Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 112 (11.5.1919)
- Date
- 1919-05-11
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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i '«He» Mm. Sonntag Wiener Morgenzeitung N. Mai 1019 9tt. 112 Erhöhung der VrLünkohlen- und Petroleumpreise. Ab 12. Mai wird der Preis des P e 1 r o l r n m s bei der Abgabe an Kleinhändler auf 88 h uro. Liter, der Preis der B r a u n k o h l e auf den städtischen Lagerplätzen auf K 15.— für 100 dz r r h 8 h 1. Die Atzgabe von Sauerkraut wird auch .in der kommenden Woche ohne Einschränkung zu demselben Preise wie' bisher fortgesetzt. SRarmcladeabgabe. Am 16. Mai beginnt die nächste Abgabe von Marmelade in folgender Ordnung; DomerLtag 15., A bis G, Sch., Freilüg 16., H biS L, 8i, SamStaa 17., M bis R, Momag 19. d. M. 8 bis Z. Vom 20. d. M. an bekommen jene Haushalte Marmelade, die sie an Le» genannten Tagen nicht beziehen konnten. Für jede im Haushalt verköstigte Person wird ein halbes Kilogramm abgegeben. Kinder unter 14 Jahren und Schwerarbeiter vekommm ' ° " ’ ' —..Bei der allgemeinenAuSgabe ) abgewennt. während für . . rerter der Abschnitt 8 der fettkarte und für bte Zubuße für Kmder daö am Stamm der Kmdermilchkarte oben befindliche.Wort „Wien" abgetrennt wird. Im Kleinhandel beträgt der Preis für ein Kilogramm ohne Verpackung für Feinmarmelade kl. 12.88 und K 14.40, für Zweier- Marmelade K 9.44, für Dreier-Marmelade K 9.08. Konsumverein von Bankangestellten. ' 12. bis 17. Mai. Montag Nr. 1 bis 1000, DienStag bis 2000, Mittwoch bis 8000, Donnerstag bis 4000, Freitag über 4000. — S chottenbastei: Mehl, Oel (Flaschen mit« Nelken, Lorbeerblätter, Preßhefe, Suppengemüse § Kilogramm K 6.—), Fenchel, Anis, Schuhpasta, Reivbürsten, Schuhbänder, Zahvntme» alle Sorten Mineralwässer, Stärkeersatz, Knoblauch, Sardellen, Kognak, Marsalawein, Paradeisexttakt (lose zugewogen), grüne Bohnen in Literdosen, Specksieisch gegen Ziffer R des NrischschrmeS. 1 Erster Wiener Konsumverein, r Sodaabgaben in den Berschleißstellen deS l. und ll. Bezirkes, loch V, Kilogramm für das Mitglied auf Grund der Nr. 6 (sechs) der vom Verein ausgegebenen rosa BezugSkarten. Mitteilungen der „Stohö". Morgen Montag: Zentralmagazin, VM. Bezirk, Piaristengaffe 19: Emviertelkilowesse Abgabe von Aevselmarmelade für Mit- Kreder von Nr. 300 bis 400 des I. bis VI. Bezirkes von V-9 bis 12 Uhr. Für die Mitglieder von Nr. 900 bis 400 deS VII. bis KU. Bezirkes, findet diese Abgabe von 3 big 5 Uhr statt. — Um dieselbe Bett: l. Bezirk. Nrbelungettaasse 7: Diverse Kleinigkeiten. - III., X.. XII., XIII., XVII., XVIH. und XIX. Bezirk: Ws Marke 3 Abgabe von K.-B.