Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 93 (22.4.1919)
- Date
- 1919-04-22
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ViC VS •WJL/IVU» l »»*»»»» )J V nr(J| < X-.J Die jüLisch«ationale« Ka«didaUtre«: Landtag Nordvst. Dr. Isidor Schslit, ^buarck. iX.. Wkrinantzraßt S. - Dr. Leopold VLaschkes, Rechtsanwalt. N^NovaragW 88. - Abgeordmter Ing. Robert Strickes, M., BeckardE S4. Änüta MLllor, Gemeinderätm. I., Hel^erstorfrrstmyr 9. Ina. Fedor dabnbrmnt«, tt.. StrrmSplatz ü. . Erna PataK, Erhcüungshrunilchadmn, XVIU., Hofma««-' straßs 43. , ' Jakob Pinkas, Kaufmann, H, tzikMbrmmgaffe 18. 5** Düo Bahnktta-mtrr, U.. KWbantrgM 4. Davtd Re-««Mhl, PrwLtbramter. lli.N»s«AssÄ-asst l. Max Mcurkus. Kaufmann, Nl^ Diestersaffe S. Isidor Blaß» Zahntechniker. I* KohlmeMgaff« S. Gemeinde ratir. B rzrrk. _ Dr. Iaksb Ghrttch» RechtSanwasi, I.. HckMMk« strafft ü. Dr.AopsLPl«schks«» Rechtsanwalt, ^Nvyaw-affeW. Abgeordneter Ing. Robert Stricker» tti^ BechmdgMe M. David N«henz«chr» Prrvatheamttr, M. RaAmoM? gone 1. Amttm Müller, Gemeinderätin. l.. HtlsMEsträß« p. ' £tf‘ Sprecher. Fabrikant, lV„ wm» Errgenftra^ 7S. Max MarKns» Kaufmann. III.. Djeßergaffe 8. Mar Blaß, Hahmechmkr, 1^ KohWesleraM 3. Erna Patau» ErhvlnngShenmnhabrrm. XVM..AzftwMs straffe 43. I. H WalLuch, Kaufmann. I., Maria Ttz«OMMr St. Dr. Josef Auerbach» Rechtsanwalt, in., Hauptstraße 14. Dr. Egon Fweig, Rechtsanwalt, III.» Kegelgksse l9. Gemeinderat, Vl. BeM 1. Adolf BShm, Kaufmann, XV!., WMckminmstmffe 28. S. Anitta Müller» Gemeinderätin,!.. Helferstorferstraße i). 3. Armin Pollad» Fabrikant, Vl., Mikergaffe 33. 4. Hugo Spitzer, Fabrikant, Vl., SÄmalchofMe 8. ö. David tzastvrttck, Buchbinder. Vl., KoperurkussaffeW, G e m e i« d e r a t. VN. B e z i r k. 1. Dr. Desrd« Friedmann» Rechtsanwalt, VN., M L Isidor Schmätzer, Bankbeamter. VM„ Aychgaff« 3Z. 3. Berta Berger» Private, VUl., IoMadterstraß« 9. 4. Max Wohlmuth, Dräponrnt. Vll., SiebenKemaaUÄS. 5. Emanuel Äeiß» Gastwirt, VÜ., Mariahilferstraße M» G em e)n d er a t XX. B e r?. 1. Dr. Leopold Plaschkes, 2. AbgeordneterLoa. Rädert Strickeer, 3, Erna Patak, 4, Damd Reyenzahl, 5. Ioseffne Petyau, 6. Dr. Jakob Ehrlich» 7. Bert Waldmann» 8. Ing. Fedor Acherman«. ' B ezirk Sra tli st en: 8 istenführer: BezirdSrat ll.: Dr. Otto A b e l e s, kl., gaffe 4. - Bezirksrat Vl.: Dr. Ernst Schubert, Rechtsanwalt, V!., Münstwardeingaffe 8. Bezirksrat VH.: Dr. Artur I m m e r g l ü ck, Rechtsanwalt. Vl!.. Breitegaffe 8. Bezirksrat lX.: Dr. Georg Weiner, Rechtsanwalt, l., Sckulerstraßr. Bezirksrat XX.: Siegmund Dickstein, XX., Machildengaffe 1. / Wichtige Daten! 22. April; Entscheidungen über Reklamationen. 23. April: Letzter ^ag der Zustellung. 24. und 29. Aprll: Bemfung an die Bezirks- oder Stadüvahlbehörde. 27. und 28. April: Erledigung der Prüfungen. 29. April: Zustellung. 30. Aprll, l. und 2. Mai: Frist zur Behebung eventueller Mängel. 