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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-10 · Heft 111 (10.5.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 111 (10.5.1919)
Date
1919-05-10
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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nvY Men, Samslag i wniwntirnritii Lvrener Drorgeirzeituns 0. Mai 1919 Nr. in ftrei-hanptman n Tjo.t. oötooljT gegen seine Persan öffentlich Bedenken erhoben worden sind, abgelehnt, jern a nd anderen als s i ch se l b st v o r z u s sh l a a, "ii, Dadurch kam eine Berufung derzeit überhaupt nicht -nstände. jedoch wird das Staatsamt Vorsorgen, dag ein greigneter Experte Nachreifen kann, sobald die Frage von Südmähren bei den Friedens Verhandlungen zur Beratung kvAmt. , Kärntner Kampfbericht. 'Laibach, 9. Mai. (Korr.-Dnr.) An der käntuerischen Westfront Ruhe. Im Laust des 5. und 6. Mai ist es bis 6 Uhr früh an der Kärntner Ostfront nirgends zu Kämpfen gekommen. Unsere' Truppen haben sich mit der gesamten Artillerie in ihre Stellungen nördlich und westlich von Unterdrautnrg und östlich von Gutftcin konzentriert. Die WaffenstiWandsverhandlrmgerr. Klagenfurt, 9. Mai. (Korr.-Bur.) Vom Pressedienst deZ Aänrwer Landesausschusscs wird mitgeteilt: Laut Mitteilung des Wiener Gesandten der S.-H.-S.-Negierung hat die Belgrader Regiemng ihre Zustiinmung zur Einleitung von W a f f e nstill st an dS v e r h (nt b l int gen gegeben und das Kommando der Draudivision beaustragt, Delegierte nach Klagenfurt zu entsenden. Staatssekretär für Heerwesen Dr. Deutsch, der in der heutigen vertraulichen Landesversammlung eingehende Mitteilungen gemacht hat, wird bei den Verhandlungen'zugegen sein. "Die Landesregierung und die in der provisorischen Landesnersainmlnng vertretenen politischen Parteien werden Vertreter zu diesen Konferenzen entscndm. Die tvesLrmgarrsche Frage. In der gestrigen Sitzung der grvßdeutschen Partei wurde, wie parteiamtlich mitgeteilt wird, „mit Befriedigung festgestellt, daß die we st ungarische Frage eine girnstige Entwicklung nimmt, sa daß in kurzer Zeit schon die Erreichung des angestrebte u Zieles erwartet werden kann." Es ist also die AngliederungW.e st Ungarns an Deutschösterreich in den Bereich der Möglichkeit getreten. Die Reform des Pretzrechtes. Am ist Mai beginnt im Amtsgebäude der dcutt'chöstcrrcichischeu Sraatskanzlei (Wien, I., Herreugasse 7) eine Enquete über die Reform des Prcßrechtes, zu der. außer den Handels- und Gewerbekammern eme größere Zahl von Fachkörperschiasien geladen ist, nanientlich Schriftsteller- und Iourualistcnvereine sowH Verbände von Zeittmgöunternehmern und Preßgcwerbctreibenden. Eine Erklärnng. ' In der „Wiener Mittagspost" vom 8. Mai 1919 ist eine Unterredung des Vertreters dieses Blattes mit Gemeinderat Machat wiedergegeben. Gemeinderat Machat äußerte sich als Vertreter der neugewahtten tschechischen Gemeinderäte wie folgt: „Es hätte Ms also nicht viel auf einen zweiten Sitz im s Stadtrate gefehlt, wir haben jedoch die uns zu diesem Zwecke f angeborene Verbindung mit den- Zionisten abgelehnt und diese; nicht in unseren Klub ausgenommen. Gemeinsam mit, den! Zionisten hätten wir wohl zwei Stadtratsmundate erzielen : können, doch konnten wir auf die von jenen gestellte Be- ■ dingung, ihnen ein Stadtratsmandat zu überlassen, natürlich nicht ringehen." Demgegenüber ermächtigt rms die Zionistische Parteileitung, festzusiellen, daß keine wie immer gearteten Verhandlungen, weder direkte noch indirekte, «i dieser Angelegenheit zwischen den Zionisten und der tschechischen Parteileitung gepflogen wurden.' Aus der Tfchecho-Elowakei. Aus Italien zurückgekehrte Leuts che Legionäre. » Prag, 9. Mai. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") 'Der Minister für Landesverteidigung, K l o f a t sch, inspizierte Hecke mittags die a n s I t a l i e n zurückgekehrten deutschen Rotten des ,18. Bataillons, welche auf italienischer Seite in den Reihen der Tschechen kämpften. Bei dieser Gelegenheit hielt der Minister eine Rede in deutscher Sprache, der er die Zurückgekehrten herzlich begrüßte. Wir alle, ohne Unterschied der Nationalität, sagte der Minister, haben gemeinsam geduldet und müssen, da wir lendlich frei sind, alle Mühe und alle unsere Arbeit dem Ausbau und dem Aufblühen unserer Republik widmen. Der Minister betonte, daß es Keinen Unterschied zwischen dem deutschen und dem tschechisch»: Volke gebe, alle Nattonalttäten nn gemeinsamen VWW^nde müßten ihr eigenes Feld hur Betätigung haben. Die Regierung der tschechischen Republik bettachte es als ihre Pflicht, alle ihre Bürger ohne Unterschied der Nationalität aus dem schmählichen Gefangenenlager zu befreien und zu treten Bürgern und Verteidigern des freien Staates heranZuziehen. Die Gemeind ewah len. . , :* Prag, 9. Mai. (Tel. der „Wr.Morgenztg.ch Nach einem grstern vorgelegeeu Vtegicrmigöantcag wird bestimmt, daß für die Gemeinden, welche vereinigt werden sollen, die Gememdewahlen »roch vor Durchführung der Vereinigung so auszuschreiben und durchzuführen sind, als ob die Gemeinden bereitsvereinigt wären. Diese Bestimmung gilt für Groß-Prag, G r o ß - B r ü n n uud alle Lhnttchen Fälle. l Ein tschechisch-rumänischer Kompenfationsvertrug. Präs, 9. Mai. (Tel. der „Wr. Morgmztg.") Inder letzten Zeit wurde ein tschechisch-rumänisches Uebereinkommen abgeschloffen. Rumäninr hat eine zroße Anzahl von Lokomotiven und landwirtschaftlichen Maschinen bestellt, die dmSkodawerkm, «ner Riuyhokfer, Ruston und Danek übergeben wurdnr. Rumänien soll auch Geschütz material beziehen. Als lAegenrvert soll die rumänische Warmverkehrszentrale Lebensst » s f e und P e t r v l e n m liefern. : PleRMsttzNNg des Jüdischen Nationalrates. (Am 7. Mai.) Austritt der Poale-Zion. — Anschluß der sefardischen Juden. — Die Schulsiedlung. — Referate der Aernter und Sektionen.; Durch den AnsttiU der sozialistischen Fraktion im Jüdischen Nationalrat, der Poal-r-Zion, welche sich auf ihrem letz teil Parteitag für den Anschluß an die kommunistische Partei erklärt haben, ist der Nationalrat eine Art Rumpfparlament geworden und erst durch die bereits ausgeschriebenen Wahlen, an welchen alle volksbewußten Juden teilnehmen sollen, wird wieder ein definitiver Zustand geschaffen werden. Die letzte Plenarsitzung am 7. d. M hat gezeigt, daß der Nationalrat dessen ungeachtet in einer Fülle wichtigster sachlicher Arbeit drinsteht, welche vor allem soziale Bedeutung hat. Die erstatteten - Referate des Amtes für soziale Organisation, des Berufsamtes, der Gewerbesektlon sowie Dr. Bernfelds Referat über die Schnlsiedlung haben im wesentlichen die gleiche Tendenz: die Beseitigung des jüdischen Elends Und der abnormalen ökonomischen und sozialen Struktur des jüdischen Volkes durch planmäßige Anleitung der Juden zur Arbeit nnd zu> produktiven Berufen. Die Triebkraft dieses Ümschichtungsprozesses kann nur die Macht einer Idee sein. Nur die nationale Idee kann diese segensreiche Tätigkeit zu einem Erfolge führen. Das Unterrichtsamt ist bereits in konkrete Arbeiten zur Errichtung eines jüdischen Schulwesens angelangt. Schwierige, aber erfolgreiche Arbeit leistet die Beamtensektion, welche, wie aus den Berichten hervorgeht, in unzähligen Einzelfällen zu intervenieren hat. Irr dieser Sitzung erschienen zum erstenmal d'ie Vertreter der neu angeschlsosenen Gruppe der sefardischen Juden, Präsident Heim und Sekretär Dr. Halfon. Präsident Böhm betonte in feiner Eröffnungsansprache, daß er mit besonderer Freude den Eintritt