-Seife solange der Vorrat reicht: Kartoffelwalzgrieß, Dörrgemüse, Salz, Francktaffee, Dwnka und Kümmel von 9 bis Itz Uhr. — XXl. Bezirk: Dchwemcflessch, Franckkaffee, Kartoffelwalzarreß, Torletteseife und Kvrm von 2 bis 4 Uhr. — U. und IV. Bezirk: Geschloffen. — Saatkartoffelabgabe für alle RohL-Pächter in allen Bezirken nur koch mehr Montag und DienStag von 8 bis 12 Uhr und von Hfi bis 6 Uhr im Zentralmagazin, VM. Bezirk, Feldgaffe 8. Pachtschein und Einkauffchein mitbringen. W. I. W. DienStaa den 18. d. M. von 9 bis Ya12 die roten Bücher mit geraden Nummern, von S b,s V,6 rot. ungerade Nummern. Mittwoch den 14. d. M. von 9 bis */#l2 blau, gerade Nummern, von 3 b:S Vk6 blau, ungerade Nummern. Donnerstag den 16, d. M. von 6 bis V»12 grün, gerade Nummern, von S bis V,6 grün, ungerade Nummem. Freuag den 16. d.M. von 9 bis & Nmn IS gelb, gerade Nummern, von 9 bis vjö gelb, ungerade tmtmtm. s Bühne und Kunst. Deutsches Bolkstheater. erstell Male: „Der Gemeine", Schauspiel in drei Akten von Felix Salten.) Der Kernthaler Josef, kreuzbrav und aus KrrmZ, muß ein, en. Er mag's nicht leiden, daß seine Mitzi, die er Herraten will, in er Bolkssängrrfamilie bleibt bei ihrer Mutter und bei ihrem sauberen Bruder, die auihr eine solche machen möchten und schickt sie zu sek»« Eltern nach Krems. Aber schon im ersten Akt, da die Mitzi , hre» Josef zur Assentierung begleite», wirst ein feiltet Herr Leutnant ein Auge auf fie. Der Josef ist schrecklich eifersüchtig die Mitzi hingegen lebenslustig. Sie hält es in KremS nicht aus, nach Wien zurück, wird im Tingeltangel der Mama freudig genommen tmd tritt trotz der Beschwörung des Kernthaler fef als fescher fuß- und wadelfreier we>blichec Deutschmeister Brettl ans. Der Leutnant — eine ÄMsängerin und ein Freund vom Regiment vermitteln kommt der Mitzi näher, und im dritten Akt kriegt er sie richtig anfS Zimmer in die Kaserne. Durch eine List. Man soll sich, zwei Männlein, zwei Weiblem, an Straßenecke treffen. Sem Freund der Oberleutnant, geht allein tifa und teilt mit, baß der Herr Leutnant v. Dessinger erkrankt Per. DaS geht der Mitzi nahe -- sie ist ja herzensgut, wie jede- 'richtige Wiener süße Mädel — und sie. kommt zum Herrn 8e#taöttt. Der hat vorher den Tisch decken lassen und — potz Blitz! — sein Bursch hat AuSgang und er will ein kleinrS Äbendeffen holen laffen. Preisfrage: Wer wird die Wiener Schnitzel holen? Natürlich der Kernthaler Josefder beim Herrn Leutnant seine Braut, die Mitzi, trefft und sie niederknallt. «Herr Leutnant,* sagt er dann mit furchtbarer Stimme, «jetzt kann ich wieder ^abt ach? sieh'»!" Dar diesem Schauspiel Felix Salt-ens kann man nicht Habt acht stehe«. Ein Mann von Geschmack, Talent und lettischem Deist sollte derart abgegriffene Mache nicht Mit seinem guten Namen zeichne«. Biele, viele Wiener Typen Treten auf; aber keine ist gesehen und erlebt; durchaus billige Mischer» durch hundert Kossen, Operetten und sogenannte Dolksstücke geschleift. Der erste Akt ist «och recht ansprechend Ämd lebendig durch das bunte Treiben vor der Kaserne bei 'der Assentierung. Aber dam wird'- trostlos. Im zweiten Akt, toenu der Herr Leutnant das süße Möbel anflötr^ glaubt man die Begleitmusik wB dem .Mckzerttamm" zu hören Bk lieber Herr, machen's mir daS Herz nicht gar fo > fites") m » die blutige Tragik anftilcfcttc, haben ihn gar alle guten Geister verlassen. Gespielt.wurde vorzüglich. Oov allem ist HerrKlrsch- «er z« nennen» der drn alten Kernthaler aus KremS prachtvoll auf die Beine stellte. Alice Heisch als Übertragene