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Wiener Morgenzeitung · 1919-04-18 · Heft 90 (18.4.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 90 (18.4.1919)
Date
1919-04-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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k Ht 90 Wien, FMag , Wierrer MorgsuzeiLÄug ■■ M—inwiwn i ..• > ■■ —■ - ■ - --—. — Die WLLsorr mh SteMMeemZ. einig. Das Grsignis des Tages. Paris, 17.April. (Funkspr. der Tel.-Komp.) Wilson hat heute oMieK erkVrt: »Ich befinde mich in Voller AeLereinstimMuna mit Elemeneean." Dieser Ausspruch des Prüftdeute« wird als das Ereignis des Tages erklärt. Weiter teilt Wilson mit, er sei sehr zufrieden, Ä a tz e v seine vierzehn Punkte behaupten konnte, .ohne daß die Wünsche Frankreichs rmerfMt gedKebe» seien. Hierzu wird in poliLischen Kreisen erklärt, es fei nicht klar, welcher Art die ZugeftmrÄmsie feien» die Wilson an Elemeneeau gemacht habe. LloyÄ George Wer die FriZdLM-- VSrhandLrmgEw. Die Entente ist einig. f London» 17« April. (Tck.-Komp.) Lloyd George HW heute rm Unterhause «ne Rede über die Arbeiten der Friedenskonferenz, in der er ausführte: Ich bin mir völlig bewußt, daß eine große Friedenssehnsuchl in der Welt besteht. Keine Konferenz, die st getagt hat, ist vor Problemen vonsolcherBerschiedenheit brr Große und Schwere gestanden. Der W i t n e r K ongreß dauerte elf Monate. Aber seine Probleme bedeuteten nichks gegenüber den Problemen, welche wir in Paris zu regeln hatte«. Alle Weltterle würden mitbetrosfen. BirleueueStaaten sind gebildet, die Grenzfragen von vierzehn Ländern schon e r t\e 6 i g t. Nicht minder wichtig aber sei die F r a g e der W o h l f a h r t d e r Menschen ünd da§ S ch i c? s a l d e r M e n s ch e n r a s s e n. Wenn ei« Fehler begangen wird, hätte ihn die ganze Menschheit z« bezahlen. . Es gibt wirtschaftliche Fragen der Juternationalistmmg der Wasserwege und Eismbahnftagen, Fragen des Schadenersatzes imd die internationale Vereinbarung über die Ar bei tsg esetzgebnug. Keine Versammlung von Männern habe jemals schwerer gearbeitet als die in Paris. Der Minister verlangt deshalb, daß man nicht die Männer m der Arbeit stört, die ihre Pflicht erfüllen. Nur Einigung könne die Probleme Men. Dazu komme noch der vollständige Z u f a m m e nb r u ch von R u ß l a n d. de r T ü r k ei « n d Oesterreich-Ungarn. Es fei schwer zu sagen, welches Heutzutage die tatsächliche Regierung in ganz Rußland ist,, die Bolschewiken könne man nicht als Regierung betrachten. Es Wt keine Autorität, die sich über ganz Rußland ausdchnt. Bon einer Anerkennung der russischen R e p u b l i k sei keine R e d e. Die bolschewikische Re» hienmg habe Verbrechen gegen alliiexte. lsittertanen begangen Mb' greife gegemvNtg EnWlbSdrchdeM^ 7 '7 7 Wen« jemand eine militärische Inder tron Vorschläge, würde ich diesen Vorschlag aufrichtig untersuchcn. Elmr der Hattptgnmdsätze Englands aberser./ sich Nie in innere Ä n g e l e g e n h r i t e n a n d erer L a n b e r z u nt i f ch e n, so schlecht diese auch, regiert sein mögen. Bei aller Abscheu vor dem gegenwärtigen russische» Regiermrgssystem hätte man nicht das Rtzcht,- sich zu -einem Wttärischen Angriff verleiten zu lassen. In Rußland könne man leicht einbrecheu, eS aber nur schwer unterwerfen Ungeheure Truppen sendun gen und enorme Materialmengen wären notwendig. Der Minister besprach ferner die Kosienfrage eimS Jahres der Besetzung Rußlands und fuhr dann fort: Ich möchte Rußland lieber bolschewikisch sein lassen, bis es selbst klar steht, als G r o ß« britannien dem Bankerott entgegengehen zn lassen. Der Versuch eines Eingreifens