dieser angesehenen, an stolzen Traditionen reichen Gruppe im Judentum in den Nationalrat begrüße. , Nachstehend der Sitzungsbericht: Präsident Böhm teilt mit, baß als Vertreter derspaniolischen Gemeinde die Herren Heim und Dr. Halson in den Jüdischen Natiynalrat kooptiert sind,' ferner die Herren Dr. Ehrlich mch Dr. David Rothblum. Sodann gibt er der freudigen Genugtuung Ausdruck, da ßdie Mitglieder des NationalrateZ, und. zwar Präsident Dr. Bruno Pollack-Parnau, Dr. Jakob Ehrlich And Doktor Plaschkes in den Wiener Gemeinberat gewählt wurden und beglückwünscht die genannten sowie die gewählten Bezirks rate. Sodann «acht der Borsitzende die Mitteilung, daß die dentschösterreichischen Paole-Zion die auf ihrer letzten Parteiberatung das' kommunistische Programm akzeptiett und sich der dritten Internationale unterstellt haben, in Aonseguenz dieses Beschlusses aus dem Rationairat ausgetreten sind, was-, eine bedeutende Schwächung für diesen bedeutet. . . s Hierüber entspinnt sich eine kurze Debatte, in deren Verlauf Dr. Auerbach uud Waltuch den Austritt der Poale- Zion begrüßen und(, auf deren Haltung während der Wahlen hinwiesen. Der Vorsitzende betont demgegenüber, baß der Nationalrrt die Zusammenfassung aller auf dem nationalen Programm stehenden Gruppen sein soll. Durch den Austritt der Poale-Ziön sind wir nach außenhin geschwächt worden. Die Wandlung der Poale-Zion Ist für die nationaljüdische Sache besonders jetzt von Nachteil, weil die internationale Sozialdemokratie in Amsterdam die jüdischnationalen Forderungen auerkannt hat und gerade die Poale-Zion auch auf die deutschösterreichische Sozialdemokratie im Sinne ciitcS adäquaten Verhaltens hätte Echfluß nehmen können. Wir können hier die ganze Frage mir vom rein nationalen Standpunkt aus bettächten. Wir sind keine politische Körperschaft, sondern eine Verttetnng für die Durchsetzung nationaler Forderungen, In der nächsten Zeit sollen die Wahlen in den Natiorralrat durchgesührt werden. Dieser Tage wird der entsprechende Wahlaufruf in der „Wiener Morgenzeitung" erscheinen. Das UnterrtchtSreferat. Referent Dr. Geiger: Das Unterrichtsamt, welches erst seit einem Monat organisiert ist, kann heul« noch kein positives Resultat seiner Beschlüsse unterbreiten. Die Unterrichtskommission hat in den letzten Wochen mit der praktischen- Arbeit für die Errichtung jüdischer Schulen migefangen. In den letzten zwei Sitzungen haben die Beratungen der Beschaffung der Finanzen sowie praktischen Schulfragen, der Auswahl der Lehrer dem Problem des Lehrplanes und des Typus der zu errichtenden Schulen gegolten. Es ist beschlossen worden, daß zunächst zwei Klassen einer Mittelschule errichtet werden sollen. Mehr konnte nicht beschlossen werden, weil Über die allgemein« Organisation des Schulwesens bisher noch keine Klarheit bestellt. Lehrpläne werben bereits ansgearbeitet und der nächsten Satzung vorgelegt. Eine schwierige Frage ist die der Beschaffung der Finanzen. Wir werden Herren, die für dies« Zwecke in Betracht kommen,einladen und für das Schulwerk sowie für das Pädagogium größere Sumnie» aufzubringen ttachtcn. Auch an die Eltern werden wir herantteten mit der Aufforderung, ihre Kinder in unsere Schule zu schicken. In den nächsten Tagen werden wir uns über die Pläne der Schulreform mit dem Staatsamt für Unterrichtswcsen in Verbindung setzen. Außer diesen Arbeiten habe ich noch andere Vorarbeiten, wie bas Kurswefen, in Angriff genommen. In der anschließenden Debatte, an welcher sich die Herren Horowitz, Dr. Bernfeld, Litzman«, Dr. Auerbach, Mth. Dr. Werner , beteiligen,, werden vorwiegend 'politische und juristische Fragen'erörtert und im übrigen die Arbeiten der Unterrichtsfektion.gutgeheißen. , . , Es folgt das Referat