Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 87 (15.4.1919)
- Date
- 1919-04-15
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Wien, Dienstag f Bei der ersten Kat-rgorie sollte man alle Farmen ^des Jüdischen Nationalfonds in Arbeitersiedlungen umtvandeln, um eine größere Anzahl von Bewohnern aufzrmehmen. Ben Schemen, Hulda, Merchawiah und Daganiah können für diesen Zweck benutzt werden. Bei der zweiten Kategorie könnten einige Ländereien, die der Palrstine Land Development Co. gehören und noch nicht verkauft sind, sofort für Molvnisations- - zwecke nutzbar gemacht werden. Auch einige Ländereien, die der Jewish Colo uisation Association gehören, sowohl in Südwie in Nordpalästina, kommen für diesen Zweck in Betracht. Bei dem Land, das sich im Besitz einzelner Juden befindet, ist verhältnismäßig viel Raum auf dem Gebiet von Mu-Schuscha oder Gezer (das die Jea an einige sibirische Juden verkauft hat) und Ksar-Uriah (das einer Bialystoker Gruppe gehört). Ferner kommen in Betracht: 1. Große Teile von Kerkür und Rabia, 2. Ruchamah (im Besitz einer Moskauer Gruppe), 3. Migdal (ebenfalls im Besitz einer Moskauer Gruppe). 4. Poriah (im Besitz einer amerikanischen Achüsah), 5. Roma (gleichfalls im Besitz einer amerikanischen Achusah). In den Kolonien Kfar-Saba, Kfar-Malal und Chederah gibt es auch eine Reihe von Terrains, die ausländischen Juden gehören und auf Grund von Dereinbarungcn mit den Eigentümern für jüdische Siedlungen benutzt werden könnten. Aufnahmefähigkeit des zur Verfügung stehenden Landes. Auf den verschiedenen in jüdischem Besitz befindlichen Terrains ist Raum für wenigstens 600 Ansiedlerfamilien. Das ist ziemlich wenig im Vergleich zu dem bevorstehenden Bedarf. Umsomehr müssen wir uns nach Kräften anstrengen, um die vorhandenen Mittel voll auszunützen, vor allem die Landreserven des Jüdischen Nationalfonds und der Palestlne Land Development Co. Allgemeine Bedingungen für die Ansiedlung. Nationaler Landbesitz. . Das Land sollte durch den Jüdischen National-- fonds solchen Arbeiterfamilien in Erbpacht gegeben werden, von denen man annehmen kann, daß sie es ohne fremde.Arbeitskräfte bewirtschaften. Ein besonderes landwirtschaftliches Kreditinstitut, das noch geschaffen werden muß, sollte entsprechende Vorschüsse gewähren. Die Kolonisten der ersten Siedlungen, die nach dem Kriege unbergebracht werden, sollten hauptsächlich oder ausschließlich aus dem Kreise der Arbeiter geiiommen werden, die während der verflossenen Jahre genügend Erfahrung in der Landwirtschaft gesammelt haben. Für jede Ansiedlung sollte einv besonderes Siedlungskoinitee alte Einzelheiten der Unterbringung übernehmen. Das Komitee hätte aus Vertretern der Siedler selbst Zn bestehen, ferner aus Mitgliedern des Jitdischen Nationalfonds, der Kreditinstitute und der beabsichtigten jüdischnationalen Kolonisationsgesellschaft. Die Ansiedler haben zu bestimmen, ob sie auf der Basis der genossenschaftlichen Produktion oder der Individualwirtschaft arbeiten wollen. Jedes Siedlungsbomitee hat^ von Anfang an die Bildung einer Gesellschaft mit allen für eine wohlorganisierte Gemeinschaft notwendigen kulturellen Einrichtungen ins Auge zu fassen. Schulen, Gesundheitswesen und andere Gemeindeeinrichtungen werden aus den allgemeinen Mitteln der Zionistischen Organisation bestritten. Die aus dern Kreise der jetzigen Arbeiter gewählten Ansiedler werden nur sehr kleine oder gar keine Ersparnisse besitzen, da die Verhältnisse vor dem Kriege