Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 92 (20.4.1919)
- Date
- 1919-04-20
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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I * Seite 2 Wien. Sonntag Wiener Morgenzertmrg , 20. April 1919 Nr. 92 _ - _:-------:-----—---:......—»»■■»> .—4 krise, vollkommen reif zur Uebernahme der sozialen und politischen Herrschaft in Staat und Gesellschaft. Die innere Dauerkrise, die Engels prophezeit, istnicht gekommen. Der Weltkrieg, politische Machtverhältnisse,, psychische Imponderabilien, nicht der innere Settstverbrennungsprozeß des Kapitalismus haben die Macht der Arbeiterklasse so emporschnellen lassen. Das Resultat der ganzen Entwicklung ist: Nich t die Mas chineric, nicht das inner« Gefüge des Kapitalismus ist zerbr ochen worden, sondern derMecha- 1; is in n? i st v on <rn ß en herin Unordnung ge - foiitnten. Die Dauerkrise ist nicht entstanden. Ja, wie sogar Kautsky, der zweitbeste Interpret des Marxismus, zugibt, die ökonomische Grundlage, auf der sich der Sozialismus erheben sollte, der ungeheure Reichtum, den. sich der Kapitalismus ausgebaut hatte, ist stark ins Wanken gekommen. Nach den meisten sozialistischen Schulen aber ist ein dauerhafter. Sieg des Sozialismus nur möglich, wenn zuvor der Kapitaiisiuns überreif geworden und sich förmlich Überlebt hat. Diese Ueberreife ist aber gar nicht eingetreten. Vielleicht ist alio auch der Kapitalismus als System noch nicht zu'am men gebrochen? <^r ist es auch in der Tat nich t! Trop aller Dummheiten und Unzulänglichkeiten der Benrge-oisi?, trotz der grandiosen Einsichtslosigkeit ihrer führeuoeu Schichten sind nur Einzeteinrichtüngen zerstör worden. - Der .Gesamtkapitalismus ---f so scheint es dem objektiven und nüchternen Beobachter — als solcher wird trotz aller Risse und Sprünge vielleicht noch geraume Zeit bestehen. Mir scheint, durch den Weltkrieg sind erst der. h alb e Feudalismus in Anhland und die Aeberreste des Feudalismus in Mitteleuropa, um mit Marx zu sprechen, vernichtet worden. - . Man braucht nur einen Blick auf die t'atsächlichen Verhältnisse, auf die konkrete Weltpolitik zu werfen, um die? klar cinzusehen. Kurz vor dem Weltkrieg war in ganz Rnstland da? Bürgertum zwar in einem gewaltigen Ausstieg rein wirtschaftlicher Natur begriffen, aber an der politischen Macht waren die Vertreter des Banklapr-als, der Industrie, der Börse und'des Handels nicht besonders beteiligt. Der Zarismus stützte sich erst in vierter Linie, auf diese ökonomischen Kreise. Die erste Hauptstütze des Zarismus war die ungeheure Hierarchie der Beamten, Militärs und Gendarmen. Dann die Popen; in dritter. Reihe der größte Teil der Grundbesitzerkiasse, wie liberal sie auch zu schillern beliebte, c-mnz zuletzt aber rangierte die eigentliche Bourgeoisie, stets eine schwankende, unsichere, ünverläßliche Stütze des Zarismus. So wie in Osteuropa ein noch ziemlich starker Feudalismus — wenn nicht alle Anzeichen und Sympionic trügen — endgültig züsammengebrochen zu sein scheint, sind in Mitteleuropa die Ueberreste dieses einst ' so mächtigen mittelalterlichen sozialen Systems für immer beseitigt worden. Das GotteSgnadentnm, die soziale Kraft des Hofes, die politische uitö vor allem diplomatische Machtfülle des' höchsten Adels, sie gehören der Geschichte an. Von diesem gewaltigen. Schlage werden sich der preußische Militarismus Und die Junkerklasse nie mehr erholen! Hiermit ist die ganze Weltposition der Aristokratie bis auf Englands nur ein großer Passivposten. Im titelsüchtigen Frankreich ist schon seit einigen Dezennien die Stellung der Aristokratie eine rein gesellschaftlich-kulturelle. Der tzroschrlLannische Adel herrscht noch immer in politischer und sozialer Beziehung, aber er ist auch der erste gewesen, der sich gründlich gehäutet hat, viel gründlicher, als alle feudalen Klassen zusammengenommen. 