Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 105 (4.5.1919)
- Date
- 1919-05-04
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979182--00925-2986271- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
MK/ Tonnläg-' Wiener Morgeuzettuirg '' Tie Gastivirte begründen bk Preiscr-s'öhnnst ebenso wie die 'KafseefiM'/.M.I.jdeMkdtmlljgLei» erhöhten 'Ashrrforderungen. Es kam bek-ayMch 'ein Ko'Miivvertrag. zustande, der unter dem. Zwang der Verhältnisse abgeschlossen wurde, aber-leinen Teil befriedigte, wie. wir Eingangs ansgefMrt haben. Ganz besonders sind es,die..Zuträger, welche den Kollektivvertrag unzureichend finden, weil er ihnen.-das lange ängestrebte Rev'iersystem uicht brach-te. Sie betrachten sich dadurch, gegenüber den Zahhuarkören beeinträchtigt und beabsichtigen, die Forderung-wegen SiinfühmM des Aeviersystems neuerlich'zn erheben. Mer nicht'nur die Kategorie der i-Zuträger'ist zum großen DeÄ Mit der neuen Ordnung . unzUfrieden. Bekanntlich wurde die Tri nkgelöftage -bei den' Verhandlungen als eintz' '„Privatsache" offen gelassen, und es ist kein Geheimnis, daß gerade das Trinkgeld als «ittR Art des höheren Einkommens für/ch.ie'KeMer von seiten der. Wirte in Anschlag gebracht w.i.rd,.ohtuohl es,aus.den. Taschen des Pub Mu itt s fließt. Ebenso Wannt, ist, daß die E i n - 7Ün ft e .g.u.I . h.i.e s e m . S h ft je m .sehr häufig die cige.Mliche Entlohnu.n.g um das Vielfache ^übaptr.'ef.fLn., Die.Beibehaltung des Trink- »gelbshstems ist nichts anderes ,aW die StaÜilissie^u.ng der Brandschatzung des PublikuNtI " im ällgerneinen, . Die Einwendirrg, daß. die Verabreichung des Trinkgeldes nichts" anderes sei als die .Entlohnung für eine befördere .Aufmerksamkeit seitens des.Kellners, ist nicht PichHWg». weil die/Erfahrung lehrt, wie gerade hier der L.i» l l n.e r z,w i s ch e n GL st e n differenziert, je nachdem das Trinkgeld ausfällt. Das führt natürlich oft'/zu großen.Mißhelligkeiten.. DiL Kellner sind prinzipiell für die Abschaffung des ,;'-tT : Trinkgeldes ' ■ ahct sie' berlaügek, nicht ohne' Unrecht,,- daß die Wirte beit Uusfaltdieses Einkommens durch eine entsprechende EtkMung'des LohneL^ecken.^ Die Wirte weigern sich NnM-'aMrläi sophistrschDr Ausflüchten,- gerade diese vom ubettviegeiiden Teil des Publikums als Last empfundene l.MMr Spezialität"' durch ein 'entsprechendes Aequivglcnt abzuschafftrr und führen als hauptsächlichstes iArgumeut an,'daß der Wiener es-sich nicht nehmen laW'Mrch*.-.'eme.- 'besonders---Entlohnung - eine „erhöhte" Alufdterksaiükeit zu belohnen. Indirekt wollen sie danüt lagen', daß die Einkünfte aus diesem System größer seien' als' eine' eventuelle fixe' Entlohnung für diesen ÄMäll. Die' Kellner scheinen < diesen verführerischen Mg'mnenten unterlegen zu - sein,' sie', haben vor dem wirtschaftlich Stärkeren die Segel streichen nrüssen und daZ'liebe'Piiblikum wird Miter/je'nach der Höhe des verabreichten Trinkgeldes, in' erste, zweite und dritte .GDr!'eingdteilt bleiben. ' - - - ' - - < Me Beibehaltung des Trinkgeldüber nicht dcr'etjrz'tge^ELfW'här Wirte.-' Weit' schwerer ins Gewicht fällt jener, den sie mit der inaßloseü Steigerung der?Preiss erzielt haben, welche: sich geradezu als eine , Brandschatzung des konsumierenden Publikums erlr^isiur. Abgesehen davon) daß die Preiserhöhung erst häute in Kraft treten sollte, haben die Wirte-schon am Z. 'Mai nrit btrsechen begoMeü. - Ist es nicht imertzört, daß diL Wirte die 30- bis 40prozentige Lohnerhöhung ihrer Angestellten mit einerr ' ' Preiserhöhmrg mitunter bis zu 80 Prozent - Leantl'oortet haben? Bei. einzelnen. Artikeln sogar bis zu 1.0ß Prozent. So kosteten in. einem Lokale gm 2.Mai schvw zwei. Löffel geröfte.U^fttep. nicht gefettete E14ä p f e t 4' 'Kr.vnen 3 0 ßt; eine 'S ch erbe fa.schierteö Beefsteak i.