Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 95 (24.4.1919)
- Date
- 1919-04-24
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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; GeVe 6 Wien, Donnerstag 'tz «...-.s«.— ----—'■>«»** MLrchennachmittag für jüdische Kinder, Aeranstaltet von der «Arche", ÄrbeitZgcmemschast für Mische , Kunst und Kirliur.) . & Ein herzerfreuender Anblick — der große Konzertjheitssaal gefüllt mit ganz, ganz kleinen Kindern. Es waren jüdische Kinder, denen borgelesen wurde. Und •fJo war der Inhalt der Geschichten zumeist ein jüdischer. Wer gerade in der Zusammenstellung des Programms tritt der Mangel an guten jüdischen Märchen und Kindcrcrzählungen deutlich hervor. Gerade wir Juden, die doch soviel Mythen und Erzählungen der Welt geschenkt haben, sollten doch, müßte man meinen, auch für unsere eigenen Kinder Märchen zu erzählen wissen. -- Diese Veranstaltung war ein erster Versuch. Relativ .betrachtet, ist er geglückt. Es gilt aber, künftighin noch vieles zu beachten. Vor allem, daß Märchen, in einem großen Saal vor kleinen Kindern gelesen, an Unmittelbarkeit sehr verlieren. Zunächst spielte Josef Zimbler (Violine), von Anton Hübner (Harfe) und Professor Dit 6 (Orgel) begleitet, überaus ausdrucksvoll. eine psalmodische Melodie von Zepler. Dann las Elise Kar au eine Grfchichte von Gorion und Märchen von Irma Singer. Insbesondere die Geschichte vom goldenen Lachen gefiel den Kleinen. Sehr schön erzählte der junge Schild kraut Geschichten von Perez und von Irma Singer. Er vermittelte sie den Kindern so ausdrucksvoll Nnd mit so viel Humor, daß das helle Gelächter des kleinen Auditoriums immer wieder Unterbrechungen veranlaß te. Auch Erika Wagner erregte, insbesondere mit der Rezitation des ,MmnUein" von Zuckermann hellen Jubel. Robert Weiß. Aus den Theatern. . , JmBnrythrater gelängt heute Artur Schistblers Tragikomödie «Das werte Land" zur Aufführung. Anfang Vir. JmOperut-eater wird heute «Rigoletto" mit den Damen Kurz, Szterenyi, Kittel, Ottucr. Lcnharl sowie den Herren Mecaver. Fächer, Moest, Marran, Ctchmann, Gallos, Betettö, MMr gegeben. Ansang 7 Uhr. In dieser Ausiiihnmg tritt. Frau Kammersängerin S elma Kurz nach längerer Pause zum ml«n-> mal wieder im Overntheaier auf. — In der Vorstellung «Sttg- ^ied" am 25. d. M. singt Frau Brügelmann zum erstenmal die Brünhrlde. — Dienstag den 29. -d. tlU. gelangen am OperNtheater neuelnstudiert «Der Ring des Polykrates" und „Violauta" von E. W. Korugold unter Leitung des Koniponisten zur dluftzchrung. Einige Partien in „Violartta" sind neu besetzt. Die Titelrolle singt rnt bisher Frau Jeritza, den „Alphonso" Herr Slezak. Infolge lokalkommlssioneller Schwierigkeiten, bereit Dehebmig einige Tage dauern dürste, dleibr die G r i llparzer- Bühne dis einschließlich Freitag den 25. d. M. geschloffen. Samstag den 2b. d. M. findet, als erster Wiener Autorenabend die Erstaufführung der drcr Einaklerlustspicle «Dre Braut", „Das Paradies" und «Die Lüge" mit Maria Solrvig und gredda Borken als Gast statt. . < > / In den K a m m e r f p i e t < n gelangt Mittwoch dm 30. d. M. Franz Theodor Csokor § sünsastitzes Trauerspiel ..Die Sünde wider den Geist" zur Uraufführung. Spielleiter: Dr. Heinz S ch ul b a ir e r. Pmskifeier im Komödienharrs. Heute wird im Wiener KomödienhauS anläßlich David M j n § 11 § 25jährigen Dichterjubitäum sein jüdisches Arbeiter' tfarattm „E i s i r S ch e f t e l" au'gesührt. Beginn °/.7 Uhr. Wie Las Verbot des Theatevkavtenhandels in Paris umgangen wird. Den Wert des jüngst in der)ranMscheu Kammer beschlossenen Gesetzes, welches den Theaterkarienhavdrl verbietet, erläutert eine französische Zeitung durch, folgende iutereffante Mitteilung: Es ist gegenwärtig äuverst schwer, erüe Karte m die Op6ra-Cornique in Paris zu bekommen« Da es nun in Parrs auch viele Arbeitslose gibt und diese auf die Idee ver-> aalltv, diese Situation ausnmützcu. Schon am fvüljen Morgen beginnen sie sich vor den Lheatcrkaffm anzustrllcn. Diejenigen, die sich in den ersten Reihen befinden, sind mit einem Klappsessel, «nt Brot nnd Käse ausgerüstet, so daß sie da frühstücken und daS Mittagessen emnehmm können. Gegen 6 Uhr abends kommen erst die wirklichen Reflektanten aus Theaterkarten, und um einen guten Platz an der Spitze der Queue zu bekommen, geben sie gerne 5 bis 6 Franks. Aus solche Weise läßt sich daS erwähnte Gesetz mit Leichtigkeit umgehen. __■ Literatur A^WLffenfchast Marx und BakmNn. Wer gewohnt ist, gerade im Juden das rein revolutionäre, destruktiv« Element besonders stark verkörpert zu sehen, wird gewiß mit Interesse lesrn, wie Masaryk in seinen „Soziologischen Skizzen zur russischen GeschichtS- und Religionsphilosophie" zwei besonders prägnante Revolutionstyepn einander gegenüber stellt: Marx und Bakunin. An. dieser GegenübersteNnng wollte Masaryk den Gegensatz von Sozialismus nnd Anarchismus deutlich machen. Dabei. erweist sich, daß der Jude Marx ungleich mehr positiv, aufbauend nnd gewissenhaft ist als der Russe Bakunin, der eigentliche Begründer des Bolschewismus und Kommunismus. Bakunin ist mehr Individualist als Marx, er ist revolutionärer, den Begriff der Revolution afs Instinkt oder „Temperament" gefaßt, Bakunin ist überhaupt politischer. Wesentlich' unterscheidet sich Bakunin von Marx durch die Zulassung des Terrorismus als Einzeltat und durch die Zulassung der Eiuzelexpropnation: Marx appelliert nur an die Entscheidungen der Gesamtmasse, und dadurch wird natürlich die ganze Politik überlegter, gereister, wirksamer. „Bakunin ist Revolutionär, Marx Staatsmann und Taktiker". Mehr und mehr arbeitet Masaryk das eigentlich Aufbauende, Kvakutronistische, der reinen Wissenschaft Vertrauende, in Marx daS anarchisch Zerstörende, Anorganische, dem subjektiven Mollen untsrli>"genden Wesen in Baku« Wiener MorgenzettmtK HWUHMBinii—- ■Ü.I.. . .1 .. ...I..».MMWlIMgr.VWiiritil nin heraus. Diese Tatsache ist von m» so größerer Bedeutung, als unter denjenigen Denkern, an welchen der revolutionäre Russengeist seine eigentliche Stütze fand und die rm eigentlichen Sinne als die Bahnbrecher des russischen, Bolschewismus bezeichnet werden müssen, außer Marx kaum ein Jude war! Den wirklich, entscheidenden Einfluß auf das Denken des russischen Nihilismus übten, nach Masaryk, fast ausschließlich Germanen aus: Hegel, Feuerbach, Stirner, Büchner, Moleschot, Vogt» Schopenhauer. * Die beiden Bände der „Soziologischen Studien" (im Jahre 1913 bei