Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 107 (6.5.1919)
- Date
- 1919-05-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Dimstcur Wiener Morgerrzeilung Die gewählten jüdischnationalen Bezirksräte. U. Bezirk: Dr. Otto Abeles, Alexander Pollak, Hermann Plaschkes, Norbert Nappap ort. Vl. Bezirk: Dr. Ernst Schubert. VH. Bezirk: Dr. Artur Immerglück. lX. Bezirk: Dr. Georg Weiner, Nobert Auer. XX. Bezirk: Siegmund Dickstern. Die Landtagswahlen. Amtlich wird gemeldet: Bei den vorgestrigen Wahlen zum Landtag wurden in Wien gewühlt: 44 Sozialdemokraten 19 Christlichsoziale 3 Tschechen 1 Nationaldemokrat 1 Deutschnationaler. Zum gestrigen Wahlausgang. Eine parlamentarische Korrespondenz schreibt: Das Er-> acbnis des gestrigen Wahltages beschäftigte alle politischen Kreise auf dos lebhafteste. Auffällig wurde es unter anderem befunden, daß auf Grund de§ neuen Wahlsystems die Tschechen acht, die Deutschnationalen aber nur drei Mandate im Gemeinderate erhielten. Die Landesräte treten heute wieder zu einer Beratung zusammen, um die lausenden Angelegenheiten zu erledigen. Sie werden solange im Amte bleiben, brS der neue Landtag könüitmert ist und die Wahl der neuen LanbeSräte voraenommen bat. Der neue Landtag wird vor dem 18. Mai zuiouimeritreten, doch ist der Tüg seiner ersten Sitzung noch mcht bestimmt. Abonnementserneuerung Am 1. Mar begann ein neues Abonnement auf die „Wiener Morgenzeitung". Diejenigen unserer Abonnenten, deren Bezugszeit Ende April abgelaufenist, wollen das Abonnement schleunigst erneuern, damit die Zustellung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Bezugsgebiihren: Für Wien mit Zustellung ins Haus: Monatlich.K. 7.— Vierteljährig.. 20.— Halbjährig.. . » 40.— Ganzjährig. ..„ 80.— Für Deutschösterreich und die Nationalstaaten mit Postversand: Monatlich. K. 7.50 Vierteljährig. ... . „ 22.— Halbjährig .,.„ 44.— Ganzjährig.„ 88.— Für das Ausland: Vierteljährig .K. 24.— Administration der „Wiener Morgeuzeiturrg*: Wien, 2. Bezirk, Taborftratze Nr. 1—3. Telephon 44.038, 43.319. Tagesbericht. Das Siecht auf Landaufenthalt. Bon Dr. Sanel Beer. Wieder hat die Landbevölkerung der Alpenlander zu chieiit schweren Schlage gegen die Gesundheit und das Leben der durch den Krieg ohnehin schwer bedrückten Wiener ausgeholt. Sind schon»Her engherzige Egoismus und die bäurische Einsichtslosigkeit der ländlichen Gemeinden infolge der ,fast fünf Jahre dauernden, geradezu als inner« Blockade zu bezeichnenden Aushungerung der Reichshauptstadt an der Vermehrung der schrecklichen Leiden der Wiener Bevölkerung schuld, hat schon daS rückständige aber Leldgierige Bauernv’ ol C, das sich selbst während des Weltbrandes aut zu nähren und die Großstädter auszubeuten verstand und noch immer versteht, einen großen Teil der verhungerten, elend verkommenen Menschen dieser geduldigen Stadt am Gewissen, so wollen die deutschösterreichischen Länder jetzt, wo die Erfüllung der Sehnsucht nach einem bißchen Wald und Wiese, iluft und Licht winkt, den Wienern die seit fünf Jahren entbehrte Möglichkeit der Erholung auf dem Laube nehmen. Gibt es überhaupt ein Wort, das diesen kleinlichen, beschränkten Lokalgeist der alpenländischen Landesbehörben und ihrer Bewohner kennzeichnet? Man muß. überhaupt daran zweifeln, ob es eine dentschösterreichische Republik, ob es eine Zentralqewalt gibt, die diesen Namen verdient, die weiter als über die Gemarkung dieser Zweteinhalbmillionenstadt hinausreicht. Wann wird daS Regieren mit papierenen Erlässen, nach denen sich keine amtliche Stelle richtet, endlich auf- »lören? Es besteht eine Desorganisation der Staatsmaschinerie, bk die berüchtigten russischen Zustände noch übertrumpft. 