Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 107 (6.5.1919)
- Date
- 1919-05-06
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979184--00943-2986291- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
iul 6. Mm iyi9 it/ .CilOl-CiQ . Zur Versovaung der städtischm Abgabestellen mit des rationierten Artikeln bedient sich die Gemeinde Wien einen Konzerns von zirka 50 Engrossisten, welcher sich im November des Borlahres zur -.Wiener LebenSm,ttelverkehrs- 6,eiellich>alt m. b. H. umgestaltct hak. Der Gekomtbedarf m alle sikdt'lchev Abaabesicllen wird der ..Wieleg" von einer Ztntrallagcrstelle zuacwirfin, welche die für jede Abaabestelle amtlich errrchnewn LebenSmik'clmengen den einzelnen BerkansSstellen zukübrt. Der ZabluttgSauswkiS für die Gesamtmivessung «folgt durch die „Wieleg", während die einzelnen EngroMen d,e maewmeneil Mengen direkt mit den Detailabgabestellen verrechnen. .. Dre Kontrolle der Detailabaabesiellen wird m der Weise dnrchgesübrt, dasi die einrelnen Abaadesiellen wöchentlich dem BezirkswiruchattLamte eine Abrechnung über die jeweilige Zuweisung vorlegen müssen, welche durch die entsprechende Anzahl abgetrennter Nbmsmittelkartmabsch,ritte betrat sein muh. D»e Uebervrklttmg dieser Ausweise und Zöblnug der abgegebenen Kartenabschnitte erwlgt sodann durch daS Bezirkswirtschasiscinit. Evenwell in einer Woche bei den Abgnbestellen verbliebene Nesie werden in die Zuweisung der nächsten Woche eingerechnet. Für jede Abgabesielle wird vom BezirkswirtschastSamt ein Katasterblatt geführt, auf welchem die fortlaufenden Znw->sungen verrechnet werden. > Zur Bedärfsbcrcchmma, Verständigung der Engrossisten übkk das AuSmaß der Zuweisungen und der Zustellung der zugewiesenen Lebensmittelmenaen an die einzelnen Delailstellm bedarf es regelmäßig nur eines Zeitraumes von vier Tagen. Erfolgt beispielsweise die Gesamtzuwessimg durch die Kriegsa e t r e i d e a n st a l t an einem Montag, so kann mit der Ausgabe des znaewiesenen Artikels an die Verbrancher durch die Detmlabaabrstellen bereits am Donnerstag begonnen werden. Wie rasch und klaalos dieser Berteiluugsapvarat funktioniert, gergt am deutlichsten die Verteilung der Mutzen in der Osterwoche. $n dieser Woche wurden au die Verbraucher Pro Kops abgegeben: 500 Gramm Mehl. 125 Gramm Bohnen. 280 Gramm Reis, 125 Gramm Bübncnkasfie, 6 Dekaaramm Oel, ferner verschiedene Nationen an Kindernährmittcl, Marmelade und schließlich der Reis ans der Osterspende der italienischen Mission. ' Insgesamt wurden durch die „Wieleg* in einer Woche rund 485 Waggons von den oberwähnten Artikeln den Detailabgabestellen zugeflihrt und von d'esen noch im Laufi derselben Woche und in den ersten Tagen der Woche nach Ostern allsgegeben. _ Der Marktbericht. Der Besuch auf den Märkten war gestern ganz besonders schwach.' Die G r o ß tnrr r kt h a l le blieb fast ganz ohne Verkehr. Jene Verbraucher,' die' bisher das rayomerte Pökelfleisch nicht behoben hatten, machten auch gestern von ihrem Bezugsrecht keinen Gebrauch, so daß die kür den gestrigen Verkauf hcrgerichteten