Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 98 (27.4.1919)
- Date
- 1919-04-27
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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, M. 98 . Wien. Sonntag _ Wiener Morgenzeurmg _ v 27. April 1919 Seite 3 Kein Abbruch ZtaLiens mit der Entente. 1 „ 26. Avril. (Havas.) Donnerstag nachmittags sielten Wilson, C l e^in e n ,c e a u. fi l o \) b Geor g e wd Orland o eine Sitzurn ab. Die i .ckienffchen Fordeamgen wurden nicht c r o r > e r t. Willon verteidigte irch und führte ans. bnli er Orlando n i ch,t beleidigen vollte. WaS ihm Orlando betätigte. Orlando wies aber daraus »in,, daß er, da seine Forderungen zur Sprache kamni. ,ucht Min konnte, das italienische Parlament zu befragen. Nach der Atzung gingen Orlando unb Sonnino in ihr Hotel zurück und i st e n um 8 U^h r a b e n d s a b. ' Die AgenceHavas bemerkt dazu: Es muß bekanntgegeben werdeti, daß c3 sich nicht um einen B r n ch Zündelt, sondern nur um ein e U n t e r b r e ch u n g »tr-italienischen Mitarbeit bei den Arbeiten der Friedenskonferenz. Orlando setzte die auf den 6. Mai anberaumte Einberus,mg des italienischen Parlaments auf einen früheren Zeitpunkt fest. Es wäre »täglich, daß Orlando bis zur Eröffnung der Verhandlungen mit »tn deutschen Vertretern, die nicht vor dem 1. oder 2. Mai bcftan werden, m Paris zurück sein wird. Während ferner Abwesenheit wird die italienische Delegation weder an den Arbeiten rtv Konferenz nach an denen der Kommissionen teilnehmcn. Die Italiener werden öbct Leiter t. eil nehmen an den Werten aller Internationalen Kommissionen, die nicht von der Konferenz abhängig sind, wie zum Verspiel der Oberste Wirt- Aaftsrat, die Waffenstillstandskommissiou, dre Komrnissionen für Verpflegung, Transporte und Rohstoffe usw. - - Der ALriakonflikt. Frankfurt a. Main. 26. April. Aus Basel wird gc- »teldet: Die französischeGr en z e ist seit gestern abendS istr die Nachrichtenübet mittlnng gesperrt, da es dre franzöiische Zensur offenbar für zweckmäßig hält, über denAdriasünf! ikt auf der Friedenskonferenz keine Nachrichten jnSAusland gelang e n z u l a s s e il Berlin» 26. April. Wre der „Abend" aus Lugano erfährt, «nd heute ein Kronrat rmd ein Mintfterrat in Nom statt. Man »lanbtz daß, unter dem Drucke der öffentlichen Warnung eine «ilrtLrischeBesetzungFiumes erfolgen wrrd. . A»«,26. April. „Gromale d'Italia" meldet, daß es schon ietzj!, sicher sei, daß das Parlament bereit sein werde, den aus variS zmückgekehrten Staatsmännern ein Vertrauens- »»i u m auszusprechen. r Lloyd Georgs vermittek. Paris, 35. April. (Teb-Komp.) Die^ Blätter sagen, daß AM George die Rolle eines Vermittlers zwilchen Italien und Kmerrka übernommen habe. Er schlage cm Kompromi.; vor, demiüfolge Fiume w r r t s ch a f t l i ch internationalisiert »erden soll, während eS p o l i t i s ch d e n I u g o s l a w e n M unterstellen wäre. Die Japaner verlassen die Friedenskonferenz. : Genf» 26. April. (Teb-Konip.) Nach einer Meldung des .Progres de Lyon" aus Paris treffen die I a p a n e r cnistliche Anstalten zurÄbreiseausParis. Der Demonsiratrons- »esuch ihrer Flotte in Genna sei ein deutlicher Wmk für Amerika. ' Die ukrainische Vertretung in Paris. , Stanislau, 25. April. Der Ukrainische Pi cssedtenft meldet: Rner Rachncht der ukrainischen Telegraphenagentur ans Ltowno zufolge hat der Mimsterrat am 18. April beschlossen, die ikramtsche Mission in Paris zur offiziellen Repräsentation der Ukrainischen Volksrepublik aus der Friedenskonferenz m Paris zu «nennen. Die Lebensmittelversorgung der Tschechen. , Paris, 25. April. (Tel.