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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-11 · Heft 112 (11.5.1919) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 112 (11.5.1919)
Date
1919-05-11
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9fc 112 D-ren. Vonmag Wiener Morgenzeitnng kick vo« dem Gelingen brr Unlrrnehnrung wertvvlle Mithilfe für ihr eigenes Institut. Schon in der Zeit der Dorbereitckn? haben eine Neil)« namhafter Zachgelehrter ihre Mitwirkung für Spezialgebiete zugesagt. Dozent Dr. nred. und phil. Siegmund Kern selb hat dem Archiv ein Laboratorium für experimentelle Psychologie und Pädagogik angegliedert. Da? Archiv ist Montag und Donnerstag von S.bis ö Uhr nachmittags geöffnet. In dieser Zeit steht die Bücherei, die ältere und neue pädagogische und psychologische Werke sowie Zeitschriften, insbesondere viele hebräische Lehrbücher. Grammatiken? und Chrestomathien enthält, der Benützung offen. Mitglicberanmeldungeir in den Leseftunden oder schriftlich. Die Bevmtung Levi den Gerson. (Die Verdienste eines jüdischen Mathematikers des Mittelalters. Levi ben Gerson, der als Religkottsplnlosoph unter dem Namen Magister Leo Hebraeus in der katholischen Neligionsphilosophie große Ächtung genießt, würdigt Professor Dr. Wilhelm Föerster in seiner vor kurzem erschienenen Schrift „Die' internationale Wirksamkeit des Judentums in der Vergangenheit und .in der. Zukunft" in eingehender Weise. Föerster mißt dem jüdischen Philosophen aus dem Gebiete der Astronomie dieselbe fundamentale Bedeutung bei, die Ma im 0 nid es als Neligionsphilosovh besitzt. „Es wstrde zu weit führen", heißt es in der Foersterschen Schrift, „eingehend darzulegen, was di« damalige, des Fernrohres und Mikroskopes noch entbehrende astronomische Meßkunst dem 'Levi ben Gerson im besonderen zu verdanken gehabt hat. In aller Kürze will ich nur erwähnen, daß er zuerst die Bedeutung der sogenannten Camera obskura für die astronomische' Forschung vollständig erkannte und zu verwegen' lehrte.^ Levi ben Gerson erfaßte die Bedeutung, welche'die Camera obscura. für die Messung von Schattenlangen hat', verstand die Wichtigkeit dieser Einrichtung für die Messung der Veränderungen unserer jeweiligen Entfernung von der Sonne und von dem Mond und er erkannte durch solche Messungen insbesondere gewisse Unfertigkeiten der ptolemäischen Theorie der'Sonnenbewegung sowie der Mondbewegung.' Man darf sagen, daß diese Kritik späterhin für Kepplers entscheidend« Theorien vou wesentlicher Bedeutung geworden ist. In der Camera» obscura wurden dann nahezu 300 Jahre nach LeviS Zeit, kurz vor der Erfindung des Fernrohres, die Sonnenflecken zuerst gesehen. Sicherlich hatte die Camera obscura einen Äntetl an der späteren Erfindung des Fernrohres und weiterhin an der Entwicklung der Photographie gehabt. Der Dank der beide» Stiefvaterländer dieses großen Gelehrten bestand in der Vertreibung des jüdischen Forschers. Der >neue Orient. Die Zeitschrift ,D^r neue Orient" veröffentlicht in Hcft 11/12 einen Äussatz b<xn Professor Dr. Adolf.Koch „Der Zionismus.vor seinem Triumphe". Dieser Aufsatz würdigt die. Anerkennung des Zionismus als einer weltpolitischen Frage durch .die Friedenskonferenz. Er Faisul an Prof. Felix Frankfurter gerichtet hat und kleidet weist ferner ans die Bedeutung des Briefes hin, den Emir die gegenwärtige Lage der Bewegung w die Schlußworte: „Der Zionismus vor seinem Triumphe".. > NttSgvaöurrzen im Orient. Professor Fljnders Petrie weist in seinem jüngst erschienenen Büchlein „Castern Exploratfon, Past