ß.Kx.0nen 5ö Heller. Der' Tischwein w ar nin' 1 Krone teurer gew'>o öd e n.-J-il einem 'anderen ' Gasthaus stieg de r Press einer kleinen, ans schwarzem Mehl zubereiteben Mehlspeise v o n Donnerstag auf F r e i t a g. gleich' um'--M Heller: Nur das geringe' soziale Empfinden! enrs'K großen Teiles her Wirte ---konnte 'es - zustandebringen--daß diese'mit den bewilligten- Lohnerhöhungen noch ein gutes Geschäft machten. , Wo die Wirte' gute Geschäfte'machen, können die Kaffee sie dar allein nichtzurückb leiben. In cinzHnrn Kaffeehäusern sind, dir Preise bis durchschnitti- . lich 60 Prozent, in nianchen so g a r b i s 10 0 P r o z e nt ge ft i e g e n, obwohl die^Lohnerhöhungen m diesen Betrieben kaum 20 bis 25 Prozent erreichen. In.fast allen Kaffeehäusern kostet jetzt. eine kleine Schale schwärzet Kaffee il Krone 20 Heller (früher 70- Heller), eine Schale Tee 1 Krone 60. Heller (früher. .80 Heller), und ein türkisches Kaffee 3 Kronen 20 Heller (früher 2 Kronen). DelbstLnden.' Bolkskaffeehäusern. ist durchwegs. bei-.jedem Getränk ein 20prozentiger Znj'ch'la-g. Die Preise.sind ganz willkürlich, manche haben bei Getränken sogar einen 30 bis oOprvzentigen Mchtzg zu .dem üblichen -Preise festgesetzt. - In einem größeren Aaffeehause wurde mir mitgetcilt, daß die üew-il-ligten Lohnfowderunge« der Ange- (teUün täglich hundert Krouen betragen, dagegen die täglich e. n - Me h re i n na h m e u na ch der Preissteigerung über 30t0 Kronen au§- m r4. MÄ 1919' -Das ist keine ,Mmzerei" mehr, d«s ist Btotfr am Publikum^ Mcs zum großen -Mle dieser so tws los gegenüber sieht. Die Frage ist nun, wie diesem furchtbaren Zustand abzuhelftn ist? Die Antwort lautet: Durch Selbsthilfe, Selbstzucht und. Diszipl in und ' „fort mit dem Talmikavalrertum" muß die Parole lauten. Man scheue sich nicht, mit dem Trinkgeldsystem zu brechen, man versuche, so schwer es auch fällt, nur 6 Tage die Lokale zu meiden — länger wird es nicht nötig sein — und der Erfolg kann und wird nicht ausblerben. Wenn das konsumierende Publikum geschlossen auftritt r- und nur in diesem Falle — kann die Diktatur der. Wirte und Kaffeesieder gebrochen werden. G.-G. Bon der deutsch österreichischen Kriegsgetreideanstalt. Einer Zuschrift deren Absender uns bekannt ist, entnehmen wir, daß in der deutschösterreichischen Kciegsgetreideanstalt eine erhebliche Mißwirtschaft enrgeseht hat. Einzelne Beamte in leitenden Stellungen regieren dort vollkommen nach ihrem eigenen Belieben und benutzen die ihnen zustehendc Herrschergewalt, um ihren persönlichen Wünschen Ausdruck zu verleihen. Unter anderem hat eine ganz systematisch betriebene Jagd nach jüdischen Angestellten eingesetzt, was lediglich auf die Initiative des Perlonalreferenten Dr. Rubel zurückzuführen ist. Dieser Dr. Rubel, der seine Stellung protektionsweise belleibet, ist selbst ein getaufter Jude und glaubt sich durch eine solche Handlungsweise seine Stellung bei den Christlichsozialen festigen zu können. Bor einigen Monaten hat er eine „Judenzählung" vorgenommen und seither werden an jedem Ersten und Fünfzehnten eines. Monats zahlreiche tüchtige jüdische Beamte, darunter unentbehrliche Kräfte, entlassen, ohne daß der Personalreserent sich mit dem betreffenden Abteilungsvorstand vorher ins Einvernehmen gesetzt hätte. Auf diese Weise ist bereits bisher über 100 jüdischen Beamten gekündigt worden. Daß diese