Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 111 (10.5.1919)
- Date
- 1919-05-10
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 111 Wien. Samstag Wiener MorgenzerLung 10. Mr'i Seite 3 Ziegenwurst und Ritualmord. Aus dem Volke der Dichter und Denker. In Berlin riifjrt sich der Antisemitismus wieder, eifrig. Ein Flugblatt, das ein „Au s i ch u ß für V o l l s a u f k l 8 r.ung" verbreitet, mthält die unglaublichsten Schaucrmären, die man \t gehört hat. Der Weckruf, der sich an die deutschen Mütter, Väter, Schwestern und Brüder wendet, spricht davon, daß in Berlin Hunderte Kinder als vermißt gemeldet seien und man vermute, daß da- F l e i s ch dieser unglücklichen Kinder in die Z i e g e ritt nt ft verarbeitet worden sei. Dann wird das RitualmorE Märchen aufgetischt und das liebliche Dokument schließt mit dem Rufe: B e r n i ch t e t « n d t ö t e t a l l <, die sich gegen die göttliche Ordnung erheben! Der gleiche »Ausschuß für Dolksausklämng" hat an verschiedenen Stellen Berlins WnLeaufruft für antis emetische Freiwilli genformationen plakatiert, in welchen sich die folgende« Satze finden: ■ Offiziere. Mannschaften, Techniker, Freiwillige aller Truppengattungen deutsch-germanischer Abstammung, die Wert darauf legen, bei Truppen einzutreteu, der denen weder Juden, noch Halvjuden, noch Judengenossen. Aufnahme finden können, können sich m unserem Werbebureau einschreiben lassen ... Der Ausruf trägt unter den Namen der Unterzeichner den Zusatz: »Die Genehmigung zur Werbung von Truppen ist uns vom Kriegsmini st erium erteilt." Die Gesellschaft derartiger Hetzantisemiten ist natürlich unbelehrbar und es wird einen von solchen Seiten gar nichts überraschen. Daß solchen Leuten vom Kriegsministenum eine Werbeerlaubnis erteilt worden sein sollte, wird schwer zu glauben sein. Zn Zelten, wo die tolle Hetze jeglicher Art lippig in die Halme schießt, wie eS gegenwärtig in Deutschland der Fall ist, kann natürlich auch die bestialische antisemitische Psychose nicht fehlen. Ans der polnischen Hölle. Die Wahrheit über Pinsk. Die vom polnischen Landtag eingesetzte Kommission zur, Untersuchung der VorBlle in Pinsk ist nach fast zweiwöchigem Verweilen in Pinsk nach Warschau zurückgekehtt. Bis auf die Einvernahme des Militärkommandanten von Puisk, Major LuczpnSki, und noch zwei bis drei Müitärpersonen ist die Untersuchung abgeschlossen. Ohne dmi Urteil der Kommission vorzugreifen, veröffentlichen nun die jüdischen Kommissions- Mitglieder. die Abgeordneten Grünbaum und P r i l u c k i, in der Warschauer jüdischen Presse Einzelheiten, die im Laufe der Untersuchung zutage gefördert wurden, von denen wir die wichtigsten nachstehend wiedergeben. Die Zahl der Erschollenen beträgt 36. Im Massengrab, baS durch die Konnm'sion geöffnet wurde, wurden aber bloß 34 Tote vorgefunden. Die meisten ohne Schuhe. Einer, namens R o l«i k, mit ganz geöllnetem Bauch. Bor dem Begräbnis wurde nämlich festgestellt, daß Rolnik noch lebte und da wurde ihm mit einem Bajonett der Bauch völlig aufgeschlitzt., Auch P a l a c n y, Fiedelmann und Borkowski. die als Schwewerwundete zusammen mit den übrigen Erschollenen dre ganze Nacht über auf dem Master lagen, wurden vor der Beerdigung erschollen. Bon dm 35 Erschossenen gehörten 32 der zionistischen, beziehungsweise der Zwo Zion-Organisation, 2 dem „Bund" und 1 oem Poale Aon-Verband an. ,Ueber dte