-Konw.) Der Oberste Wirschaftsrat s-t unter Vorsitz von Lord Robert Cccck eine Sitzung abgehalken, m der dre Frage der Ueberbii>.i.ung des Eisenbahnnetzes und die »adurch hervorgerufencn S ch w l e r i g k e r t e n der A a h ru n g s m i t t e l v e r s o r g u n g d er Tsch ech o- Slo.wakei besprochen wurde. Der Rat hat einen Vorschlag;»«; Benutzung der Elbe ü b e r H a m b u r g n i ch t genehmig t. Weiter wurde beschlossen, die jetzt bestehenden Bestimmungen, denen zufolge die jetzt zu liefernde Menge Nahrungs- »trtte! aus 80.000 Tonnen festgesetzt ist, aufzuhcben. Die Mrungsmittel für die Tscheclw-Slowakci können jetzt auf keinen Weg dorthin geschickt werden. Zur Deckung der heutigen Bc- Hrsnisse nimmt man an, daß etwa 25.600 bis 30.000-Tonnen ruf dem Elbeweg nach Prag geschickt werden. Die französische DrplowaLensprache. » Budapest, 26. April. (Tel. der „Wr. Mor'genztg/R Ein pMlspruch ans Paris besagt: Die „Acadümie Fmn?aisc" hat sich isir die Beibehaltung des Französischen als Diplomateni brache, msbesondere auch für den Friedensvertrag ausgesprochen. ■ .Mi.. i—-w—iiM.1 i i >'> ... mmuMv.vtmmmm Die schöne Zsrah. Bon Klara Mautner. Eigentlich hieß sie Sarah. Aber da sie. nur eine «vme „Diensten" war und ebensowenig „datsch" sprechen konnte wie ihre Herrin, so fiel es natürlich keinem Menschen ein, anders als Zorah zu sagen. Sie , hatte die. schönsten Augen von der Welt, Augen, aus denen her Schmerz und die Verzweiflung von Jahrhunderten schreit, Augen, wie man sie nur in Polen findet. Man dgrf nicht zu lange hinein sehen, sonst fängt man an, sich in seinen guten Kleidern und in seiner geschützten Existenz merkwürdig unbehaglich zu fühlen. Aber Zorah war keineswegs eine tragische Heloin.. ^ie sang und lachte den ganzen Tag, sie herzte die Kinder ihrer Herrschaft, sie kratzte sich scelenvergnügt in den dichten, blauschwarzen, nie gekämmten Haaren, wahrend sie ihren fetieu Fladen re.speiste, und arbeitete ^unverdrossen von früh bis spät iut Hofe des Juden-. Hauses. . Den Hof eines polnischen Kleinstadthauses muß man gesehen haben, um sich das Nichtige vorzustellen. iÖfc Sage meldet, daß er ein Katzenkopfpflaster hat, aber sichtbar ist nur ein zäher Schlammbrei mit einer flachen Rinne, die quer durch geht und der Gosse dient. Aus drei Seiten münden Wohnungstüren, die vierte bilden zwei oder drei klapprige Aborttüren, die äuferst mangelhaft schließen, so daß man wenigstens überflüssige We;e htspart und sich immer vom Zimmer überzeugen kann, tpelche Chancen man hat. Im Hofe hausen Enten,,! Hühner, Katzen, Hunde, Natten, Mäuse und Kinder,.; schwarze und blonde, krausköpfige Judenkinder, die in > her Gosse ihre Holzstückchen schwimmen lassen und sich freuen, chKM sjg lebhafter fließt. MüuniLr erscheint der Parlamentarisches. Die kommende Woche wurde für die Ausschüsse reserb'.ert, welche das Material für d'e^am 6.'Mac beginnenden Sitznusikn der N a t i o n a l o c v Ta in in l n n gvorr.uberemn haben.- Der Sozial'.sierunas- und landwirtirhasilichr Ansschuh sind bereits für den 29. d. M. (mbmtffu. Der, landwirtschaffliche Ausschuß wird sich mit der Wiederherstellung v cv.n B^a ij e rn ö li t e r w und dem Anträge Fink wegen Erlaffmig eines Gesetzes über den G r u n d st ü ck v e r k e h r befassen. ' ' ' Weiters haben die Ausschüsse zu erledigen die vom Staats- ' amte für Finanzen axcgesuchte Ermächtigung zu zoll- und h a n d e l s p o l i t: s ch en B e r f ü g n n g e n, das Verbot der Nachtarbeit der Frauen u n d I u a e n dlich en, die Dauer