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Wiener Morgenzeitung · 1919-04-27 · Heft 98 (27.4.1919) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 98 (27.4.1919)
Date
1919-04-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Sette 2 Wien. Sonntag welche die.Unabhängigkeit Syriens sichern könne, die fran-ösisch-e sei. Die Bestimmungen des französisch-englischen ilebereinkommens vom.Jahre 1616 sind fallen gelassen worden. Das Uebcteinkommen hat'e außer anderen Fehlern den, Syrien itw Stücke zu schneiden. Dieses Land in seiner Gänze und Unabhängigkeit wlederherzustellen, War die Politik, die in der letzten Zeit die französische Regierung und Faisal gemeinsam fortgesetzt.haben." t Diese. Notiz, aus welcher schon an sich unschwer eine Unruhe über das Ergebnis d^r kleinasiatischen Enlincte und die Rolle, die Faisal dabei spielen könnte, herauszulesen ist, bekommt aber erst ihr erichtige Beleuchtung, wenn man den „Matin" vom 18. April liest, welcher in seinen Bemerkungen zu Faisals Abreisr folge: des ausplündert: „Faisal ist seit vier Monaten in» Paris, hat aber erst in den letzten Tagen mit den offiziellen Persönlichkeiten Zusammenkommen können. Er ist, mit Clemeneeau rasch einig geworden. Der Emir ist wie alle Syrer überzeugt, die einzige Nation u: s. f." folgt die of'iziöse Beruh igungsformel.; Aber die Frage bleibt offen, in we cher Ettr'litßsphkve Faisal in den vier Monaten, da die Pariser Regierung und er LbN Weg zueinander nicht fanden, wohl geweilt hat und ob die kürz vor dem Abschied noch gcwechseltLN höflichen Versicherungen wirklich fo voll beruhigend sind. Wenn sich der „Matirr" daher veranlaßt sieht," hinzuzusügen: „Uebrigens haben die Alliierten unser; Historischen Nrchpe anerkannt und sind einig, Frankreich das Mandat in Syrien zrr übertragen" fs versteht man dal Weniger, welchen Htvjeck der antizionistische Diatribe haben soll, welche der „Matin" nun folgen läßt, indem er schreibt „die internationale Kommission wird sich'vör" allein' über die Palästinafrage auszusprechen haben. Man weist, daß.einige Regierungen, darunter dir englische für den Zionismus sind und sich dafür ausgesprochen haben, daß Palästina den Jt^err gehören solle.' Die Araber protestieren. Sie behaupten 80 Prozßnk .bet; Bevölkerung darzustellen und sind gegen die Perspektive einer jüdischen Regierung in Jrru.alem." Wo^n.erstens zu bemerken wäre, daß."gerade im Gegenteil'von Anfang an feststand, daß die zu entsendende KomMissio-n sich auf Palästina nicht beziehe; war doch diese Frage schon hurch eine besondere Palästina- Kommission untersucht tvorden, bevor die zionistischen Vorschläge der Friedenskonferenz unterbreitet wurden. Zweitens, daß die Zionisten neuerliche Erhebungen in Palästina nicht zu scheuen hätten; denn die erwähnten Vorschläge sind so gefaßt, daß von der Verletzung der Rechte oder Interessen anderer Bevölterungskreise in Palästina j^ine Rede sein kann und gerade jener Emir Faisal,; Len. Frankreich jetzt aP ^berufenen Wortführer fü^Syric»proklamier^' ha, wi e>mner ich ein wir '.habe in einem auf der Londoner Zionistenkonferenz verlesenen Briefe,' ohne jeden Mckhalt sein volles Einverständnis Ma chen ^zionistischen Fächerungen an den Friedens- Longreß ausgesprochen und gegen die Versuche nach Art des „Matin", die Araber gegen die Juden ausspielen 3* roollen^ deutlich Stellung' genommen. lind schließlich könnte'man» fast mit den oben zitierten Porten des „Matin" sagen: „Uebrigens haben die Alliierten unsere historischen Rechte anerkannt. und sind einig, den