Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 107 (6.5.1919)
- Date
- 1919-05-06
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Wiener Morgen-errurrg 6. Mai 1919 Stt. luv Der Putsch in der Bankgasse. Die Affäre, deren Mittelpunkt das Palais der ungarischen Gesandtschaft in der Bankgasse bildet, gehört zu den interessantesten, aber auch mysteriösesten Ereignissen unserer an Ausstände und Putsche reich gesegneten Zelt. Gegenrevolutionäre monarchistische Verschrvörer haken im bewährtesten Operettenstil ein Pronunciarnentv versucht,die Gesandten der ungarischen Negierung in ein Auto geladen und in ein Franziskanerkloster verschleppt. Dort wurden sie Samstag vormittags von der Polizei entdeckt und in Freiheit gesetzt. Ein paar Offizier«, die die auf Ersuchen der ungarischen Regierung intervenierende Wiener Polizei im GesandtschaftspalaiS vorfand, wurden in Haft genommen. Unser politisches Leben hat eine merkwürdige Bereicherung erfahren. Wir haben in Wien außer unserer Regierung noch Vertretungen der Ententestaaten, eine Menge von Gesandten der Nationalstaaten, eine Liciuidicrungskommission und daneben inoffiziell bolschewikische und kommunistische Propagandisten aus Rußland und etwa ein halbes Dutzend ungarischer Regierungen, die guf den Sturz Bela Kuns warten: ein paar hinausgeschmis'ene Magnaten, Agitatoren des Königs Kar!, Börsenjobber und Berufskartenspieler, die gegen das heutige Ungarn, aber auch gegeneinander intrigieren. Ein^. Gesellschaft von Feiglingen, die sich in Wien breit macht, mit Geld herumwirft und dank ihrer hohen Beziehungen und ihrer Adelstitel davon verschont bleibt, wie arme jüdische Flüchtlinge aus Galizien mit der Abschiebung bedroht zu iverden. Wir haben gehört, daß von den Ausweisungsmaßregeln gegen die Ungar» siebenhundert Personen betroffen wurden, die Wie» verlassen haben. 'Es stellt sich nun heraus, daß ein Teil dieser angeblich Ausgewiesenen in Baden bei Wien Wohnung genommen hat, während der andere Teil wieder nach Wien zurückgekehrt ist. In den Ringstraßeuhotels führe» die Herren Grasen und die einstmals mit Tiszageld gewählten Mitglieder der verschiedenen Budapefter BakaratklubS ein sorgloses Dasein, daS sie sich durch die Veranstaltung von Maffiaverschwörungen amüsanter zu gestalten suchen. Man hat ein paar Offiziere eingesperrt. Was geschieht aber mit ihren Auftraggebern, mit dem Markgrafen Pallavicini, mit dem Grafen Batthyanyi, mit dem Herrn von Szmrecsanyi und all den Gentrys, die sich hier herum treiben? Es gibt außerdem in der Angelegenheit noch zwei Punkte, die unbedingt aufgeklärt werden müssen. Wie ist es möglich, daß ein im Herzen der Stadt gelegenes Gebäude so einfach und ohne viel Aussehen von vierzig Offizieren überrumpelt werden kann? Wie ist es möglich, daß ein Franziskanermönch zrvei ihm unbekannte Leute von zwei ihm ebenso unbekannten Leuten übernimmt und einfach einsperrt? Leben wir in einer demokratischen Republik oder in einem Carbonartfreistaat? Was ist mit den hundertfünfzig Millionen die aus der Gesandtschaft verschleppt wurden? Es ist anzunchmen, daß die Polizei, die ja in dieser Sache einen erstaunlichen Spürsinn an den Tag gelegt hat, auch diese Frage aufhellen wird. ES muh aber doch auch gefordert werden, daß die Polizei dafür sorgt, daß wir von derlei Dingen in Zukunft verschont bleiben. Wie» soll der Sammelpunkt des kulturellen und