Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 82 (10.4.1919)
- Date
- 1919-04-10
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 -Wien, Donnerstas Wiener Morgeiueitmig , .......... .... -— .. - ----- — 10. Aprll 1919 , » ■ I rntm I ■■■■■■■■Im» Ml. 82 Plenarsitzung des Jüdischen Nationalrates. -Die letzte Plenarsitzung des Nationalrates, welche Dienstag stattfanb, hat wieder eine Fülle von Arbeit erledigt. Zunächst wurde die Schaffung des Unterrichtsamtes definitiv beschlossen und die vorgelegten Leitsätze genehmigt, wobei alle jene Punkte ansgeschaltet wurden, welHe zu einem Konflikt zwischen den Zionisten und den Poale-Zionisten führen tonnten, insbesondere die Sprachenfrage. Im Mittelpunkt des Interesses stand der Bortrag des Oberrabbmers Dr. Chajes, 'welcher soeben von seiner' Reise . nach der .Schweiz zurückgekehrt ist, iiber Einladung des Präsidiums, als Gast des Nationalrates erschienen war, um dem Nationalrat über den Stand der jüdischen Volkssache im Ausland zu berichten. Dr. Chajes hat in Wiener Angelegenheiten mehrere erfolgreiche Interventionen in der Schweiz dnrchgeführt, so insbesondere die Organisation des Schweizer HitfSiverkes für die jüdischen Kinder Wiens in die Wege geleitet und wegen der Appvovisiyniernng der Flüchtlinge bedeutende ’ Zugeständnisse seitens der interalliierten Kommission erzielt, welche noch durch ein Telegramm Soninos an die Wiener italienische politische Mission bekräftigt wurde. -Ein Politifum war diesmal auch die Beschaffung von Mehl zur Mazzothbereitung; den Bemühungen des Oberrabbiners ist es gelungen, wenigstens zehn Waggons Mehl für .diesen Zweck sichcrznstellcn. Die Ausführungen . Professor Chajes wurden von der Versammlung mit dankbarster Akklamation entgegsngenommen. Die. Sitzung hat ferner einen Bericht des Sekretärs der Soldateufürsorge, Oberleutnant Wallach, und einen Bericht des Organisationsamtes für soziale Fürsorge,, erstattet durch den Sekretär Herrn Czuczka, entgegen-- genommen. Aus diesen Berichten.wurde offenbar, daß gie Sektionen des Nationalrates bereits eine fruchtbare Tätigkeit entfalten und es darf mit besonderer Genugtuung begrüßt werden, daß das soziale Organisationsamt demnächst durch die Herausgabe einer Broschürenserie die weitere Oesfentlichkeit mit den Resultaten seiner Nachforschungen und dem zutage geförderten Material bekanntmachen wird. Als erste Publikation wurde eine Arbeit über das jüdische Dohnungselend in Wien in Aussicht gestellt. Schließlich ist noch zu erwähnen, daß' die Plenarsitzung Herrn Dr. Sprecher in bas Präsidium wählte und daß die spaniolischen Juden ihren Anschluß an ven Nationalrat erklärt' haben. ' Nachstehend der Sitzungsbericht: Präsident B ö h nr eröffnet und gibt bekannt, das; der Sekretär der spaniolischen Juden beim Präsidium vorgesprochen und ersucht habe, zwei Vertreter der Spaniolen als Delegierte in den Jüdischen Nationalrat aufznnehmen, es seien dieo der Präsident Herr Heim und der Sekretär Doktor H a t s o u. . Der Anschluß dieser Gruppe ist mit Freuden, zu begrüßen und das Präsidium beniktragt, der Nationalrat möge s das Anerbieten annehmen. .. Gleichzeitig schlägt Böhm vor, vor der definitiven Wahl provisorisch noch einen Herrn fürs Präsidium zu bestimmen, da infolge derArbeitsan Häufung das gegenwärtige.Präsidium: überlastet ist. Er schlägt hierfür den Obmann der politischen Viommijitoit Dr. Spreche r vor. — Beide Anträge werden nach kurzer Debatte' einstimmig