der Mindcstrnhe zwischen Ladenschluß und Sonntagsruhe sowie ein Gesetz betreffend die Landpostbedicnstetcn. Das Hauptinteresse zieht der S o z i a l U i e r n n g sa ns schuß auf. sich, der seine Arbeiten zwar nach größter Möglichkeit beschleunigen soll, bezüglich deren jedoch von allen Seilen anerkannt wird, daß eine durchaus gründliche Behandlung der Entwürfe absolut noiwcndig sei, weck man sich hier auf ein Gebiet begibt, das ein vollständiges Novum darstellt, und man sich nicht auf Erfahrungen stützen kann. Die nächste Sitzungsrnhe der Nationalversanmcknng wird einen Teil der sozialen Session darsiellen und hauptsächlich von den sozialen und wirtschaftspol'tischcn Beratungen ausgesüllt sein. Die Parteien werden in. den nächsten Tagen auch darüber Beratungen abhalten, welche Direktiven den Delegierten in den Verfass nngsansschnß der Nationalversammlung d e Z deutschen Reichstages mitzugeben seien. Die Abgeordneten besichtigten gestern vormittags über Einladung des Präsidiums der NationalversammlMg im kunsthistorischen Museum jene Kunstgegenstände, welche die Italiener für sich beanspruchen, und sodann die estensische Sammlung in der Hofburg. Eine Fürsorgealri on für die Arbeitslosen. Wie in Abgeordnetenkrrisen versautet, steht die Erlassung einer Vollzugsanweisung bevor, in welcher die Gewerbeinhaber verpflichtet werden, vom 5. Mai angesangen um ein Fünftel mehr Arbeiter oder Angestellte in ihren Betrieben einzustellen, als sie am 26. April beschäftigt haben. Die materiellen Bedingungen der Einstellung muffen die gleichen fein wie die srir das bisherige Personal. Erhöhung des LebsnsmiLtelkredits der Entente auf SS Millionen Dollars. Wie verlautet, ist bei den schwebenden Finanzver- Handlungen mit den Entmtekommissionen die Frage der Erhöhung des Deutschösterreich bekanntlich gewälirten E i nsu h r fr c b 11 ß von 80 Millionen Dollar zur Sprache gelangt. Die Verhandlungen bewegten sich in der Richtung der Erhöhung dieses Lebensmittelkredits aus 6v Millionen Dollar. Diese Erhöhung dürste nunmehr erfolgen und damit wird die weitere Emmhr wiederauf einige Monate gedeckt werden können. Allerdings wird kein Zweifel darüber gelassen, daß auch die beträchtliche Erhöhung des Kredits nicht hinreicht, um den Bedarf au Einfuhrartikeln auf hem Gebiete der Lebensmittel b is. z ur neuen Ern e zu decken. , Volksahftrrümnng in -sn besetzten Gebieten. Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amte, Doktor Pflüge l, hat in dm letzten Tagen wlederholt Besprechungen mit den Vertretern der von den Italienern besetzten Gebietsteile Tirols gehabt.. In ichristlichsozialen politischen Kreisen verlautet, daß die eventuellen Beschlüsse der Friedenskonferenz über D e u t s ch - S ü d t.i r o l dahin aufzufaffen seren, daß d i e Besetzung nur als eine vorläufige zu b e t rächten wäre. Erst eine allerdings unter der Aussicht der okkupierenden Macht eingeleckete Volksabstimmung würde die endgültige Entscheidung bezüglich der Zuweisung der strittigen Gebiete' bringen. Eine ähnliche Auffassung bestehe auch b ez ü g l i ch a n d e r e r, d er z'e i t besetzter Gebiete DelUschösterreichs. Politische Äberprüfung der Lesebücher. Der Uuterstaatssekretär für Unterricht hat verfügt, daß alle L e h ru n d L e s e b ü ch e r durch eigene Kommissionen dahin überprüft werden, ob sie den gegenwärtigen ftaatsrechtlichen Verhältnissen entsprechen, damit sie gegebenenfalls abgeäudcrt werden. Gleichzeitig hat er angcordnet, daß schon jetzt jene Stücke, welche nach der Anschauung der Lehrer dicke Hausherr im Kaftan und