Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 112 (11.5.1919)
- Date
- 1919-05-11
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Wien. Sonntag Dürrer Morgerrzeitutig 11. Mai 1918 Nr. 112 land int Zeitraum bon 1875 bis 1885 jährlich fast 150.000 Menschen betragen, während im Jahre 1910 nur 25.000 Deutsche ihren heimatlichen Boden dauernd verlassen haben. Die deutsche Montanindustrie hat einem Volk von 6.5 Millionen Menschen Arbeit und Nahrung gegeben und ungeahnt^ Perspektiven schienen sich für Deutschlands Zukunft zu «geben. Da kam der Weltkrieg mit seinen zerstörenden Wirkungen und die Fruchte jahrzehntelanger kultureller Arbeit sind vernichtet; der Montanimperialismus baut auf und zerstört, er läßt die Welt nicht mehr zur Ruhe kommen. Deutschland hat sich seit Jahresfrist mit dem Verluste Elsaß-Lothringens schon abgefunden. So groß dieser Verlust für Deutschland auch eingeschätzt wurde, so konnte, dennoch an eine rasche Wiederbelebung der deutschen Montanindustrie gedacht werden; man hat als Folge dieses Gebietsverlustes eine innigere montanwirtschaftliche Zusammenschlirßung der beiden benachbarten Montanstaaten erwartet. Hat schon die Möglichkeit eines Verlustes des kvhlenreichen S a a rb ecke ns für Deutschland eine schwere Gefahr für seine wirtschaftliche Entwicklung bedeutet, so ist der Verlust O b e r s ch l e s i e n s ein so schwerer Schlag für Deutschlands Wirtschaftsleben, daß die derzeitige tiefe Trauer des deutschen Volkes wohl begründet erscheint. Deutschland wird aufhören, ein Kohlenexportstaat zu sein; «Z wird Kohle wohl als Kriegsentschädigung den Siegern abliefern müssen; diese Kohlenausfuhr wird Deutschland seiner eigenen Industrie entziehen, und dadurch wird diese wirtschaftlich. schwer leiden. Es ist derzeit schwer, den wirtschaftlichen Verlust in Wertziffern auch annähernd genau auszudrücken, den Deutschland durch seinen Zusammenbruch' nunmehr erleiden muß. Die Steinkohlenproduktion Deutschlands wird von 190 Millionen Tonnen jährlich auf ungefähr 130 Millionen Donnen sinken, die Eisenerzgewinnung wird einen Fall von 33 Millionen Tonnen auf 7 Millionen Tonnen erleiden, und was auch noch besonders schwer in? Gewicht fällt: Der deutsche Bergarbeiter wird zu SklavLndiensten verurteilt. Aus -em rumänischen Geschäfts leben. Von unserem Bukarestev Korrespondenten. . Die Aufnahme des Schiffsverkehrs mrt den Ententeländern ist bisher nur m der Manufaktnrbranche fühlbar. Insbesondere Italien hat viel Ware nach Rumänien gebracht. Das Geschäft wurde von unternehmenden Italienern inauguriert, welche unverkauite Ware nach Galatz, Braila und Konstanza brachten. Infolgedessen sind die Preise von Zephreren, Barchenten und Blaudruck auf die Hälfte gesunken. Manche Firmen büßten ihren ganzen Kriegsgcwinn ein. Auch die' K o l o n r a l b r a n ch e steht im Zeichen neuer Zufuhren.. Kaffee, Tee, Gewürz^ Sardinen, Konserven, Südfrüchte kamen auf den Markt. Trotzdem ist der Preis einer Orange rin Detail 4 bis 5 Lei, Fergen 10 Lei pro Kilogramm. An Eisen, Eisen waren und landwirtschaftlichen Maschinen mangelt es noch immer und die Preise sind exorbitant b o h e. Bleche wurden in großen Quantitäten in England bestellt, aber bisher kam kein Transport an. Man wartet bezüglich Ellen und Elieuwaren auf die Eröffnung des Donauverkehres. Die Luff, riskante Importgeschäfte zu machen, ist gering. Die hohen Scheckknrse Hallen seriöse Kreise ab, waghalsige Spekulationen zu unternehmen. Man rechnet rmt Anleihen und' mit einem Sinken des Franks-, Pfund Sterling- und Dollarkürfes bei beginnenden Pctrolenmexport. Petroleum, Benzin, Mineralöle rmd Paraffin wären zunt Export in, genügender Menge