DolkSsäugcrinj Rudolf Teübler als -schmierige DolkSsängernatur und Lina Woiwoche als verberbte Brettlblüte sind. ebenfaÜS vortrefflich. Hedwig Keller gab die Mitzi (ein Mittelding zwischen. Gchlagermitzi tmd Christine) und wußte mit ihrer hdrbest Frische, mit einer schöne« Kunst karger. Linienführung auS der .Schablottenfigur eine Gestalt von Fletsch und Blut zu formen. Mit den undankbaren Rollen des Liebhabers und dsS Leutnants fanden sich Herr Edthofer und Herr Reh borg er ab. Einen unverfälschten Pülcher gab köstlich Herr Ranzen Hofer und einen böhmischen Feldwebel sehr erheiternd Herr Weiß. Der PublikumSerfolg war stark, blieb. aber nicht unbestritten. •— Die Dichtkunst {taub während des ganzen Abends in einer dunllen Ecke und verdeckte ihr Antlitz ... O. A. Konzert Josef Tulzer. Wenn auch längst ein weißer Haarkram daS KÜnfilergeficht Josef S n l z e r S umrahmt, ist fein Birtuoicnblut doch noch so rege und lebendig wie einst, als er seinen interncrtronalen Ruhm als Cellist erwarb. Der Sobit des berühmten BaterS hatte eS leicht, daS Interesse der munkalüchen Welt zu feffkln. Er erbte nicht nur die vielgerühnite Kanttlcne deö Sängers, die er auf sein Instrument übertrug sondern auch komposttornche Begabung, die ihn befähigte, die Komertüteratur um zahlreiche Bortragsstücke für Cello zu vermehren. Wenn der Srebzigtähriae sich nun wieder znm Konzertieren etrtschloß, so geschah dies nicht nur, um daS ungebrochene Feuer des Bortcags und die unverminderte Bravour seiner Technik bewundern, zu lassen. Er erittllte auch Baterpflichten, indem er dem Sängernmendebüt seiner Tochter alS Mentor assistierte. Fräulein S ul z er litt zwar unter Indisposition und dadurch kiervorgerufener Befangenheit, ließ aber hübsches und entwicklunaSfähiges Material erkennen. Sie sang neben Arien aus der »Jüdin" und „Tannbäuser" zwei Kompositionen ihres BaterS von angenehmer und wirkungsvoller Faktur. Auch der instrumentale Teil deS Programms enthtelt neben der leider unvermeidlichen Berballhornung deS ».Kal Nidre" für den Konzertgebrauch zahlreiche Stücke von Josef Sulzer. die grschickterweise daraus angelegt sind, die Künste, aesanavoller Bogenführung und sem messLeihafteZ Flageolett ins recht« Licht zu stellen. Der greise Künstler wurde mit lebhaften Shmpaihiebeweisen auS^eze^ntt. Aus den Theatern. vom 11. bis „Alt-Heidelutt wum J w.vmu« „^aS ihr wollt"; üag ^Der Sckröpfer"; Mittwoch ^Unterwegs": Donnerstag zum erstenmal „(Sm dunkler Ehrenmann"; Freitag dunkler Ehrenmann": Samstag „Der häßliche Ferrante"; Sonntag uack)Mittag8 «Goldfische", abends „Ein dunkler Ehrenmann". Der Spielplan M O P e r n t h e a t e c B für dir kommende Avche wurd» wie folgt festgesetzt: Heute nachmittags l/,S U&t: „Wiener Walzer", „Die Puppenfee", „Sonne und Erde"; abends W Uhr: «Der Barbier von Bagdad", «Der G chnremann^; Monkng: „Vivletta^ (b.» 7r«vt»tb); DtenStaa: „Die Jahreszeiten der Liebe'', neu einstudiert: «Aschenbrödel; Mittwoch: „Margarete" (Faust); Donnerstag: Erste Festaufftthmng: «Alkeste" (Oberpriester Dr. Emil Schipper vom Nationaltheater in München als Gast); Freitags