Mengen fast.zur Gänze unverkauft blieben. Das übrige Angebot beschränkte sich in der Großmarkthalle auf eine geringe Menge von Seefischen, die Samstag unverkauft blieben. Frische Zufuhren an Seefischen waren gestern nicht zu verzeichnen. Frische Seefische, namentlich Schellfische,'waren auf allen Märkten sowie in den meisten Bezirkshandlungen erhältlich. Die Zufuhren nach den. Grünwar«ttMärkten waren gestern sehr gering. Größere Rübensendunaen aus Böhmen erhielt nur die Viktualienhalle im 3. Bezirk, die übrigen Märkte deckte'.: ihren Bedarf der Hauptsache nach mit den hier noch lagernden Vorräten. Gärtnergemüse war auf den Märkten fast nicht zu sehen. Eier waren auch gestern nicht erhältlich. Abgabe von Saatkartoffeln. Die Gemeinde Wien gibt neuerlich Saatkartoffeln ab. Bezugsberechtigt find jene Personen, welche beim Bezirkswirtschastsamt Wien. Stelle 6, Unter Nachweis eines Anbaugrundes um Zurveisung von Saatkartofseln angesucht haben. An jede dieser Parteien wird ohne weitere Anweisung, nur gegen Vorzeigung deS amtlichen Einkaufscheines, 20 Kilogramm gegen Bezahlung d«S Preises Virn ,2 Kronen per Kilogramm auSgefolgt. Die Zuweisung an d.ie Abgabestellen geschieht diesmal nach dem Wohnsitze, nW nach der Lage des GrundeS und sind die Bezirke nachstehenden Abgavestellen zugewiesen: Die Bezirke 1, 4, 9, 14 und 14 dein Lager 1. Bezirk, Markthalle Zedlitzgasse, die Bezirke 3, 10 und 13 dem Lager Straßenbahnhof Simmering, 11. Bezirk, Simmeringer Hauptstraße, Zugang von der FickeyS- und Lorystraße. die Bezirke 18 und 19 dem Lager Kuffnerkeller, IS. Bezirk, Hardtgasse 24, und die Bezirke 2, 20 und 21 dem Lager Mauthnerfiller, 21. Bezirk. Pragerstraße 18. Die Abgabe findet an nachstehenden Tagen ln der Zeit von 8JB19 11 Uhr vormittags Uitb 2 BW 6 Uhr nachmittags ftaüjgtitib zwar: Donnerstag den 8. b. M. für die BuchstabeWA bis H. Freitag den, 0. d. M. I bis N, Samstag den 10. d. M. O bis S und MöNtag den 12. b. M. Sch. St, T bis Z. An den obgenannten Tagen können auch jene Artegsgemüsegärtner, welche in der vorigen Woche ihre Kartoffeln nicht beziehen konnten, die Saatkartoffeln gegen Vorweisung ihrer Pachtkarte und des amtlichen Einkaufscheines m obigen Lagern nach dieser Einteilung beheben. Der Getreide- und Mehleinlauf. Vom Staatsamt für BolksrrtMnmg wird verlautbart: / An Getreide und Mehl sind mn Ententesettdungen ttt DtMsklMerreich kmgelangl: Am 3. Mar . 1342 Tonnen Getreide« 1308 Tonnen Mehl ferner Am 4. Mai ferner . . . , Einlauf Tonnen Mehl. 964 zusammen 2172 Tonnen Mehl 884 Tonnen Getreide ** «46 Tonnen Mehl ......... 215 * „ ' feit 1. zusammen 661 Tonnen Mehl Mai (in 4 Tagen) zusammen 8802 Derzeitiger Tagesbedarf 1835 Tonnen Mehl. Erster Wiener Konsumverein. ' Fortsetzuna der Svtrstusabgabe in den Verschleißsiellen. V. Lrmk. MrmiaM «k. I« Md VI. G»MMd»chr. ft, 1 WaMie »'°M»gl»d nut m >*r> rawmm» TOitdtott Md miv mm RAgabi im« lern* ti Üdummcr 8 brc tulft lüttUftitäcit Ältdgabr am Mulwoch dm ''' d- «. m a an 28» 31 Mittwoch den 7. d. M. von 9 bis V»19 Uhr A bi- K von 8 bW V«ö Uhr l?'bis U. ... . Donnerstag den P. d. M. von 9 bts V»l3 Uhr l bis u» von S dis V*e ul)v M bis P. . .. ö «.:« o k.