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Wiener Morgenzeitung · 1919-04-15 · Heft 87 (15.4.1919) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 87 (15.4.1919)
Date
1919-04-15
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 97 Wien, Dienstag sich die Frage, was eigentlich erstrebt wird, eine doktrinäre Verwirklichung einst zum Parteiprogramm erÜ hyhener Beschlüsse oder di2 Rettung der Menschheit vor dem Hungertode, diese Frage wird völlig beiseite geschoben «nb lediglich an Hand der einzelnen Erwerbszweige wird gezeigt, wie man eine Vergesellschaftung technisch durchzuführen .habe. Auch jene Frage, womit man die Enteignung bezahle» werde, löst sich kurzerhand mit dem Hinweis auf die Vermögensabgabe auf, ohne daß jene Vorfrage geprüft wird, vb der Staat, der doch vom Steuerstaat zum selbst wirtschaftenden Staat erhoben werden soll, durch eine solche Geldwanderung wirklich auf eine gesunde Basis gestellt wird oder ob er nicht — wie jeder Erbe eines verkrachte« Unternehmens erst eine rücksichtslose, gründliche Gattierung und Zusammenlegung vornehmen müßte. Aber selbst das Wenige, auf türs sich diese Schrift beschränkt, führt Zu negativen Ergebnissen, da der Verfasser behutsam den schwierigsten Komplex, die Sozialisierung der Landwirtschaft, völlig umgeht und überdies resigniert mit der EÄkemrtrns schließt, daß mit tia Anschlich an das Deutsche Reich Deutschüsterreich s-zialisterungs- «tf machen könne. Inzwischen macht die Sozialisierung Ott unseren Nachbarländern Fortschritte, ohne daß diese bereits ihren Niederschlag in einer zuverlässigen Literatur gefunden hätte. Sämtliche Schriften über die Zustände in Rußland werden durch das rasche Tempo der Ent- Wicklung überholt, bevor sie zu unserer Kenntnis gelangen, Der Verlag der „Aktion" in Berlin (Franz Pfemfert), der sich in den Dienst des extremen Bob« schewismus gestellt hat roch diese» mit mehr «oder minder verständlichen Worten und Zeichnungen propagiert, hat den Leninschen Rechenschaftsberrcht „Die nächsten Aufgaben der Sowietmacht" dem deutsche» Leserkreis zugänglich gemacht, aber dieser Bericht wurde bereits vor Jahresfrist erstattet, und daß in damaliger Zeit noch nirgends Spuren eines Aufstieges zn verzeichnen waren, ist bereits bekannt. Auch Lenin weist ohne Beschönigung darauf hin, daß die Uebernahme der politischen Rächt zwar gelungen sei, daß dagegen die Regelung der Verwaltung des Landes noch mit de» allergrößten Widerstände» zn kämpfe» hat. Der Bericht enthält nur wenig konkrete, meist Nur allgemeine Feststellungen des bereits Erreichten und beschränkt sich im' wesentlichen darauf, die Richtlinie» für eine Arbeit aufzustellen, welche für eine Stabilisierung der Sowietregierung in wirtschaftlicher Hinsicht, eine Steigerung der Produktion und ein« geregelte Verteilung Bürgschaft leisten. Die Darlegungen sind von tiefstem Gefühl der Verantwortung getragen — aber ob das inzwischen neuerlich aügelaufene Jahr, und darauf allein kommt es an, den Wert udb die Ausführbarkeit der dort ausgestellten Richtlinien erwiese» und die Produktion tatsächlich wieder ins Lebest zurückgeruftÄ hat, das entzieht sich leider »och unserer Kenntnis. » Wesentlich deutlicher «nd realer als durch bte Vermittlung der „Aktion" werden wir durch Alfons Paquet über die Vorgänge in Rußland unterrichtet. Die „Frankfurter Zeitung", in deren Auftrag Paquet von Äde 1916 bis Jänner 1918 i» Stockholm, mm diesem Zeitpunkte bis zur Auflösung der amtlichen Vertretungen des Deutsche« Reiches bst der russischen Negierung in Moskau gewellt hat, veröffentlicht in ihrer neuen Flugfchrftenfammlung „Zur deutschen Revolution" eine Auswahl von Aufsätzen Paguers: „Aus dem bolschewikischen Rußland" und auch das Märzheft der „Tatz', (Verlag E.Diederichs, Jena) enthält einen bemerkenswerten Aufsatz von ihm: „Der Geist der russischen Revolution". Auch diese Schriften sind zweifellos zum größten Teil bereits überholt aber bet dem Mangel ausreichende« JnsormattonSltwratur ist ihr Erscheinen außerordentlich begrüßenswert. Orchesterkonzerle. (PhilharmouischerLhor.