'Bo kann es nimmer weiter gehen. Da wird schon zu arg mi der Geduld der armen Bevölkerung gesündigt. Auch Ruhe und Bravheit dieser gepeinigten Menschen, aus die unsere obersten Behörden so stolz sind, in deren Köpfen aber, wenn man nur sehen und hören will, die radikalsten Gedanken wohnen, werden endlich ihr volles Maß Häven. Während der Staatskanzler das Recht des Bürgers arlf Jreizügigleif in der ganzen Republik nach den geltenden Staatsgrundgesetzen erklärt und die' Ungesetzlichkeit der von den Ländern Tirol, Salzburg und Kärnten erngefüh'rten Etnwiseverbote brandmarkt, halten diese Gebiete nicht nur an ihren Verordnungen fest, sondern auch Oberösterretch und Steiermark sperren den Wienern die Tür, rauben ihnen daS primitivste Recht auf ein bißchen Luft und Sonne. Gagei wir es offen heraus, öS ist nicht die Angst Ver Landbevölkerung vor Hamsteret und Schleichhandel der tstube» Erboluno und bessere Ernährung suchenden Wiener, sondern die Angst, sie könnten ihr« Lebensmittel nicht zu ß» hohen Kreißen drwch.den Schleichhandel nach Wien bangen, i wir--« a*rit; 6. Mai 1919 NL XOtf .. »<a» R Das Pattn! in ]öMen RatiotiaMs in Wien veranstaltet Donnerstag, 8. Mai, ijJ Uhr abends im Wiener Komödienhause ein. Festvorstellung Dflvid Pinskis Komödie „Der Schatz“ mit Rudolf Schildkraut in dev Hauptrolle. 5t» Karlen an der Kasse des Wiener Komödienhauses, bei R. Löwit, l., Rotenturrastrasso 92, und der Verkaufsstelle des Jiid. Nat.-l'onds, II., Schmelzgasse 7. die Furcht, sie müßten ihre Produkte zu niederen Preisen im eigenen Orte auf den Druck der jetzt zue Herrschaft gelangenden Proletariermassen abgeben. Da ist der Grund, warum sie uns absperren wollen. Bezeichnen wir eS, als was eS ist: Unmenschlichkeit. ' ' Da müssen wir denn fordern, daß unsere Negierung endlich einmal energisch dreinfährt und nicht mit den alten Mitteln des zugnmdegegangeneu Staates weiterwurstelt. Könntest nicht bei einigem guten Willen 100.000 von diesen Armen in ländlichen Familien untergebracht werden? Wie gering wären die Opfer für den einzelnen, wieviel Sorgen wären damit den Wienern abgcnommen! Alle, alle, die Arbeiter, Lehrer, Kalifleute, Beamte, alle sind sie miide, zermürbt und zerdrückt, hohläugig und von fahlen Wangen, sie alle müssen Heuer wieder einmal für einige Wochen die erbärmliche Brntstelle der Krankheiten, dar Wiener Pflaster, verlassen. Wie sollen wir zu einem Frieden mit dem Feinde kommen, wenn wir unS selbst nicht zur Güte, zur Rücksicht auf einander bekennen! Habt Ihr, Menschen, nicht alle genug unschuldig gelitten? Verlängert jetzt, wo Ihr frei seid, nicht eigensinnig eure Leiden! Werdet einsichtig und gütig, sonst wird di« Zeit über euch mit Härte hinwegschreiten. Darum, weg mit den Reisebeschränkungen innerhalb der Republik! * Erleichterung der diesjährige« Matur«. Wi wir von kompetenter Stelle erfahret. hat die UnternchtSvei Wallung eine weitgehende Erleichterung der b i e S! SBr t o e n M a t u r o an allen Mittelichülkategorkn (eia schließlich MLdchmlhzeen sowie Lehrer- und LehrerinumbildunaL anstalten) beschlossen. Zunächst wird von einer obligatorische Abhaltung der mündlichen Reifeprüfung gänzlich