Zweite Festauf- - - '»rm Se ftthrung: «Die Sutflihrung aus dem Serail"; SamStaa: Dritte Festaufführunar «Salome"; Sountag: Vierte Festaufführung: „Fidelu," (Pizarro Dr. Emil Schipper vom Nationaltheater m München als Gast). . Karl Kraus Epilog zu den «Letzten Tagen der Menschheit" «Die letzte Nacht" wird demnächst in Wien zur Uraufführung kommen. Die elnzemen Rollen werden von ersten Darstellern Wiener Bühnen gespielt. Karl Kran-' selbst wird die «Stimme deS Herrn" sprechen. Die Aufführungen sollen im Komödtenh a u S siattfinden. Die Regte führt Richard Wieiier. . Ptnskis „Gtsitz Scheftel«. Die zweite Aufführung dieses jüdische« ArbeiterdramaS, das bei der ersten Aufführung so tiefen Eindruck machte, findet im Wiener Komödie nhauS Donnerstag den 16. d. M., *IJ Uhr abends, statt. Karten erhältlich bei den Tageskassen: Theatergebäuvk, IX., Nußdorserfiraße 4,, Basar, l.. Roteuturmstraße, Filiale der „Wiener Morgenzeitung" H., Schmelzgasse 7. BühnenverrineS. Die Festaufführunde» Düh führung des österr. Bubnenvereines städtertheater zur einmaligen Wiederholung gebracht werden, "rohe Erfolg, den Langers Stück „1848" mSbesondere durch ___ _ mSbesondere .eistung Lotte Medelskys erzielte, fand in den zahl . schritten au den Bühnenverem seinen deutlichsten Ausdruck. Stück wird nun zu Gunstcki der österr. Bühnrnvere'mes in derselben theater mit Frau Medelskh, den •_ Tiller in der erwähnten Vorstellung, für die der Vorverkauf bereits begonnen hat, noch^ einmal zu Darstellung gebracht werden. Die Festauffiil-rungen im Operntheater. Die zu den Jestaufführungen im Operntheater in außergewöhnlich größer Zahl erngelangten Ansuchen unr Vormerkung von Sitzen können, da den Stamulfiv- und Saisonabonnentcn zu diesen Borstellungeu »in VorbezugSrecht belassen werden mutzte, leider nicht zur Gänze berücksichtigt werden. Die Leitnng der Kaffen der homrattschen Theater wird nach Tunlichkeit bestrebt sein, allen jenen Anmeldern, welche nicht berücksschtiat werden konnten, eine schriftliche Absage zukommen zu lassen, lim den mit den Vorrnerkunaen auf Sine verbundenen Arbeiten gerecht zu werden, wird das BorbezugSrecht auf Stammsitze zu de» Festaufführungt« im Operntheater nicht am dritten Tage, sondern spätesteilS am vierten Tage vor der Aufführung der betreffeflben Vorstellung bis 3 Uhr nachmittags (Sonn- und Feiertage bis 1 Uhr «achmittags) bei der Stammsitzkasse auSznüben sei«. Die Stanimsitzinhaber werden ersucht, dies berücksichtigen zu wollen. Eine Akademie für die Kriegsblinden. Der „Verband der Kriegsblinden Deutsch Österreichs" veranstaltet am 23. Mar um V»7 Uhr abends eine WohltätigkeüZakademie im aroßen KonzertyauSsaal. Mitwirken. werden : Konzertsänaeritt Grete T r a,v e r s a, Professor Friedrich D u x b a u m, Siegnmnd F e u e r m a it n, .Äerman» G a l l o s, Dr. Paul Weingarten und das Fitzner-Q» artet t- Kartm von K 20.— bis K S.