Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 85 (13.4.1919)
- Date
- 1919-04-13
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 86 rr..»..w iill-TiiTTMiriin Wien, Sonntag — J Vi ■■ Wiener Morgeirzeitrrng_ -- 13. Aprü 1L1S _,<aeufr-;^;? Sport. Der Klugverkehrdienst in Deutschöstevreich. Im Sckatsamt für Verkehrswesen haben »wffchen den betemgtm Faktoren, «vischen den Vertretern der Regierung und den Fachleute« eme Reche vo« Koffferrn^eu bezüglich der Einführung diS/ staatlichen Mcrverkchrsdlenstes siaÜMckhck. ES wurde hierher nicht an einen Passagierdrenft. sondern uür an die Einrichtung eines Postdrenffes gedacht. Der Einrichtung. Le- Z'ehungsweisx der Uebernahme,deS FluaverkehrSdlckstes durch den Staat stellten M aber große Hindernisse entgegen, insbesondere durch den llnntänd, daß , die m Betracht kommenden Piloten Forderungen stellten, die das Unternehmen durchaus unrentabel machen witrden,'da man sich, wie gesagt, in der Hauptsache und mellercht ausschließlich nur auf die Be- - förderung Von Postsache» beschränken könnte. Die Piloten fordern nämlich neben einem monatlichen Fixum von K 3©00. - für jede Arbeits-, beziehungsweise für jede Fahrtstunde 50.—. Diese Umstände werden, wie wir erfahren, zur Folge haben, daß von einem staatlichen Betrieb des Ftuyverkehrsdienstes Abstand genommen wird und daß die Einrichtung des Flugdienstes privaten Unternehmungen überlassen bleiben wird, welche dadurch, daß sie auch die Beförderung von Passagieren in ihr Programm auckehmen, eher m der Lage sein dürften, den Forderungen der Pitotm zu mtiprecherr. . Die heutigen Futzbaklwettsplele. . Der heutige Tag bringt wieder sehr wichtige Meisterschaftsspiele, an denen fast alle Vereine beteiligt sind. - Meisterschaftsspiele. , Auf dem W. A. F.-Platz in Hütteldorf spielt der W- A. F. gegen den W. A. C. Während der W. A. C. zu unseren verläßlichsten Mannschaften zahlt, konnte der- W. A. F. absolut nicht befriedige«. Die Athletiker werden wohl über ihre Sezessionisten emeu sichenn Sieg davontragen. . Rudolfshügel und Hertha, die beiden hartnäckigen Bczirksrivalen. treten auf dem Sportplatz der ersteren an. Der Kampf, der eine große Anziehungskraft ausüben dürste, wird einen knappen Ausgang nehmen. Amateure und Wäckdr stehen einander auf dem Ober-St. Leiter Sportplatz gegenüber. Der scharfe Kampf dürfte mit einem knappen Siege der Mttdlmger enden. Der Floridsdorfer A. C. hat den Simmeringer Sportklub zu Gaste, dem er auch, ziemlich mühelos die Punkte abnchmen dürste. ' . Auf dem Straßenbahner-Sportplatz spielt Donau st adt gegen die H a k o a h. Der Ausgang des Spieles ist ungewiß. Die'Bien na spielt auf der Hohen'Warte gegen Rot S t e r n und wird die Punkte ins TrockeNe bringen. In Raßdorf treten der N. A. C. und der Ober" S t. B e i t e r A. C. in die Schranken. Ihre Chancen sind ziemlich gleichwerttg. A d m i r a und Slovan werden einander auf dem Platze der Floridsdorfer einen heißen Kamps liefern. Admrra dürfte einen knappen Sieg erringen. . Freundschaftsspiele. Der Wiener Sportklub spült auf dem Dornbacher Sportplatz gegen Germania. Die Schwechater werden eine knappe Niederlage erleiden. Die I. 6-Wannschaft R a p i d ft. wird auf dem Hütteldorfer Sportplatz «inen leichten Sieg über Wacker 1910 erringen. Äöbi tttö tritt um 1 Uhr auf dem Dombacher Sportplatz gegen die S. B. Z en ta an und dürste - einen Wappen Sieg erringen. . Leichtathletisches