Versammlung im „Beth Am" an jenem denkwürdigen Samstag wird nilgeteilt, daß diese aus Veranlassung des Pmsker Genossenschasts-Jnstruktors, Trosimowicz und m i t b e c Erlaubnis d e S K o m m a n d a n 1 e n einberufen wurde. Diese Versammlung der Mitglieder der zionistischen Gmollenschast, die über dre Frage drS AnschlulleS an den Genoßmschaftsverbani» zu beraten hatte, wurde um 6 Uhr nachmittags mit einem Referat veS genannten Instruktors eröffnet. Nach Schluß der Versammlung, gerade als die Teilnehmer das Lokal zu verlassen begannen, drangen die Soldaten in das Lokal. Unter de« Erschossenen befinden sich auch solche, die zu jener Zeit im „Beth Am" überhaupt nicht anwesend waren. So 8um Beispiel der Schüler G o t t l i e b, der auf dem Wege zu einem Arzt ungehalten nnd einaereiht wurde. P. Krasulezik hinwieder ereilte dieses Schicksal, als er mit seiner Braut auf der Gasse spazierte. In einem Befehl des Generals 8 i st o w S k i vom 7. April d. I. wurde vcrlautbart, daß die Erschollenen durch ein Gericht auf Grund deS Standesrechtes verurteilt wurden, was auch in einem Befehl des Plnsker Kommandanten Landsberg vom 6. April d. I. milgeteilt wird. In Wirklichkeit jedoch tagte keinGerichlunddiellnglücklichenwurdenohnejedwedenUrteilSspruch erschossen. Darauf deutet auch schon die rein zufälligeAuSwahl der Erschollenen hinderen indkviduelleSchuld iibrrhauptnichtfestgestellt wurde. MajorLuczynSkr gab ursprünglich Befehl, jede zweite Person der Arretierten zu erschießen. Später wurde jedoch dieser Befehl dabm abgeändnt, daß nur die jungen Leute z« erschießen seien. Trotzdem befinden sich unter dm Erschossenen auch der 53j8hrige Lehrer Moszkowski, der 52jährige Kaufmann Schismanowicz, der 60jährige Lehrer Schuhmann Md der 47jährige Drogist Friedmann, ferner — entgegen den ausdrücklichen Bestimmungen des Standrechtsdekretes, wonach Personen unter 17 Jahren vor ein AuSnahmsaericht nickt gestellt werden können — der 16 j 8 h r i g e Wmftnmabe MoseS Kotok. Während der ganzen Zeit fand in Pinsk — wie festgestellt wurde — kein einziger Aufstand. keinUeberfall seitens der jüdischen Bevölkerung auf daS p o l n i s ch e M i l i t 8 r statt; Waffen w u r d e n bei den Verhafteten nicht vorgefunden. Bei der Zeugeneinvernahme erweckten besonderes Interesse zwei.jüdische Soldaten im Alter von 19 bis 20 Jahren, die freiwillig in de« polnische Armee eingetretcn warm und die als die eigentlichen Urheber der Grschehnlffe anzusehen sind. Einer von ihnen, K o z a k, stammt aus Litauen und spricht schlecht polnisch. Auch der Zweite, Kölker, beherrscht die polmsche Sprache nicht gut. Beide find halbe Analphabeten. Diele entdeckten daS „gefährliche" politische Mell »m Pinsker „Deth Am" und sie waren eS auch, die zuerst die Nachricht bezüglich der ^Verschwörung" überbrachten, die im „Beth Am" gegen die polnische Garnison und die polnische Militärmacht angeblich geplant wurde. Die o f f izi e l l e B e s ch tr l d i g uti g erwies sich auf der ganzen Linie als unbegründet. DaS ganze künstliche Gebäude »st wie ein Kartenhaus zusammengrstürtzr. _• Die polnische Presse entschuldigt die Pogrome. Hebet dir erwiesenermaßen ausschließlich argen Jude« gerichteten Pogrome in Rztszow und Mime» von denen auch eine beträchtliche Anzahl Hemer und unbemittelter Geschäftsleute betroffen wurden, bringen die Krakauer Zeitungen „EzaS" und „Dpennik PolSki" dre gleichlautende Notiz: In Rzffww brachen am 1. Mar llnruhen, die mit der Approvifiomerinrg zusamm-nhängeu, aus, welche drei Tage Von «ttfeeem ParlamenlsberichLsrstatLer. * Küßten, 9. Mai. Die heutige Sitzung der ‘Nationalverscmtmhmg wür nur von kurzer Dauer. Es wurden^ lediglich zwei neue Staatsmänner gewählt: Zum Staatssekretär des Innern wurde Abg. E l d er s ch, zum Untecstaatsfekretar im Gesundheitsamt der Univ.