— an der Konzerthauskaffe. Im Metropottheal« wird täglich die mit so großem mrt de« Wrld und gsnmmmn. Literatur «^Wissenschaft. Daniel Deronda. Danirl Derönba von George Eliot ist vom Jüdischen Verlag, Berlin, vor mrzem neu heraus»' , egeben woiü^n. Der Wtebererwecker dieses Romans aus dem, fahre -1873 ist A l e r 6 n d e r C l i a S borg. Zwei sonst ganz i etrennta Welten werden durch di« edle Gestalt deS Daniel leronba miteinander verbunden: die Welt des englischem Adels uitb die deS trotz der Emanzipation noch gedrückten Juden. Uns fesseln natürlich zunächst und vor allem die? jüdischen^ Typen, ihr Leben, ihr T»ur, die sich in buntem Fülle den Sinnerr barstelleU. WaS vorr eiiglifchem Weset; und Englischer Art sich abspiett, gewinnt nur insofern erhöhtes Interesse für »mS als es jttbWes Wesen, jüdische Arb oeeittflußk. ' Wir finden hier «un den jüdischen Vater, der die/ schlechten Triebe seines Wesens ganz über die guten, siegen, läßt, der ein skrupelloser Schnorrer wird, von dem selbst seine prächtigen Kinder Mürdochai uitb Mirah sich innerlich ganz abwenden; die Familie Esra Coheuö, die mit wirb« lich feinem und bei einem Nichtjnben, wie George Eliot, erstaunlichen Verständnis gezeichnet ist. Wir erkennen hier vor allem da« besonders in nichtjüdischen Kressen anerkannt« gute, jüdische Herz, dem das Wohltun am meisten wvhltut, wir finden in den Kindern echt jüdische Kindertypen. Hoch über allen Figuren des tnhaltreichen Buches aber stehen die drei herrlichen Menschen Mirah, Daniel und Mardvchai. Mirah, bas wunderschöne Judenmäbchen hat sich trotz einer bösen, verworrenen Jugend, die ihr der tkomöbianttnhafte, gewinnsüchtige, gleitzneMhe Vater bereitet hat. die Reinheit , ihrer Seele bewahrt. Dem Herzen dieses feinen Wesens ist die Lieh« zu seinem Stamme unvergänglich etngegrabq«. In ganz nichtjüdischer Umgebung hat Mtray nicht nur eine treue Erinnerung, sondern auch ein inniges' Gefühl für ihr Volk sich bewahrt und in rührendem Stolz, allen Anfechtungen zuwider, hält sie ihr Judentum immer wieder hoch. Den Kernpunkt des Buches aber bilden Daniel und' Mardochai. Daniel, von einem englischen Cdelnmm; mit väterlicher Liebe zu einem englischen Junkev erzogen, erfährt erst als Mann feine jüdtfche Abkunft. Merkwürdige; Zufälle, eine unüberwindliche Sympathie für jüdisches Wese«, ein unstillbarer Durst nach jüdischem Wisse» lassen ihn sein« Herkunft schon lang« vorher ahnen. Die Gewißheit von seiner Abstammung erfüllt ihn mit Genugtuung, mit heiligem Ernst, mit tiefer Freude. Diese Freude i stßegründet durch seine Liebe zu Mirah. dieser Ernst durch seine Freundschaft für Mardochai, MirayS Bruder, dies« Genugtuung durch daS Blut der Täter, dain seltener Kraft in seine« Ader« rolü Und sich trotz der englisch-christlichen Erziehung nicht verleugnet. Mardochai ist der Jude tat* exochen, ein Prophet, ein Zionist. Dieser schwindsüchtige Jude vereint in sich tiefstes Wissen heißest« Sehnsucht, heiligste Liebe. Tr hat die Vision von der besseren Zukunft beS jüdischen Volkes, er hat dick ist die GotieSlKsteruug' haben zu wähle», auf und keinen Vorsatz von mir. DaS dieser Zelt." Und „die Söhne Judas . , . daß Gott sie wieder auserwähie. Die messtanis'che Zeit ist die Zeit, wo Israel den Willen haben wird, das naltonal« ' pfi. " Banner aufzupflanzen^. .Don