i« Rußland wäre die größte Dummheit. Die Unterstützung der improvisierten Armem des Admirals Koltschal »nd D e n i k i n S fei notwendig gewesen, um eiü Uebergreifen des Bolschewismus zu verhindern. AnS diesem Grunde gewähre man den Alliierten, die an bollchewikisches Gebiet grenzen, Unterstützung und schicke ihnen die nötigen Materialien. Der englische Versuch, M dem dringend benötigten Frieden mit Rußland zu kommen, wäre erfolglos geblieben. Die Vertreter der Großmächte sind zu einer völlige« tt t b e r e i it ft t «t ra u n ö in den Grundfragen gelangt, die sich a u f d e n F r i e d e n m i t D e u .t s Likand beziehe«. Mchtraucn zwischen den Nationen zu säen, deren gemeinsame Opfer .die Welt gerettet haben, wäre ein Verbrechen. DerGedanke, daßEuropa.nud Amerika uneinig s e i e n, i st r i n s a Ä n i ch j räv ah r. SkknpaLisn des Lmlren Ahermrfers. . SchleswLgsHsLfter». — Fiume. — Die Friedens- PrÄlimmarle«. / Paris» 17. April. (Funkspr. deS Korr.-Bur.) Die beiden Gitzmrgen, die der Rat der Vier am Dienstag vvgchalten hat, gehören zu den wichtigsten Beratungen der Pariser Konferenz. Die Oberhäupter der vier Regierungen haben gruudsätzllch beschlösse», baß da§ linke Rh einufer für die Dauer v s u iv I a streu m i l i t ä r i s ch besetzt w e r d e« soll. Diese Besetzung soll zunächst erner a«S sämtlichen interalliierten Truppen zusammengesetzten Streitmacht und später fcamösiich-velgMen 'Truppen übertragen werden. Die Ententckontingente würden allmählich, «nd zwar m dem Maße zurückgezogen werden, als Deutschland die siuanzielle« Verpflichtnnaen, dre es emzugehen haben wird, erfüllt. Man denkt diesbezüglich an drei Etappen. In UebexciustimmMg mit den Vorschlägen der,Spezialkommistion wurde ferner festgesetzt, daßmder schleswigschen Frage zwei Volksabstimmungen stattsinde» sollen, dir «ne für Rord-Echleöwig crts allgemeine BsMabstunmung, die andere für die Gebie-tr MttelEchkswigS ^MouswEe. Endlich hat der Dicrerrat die Liste der Fragen festgesetzt, die er noch mit aller Dringlichkeit behandeln null, bevor den deutschen Delegierten -das Programm d e r F r i e d^e n Svrälimrnarien unterbreitet werden soll. Unter diesen be- ' sindet sich auch die Frage von F'.mne.! Im Fimierkomitce bildete eine Reihe von Fragm zweite« .Ranges den Gegenstand der Beratung, darunter namentlich d.-e Formrrlierung verschiedener Erklärungen. Das Redaktionskomiter erhwlt den Auftrag,, eine Anzahl der chm diesbezüglich zugewr^ene« Arrfgaben raschesteaS zu erledigen. ' Brockdorff-RantzKn Ätzer die'Mledenstzetzingrrrrge». . Berlk«» .17. .April. (Korr.-Bur.) In einer Unterredung des Vertreters der „New D o r k S u n' Mit Grafen B r o ckd o'r f f - R a n tz a u sagte dicker, er könne nicht glauben, daß die Meldung Wer die Neackung der Frage deS Saarb eckens und über die militärische Besetzungde r R h-eimlunde mehr sei als em V t x f u ch sballo n. Der angchüche Inhalt derDcktimmungm stehe zu sehr : n W i d e'r s p r u ch m it Wilsons Grundsätzen. Die BWumimgen Wer das S a a r g c b i e t seien v e r h ü l l t e A n n e r i o n. „Ich werde", tagte der Mmrster, Zeinen solchen Friedensvmrag n i e rp a l s u n t e r z^e i ch n e n. Auch die Natronalversanim-- lung würde ihn ableknren. Selbstverständlich habe F r an kr epch A n f p r n ch . q 11 f Schadenersatz > für die zerstörte» Bergwerke. D e u t s ch l a n b s e i bete i t. entsprechende Vors ch l ä g e zu machen. Dmtschlands E n t w af sn u u g an der Nheingrenze wäre e r t r L g l i ch, wenn sie aus G c a e n.s e r t i g k e i t' beruhte. Der Gedanke, die finanziellen BerMchtüngen süßen sich nur durch Okkupationen sichern, sei