und Future" darauf hin. daß England durch seine Eroberungen in Palästtna und Mesopotamien in den Besitz der wichtigsten Quellen zur Geschichte der Menschheit gelangt ist. Sobald der Krieg vorüber sei, müsse man an das Studium und die Hebung der 10.000 Jahre alten Kulturdokumente gehen. Der Verfasser hat eine sehr geringe Meinung von dem Wert der bisher geleisteten Forschungsarbeiten. Er schlägt vor, diese Arbeiten in die Hände des jüdischen Staates in Palästina zu legen. Auch solle das neu zu erbauende Jerusalem außerhalb des jetzigen Weichbildes der Stadt erbaut werden, damit man ungestört in M-Jerüsälem wissenschaftliche'Forschungsarbeit leisten könne. Einlauf: Adolf. Gelber: Auf polnischer Erde, Wien, Verlag Moritz Perles. Dr. Johannes Widmer: Von HodlerS letztem Lebenswerk, Verlag Racher u. Co., Zürich 1919, Richard Guttmonn: Variete. Wien, Deutschösterreichischer Verlag. Leopold L ö w y: Zur Klärung unserer wirtschaftlichen Notlage, Wien, Verlag Manz. Dr. Moritz Sternberg: Schutz der Mieter, Wien. Verlag Manz. Statistische Zentralkom Mission: Der Aufbau der Statistik in der 'Staatsverwaltung Deutschösterreichs, Wien 1919, Dr. Josef Ruf eisen: Nationale und soziale Judeniragen. MOr.-Ostran, Zionistisches DistrittSkomitee. I. S. Machart K. u. t. Kriminal. , Die erste jüdische Republik. Novellen von Gchalom A s ch, erscheinen Ende dieses Monats. Der berühmte jüdische Dichter behandelt in diesem neuesten Werke im Nahmen femlnder Geschichten ohne die Absichtlichkeit der Aklmüilät alle jene Fragen, die heut« in jedermanns Munde sind: Monarchie oder Nepubuk? Staatenföderation oder Völkerbund? Kapitalismus oder Kam» mmnsmus? In diesem Sinn ist das Buch eine moderne Robnfonate von stärkstem literarischen und polnischen Reu. BorauSbestellunge,, zur» Preise von K 12.6b für das broschierte und K -öO-öft iür das gebundene Exemplar nimmt schon jetzt entgegen die Buchhandlung R. Liiwit, Wien, I., Rotcnturmstraffe 22. Sport. Die heutigen Futzballwettspiele. Nach «ner mchrwöchentlichen Pause werden morgen die Meisterschaftsspiele in allen Klassen fortgesetzt. Wohl ist der Ausgang der Meisterschaft in der l. und ll. ^-Klasse fastschon entschichrn, nichtsdestowerüger wird es sehr scharfe Kämpfe geben- I. Klasse. Rapid spielt auf seinem HMeldorfer Sportplatz gegen Hertha. Die Hausherren sind derzeit m so guter Form, daß sw daö Spiel sicher gewinnen müssen. . Der W. Ä F. hat die Amateure «l Gaste. Die Hüttrldorser machen heuer eme Krise durch, während, sich die lieistungcn der Amateure in autsteigender Lmie bewegen; man muß rbnen bie größeren Chancen emraumen. Der F. A. C. gastiert in Me>dl'Ng gegen Wacker, die alles daransetzen werdni. aus der Näh« des letzten Matzewegznkommeu. Die Flondsdorfer werden schwer kämpsen müssen, um ungeschlagen heimzukehren. In Dornbach treten die Simmerinaer gegen den Sportklub an, der sicherlich die beiden Punkte erringen wird. ' # * ' In einem Freundschaftsspiele tresien in Favoriten Nud 0 HSbüaelund d'e Schwechater Germania zulümmeir. Die Erstklassigen dürsten einen knappen Sieg erringen. N. A-jUaff«. Die ziveil« Spielabtrilung hat h«ute ihren großen Tag, wird doch die Meisterschaft der II. A-JNofje entschieden, der besonder« Bedeutung zukvinlpt, da ihr Gewmner in me erste Klasse aujstelgr. D,e Vienna hat sich einen solchen Vorsprung gesichert, dnp sie nach gewonnenem beptigen Spiel die beiden noch aü§- sielicndcn verlteren kann, ohne daß ihr Meistertitel gela^d« wird. H a t 0 a h und A d m i r a. die beiden alten Rivalen, stehen sich nm ‘/9B Uhr auf