4. Mai: Syahttag. Die nächsten MLHlerVersawwlMgen. vm. Bezirk: Mittw o ch den 23. April im Souterrainlvkal des Cafe .Stadtrheater"» VIII., Albertgasse. IX. Bezirk: Donnerstag den 24. April ün Etablissement ^Grüner Baum^, VII., Mariahilferstratze 56._ . Bekämpfung der Befreiung dnreh Schatz'Abonnement von Hb I Wanzen Schwaben Bussen Flöhen Unsen Ratten Mäusen 3ystMtt&tisofee Dmhw * «iasslugr Wohargtame, HftfcMWP, Viltoa, Arbeiterkolonien »owia tos $tal!uKg«n vuiWf Sie kostenlose Aaskunlt. PEROLIN Wien, m, FeldrthlgMSS 4. rsltzpdsv. Nr, 82M 7eloMüMMS „ksrsUnksst' AbMlMf Kr, 19 IudrnschittzpvMK. Bon Dr. Zstdar Schalit, Das PoWfchs Streben der tzndep in Oesterreich kulminiert in ihrer MteiluHme sn dem Parlamentarismus. Diese Anteilnahme sowohl an den Berfassungskämpfen als auch an dem gtzschqfsrrmr und sich entwickeütden ,Parlamentarismus erfolgte gher. nie direkt, sondern immer üchirekt durch' den Anschluß an mmm an |fe» B. KULLMANN Wlin, s., ^udolfsplatz 9. RetelrtmlHg« Aös'wuWin Sei^nweren v.8»jckenwed««a. Expert nach alten Richtungen. andere Parteien, also au ani^rs Orgauisatimmn andersr Jntsresssn. Die Geschichte der Jtrdsn 'in Öostsrreich ist eng mit her Geschichte des deutschen Bürgertums in Oesterreich verlntchft. Die gchen mm durch has ganze 19. Jahrchundsrt hindurch in ihrer Gesamtheit putsch und sind es auch heute noch. Sie mwn deutsch durch ihre Erztchung, da die bMschtz Kultur in dem diel« sprachigen Reich domimsrj-s. Sie lernten und lehrten an deutschen ^ychuM. .Me- Jtldek Mptzk 'deutsch, weit ihnen das dmrtsche BM Oesterreich VaS Syuchol für Freiheit rnch Fortschritt tväv. Die -I'cheR StistzM deutsch, weil sitz ihre HiM. für das DentschWm mit ans hsn Ghettts des MittelaMrs tzsrMrßSrtMmrri und nicht verloren haMN. Die IMn Wshen aM nicht nm Träger de« dEtttschrn Kultur, sie wutÄsm auch di« aufdringlichsten Wr^chicr her rwuLscheu Politik. Sie sinh mitschnldig daran, daß dentM KftkW iM nationaler Wimvinisnnrs in Oestrrrsich1 identrschÄ Be» griffe Wurden. St« sind tnitschuldig dcrMN. daß dis bsntfche Kultur in eh:-- unnatürlichen Gegensatz $u den Interessen der anderen Ratisnerr gebracht wuche, hie bas gewe'e'.^ Oesterreich bewohnt«» und die ja durch deutsche Kultur groß trnd stark geworden waren! Sie Md schuld daran, iudstn sie eine deutschnati-snalL Politik t machten in ihrer Presse und in ihren Lerrtnsn. S i e legten den Grundstein zur alldeutschen Heppolitik, indem sie sich unaLlüssig für die-Borherrschaft des deutschen Volkes,das sich in Oesterreich in der Minorität befand, eins etzten und in der» sie jeder ehrlichen Verständigung zwischen den einzelnen Nationeu widerstrebten. Am Linzer Programm, das heute vLS Fundament der alldeutschen Politik geworden ist, haben Juden mitgearbeitet- Juden waren die Begründer der deutschen Studentenverbindungen, die Oesterreich mit judenfeindlichen Lehrern, Beamten und Richtern versorgt haben. An den Juden scheiterte ein hoffnungsreicher Versuch loyaler Männer, die unter Führung des Juden Adolf Fisch Hof. des 48er Legionärs, es «nternahrnen, sine Politik der Versöhnung zwischen den einzelnen Nationen durch Propagierung der nationalen Autonomie zu inaugurieren. Im Jahre 186S