'Er ist im letzten Dezennium vor dem Weltkrieg so raffiniertmodern ^geworden, so abgeblaßt feudal, so innerlich kapitalisti'ch und dabei so vernünftig wirtschaftlich, daß -ihm die soziale Entwicklung kaum mehr viel anhaben durste, außer, wenn der ganze englische Kapitalismus mit beseitigt (für immer), überwunden werden würde. Auf diese Darlegung werden viele antworten: Ja, wir glauben schon, daß der Feudalismus zusammengebrochen, aber mit^ihm auch der Kapitalismus^ Man wird sicherlich in diesem Zusammenhang« auf öaS große Beispiel in Rußland Hinweisen. Aber dieser Hinweis ist nicht stichhältig. -Ich glaube selbst daran, daß die Herrschaft der Sowiets in Rußland viel länger dauern wird, als gemäßigte Sozialisten, Demokraten und Konservatipc gleichinäßig annehmen. Gerade der Umstand, daß die Kapitalistenklasse in ihrer gesamten Machtposition noch sehr schwach war, hat bei dem russischen Volkscharakter, bei der grandiosen Einseitigkeit der intellektuellen Schichten, bei der Gewohnheit der Massen, der brutalen Gewalt zu gehorchen, nicht nur die Plötzliche Aenderung niitbewirkt, sondern atze diese Umstände werden auch dazu beitragen, diese Entwicklung längere Zeit festzuhalten und die Gegenwirkungen und Hemmungen nicht in den Vordergrund treten zu lassen. Hierzu kommt noch die spezifische wirtschaftliche und soziale Struktur des russischen Bauerntums. Der primitive Kommunismus hat zu lange in Rußland geherrscht. Wem auch in den letzten Dezennien alle einsichtigen Schichten dieser Klasse mit der Einrichtung des „Mir" nicht zue frieden waren, kein Bauerntum der Welt ist jahrhundertelang so sehr an genossenschaftliche Gebilde, wenn auch in längst überlegter Form, gewöhnt gewesen. Man denke nur in diesem Zusammenhang« an die kleine .Grnndbe'in.n klaffe Mitteleuropas. Alle deutschen Theoretiker und Praktiker der radikalen Sozialdemokratie sprechen mit tiefer Betrübnis von d>'r so fest eingewurzelten, antikollektivistischen (#c[L,utng der Bauern. Vor wenigen Tagen hat erst Dr. Max Adler in einem überaus interessanten Aussatz in der „Arbeiter-Zeitung^ darauf hingewiesen, daß für geraume Zeit, ja wahrscheinlich' für eine längere historische Periode der österreichische Bauer einer wirklichen Sozialisierung' und einem aösolu.Len Rätesystem sich schroff ablehnend der- ' halten wird und muß. Doch lassen wir jetzt den Gedankengang des modernen Sozialismus und die Neue' wirtschaftliche Entwicklung beiseite und blicken wir auf djL Weltgeschichte. Ich. glaube nicht an eherne historisch« Gesetze und an absolute geschichtliche EntwicklnngSnotwendigkeiten.Die Weltchronik erscheint mir nicht als eine Fülle von identischen Erscheinungen, sondern nur als eine Reihe unendlicher analoger Fälle. Aber immerhin auch Analogien sind fthr interessant -itnd' manchmal auch lehrreich. Sicherlich handelt «8 sich nach den Historikern der verschiedensten Schulen' ber 'der großen