— LShmPhSuie« I0 »a e r t) Als Franz S chreker de» Philharmonischen Eh'or gründete, schuf er sich eine Plattform, von der ans er mutig für die Modern« in der Musik dnttiteto ftmitte. Die Thorliteratur der neuen Zeit, die in Dvllschlanb bessere Vorbedingungen trifft als hier, wurde so wenigstens tu Ihren wichtigsten Werken dem Wiener Publikum zugänglich. Klose, Louis RikodS, Otto Laubmann» Reznicek, Oskar Fried und andere kamen in interessante« Aufführungen zn Gehör, von den unseren konnten Gustav Mahler mit der Achte» Symphonie und Arnold Schönheeg mit den „Gurretiedsm" i» österreichischen Erstauffül-rrmgen erscheine». An diesen Thor dachten auch junge Komponist«» hoffnungsvoll, wen« sie den Mut zu größeren Konzeptionen fanden. Weigls „WrUftler" hätte durch ihn erklinge« solle», manch anderes Werk verdankt« solcher Hoffnung seine Entstehung. Diese« befruchtende» Einfluß zur Wirkung zu bringe«, war auch der Zweck des jüngsten Konzertes. Walter Gmein dl, der wie daS Gros der wertvolle» Wiener Jugend durch Schrekers Schule gegangen ist» und augenblicklich in München wirkt» schrieb seine« „Gesang der Jbonen" zu Worten auS „Stvrnentau", einem der kosmische« Roman« von Kurt Laßwitz, «etherisches in Musik umzusetzen, liegt nah« genug. Dir Harmonie der Sphären spukt unausrottbar durch alle Kompendien der Musikgeschichte. Bei Gmetndl verdichtet sie sich aber zum Glück aus einem mathematisch-philosophischen Begriff zum sinnlich wahrnehmbare» Reigengesang der weibliche« Raumgetster, die hymnisch ihren Schöpfer loben. Gmeindl hat für bi* erforderliche transzendentale Klangwirkung den richtigen Instinkt bewiesen. Die sftahlende, Reinheit höherer Luftregionen leuchtet aus Minner Atorgewzeitmrg seinem Orchester, Frauenstimmen und Soli fügen sich in durchs sichtiger Klarheit dem strömenden Reigen ein. bis der Schluß bas Phantom inden Aether entschweben läßt. Der junge Komponist leitete da- Werk persönlich und holte sich die Ehre der verdienten Erfolges. Größe« Aufgaben als die Varstellung musikalischer Stimmung.stellte sich Frau Johaima M ü l l e r - H e. r m a n 11, deren Symphonie in V durch Nebbal im gleichen Konzert zur Erstausführung gelangte. Sie hatte doppelte) Vorurteil zu überwinden, das gegen ihr Geschlecht im allgemeinen und bas im besonderen Falle, da sie es unternimmt, ein Zeit- und Menschheitsblld zu malen, zu dessen vollkommener Darstellung ein musikalischer Michelangelo gerade hinreichend wäre. Soviel ans der eilig vorbereiteten Aufführung zu ersehen war, hat die Komponisti» Fülle der Gefühle genug, um die lange« Wegstrecke« ihres Heldengedichtes episodisch zu beleben. Aber sie verliert gelegentlich ihr Ziel aus dem Auge, statt ihm mit dem unbeirrbar sicheren Schritt des Symphonikers zuzustreben. So war man trotz der Führung durch die Textworte und der von Richard Specht reichlich gebotenen Ausdeutung des musikalischen Inhalts nicht recht zu erwärmen und empfand mehr das Heldentum der Konpvnistin als ihres Werkes. Die Energie und GeisteSstürke, die zur Bewältigung moderner Orchestermassen notwendig ist, ist nicht gering zu achten, und Frau Müller-Hermann wkrd mtt dieser Symphonie nicht vielen Rivalinnen begegnen. Sie hat bewiesen, daß sie die gewaltigsten Klangmafsen zn meistern versteht. Wenn sie uns anderes zu sagen haben wirb als die Apologie eines heute mißachteten Siegerbegriffes, wird man ihr mit gesteigertem Interesse lausche«. Der Schubertsche Trauermarsch in ES-moll zn J5egiim des achten Symphoniekonzertes unter Lötve erllang zur pietStvollen Erlmrerumg an Kart August Artaria. In Es-Dur schloß sich die romantische Symphonie von Bruckner an. ES ist immer reiner Genuß, Ferdinand Löwe seinen geliebten Bruckner dirigieren zu sehe«. Er hat ihn nicht nur vollkommen üme, er weiß auch sein Inneres ohne Rest zur Darstellung zu bringe». DaS Jagdstück beS dritten Satzes, auf Dovurck Nachfahren weisend, ans die Tristanharmonien und das Scherzo aus Mähers Zweiter, gelang in höchster Vollendung. Der kampffrohe Schlußsatz und das folgende Meisterstngervorspiel ließen Orchester und Dirigenten durch Glanz der Ausführung und Kunst der Steigerung zum Gegenstand allgemeiner Akklamation werben. Man fteule sich, den beliebte» Musiker in seiner neuen Eigenschaft als Mademiedirektor feiern zu könne». Diesmal hat der reformlustige Wille der Masse» keinen Fehlgriff getan. Dr. K. M. * Ei« KuusMatt für die Mische« Kinder i« Wie«. D« bckanrrte Graphiker Dr. Gregoire Rabinowitsch, Vorsiandsmitulil-d der Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftstelle und Künstler Haruach in Zürich, hat, ergriffen von den Schilderung«» »md Bädern der Rot, unter der die jüdische» Kinder in Wen leben, ein. Kunstblatt geschaffen, dessen Erträgnis er der Schweizerischen Hilfsaktion zur Versorgung jüdischer Kinder aus Wen widmet. Die Radierung, zu deren Darstellung sich Dr. RMnowitsch von Photographien anregrn lreß. die vorn sozialen Organisationsamt des Jüdische» Roti-mlwttS für Deutschösterreich in die Schweiz geschickt wurde«, tmi das Wuner Kinderelend aogenWig zu demvustnerrn» zeigt ein typisches, kahles Wiener Zimmer, dessen Emrichwua mit einem Elsenbett und einem Kochosen anyrdeutrt ist. Die lange Abzugsrohre des Ofens greift gespenstisch durch den Raum. Ein halbwüchsiges, hohlwangiges Mädchen, n» jüdischer Bateh. verzweifelnd auf dem Brttcand hockend» und sein von »hm im An« gchalttneS» ymmerkrantes Kind starren gierig aus eine« tutf dem Ofen stehende» Kochtopf. Ein erschütternde» eütdnnglrche Phantasie. Zar Erinnerung an de» An* laß, der den Künstler zu seiner Radierung drängte» stehen am unteren Rande die schlichten Worte Mgeritzt: Für bte jüdischen Kinder üuS Wien«. Die Radierung erscheM in zwei Ausgaben: fünfzig Mtter, von der untzerlMlren Platte auf Javaupspirr abgezogen und vom Künstler nummrrt und handschriftlich signiert. sind mm Preise von nur So Franks erhältlich» um jeden Liebhaber den Kauf M «Mögltchen; SVO Blätter. auf Bütte« gedruckt» tosten je lö Franks. Es ist M erwarten, daß das kunstverständige jüdische Publikum sich nicht die Gelegenheit wird entgehen lasten, dieses Werk des Künstlers, dessen Arbeite» vstgemm sehr gesucht und geschätzt sind zu erwerben» am so mehr, als dadugch glerchzrrug die Krnderaktisir gefördert wird. Bestellungen sind zu richte« an daS Bureau deS Zentralkomitees, Zürich, Talacker sy» Ä Stock. Estsl hamaev'MaKnee. Wft bereits mittzttrilt, m° anstaltet der Verein Zion am SS. d. M., V.1I Uhr vormittags, < im großen KsvzttthaMaale eine Peffsch-Matinee, »n welcher Wilhelm Klitsch und OlmkanlSt Do« FuchS mitwiekrn. Herr Klitsch wird daS Hobe Med SRomvnS mit Oegelbeglritung MM Vortrag« dringen. Dw Leitung der Chöre hat Herr Arlur Wv lf ÜSkknommrn. Restliche