lockt mit: „Tosch-tosch, tosch-tosch" seine Enten, dann keifen die Frauen miteinander oder mit den „Diensten", ein Wagen bringt ein paar Säcke, der Kutscher schleppt die Last ins Haus und treibt das Pferd mit „hegla" wieder" an oder redet ihm auf polnisch zu, zu folgen. (Mit allen Tieren spricht man immer polnisch, denn sie sind viel zu dumm, jiddisch zu verstehen.) Abends hört man stundenlang den Sing-sarrg der Männer, die das Gebet herunterleiern. Das war das Milieu, in dem die schöne Zorah ihr Tagewerk vollbrachte. Es mochte ihr vielleicht gefallen, denn sie war schließlich in derselben Umgebung aufgewachsen, wenn auch die Stadt, in der ihre Mutter lebte, einen anderen Namen trug. Die polni schen Städte und in den Städten die Judenhäuser sind alle einander gleich. . Zorahs Laune wurde nicht getrübt durch die Unannehmlichkeiten des Hofes, auch nicht durch einen gelegentlichen Zank mit ihrer Schwester Gnenbel. die im selben Hause diente und ebensowenig durch irgendeinen derben Witz, den ihr ein humorvoller Jüngling zurief oder auch deutlicher demonstrierte. Sie war durchaus aufgeklärt und hatte seit ihrem zwölften Jahp getreulich all'ährlich ihre Frau im Wochenbett „ngewartet". Das unwissende, junge Mädchen kennt man in Polen nicht und nur wenn die ganz, ganz kleinen Dirnchen Zorah bestürmten, ihnen den Ursprung alles Seins zu verraten, sang sie ein Liedchen von den Kindern mit dem Kehrreim: „Der Goi mit'm Wasser Hut sei gebracht." ^:ug ich sie scherzend, wann sie mir k.u, ihren Bräutigam vorstelleu werde, so antworteie sie wohl: ,Mich miese Wad,, wer wird mach Aber sch beit gegenwärtigen p o litischen Verhält» n t ssen n i ch t entsprechem beim Unterrichts behandelt werden dürfen. Sobald die Kommissionen ihre Tälrgkest beendet haben, wird sofort eine Neuauflage der geänderten Lehr», bücher in Angriff genommen werden. Das Jnvaridenent'chädigUngsgesetz. Demnächst wird eine voni Staatsamte für soziale Der» wältuttg: bearbeitete, das gesamte Material des Invalide»- e n t schäd i g n n g s g c s e tz e s betreffende Zusammenstellnrrg m Broschürenform erscheinen. Sie wird umsaffen: die Regierunflsvorlage samt Begründung. ünd.Matertalien, den Bericht des Ausschusses iür totale Verwaltung über diese Vorlagt,, das! siettographlsche Protokoll über die Verhandlungen in der National^ vsrsamnckmtg und den beschlossenen Gesetzestcxt, ferner ein Sach--i rdgister. - . ] Anmeldungen auf den Bezug dieser Publikation werde» schon jetzt tnt Staatsamte für soziale Verwaltung, ^JZBietu Indcnvlat? 3/4, sowie bei der Verschleißstelle der Staati« druckerei m Wien,!., Seckerstätte 24, entgegengenommen. Dr. Schumpeter bekennt sich zur SozialisiernuKl Vor ''Linen: zahlreicheir Auditorium hielt b«a Staatssekretär für Finanzen Dr. Schumpeter gestern^ im kleinen Festsaal der Universität einen Vortrag überi Freihandel und Dauerfrieden. Er führte unter anderem ans: Ein Dauer friede kann so lange nicht erreich« werden, als Schutzzölle und Kartellsysteme b^--' steherr und die Bekänrpfung des ausländischen MarltrÄ auf Kosten des inländischen sich vollzieht. Er ver>. wies darauf, daß ein solches System nur unter militärischem Schutz oder sonstigem Zwang auf d-ie! betreffende fremde Volkswirtschaft aufrecht erhalhevj werden kann, worin wieder der Keim zu iteuertj Kriegen liegt! Der Dauerfriedr lomte erzielt toec-j den durch möglichsten Freihandel, damit daÄ Kapital der verschiedenen Volkswirtschaften wechselseitig durchdringt. Abznbauen wäre die durch den Krieg be-s dingte Autarkie, dies im Interesse der Arbeiters da die einseitige Exportförderung die Lebenserhaltung des Arbeiters verteuert und gewisse Industrien lahm^ legt. Unser Ziel muß die Sozialisierung fwd Da eine allgemeine Sozialisierung unmöglich ist, so ips doch eine teilweise anzustreben; was ab^r frei ist, sM dem freien Handel ganz offen bleiben. Dr. Schn».ck Peter ist gegen die Absperrung unserer nalen Staaten und für eine freundschaftli^ A u s e i n a n d e r s e tz u n g mit ihnen..; ,.., Beginn der Amsterdamer Sozialisten- Konferenz.