der Hoben Warte gegenüber und werden sich, wie immer, ein heißes Gefecht liefern. Die Adnnra hat, solange Vienna nickt Slovan bezwungen hat, noch Chancen, wenn auch nur «anz bescheidene für den ersten Platz» während die Ha ko ah das Bestreben haben wird, an die zweite Stelle vorziirücken. Wir erwarten einen knappen, schwer errungenen Sieg der Hnkoah. Gleichfalls aus der Hoben Warte tragen um Uhr V i e n n a und S l 0 v a n ihr Meisterschaftsspiel auS. Eingangs haben wir bereits erwähnt, welche besondere Bedeutung dem Spiel zukommt. Die Döblinger werdm das letzte ans sich heraiisgeben, mn die beiden Punkte zu erringen, was ihnen auch gelingen w'rd. In Nüstdorf spielt der N. A. C. gegen Dona «stabt und dürfte knapp unterliegen. In Meidling dürfte der O b e r - S t» B e i t e r F. C. mit Sturm die. Punkte teilen. Weitere Wettspiele. Die K a d i m a spielt um */a5 Ühr auf dem Admiraplatz in Floridsdorf gegen A k a d e m i n.. die in der Meisterschaft der Schutzvererne an erster Stelle steht. Die Kadrmaner weiden alles daran etzen, das Spiel siegreich zu beenden. H e ch a w e r bat auf dem Hakoahvlatz den H i etz i n g e r Sportklub zu Gaste. Man darf mit einem Erfolge der > Hechawer rechnen. U n i t a S trägt' sein Meisterschaftsspiel gegen Phönix a»if dem Amateimstatz in Ober-St. Beit aus. Der Ausgang des Spieles ist ungewiß. Hockey. Heute beginnt die zweite Runde deS PokalwettbewcrbeZ, obwohl noch Sprele der ersten Runde ausständig sind. Auf dein Hnkoahplatz in Floridsdorf Iwelt die H a k v a h gegen den Wiener Hocke vklub (Spielb'ginn V.ll und 7sl2 Uhr). Die Gäste werden Mühe haben, die Spiele knapp für sich zu entscheiden. Der 9^. U. C. gastiert ans dem neuen Sportplatz der Lehrer-Sportvereinigung bei der Drigaltabrücke [*UlQ Uhr, */412 Uhr) und dürste beide Spiele gewinnen. L^chtathletifche Mittelschülersvettbewerbe. Die erste größere Miltelschülerveranstaltung des hcurigm Jahres kommt heute aus dem Pcaler-Svortvlatz zur Austragung. Die zahlreichen Nrnnnngen (698) bürgen für einen imposanten Berlaisi, und da unter den Schülern wohlbekannte Namen der Wiener Leichtathlet'kwelt sigurieren. werden auch die spottlichen Leistungen aus höherer Stufe stehen. Die Bork'bnpse beginnen bereits in dm Bormittagstundkn. Die me>sten Nennungen vereinigen die Springstrecken sowre die Wuridisichlinen, von welchen daS 100 Nieter-, 60 Meter- und 80 Mcler-Hürdenlausen .sowie das Kugelstoßen und Speerwerfen die spannendsten Kämpfe bringen werde«. 5000 Meter-Vorgabelaufen. In der Pause zwischen den beiden Fußballwetksp«leil kommt heute auf der Hohen Warte ein Zeitvorgabelausen zur AiiSttagung, za dem aber recht wenig Nennungen emgelnusen stnd. D< Boronben wurden folgendermaßen bcmesien: CtefanovitS tDienna) Mal: Sckranm (Vienna) 1 Mm. 10 Sek.; Mejetie (W. A. F.) 1 Min. 2b Lek.: Scke» tHakoah) 1 Min. 50 Sek.; Blümel m. A. m 2 Min. 16 Sek.; Kosak W. A. F.) 45 Sek.. Kühne! (Rapid) 1 Min. 20 Sek. » Hakoah. Heute um V,8 Uhr abendinterner Klubabend mit ernsten und heiteren Vorträgen und anschließendem Tanr. Gesinnungsgenosien und Angehörige vo» Mitgliedern herzlich willkommen. Der Volkswirt. Wochenschau. Die Deutschland auserlegten Friedensbedingungen sind wohl in wirtschaftlicher Beziehung am härdesten. Zunächst bie ruinösen Verluste an Kohle und Eisen, die im folgenden Artikel ausführliche Behandlung finden. Was die Kriegsentschädigung selbst betrifft, so stellt der Friedensverttag keine Gesamtziffer fest; sie soll bis 1921 durch die alliierteSchabsnSvergütungSkommissivn bestimmt werden. Deutschland wird