Karte« an der Tag-Skaffe deS KonzerthanseS, bei Löwit «nd im Verein Zion. «Me Weber* im Deutschen Bslkatheate«. Direktor Bernau wird als nächste NeuauMrmitz deS Deutschen VolkötheMerß Gnhcni HanptmannS ^»Dir Weber" zur Wwner Echaufführung bringe». DaS MtÜck, daß in Oesterreich durch lange Jahre verbolm war, wmde seinerzeit unter Brahm vom Lessingcheater m ein« mtvergeßlichen Austührung mit Rittner» Basiekmann Und Form für daS Wiener Publckum in einer einmaligen Vorstellung in Pretzbnrg tzrgebnt, da daS Verbot für Ungarn nicht galt und Brahm daS Stück, das sensationellen Erndrmk gemacht hatte, auch dem Wiener Pudlltum zeige« wollte. In spätere» Äufführuntze« des LefstngtheaterS Mangtt» ^Die Weber" dann noch anläßlich der Gastsp,ete im Theater an der Wien und im Strautztheater M Äufführung» doch hatte bisher noch keine Wiener Bühne daö Drama in ihren Spielplan ausgenommen. Die Proben im Dmckche« BvttStheater hüben gestern begonnen. Eine Statitfaftfeimft dar Philharmoniker» Während der mmSkägtM Oeurralvrvbe rum gestrigen VhckhanNoNtschett Konzert verüNsiatteten vre Pyuyarwoniker eine Sympathiekundgebung für Felix Werugarrnev. um hierdurch »yre StelltMg z« ihrem Dn-igente», der anläßlich der Strauß-ÄWre vielfache Anschuldigungen erdulden Mußte, zu bekunden. Der Obmann des Beremes der Philharmouiker» Herr Markt» hielt eine Ansprache an Weingartner, in der er den Dank der Phckharmonckrr für Weingartners Wirken aussprach und bie An- 15. April. IttlS Heile v -> bänglichkest und die unverbrüchliche Trme des Orchesters a« seinem Dirigenten damit begründete, daß sich alle Philharmoniker bewußt waren, daft sie ihre jetzige stoue künstlerische Höhe vor allein dem Wirken Weingartners zn verdanken hatten. Vielfach bemerkt wurde auch, daß die Philharmoniker hei der. letzten Parstfalaufführung» als die Galerie» für Richard Strauß ■ demonstrierten, den Dirigenten, Herrn Reichwein, bei seinem Gr-! scheinen vor dem dritten Akt mit Applaus begrüßten. I Arbertervorstellungen im Operntheater.. morgige Aufführung der.»Entiührmm airS dem, Serail" muß aus! technckchen Gründen um */«7( Uhr abends beginnen. Garderobe und Programmzetlel sind frei. Im Ko modern Haus wird zugunsten des Kriegs* spitals Meidlmg Mittwoch den 16. d. M.» um 6 Uhr abends, bte Operette „Eva" von Franz Lehar unter der persönlichen Leitung des Komponisten gegeben. Einige Rolle» sind mit Patienten des Spitals besetzt. Das Werk Mchard Beer-Hofmanns. Eine lirbr- und eifervolle Studie des bekannten Schnststellers Theodor Neik ist zur Aufführung von „Jaakobs Traum" am Burgtbeater nn Verlage R. Lowit erschienen. Trotz durchaus frohen Bekeunens zu dem Werke Beer-Hofmanns ist hier auch wertvolle kntische Analyse neben gleichsam autheMcher Exegese geboten. DieSchrH wird sicherlich allen willkommen sein, die von „Jaakobs Traum kommen oder zu ihm gehen. (K 8.30 broschiert, 5.50 gebunden.) Durch alle Buchhandlungen oder direkt von R. Lowrt, Wien, l., Rotentmmstraße 83. _ Gerichtsfaal. Die mrvakftändige Kaiserfamilie. Einer der vielen Prozeße, die die Firma R. L ech n e r um von ihr gelieferte Blldniffe der ehrmalrgen kaisemchem Famtlle führt» nahm beute vor dem Bezirksgericht FünfhauS (8GN. Dr. Brr g> durch eme tbenfo überraschende ww originelle Einwendung des Beklagten einen unerwartet raschen Abschluß. Beklagt war der Damvtwäschereibesitzer Emu F-zsch e r aus Bezahlung von R 8i.