ssolche nicht zuließen. Aus diesem Grunde kann gar kein oder nur ein sehr kleiner Beitrag zu den Kosten für die Einrichtung der Farm von dieser Kategorie von Ansiedlern gefordert werden, die, da sie mehrere Jahre lang unter besonders schweren Bedingungen auf dem Lande gearbeitet haben, ein besonderes Anrecht daraus besitzen, in erster Linie für die Ansiedlung auf nationalem Boden in Betracht zu kommen. Bei der künftigen Ansiedlimg von Kolonisten braucht das Vorrecht, zu den Einrichtungs kosten keinen Beitrag zu leisten, keineswegs beibehatteu zu werden. Neberbttck über dir Einrichtungskosten. Die Kosten für das Land und die Vorbereitungen, die durch den Nationalfonds zn tragen sind, können auf rund 350 Pfund Sterling pro Familie (200 Pfund Sterling für das Terrain und 150 Pfund Sterling für dessen Vorbereitung) berechnet werden. Landwirtschaftliche Kredite für Bauten, Arbeitsgeräte und Anlagekapital würbe« sich auf etwa 500 Pfund Sterling belaufeir, diejenigen für Schulen, Gesundheitsdienst und andere gemeinnützige Einrichtungen auf etwa 100 Pfund Sterliug pro Familie. Im ganzen kann man mit folgenden Summen für die Ansiedlung von 200 Arbeiterfamilien rechnen: Vom Nationalfonds (für Land nnd Ameliovation) j70.000 Pfund Sterlinge vorr Kreditinstituten 100.000, von der Zionistischen Organisation für Gemeinde- und Kultureinrichtungen 20.000 Pfund Sterling, zusammen 190.000 Pfund Sterling. Die Ausgaben des Jüdischen: Nationalfonds auf seinen Besitzungen für Ansiedlungszwecke haben bisher etwa 30.000 Pfund Sterling betragen, s'o das; seinerseits nur noch weitere IQ.flgg Wiener Morgenzettnng 15. April 1919 Nr. 87* 1 Pfund Sterling für den Erwerb "von Ländereien der Paleftine Land Development Co. und für .die notwendigen Ameliorationen anznlegen wären. Die Ausgestaltung der Siedlungen. Die anzuleganden „Pionier" - Kolonien müssen unbedingt einen Erfolg darstellen. Enge Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen, der Ansiedler, der Landinstitute, des Kreditinstitutes usw. sowie der Organisation zur Anlage von Schulen, Hospitälern rc. tvird in Palästina einen neuen Typ nationaler 'Siedlungen schaffen. Obwohl^vir als idealen Sirdlungstyp eine Dorfgemeinde von mindestens 100 Familien, die sich mit der Bestellung des Laiwes befassen, betrachten, müssen wir uns auch mit Siedlungen kleineren Ausmaßes, die schon vor dem Kriege bestanden, bei den Kolonien begnügen. Diese werden sich hoffentlich durch Hinzukommen neuer Ländereien vergrößern können. Wenn es irgend möglich ist, in der unmittelbaren Nachbarschaft geeignetes Land zu erwerben, so wird man gut tun, größere Gebiete in Besitz zu nehmen, als die, mit denen wir heute rechnen müssen. Neve Ansiedler auf den bestehenden Privntgütern. Auf den Gütern, die Privatgesellschaften und Einzelpersonen gehören, können wenigstens 400 Familien angesredelt und mit landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt werden. Wenn für die ersten technischen Vorbereitungen aus privaten Quellen genügende Mittel zur Verfügung stehen und ausreichende Fonds für entsprechende Darlehen zu leichten Bedingungen durch eine Landwirtschaftsbank gewährt werden, so können auch intensivere Kulturen eingeführt werden, als bisher auf den Privatgütern gebräuchlich waren. In diesem Falle würde das in jüdischem Besitz befindliche freistehende Land zur Aufnahme der doppelten Zahl von Ansiedlern ausreichen. Die Beteiligung der Siedler an den Kosten sollte ziemlich hoch bemessen sein, etwa 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten für die erste Einrichtung. Auf folgenden jüdischen Privatbesitztümern dürften voraussichtlich neue Kolonisten angesiedelt werden können, vorausgesetzt, daß den.Ankömmlingen Hilfe bei ihrer Organisation, bei den erforderlichen Bodenkrediten und bei der. Schaffung der sozialen Einrichtungen gewährt wird: >' - Ruhama.. ungefähr 5.800 Dunam Kfar-Saba. 7.200 Kfar-Malal. 