vorhanden, cs fehley. aber Transportmittel. An diesen, beriehungsweisc an Waggons und Lokomotiven mangelt cs im Lande außer-' ordentlich. Man hofft zwar, daß die Besetzung Ungarns -dem- Lande viele Waggons zusühren wird, da aber die rumänischen Lokomotiven auf Rohöl(Pacura)-Heizuna eingerichtet sind, , Kohle aber trotz Eintreffens ewiger englischer Ladungen in ungenügender Menge vorhanden, bleibt noch immer die Frage der motorischen Kraft offen. Eme vor Monaten nach Wien und Prag entsandte Kommission, welche'Materialien für dringendste Reparaturen mi Werte von 8 Millionen Lei rasch besorgen sollte,, hat infolge bureaukratischer Mängel bisher mcht einen einzigen Waggon nach Rumänien gebracht. Die Jmporttätigkeit der bekanntlich sehr nnternehmenden rumän,sähen Kaufmannschaft wird durch die Deviseuzentrale und durch die Jmportkommission sehr stark behindert. Die treibenden jüdischen Kreise sind au s g eschaltet und in der Importkommission macht sich das Protektionssystem breit. Die Emanzipation der Juden, welche insbesondere von Amerika gefordert wird, bleibt nnter Bratianus Regime am Papier. Die Auswanderung, momentan noch behindert, wrrd nach Friedensschluss ungeahnte Proportionen annehmen. Die Zwangsliquidatoren aller deutschen, österreichischen und ungarischen Unternehmungen entlassen alle jüdischen Beamten. Dabei ist das Leben außerordentlich teuer und die Städter — besonders die ärmeren Klaffen — leiden unendlich. Fleisch kostet 20 Lei, Butter und Fett 6v Lei das Kilogramm. Milch 8V- Lei pro Liter. Das Brot wird aus amerikanischem Eerzcn hergestcllt. Auf dem flachen Land fehlt es an Mais. Dabei dürfen die Erwartungen in die nächste Ernte mcht zu hoch gewertet werden, da wenig angebaut wurde. Die Goldreserve der Bank unter (Bntentes Kontrolle? . Vom politischen Kommlsiär bei der italienischen Waffenstillstondskommiffion wurde namens feiner Regierung eine Rote an dos Auswärtige Amt gerichtet, worm'es unter anderem beißt: „Sicherem Vernehmen nach sollen in der nächsten Zeit durch die Ocsterreichisch-ungarische Bank ungefähr 130 Millionen Kronen in Gold für seinerzeit gewährte Kredite an die Niederlande, Dänemark Norwegen und Schweden zur Auszahlung gebracht werden. Aus dickem 'Anlässe beehrt sich der politische Kommissär bei der italienischen Wasfenffillskandskommlssion mckruterlen. daß Entnahmen aus der Goldreserve der Orsterreichisch-unaanschen Bank ohne vorherige und fornielle Zustimmung deS Obersten interalliierten WirischafisrateS in Paris überhaupt n i ch 1 v o r g e n o m M e n merbert dürfen." Die Bilanz der Nordbahn pro ISIS.' 3>r BeiwaltnngSrat der Kaiser Ferdinands-Nordbahn Hai in der Sitzung vom 9. d. M. die'von derDirektion voroelegte Rechnung für daS Geschäftsjahr 1918 genehmigt. Auf Gnmd dicker Rechnung ergibt sich nach Abzug der sünsprozent-.gen Abschlagsd'.vidende pro K 105.— pro ganze Aktie und inklusive des Gnvinnvoi träges aus dem Vorjahre vro K 2.050.24-2.— der Suldo des Gewinn- und Verlustkontos mit K 9.338.038. — gegen X 9,881.569.— im. Vorjahre. Nach Abrechnung der Rcstdividende pro K 75.— pro ßnitje Aktie sowie der statutenmäßigen Tantieme des Berwaltnngsrates verbleiben K 4,147.610.— zur Disposition der Generalvenammlima. Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung Vorschlägen, die Suverdividende mit K 20.— pro ganze Aktie lestWetzen und den erübrigenden Nest pro kl 2,657.445.— auf neue Rechnung vorzulragen. Die G efamtdividende pro 1918 kvierprozemipe Dividende Pro kr 180.— und Suveidividende pro K 20.—) wird sohm K 200.— (geaen K 215.— im Vorjahrei betragen. Der Verwalmnasrat bat mit Rücksicht ans die unaellärte Sachlage von einer Äbschlagszaliluiig Pro 1919 vorläustg Abstand genommen und es wird sonach der am 1. Juli fällige Coupon mit kl 95.