verteilung wird jeder von den Alliierten etwa 4L Prozent von seinem verlorenen Schiffsraum, das heißt, Italien etwa 380.000 Tonnen wieder erhalten. N e m e L i—D e b r e c z i n—G roßwardei n—A r a d- Erne EnLenLeoffensive gegen Rußland. 50.000 Kanadier und eine englische Flotte schlagbereit. Die Armee Haller nach Riga dirigiert. Köln, 13. Mar. (Korr.-Bur.) Einem Stockholmer Telegramm der „KöluischeuZeitung" zufolge wird aus Helsingfors gedrahtet, daß allem Anscheine nach eine große Militär r s ch e U n t e r n e h m u n g g e g e n S t. P e t e r sbnrg mit Helsingfors als Basts vorbereitet.werde. Alle beschäftigungslosen Ausländer seien ausgewiesen und der verschärfte Paßzwang eingesührt worden. Gerüchtweise verlautet, daß in den nächsten Tagen große Truppentransporte eintreffen würden; man spricht von 50.000 Kanadiern. Etwa 20 e n g l i s ch e S ch i-f f e liegen in den finnischen Gewäffern. Berlin» 13. Mai. (Korr.-Bur.) Nach Blättermeldungen; aus Thorn meldet die Warschauer Presse: Die Transporte der' Armee Haller durch Deutschland sind aus unbekannten Gründen eingestellt worden. Die Armee wird' mit größter Beschleunigung aufdemSeewege befördert. Die Lcmdungsstelle wird g e h e i m g e h a l t e n. Vermutet wird als solche Riga oder Libau. Es soll eine etwaige Vereinigung zwischen den Deutschen und Bolschewiken durch einen Keil verhindert werden. Die Sttcitkräfte der Bolschewiken sollen in bedrohlichem Anwachsen sein. Das Schicksal Oberschlesiens. Sicherung des Grenzschutzes. Oppeln» 13.Mai. (Tel.-Komp.) ReichswehrministerNoske und die übrigen militärischen Stellen haben den Arbeitern Obcrschlesiens die bestimmte Versicherung abgegeben, daß Schlesien, insbesondere Oberschlesien, während der Zeit des schwebenden Zustandes militärisch vollkommen gesichert werden soll. Die Truppen sind vorläusig nur zur Verstärkung des Grenzschutzes entsendet worden, weitere Truppensenduugcu ausschließlich zu Sicherungszweckm sind unterwegs. Französische Ingenieure an der Grenze. Oppeln» 13. Mai. (Tel.-Komp.) Wie aus zuverlässiger Qttelle aus K a t t o w i tz ntikgeteilt wird, sind in Kongreßpolen und an der Grenze bereits französisch« Militäringenieure undSappeure eingetroffen, um nach der Besitzergreifung Oberschlesiens durch die Polen, die Verwaltung der oberschlesischen Industriegebiete zu übernehmen. Man beabsichtigt ähnliche Maßregeln wie im Saargebiet, und zwar: Zehnstündige Arbeitszeit, strengen Arbeitszwang und Unterdrückung der sozialistischen Bewegung, die von den Franzosen rmd Polen als Bolschewismus bezeichnet wird. . Die Lage in Leipzig. Leipzig, 13. Mai. (Wolffsches Bnrecm.) Gestern nachmittags trafen hier sächsische Grenzjäger ein, die den Stadtteil westlich bet Kleisse besetzten. In vielen Betrieben war vormittags zum allgemeinen AuSstand aufgefordert worden. Der M. fforderimg haben jedoch^ bisher nur die Arbeiter einiger Fabriken der Metallindustrie Folge geleistet. Ferner traten vormittags die Arbeiter derstäbtischenGaswerkein den Ausstand. Unter den Eisenbahnern und Straßenbahnern wird gleichfalls für den Streik agitierte Eine Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen. Der bisherige, sächsische Militärbevollmächttgte Schv cning soll verhaftet sein. Bei einer Hausdurchsuchung in den Räumen der „Roten Fahne" wrrrde zahlreiches belastendes Material, kommunistische Flugblätter usw., vorgefunden. Bon zuständiger Seite wurde erneut dara>lf hingewiesen, daß die 'Lebensmittelbe^triebe unter allen Umständen weiterqrbeiten iverden. Diejenigen Arbeiter solcher Betriebe, welche oie Arbeit verweigern mtf> nicht spätestens im Laufe des Dienstag wieder aufneh'men, haben ihre Entlassung zu gewärtigen. Für die städtischen technischen Betriebe sind etwa ,400 auswärtige Techniker nach Leipzig unterwegs. Unter den zahlreichen Verhafteten befinden sich' die unabhängigen Arbeiterführer S ch r o e r s und Schröder. Bewaffnung -es Oedenburger Proletariats. Oedenburg, 13. Mai. (Porl.