Vorgabemeeting des W.A.C. Da für dieses Meeting bereits Startzwang besteht, darf man mit sehr starken Feldern rechnen. Aus dem Programm stehen Laufen über 69 Dieter, 400 Meter, 1500 Meter, Hoch- und Weitsprung mit Anlauf, Diskuswerfen. Kugelstoßen sowie ein offenes Ablöselaufen über 4X100 Meter. Nennungen sind von den Veremen W. A. F., Hakoah, Vienna und W. A. C eckgelaufem __ Die Futzballwettspiele der ersten Klaffe beginnen um 4 Uhr, jene der zweiten Klasse um V,5 -Uhr. Bon /der Hakoah starten heute folgende Leichtathleten auf dem Prater-Sportplatz: Lederer, Wertheimer, Dr. Unterberg Dr. Friedmann, Jnwald, Scheu, F. Weiß, S. Weiß, Großmann und Langer. Der Sportklub Rapid spielt heute in Budapest gegen dm M. T. K. und geht nicht ohne Chancen irr den Kampf. Bom Grazer Sportklub Hakoah. Wie \m bereits berichtet haben, konnte der junge Verein sein erstes Wettspiel zu einem vollen Erfolg gestalten. Die Mannschaft spulte in folgender Auffüllung: Freiberger (Tor); Bürger, Neunrann (Verteidigung); Spiegel. Rosen, Freiberger (Deckung); Goldenzwcrg, Adler, Bettlheim, Kaufmann, Kranz (Angriff). Hakoah. Heute. 7 Uhr abends, rm Klubheim, Jndustriellen- Caf6, I., Konkordmplatz 4, interner Klubabend mit ernsten und heiteren Borträgen und anschließendem Tanz. Sämtliche Hükoahner haben zu erscheinen. Angehörige und Gäste von Mttglredern sind herzlrchst willkommen. Der Volkswirt. Wochenschau. Falls sich die . Nachricht ielvahrheitet, daß Stack- Holm und Kopenhagen die Kronennoben nicht mehr notieren, so ist damit gesagt, daß inan in Schweden und Dänemark mit uns finanziell nichts mehr zu tun haben will. Dies ist hauptsächlich auf die Wirren in Ungar» zurückzuführen, unter denen wir in mehr als einer Beziehung leiben. Auch wird geltend gemacht, daß die Verschiedenheit in der Bewertung der diversen Kronen, der deutschösterreichischen (gestempelt und ungestempelt), der ungarischen, polnischen, tschechischen, kurzum das heillose Chaos unserer Währungsverhältnisf«, den Ausschlag gegeben habe. Wie dem auch sei: schon jetzt steht fest, daß durch dir Note«» stempelun'g sich nichts gebessert hat. Weder nach außen hin, noch im Inland. Und leider muß man zugeben, daß die Behauptung von einer Block adeimJnnern nur allzu berechtigt ist. Durch die andauernde Sperre der Bankguthaben usid Depots ist der kaufmännische Werkehr auf ein Mindestmaß reduziert. DaL Publikum findet es unbegreiflich, daß auch die Hälfte der kleinen Bankguthaben^ deren Eigentümer man doch, unmöglich. mit einem derart hohen Satz zur^ Vermögensabgabe heranziehen kann, nach wie vor gesperrt bleibt; man setzt sie den überflüssigsten Unbegnemlichkeiten aus, nachdem man ihnen vorher anläßlich der Notrnftempelüng dringend empfohlen hatte, ihre Gelder in den Banken zn deponieren. Unter solchen.Umständen mutz das Vertraue« zur Finanzverwaltung erschüttert werden. Durch die Unschlüssigktzit ick Staatsamt der Finanzen über Art und Höhe. der Vermögensftrner leidst der ganze geschäftliche Verkehr. Auch dt». Börse ist gezwungen, sich möglichst reserviert 8« verhalten sind die Börsenkammer rät dringend, die Umsätze in .drn. engsten Grenzen zu halten. Das Vertrauen zur Papieckrone und deren Kaufkraft kann sich kaum heben, wenn Hrücksichtigt wird, daß der letzte Vochenausweis der Oesterteichisch-uttgarischen Bank ein neuerliches Anwachsen der Notenzitkulativn von 256 Millionen zeigt, so daß