Diederichs, Jena, erschienen, während des Krieges in Oesterreich jedoch nicht erhältlich gewesen) bilden für alle, -welche die gegenwärtigen GeisteZstömungen erkennen und begreifen wollen, eine ungemein wertvolle. Materialsammlung. Masaryk gilt als .der verständnisvollste Interpret russischen Wesens und angesichts der Tatsache, daß wir über die geistige Struktur unserer östlichen Nachbarn noch völlig uninsormiert sind, ist uns dieses Volk doppelt wertvoll. ... ,, mg. Rudolf Goldscheids Ideen zur Neugestaltung des Wirtschaftslebens auf staatskapitalistischer Grundlage gewinnen täglich mehr Anhänger. Der' Verein „Die Bereitschaft" in Wien, 1. Bez., Annagasse 18 hat sich die Propagierung dieser Ideen zur Ausgabe gesetzt und entfaltet eine eifrige Aufklärungsarbeit. „Die Fackel". Soeben ist Nr. 508—6IS dieser Zeitschrift erschienen. Sie enthält auf 12 Seiten die Bespiegelung eigener Vorlesungen mit ausführlicher Pro-, grammangabe sowie mit Hinweisen aus alle Notizen,' Zeitungsaufsätze usw., in welchen der Name Karl Kraus erwähnt worden ist. Weitere 12 Seiten befassen sich mir ei:em (auf dreieinhalb Seiten faksimilierten) Brief eines Anbekannten, ln welchem das Kriegsministerium aufgefordert wurde, der publizistischen Tätigkeit des Karl Kraus Einhalt zu gebieten. Daß Karl Kraus die Lüge von der „großen" Zelt nicht mitmachte, mag man ihm als Verdienst anrechnen. Aber so winzig ist keine Zeit, baß sie an solchen kleinlichsten Selbstgefälligkeiten Gefallen-finden könnte. Streitschriften sind von Wert, tvenn sie dem Leser einen Spiegel Vorhalten, daß er sich selbst erkenne. Auch die „Fackel" gelängte einst dadurch zum Rühm. Heute ist sie zwar immer stoch ein Spiegel — aber statt feiner eigenen Fratze findet der Leser nur bas selbstgefällige Konterfei des Bertz fasserS, und auf die Dauer ist das zumindest unintevessstnt. Got-fric- Mllers Briefe. Die deutschöstkrreichische Regierung" hat der Schweiz eine Sammlung von Briefen des schweizerischen Dichters Gottfried Keller zum Geschenk gemacht. Der Bundesrüt hat diese Briefe der Zentralbibliothek der Stadt Zürich zur Aufbewahrung übergeben. . Ein BertagSsyNdMt. Die bekannten Verlagsbuchhandlungen G, I. Göschen, I. Guttentag, Georg Reimer in Berlin, V ei t u. Comp. in Leipzig und Karl F. Trübster in Straßburg haben sich zu einem Unternehmen, der Vereinigung wissenschaftlicher Drtlcger Walter de Gruyter u. Co., tnit dem Hauptsitz in Berlin verschmolzen. "Ihre Tätigkeit umfaßt sämtliche Wissenschaftsgebiete, insbesondere Rechtswissenschaft, SprachwissensZast und Naturwissenschaft mit allen Nebenzweigen. Die Firmen gehören zu den ältesten und bekanntesten Deutschlands. Natkonalökorro misch« Lehrstühle. Der Privatdozent Dr. Shirt A. Gerlach in Kiel hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der Nationalökonomie an der Technischen Hochschule Zu Aachen erhalten, als Nachfolger d«S Professors Dr. Franz Eulenburg, der vom 1. Mai d. I. ab die nationalökonomischen Vorlesungen an der Handelshochschule Berlin an Stelle von Professor Eßler übernimmt. Dr. ^Gerlach .