veraltet und widerspreche dem Selbstbrtzimirrungsrecht". PoLittsche MANdschM. SLMLsfekretär Dr. INliKsDerrtsch'Mer die weltpsMische Lage und die Ausgaben der Valkswehr. In der am Mittwoch den 16. d. M. stattgefundenen außerordentlichen Vollverfannnlung der Goldatenräke der Bollswehr Wiens hielt Staatssekretär Deutsch eine Rede, in der er ausführlich die Forderungen der Entente : nach dem Abbau der Volkswehr, die weltpolitische Zage und die besonderen Aufgaben der Volkswehr DcutfchösterreichS darlegts. lieber die beiden letzteren Punkte führte er unter anderem aus: Die, bisherige Taktik des deutschösterreichischen Proletariats hat den Bruch mit der Entente vermieden. Wir stehen^ nun angesichts der Foqperungen der Entente vor der schicksalsschweren Frage, ob wir auf der bisherigen Taktik beharren, oder eine radikalere Taktik der Abwehr^ einschlagen sollen. Ob wir, die wir machtlos sind, durch -ständige Verhandlungen versuchen sollen, Zeit zu gewinnen, bis das Proletariat drüben, stärker wird und sich erhebt und uns die Möglichkeit. gibt, den würgenden Strick um unseren Hals zu zerreißen, oder aber ob wir schon jetzt die Räterepublik ausrufen, den Anschluß an Ungarn^und Rußland suchen, d«t Krieg mit der Entente erklären sollen./Der Schlüssel zu dieser großen, schicksalsschweren Frag« liegt in der besonderen Lage Deutschöfterreichs. Sie inüssen wir.tritt aller Klarheit zu erfassen versuchen. Im Augenblick, «»rchanisch die in detf besonderen' Verhältnissen Ungarns und Rußlands wurzelnder^ Aampffsrmeu^ auf Deutschösterreich übertragen, körrnte zu seiner .K a tastr ophe 7sü.r bas dentschösterpeichisch,«, Proletariat 'werbett. 7'7" ' '7^ 1'7''■ -v, Wir müssen also, bei der Beurteilung der Richtlinien ü'nferer Pölitik die Besonderheit der Lage DeUtschösterreichs . ins Auge fassen. Sie kommt am anschaulichsten in der Tatsache zum Ausdnrck,- baß in einem Staate von mehr als 6 Millionen, eine Siadt von mehr als 2 Millionen Menschen sich erhebt. Inmitten eines kleinen Landes erhebt-sich dieses Riesengetüm W i e n, dessen hunderttausende Bewohner nichts hervorzubringen in der Lage ' sind, um dieses. Wien zu ernähren. Dieser ungeheure. Wasserkopf Wien, der auf diesem kleinen Lande sitzt, nmß von den Zuschüßen der .Entente ernährt werden/Es ist die Wahrheit, daß wir das Gnadenbrot der Entente essen. Das Proletariat würde gewiß, keineu Tag zögern,, um das Hungcrjoch der Entente abzuschütteln, wen ües die Macht hierzu besäße. Aber selbst wenn uns das Huugerjoch nicht niederdrückte, selbst wenn unsere militärischen Kräfte ausreichten, wäre das Land, wären die zelMtau sende Arbeiter bereit, einen neuen Krieg zu führen? ' Wir haben tveder die militäriscl)« Kraft, um den Bruch mit der Enwnte zu vollzieheil, noch die wirtschaftliche Maclst, um uns ohne die Entente zu erhalten. Sich über diese TatsackM zu täuschen, wäre Wahnsinn oder Verbrechen. Cs erhebt sich freilich uuuB die Fratze, ob uns nicht vielieicht Ungarn, vielleicht Rußland helfen könnte?. 5könnte Ungarn helfen? M dem ernsten, aufrichtigen Willen unserer uugarisä-erl Gen »sfr« hege« wir keinen Zweifel. Wir And davon überzeugt, baß sie uns, wenn sie, es könnten, auch helfen würden und bereit sind, den letzten Bissen mit uns zu teilen. Aber Ungarn kann uns nicht helfen. Was tlns Ungarn, wenn es gelingt, die Serben zu unterdrücken und das s mchtbare Banat wieder zurückzuerobern, senden könnte, das wären höchstens z w ei L e-b e u s rn i t te lz ü g e im- Tatze. Damit können wir nicht leben. Nach tvenigen Tagen bräche in Wien eine unerhörte Hungersnot aus, die unfehlbar die Erhebung der ganzen Arbetterschaft auslösen