Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 105 (4.5.1919)
- Date
- 1919-05-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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r settFflT' V. Telegramme. Wien," Sonntag “^SSSSS^ZCSBP?■ Aus der Tschecho-SlowaLei. ''' Pra^, 3. Mar. (Tel. der „Wiener Morgcnzeitung".) Der Partelvarstand der tschechischen Sozialdemokratie hat zu Leit tnilitäzifdjen Opcrationcir in Ungarn.Stellung genommen und festgcstelst, Latz die Nachrichten über den Vormarsch des tschecho-slowakischen Heeres über die Demarckationslmie . -, in Widerspruch stehen ' mit den ossiziellen Erklärungen, die den Parteivcrkrstern von der Regierung wiederholt gegebeir wurden. Die Partei-. Vertretung hat den Klltb beaustragt, diese Angelegenheit sofort auf klaren zu lassen. — Gestern fand eine Versammlung der deutschen Intelligenz Prags Jatt, in welcher der Rektor der deutschen Universität gegen den Plan .Einspruch' erhob, das - - , f.;;-l: . V ’. Künstlerhaus Rudölfinum ‘ seiner bisherigen Bestimimrilg als Musiksaal und Bildergalerie zu entziehen, um es als provisorischen Sitz.-für die Na ti 0 naiversam in lnng zu verwenden. Die Versammlung faßte einen Beschluß in diesem Sinne. — Wie das Tschechoslowakische Pveßburcau meldet, hatterr die Ungarn bis zum 25. April an der Demarkationslinie eine aufrührerische Tätigkeit unter der nurgyarsscherr Bevölkerung entfaltet. Seit dem Vormarsch der Rumänen habe sich bei den ungarischen Agitaroren Unruhe gezeigt, die schließlich zu einer Massendesertion und zum vollständigen R ü ck z u g der ung aris chen Truppen geführt habe. Ein Telegramm des Oberkommandantcn, Generals Piceione, habe gemeldet, daß. durch den.Rückzug der Roten Garden -^ Lie Eisenbahnen in Urfahr seien ' und die Bevölkerung gewaltsamen Requisitionen au's'geliefert sei. Im Interesse der Republik und der Menschlichkeit-sei es, das; die tschechischen Trirppen die freiwerdendeu Bahnen und Städte besetzen. Minister Srobar teilte diese Ansicht. Hierans habe Las Ministerium für nationale Verteidigung di« . Besetzung der geräumten Gebiete üngeordnet.?cachi einem Depescheuwcchsrl mit bcn Enientctruppen sei der frühere Befehl dahin ergänzt worden, daß alle von den Magyaren geräumten Gebiete zu besetzen seien. Die tschechischen Truppen seien .;; 1; bis nach Munlacz gelangt, wo bereits der Bahnverkehr eingeleitet wurde. Weiter nach Was da, zum Bahnlnotenpunkt Baureve und nach Rima inr Sasotal. Die Truppen seien auf der -ganzen Demarkalionsliine im Vorrücken und werden von der Bevölkerung begeistert begrüßt. Man sei bereits im Besitz« einer vollständigen und direkten Verbindung mit Ostgalizieu, der llfvaiiic und Rumänien. Dadurch werden Verkehrs Möglichkeiten für Kompensationsgeschäfte mit der Ukraine und Rumänien eröffnet, von wo man hauptsächlich Petroleum, Leder, Kartoffeln und Lebcndvieh einführcn könne. Die schwierige finanzielle Lage der Tscheche Slowakei. Prag, 3. Mai. (Tel.