künstlerischen Lebens werden, aber es soll keine» Sammelpunkt für Gesindel aller Art bilden, das politisch unterstandsloS geworben ist und von hier aus eine Restauration versuchen will. Reiche Prasser, Grafen, Gardeofsiziere, all diese Schmarotzer des verkrachten monarchistische» Systems gehören in Jnterniertrnlager oder in die Schubstatlone». * Die Putschisten. Der monarchistisch« gegen revolutionäre Hemdstretch gegen die ungarische Gesandtschml zeigt ein sonderbare- Zusammenspieren der Monarchisten Wien- und Budapests. Der christlichsoziale Parteiführer Szmreesanyl stand an der Spitze der Verschwörung, die im Wiener FranziSkanerkloster endigte, dessen Bewohnerschaft allerdings ckn sehr starkes Interesse am Sturz« KunS hat, dä ihre Besitzungen t« Ungar« von der Enteignung bedroht waren. Außer Gzmrecsanyi scheinen noch der in Spielerkreisen sehr bekannte Millionär Nikolaus Szemere, der Markgraf Pallavicini, Fürst Thassilo F e st e t i e S, Baron Dorn, der ehemalige Minister» Präsident L u k a e S, Graf Johann Z i ch y, Graf Theodor Batthyanyi die Hände im Spiel gehabt zu haben. Szmreesanyl ist aus Wien verschwunden. Die anderen Herrschaften bevölkern noch immer die Halls btt fafhionablen Hotels. Aktiv beteiligt waren an der Besetzung' der Gesandtschaft 40 Offiziere der ehemaligen königlich ungarischen Garde, die unter irgendeinem Titel der ungarischen' Liquidierungskommission angehörten. Ein Teil von ihnech ist inzwischen aus Wien entkommen und sitzt in Westungarn, ausfallenderweise in jenen Gebieten, aus' denen seit zwei Tagen Hilferufe nach Wien dringen,, die um ein bewaffnetes Einschreiten Deutschösterreich-bitten. Was gestohlen wurde. Die Polizei hat über die Vorgänge am 8. Mai folgendes feftgestellt: Der Hausverwalter Margulrani und der. Sekretär H a y o S nahmen kn der Wohnung des Gesandten Bolgar zwei Koffer an sich, von denen der «ine 12 Pakete zu 1000 Stück 10.000 Kronennoten, also 120 Millionen. Kronen, der andere 15 Millionen Kronen, ferner 238.000 französische und 100.000 schweizerische Franken enthalten haben soll. Diese beiden Koffer wurden später von HayöÄ allein beiseite geschasst, und zwar zur Verfügung der „neuen ungarischen Negierung", als deren Vertreter Graf Theodor Batthyany galt. Ueber den Verbleib dieser Summe» konnte bisher noch leine Klarheit geschaffen worden. Der Vertreter des Gesandten, Ministerialrat Bali.nt wurde von etwa 40 Offizieren interniert. Die Haft im Franziskanerkloster. Um 11 Uhr nachts kamen die Gesandten Bolgar und Fenyö auS Budapest an. Sie wurden auihrer Wohnung von mehreren Offizieren abgeholt, für verhaftet erklärt, und in einem Automobil abtransportiert. Die Auffindung des Gebäudes, in das sie verschleppt worden waren, war nur durch einen scharfsinnigen Plan ermöglicht, den die Staatspolizei in förmlichem Sherlock Hounes-Stil durchführt«. Trotz noch so strenger Untersuchung war nicht herauszubekommen, was mit den ungarischen Gesandten geschehen sei. Ei» Polizeikommissär hatte jedoch gemeldet, daß in oer Nacht zum 3. Mai um 2 Uhr ein Auto da- Gebäude in der Bankgasse verlassen hatte, nach sieben Minuten zurückkehrte, um dann wieder tvegzufahren. Der Vorstand der Staatspolizei rechnete daraufhin (mit Berücksichtigung der »um Einsteigen, AuSsteigen und Ankurbeln benötigten Zeit) den Aktionsradius dieses Kraftwagens aus und stellte aus dem Plan'von Me» fest, daß für eine