der. >' - : ' ' : ' Beamteirsestion. Referent Ing. Ackermann: Seit dem letzicu Referat, bas wir hier zu hören Gelegenheit hatten, haben wir öfter' intervenieren müssen. Wir waren /bemüßigt, bei verschiedenen Behörden vorzusprechen. Referent bespricht «njelne Fälle und berichtet über die Verhandlungen mit hem zwischenstaatlichen Beamtenkomitee. Jede Behörde handelt für sich, ohne Einverständnis iittt den anderen. Bei den Eisten Aemtern hat man uns Gntnd unserer Ausklärungeu leinen.Anstoß daran genommen, daß dir Nationalität als indisch aNcreacben wurde, andere haben sich verständnislos gezeigt. Durch eine Dame, die.:.!><i-5 Gelöbnis zum dentschösterreichischen Staate verweigert tat, hatten >vir viele Unannehmlichkeiten. Wir konnten natürlich leicht nachweiseil, daß wir für die Stellungnahme dttser Dame nicht verantwortlich sind und daß ihre Haltung > in schroffem Gegensatz zu unserem Standpunkt steht. Trotze, dem -wurde auf Grund dieses Vorfalles die Parole ausgegeben, gegen die Zionisteic vorzrlgehen. Sollte das zwischenstaatliche Komitee die von ims geforderte Regelung nicht:! vornehmen, so wird die Sache dem Kabinettsrat vorgelegt, werden. — Bezüglich der Organisation der jüdischen Staatsangestellten kann ich Ihnen berichten, daß dessen Delegierte, an den Verhandlungen des 'Staatsangestelltenausschusses teilgenommen haben und wissen, daß bisher nichts vorgenommen wurde. — Bei den Eisenbahnern sind jetzt Verttetungskörperbestellt worden, die das Recht haben, bei konkreten Angelegenheiten mitznberaten. Auf jeden Fall werden wir ein« Liste anfstellen, um wenigstens einen Kandidaten in das- Komitee zu bringen, weil sonst die große Gefahr bestünde, daß die Inden bei der. Besetzung wichtigerer Stellen ausgeschaltet werden. Wir haben auch gestem beschlossen, gegen das System der Abfertigung vorzugehen und für die Pensionierung, uns einzusetzen. Wir haben immer und überall in diesen wirtschaftlichen Fragen die jüdischen Beamten ohne Rücksicht-auf ihr politisches Bekenntnis vertreten. Es ist V«S. bisher gelungen, mit Ausnahme ganz weniger, die Entlassung: jüdischer Beamten zu verhindern. Jugendfürsorge. Dr. Siegfried Be rn selb berichtet über die GrüudunK eines Verbandes für jüdische Jugendfürsorge, dem alle Jugeiü^ sürsorgeorganisationen und auch der Zentralverbano jüdischer Jugendgruppen Deutschösterreichs angeschlossen sind. Ich': habe auf dem Jugendfürsorge- und Erziehirngstag ein Referat über die Ziele des Verbandes erstattet, insbesondere über' bic; Schaffung. einer jüdischen Sch u l s i e d l u n g. Das Ergebnis war, daß der Präsident der Tagung, Medizinalrat Dr. Satmnelh, vollinhaltlich mit dem, was ich. sagte, sich identisch erklärt hat. Einer der wichtigsten Punktiv unseres Programms ist die Zürücksührnng zur Landwirtschaft, was nnr möglich ist im Verein mit einer Umgebung/ die auf. eine Vorbereitung für Palästina hinstrebt. Auf diese Feststellungen hin hat man mir von nichtzionistischer Seite überall versichert, daß man nichts dagegen habe/wenn die Kinder hebräisch unterrichtet'und erzogen würden. Ich stelle den Antrag, dpß der Nationalrat offizielle Vertreter vom' Unterrichtsamt in den Verband entsendet. Es handelt sich darum, ein einheitliches Unternehmen zu schaffen, durch das die gesamte Wiener jüdische Jugendfürsorge Zentralisiert wird.. Ein Grundstück wäre zu pachten, au sdem Kinderheime, Schulen usw. zu errichten sind. Alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 20. Jahren »vären dort zu der-., einigen, die Kinder wären irr Internaten' unterzubringeu.i 'Sie hätten einen vier- bis fünfstt'mdigen Arbeitstag, der Rest d«r Zeit wäre der körperlichen Ausbildung zu widmen. Auch' könnten sie an den höheren Schulen teilnehmen, je nach dem Maß ihrer Begabung und ihrer Fähigkeit. Man