-Komp.) Im „Pravo Lidu" äußert sich der sozialdcmolraüschc Abgeordnete Nemcc über die Ueber^ nähme der Kriegsschulden des ehemalige O e st e r reich unter anderem folgendermaßen:. Heute ist t bereits sicher, Laß der V i e r v e r b a n d darauf b e h a r r'e n wird, da die Nachfolgestaaten des ehemaligen Oester reich-Ungarn Lie .Kriegsschulden zu bezahlen hoben werden. zwischen hat die Entente angrordnet, daß die rschecho-slotvakisch Republik nach dem Schlüssel der Bevölkerung 2 5 .Pr o * e it d e r . B o r k r i e g s s ch u l d e n zu übernehmen habe, di ungefähr - l5 Milliarden ausmachen. Wird di« . Entente nach diesem Schlüssel auch bei den Kriegsschulden, die beinahe I6ü Milliarden betragen, Vorgehen, dann wird unsere finanzielle Situation gerade z'n verzweifelt sein. Ferner ist zu bedenkeri, daß-unsere Republik innerhalb eines halben Jahres bereits schon 3 M i l l i a r L e n n r u e S ch u l d e n, die bis zum Jahresende aus 0 M illiarden steigen dürftcn, gemacht h. Wie wir das Geld für die lausenden Ausgaben auftreiben, wo wir das Geld für die Zinsen der alten und neuen Schulden hernebmeu sollen, von der Amortisation gar nicht zu reden, ist ein Rätsel. Bedenken wir. das; im alten Oesterreich mit seinen 26 Millionen Einwohnmr im Jahre 1014 die gesamten Einnahmen 3'/rMMarden bc'mgm, wobei die Steuerschraube schon stark angezvgm war, aus welche Höhe müßten die Steuem gebracht werden, wenn bei 12 Millionen Einwohnern mindestens doppelt so viel erzielt werden soll. Es läßt sich schwer ausdenken, wohin die Verhältnisse führen werden, wenn wir nicht zu ganz besonder e u B o r k e h r u n g e n unsere Zuflucht nehmen. Die tschechischen Sozialdemokraten gegen den Vormarsch in Angarn. s Prag, 3. Mai. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Der Borstand der tschecho-slowakischen sozialdemokratischen Arüeiterpart ei hat gegen de« Vormarsch der Tschechen in Ungarn Protest erhoben. Sitzung des jüdischen Landesvolksrates in Mähren. « Prag, 3. Mai. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Das Jüdische Presseburearc meldet aus P r e r a u : Hrec bat.sich der indische Lanbesvoltsrat konstituiert. Präsidenten Dr. Karl r-o o n n e n s e l d, Brünn, und Dr. Hilf,' Mährisch-Ostrau, Stellvertreter Siegfried Keßler und Dr. Theodor H aas, Hinsichtlich der G e m e i u d e w a h l e n lagen der Versammlung die vom Prager Nationalrat gegebenen Direktiven vor, mit -welchen sich der Landesvolksrat einverstanden erklärte. In erster Linie ist ein Zusammengehen zwischen Z i v n i si e nu n i -P o a l e - Z i o n r ft e n bei den kommenden Gemeinde- 'wahlm a n Z « r m v s eh t e n. Sollte dies aus taktischen ^Gründen nicht durchführbar sein, so werden beide Parteien im 'Wahlkainpfe zumindest einveruehmlick, Vorgehen. Es -werden in allen in " f:, ■i \ cT) c n Gemeinden st n d i s ch n a ti v n a l e Kandidaten aufgestellt. Sodann wurde der 'Entwurf des Landesverbandes der israelitischen sKultusgemeinden über das n e u e K u l t u s g e m e i n d e nist a t u t eingehend, beraten. In der Schulsrage wurde darauf shingewieseii, daß gerade in letzter Zeit in den Wiener Blättern chnd insbesondere in der deutschen Provinzprcsse unwahre Nachrichten verbreitet werden, nach welchen die Ischecho-slowakische Gierung die Einführung j ü d i s ch n a t i o n a l e r Schule v -m r t t s ch ech i s ch e r Unter r r ch t s sprach ebechlosserr habe, welche Schulen alle Mischen Kinder Gesuchen müßten, daß diese somit aus andersnationalen »Schulen ausgeschult werden sollen. Diese Nachricht ist unrichtig wird wird offiziell dementiert werden. Es wurde ferner beschloffm, sim den Jüdischen Naüonalrat m Prag das Ersuchen zu stellen, Dieser a m tj i 4g^Eir^L.,ru'^g^ervoE^ 4x^4 Wiener MorgenzeWnS V , 4. bcc dee tl n jtj fl h r heit der in die Welt gesetzten Nachrichten, daß den Juden, aus ihrem