Juden eine Heimstätte in Palästina mit Großbritannien als. Schützmacht zu gewähren." . .. Nmer. diesen Mächten spielt Frankreich, wie anerkannt werden muß, eine ganz hervorragende Rolle, ja es ist was vielleicht nicht allgemein bekannt ist — in/fnii-eu offiziellen Kundgebungen für den Zionismus, hen anderen Mächten sogar vorangegangen. Der Brief-Pichons an Sokolow vom 9.. Juni.1917, in welchem bereits die bestimmtesten Zusagen. gemacht wurden, ist no chvor den bekannten Kundgebungen Balfours und Wilsons geschrieben.' . Daß Frankreichs Stellungnahme durch die wiederholten 'Aufforderungen des französischen OberkommissärS in Anreti a 'veran.aßt wu.de, we cher aus dir g.aße Bedeuhrng der - üffenllichen jüdischen- Meinung, besonders in Amerika mit seinen drei Millionen Juden und die Wichtigkeit, diese durch eine zionistenfreundliche Haltung 'für die Ententesache zu gewinnen, nimmt den französischen' Regierungserklärungen für den Zionismus nichts von: Gewicht, ja, macht diese Zusage erst recht zu einem bindenden politischen Akt. -- Uebrigens haben in Frankreich die ersten und maßgcoendeü Stellen ihre Haltung zum Zionismus nicht geändert,"man-weiß dor^ daß die öffentliche jüdische Meinung auch mach Beendigung des Krieges ihre Beheutmlg micht verloren hat, man hat dort auch nicht unbeachtet gelassen, daß in Italien bereits von verschirdeneu Seiten Bp.berei ungen get.offrn werden, das jü'.ische Palästina-zll einem Zentrum italienischen EinslusseS und ci,chm Absatzgebiet für ita.ionischen Export zu machen und hat der antizionistischen Opposition deutlich pi verstehen gegeben, wie sehr Frankreichs Interessen geschädigt-würden, wenn bei der — nach Lage der Dinge rmaüHciZü-r^en ---Bildung -eines jü-ischen ^e:r.einwr>en) in ^Palästina Frankreich nicht mittun oder gar eine unsEundliche Haltung «innehmen würde. Daß, wie die Bemerkung im „Matin" und andere Presseftimmen zeigen, die antizionistifche Propaganda in Frankreich noch immer nicht ausgehört hat, wird man begreifen, wenn man bedenkt, aus welchen Quellen sie gespeist wird. Auf das anschaunchste offenbart dies eine Notiz, welche gerade jetzt im „Journal dos Dsbats" erscheint tmb folgendermaßen lautet: „Die Gesellschaft der Freunde des Heiligen Landes hat endgültig einen Vorstand mit dem Kardinal Mercier als Ehrenpräjt- Wiener Morgenzeitnng 27. April ISIS Nr. VS deuten und Jo^ef R ei nach als wirklichen Präsidenten eingesetzt. Der Zweck der Gesellschaft ist. sich mit aller Energie der offenen' oder versteckten Errichtung eines konfessionellen Staa'es in Palästina zu widersetzen und die Aüfrechterhal'ung Palästinas als integrierenden Bestandteil Sy iens, tpelches Jahrhunderte lang durch Bande der Freundschaft mit^ Frankreich verknüpft war, ausrechtrrhalten und für den Fall, als diese Lösung, welche der Geographie und Geschichte in gleicher Weise entspricht, ausgeschaltet sein sollte, Palästina die Gewährung der Autonomie oktroi eren zulassen (?!). Die Gesellschaft e'hielt bereits zahlreiche Beitrittserklärungen von Amerikanern. Belgiern, Italienern, Syrern, Franzosen ohne Unterschied der Religion." Die Stelle über die Autonomie für Palästina ist nicht ganz klar, 'umjo klarer die vor keinem Mittel zurückscheuende Tendenz der Diskreditierung der zionistischen Bestrebungen, zu tvelch;r sich ihre beiden Hauptfeinde, der antisemitisch-reaktionäre Klerus und das Afsimilatlonsjudentum in einer kuriosen Liga zusammengefunden haben. Sie wird die französische Politik und noch weniger das Geschick des jüdischen Volkes beeinflussen