-Prof. Dr. Tandler gewählt. Vor der Abstimmung haben sich —- sowohl im Hauptausschuß, der vor der Sitzung tagte, als auch im Plenum — die Vertreter der Gro ßd rutschen Vereinigung aus dem Saale entfernt, da sie nicht an der Regierung teilnehmen. Rach unwesentlichen Ersatzwahlen wurde die Sitzung geschlossen. Nächste Sitzung Mittwoch den 14. Mai, 3 Uhr nachmittags. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Vorlagen des Sozialisierungsausschusses betreffend die Betriebsräte. Sozialifierungsausfchutz. Der SozialrsicniiigsaussÄuß erledigte in seiner heutigen Sitzung dos Gesetz betreffend die Errichtung von Betriebsräten. Bei 9 wurde bcschlollen, die vollzogene Wahl des Betriebsrates dem Unternehmer, den Berufsorganisationen der Arbeiter Md Angestellte« sowie dem Sinigungsamt a«zuzeigen. 8 10 würbe in folgender Fällung zum Beschluß erhoben. „In Betrieben, die bis 60 Arbeiter ober Angestellte beschäftigen,, besteht der Betriebsrat aus drei Mitgliedern, in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten erhöht sich die Mitgliederzahl für je weitere 100 Beschäftigte um eines. Bruchteile v^i 100 werden für voll gerechnet. In Betrieben mit mehr als 1000 Beschäftigten entfällt auf je weitere 500 ein Vertreter wobei Bruchteile für voll gerechnet weiden." .Dem § 11 wurde folgend«! Bestimmung angemgt: „In denjenigen Betrieben, in denen Arbeiter Md Angestellte gemeinsam den Betriebsrat wählen, bat mindestens e i n Angestellter dem Betriebsräte anzugchören. § 18 wurde in seiner Einleitung durch folgende Bestimmung abgeändert: „Die Mitgliedschaft un Betriebsräte ist ein Ehrena m 1, dm Mitgliedern gebührt nur eine Entschädigung für denVerdiensterrtgisilg, soweit hierfür nicht nach dem Gesetze der Betricbsinhaber ansirckonimen hat, und für bic ihnen erwachsenen Bäräuslagcn." Im § 15 tritt mt Stelle des letzten Satzes folgende Bestimmmig: ..Ein Mitglied deS Betriebsrates darf nur entlassen 'werden, wenn es sich einer Handlung schuldig macht, die nach den bestehenden Gesetzen die Eutlasiurig rechtfertigt. Kündigungen oder Entlassungen aus anderen Gründen biivfen nur mit Zirstimckung dcs Emiaungsamtes erfolgen. Die Strafsätze im letzten Absatz dieses Paragraphen wurden mit K 2000 oder mit Arrest bis zu acht Tagen festgesetzt. Bei § 17 wird bestimmt, daß das Gesetz zwei Monate nach seiner K u n d m a ch « n g i n K r a f t zu treten habe. Schließlich wird folgende Bestimmung angenommene, „Die vorstchenden Bestimmungen sind sinngemäß anzuwenden hinsichtlich des Aüfsichtsrates von Kommanditges e ll's ch a f t e n auf Aktien und dcs A n f s i ch t s r a t e s von Gesellschaften mit beschränkter Haftung, bei denen das Stammkapital eine Million Kronen übersteigt und ein AufsichtSrat besteht. Folgende Resolution des Abg. Dr. G i m P l wurde zum Beschlüsse erhoben: Die Staatsrrgicrung wird aufgefordert, um utrser darniederliegendes Wirtschaftsleben nicht zu hemmen Md die treibenden Kräfte privaten Fleißes und