Bekenntnisse zur jüdischen Nation t" l e m politisch-rechtlicher Beziehung erwachsrn^ollen, erklärt wird. Die Kämpfe in München. Landauer und Eglhofer ermordet? Berlin, 2. Mai. Die „Bossische Zeitung" meldet aus Bamberg: Nach einer vormittags bei der Regierung in Bamberg emgegangenen Nachricht haben die Regierungstruppen n u nm ehr den ganzen Norden Münchens brs zur BriennernndLudwigstraße und von d e r T h a n n st r a ß e bis zum Siegestor r n den , H ä n d e n. Sie werden von Münchner Bürgern unterstützt/ bic sich zn einer Bürgerwehr vereinigt haben. D i e Isar brücken s ind gleich falls iu den Händen der Regiernngstrnppen. Unter den Führern sind die Spartakisten Dr. Landauer und der Führer der Rotm Annee Eglhofer ermordet worden. Der offizielle Bericht. Nürnberg, 3. Mai. Der „Korrespondenz Hoffmann" wird aus Bamberg gemeldet; Die Straßen Kämpfe in München, die nach den gestrigen Berichten auch nachts «och in unverminderter Starke andauerten, find heute morgens Wiedsrim Gang. AnfereTruppen find im Vordringen, die V e r l u st e auf nuferer Seite find gering. Einzelne Rote Schützen schießen in feiger Weise aus dem Linterh alt, selbstverhetztebewasfnete Frauen beteiligen sich am Kampfe. Spartakisten leisten an vielen Stellen heftigen Widerstand. Die Rädelsführer Egl- Hofer und Laudaner find verhaftet. Man wird mit ihnen verfahren, wie sie es mit unseren Geiseln gemacht haben, die sie erschossen und grauenhaft verstümmelt Haben, wie sich nun amtlich bestätigt. Die Namen konnten infolge der Verstümmelung der Leichen nicht festgestellt werden. Die Erbitterung der Einwohnerschaft ist auf das höchste gestiegen. Eglhofer wurde erschossen. Das Einrücken vis zum Stadtinnern ist planmäßig gelungen. (In diesem Bericht ist nur von der Verhaftung Landauers die Rede; die beigefügten Drohungen dürften der Anlaß zu der von der „Voss. Ztg." verbreiteten Meldung über Landauers Ermordung gewesen sein. Sollte sich diese Nachricht aber bestätigm, so ist nach Eisner wieder einer der reinsten und größten Menschen, der von der Leidenschaft der Idee beherrscht war, das Opfer dieser hartnäckig, trotz allen ihr aufgelegten Strafen entsetzlich gottlosen, verüerten, entmenschten und entgeisteten Welt geworden. Und daraus soll die neue Welt geboren werden h „Kämpf bis aufs Messer \“ Berlin, 3. Mm'. Die ^B. Z. am Mittag" meldet ans München: Die Spartakisten, die sich im Wittelsbachrr Palais, ferner in der Türkenkaserne im Zentrum sowie im Kasernenviertel an der Peripherie festgesetzt hatten, leisteten den Regierungstruppen erbitterten Widerstand. Auch da? Gebäude der Polizeidirektion im Zentrum, Las von Roten Gardisten besetzt ist, konnte noch nicht besetzt werden. Finavzminister Neuner und- Arbeiterrat Keller fuhrm in Autos durch die Straßen und gaben die Parole ouB: »Kampf bis aufs Mesfer!"• Bis gestern abends war der ganze o'tl che und südliche Teil Münchens noch in den Handen der Spartakisten. Augsburg» 3. Mai. Vom hiesigm Truppmkommando wird mitgeteilt, daß sich München nunmehr fast vollkommen in der Gewalt der Regierungstruppen befindet. An drei Stellen suidrn noch Teilkämpfe statt. Rach Pinsk Lida.? Warschau» 3. April. (Tel. der „Wr. Morgenztg/) Eine^ amtlichen Meldung zufolge, erllärte der Bezirkskommissär Zdonowicz gegenüber der Untersuchunsskommisfion des Landtages, daß die Zahl der in L i d a infolge ihres B o l s che wismus erschossenenJudenSöbetrage. Der