können, aber dieses grotetzk-schaucrlichc Bild, der Jude Josef. Reinach, der an der Seite eines Kardinals in den heiligen Krieg zieht, «m Palästina vor dem jüdischen Volke zu schützen, sollte nicht in Vergessenheit geraten und in einem historischen Museum in Paläs ina zur Erinnerung andie tiefste Erniedrigung im Galuth festgehalten werden. Politische Rundschau. Der italienische Konflikt. In Pelprechuna der adnatischen Frage -eben die Pariser Blätter der Urberzeugling Ausdruck, daß es schließlich zu einer allseitig befriedigenden Lösung kommen werde. Man rechnet mit der Rückkehr Orlandos b s zur E röffnung der Verhandlungen nut den Deutschen. Die Pariser Presse läßt dem Unwillen gegen Wilson und den Völkerbund die Zügel schießen. In vielen Städten Italiens fanden Kundgebungen gegen England nndWrlson statt. Besonders lebhaft steigerten sich dre Kund zebungen in Rom. Nur mit Mühe wurde eine Demonstration vor der amerrkanrs ch e n B o t s chaft verhindert. Der Mailänder Provinzialrat Ferrari nannte in eener Ansprache Wilson einen »gemeinen Handelsmann" und amerikanischen Schwindler- und schloß mit dem Ruse „Fr e' w i l l i g r vor." Di« i t a l e e n i s ch t treffe greift Wilsonund England h? ftig a n. Der t c o l o" schreibt; Weshalb, front Italien mit vollem Recht. fBibeit mau die tschccho-slowakoche Vergewaltigung von drer Millionen Deutschöfterreichem und die von mindestens 'ecks Millionen Deutschen, em Reiche zugunsten Polens? Weshalb regt sich nicht das Gewissen, wenn man Ungarn rechts Md links von Tschecho-Slovaken, Selben und Rumänen zerstückeln läßt? Dieselbe Frage erhebt sich bei der Zerstückelung Bulgariens, ebenso bei der Annexion deutscher Kolonien seitens Englands.- Der „T e nt P S" meint, die Allianz? werde durch,Orlandos Abreise nicht gebrochen, er wolle sich bloß mit dem König von Italien beraten. Die Politik, welche sich für alle Völker ergäbe, ser die, daß ein Bolkeinemander« Volke nrcht Unrecht tun konntz,ohneseine eigene Zukunft za verntchteru Wenn es Völker Segen deren Willen annektiere, dann schaffe es einen Grund zum kriege. Rach e»nem Berichte drS „D a i l y T e l e g r a p h" unterstützt die Oeffentlichkeil m den Bereinigten Staaten de« Standpunkt Wilsons. Auch zahlreiche englische Blätter drücken ihre Sympathien s ür W i ls o n aus. Die Budapester Geiseln. Wie bereits berichtet, sind in Budapest zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten als Geiseln festgenommen worden. Im ganzen handelt es sich um 616 Personen. Darunter befinden sich folgende anch außerhalb Budapests bekannte Männer: Der frühere Präsident des SchriststellerveremeS Eugen R a k o f i, Chefredakteur des „Az Ujsag" und früheres MagnatenhauSmitglied G a j a r i, Generaldirektor der Straßenbahngesellschaft Alexander Paul, Direktor, und Eigentümer >eS Lustspirltheaiers : Gabriel F a l « d i, Direktor der Immotulimbank DesideriuS Halo, Dwektor der Budapester Allgemeinm Spartaffe Leopold H o r v a t, der Redakteur des ,Acht Uhr-Abend- ' blatteS" Geza H a s ch a k, die beiden Holzgroßindustsiellen G r ö d e l, der frühere Iustizminister Geza P o l o n y i und deffen Sohn Ladislaus P o l o n v i» der frühere Finanzniinister T e l e S z k y, Großindustrieller Theodor W a l f u r r, Präsident der Ungarischen KausmannShalle LadiSlauS Fürst, Industrieller Theodor H e l v e y, Schwiegersohn des Finanziers Ravpapork, ferner der Fabrikant H e r tz, der mit einer Wienerin! verheiratet ist, dann Ierüme und Aladar B a r u ch, außerdem die! Schwiegersöhne des Manfred Weiß. Mor