Gefangenhaltung der Gesandten nur ein Saar bestimmte Gebäude, so ein a r i st o k r a t i s ch t $ l alats, das Dominikaner k l oster oder auch düs ranztSkanerkloster in Betracht kommen können. Es wurden Polizeiagenten mit weiteren Nachforschungen betraut und so sind tatsächlich bei den Franziskanerpatres die zwei „fremden Herren" — auch ohne Geständnis der Offiziere — gefunden worden. Sie befanden sich in einem Zimmer unter Bewachung zweier Offutere der ungarischen Garde. Sie waren von einem der ihnen nicht näher bekannten Offiziere in der Nacht zum 3. Mai in das Kloster gebracht worden und dem Pater Guardian mit dem Ersuchen übergeben worden, eS feien dieS zwet berüchtigte Bo l f ch e w t k e it, die über Auftrag der deutschöstcrreichischen Regierung und deS Polizeipräsidenten bis auf weiteres in daS Kloster »u stellen seien. Die Sicherheitspolizei hat selbstbie verständlich beiden Personen sofort befreit. Bolgar amtiert wieder. Seit gestern nachmittags amtiert Herr Bolgar wieder tu seiner Kanzlei in der Bankgasse. Vormittaghatte er vom Polizeipräsidium aus eine telephonisä-e Unterredung mit Bela K u n, dem er kurzen Bericht über seine Erlebnisse erstattete und mitteilte, daß. ihm die Wiener Regierung jede Unterstützung Hab« zuteil werden lassen. Vor dem Palais der Gesandtschaft steht seit gestern Mannschaft der Stadtschutzwache. Niemand darf da- Haus ohne einen Erlaubnisschein der Polizei betreten. Bisher wurde» 5 Personen verhaftet. Gegen Ü0 Personen wird die Untersuchung auf frelem Fuß geführt. Di« Staatspolizei wird heute das gesamte Material an die Staatsanwaltschaft abtreten. Im Lause deS gestrigen Nachmittags erschienen im Grand Hotel Polizeiagenten, um die ungarischen Volk-- beauftragten Kondor u..o i » apester Advokaten Dr. Gza»Vary, die im Hotel wohnen, zu einem ' Verhör vorzuladen. Obzwar die Vorladung möglichst un- | auffällig geschah, erregte sie bei den Gästen bedeutendes Auf- I fthen. Nach der Einvernahme bei der Polizei, die längere Zeit in Anspruch nahm, wurden di« Herren «ntafsen. Wie verlautet, war die Vorladung auf Grund einer der Polizei zugotommenen Anzeige erfolgt, die jedoch mit ' politischen Vorgängen nichts zu tun hat. Seite 2 Wien, Hiensllly Die jüdischnationalen Wahlerfolge. Am 4. Mai haben in Wien 13.075 jüdische Wähler für die zionistischen Kandidaten gestimmt, also fast doppelt svviele wie bei den Februarwahlen. Das Anwachsen der jüdisch nationalen Stimmen wird aber erst dann richtig eingeschätzt, wenn man in Betracht zieht, daß die Wahlbeteiligung diesmal um fast 24 Prozent geringer war als bei den Wahlen zur Konstituante. Dir fragen die gesamte Oeffentlichkeit: Sind derartige Erfolge möglich, wenn ihnen nicht eine große und reine Idee zugrundeliegt? Während der ganzen Wahlbetvegung haben alle nationaljüdischen Wahlwerber jund Redner nur immer das ganze zionistische Programm der nationalen Erlösung und Erneuerung entwickelt, wie es im Kopenhagener zionistischen Manifest niedergelegt ist, und wie es jetzt von der internationalen sozialistischen Konferenz zu Amsterdam Punkt für Punkt einstimmig angenommen wurde und das in folgenden Forderungen gipfelt: die Heimstätte in Palästina, die Aufnahme der jüdischen Nation in den Völkerbund, die Gewährung der unbedingten Gleichberechtigung in allen Landern und di« Einräumung nationaler. Minoritätsrechte überall dort, wo.die Juden in