könnte/, mindestens die Hälfte des Bedarfes an Lebensmitteln inner- / halb dirs GüteS decken; auch den Bedarf an Mobilar könnten die dort zu errichtenden Werkstätten teilweise decken, so daß. das Budget im Laufe.der Zeit immer geringer würde. —-v., Die Schwierigkeit, welche zu allererst zu überwinden wäre,' ist' die' Frage der Beschaffung von Geldmitteln. Es wäre M?,., wünschen, daß der Jüdische Ratlonalrat sich bsemüht, E Grundstück zu erwerben und für . diesen Zweck zur Verfügung' ur stellen. — Die Perspektiven, die sich uns mit der Grün-. rung dieser Siedlung eröffnen würden, wären ganz bedrü-' iende: vor allem hätten wir dann eine Stätte, wo die. ' , Palästinafahrer Gelegenheit für eine entsprechende Borbereiinng finden würden. Dann wäre die Möglichkeit einer freien Entfaltung.'unserer Jug»nb gegeben, ohne jedes Beigefühl der Duldung; ganz abgesehen vom Geist, der die Siedlung beherrschen müßte. Böhm begrüßt den inzwischen erschienenen Herrn Meyer Gill iS, Vertreter der Ameriean Jewish Joint Distributton Committee, und Littet Dc. Bernfeld, seine Ausführungen in ein paar Worten zu rekapitulieren. D'r. Bernfeld faßt hierauf das Gesagte nochmals zusammen und verweist insbesondere auf die Wichtigkeit der Berufsschichttmg, ''welche drirch die Siedlung insoftrne gelöst werden/ könnte, als an die Siedlung handwerlliche Werkstätten und landwirtschaftliche Mettiebe augegliebcrt würben. Referent bittet den Jüdischen Ratkonalrat, den Antrag anzunehmen, daß das Unterrichtsamt und das soziale' Organisationsamt sich der« Verbände für. jüdische Jugendfürsorge anschließen. Soziales Organifationoamt. Referent Sekretär C z n e z k a: Das soziale Organisation^» omt hat die Arbeiten fortgesetzt, über die bereits in der letzten Plemrsitzimg berichtet wurde. Die Ausnahme von Lichtbildern über das jüdische Elend wurde abgeschloffen und Frau Anitta Müller^ hat bereits dreimal Lichtbildervorlräge gehalten. Ein nächster Vortrag folgt Ende Mai im KonzertbauS. Die Publikation ber Broschüre über das jüdische Elend erfolgt demnächst. Die Schweizer Kinderaktion steht vor dem Mschkuß. 600 Kinder sollen am 26. Mai abtranSportiett werden, 2600 Kinder find bisher angemeldet, was uns ben Ansporn für eine Aktion in Holland, Schweden nnd Südmigarn znr weiteren Unterbringung gegeben hat. Wir müssen vorläufig die Aufnahme von Kindern Mieren, weil wir erst den Ueberschuß bewältigen müssen. Für den Herbst ist die Errichtung von Settlements m den jüdischen Bezirken Wiens in Aussicht genommen, wofür vor allem ein Kataster angelegt wird, um einen Ueberblick über die Armut der jüdischen Familien zu haben. Borgst Übernehmen wir die Zentralisierung der RatgebungSstelle». Wir werden versuchen, in allen Angelegenheiten des Lebens, von drn.llrinstcn Dingen angefangm vis zu den großen Sorgen, zu helfen. Das Berufsamt. Referent Erwin Kohn: Die Aufgaben des B e r a f §- <m t e's find: eine planmäßige Leitung der Berufsschichtung. BlSher' hat baS Berufsamt drei Abteilungm errichtet. Zwei davon find bereits in Tätigkeit, und zwar das Berus £»' \ o t [ chn n gS-undBerufSberotrlngsamt. Diese soll bte "Juden in produktive Berufe einführen, mit besonderer Berücksichtigung der Eignung nnd der Fähigkeiten. Ferner ist die Herausgabe ernte Reche von Broschüren geplant. Die Berss-beratün-Sstelle soll nicht nur vor Abschluß der Studien Rat erteilen,, solchem auch xutsprechmde Stellen zuweisen, welchem Zwecke anAr b ertönachrveis, xusanmenhänamd vut der Gewerbeaktiou, dienen soll. Neue Arbeitsmöglkchkerten sind 5« schaffen mit möÄ'chst geringem Aufwand an Kapital nnd Organisation. ~ In nächster Zeit sollm G c m ü sebun- »r up.pen gn der.PmPherie der Stadt üebsidet werden. Ferner

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