Kornfeld» Direktor der Weißschen Fabriken, Md Alfred M a u t h n e r, ferner Moritz Domenh, der aesamte Senat der Waren- und Effektenbörse, Bizrpräsidrnl der Börse Hofrat Reich» er, ein 76jäbnger Mann, dann Adolf K o hne r, Großindustrieller, einer der Chefs der Firma Straffer L König, der frühere Obergespan des Pester Komitats Gedeon R a d a y. -er frühere Bürgermeister von Budapest Stephan B a re z r, Redakteur des .Pest, Naplo"' Ludwig H a t v a n y, der frühere Abgeordnete Md Publi-st Ladislaus F e n y e S, weiters eine ganze Reihe von Publizisten, 'Stadtrepräsenlamen, Abgeordneten Md angesehenm Groykaufleuten. Die Derhaftnnaen erfolgten zu spätes Nachtstunde. Die Leute wnrdm auS ihren Betten, geriffrn und m Lastamomobilen sottgesühtt, von einem Gefängnis ins andere, damit man nicht ihren Svurm folgen könne. Eine größere Anzahl diirfer Geiseln besindet sich »m Sammelgefängnis, die anderen sind «ach der Strafanstalt Aszod gebracht worden. Der Kompensationsvertrag mit Jugoslawien. Kürzlich wurden die zwischen Dentschösterreich und Jugoslaivien den gegenseitigen Warenverkehr betreffenden Verhandlungen zum Abschluß gebracht. In dem diesbezüglichen Vertrage zwischen der deutschösterrelchrschen und jugoslatvischen Negierung werden, wie wir erfahren, taxativ jene inländischen Fabrikate und Produkte aufgezählt, deren Ausfuhr in das Staatsgebiet Jugoslawiens bewilligt wird. Die Einfuhr der Leben-mittel erfolgt durch di« staatlichen Bewirtschaftungsstellen, der Einkauf dagegen wird durch befugte Kaufleute oder durch die von Käistfleuten gegründeten Einsttbrungsshndikate besorgt.' Dem Vertrage zufolge ist Deuijchüsterreich -'be^ rechtigt, nachstehende Kontingente rinzusühren: mindestens 1000 Rinder bis zu einem Gesamtwerte von 5,000.000 Kronen, - mindestens 3000. Schlachtpferde bis zu einem Gesamtwerte von 9,000.000 Kronen, mindestens 65 Waggons ftischeS SchwernefleisH bis zu einem Gesamtwerte von 16,000.000 Krönen, mindesterrZ 12 Waggons geselchtes Schweinesleifch bis zu einem Gesamtwerte von 4 Millionen Ktonen, mindestens 13 Waggons Schweinefett bis zu,einem Gesamtwerte von 4-000.000 Kronen, mindestens 10 Waggons Schweinespeck bizu einem Gesamtwerte von 3,000.000 Kronen und schließlich 33 Waggons Geflügel bis zu.einchjr Gesamtwerte von 10,000.000 Kronen. Der Kompensationsvertrag betont ausdrücklich,, daß bei der Ein- und Ausfuhr alle unberufenen und unerbetenen Gäste, sogenannr« „Schiebet, ausgeschlossen sind, welche seit Ausschaltung des legitimen Handels so viel Schaben an der Preisbildung und an der ganzen natürlichen geschäfflichen Entwicklung angerichtet habest. Die von fachtüchtigen Kaufleuten besorgten Waren sollest auch hinsichtlich der Qualttät Zufriedenstellung gewähren, ■ V. Die beiden Vertragschließendest. haben ständigen Vertreter stack Belgrad, beziehungsweise st-rch Wien zu entsenden, die Mer die Parität der gegenseittg zu erteilenden Ausfuhrbewittigungen die Verbistduyß aufrecht zu erhalten haben. Hei der JnanspruchnahM der Ausfuhrbewilligungen wird hinsichtlich der Raschheit der Erledigung und des Transportes auf die Natur der gegenseitig auszuführenden Waren von beiden Vertrag schießenden jeweils. Rücksicht genommen werden. > Die gegenseitig festgesetzten Kontingentzifftr« werden als „vorläufig" bezeichnet. Nach Ergänzung dieser Kontingente sollen ergän^enoe Vereiubarstngchr getroffen werden. Als Cleacingstelle soll daS nach unserem Muster errichtete Verkehrsinstitut, die (Jentralna upravn trgovacki promei, deren Chef der Sektionsrät 'Wflyr Ivan Slokar vom