hatte Adolf Fisch Hof in einer Broschüre „Oesterreich und die Bürgschaften-seines Bestandes" der nationalen Autonom«, düs Wort geredet. Im Jahre 1882 versuchte er seine Absichten in die Wirklichkeit umzusetzen und kam nach Wien, um eine Koalition aller freisinnige» Elemente aus alle« Nationen auf Grund eines demokratischen und auwnvmisttschen Programmes aufzurichtM. Sein Fvzund und Helfer war Dr. Theodsr Herzka, der Begründer der Frrilandsidee. In einer Billa in Hietzing «ahm Fischhof Quartier und dort fanden die Besprechungen mit den führenden Wiener Jude» statt. Er sag« ihnen: entweder gelingt es «ns, eine Politik der Versöhnung zwischen den einzelnen Nationen zu machsn und die Völker auf dem»- kratifcher Basis z« vereinigen, oder dir Bökksr werden durchwegs antisemitisch. ES ist ei« Ärbensinreresse der Jude«, die dewvkrattsche PvMk zu unterstützen, tun sie es nicht, so werden sie sich alle Folgen selbst znschreiberl müsse». Diese Politik des Juden Fischhof scheiterte an den Jude«. Nicht nur an ihrer Passivität, sondern au ihre» direkten Widerstand. Der bekannte Historitzrr, der deutschnationale Jude Dr. Friedjung war es, der die konstituierende Vckrfammlun- Fischhofs spreng« und die Repräsentanten der Wiener Judengemeinv«, voran „bewährte Stützen der deutschen Verfassungspartei", taten jeden Juden geradezu in Acht nnBann, der sich den Ideen Fischhofs geneigt zeigte. Fischhof zog sich verbittert zurück. Was er vovausgssagt hat, trat ein: ein mächtiger Aufschwung des politischen Wnt(« semittSmuS. M Fischhof im Jahre 1893 bestattet wurde, stünden an stimm Graba Hunderte der Anserwähtten der Wiener Judenfchaft. Ptumpffinnigo, kurzsichtige Leute, ohne B-rständntz »ür ha? Grütze, das sie neu» Jahrs vorher schon hsgrabrn hatten. AnflrltiM Leut«, die sich «it dem Glonzr bs^tHge« brn fU be^ gruben. Denn rivim Achtundvixrziger, dr» Vorsitzenden Her akademischen Legion, den Präsidenten deS Sichen- Heilsausschusses, gsleitsten sw zu Grabs, und auf druff ganzen Wege brannten die florumhüllten Laternen aufs Geheiß der deutschliberalen Wiener Gemeiuderatsmajorität! Welch' Triumphtag für hte Wiener Indenschaftk AlS bas Denkmeck auf dem Mischen Friedhof! anthüM wurde, beklagt« der Präsident der Akademie! der Wissenschaften, Profsssvr Süß. daß selbst im Tods die Unterschiede der Konfcssisn nicht verloren gehe»,, daß. es aber ein tröstender Gedanke sei, zu wiffeu, j daß die Mauern, die die Friedhöfe von . einander'-- schyiden. in den Geftlden der Seligen nicht oxiMM- Die Juden, die d«n Redner umgaben, schMtsp diesen ^Twft zu brauche«, denn sie spendeten' sogar, dem studentisch«» Redner, der di« Mine .zionWch«' Grichpe vertrat, für feine Ausführungen begeisterte»! Beifall. Dieser Redner war der Schreiber dieser ZeüLn. U«d iyhem ich die wahren Verdienste des Jude» .Kisch- Hof htzptzorhob« konnte ich ohne Widerspruch die Politik der Wener Juden auf das schärfste geißeln ... . , . Die Hauptursache hes politischeir Elends der ftufou G:.-M völliges AufgeLen .in den deutschbürgerlM» HMttzien. Das Resultat« Lhr.