|. Freitag den 9. d. M. von ß bis V»7a "HkR " ®on ö bis nhr T bis 2. Ä t . Dw Buchstaben sind auf das genaueste einzuha n. Umtausch der M.lgl edSbücher. gegen neue JitW K t, . Die Mttgl.eder melden dringend ertnän. ö« den ange gcdenen Zeiten zu erfchemen und die Enlkaus'cheink Mmuwmg , da von der nächsten Woche ab Walennura^Locwemng ''.euer MttgiiedSbilcher «baegtben. verdm. «erb« olk, auch die aus beut Kgrtosselbezuge stammenden Guthaben, risssvergütet. Ferner Abgabe von Waren. Bühne und Kunst. Aus den Theatern. ImJohannSt^rauß-Theatrr wird Montag den 12. d. M. die Operette a t a - T o t nach Brlbaud Md Barrö von B. 8 4 o n und F. Z e l l, Musik von A. B a » «§ zum eAen Male gegeben. .ImBuratheater gelangt am 17. d. M. als nächste Premiere Viktor 8 4 o n 9 DolkSstÜck „Ein dnnkler Ehrenmann" mr Nrausstibnlng. Die Hauptrollen werden dir Damen Kalliva, Kimchera. Rosar sowie die Herrm Marr. Huber, Höbling, vrank. Strastni.nnd Baumgartner darstellen. . Als nächste Novität desJofefstädter-TheaterS bemtrl Direktor'"Jar-lv Friedmann - Frederichs Schwan? „Klulilmte* zur Aussührnna für diesen Monat vor. In der B o k k S b ü 8 n « wwd Paul W e g e n e r bet semem Gastspiel als erste Rolle den ^Othello", den der Künstler rn Wim bisher noch nicht spielte, zur Darstellung bringen. Rudolf Schildkraut in David Pinskis Komödie »»Den Schatz". Donnerstag den 8. Mai tritt Rudolf Sch'ldkraut im Wiener Komödienbanse in das vom Wiener Palästinaamt zitglmsten seines SchulungsiondS veranstalteten Festaufführung von David PinskiS Komödie ..Der Schatz" auf. Der Beginn der Borstellnnfl wurde auf ®/47 llhr festgesetzt. Wenige restliche Karten an der Kasse des Wiener KomödienhauseS, IX., Nußdorferstraßc Nr. 4. bei N. Löwit, k., Rotentmmstraße 22. und in der Berkanfstelle des Jüdischen NatianaliondS. II, Schinelzgaffe 7. Premiere Glfe Lasker-Schüler. Das Berliner Deutsche . Theater hat als Beranstaltirna der Bereiniguna „Junges Deutsch- , laud"rin Schauspiel von GlseLasker-S chüler „Die ' Wupper" aufgeführt. Das Werk der phantastischen Dichterin, deren leidenschaftl'cher odischer LhriSmuS kaum dramatische Züge tragt, bewegt sich in den'Sphären der „Weber* Gtrbart HanvtmannS, läßt aber auch, wie die Kritik hervorhebt, die seltsame E'genart der Dichterin bervorlkuchtm, die Peter Hille den »dunklen Schwan aus Israels Fluten", nannte. Arno Rndelv „Adamwird am 8. Mai im Königs berger Neuen Schauspielhaus aufgeführt. Seine Tragödie „Sieg" s r i e d n n d B r n n b i l d e* hat am Kieler S,t a d t3 tbeater die Uraufführung. Der Termin lst noch nicht fest* gesetzt. __ Der Wiederaufbau von Greztzfrael betitelt sich eine Schritt von Ing. Josef Tischler, dir als erste Nummer der ..Bücherausaabe des Vereines Jischuw (5m Israel" erschienen ist. Die pchaltvolle Publikation ist in jüdischer Sprache abaefaßt. P?e!s K 4.