Massen siedeln. Immer größere Kreise der jüdischen Wählerschaft begreifen, daß die Judenfrage, wie immer sich der Staat und die Gesellschaft gestalten mögen, endlich gelöst.werden muß, daß nur unser Programm diese Lösung . herbeiführen kann und daß die Nationalisierung der Juden eine eiserne Notwendigbrit ist. Heute, am Tage nach dem gestrigen Wahlsiege, fragen wir aber auch alle Gutmeinenden: Hat das zionistische und das nationaljüdische innerpolitische Programm auch nur die Spur reaktionärer, chauvinistischer Gesinnung an sich? Ist dieser Nationalismus eines bis nun namenlos gebliebenen Volkes nicht himmelweit entfernt von der nationalen Ueberhebung radikaler Hetzparteien? Steht das wirtschaftliche Programm nicht auf der Höhe moderner Entwicklung? Darf man einer Bewegung, die seit Jahrzehnten die Ausschaltung des. Privateigentums an Grund und Boden in Palästina zu ihrem wichtigsten Prinzip gemacht hat, wirtschaftliche Rückständigkeit andichten und sie eine „Kapitalistenpartei" nennen? Die jüdischen Pa^tm-übrer der Wiener Sozialdemokratie, denen unsere Bewegung allmählich den Ast absägt, auf dem sie fitzen, verbreiten diese Falschmeldungen über unsere Bewegung mit großer Lunge itraft. Sie werden nicht mehr lange schreien. Die Stellungnahme der deutschösterreichfichen Soziakbemokratis in der Staatsbürger- und in der Ostjudenfrage, die von ihnen unterstützte Ausschließung der jüdischen Flüchtlinge vom Staatsbürgerrechte sowie die von den Herren Genossen im Gemeinderate gewünschte und gebilligte Vertreibung der Flüchtlinge aus Wien stehen in krassem Widerspruch zu der Amsterdamer Resolution der internationalen Sozialistenkonferenz. Die sozialistische Internationale gibt uns Recht und nicht den Wiener jüdischen „Genossen"! Auch das Argument, daß nur die Ostjuden sich zur jüdischen Nation bekennen, ist durch de» Wahlsieg in dem von Westjuden bewohnten 9. Bezirk hinfällig geworden. Das ganze Volk steht auf und fordert das Recht auf die eigene Nation, unS zur Erlösung, diesem Staate zum Dohle, der gesunden wird, wenn das bisherige verlogene Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden der Verständigung von Volk zu Volk Platz macht. Ueber den vorgestern zu Grabe getragenen verkrachten Deutschliberalismus mit dem neuen Aushängeschild haben wir kein Wort zu verlieren. 'Jeder weiß, ' daß diese Gruppen und Grüppchen fast durchaus aus jüdischen Elementen bestehen, die ihrem DolkStum entfremdet sind und daß die Zeit der Asslmilationspolitik vorüber ist. Die Deutschbürgerlicheu, wie sie die liberalen Blätter noch immer nennen, haben alle Mandate verloren. Nur der deutsche Demokrat Dr. Schwarz- Hrller zieht in ben Gemeinderat ein. Eine große Verantwortung lastet auf unseren neuen Mandataren. Sie werden die gewaltige Arbeit der Aufklärung, der Sicherung unserer Rechte, der Beseitigung alter eingewurzelten Vorurteile, der Erziehung der Iudsnschaft mit freudiger Hiugabe leisten. Der vierte Mai hat uns Zionisten als die einzigen berufenen Sachwalter des jüdischen Volkes in Deutschösterreich bestätigt. Alles für unser Volk, nichts gegen andere Völker! Mit dieser Parole beginnen wir'die neue jüdische Aera in Men. Ei« halbes Jahr jüdischer Rattonalvat. w © i t ft, 6. Mai. Gestern sind sechs Monate feit dem denkwürdigen Tag verflossen, an welchem in den Stürmen der Novemberrevolut'ou der Jüdische Nationalrat fÜrDeutschösterreich