aha« sehen. Nur. diejenigen Schüler, welche bei per schriftliche Prüfung, für die übrigens Wörterbücher und Fvttnelsarmnlirnge ftetgegeben werden, nicht entsprechen, werden MtS dem Gegen stände, in welchem sie versagt haben, auch mündlich zu prüfen fc& ©*« Karten geistig schaffend« »«nie hat sich I Leipzig gebildet. Es besteht aus rin« Reihe von Organsativum, die ihrem Wesen »ach zusammmgehvrrn md rrstrtt dre wirtschaftliche und soziale Hebung der geistig schaffende Arbeit auf gewerkschaftlicher G r u n d l a a l soweit sie sich Mit geistigem Schaffen vereinige» läßt. Dg Kartell fordert die Selbstverwaltung de deutschen Kulturbesitzes unter dem Schutze der Regierung un! will du N e u v r g a n i l a t i o » d e r G e i st e S a r v e i' m»d ihre. Berücksichtigung im künftigen Staats aebilde vorbereitcri Eine Reche von Berufsvereinigungen, wie der Leipziger Künstlev verein, der Bund dkulscher Architekten, Künstlerbnnd, die Ge noffenichast deutscher Bühnenangehörigey der Schutzverban! deutscher Schriftsteller und andere, Häven sich dem Kartel angeschloffen. \ * Merkblätter für Aerzte. In der BollzngSanweismig deS deutschösterreichischen Staatsamtes für Volksgesundheit vom 21. November 1918 betreffend die Verhütung und Be^ kämpfung übertragbarer Geschlechtskrankheiten wurde bestimmst daß jeder Arzt, der einen Geschlechtskranken untersucht ob« behandelt, verpflichtet ist, 1h» über die durch die Erkrankung für die Umgebung, insbesondere bei Geschlechtsverkehr, fai stehenden Gefahren zu belehren und ihm ein von de« Behörde herausgegebenes Merkblatt über seine Krankheit emzuhändigen. Beim Staatsamt für Volksgesundheit sino nmimehr solche Merkblätter in Druck erschienen. Die tzwrzte werden darauf aufmerksam gemacht, daß diese Merkblätter durch die zqstäiidigen Landesregierungen unentgeltlich zur Verteilung g-r langen und allenfalls auch beim Staatsamt für Dolvgefun^ heit in Wien (Gluckgasse 1) bezogen werden fßwtem — Raubmord a« einer Greistu. Samstag vormittags wurde, wie polizeiliche Erhebungen ergaben, in der Starhemberggasse 5 eine Greisin, die Kammerdienersgattin Aloisia P a w l i k i» Abwesenheit ihres Mannes und ihrer Tochter auf eine gräßliche Weife ermordet und eines großen Teiles ihrer wertvollen Schmucksachen und ihres Geldes beraubt. Noch an demselben Tage wurde durch di« Daktyloskopie der Beweis erbracht, daß der im selben Hause wohnhafte 17jährige Privatbeamte Johann Schwerda der Täter sei oder mit der Tat in unmittelbarem Zusammenhang stehen müsse. Er wurde trotz seine- LeugnenS, die Tat begangen zu haben, verhaftet. <- Sonntag früh trat mm in dieser Morbaffäre eine ganz merkwürdige Wendung ein, welche sie Mit einem Schlage mysteriös gestaltet. Um diese Zeit meldete sich nämlich auf Grund der Zeitungsnachrichten beim Polizeikommissariat Favoriten der 21jährige Schlossergehilfe Franz Zidek mit der Anzeige, daß er den Sch Weida schon längere Zeit kenne und von ihm am 1. Mai zu einem gemeinsamen Einbruch bei der Greisin und zur Anfertigung eines Nachschlüssels zu ihrer WohnungStür aufgefordert worden sei. Bei der Konfrontation leugnete Schwerda anfangs, den Zidek überhaupt zu kennen, schließlich aber gab er das Leugnen auf mtb beschuldigte den Zidek geradezu der unmittelbaren Täterschaft am Raubmord. Ausfallend ist nun, daß Zidek, obwohl er diese Beschuldigung entrüstet zurückweist, zugibt, beim Raub der Schmucksacken durch Schweida in der