—. —* Gleichfalls in jüdischer Sprache versaßt sind die „wieder von d e r F r e i h e i t". heranSgegeben von dem „Oetterreichischen Borvchow-Fonds", erste Srne, Preis K 1.68, während „Sitre, hale w^, Lrrder des Mordechai Gottfried, in hebräischer Sprache geschrieben sind. Preis K1.65. — Zü beziehen durch R. Löwit, Wien, l., Notenturmsiraße 22. Sport. AebungsspLel zweier Answahlmannschaften. An Stelle deS abgesagten LänderwettkampfrS fand gestern auf dem W. A. C.»SporkplaV ein UebungSspecl zweier Auswahlmannschaften statt. d:e brs aus Amon, für den Wana (W. A. ÖJ spielte, in der nominierten Aufstellung antraten. DaS A-Team (jenes. daS gegen Ungarn fpnlm sollte) siegte 4:0, nachdem die erste Halbzert torloS verlauttn war. Die Mannschatt befnrdiftte NN allgemeinen, nur der Mittelläufer Chrenka siel total aus dem Ensemble. Dw Toreschossen Patck (2), -Kuchan und Mieser. Zwei davon waren irregulär, da aus Meitsteuungen ernelt, waS dem Schiedsrichter Schmieger» der auch sonst nicht ans der Höhe war. entgangen war. Bei den Unterlegenen waren Feigl» Iowan. Kurz und Heinlei« die Hauptstützen. Dem UebunaSsPiele» das ziemlich lustlos geführt wurde, wohnten Über 18.000 Zuschauer bei. Den LäuVsrwcttkvmp? auch polizeilich Verbote«. Selbst wenn es den Ungarn gelungen wäre, die Grenze zu üderschrerten, hätte der Wndnwettka»nvs nicht stattsindrn können, well ihn dir Pvlnei m letzten Attaenbluk untevfont hatte. Als Begründung kür dieses überraschende Verbot wurde angegeben, daß!o große Meuscheuansammluitgen an einem Wahltage unstatthaft seien. Die NiuUkKmpfe bei Asuacher. Da es sich bald herauSgestellt hatte, daß die ^Wettbewerbe" bei Ronacher m,t erner sportlichen Konkurrenz nichrö gemein haben, zogen wir, es "vr, über sie nicht »nebr zu berichten. Am Samstag wnrde diese Barietsnummer vom Programm abgesetzt und Stembach (Wien) alS Cieaer prollam'ert. Die nächste Klasstsizierung wurde Lobmeier (Sieiermvell, Mrna (Tschechiens Czaja (Ungarn), Trrftlrr (Wien>. Brno Id (Wim) zugewiesen. Hörster). Am Sonntag fand ein einziges Pokallpiel statt, Mtd zwar jenes der Reserven deö Wiener Hvckehlllibs und der Hakvatz. Der Hvckepklnb stellte in unsportlicher Weise fast die komplette erste Mannschaft, konnte aber trotzdem nur knapp mit ö: 2 gew nnen. (Halbheit 0:0). Auf Seiten der Hakoah Wirker» fast durrliwegS junge Spieler mit. Futzballmeistersckaft der Stratzenbahner. Die nerschichrnen Balmhöfe der Straßenbahn haben Fußballmannschaften aufgestellt, die eine eigene MetsteAchast auStrage«. Am s. Mat spielten,Ottakring-^Simmermg 4:1» Erdberg— Wrrnzeil« Sri. Der Prager Deutsche Futzballstlud siegte Sonntag Über den Tepflyer F. C. mrt 8:0. Skured um den Kriegsschauplatz ist ein Straßenrennen benannt, das die Pariser Zeitung „Pet,i Journal" in der Zeit vom 28. dlvril bis 11. Mm veranstaltet. Die Leranstatiung. die gerade nickt geschmackvoll genannt werden kann, weist 184 Ren» nungen auf und wird in folgenden Etappen gefakren r Tvag» bürg - 't'urembura - Vriissrl - AnuenS—PaAS-^PariS—Bar»le» Due-°Belfdrt-S traßburg. Glu AZettrudern »Qurr durch Paris" gewannen am letzten Sonntag die N e u! e e l 8 n d e r, den zweiten Platz belegten die A m e r i k a n e r» den