4.200 m Abu-Schuscha (Gezer) .... 6.800 Hedera Mur teilweise bebaut) m 32.000 Hcfzi-bah. 5.900 n Kerkur, Rabia und BedaZ . 16.500 Schwapa, Bath-Schlomo usw. n 14.400 n Pona . ...... m 3.500 n Rama. 5.100 Migdal.. „ 5.700 w Mabuaim .. 8.500 „ Auf diesem Gebiet könnten, selbst wenn man für eine Familie 300 Dunam berechnet, etwa 400 neue Kolonistenfamilien angesiedelt werden. In Wirklichkeit kann man bei den herrschenden natürlichen und ökonomischen Bedingungen mit viel kleineren Terrains - rechnen. Selbst wenn etwaein Viertel des obigen Gesamtareals sich als.nicht geeignet zur Bebauung oder als bereits teilweise bebaut erweisen sollte, so würde das übrige Terrain für die Ansiedlung von 400 Familien unter Berechnung von 25.0 Dunam pro Familie ausreichen. Kontrolle und Anmeldung der Vermögen. Amtlich wird verlcmkbart: Die seitens des Safesperramtes der Steueradministration für den l. Bezirk den Sasemietern zugehenden Verständigungen, in denen der Nachweis geleisteter Sicherstellung vor der Inventarisierung gefordert wird, sind vielfach mißverständlich dahin aufaefaßt worden, daß die Inventarisierung und Freigabe der Safes überhaupt erst dann eriolgen kann, wenn vorerst die Sicherstellung in dem in der Zu'chrlst des Safesperramtes genannten Ausmaße durch eine beim Zentralfteueramt zu erlegende Kaution erbracht wurde. Dies trifft nicht zu. Die geforderte Sicherstellung kann vielniehr auch auf eine andereAr t. und zwar vor allem durch die Zurücklassung eines Teiles des S a fein h a l t e s, durchBerpfävdung e i n e S Bankdepots usw. erbracht werden. Der Kautionserlag beim Zentralsteueramt wird dm Zuschriflm deS Safesperramtes nur als der Weg empfoUen, auf dem am raschesten und einfachsten die Äbrvicklimg des Verfahrens erreicht werden kann. In dm nächsten Tagen wird das Verfahren der Anmeldung der Anlagen, Gmhabm und Depots bei den Wiener Kreditinstituten beginnen können. Die Parteim werden heute schon darauf aufmerksam gemacht, daß in den erste» Tagen nur Anmeldungen von Einlagm gegen Einlagebücher usw. vollzogen werden können. Für die Emlegung von Depots imd Kontokorrent- und Glrokontosaldi,werden die Parteien ausgefüllte Formularien zugesmdet erhaltm, die abzuwartensind. Generali, ers ammlung - erNied erösterreichis chen Eskomptegesellschaft. Unter dem Vorsitze des Präsidenten Max Feilcheufeld fand gestern die 66. ordentliche Generalversammlung der Nieder», österreichischen EskoniptegeseVchaft statt./ Es waren 30 Aktionäre (36.220 Aktien) anwesend, welche übers 8608 Stimmen verfügten. Der Vorsitzende brachte dm Rechenschaftsbericht und die Bilanz für das Geschäftsjahr 1918 zur Verlesung. Der Antrag des Verwalttrngsrates auf Verteilung der Dividende von 6% (K 20.