— (Restd'vrdende bl 75.—, Superdividende K 20.—> mro ganze Aktie eingelöst werden. Weiter wird der am 1. Jnli fällige Coupon der ganzen Gennstakrie mit K 20.— eingelost werden. Die Generalversammlung wird für den 23. Juni eiubeinfen. Laue der vor kurzem erschienenen VollzugSanweisung w'rd die Bezeichnung f. privckecnerie" gestrichen, so daß die Firma nunmehr „Kaffer Ferdmands-Nordbahn" heißt. Die Verwaltung beschäl'igt sich m>t der Frage der Verlegung des Sitzes der Ge'ellschaft nach Mäh r.-O st ra u. Der Güterverkehr Mischen Triest und Deutsch Österreich. Von der Staatsbahndirektion Wien wird verlautbart: „lim den durchgehenden, gegenseitigen Güterverkehr sStückgüter und Wagenladungen) zwischen Triest und Deutschösterx e t ei) sowie den angrenzenden Staaten w eder aufticbmen zu können, wurden mit der italienischen Waffenstillstandskommission m Wien vorläufige Vereinbarungen getroffen. Diesen zufolge wird täglich ein Ferngüter zug in beiden Richtungen über die Strecke Wien-Westbahnhof —Amstetten —Selzthal— Villach — Tarvis—Udine— Gär;- Monialcone—Triest verkehren. Bon italienischen Stationen lönnen Güter nach allen deuffchösterreichlschen Stationen und im Durchlauf über dir deutschöfferrcichnchen Strecken nach dm angrenzenden Staaten versendet werden. Von deutschösterreichlchen Stationen können ffdoch Güter n u r nach jenen italrenischeu Stationen ansgegeben werden, die auf der Strecke Tarvis—Triest gelegen sind. Bon an der Route des Ferngütcrzuges nicht gelegenen deutschösterreichilchen Bakmärmern und von Stationen anderer Staaten nach dem Triester Bereiche ausgenommene Sendungen sind auf dem vorgeschncbcnen Leitungswegen den Triester Fernguterzügen zuzuführen. Die Sendungen sind mit direkten internationalen Frachtbriefen aufzugeben. Im Frachtbrief ist der vorerwähnte Beförderungsweg ausdrücklich als solcher vom Absender vorzuschreiben. da der Weg über Ehrenbausen, Laibach und Lomch nach Triest auch weiterhin noch gesperrt bl erbt. Für die Frachtberechmmg kommt der Lokalgütertanf, über den vorgeschriebenen Beförderungsweg berechnet, zur Anwendung. Die Fracht- und Nebengebühren muffen bis Tarvis frankiert, für den Durchlauf über die italienische Strecke überwiesen werden. Die Belastung der Sendungen mit Nachnahmen nach Eingang oder Barvorschüffen ist unzulässig. Alle Spidungm müffm mit den vorgeschriebenen Ein-, Aus- oder Dnrchftchrbewilligungen gedeckt fein. Anwandlung der Skvdarverke in ein tschechisches Anternehwe«. Arrs Prag wird berichtet: Der Verwaltuiigsrat der Skoda- Werke A. G. in Pilsen bat in einer am 5. Mar abgehaltenen Sitzung den Beschluß gefaßt, für den 22. Mai eine außerordentliche Generalversammlung nach Prag einzuberufen, in welcher der Verwaltungsrat und das Präsidium ihre Demission geben werden. Ein n e u e r V e r w a l t n n g s c a t wi'd gewählt und der Leitung des Unternehmens neue Richtlinien gegeben werden, „wie sie die Rücksichtm auf die geänderten politischen Verhältnisse rmd die Verschiebung in dem Besitz der Aktien erfordern." Bekanntlich ist die Generaldirektion der Skodawirke schon vor einiger Zeit von Wien nach Prag übersiedclt. Es vertäutet, daß' auch Präsident Dr. Skoda sem Amt niederlegen werde. Die ganze Venvalmng wird in tschechische Hände übergehen. Die Zivnostrnska Banka, welche in der letzten Zeit einen.großen Teil der Aktien erworben hat, wird iu dem neuen Berwaltungsrat vertreten sein. Ans diese Weist gebt rin mächtiges deutsches Industrieunternehmen endgültig für die Dmtschen verloren. Preiserhöhung der deutsche» BraunKohlerr- BriKetts. Franbfnrt a. M., 10. Mai. Die „Frankfurter Zeitung* meldet aus D ü s s e,l d o r f: Das rheinische Braunkohlen- Verkaufsdie Tonne Freie Einfuhr von Mineralölen nach Serbrern Laibach» 10. Mai. Dem »Slovenec* wrrd ans Belgrad berichtet: Die Regierung bewilligte, die freie Einfuhr des für die Industrie erforderlichen Mineralöls aller Arten, mit Ausnahme deS Petroleums, welches Staatsmonopol bleibt. Amerikanische Warennotierungen. Ne«-BorK, 9. Mai. Baumwolle New-Vork loko . . i; » 29.10 » Ncw-Orleans loko 27.63 . „ New-Äork per Mai (neue Kontraste) * . 