dritten F r a n z a f e n. den vierten die Kanadier. Die Strecke war 2580Meter lang. Die Sieger brauchten zu ihrer Zurücklegung v Wkmnte» »nd 2 Srrunden. „Unltas". Heute, präzise 7 Uhr abends. Lass Prückl r Bortrag des Henn K u v f e r st e i n. Anschließend TanMter« Haltung. Gäste willkommen. - Um V*« Ubr findet, eine wichtige AuSschußiitzung statt. Erscheinen sämtlicher Funktionäre Pflicht 1 Jüdisch«» Turnverein SNalrstabi, Da,«. Am 80. Apri fand in Gapa m Anwesenheit der Vertreter des nlähiiich'schtesischen Landesverdandtdie Gründung deS Iüdischen TuruverrineS Makkadt. Gapa, statt und haben stch al''>ch bei der GiUndungsvetsammluntz 80 Teilnehmer oemcldrr Der Turnvern« Maktab». Brünn» hat stch derrtt erNärt» den iunnen P rem durch Bklstelluvg von Geiäten und astwächkNlstche Entiendung emet Vorturners narb. Gaya zu «uteMtze«. Wik begrüßen Mese» Verem aus das ytrztxhste und hoffen, baß er daS werden mögt, was man von einem Makkabr veilangt: etne feste und verläßliche Stütze für unser Judentiim. tseue 'i —-H Der Volkswirt. Die Friedenskonferenz und die Kriegsanleihe. Der Verein „Währnngsschütz" teilt uns mit: Di» österreick/'chen Delegierten für die Friedenskonferenz werden bald in Saint-Germain zusammentreten. Man geht wohl mit der Annahme nicht fehl, daß unter den wirtschaftlichen Fragen von prinzipieller Bedeutung die Aufteilung der Staatsschulden der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie an erster Stelle stehen wird. Die Existenz eines selbständigen deutschösterreichischen Staates ist überhaupt nur dann möglich^ wenn eine gerechte Aufteilung der Schulden Be# ehemaligen Oesterreich statt findet. Deuischösterreich kann bte große Last unmöglich allein tragen. Die deutsch^ österreichischen Delegierten werden sich nebst vielen anderen Präzedenzfällen auf die Kundgebung der Re-, gierungen Großbritanniens und Frankreichs vom! 28 März 1918 betreffend die Staatsschulden des Russi-. schen Reiches berufen können, worin ausgeführt wird:: „Die Schuldverpflichtung eines Staates kann durch keine künftige Regierung - aufgehoben werden, ohne daß die; Grundlagen des Völkerrechtes erschüttert werden. Sonst würde es keine Sicherheit in den Beziehungen der Staaten untereinander geben." Kein Grundsatz steht fester als der, daß ein Volkfür die Handlungen seiner Negierung verantwortlich! ist, ohne daß ein Wechsel in der Macht die eingegan^- genen Verpflichtungen berührt. Die Schlußfolgerungen,^ die in dieser Kungebung — mit Bezug auf die russischeui Verhältirisse — gezogen wurden, gehen dahin, daß „die im Umlaufe befindlichen russischen Schuldverschreibungen ihre Giltigkeit behalten. Sie ruhen oder werdew ruhen au? dem neuen Staate oder der Gesamtheit der. neuen Staaten, die Rußland vertreten oder vertreten werden." Die gleiche Forderung muß rücksichtlich der; Staastschulden des eheinaligen Oesterreich erhoben werde i und die werden auch zweifellos Erfüllung finden.i Um insbesondere diejenigen Forderungen, feftguW stellen, deren Geltendmachung von den Besitzern der: österreichischen Kriegsanleihen