angenommen und dann in iu: Tagesordnung eingegnugen. *;! Fortsetzung der Nnterrichtsdebätte. \ Tozent Dr. T orrz y n e r berichtet, daß eine Einigung zwisch.'ii Zionisten und Poale Zion bezüglich der Leitsätze üattgesttnden hat, so daß ein Widerstand gegen die Fassung in der gewählten Form nicht mehr besteht. Es wurde folgende Blenderung vorgeschlagen: Der Punkt A betreffend die Schaffung der öffentlichen und aus osrentlichcn Mitteln. zu erhaltenden nationaljüdischen Schulen, ist weggelassen worden. Es erübrige sich auch eine weitere Debatte über dieses Thema und Redner schlägt vor, weitere Vorschläge dem errichteten Amt für Unterricht zu übermitteln, wo fic_ fachliche Erwägung finden. Eines ist wichtig, und das ist die Schaffung der Geldmittel für das Unterrichtsamt; er bittet den Nationalrat, das Amt ausreichend zu dotieren. Um ' bei der Verwendung der Gelder jedem Konflikt anszuweichen, wäre es gut, wenn die Spender ihre Wünsche, für welchen Zweck das Geld zu verwenden sei, jeweilig bekanntgeben würben. Dr. Geiger wiederholt kurz die bei der letzten Sitzung gemachten Ausführungen und berichtet iiber die Sitzung, in der über die Frage jiddisch oder hebräisch verhandelt wurde. r<_ N i tu Häuser verlangt, daß dem Unterrichtsamt Richtlinien durch das Plenum gegeben-werden. . Stricker beantragt, die fruchtlosen Debatten über jiddisch oder hebräisch ein für allemal von der Tagesordnung abzusetzen. Die ersten Forderungen, die die Judenschaft den: Staate und der Oeffentlichkeit gegenüber erhebt, sind immer so zu halten, daß wir eine jüdische Schule verlangen, die Sprachcnsrage wird dann eine interne sein. Der Nationalrat hat vor allem die politische Seite der Sache zu behandeln. Wir werden wohl erst genötigt sein, Schulen zu schaffen, und dann die Ausgestaltung dieses Schulwerkes durchzusetzen. Staatsbahnrat Werner verlangt Aufstellung von Richtlinien für alle internen Arbeiten. Dr. Stein erklärt seine Uebereinstimmung mit dem Borgesagten und betont, daß die Vorarbeiten viel Geld verschlingen werden; er schlägt die Gründung einer Schule vor, wenn auch vorläufig nur für einen kleinen Kreis von Schülern. 'Professor Geiger beantragt die Formulierung des Punktes A wie folgt: Gründung von öffentlichen Schulen .und, so lange dies nicht möglich ist, von Privatschulen mit Ocffentlichkeitsrecht. Dieser Antrag wird ebeirso wie die vorgeschlagenerr 'Leitsätze angenommen. Hierauf wird die Debatte geschlossen. ' Böhm begrüßt herzlich Oberrabbiner Dr. Chajes und dankt ihm, daß er als Gast in der Plenarsitzung des Nationalrates erschienen ist, um das Plenum über die uns ünteresnerenden Fragen zu informieren. . Oberrabbiner Dr. Chajes legt hierauf seine Eindrücke <und' Erfahrungen über den Stand der Sache des jüdischen -Volkes dar. Insbesondere berichtet Redner über feine Tätiget für die Wiener Judenschast und die Flüchtlinge. Ueber viose Angelegenheiten wurde, in unserem.Wgtte.Rreitß »tu anderer Stelle das Wesentliche mitgeteilt. Die Rede wird mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Präsident Böhm dankt namens der Versammlung für die aufschlußreichen Mitteilungen. B ö h m verliest em soeben eingclaufeneS Telegramm von Dr. Margulies,' nach welchem die Kmderaktion in der Westschweiz gesichert scheint. Dr. Weldler, der aus privaten Gründen in die Schweiz gereist ist, wird ebenfalls noch weiter dort bleiben, um die Aktion vorzubereiten. Die Wahlreform zur Kultusgemeinde. Tartakower bespricht die