wir in'kürzester Zeit einen Umlauf von 38 Milliarden erreicht haben werden. Es steht noch nach keiner Richtung hin fest, mit welcher Quote sich die Nationalstaaten an der Uebernahrne, beztrhungsweise Einlösung und Liquidation beteiligen werben, und inwieweit sie die Entente dazu zwingen Wird. Vielleicht ist ein geringer Ansatz zu einer Verständigung zwischen uns und den Sukzessionsstaaten darin zu erblicken, daß die Vertreter der Notenbank mit Raschck zu einigen, freilich nicht sehr wesentlichen Vereinbarungen kamen. Andererseits hat die Umwälzung in Ungarn die Regelung der Valutafrage vorläufig auf unbestimmte Zeit hinaus ge schoben. Durch die Abstempelung sind in Deutschösterreich 4,8 Milliarden Kronen zum Umtausch gelangt, was ungefähr 13 Prozent vom Gesamtumlauf beträgt. Bei einer Anzahl von rund 61/2 Millionen Einwohnern entspricht diese Ziffer der Bevölkerungszahl. (Die ehemalige Monarchie hatte etwa 50 Millionen Einwohner.) Zu den 4,8 Milli- «tbctt ^1«« kommen noch die ungestempelte« EinundEweikronennvten, die sich in Deutschösterreich auf .100 Millionen belaufen dürsten. (Gesamtzirkulation in der ehemaligen Monarchie ^SOO Millionen.) Auf Deutsch Österreich und Tschechien dürften im ganzen 20 Milliarden entfallen, die restlichen 17 auf Ungarn, Galizien, bas Ausland und — die Notenhamster. Die Ziffern fistd deshalb von großer Wichtigkeit, weil sie zur Grundlage eines Quoteirschlüssels bei der Aufteilung^ der Verpflichtungen dienen könnten. WaS Ungarn betrifft, so leiben wir dadurch . gegenwärtig noch mehr als wahrend des Krieges. Der dortige Umsturz hat uns, obzwar wir in keinerlei Verbindung damit stehen, offenbar um den letzten Funken von Vertrauen gebracht, das wir im neutralen Ausland noch genossen. Ganz abgesehen davon, hat Deutschösterreich Milliarden Werte in Ungarn' liegen, ohne daß von seiten unserer Regierung bisher irgendwelche energische Maßnahmen zu deren Schutz getroffen worden wären. Die April-Coupyns der «migarischen Wertpapiere wurden trotz gegenteiliger Versprechungen auch bei uns nicht eingelöst. Gestern ist eine Reihe ungarischer Schatzwechsel (440 Millionen von der vorjährigen Emission vo« 600 Millionen), die 1918 bei den hiesigen Banken begeben wurden, fällig geworden, ohne daß es zu ihrer Einlösung gekommen ist; bisher sind keine Zahlungsmittel in Wien eingetroffen und für die nächste Zeit dürfte infolge der Wirren in Budapest schwerlich damit zu Rechnen sein, Ungarische Werte zirkulierten auch im Ausland, wo man die Nichthonorierung der ungarischen Verpflichtungen so wie seinerzeit im Falle Rußlands als Bankerotterklärung ansieht. Da wir am Verhungern sind, scheint uns im Augenblick die Preis höhe der eingeführten Lebensmittel von sekundärer Bedeutung. Unter solchen Verhältnissen wird der in Aussicht gestellte Abbau der Preise zur furchtbaren Ironie. Bekanntlich hat uns Amerika einen Kredit von 30 Millionen. Dollar eröffnet. Auch französische Kaufleute wollen uns unter die Arme greifen. Nach wie vor aber macht die Arider Bezahlung das. größte Kopfzerbrechen. Wir müssen unsere Naturschätze zur Verfügung stellen, vorläufig Holz. Besonders die Amerikaner lassen es nicht 'an gutem Witten und Energie fehlen, unsere Versorgung wenigstens zum Teil sicher zu stellen. Es scheint, daß wir die schlimmsten Tage bald hinter uns haben werden, wenn es gelingt, die Ruhe aufrecht zu erhalten. Andererseits wird es