Handelsministerium ist. fungie,oen. Die Lentralnu opruvu und das Warenverkehrsbureast stehen im innigsten Kontakt und kontrollieren .hüben und drüben die gesamte Ausfuhr. Als-wichtigster Grundsatz des Uebereinkommens wurde srstgesetzt, daß der Warenaustausch in der Weise zu erfolgen,'hat, daß ein zwischen ft a atlicher Bargeldv e.rkMk gänzlich aüsgeschaltet wird. Demnach erfölgsy die Auszahlungen der Exportwaren nicht durch Jen jugoslawischen Auftraggeber, sondern durch daS Wärenverkehrsbureau, während der jugoslawische Lrhensmittelverkäufer fein Geld bei der Lvnlrulns vpruvn erhält. Die Friedenskonferenz. Die «Schste« Beratung««. Bericht der Agenee Havas. Paris, Sb. AprU. Die Agence Havas' meldet: Wilson, Clemeneeau und Lloyd George hielten Freitag keine Beratung ab. Sie werden morgen zusammenkommen und voraus, sichtlich das Kiautschauproblem regeln, für das die Experte» eine vermittelnde Lösung an streben. Die Minister des Aeußern der fünf Großmächte werden vor dem Samstag keine Sitzung abhalten. Auf der Tagesordnung ihrer nächsten Beratung stehen der Huftve stkehr, die deutschen Kolonien und die -polnischen Angelegenheiten. Es scheint nun beschlossen zu sein, daß Danzig ein Freihafen wie Hamburg unter der SouveränUät von Polen werden soll. Dt« Gemetndebeamten würden auS der Ortsbevölkerung gewählt werden, während die gesamte Stadtverwaltung den verschiedenen ministeriellen Departements Polens unterstellt werden soll. Der Miniperrat hörte Marschall Fach über di? mUfc tärischen Besttnunun-en des BorfriebenS,an, insbesondere über die Modalitäten und namentlich die Päuer der Besetzung -es linken NheimuferS. Nachdem sich Marschall Foch entfernt hatte, wurden die bereits, festgelegten militärischen Bestimmungen g u t g e h e i ß e n. . Der Rat wurde ferner über die Entstehung deitalienischen Zwischen falles unterrichtet. Die Lage tst noch auf dem nämlichen Punkt; indessen werden Sonnino und Salandra Samstag um 2 Uhr nachmittags nach Rom abreisen. Die italienischen Delegierten in den verschiedenen Kommissiorten wohnen den Sitzungen nicht mehr bei. Italien bringt damit seinen Willen zum Ausdruck, bei den Arbeiten der Konferenz in keiner Weife mitzuwlrken ~~ wenigstens vorläufig. Auf amerikanischer Seite scheint nicht die Absicht zu bestehen, Italien sein Verhalten entgelten zu lassen, indem Italien, wie gemeldet wird, «in Kredit von 6v Millionen zur Beschaffung von Kohlen angeboren wurde. Präsident Wilson soll erklärt haben, baß man gegenüber einem Verbündeten wie Italien niemals einen wirtschaftlichen Druck anwenden dürfte. An der Abfassung der Friedenspräliminarien wirb ejfrig Ebeitet. Die erste Staffel der deutschen Delegierten ist ettag vormittags in Paris ein getroffen, mter die LegationSräte Denn und v. Löffler sowie der in Paris wohlbekannte Finanzmann Max Marburg, Wie auS Deutschland zurückgekehrte unterrichtete Persönlichkeiten annehmen, dürsten die Präliminarien von den deutschest Delegierten zunächst an ihre Regiernug weitergeleitet werden, die sie ihrerseits der Nationalversammlung verlegen wird. Diese wird voraussichtlich die Verantwortung für die Unterzeichnung oder Ablehnung nicht c f sich nehmen wollen, sondern dem Volk Gelegenheit geben, sich dyrch ein Referendum auszusprechen. ES ist übrigens nicht äuSgeschlossen, daß die Entscheidung zugunsten der Annahme dör Bedingungen auSfällt. Diese: Formalität nmft. Indessen rasch erfolgen, spätestens 14 Tage nach itztitteilung..Mi Textes an die Deutsche».

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