Wohnung anwesend gewesen zu sein. DaS macht den Fall kompliziert, weil die Sicherheitsbehörde noch nicht mit Gewißheit feststellen konnte, welche von den Behauptungen der Wahrheit entspricht. Schweida beharrt hartnäckig dabet, daß Zidek den Mord begangen und er nur den Raub ausgeführt hat. Eine goldene Uhr, aus dem Raube stammend, die Schweida um 300 Kronen bei einem Goldarbeiter in der Renngasse verkauft hatte, wurde gestern zustandegebracht. Als der Golbarbetter ihn unr seinen Namen fragte und ihn ersuchte, seine Adresse auf einen Zettel aufzuschreiben, unterschrieb er ,Zarl Zidek, Ettenreichgasse 10", offenbar um seinen Freund zu belasten. Zidek und Schweida beharren auf ihren Aussagen, so daß für die Sicherheitsbehörde der anfangs einfache Fall nun wieder in ein Dunkel gehüllt wurde, das aber hoffentlich recht bald volle Aufklärung finden wird. . * Jüdischer Gesangverein. Mittwoch dm 7. Mai um 7*7 Uhr abends findet tm Künstler--Caf6 in Wien, i., Franzensring 18 (gegenüber der Universität), die konstituierende Generalversammlung des zu gründenden Jüdischen Gesangvereines statt. Durch die Gründung dieses Vereines soll eine Lücke in der Pflege jüdischer 'Kultur m Wien ausgrsüllt und damit einem langgehegten Wunsch aller jüdischen, für Musik und Gesang sich interessierenden Kreise entsprochen werden. Jntereffenten wollen sich zur Generalversammlung emfinden. * Schirm gefunden. Herr Siegmund K o s, n, I., Werdertorgaffe 14, teilt uns mit, daß sich em Schirm, den eine Besucherin der am 8. d. M. avendS stattgefundenen Wählerversammlung im Restaurant „Ungarische .Grone", Wien, IX., Seegaffe 20, vergessen hat. in seiner Berwahmng befindet. Die Eigentümerin möge sich bei ihm meldm. * Die Wiener Technik gegen den italienischen Kunstraub. Im Festsaale der Wiener Technischen Hochschule findet heute um 12 Uhr mittags eine Protestversammlung gegen die Bedrohung unserer Kunstschätze durch die Jtalimer statt. Der Professor für Kunsttzeschichte an der Hochschule. Hofrat Profeffor Dr. Josef N e u w , r 1 h, wird in einer Rede die der Versammlung zur Beschlußsaffung vormlegende, an da- Staatsamt für ArußereS gerichtete Resolution begründen. * Der Brand in den Hiebinger Baracke«. Wir werden ersucht, festzustellen, daß der Brand, der gestern nachtS in dm Baracken in der Steinbruchstraße gewütet hat, nicht die Baracken des Krieasspitales Hiehmg, sondern die ehemals mit Artillerie belegten Baracken betraf. Die Hydranten, die ihren Dienst versagt haben, tvaren nicht die des KriegSsvitales, sondern die der Artkllericbaracken. Deshalb wurden eben die Hpdrantm deS KriegSspitaleS selbst in Anspruch genommen und haben auch vollkommen ihre Schuldigkeit getan und die Schlauchlinien gespeist, so daß durch sie ermöglicht war, daß der Bründ gelöscht werden konnte. Die Patimtm des SpitaleS selbst warm vielfach tief im Schlafe und haben vom Brande überhaupt nichts gemerkt. Die Aer-te durchschritten während des Brandes die Säle der Spitalsbaracken und benihigten die wenigen. Patienten, die etwa Spuren von Aufregung zeigten. * Wiener Kinder nach Schweben. Die erste Eppedition der Wiener Kinder, zweihundert au der Zahl, nach Schwedm, die auf Einladung des „Schwedischen Roten Kreuzes erfolgt ist, ^eht Mittwoch 7. d. M. um 12 Uhr mittags vom Wm- Dereinsnachrichte«. . Der Verein „I i f ch n w E t e % 3 f t« i t* etflat praktischen Kurs für Obst-, Gemüse- und Ge flügelzucht in einer in Stadtnähe