eine' der* wichtigsten Aufgaben unserer Regierung sein, rechtzeitig die diesjährige Ernte zu erfassen, ohne Rücksicht auf agrarische Bevorzugung und Sonderinteressen, um sich einigermaßen unabhängig vom Ausland zu machen. Freilich kockmt man den Agrariern noch immer ganz außerordentlich entgegen, wie die jüngsten Ausführungen des Finanzsekretärs beweisen. - Ju der Sozial:sieru«g der Betriebe sind bei uns die ersten Anfänge gemacht worden, wenn man auch in den meisten Fällen Über die vorbereitenden Stadien kaum hinausgekommen ist.' Die dringende Forderung der Zeit macht sich fast auf allen Gebiete« geltend. Zahllose Pläne cknd Projekte ourchschwirren die Luft, tauchen an einem Tage auf, um am nächsten zu verschwinden. Sie Jinb aus bet Aufgeregtheit, der Fieberhaftigkeit, der entsetzlichen Unruhe und Nervosität unserer Tage heraus geboren. Von ihrer Ausführbarkeit und etwaigen Ausführung, darf' man keineswegs zu viel erwarten. Budapest und München stehen als drohende Wahrzeichen auf dem Wege. Vom terroristischen KoummMsinus zum Kapitalismus. Von Heinrich Fürder. Wir stehen vor einein gewaltige« Problem, wofür ech keirt Beispiel in btt Geschichte gibt, der Einrenkung dmp Volkswirtschaft nach einem Kriege, der alles verheert hak<. Diejenigen, .die eS lösen sollen, könne« daher «icht.-aUS -dM Erfahrung schöpfen, noch weniger aus Büchern sich belehrend was sie zu tun haben. Sie müssten vielmehr mit-einem praktische« ANfchänstngSvermögen für die gegebenen TalsächeasAÜS^ gestattet, fein, sie mit einem Blick umfasse«, ihr Wese«, thUij' Beziehungen und Wechselwirkungen ergründen, JBoe allem-abe^ müßten sie wissen, wick augenblicklich nottut, dies z«A nächsten Ziel ihrer Handlungen machen unb: die MeSHM Tatsachen und Bedingungen, derart ordnen und in . WMndüng bringen, daß bas, wäS sie erreiche« wollensicher und!-, auf dem kürzesten Wege erfolgen soll. \ Was ist es, waS uns augenblicklich.nottut? Essen und leben, ünS wärnren und kleiden. Wodurch können wir LebenSmittel, tzqlz, Kohle und Kleider bekommen? Durch Arbeit..' brauchen, welche aber in unserem Land« nicht vorhandesh sind, bekommen? Wieder durch Arb.eit, durch de« Austausch'- imfetct Arbeitsprodukte. Wenn wir aber derzeit-keine Austanschprodukte haben, wodurch könnten wH die Ausländischen Produkte bekommen? Durch Krebl£v Arbeit, auf unsere kiiwftigen Arbeitsprodukte. r,.v^k^A Daraus ergibt sich mit vollkommener.Klarheit» was-wi«^ zunächst tun. müßte,!: Lebensmittel und Rohprodnste auf'-dM' kürzesten Wege herbeischaffen, unfern Kredit Herstellen'' ° alle Kräfte und Mittel für produktive Arbeit mobilisieren.; Jede Politik, die geeignet ist, dieses Zie lhinauS oder au sei« Reben'gelöise zu schieben ober gar den Weg zum Ziele, zu verlegen, ist Verrat an dem halbtoten Volke. •; j Eine solche Politik wird bei uns tatsächlich gemacht/ dieser Verrat wird wirlltch verübt, von rechts und von links- Hätten unsere Staatsmänner, Mgeordneten und Führer Mes^ Ziel ins Auge gefaßt und alle andere Politik in die Weites. Linie gestellt, sie hätten eS längst erreicht. Nicht,wirtfchW' liche -Hindernisse sind es (wie man uns glauben machen will),,, die den Weg zum Ziele verlegen, sondern politische. "'t Wir brauchen Lebensmittel und Rohprodukte, und.die! Entente besitzt solche in Ueberfluß. Sie steht vor.velyey. neuen Ernte, die ihre Vorräte gewalttg vern,ehren wird;, ffe braucht daher Käufer und würde uns gerne