also zwei Jahre in Hangen und Bangen schweben; die gänzliche Ungewißheit der Zukunft muß jeden Unternehmungsgeist lähmen. Als Anzahlung auf die Vergütung für Wiederherstellungen und Schadenersatz hat Deutschland bis 1. Mai 1921 20 Milliarden Mark in Gold und darnach 100 Milliarden in Gold und Schatzscheinen zu entrichten. Außerdem kann die Anzahlung durch Abtretung von Handelsschiffen und Uebcrlassung von Tieren, Maschinen. Farbstoffen und chemischen Artikeln, Kohle usw. geleistet werden. Nach der Ansicht deutscher Dolkswirbe wird schon damit etwas Unausführbares gefordert, da diese Werte '«ach den Zerstörungen durch den Krieg unmöglich aufzubringen seien. Der Begriff des Schadensersatzes' ist übrigens nicht deutlich definiert. Deutschland muß zunächst alle Schäden, die eS Zivilpersonen zufügte, wieder gutmachen. Ätle in Verlust geratenen und beschädigten Handelsschiffe und Fischerfahrzeuge sind Tonne für Tonne zu ersetzen. . Zunächst muß Deutschland seine gesamten Handelsschiffe von über 1600 Bruttotonnen und die Hälfte der Schiffe zwischen 1000 und 1600 Bruttvtonnen ausliefern; während der nächsten 5 Jahre kann es verhalten werden, jährlich bis 200.000 Tonnen Schiffsraum für die Alliierten zu bauen. Durch den Verlust fast der ganzen Handelstonnage wird Deutschlands Import und Export vollbammen von den Alliierten abhängig. Da di« deutsche Bvvölkerung nach Abtrennung der geforderten GEiete sich auf rund 60 Millionen Einwohner belaufen dürfte, so beträgt nur die Anzahlung auf die Kriegssntschädißung (120 Milliarden Mark in Gold. Schatzscheinen oder den Genannten Werten) 2000 Mark tzro Zkvpf, wobei die Arbeitsunfähigkeit der Kinder, Greis«, Invaliden usw. ins Gewicht fällt. Dic Vittentekommission tvird auch darüber entscheiden^ ob Deutschland bis 1. Mai .1031 11. Mai 1019 Seite 0 Gold ausführcn darf, so daß der Ankauf vo« RohU . Materialien und die Maßnahmen in bezug auf bist Währung von dem Willen der Alliierten abhängen wird! Die finanziellen Verpflichtungen Deutschlands werden fichergestellt durch die Belastung seiner Güter und finanziellen Einkünfte mit einem ersten Pfandrecht Daraus sollen neben den Besetzungsvosten und verschieb denen Schaderrsgutmachungen auch alle Pensionen und Vergütungen der Entente an ihre geschädigten Untertanen gedeckt werden. Die Alliierten erhalte« das Rechts die Finanzen Deutschlands zu kontrollieren. Sie behalten sich die Kontrolle des deutschen Steuersystems vor. Die Vermögensabgabe wird also nicht zur Sanierung der deutschen Finanzen, sondern zur Schadensersahleistung au die Entente erfolgen. Selbstredend wird' die Steuerlast bedeutend höher sein als das von der Entente vorgeschriebene Minimum, wonach die Steuer iy Deutschland wenigstens die Höhe der Meistbesteuerten in den Ententestaaten erreichen müßte. Außerdem muß Deutschland sein Eigentum in Oestcrreich-Ungaru, Rußland, China, Bulgarien und der Türkei an die Eletente abtreten. Endlich wird das Privateigentum der Deutschen in den Staaten der Alliierten, das sich auf mehrere Milliarden belaufen soll, behufs Sicherstellung der Forderungen konfisziert. Die deutsche Regierung wird verpflichtet sein» die Privateigentümer zu entschädigen. Hervorzuheben ist noch. daß Deutschland 1 en Ententestaateu die handelspolitische Meistbegünstigung einräumen, das heißt die Wareweinfuhr aus den Ländern der Alliierten bedingungslos gestatten muß; diese jedoch behalten sich das Recht der Schutz- und Vorzugszölle, also des Ausschlusses eines Warenimportes aus Deutschland vor. Man befürchtet in Deutschland, durch