französischen Revolution um den welthistorisch-sn Kampf der Bourgeoisie gegen den Feudalismus. Ob man nun bei diesem Entscheidungs- Vamps die rein ökonomischen Gewalten oder die mächtigen Ideen der Enzyklopädisten Voltaires und Rousseauhöher einschätzt oder nicht, tut zunächst nichts zur Sache. Der Feudalismus schien nun mit einem Schlage erledigt zu ftin. War. er es wirklich? Wir wissen es alle, daß feine Besiegung tätige Zeit nur eine scheinbare war. Jahrzehntelang« Kämpfe, unzählige Reaktionen und historische Staunngsprozesse folgten auf diesen scheinbar entscheidenden Weltschlag der Bourgeoisie. Neue historische Entfaltungsmomente mußten anseh^n, neue kulturelle und technische Faktoren mußten erst zur Reifeentwicklung gelangen, neue Völker mußten in den Wettkampf eintreten, beyor der Feudalismus zermürbt wurde. Definitiv geschlagen ist er erst durch den Weltkriegworden. , v , Diese historische Analogie hat sicherlich keine mathematische Beweiskraft. Aber sie spricht schon allein für sich genommen eine genügend beredte Sprache. Vereinigt aber und im. Zusammenhang gebracht mit den ftüHeren Erwägungen mehr wirtschaftlicher Natur, die zumeist auS derUrsphäre sozialistischer Betrachtungsweise selbst stammt, gibt diese geschichtliche Parallele sehr zu denken. Die Wahrscheinlichkeit wächst, daß auch der Kapitalismus ebensowenig wie der Feudalismus - mit 'einem Schlage vernichtet werden kann. Um so mehr, als ja das Rätesystem nicht in England oder Amerika den Sitzen wenigstens eines relativen Reifegrades des Kapitalismus. sondern in Rußland und in Ungarn, beinahe agrikolen'Ländern verwirklicht wurde. Aber selbst wenn der Kapitalismus in ganz 'Europa und Amerika den-' selben Rückschlag wie in Rußland erleiden würde, gänzlich überwunden scheint er mir noch lange nicht zu sein. Wie dem auch sein mag, sicher ist eines: Ob der Weltkrieg dem Kapitalismus den Garaus gemacht hat, erscheint zweifelhaft; aber baß er den Feudalismus total überwunden hat, ist sicher. Die Friedenskonferenz. Oesterreich und die Friedenskonferenz. t Berlin» ls. Apxil. (Korr.-Vm.) Die österreichische, butaarlscke und türkische Friedtnsasiordvmn, soll f ü r d e n S. M a i nach Benailles einberuien werden. Man rechnet damit, daß .bis dahin der Vertragsentwurf von Deutschland unterzeichnet sein wird. Die Beratungen. Danzig. — Di« italieNisch-süvslamische Grenze. ' — Opium. — Die polaren Länder. — Der Dorfriedeus« ' vertrag. Paris, 18. April. lHavaS.) Der Biererrat hielt am Donnerstag keine Sitzung ab. Nachdem Lloyd George nach Paris zurLckgekehrt ist, wird der Rat Freitag morgens und abends zusammentret« mid sich mu der R r g e l un g d er D a n z i a e r Frage und deS italienisch-südslawische» Grevz- Problembeschäftigen. Dre fünf Minister de- Lnrßern halten Donnerstag nachmittags eme Zusammenkunft, in der sie gewisse Artikel des Borsriedens festlegten. Insbesondere beschlossen ste, daß Deutschland die vor sieben Jahren hinsichtlich de- Verbotedes OpiumverkaufeS vereinbarte Konventlo«"kattsi-iere. Weiterwurde ein Text angenommen, der die politische Ordnung Belgiens, aus der Grundlage der Aui- Pebuvg des Vertrages vom Jahre 1889 regelt, worin dre immerwährende Neutralität vorgesehen ist. . Du Kommission nahm ferne, allgemeine Bestimmung« m betreff der arktische« und antarktischen Territorien an. Sodann wurde die Frage der Schafflörg eine- See. prnengmchtShofeS