Entlassungen nicht auf einen Ueberfluß an Arbeitskräften zurückzufi'lhren sind, geht schon daraus hervor, daß gleichzeitig in Tagesblättern durch Inserate neue Beamte gesucht werden. Die einlausenden Bewerbungen unterliegen einer gründlichen Sichtung hinsichtlich der Zugehörigkeit des Bewerbers zum Judentum und selbstverständlich werden nur Nichtjuden neu ausgenommen. Nichtsdestoweniger betonen die in Frage komnienden Persönlichkeiten stets, daß nur ein Keiner Prozentsatz Nichtjuden in der Anstalt beschäftigt sei — was übrigens nicht verhindert hat, daß die in der Öeffentlichkeit bekanntgewordenen Schwindeleien (Dr. Breziga und Fuchs) gerade von Nichtjuden verübt wurden! Ein jüdischer Angestellter, der sich unterfing, den Personalreferenten auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, erhielt als Antwort sofort eine Gehaltsreduzierung und wurde zur Kündigung vorgemerkt.' Auf diese Weise sucht sich Dr. Rubel der ihm mißliebigen Beamten zu entledigen, obwohl wohl jeder einzelne von ihnen nützlichere Arbeit leisten dürste als der siebzigjährige polnische Hofrat, welcher, da er ein Schwager von Dr. Rubel ist, noch immer in Amt und Würden sitzt. Die willkürliche - Entlassung mehrjähriger Angestellter hat bereits in gewissen Abteilungen zu Unordnung und teilweise zum Stillstand der Arbeiten geführt. Wir hoffen, daß bas Präsidium und die Verwaltung der Anstalt der Angelegenheit nachgehen und ' dieser Mißwirtschaft eines Täuflings ein Ende machen werden. Jedenfalls behalten wir uns vor,, falls dieser Hinweis erfolglos verlaufen sollte, weiteres Material in die Oeffentlichkeit zu bringen. Maffenkundgebung der Wiener Kaufleute über die Vermögensabgabe. Vorgestern fand im Restaurant ,Meingartl" eine Massenversammlung der Wiener legitimen K a u f l e u t e statt. Herr Finanzrat Dr. Wilhelm Hollnst einer hielt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über die Vermögensabgabe und schilderte den praktischen Vorgang für die verschiedenen Arten der Vermögen bei der Anmeldung. Sodann erörterte Gremialrat Franz Schallaböck allgemeine Steuerfragen und Ergänzungen bezüglich der Vern'rögensabgabe. In der hierauf eröffneten Diskussion wurden über die von den anwesenden Kaufleuten gestellten-Ansiagen bezüglich der Behandlung von Kriegsanleihen und sonstigen Staatspapieren im eigenen Besitze und jener, welche Lei Banken oder im Sluslande deponiert sind, ferner über Einlagebücher von Banken, Sparkassen und sonstigen Geldinstituten entsprechende Aufklärungen erteilt. Gemeiuderat Ferdinand Fischer protestierte gegen die Art- und Weise der Vermögensabgabe und stellte die dringende Forderung, daß bei den kleineren und mittleren Vermögen, insbesoirdere bei dem Kauftnanns- und Gewerbestand ein Unterschied gemacht werben muß zwischen denen, welche seit einer Generation im Laufe von 25 bis 30 Jahren ihre Existenz ansgebarsi haben und deren Tätigkeit zum Schlüsse dieser Generatious» zeit mit Erfolg gekrönt wurde und jenen Elementen, welche als Kriegsgewinner in einem halben Jahr oder einem Jahr dieselben Gewinne erzielten. HcmdelSkammerrat Michael Ratz stellte den Antrag, das Präsidium der „Gekawe", Croßeinkaufsgenossenschast der Kaufleute in Wien, möge deputativ beim Staatskanzler Dr. Renner sowie beim FincmzsÄkretär Doktor Schumpeter dorsprechen und auch der Nntionalversammkung ein diesbezügliches Memorandum überreichen. Beide Anträge würden. Mit großem Beifall emMMg PWeMMMN. Die antisemitischen Aerzte. Graz» 3. Mai. Die steiermärkische Aerztekanimer hat sich ^egen die geplante ErnennMg Dr. Tandlers zum Staatssekretär