müßte. Unsere Frauen, die ihre 5kinder Hungers dflhinschrben sahen, würden in diesent Augenblick zu Megären. Nicht der militärische Sieg der Entente, der Aufstand des ganzen Volkes würde u»3, würde jene zerreißen, die zu dieser Politik gedrängt haben. So wenig wie die Ungarn, vermöchte uns Rußland zu Helsen. Di« HofsnMg, daß uns Rußland und - Ungarn Nahrungsmittel liefern könnten, \ ist utopisch und wer dieS gegen seine Ueberzetkgung behauptet, begeht ein Verbrechen, nicht nur allein au die Arbeiterschaft, sondern an der Revolution. Er drängt das Proletariat in ktatastrophen, "t3 der Me Reaktion! am» lief.:«?; yeroorgecren müßte. ES tväve nrrn für die Reaktion die Zeit gekommen, um, gestützt eben aus «in reaktionäres Korps, sich au fdie Republik zu stürzen. Der Radikalismus ivürde zum Totengräber der Rev olutivu. - Denn ww dürfen nicht übersehen, bcrß die Bedeutung Deutschösterreichs für die Entente eine, rmgleich größere rst als die Ungarns. Ungarn ist bem Osten zugewendet und liegt gleichsam außerhalb des OperationSgebietrs der Entente. Deutschvstermch jedochist geographi'ch ein starker Borposten der Entente, ist der . Megel, der sich ymschen die von der Enteure beherrschten ©ebtete und Tschecho-Slswakien schiebt. Die Ausculung der Näterepubllk bedeutet für die Entente den Bruch tmt Deunchöüerreich. Sw würde also die für ihre sßsLnit strategisch rmchiigen Bahnlimm M'fch«, chrm Widern Md Nchech-»Tlöwasieu dedrvheu. Für ha Entente ist vs d<n».ziriw>gr ein pslttdsclu'S Gebot van aller- Beherttrmg, sich Wh? BMttttirn z« sichrxy, und die 18. Aprll L919 .Sette S -r———:—v.t -: tschechy-flywcchfchen Truppen würden mn auf den Befehl wattW um sich auf das derrtschösterretchrsche Gebiet zu stürzen und sich iti den Besitz der Bahnliuun setzen zn köunm. . - , , So leuchtet noch dicke eine Hoffnung: vielleicht wenn ww in Deutschösterreich lvsschlagen, dann bricht die Revolution im übrigen Teil der Welt aus. Wenn wir dicke Gewißheit -hätten: sofort. Aber auch diese Hoffnung ist trügerisch. , i Die bisherigen RevMttönen sind m den Ländem der A t*. siegt e n ausgebrochen. Aber m kemem einzigen der Länder'der Sieger erhebt sich die Revolution. Der Streik brachte keinen Erfolg. . _ Was uns nur helfen kann, daS ist die Erschütterung des aanzen StaatsgesÜgks der westlichen Staaten, die Zettrümmmmg des Entente-Militarismusl Dieser Wille rst aber weder in, der Bevölkerung der westlichen Staaten, noch selbst im Proletäriatr mächtig genug. Nichts ist beMchnrnder für die Stimmung nt Frankreich, als der Freispruch des Mörders von JauSrs. Er erfolgte ohne die geringste Abwchr von Sette d:s französischen Proletariats, während vorher der Attentäter ClemenceauS zum Tode verurteilt worden war. Dies fmb Symptome, dre eine erndrmg^ lrche Sprache'sprechen. " . - , - Diese außenpolitische Situation verschärft die lnnerpolttnche Situation» die durch die Bckvuderhett der.Lage Deutschösterrerchs gegeben ist. Deutsch osterreich ist ein Kleinbauer u l a n d. Klaffengegkusäye können auf dem flachen Lande nur schwer aus-' kommen. Mit der Stadt würde sich das Land mcht erheben, werl es auf dem Lande nichts zu sozialisieren gibt. Eine.Er Hebung Wiens müßte alio mit unentrinnbarer NotwendigkeiteiueAbsperrungWiensvond er Provinz nach sich ziehen. Symptomatisch dafür sind die Zusammenstöße der Volkswehr mit der,Bauernschaft in den letzten Wochen. Es wurde em starker, gutorganrsierter Widerstand gegen dieStadt beobachtet. Sie willen? daß die Bauern Waffen besitzm, sich Waffen verschaffen können und auf einen Widerstand gegen die Stadt und gegen die Vollswehr emgeschworen sind. DaS Herz der Revolution ist