persönlicher Energie wieder zur Schaffensfreude anzitregen, mit tunlichster Beschleunigung, in allere kürzester Zeit mit vollverbindlicher Deutlichkeit zu erklären, bei welchen Betrieben sie eine Sozialisierung beabsichtige." , Zinn Berichterstatter für das Haus wird Abg. HUebev bestellt. * Am Schluffe der Sitzung stellt Abg. El,drrsch grundsätzlich fest, daß die sozialdemokratische Partei sich im gegenwärtigen Zeitpunkte gegen die Beratung des Antrages Wutte betreffend die Erlassung eines Gesetzes über die gemeinnützige Bewirtschaftung der Kohle anssprcchen müsse. ' Er würde Vorschlägen, nach 8 27 der Geschäftsordnung vorzugehnr Md von der Sozialisierungskommission ein schriftliches Gutachten einznholen oder aber gemäß 8 80 der. Geschäfts« ordnung dem Hause die Vorlage zn stellen, ob nicht der Antrag Dr. Mutte durch die Sozialisierungskonmnssion vorzubereittn rst. Die Entscheidung über diese^Angelegenheit wird in der. nächsten Sitzung gefällt werden, die un schriftlichen Wege einberufen werden wird. Die Vorlage gelangt in der Mittwochsitzung der National- Versammlung zur Beratung und Beschlußfassung. dauerten. Es wurden einige PreiStreiberlSden zerstört. Das Militär stellte die Ordnung wieder her. Aehnliche Unruhen waren in Mielec, wo die Bauern der benachbarten Dörfer sich gegen die Preistreiber wendeten Md einige Geschäfte vernichteten. Wie „Nowp Dzinmik* meldet, wurden in Mielec gegen 70 jüdische Geschäfte auSgeplündert, darunter viele Läden der ärmsten jüdischen Bevölkerung. Daß diese Exzesse organisiert waren, beweist neben dem Umstand, daß viele bäuerliche Fuhrwerke in Bereitschaft waren, auch die Tatsache, daß trotz der Verlegung dcs für den 1. d. M. angesctzten Jahrmarktes insolge der Typhiisevidemie die Bauern dennoch scharctnveise m die Stadt kamen. Nur die Gendarmerie hatte energisch emgegriffen. Das Militär hingegen sah den Räubereien passiv zu und die Büracrmiliz ist überhaupt nicht eingeschritten. Mit einer rühmsichen Ausnahme verhielt sich die gan-e Bürgerschaft Md Intelligenz gegenüber den Exzessen völlig gleichgültig. Zu annsemitischen Exzessm kam eS auch in B o r o w a (Bez. Mieles, woselbst mehrere jüdische Familien auSgeplündert wurden. Sowohl in Mielec als auch in den Übrigen Ortschaften dieses Bezirkes wurden viele schwer, andere leicht verwundet. Anruhen in Galizien. Die Polnische Preßagentur meldet: „Kury er Codzienny" berichtet mis K o l b u f z o w a, daß bewaffnete Bauern in die Stadt eindrangen, jüdische Geschäfte plünderten und die Stadt angezündet haben. Eine Kompanie Soldaten wurde entwaffnet. Einige Soldaten und Zivilisten wurden getötet, viele sind verwundet. Nach Kolbuszowa wurden zwei Bataillone Infanterie entsendet. General S z n m o t a wurde zum Kommandanten der Truppen ernannt, welche zur Pazifikation des ganzen Rzeszower Bezirkes besttmmt wurden. Ihm zur Seite sieht als Zivilbeamter Dr. Biedermann. An den Unruhen beteiligten sich bewaffnete Bauern banden aus Kongreß-Polen. Sie halten sich in den Wäldem bei Kolbuszowa versteckt. Ein Dahnzug mit den Truppen Hallers wurde aufgehalten und die Truppen gegen die Bauernbanden dirigiert. Das Gericht Aber Kaiser Wilhelm. Genf, 8. Mai. (Tel.