-? Die Teilnehmer. Amsterdam, 26. April. (Tel.-Kourp.) Zu der heute hiv! beginnenden internationalen Soziadstenkonserenz sind bereits emo ganze Reche Vertreter emgetroffen. Es weilen hier: H r n°- d e r s o n, Ramseh M a c d o n a l d rmd B u r t o » für England, Ch. S h a u o n für Irland. Weiter ist B rani i it ß ans Schweden emgetroffen, ebenso der Russe G a-- vronskv, auch die Vertteter Dänemarks und ArgentmimÄ sind anwesend. Von deutscher Seite sollen an dem Kongreß teilneffmen: Bernstein, Haasc, Wels, Kau^Skjj und Hermann Müller. H « y S m a n S, der seit gestern hier weilt, wollte die Deutschen begrüßen. Es stellte sich aber heraus, daß die Dentschen mit dem an gekündigten Zug nicht emgetroffen waren. Wie eS heißt, werden die Sitzungeu per Konferenz unter Ausschluß der Oeffentlich-- Seit stattsindcn. ff Die Tagesordnung. Amsterdam, 26. April. (Korr.-Bur.) Auf der hier flait4 findenden internationalenSozicckistenkonferenz werden folgend.- Punkte zur B e r h a n d l n n g kommen; 1. Territoriale Fragen;2. Wrederaufbau der In t e v» n a t i o n a l e auf Grund des Manifestes von Mos kau; r>. Neuregelung der Ar b e i t e r p r es s e; 4.. die Frage dev Einberufung emes mternationalen sozialistischen Kow» gross es nach Lnzern im August; 5. die Friedens-. Präliminarien. . - lachte dabei, daß die weißen Zähne blitzten und streckt« kokett ihre jungen, tvundervoll geformten Nieder. Sief wüßte ganz genau, daß eines Tages doch irgendein^ junger Mensch mit „Absichten" auftauchen würde, daß dann die Verwandten, bettelarm wie sie waren, auf! irgendeine geheimnisvolle Weise ein paar Rubel zu^ sammenkratzen würden, das junge Paar auszusteuern.'. Wan würde ihr die Haare abschneiden und sie würd^ die vorgeschriebene Frauenperücke tragen. Und bannt würde sie in einem ebensolchen Hof ihre eigenen sechs, acht, vielleicht,anch zehn kraushaarigen Kinder be< treuen oder — so Gott will, wenn die Geschäfte gutf gehen — von einer „Diensten" betreuen lassen N.M selbst nur den Schabbestisch vorbereiten. .-l So erwartete es die schöne Zorah mit Fug ttttbl Recht, denn die jüdischen Mädchen werden keine altem Jungfern. Und so wäre es auch geworden, hätte nicht! der Krieg einen kleinen Zwischenfall gebracht. Dieser Zwischenfall war die Einquartierung, welche Fraw Schlammes — die Dienstgeberin^ Zorahs — für einige Zeit ihres prächtigen Salons mit den roten Plüschmöbeln und den breit am Boden ausgelegten Spitzen--^ vorhangschweifen beraubte und Zorah selbst noch einen empfindlicheren Verlust beibrachte. Der junge blonde Leutnant war aus wohlangesehener Familie, mit Kultur -und sozialem Gewissen großgepäppelt, aber, mein Gott,; schließlich will man doch bei allem sozialen Gewissens seine Jugend genießen und bald gings ins Feld — wer weiß, wer wiederkehrt? — — Das nrochte sein Gedankengang gewesen sein. Was Zorah selbst empfunden hatte, war schwer zu sagen. Vielleicht war es die Ueberraschung, vielleicht waren cs auch ganz ein-, fach die neugierigen jungen Sirtne ge.vesetl. Sicher ist, daß das Mädchen nach dem Wmarsch des tzelltngzD: