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Wiener Morgenzeitung · 1919-04-18 · Heft 90 (18.4.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 90 (18.4.1919)
Date
1919-04-18
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Rr. SO' DerSthrrMarrfdKs BMsWeNt. Schild srmrg einesÄugenzeiigeu','''- Ich tarn g-ra-e zrua fyatlnmtnt — eS war Lreivrertel ti Uhr —- als vom Rathaus her eine groß« Menge sich brrarUvstlzLe, KriegSinvslide nnd ArLeiislofe. KouÄrwar die Tets vsr Ärmselbe« augelangt, als HnrÄrexte dieÄauche hirmus» stiirchtrn, die rot-wei^rotm Fahnen hesünierholte» rrnd rote Fahnen hißte«,' worauf urricr stürrnischen Kundgeliungeir An» spräche« gehalten wurden, die in Hochrufe auf die Mtea repnVNr und auf die soziale Revolution «nrSSlakgerr,! -' Dev, Verweigerte Empfang im Parlament.' Inzwischen versuchte eine Desmtattv», irrS Pnilament M tzeingen, um dm StaatsLrnZler die .Wünsche der Kriegsinvstttzfn §ü rrnterkreften. Nach strrzer . Zeit schon kehrte sie jitrfctf,, ohne rurpfange« worden zu sein.. Diese Mitteilung rief eine sÄnchtkare Erregung «uter -re Hkengs hervor. Pfttk-.Nn- Aüzug-RnfL auf die Regierung wuchen auSgestotzerr und eS fihirü einey Moment, als ob Li« Menge das Parhrment siür» «t«r wollte. Tatsächlich verfuchLey cürige Personen Lurch daS Tor unterhalb der Rampe ins Haus zu dringe».; Der erste Schutz. ' - & Da M dLr erste Schuß. Wer ihn NSgtgBM, wollte nlruhrüd wisse«. ES wurde behauptet, daß ein Soldatenrat, der. ins Parlament dringen wollt«, von einem Wachmann mit eisern Revolver «nrgcschosse« wurde« Der Menge bemächtigte sich eine furchtbare Wut nnd es begann nun von beide« 'Zeiten, von seiten der Wache und den DLmoNftrarrtett» eine regelrechte Schießerei, bei der es auf beiden Serien Tote nnd' ÄcrvurrdeLe gab. Du brachte jemand die Nachricht, daß die BolkZwehr zur UntersLüßung heranrQckc, i»«S wieder Jubel auSlöste. Als es aber bekannt wurde, daß es bei der Schießerei fünf Tote Tvd viele Derwmrdete gab, da gings wie ein Racheschrei durch die Menge, nicht AN weichen, sondern ftarrdzuhalte«. Wilde Reden wurden gehalten, eir, Soldat erkletterte die obersten Teile der BMtrmenfrAnr vor dem ParlaArent, zeigte ein Gewehr und rief der Menge zu.: „Heute sind wir noch ahne Waffen, aber wenn ein Jeder von so etwas hat, dann werben sie sich nicht getraue«, ans mrS zu Metzen." . Das Parlament wird in Brand gesteckt. . Der Menge bemächtigtk sich ein wilder Taumel. Be» fondecS aus dem Platze der Schmrrlirrg-Aulagerr, qm rechten Trakt des Parlaments, wo sich ein förmliches Feldlager entwickelt hatte. Wie avf ein verabredetes Zeichen wurden Reisigbündel herüeigeschasft, Bäume aus den Anlugen heransgeriffcn, Sträucher mit Wergbüvdel» umwickelt nnd j» Fackeln herg^xichtet. Nachdem das alles angezündet worden war, wurde das Tor des rechtsseitigen Traktes unter dem Gejohle der Menge zu sprengen versucht und das brennende Holz hineingeworfe». Bald züngelten die Flamme« heraus und belenchieten die kranAr Umgebung des Parlaments, dessen rechter Trakt in Flammen stand. Gin Sicherheitswachmann vom Pferde herrmtergefchoffsn. Der Brand des Parlaments rief eine förmliche Masere! h-rvsr. Bon allen Seiten krachten Schüsse. Alles