gelegenen Anstalt zu errichte« Interessenten, welche an Wochentagen vier Stundm diesen Zweck widmen wollen, werden ersucht, sich im BeremSbureau, II, Praterstraße 9/4, in den Amtsstunden 10 bis 12 Uhr vormittag und 4 bis 6 Uhr nachmittags anzumelden. Anmeldefrist IS. Mai. Dorträge und Bersammlmrge«. Die Zionistische Mädchmvereimgung »Moriah" teilt mit, dü5 der Vortrag des Herrn Dr. Hersch Nagler hmte niÄ stattfindet. — Der VIII. DiStussionsabmd des Paläfiinaamtes findet Mittwoch den 7. Mai Um 6 Uhr abends im Cafö Cith. lX., Porzellangaffe 1, statt. Referierm wird Emil Kafka Der ^Zionistische Agrarpolitik^. j ---uJ Eingesendet. Stephanie Stein Moses Koppe Wien Wien "V e rlobte. Wien itn Mai 1919. «e ZUR VERLOBUNG metoer Cousine Priulela IDA KAL MAHN mit Hm» LEO ASTEL, Prumysl, GRATULIERE HERZLICHST 1IM_Bmmsl B»p*port, Dobroafl ds. \Wesi Die Ernährung. Die Organisation »er Lebensmittelver» tetlnng in Wie«. Don unterrichteter Stelle wird uns milgeteilt: DaS im April 1915 eingeführte System der Rationierung bti wichtigsten Lebensmittel, welches die Wahl dev Bezugsstelle für die rationierten Lebensmittelmmgm vollständig dem Belieben der Verbraucher überließ, wurde im November 1916 durch das System der Rayonierung ergänzt, in welches nach und nach alle Artikck des täglichen Be-i darfeS einbezogm wurden. [ Bei dem System der Rayonierung kamen zwei Forme» in Anwendung: »IDleZwangSrayoniernng, bei welcher dlri Verbraucher amtlich einer bestimmten BezugSstrlle zugewiesen^ werden.; b) Das System der e i n g e s ch r i e b e n e n Kunden, bei welchem die Wahl der Verkaufsstelle dm Verbrauchern über-! laffen bleibt, an welche er jedoch dann für einen gewiffen Zeit-. raum gebunden ist. Die erste Form wurde bei Mehl, Speck, Butter und Del., Dohnen, Reis, tzaferreiS, Grieß, Rollyerste angrwendet, die zweite Form bei Brot, Zucker, Kaffe«, Fleisch, Kartoffel, Kohle Md' Petroleum. Bei einztlneu Artikeln wie Marmelade, Eiern nsw. verblieb. eS bei der Rationierung und freien Mahl der Verkaufsstelle. Innerhalb de» Systems der Rayonierung tritt weiters eine! Scheidung der Verbraucher ein in solche, welche Mitglieder von! Konsumenteuorganisationen sind, und solche, welche» bei städtischen Abgabestellen rayomert sind. Während die Konsumentmorganlsationen direkt durchdie staatlichen Zmtralstellm beliefert werde«, erfolgt die Dotierung der Abgabeflellm für alle anderen Verbraucher im Wege der Gememde Wim, welcher auch die unmittelbare Kontrolle der BerteilungS-! stellm obliegt. Die Versorgung mtb Kontrolle der städtischen Bezug S st e l l e» erfolgt in nachstehender Weife: Beim System der-Zwangsrahomemng wird nur eine aanzbest.immte Anzahl (zirka 800 bis 1000) v o ttj Verschleißstellen mit dm betreffenden rationierten Artikeln versehen, während bei dem System, der eingeschriebeuew Kunden so ziemlich alle bestehendm Berkaufstellen der emschlägigm^ HandklSaewerve versorgt werden. Die Berechnung des Bedarfes der einzelnen Verkaufsstellen erfolgt beim System der.ZwangSrayonicrung auf Grund der von dm emzelnm Brotkommisstonm angelegten Listen über die auSgegebmenLebensmittelkarten durch daS Bezirkswirtschafs« «»t btt ®tmklnde Wien. Bei dem System der eingeschriebmm Kundm wird der Bedarf der einzelnen Verkauf-' stelle durch die von der Derkanfstelle angelegte Kuudenlistc festgestellt, welche durch die entsprechende Anzahl von Kontrollcoupons. der LebmSnckMarteri bel^t sei» muß.