-Komp.) Der „Tribüne de Genöve" wird aus Washington gemeldet: In offiziösen Kreisen glaubt man. datz zum Mitglied des internationale« Gerichtshofes, der über Kaiser Wilhelm aburteilen wird, Taft oder Hughes ernannt werden wird. Man nennt auch den Senator Ellie R o o t. In diesem Zusammenhangö wird der englische Abgesandte in Washington» Lord Reading, allgemein als der Erwählte Englands genannt. Man versichert, datz Genf der Sitz des Gerichtshofes fein wird. Die fünf Mitglieder werden sich auf die Staaten Amerika, England, Italien, Frankreich nnd Japan verteilen. Gefunden f ^Beit die Unseren»« de» „Meinen Anzeiger' der .Wiener Morqenzeiiung-, »oa« fir hrchtenr Lehrer, Wohnungen, Läufer, Personal. Ein versuch fteUl auch Sie zufrieden Inland. Nach St. Germain. Die deutsch österreichische Friedensabordnung. Die Friedensabordnung Dentschösterre ich s wird aus 29 Mitgliedern bestehen und folgendermaßen zusammengesetzt sein: f Führer: Staatskanzler Dr. Karl Renner..!! Berater ans der Nationalversammlung: der christlich so zia le Abgeordnete Universitätsprvfessor Dr. Alfred Gürtler und der großdeutsche Abgeordnete Dr. jur. et Phil. Ernst Schönbauer, Professor an der Wiener Hochschule für Bodenkultur. . . Aus dem Staatsamt für Aeußeres Minister o. D. Dr. Franz K^l e i n, Leiter der politischen Revision; Settionschef Johann Eichhoff von der legislativen Wleilung, Sektionschef Franz.Peter, Sektionschef. Dr. Richard Schüller von der handelspolitischen Sektion, der Professor für Verwaltungsrecht.an der Wiener Universität Dr. Rudolf Laun und Legationsrat Georg Fr a n ke n st e i n, de die. administrativen Geschäfte der Abordnung besorgen wird. Für das Sdaatsamt für Heerwesen Oberst Karl Schneller, zuletzt Kommandant eines Infanterieregiments an der italienischen Front. Für das Staatsamt der Finanzen SeMonörat' Dr. Viktor Brauneis, Referent der Kreditsektion^ und Sektionsrat Dr.Karl Patzaner, Vorstand der Abteilung für die Vorbereitung des Friedens. > Für das Verkehrs staats amt Ministerialrat Müller-Martini, Fachmann in Eisenbahnadministrction. Ferner folgende Fach Männer: für Völkerrecht Professor Dr. Heinrich Lammasch; für diü Angelegenheiten der Kriegsgefangenen Rudolf S lat in, der Afrikaforscher, einst Gouverneur des englischen Sudans; für Finanzen Direktor Landsberger von der Anglo-Oesterveichischen Bank; füp Geographie Universitätsprofessot^Dr. Robert Sieger aus Graz; für Statistik Dr.RilhelmWinkler^ Minifterialsetretiir im Staatsamte Lr Heerwesen. Dann Vertreter der umstritlWM Länder, und zwar für D eu t s ch b ö h m e n Landeshauptmann Dr. Nitdols Lodgman und sein Stellvertreter, der sozialoemokratische Abgeordnete Seliger, für Sudetenland Landeshauptmann Dr. Robert Freißler, für das übrige Deutschmähren Dr. Stephan Licht; für Steiermark Bürgermeister Dr. Korniker, für Kärnten Dr. Martin Wutte, für Tirol der christlichsoziale Abgeordnete Senatspräsident Dr. Franz Schumacher, der Sozialdemokrat S. Abram und der Deutschnationale Sternbach; für Deutschwest-- Ungarn Bär; ferner tpahrscheinlich ein Vertreter Vorarlbergs, und zwar ist Landeshauptmann Dr. Ender vorgeschlagen; endlich haben auch Süd mähren^ Südböhmen und andere Länder, wie Salzburg Vertretungen verlangt. Die Abordnung dürfte nach den bisherigen Vorbereitungen erst am Dienstag von Wien abreistn. Teufel will auch mitfahre«. Offiziell wird mitgeteilt: DaS GtaatSamk M AeußeceS hat sich an den KreiShauptmonn für daS^ besetzte Südmähren gewendet mit dezn Ersuchen» geeignete Persönlichkeiten für die Berufung alS Experten jÄE das MsLrmr GelM ist AsMW. W &<u