-Korr.) Unter dem Schlag- Worte „D i e R e v o l u 1 i o n ist in G e f a b r!" hat der Arbeiter- und Solbatenrat der Mgarffchen Räterepublik in Oedeubnrg beschlossen, das P r o l et a r i a t von Westungarn zu bewaffnen. Der Beschluß de? Arbeiter- und Soldatenrates, das; in erster Linie diejenigen zur Roten Armee einzurücken haben, welche Soldaten waren, wurde einer großen Versammlung der Fachorganisatiorrrn vorgelegt, die sich mit dem Beschlüsse des Arbeiterrmd Soldatenrates einstimmig einverstanden erklärten. In der Verfammllmg sprach rmter anderem der politische Bevollmächtigte der ungarischen Räterepublik stir Oedmburg K elln er, der cmsfühtte, daß sich die A r b e i t e r s ch a l l nicht allern auf das angeworbeite Heer stützen, sondern sich auf die eigene -Kraft verlaffen müsse, j (deurdeso wie man im Kchre 1b 17 gegm die russische Räterepublik losging, wird man jetzt auch die ungarische Räterepublrk , anareisen. Die Rumänen hätten nicht infolge ihrer Tapferkei anfangs Erfolge erzielt, sondern nur deswegen, weil die angeworbenenSoldatender ungarischen Republik beim ersten Schuß davongelaufenseren. Tschechische Vorbereitungen zwecks Ermnarfch in Bayern. Berlin» 13. Mai. (Korr.-Bur.) Die „Deutsche Allgemeine . Zeitung" bringt eme.Meldrmg der Telegraphenunion avs RegnrSburg, wonach aus Furth im Wald gemeldet wird, daß n der böhmischen G r e n z c bei der Stadt Tauß seit einigen Tagen in größeren Verbänden tschechische Infanterie und Kavallerie gruppiert werdm, desgleichen gegenüber dem bayrischen Grenz- ' Punkt Eisenstein Infanterie und Kavallerie arrSwaggoniert werden. Die Kaffen der bayrischen Aemter an der Grenze haben sich für eine plötzliche Abfahrt vorbereitet. Man vermutet, daß diese Truppenausgebote an die bayrische Grenze dirißiert worden sind, um im Falle der Nichtunterzerchnung de8 Friede nsprotokolles s ofortinBahern einzu marschieren mrd die von den Tschechen längst begehrten reindeutschen Orte Bor dem Walde mib Eisenstein mtt ihrem wichtigen Grenzbahnhof zu besetzen. Stift Tepl verkauft seine Besitzungen. Prag, 13. Mai. (Korr.-Bur.) Das „Prager Tagblcrtt" erhält aus Eger eine Bestattgung der Nachricht, daß das Stift Tepl seinen Marienbader Besitz an eine Gesellschaft von Pilsner tschechischen Großkapitalisten verkauft hat. Wie dasselbe Blatt meldet, hat sich der Marienbader Gemeinderat telegraphisch an die Prager Regierung mit dem Ersuchen gewendet, diesem Pachtvertrag die Genehmigung zu verweigern und zugleich um Bekanntgabe gebeten, wann eine Marienbader Abordnung vom Präsidenten der Republik und dem stellverttetenden Ministerpräsidenten empfangen werden könnte. Dr. Naschins Finanzexpose. Prag, 13. Mcii. (Korr.-Bur.) Finanzrniinster Dr. Nasch in unterbreitete heute der Nationalversammlung derl Staatsvoranschlag und hielt ei.tr längeres Exposö, worin er. zunächst erneu Ueberblick Über die Hauptzifjern des Staatsbudgets gab, das im ordentlichen Voranschlag ein Akttvunr von 182 Millioncn, im außerordentlichen Voranschlag jedoch ein Passivum von 3324 Millionen Kronen auftveist. Der Minister zählte sodann die von i'>»t geplanten @ teuer er fj ö f) u it g en uni» neuen 'St euer n auf, die. zusammen mit Anleihen die außerordentlichen Abgänge werden decken müssen. Unter anderem bemerkte der Minister, daß in Tschecho-Slowakien rund 7 Milliarden Kronen, zur Abstempelung angemeldet wurden und daß bisher davon rund' zwei Milliarden zurück gehalten werden, da zunächst wohl die Hälfte des zur Stempeltmg Vorgelegtett Geldes, später aber die Beträge bis 250 Kronen sowie öffentliche Gelder wieder zurückgegeben wurden. Der Minister kam zu dem Schlüsse, daß. von einer großen Finanzreform gegenwärtig nicht die Rede sein könne und die Finanz- * Verwaltung sich unter den schwierigen Verhältnissen nur mit Flickarbeit behelfert müsse. Der Goldschatz der Gräfin Coudenhove. Prng, 13. Mai. (Tel.-Komp.) Nach einem Bericht des „Pravo Lidu" wurden in Potschek zwei an den Marienbader Spediteur Riedl adressierte Waggons mit Möbeln wegen ihres verdächtigen Inhaltes angehalten und bei der Untersuchung in den Waggons auch Kisten mit.Gvld- und Silbergegcuftdnücu sowie Juwelen und einer großen Zahl von Perlenschnuren, die der Gemahlin des ehemaligen Statthalters Gräfin Eondenhove gehören, gefunden. Das Gold allein wiegt 17 Kilvgramm. .Die Transportleituug verbot sogleich die Weiterbeförderung und erbat 'aus Prag Weisungen. Als ans Prag die überraschende Verfügung kam, daß > dev Transport erlaubt fei, bemächtigte sich der vor benrj Bahnhof versammelten Menge große Erregung.. . Es tvnrde die foforttge .Beschlagnahme der beiden Waggons gefordert. Das Stationskommando sttlltö Wachen auf, und verhinderte die Weitersahrt der Wagen. Seither wird von den Dorfbewohnern der Bahnhof ständig belagert.