(geh. 1886 zu Hannaper), Schüler der Professoren E. Tönnjes und B. Harms, war früher Privatdozent in Leipzig. Dr. Eulenburg lehrt seit 1917 in Aachen, nachdem er früher dem Lehrkörper der Leipziger Universität angehört hatte. Ein Hegelpreis der Philosophische« Gesellschaft. Zur 160. Dleder^hr von Hegels Geburtstag setzt die Philosophische Gesellschaft in Berlin eine Summe von 1000 Mark aus, für die beste Arbeit über das Thema „Hegels G:sejlschaftsbegriff und sein« Wirkungen". Dir Abhandlungen müssen in deutscher Sprache geschrieben .und spätestens bis zum 1. Mai 192(0 an den Vorsitzenden, Professor F. I. Schmidt, eingereicht sein. Tag der PreiSverteilung 2(7. August 1920. Preisrichter sind Dr. Karl Engel. Pastor Georg Lasson, Dr. Artur Liebert und Professor Dr. Fckch. Jak. Schmidt. ♦ * **♦♦♦♦ ♦ ♦ ♦ ♦♦♦♦*** ♦'#** V4 * * * ♦ * 4> V 4 4' VEREIN „JISCHUB EREZ ISRAEL". Sonntag; den 27. April 1919f halb 3 Uhr nach* mittags, im grossen Koheerthaussa&l, Hl. 8er.» Lothringerstrasse, wirtt eine abgehalten. Das Haoptrefcrat wird Ehrw. Herr Oberrabbiner Dr. Chajee über den Stand unserer Pa5äötEtsafra#£ erstatten. Karu* von 1 bis S Kronen (Omtien nur Lore, £t«ikon und Onl«He) •ind ko der Bnchhandlung R. L5wlf, l , RotcnturmstrasBO 22, oder len Vereinslokal, 11, Praterstrasse S/4, zu haben. 112« ( 24. Ap« 1919 3tt 9S ■ .--- Eröffnung bei zehnden Visfen^chnstNchen Kongresses in Piss. In Pisa wurde im Beisein aller Spitze« der gelehrten Welt Italiens der zehnte italienische Kon* gresi der Wissenschaften -durch eine Ansprache -des Unterrichtsmirüsters Berenini eröffnet. Vcn'zeloS der Nachfolger MofeveltS tu der fram zöfifchen Akademie der Wissenschaftsn. In der letzte« Sitzung der französischen Akademie der Wissenschaften wurde der Platz Roosevelts in der Sektion der auswärtigen Mitglieder für vakant erklärt und für die Nachstilge der 'griechische Ministerpräsident Veni* zelös vorgeschlagen. „DaS neue Europa", Internationale Monatsschrift. HeiauSgeber Dr. Paul Cohn, Zürich. Das soeben eischlenene Äprilheft vereinigt ein2 Reihe sehr be* nrerkenswerter Arbeiten, unter anderem „L'heure des jeunes" von F. de Spengler, „Die Schicksalsstunde der Welt" von Professor. Dreger, „Die Schuldfrage" von Professor Ehrlich und eine Abhandlung über den „Völkerbundgedanken" von Dozent Dr. Artur Liebert. Nene Erde. Das neue Heft dieser Zeitschrift für kulturellen Sozialismus enthält einen beachtenswerten Aufsatz von H. Gomperz über „Die Mitarbeit der Nicht-Sozialisten". Der Verfasser regt die Schaffung einer parteilosen kulturellen Arbeitsgemeinschaft an. Die Arbeit, Organ der Zionistischen Volks sozialistischen Partei Hapoel Hazair, Berlin, Heft 5/6, enthält unter anderem: Israel Reichert: Die Hapoel Hazair* Kortferenz in Palästina, Viktor Ch. Arlosoroff, Politische Partei und intensive Erziehung, Rudolf Samuel: Zum Aufbau der neuen Gemeinschaft in Palästina u. a. -_ j . Die jüdische Volksgemeiude. Unter diesem Titel ist soeben aus der Feder von Dr. E. S i m 0 it f 0 tt, einem gediegenen Kenner der Berhälwrffe, eine Schrift erschienen, die m dem bevorüctzenden mneriüdischen Kampf eine wesentliche Rolle spulen wtrd. Demokratische Forderungen der Zeit pochen an die Tür der jüdischen Gemeinde: sie darf nicht mehr von einer flennt, durch ein plutokmtisches Wahlrecht in ihrem Besitz gesicherten Minorität beherrscht werden. Ihr Aufgabenkrets m zu erweitern. Sie