die Kontrolle der Finanzen von seiten der Entente in ihre Hörigkeit, so wi« etwa die Türkei, zu geraten; die Nohstoffeinfuhr kann nicht finanziert werden, der Ueberseehandel ist auf unabsehbare Zeit hinaus ruiniert. Aus diesen überaus schwerwiegenden Gründen hält man eine Revision des Friedensvertrages für unumgänglich nötig. , * Was Deut sch öfter re ich anlangt, so wäre es freudig zu begrüßen, wenn sich die Nachricht bewahrheitet, daß nach dem Plan der Entente der Kurs unserer Krone in der Relation 40 Franken gleich 100 Kronen garantiert werden soll. Nicht nur, daß sich' dadurch der Wert unserer Zahlungsmittel verdoppeln: würde, unsere Valuta würde sich auch weiterhin automatisch erhöhen, was für unsere Lebeitsmittel- und Warenversorgung von einschneidender Bedeutung wäre. Es ist höchste' Zeit, daß auch unser Verhältnis zu den übrigen Nationalstaaten geregelt wird. Daß man auch in Ententekreisen zu dieser Ueberzeugung gelangt ist, beweisen die von uns gestern zitierten Ausführungen des Londoner „Daily Telegraph". Die Zerrüttung unserer Finanzen hat das äußerste erreicht, und 68 geht' nicht an, daß die Sukzefsionsstaaten uns mit ausgesuchter Willkür behandeln, wie zum Beispiel vor wenigen Tagen die polnische Regierung, als sie die Zwangssequestrierung über die in dem neuen Staat vorhandenen Filiale?: der Oesterreichisch - ungarischen Bank verfügte. Auch die Maßnahmen der Konrmuniste« in Budapest, die Noten zu 25 und 200 Kronen drucken lassen, sind für uns, obzwar sie von der Bank nicht anerkannt werden, nicht gerade von 9Wen. Unsere sowie die finanziellen Verpflichtungen der Nationalstaaten bei der Liquidierung der ehemaligen Monarchie müssen und werden auch klargestellt tverdeu. L. L. Montanim-erialismus. Bon Ingenieur A. H. Goldreich. Deutschlands Montanindustrie, die in den letzten Jahren vor diesein Kriege einen beispiellosen Aufstiegs genommen hat, Deutschlands Schwerindustrie macht derzeit eine katastrophale Krise durch. Wird der Entwurfs deS Friedensvertrages bindender Beschluß, dann hat der Montanimperialismus der Entente jenen Deutschlands überwunden und Europas nwntanwirtfchaftliche Situation wird eine gewaltige Berändernng erfahren. Deutschlands wirtschaftliche Kraft hatte feind Grundlage in seinen unermeßlichen Bodenschätzen, und man muß bei objektiver Beurteilung der Sachlage zw dem fachmännischen Urteil gelangen, daß Deutschland' es in beispielgebender Art verstanden hat, seine Rohstoffquellen zn erschließen und zu verwerten, während' große Erdschätze in anderen Staatsgebieten zum Nachteile der Menschheit unerfchlvssen geblieben sind. Deutschland hat im letzten Friedensjahre an 35 Millionen Tonnen Steinkohle ausgeführt; die gesamte deutsche Förderung an Stein- und Braunkohle hat ungefähr 278 Millionen Tonnen betragen. Deutschland war mit dieser Fördermenge sehr nahe der englischen Kohlengewinnung gekommen, welche; 892 Millionen Donner: betragen hat. wobei man jedochs berücksichtigen muß, daß der kalorische Wert der eng-, lischen Kohle weit höher bemessen war. Im Jahre 1013 hat Deutschland 35 Millisürn Tonnen Eisenerze gewonnen; über 3 Millionen. Tonnen Zinkerz, an 6 Millionen Tonnen Kali iutb' viele andere DergwerkZpLMikte wurden aus der beut-- scheu EWe gehoben. Führend auf fast allen montan^ wirtschaftlichen Gebieten, hat sich Deutschlands Volkswirtschaft zu einer achtuttggeüiet.'>:den Höhe emporgapnngen, die sich an: besten dadurch charakterisiert» wenn null: l'Lrr.nkt, daß oto Answanoerruig in Deutsch»-'

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