Ausschließung der gälrzischen Juden vom Wahlrecht und berichtet über die Empörung, die in ostjüdischen Kreisen über diesen Beschluß des Kultus- J Vorstandes herrscht. , Er stellt den Antrag, diesbezügliche Protestversammlungen einzuberufen. - Der Vorsitzende erklärt, daß seitens des Nationalrates gegen diesen unerhörtest mijüdischen Beschluß mit allem Nachdruck in dev Oeffentlichkeit aufgetreten. werden wird< - ' Die Soldatenfürsorgc. - Oberleutnant Wallach spricht über dis Soldatenfürsorge. Nach dem Zusammenbruch im Oktober sind wir zur Selbsthilfe geschritten. Wir gründeten zuerst eine bewaffnete Einheit zum Schutz der von Juden vorwiegend bewohnten Bezirke, besonders des 2. und 20. Bezirkes. Die jüdische Gruppe der Stadtschutzwache war die einzig verläßliche und wurde unzähligemale in Anspruch genommen; sie zählt derzeit ungefähr 300 Mapn. In den ersten Tagen gingen wir von HanS zu Haus, um Wäsche und Freitische für die Soldaten und Heimkehrer zu beschaffen. Dank der Unterstützung der Frau Ariitta Müller war es möglich, binnen zwei Tagen die Ausspeisung für 140 0 Personen und Wäsche für die Halste dieser Zahl zu beschaffen, und so das Elend ein wenig gelindert wurde. Im Dezember wurde dann von anderer Seite das Jüdische Zentralhilfskomitee gegründet, welches sich hauptsächlich mit der Fürsorge für jüdische Demobilisierte befaßt und welchem diese Abteilung des Nationalrates angegliedert wurde. Ich lasse hierfür Ziffern sprechen: Bisher wurden 4431 Personen abgefertigt, mit Reisegeld versehen in ihre.Heimat zurückbefördert. Verpflegt wurden ungefähr 33.100 Personen und. 1679 Personen wurden bekleidet. .Unser Stellenvermittlungsbureau hat 228 Personen dauernde Be-' schäftigung und 148 Personen vorübergehende Beschäftigung verschafft. Die Rechtschutzabteilung hat in 1034 Fällen mit Erfolg interveniert. Da man durch Verpflegung und Bekleidung allein die Leute nur zu Schnorrern züchtet, haben wir Werkstätten ins Leben gerufen; tote haben eine Schneiderei, Schusterei, Buchbinderei und Tischlerei, in welchen über 200 Personen beschäftigt wurden. Einige dieser^Werkstätten. werden noch fortgeführt, doch droht infolge Mangel an Rohstoffen deren Einstellung. Da wir gegenwärtig nicht mehr über viel Geldmittel verfügen, haben wir einen ,/Verband jüdischer Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigter" ins Leben gerufen, zur Wahrung gemeinsamer Interessen gegenüber der Gesetzgebung und wirtschaftlichem Boykott, zur Pflege der Solidarität, Verteidigung der..Juden gegen Verleumdungen und zur Ermöglichung der Ansiedlung in Palästina. Mitglied dieses Verbandes kann jeder Jude und Jüdin werden, die in Kriegsdiensten gestanden haben.. Wir hoffen, in nächster Zeit auch an die Gründung einer Gemeinschaftsküche und einer Konsumanstalt schreiten zu können. Für die Verköstigung der Heimkehrer wurden bisher 160.754 Kronen, für Pogrömopfer 48$00 Kronen,' für Flüchtlinge 32.446 Kronen, für die gesamte Verpflegung 241.987 Kronen gezahlt. In der ersten Zeit haben.sehr viele Wiener Familien die.Heimkehrer unentgeltlich ausgenommen, eine zeitlang haben wir ein eigenes Heim in.der Liechtensteinstraße erhalten, haben dies aber wegen Mangel an' Geld aufgeben müssen. Es' sinh ist Hotels usw. 1041 Personen beqnartiert lvorden ntit einem Kostenaufwand von 17.501 Kronen, für Bekleidung von über 1000 Personen wurden 651.700 Kronen verausgabt, wobei noch zu. berücksichtigen ist, daß wir sehr viele'Sachen von Privaten