erörtert, in der eine Einigung m Bälde -» Schließlich befaßte sich der Ausschuß mit der Abfassung des Bertragsarttkel-, der dem Kriegszustand ein Ende setzt. Der BorfriedenSvertrag mit Dmsschland wird Migesähr 1000 Artikel und 800 maschingeschr,ebene Seiten, der Abschnitt über da- Saarüecken wird in definitiver Fassung allein 68 Artikel enthalten. D,e Fragen militärischer, seetechnischer Md flugtechnischer Natur, deren eubaültiger Wortlaut ebenfalls tlorliegt. umfassen etwa 100 Artikel. Der Redaktionsausschuß arbeitet emsig an der endgültigen T«t,enmg. . Dre Alliierten haben die Maßnahmen noch nicht erörtert, dre rm Falle einer Nichtunterzeichnung des Vertragedurch die deutschen Vertreter m treffen wären; indessen wurden dir mili» tanschenFachlritte bcauftrnat, unter der Leitung des MarfchallS Foch für diesen Fall emen Blicht auSzuardeiten. Dre Zwangsm a tzn a bm en, die den Alliierten zu Gebote stehen, sind verschiedener Art. S»< umsassen insbesondere die Besetzung weiterer deutscher Gebiete, die Sperrung deutscher Häfen und die Einstellung der Verpflegung. Die Schuld fragen. Das Exil für Ex-Kaiser Wilhelm. Papi«, rll. Apnl. (Funkspr. der Tel.'Komp.) Die Beft IMMUN gen Uber den K r e l e r Kanal und Helgoland sind geändert worden. Ursprünglich war in Aussicht genommen, die Befestigungen des Kieler Kanals zu schleifen und de« Kanal selbst zu einem Verbindungsweg für den Händel zu machen. Dy jetzt getroffenen Aenderungen geürn dahin, daß die bestehend« KnstenverteidigungSwerke fortbestchen bleiben. In. Helgoland wirß. der U-Boot - Hafen weiter bestehen, aber mnmghm mq für Seefischerei verwendet werden.— Eine zweite Enrschechnwk der Konferenz betnffk die Schnkbfrage. An erster StE werdest militärische und maritime Kommandanten M Hi«d enbrrrg, Tirviy und andere verantwottlich g« macht und wegen Verletz»« g desKriegSrech t e i und der Kriegsaesetze heraugezogm werden. Wegm des Q,tj Ka is erS, B eth ma n n-Hol l w e g S nsw.,. die M mehr ans politischem Gebiete vergangen haben, wurde etfti andere Entscheiduntz getroffen. Wahrscheinlich wirk eine ähnliche polit i f ch e Maßnahme ßefön!. werden, wie seinerzeit die Verbannung Nap« l eo,«.^ auf die Insel Elba. Die militärische» Vergehe! werden nach den militärischen Strafgesetzen abaeurteilt werdest- Da diese aber in den einzelnen Landern verschieden sind, wirtman die betreffenden Regiernngm einloden, eine» ModuS - festt zustellen. an den rßan sich in diesem Fall halten soll.- - i Deutschland soll bis auf den letzten Pfeuu^' bezahlen. V Amsterdam» 1s. Aprrl. (Tel.-KomP.) DaS ,H ti »delH B t a b“ erfährt: Die Stimmung im f r a n z ö s h schen Parlament ist sehr erregt. Der Senst wird emerr Antrag perhandeln, in dem die Ausnahme m i l ii t ä r i f che r Garantien in de» Friede rS vertrag verlangt wird. Außerdem wird m Senatskrtse, sehr viel über die finanzielle Frage gcsprochez und man verlangt, daß Deutschland' biö' zstst letzten Pfennig bezahlen müsse. Mch dsi radikalsozialistische Gruppe der Keumnoe hat eine, ähnlichen Beschluß gefaßt» '; . Deutschlands Rolle in BerfaMes. t Berlin, 19. April. (Tel. dev ^Wr. Morgeuztg.