soll nicht nur bte eine Seite deS jüdischen Lebens vertreten: den Kultus; bte Religion ist nicht das einzige Band. daS du Judenhett eint. Neben ihr exlstieren noch Aufgaben der jüdischen Erziehung, soziale Aufgaben, volitische Gesamtinteressen in Deutschösterreich und der ganzen Welt. Preis K 1.59. Zu beziehen durch R. Löwit, Wren, l., RoteMuruistroße SS. Getichtssaal. Schadenersatz rvecren RrchtanMhrnng einer Operette. Der Theaterverlag Felix BlvchS Erben in Berlin hatte im Mai 1914 den Alleinvertrieb dev Operette „Frühling am Rhein" für alle Länder, außer Oesterreich-Ungarn übernommen und sich Verpflichtet, binnen 18 Monaten nach der Wiener Uraufführung des Werkes zu veranlassen, daß die Operette in erstklassiger Besetzung und Ausstattung an einem erstklassige» Theater in Berlin oder Charlottenburg ausgeführt werde. Da die Firma Bloch dieser Verpflichtung nicht nachgekominen war, klagten die Librettisten der Operetto Karl Lindau und Dr. Löhner (Beda) die Firma Bloch ans Veranlassung der Aufführung, der Operette in Berlin und auf 5000 Kronen Schadenersatz füe Verzögerung dieser Ausführung. Das Handelsgericht und das Oberlandesgericht Wien gaben der Klage im vollen Um sage statte Der Oberste Gerichtshof sprach den Librettisten den Schadenersatz von 5000 Krone» für Sie verzögerte Ausführung zu, entschied dagegen^ daß die Verpflichtung, eine . Aufführung an eirrem Berliner Theater zu veranlassen, sich als Versprechen der? Leistung eines Dritten, nämlich eines Berliner Theaterdirektors, darstelle, daß die Kläger nicht auf Bewirkung der Heistung des Dritten, also ans Veranlassung einer Berliner Aufführung, sondern nur auf volle Genugtuung für die unterbliebene Ausführung klagen können^ Die Librettisten brachten nun durch Dr. Hermann! Steiner gegen die Verlagssirma Bloch eine neue Klage auf Zahlung von 10.000 Kronen als Schadenersatz füt die Nichtaufführung der Operette ein. Jir der Verhandlung vor dem Handelsgerichte wendete der Vertreter des Beklagten Dr. Adolf Altmann inSe besondere ein, daß durch den ersten Prozeß alle Ersatz^ ar spräche der Kläger erledigt seien. Das Handelsgericht verurteilte die beklagte Firma zur Zahlung! von 2500 Kronen Schadenersatz. Gegen dieses Urteil brachten beide Teile die Berufung ein, dir hendü vor dem Oberlandesgerichte zur Verhandlung gelangte. Es würben in der heutigen Verhandlung über Antrag! be» KlagevertreterS Dr. Hermann Steiner der Verleger Bernhard Herz man ssky und der Schrrf.steiler HanS Kottow als Sachverständige einvernommen. Beide erklärten übereinstimmend, daß die auf dem' Operettenmarkt allmächtige Firma Felix Dlochs Erben,, wenn sie ernstlich wollte, mit Leichtigkeit eine Ausführung der Operette in Berlin burchgesetzt hätte. Durch die Nichtaufführung in Berlin hätten die Kläger, abgesehen von dem Schaden dürch die Verzögerung drv Aufführung einen sehr großen Schaden erlitten« der mit 10.000 Kronen bescheiden eingeschätzt sei. Da^ Oberlanbesgericht unter Vorsitz des HosrateS Paw lik, verwarf die Berufung der Firma Bloch, gab? dangen der Beru'ung dar Kläger im vF l l e n N \n* fange Folge und verurteilte die beklagte Firma zur Zahlung von 10.000 Kronen an bk: Kläger und zmn Erfaß der Kosten beider Jnfianzott.