gegründet wurde. Man muß sich die Stimmung jener Zeit vergegenwärtigen, wo in dem allgemeinen Zusammenbruch die Hoffnung aus neue Freiheit und ein neu^ Lüben sich enchorrankte, um ermessen zu tonnen, mit welchen Gefühlen die Vertreter der natio- »albewußten Judeuheit damals zusammengetreten sind und welche Verantwortung sie in diesem Augenblick empfinden mußten. Die alten Fesseln waren zerbrochen, mit allen Völkern des alten Oesterreich strebte auch daS jüdisch« Volk ein«r lichtvollen Zukunft entgegen, sofern es die Kraft und die Reift, bewies, diefts Schicksal sich selbst zu gestalten. Oesterreich sollt« nach dem Verschwinden der alten Autorität, nach dem Grundsatz des SelbftbcstimmungsrechteS der Völker umgeftaltet werden. Schon mehrere Tage zuvor war in große» Versammlungen leidenschafilich die so'oriige Einsetzung einer reptä eniative» I:.stanz des jüdischen Vo keö ge ordert worden. In der ku. stilisierenden Sitzung des Nationalrates erschienen Deputationen der Studentenschaft und der jüdischen Soldaten und erklärten, daß sie nur den Jüdischen Nationalrat als die für sie zuständige Instanz anerkenne«. Der Nationalrat war sofort da- Rückgrat des jüdischen Lebens geworden. Massenhaft strömten die Juden Wiens und die durch die Demobilisierung oder sonstig« Zufälle hierher verschlagenen ortsfremden Juden in bas Bureau in der Laborstraß«, daS bauernd förmlich umlagert war, um Aufklärung, Rar und Hilfe zu erbitten. Während alle anderen jüdischen Korporationen versagten, hat der Nationalrat durch sein entschlosseenS Auftreten den jüdisch:» Massen den unentbehrlichen Rückhalt geboten. Die wichtigste Aufgabe, die sich der Nationalrat setzen mußte, war die, in dem allgemeinen EhaoS Besonnenheit und kla en Blick zu wahren und darüber zu machen, daß bei der Liquidierung de» Staates die Interessen der Juden nicht verletzt werden. Während es sich bald zeigte, daß die Völker durch die plötzliche Auflösung des Staatsverbandes fast unvorbereitet getroffen wurden, wurden diese Schwierigkeiten bei den Juden, die ihrer Heimatszuftändigkeit nach verschiedenen Gelten angehören, noch vervielfacht. Die Verwirrung. welche so or durch t«r i ech rung der Begriffe Volkszugehörigkeit und GtaatSzugehövtgkvit entstand, bracht« kein anderes Volk in eine so problematische Situation wie die Juden, die sich zu ihrem Volk bekennen und trotzdem bei der Konstituierung der neuen Staaten gemäß ihrer territoriale» Zugehörigkeit Staatsbürger sind. Schon beim Zerfall der Armee ergab sich die Notwendigkeit, zunächst aus den jüdischen Soldaten «ine jüdische Gruppe zu bilden, welche sich in den unruhevollen Tagen dem Jüdiichen Nationalrat zum, Schutze der Sicherheit der Juden anbot. AuS dieser Formation, welche mit Bewilligung der liquidierenden Armeeleitung und im Einvernehmen mit der > Polizeidirektlvn gebildet worden war, entstand später die jüdisch« Grupp« der Wiener Stadtschutzwache. Zur Klärung der nationalen und politischen Stellung der Judenschaft hat der Jüdische Nationalrat sofort eine Denkschrift an den deutschvsteneichtschen! StaatSrat gerichtet, ln welcher er den ehrlichen Willen des jüdischen Volkein Deutschöster^lch kundgab. in engstem Zusammenwirken mit der übrigen Bevölkerung am Aufblühen des zerrütteten Gemeinwesennsitzuarbeiten u*b gleichzeitig tzie Forderungen deS jüdischen. Volkes aitseinanbersetzle. Diese Forderungen sind im