und sehr viel Wäsche von der Sachdemobilisrernng Leigestellt erhielten. Zu erwähnen wäre noch ein ärztliches Ambulatorium, dessen Leitung Herrn Stabsarzt Dr. Mayer übertragen war, das eine Liegestätte besaß und sehr viele ambulante Kranke behandelte. (Beifall.) Bö hm/ dankt den Herren Oberleutnant Wallach' und Doll für die, enorme Arbeit, die bisher in. dieser Gruppe geleistet worden ist, und bemerkt, daß der Nationalrat an der Erhaltung der bestehenden WerMätten interessiert sei und sich wegen Belieferung derselben mit Rohstoffen aus der Schweiz mit Dr. Margulies in der Schweiz ins Einvernehmen gesetzt habe. *; " Organisationsamt für soziale Fürsorge. Sekretär Czuczka:' Das Organisationsaml für soziale ßim'orge hat sich zur Aufgabe gestellt, die sozialen Mißstände im jüdischen Volkskörper in Dentschösterreich allmählig zu beheben. Cs' begann seine Tätigkeit mit den Erhebungen über die jüdischen Wohn u u g sz u ft an d e. E§ wurden bisher zirka 300 Wohnungen besucht, die krassesten Fälle davon photographiert und statistisch bearbeitet. Wir beabsichtigen die Herausgabe einer B r o s ch n r e oder eines Buches, in dem das gesamte Material wie -auch die Lichtbilder verarbeitet werden sollen, um das Publikum über das Wohnungselend zu informieren; ihr dürste jn kurzer Zeit eine Broschüre über Kinderel e n d folgen. Die Grundlagen hierzu bilden die ärztlichen Untersuchungen der jüdischen Kinder in Ambulanzen. 134 Kinder, welche von der israelitischen KultuSacmcinde im- Ziehkinderfystem versorgt sind, wurden gleichfalls untersucht. Charakteristische Fälle würden photographisch- 'ausgenommen und wird, das Material gleichfalls vorgelegt werden. Die praktische Tätigkeit erstreckt sich auf die infolge der Demobilisierung massenhaften Entlassungen von jüdischen Bnreauangestellten. Die meisten Oestlec weiblichen Geschlechtes fanden während des Krieges Beschäftigung zum größten Teil in militärischen Instituten. Mit dem Zusammenbruch des Militarismus wurden sie brotlos und nun suchen alle beim Organisationsamt Rat und Hilfe. Eine positive Aktion ist die Uebersommerungsaktion für vorläufig etwa 2000 jüdische Kinder. Bis jetzt ist laut Bericht des Herrn Oberrabbiners Dr. ChajeS für 500 Kinder die Zusicherung aus der Schweiz gekommen. Wrr hoffen, daß es uns gelingen wird, wenigstens diese 2000 Kinder untcrzubringen, und zwar zum Teil in Skandinavien, Holland, vielleicht im ehemaligen österreichischen Küstenland und auch in Ungarn. Weiters haben wir uns auch der jüdischen Prostituierten angenommen, die in geringem prozentuellen Verhältnis uns bekannt sind als Angehörige eines Spitals außerhalb Wiens, wo Frau Anitta Müller mit Hilfe ihrer sonstigen Institutionen den Versuch tnachen will, diese Frauen der Arbeitslosigkeit zu entreißen und einem geregelten Beruf zuzusühren. Wer haben den Grund zu einem sozialen Archiv gelegt, in welchein Berichte, Büches Zeitschriften, Notizen, Zeitungsausschnitte gesammelt und katalogisiert werden. Wir sind bestrebt, dieses Archiv nach Tunlichkeit ansznbanen und der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. (Beifall.) Böhm. ES ist vorgesehen, Ortsgruppen und Dezirksorgamsationen des sozialen Fürsorgeamtes zu schaffen. Ebenso ist aiich bereits eine Erpositnr des Nationalrates in Linz gegründet worden. Hiermif wird die Sitzung geschlossen. ........ Tagesbericht. Gesandter Tusar wird abberufe»« Der tschechische Bevollmächtigte, Herr Tusa r, wird ist der nächsten Zeit von seipem Posten scheiden, da er als Minister de§ Innen: in die Prager Regierung eintreten soll. Sein Nachfolger ist noch nicht bestimmt. Dev Bolksbildungsverein „Urania" in Prag» der nach zweijährigem Bestände mehr als 2000 Mitglieder zählt, veranstaltet täglich einen Vortrag' oder ein Konzert. Semdieswöchiges Programm, das'für die Tätigkeit jedes Bildungsvereines mustergültig sein kann, lautete Sonntag: Ttecks „Schöne Magelone^ mit den Liedern von Brahms; Montag: „Vom Neubau der Bildung": Dienstag: „Französische Lyrik"; Mittwoch: „Ueber Gesangsbiloung" und^ ein Vortrag über Kinderpflege mit, Lichtbildern; Donnerstag: Schmnänn-Brahms-Kolizert; Freitag.:- „Religions-philosovlnsche Probleme"; Samstag: „Aus,der Blütezeit französischer und deutscher Kunst". mit Lichtbildern. Die Vortragenden sind erste Fachleute, oder Künstler. Obmann der Prager Urania ist Oberlandesgerichtsrat Wein Huber, die gesamte Leitung führt . Prof. Dr. F r a n k l. * Israelitische Kultusgemeinve Wie». Eure öffentliche Plenarsitzung des Killmsoorstandes findet Donnerstag den 10. b. M.< 5 Uhr nachmittag s,Scitenstcttengässe 4, 2. Stoch statt. T a g.e sorbituitßi Aenderung der Wahlordnung des Statuts und des Kultussteuerregulativs. — Zur Beschlußfassung', über diese Angelegenheit ist die Anwesenheit von mindestens 22 Vorstandsmitgliedern und die Zustimmung von mindestens 18 der Anwesenden erforderlich. .. . / , * Verhaftung des Grafeir Friedrich Schönborn. Dieser Tage wurde Graf Friedrich Scho n b o rn-Buchtzeim- W o l f 5 t f) et I zugleich mit dem Handelsagenten Ignaz K l'i er' unter dem Verdachte des Betruges verhaftet und, dem Landes- ' gerichte eingcliefert. Graf Schönvom hatte' mit Hilfe des Klier dem Kaufmaun August N e i d h n r t unter der Vorspiegelung daß er eine Millionenerbschaft erwarte, nach und na 22.570 Kronen herausgelockt. Vorträge rmd Versammlung e«. . A l l g e m e i n p ä d a g o g i,s ch e Abende d eZ Arbeitskreises für jüdische Er g'i e h u n g. Dr. Wilhelm Stein spricht heute. Donnerstag, 6 Uhr abends, II.. Obere Donaustraße 91 (Jüdisches Jugendheim) .über: .Die Mittelschule der Kulturländer. — Jüdlschsözialistischer Arbeiterverein „P.o a l e Z i o n", Ortsgruppe Brigittenau. Heute, Donnerstag den 10. p. M., 6 Uhr abends,' Eröffnlrüg der Lese» halle. im.Vereinslokale, XX.j Wallensteinstrnße 62. Die Eröffnunas-- feier wird von Gen. Ernst. Czuczka mit einem«Bortrag itoerj Popper-Lynkeus eingelecket. — Z-i o n i st i s ch e M ä d ch e n-' v e.r e i ü i y u n g „M o v t rt h*, H., Obere Douanstraße 91s (Jugendheim). Heute, Donnerstag, (nicht Sarnstag, wie irrtümlich in der „Jüdischen Zeitung" angekündigt) den 10. d.' M., V-6 Uhr abends, Vortrag über: Die Bernfsumschichtuiig. Referent: Herr .Erwin Kohn. — A k a d e mis cki cr V er e in „I ü d H ch t K u l t u t“. Smnstag den 12. d. M. rmr 6 Uhr abends findet! im 'Vrremslokale, I., Börscplatz 7, ein Vortrag des Herrn? L. Müllen aus Palästiua über das.Thema: Anschauung,eines! Palästinensers über die zukünftige Entwicklung Palästinas mit an-! schließender Diskussion statt. —. Ab Mitttvoch den 15. d. Ml! findet ebenfalls im Vereinslokäle allwöchentlich um 6 Uhr abends! ein BortragZzpkllts über Palästinographie statt. Gäste willkommen,! Vereinsnschrichten. Z i o n i st i s ch e B e z i r k s s e k t i o n f ü r O t-t a-> . krina und H e r n a l s. Am 32. März fand im jüdischer^ Volksherm, XVI., Wnrlitzergaffe 11, unter Vorsitz des HeM Leopold Sitzmann eine Versammlung der Mitglieder des ziomsti-s schen Zentralvereines, des jüdischen Nafionalveremes und des! jüdischnationalen Frauenverbändes statt.