«r B«»ttichungen ist niedür- Mmetternd: ein Defizit i« jeder Richtung. Von jhMr Aele. dm fovtschriLLLichL» und freiheitlichen Ideen Mrrchbruch M verschaffen, sind s« weit abgeirrt.' IW Politik, bsim deutsche» Bürgertum Schutz'M.ihre LedxWen Interessen zu finden, war auf Sand gebaut. Das deutschs Bürgertum hat in den» - nationalen Aampf, den es 'in den. letzte» Jahve» führen mußte, den Frei-. HitWdanVsn Zürückgestellt, es ist ausnahmslos anti- MiE yewordsn. . fr: Als ob. diest EntwMung spurlos an uns vor- , .Mergesmrge» MU«,- gibt es mch Juden, dis bisse deutsch- MgeKche Politik sortsetzsn möchten. .Allerdings Mtzr ,Wer MÜL» Firma, da ja die -alte- Bankerott gchnacht chat. Man nennt sich «uc demokratisch mit oder!ohne HWestrich, sreiheitlich-sotziLl usw. - WaS ^ist Ms für ' .s Uhw merkwi'rrdige vereinigte Demokratie, die',.nicht' so -vjel christliche Mitglieder besitzt, als man Finger an Mxr Hqnd zählen kann? . / . .AngeekrlL von dieser deutsch Liberalen Politik Hat kfich her größte Dell dyr Mischen Wählsr'.bei-'KG/letzM^> rMhtzn „gshLntet". Die meisten Judsn habest sozialdemoxratisch gejoahlt. Diese Nouvrientierrmg /ist, aber Mr scheinbar eine neue. Die PoMk ist ja^hie sMiche geblieben, Di« Juden haben früher ihpr ^nteMcn .einer Mdersn Partei übergeben, also einer OrMüsatiou anderer Jnterssstn, und. heute tun "sie das gleiü^. Früher war ihr Mandatar dis deutschL Bourgeoisie, heute ist es das deutsche Proletariat. Sie hatwn sriihsr picht den Mut und hie Kraft, - ihre Jnwresseii selbst zu vertreten — u»rd sie brmgen auch heute Msen -Mnt nicht auf. " ■'; vV':\ J::; Die Wiener Juden Haben nichd-WHMR WähL sie habe« einfach d-em Gegner Ler "UrMstmiL-Ä s ihrL/ Stimmen gegeben. Die Wiener Juden sind ihrer ganzen ökonomischen Struktur . nach, /der SoziaMur-okratje / wesenZfremd. Die Sozialdemokratie ist Hie VertreLerin einer einzig-n Klasse, des industriellen- Proletariat^'. Die Wiener Juden stellen zur Zahl der rndüstrielllr Arbeiter eine» kaum nermenZwerte»» Prozentsatz, 'Wohl ist es richtig, daß dis Wiener Juden, von einer. ##»?,» Oberschichte abgesehen, aus Proletariern bestehen,.-.«Lei sticht aüs Proletariern ün Sinne der SozialLsinokrati^ fMdcrn aus armen, elenden, ausgebeuteten - und bedrückten Mensche»: besonderer Eigenart. Kam» mau beim den Existenzkampf des deutschen Arbeiters'?, vorgleichen mit dem furchtbaren Ringen eines jüdisch?.»: Kleingewerbetreibenden oder kleine» Kaufmannes, der in ewiger Pogvomangst lebt, von steter Verfolgung^ bedrängt, fortwährend auf der Flucht, immer ait Bewegung und jeden Tag vor neuen Feinden? Seufzt der deutsche Arbeiter unter dem Druck der kapitalistischen Ausbeutung, so stöhnt der Jude, unter dem furcht-, baren Alpdruck des ewigen Judenhasses. Die Wiener Juden haben letzthin nicht sozialistisch gewühlt, sondern gegen bk Christlichsozialen gestimmt. Die fZh>) (eY^iT) te r^-i HW WWßW W» '* y**,k*™, »Vf 1 "y-iXfrjM fr k:.^' y-ffr •» ii M &A-- lfr i-f ■’■ '-rj. ■;;'-N ji’l’ i?!' ff *Wh . c.?r.-A& ^'0 V- > kM> MFWKAMWWMe r - '4- 3227