stob auseinander, flüchtete, so gut es ging. Ein berittener Wachmann wird «eben mir vom Pferde hernntergsschossen. Mit den Ät: * '„'Mein; Bauch", glritrt er zur Erde. Er wird im - Hausflur eines Hanfes neSe« dem Rathaus nirdergedettek rrnd von der RetLmigsgeseNfchaft MS KrankenhaAs gebracht. Cr hat eien» Bauchschuß erhalten. Indessen greift der Brand wefter vm sich. Die Fenevwehr rückt «ns, muß aber vor dem Parlament »mkehren, weil die rssende Menge sie am Löschen verhmderte. Es beginnt eine »eNÄeliche Schießerei i« der; Schmerling-Anlage« «nd in der,. StÄioygasse. Endlich gelingt es dem anrückenden VolkswchrLatarlkon, Veer der Sitruatton zu werhen. Di« Drrnouitrhnteu lverdnr gegen die Brllaria zurückgedräagt und zer» ftrent. Mit den Worten „Pfiat euch Gott, morgen sehen wir «ns wieder, aber iu größerer Zahl", verließe« die letzten Demonstranten gegen IG Uhr den Platz vor dem Parlmneut. das vom DottSwehrbataMon Nr. S besetzt wurde. Der Brand d«S rechten Traktes war inzwischen gelöscht worden. Die BsrsteLmrgen im BurgLhe^Ler. rmd DeMchen VslksLheaLer rmtsrörochsn. -Während der Vorgänge vor dem Parlament machte ein Ter! der Demonstranten den Versuch, in das Bürgthsater und in das Deutsche Bolkstheater emzüdüngen, weshalb in beiden Theatern die Vorstellungen abgebrochen wurden. . Der Schluß der DemonftvaLionerr. In den Abendstunden wurde die Polizei in.den Straßerr rings um das Parlament von der Bolksw ehr entwaffnet und abgelöst.'Die durch die Volkswehr cnlseinandergesprenAe.Menge zog zu beiden Seite der Ringstraße gegen den SchoLtenring ab. Unterwegs, wurde von halbwüchsigen Elementen verschiedener Schaden gestiftet. Beim Liebenberg-Denbmal stellte sich der Menge, die die Absicht äußerte, zur Polizeidzrektionzu marschieren, berittene Pol iz ei entgegen, es kam wieder zu einem Zusammenstoß be'l^dem Schüsse gewechseÜ wurden. Es entstand eine arge Panik. Die.Leute stürmten nach allen Seiten auseinander. Ein kleinerer Trupp, dem es gelungen war, sich zusammenzuschlietzen, wurde m der Nähe des Bankveremsgebäudes von berittener Polizei mit blanker Klinge mrsemandergetrieben. Im Laufe der Ereignisse gab es auch in den zum Ring fül^endeu Straßen geräuschvolle Szenen. In der I o s e f st ä d t e r st r a ß e und in der Ma r i a h i I f e rst raße wurden Auslagerrscheiben eingeschlagen, stellenweise auch kleine Plünderungen versucht. Größerer Schaben wurde^ durch das Einschreiten besonnener Elemente verhindert. Arche mn Werrd. m Uhr abends. Die Straßen öer Krnersn Madt sind rührig. Vm hie und da Mt man fZpijmäT WrssÄzettuPK. g&a.yfr: 1€. April 1919 Seite 5 schiedeMchstert R ie d n e t n zuhören. Man erörtert die Vorgänge'des Nachmittags, doch tragen alle diese Redm rrrhigen Charakter. Me zum Parlament führenden ZufahrtsLraßen find durch Volkswehrmannschäften abgesverrt. die nur Organe des öffentlichen Dienstes passieren lassen. ' , ' Vor dem Parlament sicht es traurig" aus. Me Scheibm sind zertriimmert, die Asphaltstraßen mit Glassplrttem übersät. Der Brand in denr dem Iustrzpalais zugewendeten Flügel konnte abends durch die Dienerschaft des Pgrlamentsgebäudes gelöscht werden, - - Die Erregung tu der Stadt ist kaum zu überbieten. Niemand Kaan es verstehen, weshalb so viel Blut fließen mußte. MANABAB - WIKH WIEDER " OFFEN j. Prirrzsssin Mssia WiNdischgvZtz sns Wien - snLffVhen.' Wie der „Neue Tag" mrttellt, ist die Gattin des seit dem Amsturz in der Schwerz weilenden Prinzen Lndwitz Windischgräh, Prinzessin Marie, mit Hilfe eines g e s 8 l f ch t e n P a s s e s, der auf den Ramm ihrer Schwägerm, der G r ä f i n Sz e chenyi, in die Schweiz, entflohen und bereits, in Bern erngetröffen.. Ihr Mann, der bekanntlich einmal ungarischer Ernährungsminrster war, hatte es wegen seiner Verfolgung durch die rmgarische Regierung — er soll die Aeberschüsse der ungarischen KarLoffelzentrale in der Höhe von drei Millionen Kronen eingesteckt haben — vorgezogen, seine Familie in der Schweiz zu erwarten. Er ist dort einer der Hauptagitatorerr für die Wiederherstellung der Herrschaft der Habsburger und entfaltet cntch eine sehr lebhafte HchtättgkeiL gegen die Juden. ... Gesandter Lasar ad gereist» ';; Der Bevollmächtigte der Lschecho-slowakischen Republik in Wien, Herr T u s a r, hat gestern mit Gemahlin Wien verlassen. Drohender MaffenftreiL der KeÄner. Gestern tagte mt Gasthaus „zum grünen .Banni" eine Vcrsannnluntz der K ell n er, m der die BeschWe der Reichs-- konfereuz zur Kenntnis gebracht wurden. Es wird von de« Unternehmungen ein Wocheniohn von K 160.— gefordert, der im Falle der Mchafhmtz des Trinkgeldes st 2-10.— zn betragen habe. Falls diesen. Forderungen nicht mi vollen Ausmaß , zugesttmmt wird, werden am 1. Mai die A n g e st e l l t e n aller Gastu nd Ka ff ee ha ns e r, der Sanatorien, Kriegs- und Gemeinschaftsküchen Wimß in dm S t r t i! t r e ken. Zugsvermehrrmg mf der West- «nd Franz . Jofefsdahrr. Nb Freitag den 18. d. werden auf der Westbahn »achfolgmde Perionenriige täglich regelmäßig veckhrm: Pttfonenzng Nr. 117 Wien-Wcstbahnhvt ab 5 Uhr früh nach Amstetten. Die Personm.Me Nr. 25 (ab Wen-Westbahnhos 1V llhc vormittags), Nr. S7 (ab Wwn-Westbahnhos 6 Uhr SO Mm. abends) nach Rekawmkel nnd zurück von Nekawinkel nach Wien-Westbahnhof, Pecsonenzua Nr. 32 (Wjen-Westbahnhof an 10 Uhr 30 Mm. vormittags), Personenzng Nr. 40 (Wien- Weftbabnhof an 7 Uhr abends), ferner Perkonenzug Nr. 29 (Wien- Westbayuhof ab 2 Uhr 2V Mm. nachmittags) nach Neulengbach und zurück nach Wien-Westbcrhuhof, Personenzng Nr. 42 (Wren- Westvahichof an 8 Uhr abends). Bon Pöchlarn rmch Kienberg-Gammg verkehrt der Personenzug Nr. 2117 (Pöchlarn ab 6 Uhr 50 Mttl. abends, Krenberg-Gammg an 8 Uhr 26 Mm. abends). Ab Freitag den 18. d. M. wird der Perfonemug Nr. 118 von Amstettm oiS Wien-Westbcchnhof geführt (Wren-Westbahnhos an 10 Uhr 50 Min., vormittags) und der Personenzng Nr. 2114 von Pöchlarn ab 7 Uhr 23 Min. früh nach Krenberg-Gaming an S Uhr vormittags. Der Personenzug Nr. 216 wird ab 18.- d. ,M. in alle» zwischen Neulengdach nnd Amstetlen gelegenen Haltestellen wieder dmchfahren.?sb Frertag den 18. d. M. werden auf der Franz Josefsbahn folgende Züge verkehren: Die Züge Nr. 21,111 und 18 (ab Wien-F. J.-B. 6 Uhr 15 Min. vormittags und 8 Uhr abends, an Wien--J. F.-B 7 Uhr 50 Min. abends) nach und von Gmünd. Die Zuge 27», 41 und 40 (ab W?en-F. J.-B. S Uhr 10 Min. vormittags, 9 Uhr SO Mn. abends und me Wren-- F. I.-B. 7 Uhr 20 Min. abends) «ach und von Tulln. Die Züge 23 und 23 (ab Wien-F. F.-B. 5 Uhr 25 Min., an Wien- F. J.-B. 7 Uhr 50 Min. vormittags) nach «nd vo» St. Andrä- Mördern.' Die Züge Nr. 29. 37, 34, 46 (ab Wieu-F. IM. 12 Uhr 10 Min., 6 Uhr '36 Mm. nachmittags,' an Winl-F. 1 Uhr 50 Mn. Md 8 Uhr 10 Min, nachmittags) «ach «nd von Kntzendorf. ' ' _ Die Züge 8321 (ab Tulln 5 Uhr 55 Mm. nachmittags) als durchlaufender Zug Wren--F. J.-B.—St. Pickten (ab Wien- F. J.-B. 4 Uhr 30 Mrn. nachmittags) mid in der Gegenrichtung Zug 3314 (ab St. Pölten 8 Uhr 10 Mnr. vormittags, cm Wlen-F. J.-B. 12 Uhr 5 Min. nachmittags). Me Mae 3711 und 3724 zwischen $v«n§ tu d. D. mtb St. Pölten (ab Krems a. d. D. S Uhr 48 Min. dvAnittags, att KreniS a. d. D. '8 Uhr 2L Min. nachmittags. - .> > -« * Der SLadtrnL gegen die WegfLhrnrrg der Knnftschötze. Unter' Hinweiß darauf, daß von' Seiten in letzter Zeit Ansprüche ans das in dm offemlichen Sammürngen in Wien verwahrte Kunstgut echoben werden, welchen - trotz der klaren BeftnAnusE deß BRk^rschLrö und tirbtz' der fchr e" "löfts« vechttichen BegruadungLN Wtfiovüche von der seswalrrma kein MchloJsner WßtALkrnd enWMuassatzt hüt i»r GtshttÄ Hach einem dH Malates Stellung gegen dre Uebersührung der eh.e- E« A m 6 r aser -Sa m nt I n n g «ach TL r &U da dre,Stadt Wtck hierdurch kostbarm Kmlsigntes beraubt würde, das seit mehr als 100 Jahren einen lieLvorragendm' AnziehMgs^ vrmktiiir dre Sladt grbildct hat, wA-re»d >in rechtlicher Anspruch 7Liryls:ans die Sammlmtg nicht besteht. . - -- * Die Spexee an den LstevLagen. Das StaatSanrd für. Lgndel «üb Gewerbe, Industrie und. Biruten hat verfügt, dnst am O'ft e r's o nn t a g und O st e r ni o nt a g btt G a st-- h ans er b i s 10 U h r abends u n d d i e K a f f e e-' y.Liu.ser bis ii Uhr ast-ends geöffne»t sein d.d^f e n. , . - . .; Mrttzt & Schadtt geschlossen. Borgest«« hat das'. bekannte Hotelrestaurant M e i ß l. & -S ch a d u ans deiw. Neuen MrrÜ wegm Lebensmittel mur nge ls den-. Bewick eingestellt, __) BortrSge «nd BsVsLMMlMgen. Antimilitaristif cher Abend d er Lreben E r-d e". Freitag den 18. Hirrl, 6 Uhr abends,, im CM Adler, , Wim, 1.. Schotteming 12, allgenrein. zugänglicher Vortrag.. Adolf G r o ß m a n n : '„Meine Militrirdienstverweigernng/ (Erlebnisse im Gefängis und Irrenhaus 1916—1)18.1 — B e rein „Z i o n", W i e n.; Samstag deu 19. d. M. um: 4 Uhr. nachmittags, Herr Adolf S t and über : „Der'Her-... zlianische Zionismus." Dienstag de« 22. d. M. um 3 Uhr nach-- mittags. Herr Dr. Chaim Tartakowcr über: „Der 'achadha'mistckche Ziouisums." Smnstag den 26. d. M.. um 4 Uhr nachmittags, Herr Dr.. Chaim. Tartakowep- .über „Der gegenwärtige Stand des Zionismus." Sormtag^den 27. d. M. 3 Uhr nachmittags wird von unserem Amatören-Klirb im Budapestec Orpheum „Die BAschvuche" von Nvmberg zur Aüsführimg gebracht.—- Das jüngste Wahlstatut der Kultusgemeinde hat mrzähllge Juden und Jüdiuueu deZ passiven und. aktiven Wahlrechtes beraubt. Gegen diese Enttechtüng wird in emer Volk s-. v e r f a m m l u n g, die Srmstaq den 19. d. M. um 4 Uhr Nachmittags im Saale des Hotels „Arco", N., Rote Stern-' Me 7 a,. stattfmdet, Protest erhoben. Juden und Jüdinnen! Erscheint in Massen: Das emberufenbe Komitee. — Samstag, den iS.b.M. um VsL Uhr abends stndet im Zionistischen Bureau, II., Piaterstraße 43, L. Stiege, eine Sitzung de§ Arbeitskreises für hebräische Sprache mtb Kultur statt zwecks Einteilung der Arbeit.