- Nach Erstattung der! Referate der'Herren Leopold Sitzmann über die politische Lage! und Dr. Georg Weiner über den Stand der Palastinafrage und! der darauf folgenden Diskussion, an der sich die Herren- Dr. Martin Förster und Bela Ncubmnn beteiligten, wurde ein Bezirksrat ans folgenden Herren und Frauen gewählt: Leopold Sitzmann, Obmann, Dr. Martin Förster und Frau Rosa! Stamm, Obmannftellvertreter, Fritz Spitzer und Hans Leist,! Schriftführer, Bela Ncnbrunn, Kassier, Dr. S. Bo hin, Josef! Rosenfeld, Karl Perlmutter, Josef Haller, Eduard Leisten üno! Isidor Leib als Bezirksräte. — Konstituierende B e r-s sammln ri g „H a p o e l H a z a i r." Sonntag den 6, d.M. fand die konstituierende Versammlung des Vereines Hapoel Hazair! statt. In den Waad. wurden gewählt: Meir H e n i s ch alsi Vorsitzender, Eugen H o e fl i ch. als Vorsitzenderstellvertreter, Dr. Chaim T a x tur t o Hi e r, Dr. David Werfel, Martha! Epstein. Zu Ersatzmännern: Dr. Robert Welt sch,. Dr. Abraham S ch w a d r o n, .Grete Ober n i k, Moses W a l'.d. — V e r b a n d d e r jüdischen Handel a n gefiel l t e n u n d P r i v a t b e a m t e n' D e u t s ch-- ö st e r r e i ch s. Am 30. März d.' I. fand die Gmeralversamm-' lung, des jüdischen Handlungsgehilfenverbandes (Zentrale Wien) unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder statt. Der Bericht der Verbandsleitung imd der Kontrollkommission wurde zur Kenntnis genommen.' Bei den: hierauf vorgenomn^enen Wahlen wurden folgende Mitglieder' gewählt: I n den Ausschuß die Herren: Karl B lnm e (Obmann),'Ernst H i r s ch, Rudolf L 111 n e r; B. K r e i n d l er/Bernard G r ü n h u t, Robert Gutwilig, Zl. Susi ck v, Hans G erst l, Alexander. S t t i n;c x und Fräulein Paula Spatz;: i n d aö. Schiedsgericht die Herren: Israel F r i e d l ä n d e r, Ladislaus H i r s ch v e r g e r und, David S ch m e r l e r: i n die K v n t r o l l k o m m i T f i o n die' Herren: Alfred S ch w a r z, Isidor R e i ch und Koll. R e i n i n g e r. —. A l t e r H e r r e n - V e r b a n d d e r L e s en n d R e d e^. h a l l e j L d i s ch e r H o ch s ch ü l e r i n W i c lt. Soun-, tag den 13. d. M. um V-10 Uhr vormittags findet im Lokal der- Lesehalle, iX., Türkenstraßc 9, eine außerordentliche Plenarversammlung mit folgender Tagesordnung statt:- 1: Bericht d.cs Ausschuffes» 2. Neuwahlen, 3. Stellungnahme zuu> Jubilännl der- Lesehalle, 4. Eventualia. Mit Rücksicht auf die Dringlichkeit der Tagesordnung werden fänttliche alte Herren um bestimmtes und pünktliches Erscheinen - ersucht. — Iüdis ch c -r G c s a n gv e r 11 it. Der akademische Verein „Jüdische Kultur" beabsichtigt hiermit, einem allgemeinen Bedürfnis entsprechend, einen jüdischen Gesangverein ins Leben zu rufen. ES bobcn bereits zahlreiche jüdische, in dieser Richtung maßgebende Persöulichl'eiten ihre Mitwimmg zugesagt. Es werden daher alle Dlnummnd Herren mit entsprechenden Vorkcnntnisfen.höflichsl eingeladen, sich zu.der am Dienstag den 22. b- M. n»i 7 Uhr abends tut Vereinslokäl, I., Börscplatz .7, stattstndeudcn Vorbesprechung einsinden zu wollen. Vorherige schnftliche Attmeldnttg an dieselbe Adreffc erwünscht. haben die Inserenleri des „Kleinen SMujfijer' dec „Wiener u>.id. pe suchNn: Lchnr, ISoItiuttiHfn, fVv'xfei, PeneniU. Ci» SJcvjnrf) stell! auch £!.• juixiftfB.