— Pro Aktie) uttb lO% Tantiemen an besten Mitglieder wurde einstimmig genehmigt. Die arlSscheidrndcn Verwaltungsratsmitglieder Alfons Erhard, Viktor Mauthnerund Ludwig Urban wurden wiedergewählt. Generalversammlung der Alpine« Montangesellschast. Unter dem Vorsitz des Präsidenten Wilhelm Kestrane? die GenMvVsalMlung der Minen Montavgesül? schüft statt. Generaldirektor R o th b a l le r trug den Geschäft«-'' bericht vor. in dem die außerordentlichen Schwierigkeiten mid der! Rückgang des Geschäftsbetriebes ausführliche Erörterung fanden. Der Zerfall der Monarchie hatte einen weiteren Rückgang des Betriebes zur Folge. Die ins Unenneßliche anwachsenden Lasten konnten durch die wiederholten Erhöhungen der Verkaufspreise nicht wettgemacht werden. — Was die Erhöhung des Aktienkapitals von 72 auf 90 Millionen Krone« betrifft, so werde der Erlös dazu bestimmt sein, die durch die vollzogenen Investitionen und durch die Erhöhung der Vorräte entstandme schwebende Schuld, welche derzeit ü b e r fünfzig Millionen beträgt, zu tilgen. Durch ein Uebercinkommen mit der Nicdcrösterreichischen Eskomptegesellschaft erscheine die Durchführung der Kapitalserhöhung gesichert. Die neu ausurgcbenden 90.000 Aktien, die au den Erträgniffen der Gesellschast vom 1. Jänner d. I. teilnehmen, solle» den bisherigen Aktionärm zu einem Mindestkurfe voa 7 0 0 K r o u e n pro Stück zum Bezüge angeboten werde». Anmeldungspflicht für Einlagebücher von Geldinstitute« auf tfchecho-slowakifchsm Gebiete. Vom „WLHnmgSschutz*, Verein zm Erhaltung deS Bottsvermögend, wird uns mttgetnlt: Da bekanntlich in der tschecho-slowakischen Republik attr Geldemlagebücher (zmn Beispiel SparkastebÜchel) bis lO.Juni 1919 abzu stempeln sind, widrigmfalls sie v erfüllen, wurden zum Schutze der außerhalb der Tschecho- Slowakei wohnhaften Einleger Schritte eingelettet, denen trne nunmehrige Verfügung des tschccho-slowakstchen Finanzministeriums Rechnung trägt. Danach kann die vorgeschriebene Anmeldung von Geldeinlagen bei Jnstitwen auf tschecho-slowakrschem Gebiete durch ihre außerhalb der Tschechv-Slowakei wohnhaften Eigentümer in folgender Weise erfolgen: Es ist m zweifacher Ausfertigung aus je einem gewöhnlichen Dogen das G e l d i n st i t u 1, die N u m m e r d e s E i nl a g e b « ch e s, der Name, der Saldo» und der Name des Eigentümers zu vermerken, sodann sind beide Bogen dem Steuerrnnte jenes Bezirkes emzusenden, in welchem das betreffende Geldinstitut (zum Beispiel die Sparkaffe) den Sitz hat. Tschecho-slowakische Staatsangehörige, die in Wien wohnen, können diese Anmeldungsbogen dem tschecho-slowakischen^ Bevollmächtigten in 'Wien überreichen. Jedoch muß du Anmeldimg in jedem Falle bis längstens 10. Juni 1919 erfolgen, da sonst die betreffenden Einlagebücher verfallen. Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Verhandlungen in Ungarn. Seit dem 10. November vorigen Jahres ist mit Ungarn ein größeres Kompensationsgeschäft nicht zustandegekommen. Vielfache Bemühungen blieben ohne Erfolg, da Ungarn nicht in der Lage war, Lebensmittel zu bieten. Auch bei den Berhandlimgen, die Vertreter des Dculkchösterreichischen Warenvrrkchrsbureaus im Februar in Budapest geführt haben, ist eS Nicht möglich gewesen, zu einem Abschluß zu gelangen. Jniwischen war aber der zv Ende November vereinbarte Vertrag beinahe zur-Gänze abgewickelt worden; die Kontingente waren erschöpft, so daß die Ausfuhr nach Ungarn fast völlig-ins Stocken geriet. , In den ersten Apriltagen sind nun die Verhandlungen mit erner im Deulschösterreichischen Warenverkehrsbureau erschienenen ungarischen Abordnung wieder ausgenommen worden und sie führten zu dem Ergebnisbaß ein U e b e r e i n k o m nt c n betreffend den geg t n*', fettigen Durchfuhrverkehr erzielt wurde. Gleichzeitig ist die Anbahnung. einvS neuen