für Vollsgesnndheit ausgesprochen. Die Aerztekamm« erwartet, daß die BeschMg von einem erforderlich qmlifizierten Fachmann erfolgen wird. Die Angehörigen der Kammer geben der Meinung Ausdruck, daß das Vordringen des jüdischen Elements in den Staatsstellen in keinem BerhAtnis zur tatsächlichen Schichtung der Bepölkrrung Dhr. Das ohnedies gefunkene Ansehen des Staats leide darunter und in den weitesten Kreisen der Bevorkervtzg werde tl nwiNeme.. $ Mkohvlverdot für hrÄe. Nach den Bestnnnmngm des Wahlgesetzes ist für heute und morgen MDmLmchmm von 1 untersagt Verbot oorr AaNmNmMhks St Budapest» A Mar. (Aas. Tel.-Oorr/Em^ von 2 u ßMa m a tFeL HUchschy»- * Raubmord au einet? Greisin. Gestern rrrittaÄ wurde die ungefähr 70jährige Private-Louise P a w l ik in ihr« Wohnung im vrericu Stock des HauscS'Nr. 5 der Starhernbexy gaffe aus der Wieden tot aufgefunden. Der alten Frau stak eil Messer in bei Sruft. Der Tod muß sofort eingetretet sein. Die Frau ist augenscheinlich überfallen worden, atz sie eben vom Einkäufe zurückgekchrt war. Eine polizeilich! Kommisston fand sich im Hause ein. Die Kasten in der Wohnunj waren c rb r o ch en un d-au gen s ch einli ch durch» w üb l t. Es bandelt sich jedenfalls um einen Raub ut o t h Die Erhebungen sind eingeleitet. Abends wurde der Privatbeamti Johann S ch w e id a unter dem dringenden Verdacht, denWor) begangen zu haben, verhaftet. "Jj * Schnellzugs« erkehr Wien-Westb ahnhof—Regen« bürg—Leipzig—Berlin. Von heute, den 4. d. M.^angei fangen werden wieder die bayrischen Anschlußschnellzüge an di! zwischen Wieu-Westbahnhof mrd Pasfau zweimal wöchentlich gct fahrcnsir Schnellzüge Nr. 403 und 404 (Wien-Westbahnhof Ns 12 Uhr mittags, beziehungsweise Wien-Westbahnhof au 5 Uh> 50 Min. nachmittags) verkehren. Hierdurch ergibt sich für bei Verkehr zwischen Wien - Westbahnhof—Paffau—Rcgmsburg-j Leipzig—Berlin folgende durchlaufende Zugsverbindung: Wien» Westbahnhof jeden Sonntag und Mittwoch ab 12 Uhr mittags! Passau an 6 Uhr 15 Mm. abends, Regensburg an 9 uh» 40 Min. abends, Berlin-Anhalterbahnhof Montag und Donnerst tag an 6 Uhr 17 Min. ftüh. — Gegenrichtung: Berlin-Anhalter» bahnhof jeden Samstag und Dienstag ab 9 Uhr 20 Mm. abends Negensburg ab 8 Uhr 23 Min. früh, Passau ab 11 Uhr 40 Min vormittags, Wien-Westbahnhof Sonntag und Mittwoch an 6 Uh» 60 Min. nachmittags. Diese Schnellzüge führen einen Schlafs wagen und durchlaufende Wagen aller drei Wagenklaffen Wien—: Berlin sowie einen Speiselvageu zwischen Wien und Regens» bürg. * Fahrpreiserhöhung auf der Südbahn. Nach e'mew Laibacher Telegramm hat die slowenische Regierung die Fahr-» preise auf der Südbahn in ihrem Gebiete auf 200 Prozent erhöht; Erhöhung der Milchpreise. Die niederösterreichisch» Landesregierung hat für den Milchverkauf in Wien neue Höchst» preise festgesetzt, in deren Gefolge auch die Neufestsetzung de» Ucbernahmspreise für Milch und Butter vorn Produzenten durch die politischen Bczrrksbehörden erfolgt. Die neuen, im Vergleich zu den bisherigen bedeutend erhöhten Preise sollen für die noch. bevorstehende schwierige Übergangszeit zu normaleren Verhält-i mffen den berechtigten Interessen der Produzenten Rechnung tragen, diesen aber auch jeden Vorwand für eine weitere Hebung des Schleichhandels mit den genannten Artikeln benehmen..