2833 * New-Avrk per Juli (neue Kontrakte) . . 26.90 Petroleum: R-affruade (in cr»ss) New-Pork . ' 20.25 „ Standard White New-Dork ...... 17.25 „ in Philadelphia ...17.25 Pctr oleum Cred. Balanc. at Oil City ...... 4.— Ncw-Aork, Mehl (Marke Svr. Clears) . . . 10.— biS 10 */« t, Weizen, SintcmoRcn . . r . .237Va „ . Somiuerweizen . . . . . » . . 237 8/s „ Mars, Western loko...192.— „ Zucker, Grauulared.. . . . . 7.50 „ . Ccnlrlingal . .. ... . 7.28 . Kaffes Rio Nr. 7 loko ......... 19'/» . Getreidesr. n. Ldu. per Bush. (60 lbS.) nom. Schmalz. West. Steam.88.65 „ Baumwolle, Zufuhren (gestern).13.000 Börse für landwirtschaftliche Produkte. Wien, 10. Mm. ilOrig.-BcrichO. Den festen amerikanischen Berichten stehen schwächere Meldungen aus Argentinien und lusttose aus Deut'chland gegenüber. D'eTendenz der heutigen Wochen- . l örfe blieb fest. Die in geringer Anzahl und m geringen Mengen I zur Verfügung stehenden Nebenprodukte fanden zu sehr hohen i Preisen Unterkunft. Nach Aufhebung der Sperre der ungarischer» , Grenze wird die Situation eine kleine Erleichterung erfahren, i In Kleei'aaten stockt jeder Umsatz, da Neffektanten mtt Rücksicht! aus die späte Jahreszeit Kaufe ablchncn. Das Wetter hat endlich srühlingsmä'iigeu Charakter angenommen. Das Hauvlbesireben j der Landwirtschaft äußert sich jetzt darin, die infolge der Wetteri ungnnst brachliegenden Felder zu bebauen. Dre Felderrntwicklung \ wird gleichfalls durch de» Wetterumi'chlag profitieren. i Die Kursdifferenzen gegenüber der vergangenen Woche. Die folgende Liste zeigt die wichtigsten Kursdifferenzen gegenüber den Samstagnotierungender vorigen Woche: 10. Mai Mairente. . 82.20 Oesterr. Kronenrente.... 82.20 Anglobank ........ 867.— Oesterr. Kredit ...... 565.— Ungar. Kredit....... 690.— Länderbank ........ 422.— Merkur ......... 475.— Unronbank. 480.— Zivnostcnska Banka .... 581.— Adria . . .I960.— Ocrentbahn. . ..... 1751.— Donau Dampsschrffahrt. . . 1675,— Lloyd.3625.- Navlgazione. 5300.— Staatshahn. 822.— Staatsbahn-Genußscheine. . 426.— 3#/o Südbahn-Priorirätrn . 320.— SremenS . 897.— Alpine Montan ex Bezug-recht 576.— Berg- und Hüttenwerke. . . 1645.— Poldkhiitte ex Bezugsrecht . 700.— Prager Elsen. 2447,— Oberungarische Berg- und Hüttenwerke.1215.— Trifailer Kohlen. 620.— Beitscher Magnesit. 1835.— Karpathen Petroleum.... 1975.— Galizia. 1307.— Schoeller Zuckerastien . . . 1144.— Semperit. 820.— Holz-HandelsgeieMchaft. . . 704.— Türkische Tabakregie .... 1188,— Austro Amerlkrna.2000.— Rnston. 529.— 8. Mai 82.- 81.75 367.— 575.— 736.- 415.50 480.- 492.- 596.— 2300.— 1825.— 1760.- 3810.- 6040.- 912.— 450.- 339.50 400.- 610.75 1626.— 808.— 2302.— 1250.- 630.25 1640.— 2000.— 1350.— 1150.— 765.— 698.— 1236.- 2330.— 516.