W t e n. Und dickeS Herz der Revolution wurde durch die Kirchturmvolttik am Lande Md, in -den Provinzen systematisch ausgehungert, so zwar, daß Wien «ur mehr aitsschließlich auf die Lebensmittelzuschübe der Entente am gewiesen, der Entente also au-Gnade rmd Ungnade cwsgchefertW Polnischer LairVtag. In der letzten Sitzung der ersten Seffryn des polnischen Landtages wurde der Gesetzentwurf über die De rgütung vo n Kri egsleistunden und militärischen Requisitionen verhandelt. In dieser Frage nahm auch der Mg. P.r i lu c k i das Wort zur Einbringung einer Resolution hinsichtlich-der Registrierung und Vergütung der durch die. bisherigen Requisitionen verursachten Schäden, die er in. längeren. Ausführungen begründete. Prilucki wies dabei auf den förmlichen Raub hin, der unter dem Vorwände militärischer Requisiüonen von seiten des polnische Militärs namentlich in den Grenzländern und im Operationsgebiete betrieben wird. Seine Resolution wurde zusammen mit dem Gesetzentwmf. angenommen. Bezeichnend ist, daß dies der erste Fall warwo Prilucki seine Rede ohne Störungen halten konnte. Der Grund hierfür ist ^zweifellos darin zy erblicken, daß Abgeordneter Prilucki es diesmal peinlich vermieden hat, zu ^provozisren",das heißt, dtz Juden in diesem Zusammenhänge direkt zu erwähnew Es ist jedoch klar, daßdiese Angelegenheit die Juden, in erster Reche angeht, bei denen haupLsächlich ^requiriert!' wird, ohne auch nur zu bescheinigen. . . 7 In derselben Sitzung gelangte auch derDripglichkeitsantrag D LS z y n s K i tz auf Aushebung desAW nahmszustandes zur Verhandlung, der nach einer Begründung des Antragstellers und einer Gegenrede des Ministers W o j c i e ch D w s k i in namerülicher Mpimmung abgelehnt wurde. Räch einer dreistündigen geheimen Beratung über die Frage der Verstärkung der gälizischen Front erfolgte die Vertagung der' Sitzungen bis zum 29. ÄprU l. I - 7 * " ' " ■ i In die Kommission, zm Untersuchung der P i n s- K e r Geschehnisse entsandte der Landtag außer den Abg. G r ü n b a u m und Prilucki je einm Vertteter der verschiedenen polnischen Parteien. Diese Kommission hielt bereits eine Sitzung ab und wählte ein - Präsidium, bestehend aus - den Abg. W r ü tzlew ski und Prilucki. ZulMd. Die drohende Flüchtlingsausweismig. In Wien herrscht, nicht seit gestern und vorgestern^ Hunger und Wohnungsnot. Wien, dieser Wasserkopf des'. Staates Deutschösterreich, soll gerettet werden und allerlei schwarze und wie Quacksalber bemühen sicht um den- Pütienten, der trotz der vielerlei Kuren; noch immer sehr trauriges Dasein weiterfriftet. Nun hat man das neueste Rettungsmittel aus geheckt und Wien wäre nicht Wen, wenn.dieses nicht die Züge einer unmenschlichen Dummheit zeigte, die nur einem wirklichen Wasserkopf entspringen lann» Durch Ms- Weisung der Flüchtlinge soll, die Wotzmrngs- Und Lebens-, mittelnot behoben werden. Dis/offtziöse MrückdmuD hat dem Stadtrat Mut gemacht und. die glorreiche Koalition hat einmütig fürden famosen Airtvag:$* stimmt, her ebensowenig christlich wie sozialistisch ist, f Dem Berichte der aesttigen „Arbeiter-Zeitung^ merkt man deutlich die Verlegenheit an, dem Äser bM Beschluß mundgerecht zu machen. Es ist von der Ge-, fahr die Rededie der Stadt ans dem Massenzuzug vow Flüchtlingen droht. DaS „gastfreundliche" Wien vermöge keinen Fremdenzuzug zu ernähren, und daW sah sich der Stadtrat „gezwungen", zu beschließe« ~ nicht etwa zureisenden Flüchtlingen die Einreise nach Wien zu sperren, sondern Ausländer aus den öftlichÄr Nachbarstaaten, die seit Jahren in Wien leben, kurzer-, hWd M Wxstzm W

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