verlangt werden: müssen, beruft der „W ä h r u n g s s ch u tz", Verein zur Erhaltung des Volksvermögens, für die allernächsten Tage eine Massenversammlung ein, zu welcher alle KriegSanleihebesitzer erscheinen mögen; ebenso werden alle Korporationen, welche Kriegsanleihebestände verwalten, ausgefordert, Delegierte zu dieser Versammlung zu entsenden und ihre allsälligen Redner dem „Wähl- I7ungsschutz", Wien, I.Bcz., Postgasse 6, ehestens bekanntzugeben. Die Kronennoten itfPolen. Warschau» 5. Mai. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") DaS polnische Minlsterrum für Verkehrswesen erteilte allen Bahnbicffttotten in Polen die Weisung, Kronennoten, die den Stempel rrgendelNeS Staates der früheren österreichisch-ungarischen Monarchie tragen, nicht anzunehmen. Nichteinlösung des Maieoupons in Galizien. Krakau, 4 Mai. Der „CzaS" meldet: Die g a l i z i f ch e n Filialen der Oetterrrlchisch-unganschen Bank haben aus Verfügung der Wiener Zentrallettung die E i n l L s u n g d e r Coupons von den Obligavoncn der ö st e r r e i ch i s ch e n Staatsschulden emgcstellt. Angesichts dessen müssen die Banken auch bie Einlösung solcher Coupons verweigern, waS in den breiten Schichten der Bevölkerung große B c-' unruhiLUng hervornef. Wenn man erwägt, daß em bedeutender »uit der österreichischen Kriegsanleihe in den Händen deS Mittelfiandeö sich besiudet, firner daß die Obligationen der österrerchischeu Kriegsanleihe in Galizien sich nickt in den Händen der Militärliefiranten, wie dies in anderen Kronlandern der Fall ist. desinden, muß ein solcker Zustand ernste wirtschattllche Komplikationen Hervorrufen. Es ist dringend notwendig, daß der Landtag und die Regierung sich tnu der Frage befassen und erwägen, ob es nicht geboten wäre, dre aenannten Coupons ganz' oder teilweise auf Koste» des Staatsärars einzulösrn. Freigabe des Papierhandel« in Tschechien, j Prag, 8. Mm. (Tel. der „Wr. Morgcnztg.") Das Handelsministerium entsMed sich, bis aus werteres den Handel und Verkehr von allen Arten Papier, seiner Rohprodukte und Pappe mit Ausnahme deö R o t a t i o n s d r u ck p a p i e r es frkizugedvi, weshalb eö bis auf weiteres nicht notwendig ist, daß die betreffenden Sendungen durch eme Transportbescheinigung bewilligt werden. Wiederaufnahme des TriesterLloydverlrehres. AuS Triest wird gemeldet: Die Bemühungen des. Trlester Lloyd um Wiederaufnahme deS Triester See-- Verkehres haben bei der italienischen Negienmy b e s o ndereS Entgegenkommen gefunden, so daß sukzessive nach Tunlichkeit die requirttrten'Schlffe zn diesem Zweck übergeben werden sollen. Man hat begründete Hoffnung, schon in ungefähr Wochen bte Linien nach Syrien, Konstanunvpel' und Schanghai und hierauf» mit entsprechenden Abänderungen, andere An>en ,n Betrieb m leben. Diese Nachricht wird als Zeichen deS baldigen Wiederauflebens des normalen Verkehres in Triester Handelskreiscn lebhaft begrüßt. Details werden bet'Festsetzung der desinrttven Abfahrtenl veröffentlicht «erden. Werbetw* Wiener Morgenzeitrwg Verlanget sie ttt alle« Gast» u. Kaffeehüusrr«