- C+ Gegerr elfte dilettantische Sozialisierung. Die niederösterreichische Handels- und Gewerbekammer, die Vereinigung der demichosterreichrschen Industrie, der/Gewerbeveitin und der Wiener Gewerbegenossenschaflsverband richteten folgende in Angelegenheit der Sozialrsierungsvorlage, Eingabe an dre N ationalversammlung: „Die Unterzeichneten Korporationen erheben ihre warnende Stimme und weisen auf die Gefahren hin, die mtt der Umgestaltung der bestehenden Wirtschaftsordnung überhaupt, ganz besonders aber bet der gegenwärtigen Wirtschaftslage, verbunden sind. Unsere Wirtschaft steht vor dem Zusammenbruche. In solcher Lage ist eine Rettung nur Lenkbar, wenn alle wirtschaftlichen 5kräfte aus das äußerste angespannt werden. In welcher Form immer man dw Vergesellschaftung durchführen mag, so wird die Betriebssührung auf alle Fälle ihrer Selbständigkeit beraubt, in ihrer Bewegungssrecheit gehemmt und durch Einschaltung betriebsfremder Elemente der Einheitlichkeit der Lertrmg verlustig und mit dem großen staatlichen Verwaltungsapparat in Zusammenhang gebracht, der wie ein Bleigewicht wirken müßte. Werden die Triebfedern aus dem Wtrtschaftsmechanismus entfernt, dann kommt drei Wirtschaft zum Stillstand, eine Erkenninis, die sich m Deutschland bereits durchgerungen hat. Die Sozialisierungsbe'weguug 'übersieht ferner vollständig den unlösbaren Zusammenhang in dem unsere Volkswirtschaft mit derjenigen des Auslandes steht. Inmitten einer kapitalistisch organisierten Welt kann em einzelnes Volk nicht zur sozialistischen Wirtschaftsordnung übergehen, sosem es darauf angewiesen ist, Ntlt dem Auslande Austauschbeziehungen zu nnterhalten. Die Sozialisierung, würde nur das Hereinbrechen der Katastrophe beschleumgeu, die schon so kirmn mehr abwendbar erscheint. Dadurch, dav die Regierungsvorlagen nur Rahmengesetze sind, wird die Industrie einer unerträglichen Unsicherheit iiberantwortet. Glaubt man, daß dev Unternehmer im kapitalistischen Wirtschaftssystem einen ungebührlich großen Anteil am Ertrage der Volkswirtschaft erhalten hat, so kürze man diesen Anretl, was ans manchem anderen Wege leicht möglich ist, ohne das Wirtschaftssystem mnzuftoßen. Die Golderzeugnng Transvaals. Die Golderzmgtmg im Transvaal weist eme Erhöhung von 75.651 Unzen gegen dm Vormonat auf. Dre gesamte Produktion von Feingold i» dm Transvaaler Minen betrug seit 1915: Unzen Wert i» Feingold Pfund SterliNß 1915 ... . . .9,093.671 38,627.461 1916 ..9,295.538 39,484.934 1917 ..8,962.212 88,328.921 1918 *.. 8,420.661 35,768.688 Im Jahre 1919 wurden im Immer. . 676.059 Februar. . 636.728 März. . 712.379 Mengen Feingold gewonnen. Eine jugoslawische Molorenfabrlksgesellschaft. Dem „Slowenski Narod" wird auS Agram beriehtet: In Agram würde eine Aktiengesellschaft der jugoslawischen Industrie für Mowfte gegründet. Das Aktienkapital beträgt 1 Million Kronen. Die neue Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gestellt, eine Fabrik für Mowren und elektrische Maschinen, Motorwagen und,deren Reparatur zu errichten. Außerdem gedenkt sie MrkckstsMnel für den Personen- und Warenverkehr herzustellen. GeschLstsaufstcht. Dom Wiener Handelsgericht wurde auf cjncitett Antrag dre GcschZstscmfsicht bei der Firma Otto Kohle r» registriert zum Betriebe des Handels mit Hand- und Bergprodpsten, v.. Grüngaffe 30, angeordnet und als Autffchtsversonen David Uhrmacher, ll., Große Sperlgaffe 38, und Otto Netthüt, IX, Nnßdorferstraße 26, bestellt. na ■ i b# Z“ Mil Filiale: WIENtLr "Wipplingerstxasse 24-26 rtmTelephon« rssa UM9, \7.m, 18.806 Pinanziftrang icotnm.nl.ller and industrieller Unlernohmangon, Emission von Anleihen, Ueberoahmo von Verrt»öfeusvorwalton^en. Anfbowahrung und keleknuux von Wertpapieren EskoopUnrang knurtn&anischer Wechsel, Export, und ImportKrderung. Einlagen In laufende Redhnang ca caneti^Bten ßedingnn^on. Ausgabe von kombinierten Blnlacebüohern, auf wolohe sowohl Bargelder als annh Staatsanleihen eingelegt werden können. Zxm späleron AtJindT von Stnntsanleih» bestimmt« Einlagen werden «m ein falbes Prozent WfarVWrlMt. SO 41730