genannte Kommissär übergab atlch der Kommission ein NamenSverzeichnis der Erschossenm. Entlassung der jüdischen Offiziere in Pole«. Krakau» 3. April. (Tel. der „Wr.Morgrnzig.") ..NowhDziennik" zufolge verfügte, der polnische Bize-KnegSminister die sofortige Versetzung ins nichtaktive Verhältnis aller jüdischerOfftziere und - M i l i t ä r b e a m t e n, die das Militärpflichtige Alter bereits überschritten haben. Inden in der Armee Haller. - , Warschau, 3. Mai. (Tel. der „Wr. Morgenztg?) Wie „Hajnt" meldet, befinden sich in der Armee des Generals Haller etwa 3000 Juden, vorwiegend galizischcr Herkunft. Diese gerieten seinerzeit als österreichisch-ungarische Soldaten in italienische Gefangenschaft, wo dann sie gerneinsam mit ihren pobiischen Kameraden in die Haller-Armee in Frankreich eintraten. Die litauisch-polnischen Beziehungen. Paris, 3. Mai. (Korr.-Bur.) Aus Warschau wird gemeldet: Die litanische Regierung hat nach Warschau eine diplomatische M i s s i o n e n t s e n d e t, .die die l i t a u is ch - v o l n i s ch ttt Beziehungen regeln soll. Der Chef der französischen MiMrmission in LitaM, hat sich dieser Mission angeschlossen. - Englische Truppen gegen Irland. Berlin, 3. Mai. Die „Bossische Zeitung" berichtet: Wie die „DM Mail" aus D n b t i n meldet, hat oie e n g l i s ch e M i litä r v er.w al tun^g in.^rtand eine Truppen-- bewegmrg gegen diesireikenden Arbeiter rn 8 i m e r i ck eingeleitet. Eine ans 10.000 Manu Infanterie bestehende, mit Artillerie mrd Tanks reichlich versehene Expedition hat einen Borstoß unternommen, um die Herrschaft der revolutionären Arbeit«: zu stttrzen.<Limerick ist augenblicklich yon' den Truppen eingeschlossen. Die Nevolntionären sind durch rin U l t' i m g t n w zur b od i n g.u n g ü 11 c ti c x ß «X« Modi. M ’masstämamrjg Die Tagesbericht. und Erhöhung der Gasthauspreise. : .''rlf auf das Publikum. — K-ujuudtu»^ Politik« des Arie,«. — Tchlcichhandel uud Preis. steigerung.' Die Gefahr eines Gehilfenstreiks in bsrl Wieners Hotels, Gast- und Kaffeehäuserir, die unter den hTutigeE- Verhältnissen von katastrophalen Folgen gewesen wäre,; scheint noch' nicht aktuell. Zwischen den Unternehmern, und Gehilfeit ist ein vorlänfiger Fi-iedensschluß zustande-«! gekommen. Die Kosten wird das Pnblrkum 51^ tragen habe n. Denn.alle durch den neuenKollrktitz->!. vertrag den Unternehmern erwachsenen Mehrauslagen sollen mrf das Publrkm» Werwätzt werden, tvas unbedingt wieder eine Verteuerung dep!.. Lebenshaltung nach sich ziehen muß. Das Merkwürdigvi^ bei diesem Friedensschlusse ist ober, daß trotz der er«-^ zielten „Einigung" sowohl Lei den Unternehmern üts'v, auch bei den Gehilfen eine rechte Zufriedenheit übeobieses Ergebnis sich nicht zeigen will. Bei den Unter-, nehmern deshalb nicht, weit sie Zugeständnisse machew, mnßten, welche, obwohl sie nur einen Teil der ForÜ-s berungen beirrhalten, dennoch eine ansehnliche Höhe e**.