—, welche er der klägenschen Firma für ein im August v. I. bestelltes Kaiserbildms schuldet. Der BeNagte wendete zunächst ein, daß das Blld, welches erst mr November geliefert wurde, infolge deS ßaatlichm Umsturzes Mr ihn wertlos geworden sei, und daß es der Bestellung nicht entspreche, da die Größenausmaße viel zu gering seien und die klöaerische Firma statt des in Aussicht gestellten handkolorierten Kunstblattes einen gewöhnlichen Farbendruck geliefert habe. Der Richter konstatierte sofort an dem vom,Be-' klagten mitgebrachten Bckd die Richtigkeit dieser Einwendung uM aav seinem Erstaunen über die überaus mangelhaste Ausführung' des Bildes Ausdruck. Als er stch anschickte, den Beweisbeschluß aus Zulassung eines Sachverständigengutachtens zu verkünden, erklärte der Beklagte, er könne d as B i l d au ch auA dem Grunde nicht annehmen, da da r a u nur vierKinder des ehemalraenKarserpaares abgebildet s e i e n, w a h r e n d ,d r^e Kaiserin im März 1918 bereits ein fünftM Kind geboren hatte. Hierüber beantragte er^persönliche Einvernahme der ehemalrg en Kaiserin. Auf die lächelnde Frage deS Rtchters an den.klagerischen Anwalt, Dr. Artur Zweig, was n wohl darauf zu erwidern habe, erNarte dieser, daß er diesen Emwand allerdmgs nicht entkräften könne, weshalb er sich zm Zurückziehung der Klage unter Verzicht auf den Anspruch genötigt sehe. Außerdem zahlte er sofott dem Bellagten die von diesem begehrten Prozeßkosten in der Höhe von siebzig Hellern, -t urch dm AusgM dieses Prozeßes dürfte allen ähnlichen. Klagen der Firma Lechner wohl der Boden entzogen sein. ' Sport. Der Sportlilnb Kadim» siegte am Sonntag, Web M Christlichen Jüngliugöverein Hernals 4: 0. Das Spiel zahlte zur Meisterschaft. ' Willy Gyme», dtt vorzügllche Spieler und letzte K^egskap'tän der Hakoah, der im Vorjahre nach Budapest nbeisiedckt ist, hat seine» Aufenthalt wieder in Wim genommm, wodurch die Hakoah eine wertvolle Brrstärkung erfährt. / Der Verein siir Bewegungsspiele Mödlingspielt^ Sonntag gegen die zweite Mannschaft Ratzids und siegte 2 : 0. Die MvdliNger machten bei ihrem erstei, Wiederaustretcn nach! sünsjähtkger Pause einen recht gmen Eindruck. Der Prager Deutsche Futzballklnb siegte Sonntag! gegen dm F. C. SportbrUder aus Krammel 10:0. Fußball bei der Volkswehr. Die Fußballmannschaft d«S BolkSwehr-BaonS13 spielt heMe um 4 Uhr gegen die erste Mannschaft deS W. A. 8^ DaS Wettspiel ^findet, ans dem Prattt-Spvttplatz statt Md verspricht sehr gutm Sport. Der Volkswirt. Die Vergrotzevung der bestehenden Siedlungen in Palästina. Jaffa, äm März 1913. Dichtere Siedlungen. Palästina bedarf ftn allgemeinen einer dichteten Besiedlung. DaS Land ist bekanntlich nicht eins unbevölkerte Wüste, aber es -ist nur schwach bevölkert und muß intensiver als bisher bevölkert werden. Das bezieht sich auf fast alle Gebiete, die während der Isstztön 13 oder 20 Jahre in jüdischen Besitz Übergetzüngeir sind. Die jetzigen jüdischen Kolonien und FarMett mÜssAr fortan enger besiedelt werden. N^üer Bodenbesitz Mrd' ünS vorläufig nicht zur Verfügung stehen .und mvc, zu erwerbenoe Gebiete werden zuerst für Kolouisasions-; zwecke durch Bervässerung, Drainagö, Wegebautep, Straßenanlagen usw. vorzubereiten sein. Die Lestehenden Kolonien und Forme», von denen ein Teil noch!, leer steht, können sogleich nutzbar gemacht werden/ während auf neu zu erwerbrndeir Ländereien zuerst diese Dorbereitungsarbsiten ausgeführt Werder: müssen, ehe man Kolonisten ansiedeln kann. Ländereien in jüdischem Besitz. Drei Kategorien von Ländevrien in jüdischcu: Besitz komm» für eine sofortige Kolonlsativn in Bstracht, nämlich: } 1. Land, daS dem Jüdischen RatiüMlfonds gehörh- 2. Land im Besitz von PrivatgesellschaftsU• L. Land im. Besitz von Emzelpersouen.

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