verkauW' will uns vuöbeuten; . sie kann es aber nur dann, wen« .W mit uns Geschäfte macht. Wir brauchten demnach weder/W betteln, noch mit dem Bolschewismus zu drohen, sonder« uns au fden rein geschäftsmäßigen Standpunkt zu stellen, u«t- Lebensmittel und 'Rohprodukte auf dem kürzesten Wege zü bekommen. <! Verbleibt die Zahlungsfrage. Unsere Zahlmittel find unsere künftigen Arbeitsprodukte. Unser Volk krnNuuÄ will arbeiten, wie eS früher gearbeitet hat. Die Sonne lachtet und wärmt wie WV°---?. Warum müssen wir jetzt Not -lesdM?, Der Kric.. -res Leben und für das Leben taugliche Vorräte man lebt aber nicht von Vorräten,, sondern von iem, was man neu schafft. Lebte man vo« Vorräten, so müßte« sie einmal auch ohne Krieg erschöpft werden und utn stünde dort, wo wir heute stehen. Könnte man von den>, was ma« neu schafft, nicht leben, so gäbe keine Vorräte. Vorräte sind überschüssige Arbeitsprodukte, die man zum Leben nicht braucht; sie bilden bloß den Rekchwn^ des Volkes, sie verwandeln sich leider in Schätze und' '^üxus< Lebt man aber nicht vor Vorräten, warum sollten wir^ÜaN«- nicht von dem, was wir schaffen könnten, leben köunen?- --'^ Der Krieg hat zwar auch unsere Arbeitskraft durch U««&» ernähruirg vermindert, wir müssen auch die JnbälidE,, Witwe« und Waisen etndfjten; aber dagegen brauchen wiv. k-ein Militär, keinen Hof mehr und alles andere, wüs> miü dem Militarisnrus' und dein Monarchismus zusammeckhing^ und die Kraft des -Volkes verzehrte; wir brauchte« auch keine Ueberschüsse,- keine Schätze, leinen Luxus, kecke, arbeitslosen Einkommen. Dies zusammen müßte doch' eine. Gegenpost für die verlorene Arbeitskraft, für die Erhaltung der Invaliden, Witwen und Waisen bilden. uA Die Lebens- und Produktionsmittel sind somit da und, ebenso die Zahlmittel, unsere Arbeitskraft; was - fehlt/ist der Kredit, das Vertrauen^ in unseren Arbeitsutid ZahlÜngs-.. willen. ' Wir wollen ecke neue Wirtschaftsordnung, ein" lang' gehegtes Ideal, "den Kommunismus, verwirklichen;^ Welt hat aber k e i n B e r t r a u e n zur konrmunistischen Wirtschaftsordnung. Es ist eck neues, noch nicht -erprövt^ ttnternehmett; niemand kann den Erfolg veMrgeu, felbD dU Kommunisten nicht. Da kann man doch einem Freuet«, den' die Sache nichts weiter angeht, der bloss eck Geschäft nckchett will, nicht verargen; daß er sein.Kapital bet einein-iberartiIert- Unternehmen nicht riskieren will. Eck solches Unternehmen kann nur derjenige wagen, der eigenes Kapital besitzt;'^as'. et schlimmstenfalls verlieren kann. - ' rs' i „Die praktische Anwendung der GvNndsätze des kommunistischen Manifestes," sagt Karl Marx, „ivird überall und jederzeit von den geschichtlich vorliegenden -Umständen abhängen". Eck solcher geschichtlich vorliegender Umstand; von dem die Anwendbarkeit der kommunistischen Urund^ätz^ crbhängt, ist der Mangel an Kredit, der sich Nicht' dürH' Brachialgewalt erzwingen läßt, mld ein anderes- -ebenfalls unbezwingbarer Umstand ist der Mangel an eigenem Betriebskapital. - ’v ---'j r' Das. Unzeitgemäße und rücksichtslose Bottoactstreibeu ber komniuttiftischen Bewegung ist also' einerseits Msache der unsäglichen Leiden des Volkes und a>ide rersr ilk Vovschubleistnug der Reaktio«. Denn erweist sich de«'Konümmis». ums derzeit alö undurchführbar, wird mau nicht sagen,-'daß - er bloss derzeit undurchführbar, sondern über;- vr,u- -iivv vrak-'- tische Leben untauglich si« - -!