^) Der .Vorwärts" meldet: In einem offiziöse« Kommentar d«S öm« Ltbre" wird nklärt,die Deutschen würden« nicht lange« Frsnß reich weilen.Sie hätten bei allen Bedingungen her Ententehirmchfliäf der Garantien nnd Wiederguttnachnnaen lediglich a* nur „Nein" zu ha g e n. nnd nur bei der Frage der Durchführtmz der angenommenen VedmgMgm fei eme Erörterrmg pstalsis Die deutsche Delegatlou m Pa^ts. Berlin^ 19. April. (Walff-Dm.) Der Oberste d e r A l! i r e r t e n Hst die deutschen Dstegiertt« t e l tu graphis.ch ringel a d en. zum SS. Apnl nach Gersailletl zu konrmen, um den von den.alliierten nnd assoziierten Mächte^ festgesetzten Text der F r i e d e» s v r ä l i m v n a, i e n in Empfang zv nehme». DaS Telegramm mthäll-db Bemerkung, die deutsche Delegatio» sollt strengstens ans ihre Rolle beschrä-akt bleiben nnd nur Personen umfassen, dit fürihrebesondereMissio« bestimmt n«ds Reichsmmister Gras Brockdorf f-R an tza, antwortete: Die deutsche Remerung wird den Gesandtm Da.» i eL Geheimrat K ö l l e r und Legationsrat Schmitt nach BersMer Mit der Vollmacht entsenden» den Text des Entwürfeder Friedens« Präliminarien entgegenzrmebmen, den ste alsbald der deutschen Negierung Überbringm werden. . Danzig ei« Freihttfe«. Paris, .19. April. Dir Agence Havas meldet: Der BW«« rat versammelt« sich am Karsrestag morgens und behandelte du Danziger Frage. Man soll Bestimmungen de-Kompromisses.angenommm haben, wonach Danzig als Freih afen betrachtet wird, dessen Berwammgsmandat Pole» gegegebm wirb. Wttfon will mit Lenin verhandeln, v Bern,. IS. April. Aus Paris wird gemeldet. Ein Bevvll* mächtigter Lenins und Trvtzkis ist hier eingrtroffen. Tverlautet, daß Wilson für d i e A n h ö r u n g dersckbea ist. Dir erste Fordernttg der Ruff« soll die AAvektmumg der Moslem« Regierung durch die Entente sem. PolMsche^Rundsch arr. Eine Dorkrsabstimmnng Über die Friedens- Ledingungen in Deutschland. In Berliner politischm Kreisen gewinnt die Anschauung an Boden, daß, wenn die Friedensbedinaungen wirsittch den in der Ententepresse veröffentlichten entsprechm sollten, weder die Regierung noch die Nationalversammlung die Verantwortung übernehmen könnte,, über die Unterzeichnung oder Nichtunterzeichnuna eines solchen Friedens -u entscheiden, und oaß dayer eine Befragung des ganzen Volkes stattfinden müßte. Auch der »Vorwärts^ kündigt jetzt,, offenbar auf Grund von Informationen aus Regrerungskretfen, ein Referendum an. Er knüpft an die- Meldung eines Pariser Blattes an, daß die Deutschen nur ^2«* oder ^Nein^ zu sagen haben wüchen, da alle Bedingungen der Entente hinsichtlich der Garantien uM Wiedergutmachung nur in der Frage nach der Ärt, wie dft Durchführung der angenommenen Beoingungen stattfinden soll, Äne Erörterung zulasten. »Sollte diese Meldung richtig* sein," schreibt das Blatt, »und es bestehen gute Gründe, sie für rlchtig zu halten, dann? werden ste selbstverständttch auch für die Dispositionender deutschen Regierung ihre Rückwirkungen haben müstm. Um einen Diktatsftieden entgegenzunehmen, dazu bedarf es nicht des Aufwandes einer großen Friedensdelegativn, sondern' es wird genügen, einem zuverlässigen Kurier nach Versailles zu schicken, der das Schriftstück in Empfang nimmt. Man wird dannin Deutschland darüber beraten können, wie man sich? zu seinem Inhalt weiter zu stellen gedenkt, Md,vielleicht zu dem Mittel einer allgemeinen Volksbefragung greifen, um die Meinung des Volkes selbst darüber, festzustellen. •? 64* ,444 i« ntlcn Brei»iaa?n. NtevarqMren fl 18 r ll Ullttt Garantie. ffarbbä»d?r für IW^Ir E (Sijfttme, VtMftfftflVo Mntrriql. Leop. Kurzer, Wien, Ml., Westduhnstraßc 23. Tckphok 31537. UOR