einigen Hgrten im deutschen Ausdruck abgesehen^ ist das Buch sehr lesenswert, besonders in den Teilen, die uns mit Mardochai znfammenführ««, der ein wahrer .Jude, ein echtes Vorbild ist und dessen-Worte uns «üt vrenneudei: Sehnsucht und drängendem Willen erfüllen Else Epstein. Ankrittövorlesung Professor Guttnwnnck. Aus' . Uerliu wirb gemeldet: Die AtitrittSvorlesung deS neuen Dozenten Professor Dr. Guttmaun an der „Lehranstalt für dis Wissenschaft deS Judentums" fand im größte« Lehrsaal deS JnstitntS. vor einem zahlreichen geladen»« Publikum statt. Professor Dr. Guttmaun, der den Hermann Cohen-Lehr, stuhl für Reliaionsphilosophie bekleidet, behandelte das Ver-i hältniS von Religion nno Wisssuschast im mittelalierlicheu und im modernen Denke«. Er würdigte die Bedeittung Cohens auf dem Gebiete der Religimisphnosophie, der als erster moderner Denker Brücken schlug ZwisckM der Philosophie des Mittelalters und der Gegenwart, und dadurch auch die von den jüdischen Denkern des Mittelalters geschaffenen Werte für unsere Zeit zu erschließen und nutzbar zu machen verstand. RücküNckeub wbeS Professor Dr. Guttmaun darauf hirtz daß bxi den Philosophen deS Altertums von einer Religions. Philosophie als besonderer Disziplin nicht die Rede sein! konnte, weil die seelikchen Energien, deren AuSfluß das' religiöse Leben bildet, von den alten Philosophen Nicht als eigene- «Listiges Substrat anerkannt und geltend gemacht wurden. Dieänderte sich erst in der mittelalterlichen Philosophie, aber hier auch nur insofern, als bas Verhältnis der historisch gegebenen Religion der allgemeinen wissenschaftlichen Erkenntnis gegenützergestellt wüpde. Mit Kants Ueberwinduttg der Metaphtsik hörte dieses Gegenüberstellen zweier einander völlig fremder Welten auf. Seitdem ist die Religion in der Philosophie anerkannt als-Krönung deS SittlichkeitSbegrttfeS. Dieser geläuterte Vegriff wird auch bi« Zukunft der jüdischen ReligionSphilosophie beherrschen, die gerade für unsere Zeit eine immer wachsende Bedeutung besitzt. Dem Wirken für diese Idee war Hermann Cohens Leben jjetoibmeti und in diesem Sinne soll der seinen: Andenken geweihte Lehrsttrhl weiterhin dienen. i , teilt jüdisch-pädagogisches Archiv. Am 1. Mai 1919 wurde hier, 2. -Berz., Obere Donanstraße 91 (Indisches Jugenbhein) ein jüdisch-pädagogisches Archiv eröffnst. Das^ selbe hat es sich zur Aufgabe gestellt, der Erforschung und Förderung des südlschen Erziehungswesens zu dienen. Dies Archiv ist alS MorbereittmgSstelle für jüdisch-pädagogische Institute gedacht. Di« Grundlagen des Hlrchivbestandes bildet eine Sammlung von Matertalteu über alle auf das jüdische «r—,—als da fmdj dev jüdische»; -..usw. Di« Bücherei des Archivs enthält unter anderer« den Beginn einer Lehrbüchersammlung in allen Sprachen, insbesondere rbcassch und Jüdisch, di« für das Pädagogium Grundlagen fehlen. Die Wiener BorbererttmgSstelle ist also nebst ihrer engere» Aufgabe in Deutschöfterreich und in Mitteleuropa insbesonde« dafür bestimmt, einem zentralen pädagogischen Institute in Palästina alS Vorbereitung zu LetMr des J^1tsas§m^PMgoMM qwarKj