-- Sämtliche Interessenten werden höllichst eingeladen. — <K n l-> tu.r.'s rfellschaft „I. L. P e r ez", Samstag den. 19. d. M. nur .7 Uhr abends (Bereinslokal „Wiener Theater-Caf6^, U., Pratecstraße 33) Vorttag SirgmNNd Löw: „D r. D i r n-' b a u m und s ein e S t e l Vix n g zur i ü b t f ch e n' Sprach e." Eintritt frei. Gäste willkommen. Dienstag bt»j 22. d.M., ^/,7 Uhr abends, im Saale des Hotels „Arco", II., Rote. Stentyastt 7, nmsikalisch-vokälischer Abend. Nachher gelangt zur Aufführung: „G u t e B r ü d e r" von A. R e i s er. Karten im Bereinslokal „Wiener Theater-Caft", II., Praterstraße 33, vo« 6 bis 8 Uhr abends. - >• ■ : Die Wahlerr. : ©in Wort z« den beoorstehende« - Wahle«. Won Dr. Smrtil Bser. Dg dem rührigen Jüdischen Natiotta'hr-at bei der Wühl in die deutschösterv^ichssche Konstituanbe dsr.erstd Borstvß gelungen ist, muß jetzt mit vermehrter Etrergie ein wirchtiger Schlag gegen den niederösterreichischeir Landtag und vor allem den Wiener Geineind-^rat < geführt werden. Wir müssen in diese- Körperschaften , jüdischnationale Vertreter durchbringw. Wir Juden, die wir vor dem Kriege Wisch dachten - und fühlten, dies auch oft genug durch dir Tal' bewiesen — was eigentlich selbstverständlich' sein sollte. - aber leider nicht der Fall ist —- hatten eigentlich keine«' - Sammelpunkt für unsere jüdische Tätigkeit, wir zer-' splitterten unsere Arbeit in verschiedenen Vereinen, denen eine höhere Zusammenfassung, ein daraus resul«, trererrber Erfolg fehlte. . ' . Mr, die wir fast viereinhalb Jahre fern von Wen einer falschen, fremden Sache dienen mußtest;' merkten mit Befriedigung bei unserer Heimkehr, daß unser Volk nicht eingeschlafen war, daß tatkräftige Männer viele schwere Arbeit für unsere große jüdische Idee geleistet haben, daß sie den Jüdischen Nationalrat gegen alle Umtriebe der nichtjüdisch denkende« angesehenen Juden begründet haben. Das ist' eine Tat, für die.wir den wackeren, unerschrockenen Mäuuern heißen Dank schul-' den, die größte öftLrreick)W-jüdische Dat seil der.' Emanzipation der Jndenschaft. Wenn auch viele Freund«^ imb Bekannte über» die jüdische Nationalität gelacht haben, wenn auch die ihrer Eigenart bewußten BolksgenosssR einen Erfolg Lei 'den.Wahlen in bis Konstituante nicht glauben wollten wurden sie doch durch die spateren Tatsachen überführt — freute ' ich mich dennoch an dem propagierten, jüdisch nationalen s danken. Er ist ein Funde, der in die'Mischen Massen. hkneiugeschleudert, wenn auch langsam, zu einer. lÄdern. - d«r, begeisternden Flamme werden- und alle Herzens erfassen wird. ReklMWierL GNee?! WKhl-recht!l VorarrssetzrenK: Deutsch - österr. SLaätsbürgerVecht. NeMamationsfvift: Vom W* bis 18. d. M. Notwendige D o kirMente: L. StsaLsbür§erschaftserklärn«s^2.Metde- ZetLel mrd 3. ein Dokument (GedirrLs- oder Heiuratscheiu, TtaEsch«LMrg«is, Patz re,) NoKraMaÄo«sHMrm»« 2. Mvlmsg.IT

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