Kompensationsvertrages versucht worden. Da aber die neue ungarische Regieninz erst noch Erhebungen über den Ueberschuß an eigenen verfügbaren Ausfuhrartikeln anstellen muß, wurde vorerst bloß eine A u s 1 a u s chvereinbarung getroffen, die .den gegenseitigen dringendsten Bedarf zum Gegenstände hat. Von Seite Deutschosterreichs wurde den Ungarn die unverzügliche vorschußweise Lieferung von Salz, Kupfervitriol, Chemikalien, landwirtschaftlichen Geräten, Eisen und Elsrnwaren im bescheidenen Ausmaße zugesichert, während wir aus Ungarn eine kleine Menge lebenden Viehs, Schafwolle und Futtermittel erhalten. Die Kompensationsverhandlungen werden in zwei bis drei Wochen wieder a u f g e n o.m m e n. Außerdem wurden anläßlich der letzten Beratungen auch Vereinbarungen über die Aufrecht-, er Haltung des wechselseitigen Eisenbahnverkehres getroffen. Die Sozialisierung der Bergwerke hr Nutzland. Ein vollkommenes Fiasko. ’ ' Die Zeitschrift' „Stahl md Eisen" berichtet hierüber: Di^ von Lenin eingesetzten Ueberwachungsausschüffe hattm zur Folge, daß Irie'Produttion der Bergwerke, die vor dem Kriege rund 3 Millionen Tonnen betragen hatte, bereits im Jahre 1918 auf 400.000 Tonnen z u r ü ck g i n g. Die durch Stillegung der Fabriken erwerbslos gewordenen Arbeiter müffen vom Staat erhalten werden. Die daraufhin angrordnete ^Nationalisierung" der Werke blieb aber nahezu unausaeführt. Der Gemeinvcrtrag, die Ausnahme und Entlassung aller Arbeiter durch die Bemfsverbände, die Vereinheitlichung der Löhne, die Gleichstelluna aeleruter und ungelernter Arbeiter vollendeten den Ruin der früher blühenden UnternchmMgen. Lenin soll nun angesichts des Zusammenbruches die Einführung der Attordardeit und die Wiederbecusung der früher leitenden Beamtm dekretiert haben. Säcke-Ein- und Ausfuhr in Tschechien. Prag, 14. Avril. (Tel. der ^Wr. Morgenztg.*) Das tschecho-slowakische Finanzministerium teilt mit, daß die Beschränkungen, welche für die Einfuhr und Ausfuhr von Säcken aller Artt während der Kriegszeit festgesetzt wurden, nicht mehr für i Sacke, welche bloß aus Papier a n g e f er t i g t sind, in Betracht kommen. Für diese Säcke ist es also nicht mehrnötig, bei der Ausfuhr eine Zollkaution zu erlegen. Die deutsche Reichsbank. Berlin» 14. April. Nach der mit dem Vierteljahrcsschluß in Zusammenhang gestandenen starken Jnanspnrchnahme in der letzten Märzwoche erfuhren die Anlagekonten der Deutschm Reichsbank in der ersten Aprilwoche eine entsprechende Entlastung. Die gesamte Kav'ualsanlage nahm nämlich von 30.331 auf 27.709! Millionen Mark ab. Andererseits zeigen auch die fremden Geldes : eine ganz beträchtliche Verminderimg, nämlich-um 3250 auf 11.253' Millionen , Mark. Der neue Bedarf an papierenen Geldzeicheip war in d.er ersten Aprilwoche verhältnismäßig gering. Au Barst-! nöten mußten 4'3 Millionen Mark neu m den Verkehr gegeben! werden, währmd in der entsprechenden Woche des Vorjahres eim- Wckstuß von 61- Millionen -Mark stältsand. Der gesamte UmlauP. an Banknoten ftrea bis zum 7. d. M. auf 25.495 Millionen Mark. Die Gesamtsumme der im Verkehre befind! chen Darlehepskaffenscheme erhöhte'sich m der Berichtswoche uni 24 auf 11.051 Millionen Mark, wogegen (in der ersten Avnlwoche des Vorjahres für. 97 Millionen Mark Darlehtnskassrnscheiue ans dem Verkehr^urückgefloffen waren. Der Goldbestand verminderte sich um 2Milltonen ,anf 1.914 Millionen Mark. Der gesamte Darlehensbeftand bei dm Därlehenskaffm fiieg um 2'? auf 17.875l. Millionen Mark.