^ " - Lake Luc!i8baum H., Taborstrasse 13, Telephon Heute wieder eröffnet. "' J" si«^ Um zahlreichen Zuspruch, bittet der Besitzer. " * 700.000 Kronen Prämie und 4000 Gewinne der Klaffenlotterie werden bis 8. Mar ansgelost. Lose zur nächsten I. Klasse l/i 40 Kronen, lL 10 Kronen und Vs 5 Kronen versenden mit Erlagschein Brüder B e e r n, Wiei^ Rotcnturmstraße 13 (Eingang Lichtentzxg 1). '' -^^ - Mitteilungen des jüdischen Berufsamtes. * Die jüdische Bernfsberatungsstelle ist in das jüdische Jugendheim. II., Obere Donaustraße 91, 2. Stiege, .1..Stock, verleg! worden. Die Sprechstundeneinteilung in der Bernfsberaümg rfl folgende: Montag und Donnerstag Frieda S ch i ff, Dienstag;! Mittwoch und Freitag Erwin K o h n. Die Sprechstunde am Freitag' ist für die Spezialberatung von Jugendlichen, die.sich ür ein Leben in Palästina vorbereitcn wollen, bestimmt. Zur Zeit der Sprechstunden werden auch die AnMldungen für den Arbeitsnachweis entgegengenommen. Außerdem können von nun ab schriftlich Stellengesuche unter genauer Adressenangabe eingebracht werden. ‘ In der nächsten Zeit werdm sich die beiden ersten Arbeitsgruppen der Abteilung für Berufsforschung konstituieren, u»»d , zwar eine für Berusspsychologie und eine für jüdische Statistik! Anmeldungen zur Mitarbeit werden schon jetzt entgegeugenommen. Sie haben zu enthalten: Name, Adresse, Vorkeuntnisse, verfügbare Zeit, eventuelle Angabe des Spezialgebietes, für »velchebesonderes Interesse vorhanden ist. Sehr erwünscht ist bei-der ’ Arbeitsgruppe für Berusspsychologie die Mitarbeit von Fachleuten auf dem Gebiete der Jndusiriearbe.it, desHaudwerks und der Landwirtschaft. _' Jüdische Gemeinde: Gdgen die Entrechtung der Angestell^n-der. Kultusgemeinde. - Der Verband der Angeste-llten der israelitischen Kultus'-! gemeinde hat in seiner am 28. April 1919 im Sitzungs-s saale der israelitischen Kultusgenreinde abgehalleiren äußert ordentlichen Generalversammlung folgende Kundgebung be-i schlossen: Der Verband erblickt in der ausduücklich'en! Airs schließ uit g der Angestellten öutit passive ni Wah l re ch t f ii v den Knltu s.v o r stau d ein e (kn.t-i - tv ü-r d i g u n g deZ Angcstelltcustaudes urrd eineil^ krasse»u Wider s pr u ch mit dem d e m o k r a t i s ch' e n G eiste, voni welchem die zu. schaffende Wahlordnung sin Sinne «incsi Dorftandsbeschlufses getragen sein soll.- Gegen dieses. Bor»' gehen erhebt die Angestelltenschaft einmütigen Protest. Die Generalversammlung macht sich insbesonders die entschiedene Verwahrung zu eigen, die der Berbandsobmann anläßlicheiner Besprechung der Verbandsleitung mit/.denri - Präsidium gegen die in öffentlicher .Plennr-!", sitz ung gehaltene, die Ausschließung der Angestellten vomi - passiven Wahlrecht begründende Rede bereits eingelegt hat.^ . In.'dieser Rede, deren Ausführung die Majorität des, Vorstandes durch ihre Abstimmung sich angeschlossen hat, wurden! die Angestellten rnit de»r Pirnndner n und anderen, vowj > passiven Wahlrecht gesetzlich ausgeschlossenen Kategorien.auf! eine Stufe gestellt. ^-i - ' Die Gwrrralversamrnllurg, die eulmiitig erklärt) zur" Ec-' - kdnglmg des aktiven und-passiven Wahlrechtes für alle A»»-igepellten der LArltusgemeinde a l l ei tztt Gebote ftehendeni , gysetzlichen Mittel aufzubiete»», fordert die Reassnm i e r u n g des Beschlusses über den § 8 der - in , Beratung stehenden Wahlordnung int Sinne einer Gewährung! des aktiven und passiven Wahlrechtes nir alle!-'- Angestellten der Kultnsgemeindc, wobei schorr! setzt jede der hier versammelten Sektionen verbildlich erklärt,! pin etwa nur einzelnen Angestelltenkategorien zm. gewährendem ' paDve*^ WcchlroLt von--vornherein übzillehNM. M Diese einmütige Entschließung ist dem Präsibiit'ui'. samt- Nchen Mttglisdeen des Kulü»Svorsbandss und . der -jüdischen! sssL. L>L schriftlichem. ^Deae byrmmiMg^^-- i ■^PMMRJEgjr . v'