‘ reichen, bei den Gehilfen aus dem Gründe nicht, Wells sie, als di« Schwächeren — viele Unternehmet haben mit der Sperre ihrer Betriebe gk>V droht —, einige ihrer Kardinalforderungen opfern'' mußten, nicht allem um den Frieden herbeizuführen^ sondern auch im allgemeinen Interesse des Publikums.? Wenn zwei sich streiten, freut sich gewöhnlich der Dritte. Im vorliegenden Falle aber trifft dies nicht zu. Der Dritte, das ist das- Publikum, die Bevölkerung/' welche nicht nur nicht zur'.Freude kommt bei diesem'! Streite ztvischen den Unternehmern und den Gehilfen," sondern direkten Schaden leidet. Zu jenen gewerblichen' . Betrieben, welche von der „Hochkonjunktur de§ Krieges^;, ergriffen worden sind,, gehören bekanntlich die Hotels- - . Gastwirte- und Kaffeesiederbetriebe. Es ist ja n-vch.er-^-. - innerlich, wie im zweiten, Kriegsjahr gerade dies^-' Betriebe < i' . mit d«r Preisen in die Höhr ginge«, die damals in gar keinem Verhältnis zu ihrer Reg«' standen. Bezeichnend für diese Zustände ist die Tat-'. - fache, daß beispielsweise zu einer Zeit, wo im Kaffeehaus der Kaffeevhne Zucker verabreicht wurdet zu gleicher Zeit der Preis der Schale Kaffee, trotzdem um vier bis sechs Heller in dich! Höhe ging. Das Argument, daß das Rohprodukt,iny . Einkauf teurer wurde, kann deshalb nicht stichhältig sein,? weil der erhöhte Preis des verabreichten Getränkes^ , - durchaus nicht im Verhältnis zum Einkaufspreis.deS^,' .Rohproduktes stand. - 7 Mit der fortschreitenden LeLensmitteMappheii und') Nahnmgswot wuchs natürlich' der Schleichhandel,!V ¥ welcher sich auf alle Bcvölkerungsfchichten verteilte, die), in der Lage waren, jeden Preis zn zahlen. Die Fvlg^-- des Schleichhandels war, wie bekannt, eine Preis»! steigerung bei allen Lebensmittel«, welche ,wchheute den Höhepunkt nicht erreicht hat. Es ist bekannt, daßs- - die Wirte — und nicht allein die sogenannten .^roßen"^ Wirte — «ach ihrem eigenen Geständnis jeden Preis?! dem Schleichhändler zahlten und noch' zahlen, um denn „Bedürfnissen" ihrer Gäste zu genügen, tveil die amt»? liche Beteilnng nicht ausreicht, nm bcn Bedarf zn decken,? Wenn man die Speisenkarben eines solchen Restaurants^ km Verlaufe eines einzigen Jahres betrachtet und die rapide Steigerung brr Preise . in Betragt zieht, so muß man sich sagen, daß sie durchaus nicht im Einklang mit den wirklichen Preisver-' hältnissen steht. Der Grund für diese ungerechtser!igten er,iorbitaniek Preissteigerungen muß also tvoanders liegen. Er liegt in der rücksi^tslosen Ausnützung der Konjunktur, in dem geringen sozialeir Sin« ■ der sich' darin kundgibt, daß man nur für jem xot«. sorgt, die sichs leisten können, die jeden P r e i zahlen. Daß dabei hundert tausende in Mit-:' leidenschaft gezogen werden, die nicht so kapiialS- und' kaufkräftig sind, daß ihnen die Möglichkeit benommen' wird, infolge dieses Aufkaufes zu verhältuiÄnaßig' ' preis würdigen Lebensmitteln zu kommen, weil die ' Schleichhändler lieber den Wirten verkaufen, das ficht? diese. Konjunkturalpolitiker wenig an. Der Verdienst scheint zu verlockend und des Schweißes ivert. .s Es ist gewiß Lein Zufall, daß gerade iu den letzten - drei Wochen.di« Preise in den Gastyäusenunerklich^indi^- Höhe gingen. Es toar die Zeit, in her die Gehilfen mit ' ihren Froderungen vor die'OeffentlichLeit traten rmd bi^ 1 Verhandlungen zivischen den Unternehmern und den - Gehilfen^ Ivelche, trotz der großen Kriegsverdienste ihrer'' Brotgeber, zum größten Teil einen Lohn ernpfingen^- der für ihre Lebenshaltung kaum ansreich de, ihren) Anfang nahmen. Die NMcrnechmer gaben sich keiner Täuschung hin, daß sie, toollten sie nicht aus dich Weiterführung ihrer Betriebe verziMetr, rmd dadurchj - bas große Heer der Arbeitslosen vermehren, die Le-/ ' reMigten Forderungen der Gehilfen wenigstens teil-, weise erfüllen müßten. Und sie «itMoffeu skzl> talM-' Mr, wie wir sehen werden,