Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 78 (6.4.1919)
- Date
- 1919-04-06
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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f k» Wien. Sonntag' Kängerm Stepha v. Rodanne, Klaviervirtrrosm Stella ,W a n g. Dmgent: Anton KonWth. Programm: 1. Mozart: Symphonie Nr. 40. 0-moü. 9. »-Dchaikowsft,: Drei Lieder mit ^Orchester; d) Maffenrt: Brieffzenr aus „Werther". 8. Rubck-!stein: Klavierkonzert V-mott. 4. Grieg: Zwei norwegische tarnt. Da die Pianistin Lilly Ko v äch. die Sauvtmitwirkmde sb« dem ursprünglich für decke, 7*12 Uhr mittags, tm großen Musilvecenisiaal < angesetzten Orchester kongert der Wie ne x Philbar moniker wegen Paßschwierigkeftm .mcht rechtzeitig aus Budapest in Wien rintresten konnte, muß diele l-Bemnstartung aus ein noch zu bestimmende Datum verschoben werden. Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Für Montag den, 7. d. M. im mittlere» KonzerthavS- 'male stattundenden Klavierabend Margarete G elb ard find! sämtliche Plötze vergriffen. DaS Konzert Hilda Ster« und Karl Berka findet Dienstag den 8. d. M. im lleinen Konzertbaussaale statt. Karten in» der Konzerthauskaffe und bei Kehlmdorfer.! Kanunersanger Leo Slezak wird in seinem letzten Konzert l am 13. d. M. im großen Konzerthaussaale nachfolgende Opern-! arten zum Bortrag bringen: Momrt: Arie aus ..Cosi fto ^tnttv". TsckaikowSky: Arie aus „Enam Onegm". Bo'ridle«: -Arie aus „Weiße Dame". Berdi: Arie auS „Luffa Miller". Leoncavallo: Arie aus „Bajazzo" imd auf vielfachen Wunsch die /Arie ans ' „Bohöme". Wenige Karten an der Konzertkaffe Gckmann. Die SPtelplLne de» Burg- und Operntheater». Burgtheater: Hecke, nachmittags 7*2 Uhr: „Renaissance; abends 7,6 Uhr: „Jankobs Traum". — Montag: Geschloffen. — Dienstag: Geschloffen. — Mittwoch: „Mss .iras". — Donnerstag: „Der einsame Weg". — Freitag: „Jaakobs Traum". — SamStag: Bei erhöhten Preisen: fttrn ersten Male: „Die Sorina". — Sonntag, nachmittags T Uhr: ..Gyges und sein Ring"; abends 7,6 Ubr: „Die Sorina". — Overntheater: Hecke, nachmittags S Nhr: „Die .Jahreszeiten der Liebe", „Die Puppensee"; abends 6 Uhr: „Fidelio". — Montag: Geschloffen. — DimStag: „Dda". — Mittwoch: „Der Musikant". — Donnerstag:' Geschlossen. —i i Freitag: „Barsifal", Arckortas. Herr Kammersänger Fritz Fembals. — Samstag: „Pmfifat". — Sonckag: „Die lustigen Weiber von Windsor . * Siegfried Bernfelds Buch. DaS jüdische Volk «nd seine Jugend ist dank der ungeheuren Begeisterung, mit der rS von der gesamten Jugendbewegung und der Preffe ausgenommen wurde, im ersten Tausend vergriffen. Das zweite Tausend gelangt ^soeben zur Ausgabe. In einem dreispaltigen Artikel der „Jüdischen 'Zeitung" beschäftigt sich Robert Weltsch mit diesem Buche, von dem er sagt: „Jeder, dem die Znlunft unseres Bolkes nicht gleichgültig ist, muß selbst zu dem Bucke greifen Md muß sich durch diese packende Utopie, die wie eine überwältigende Symphonie an ihm vorüberrauscht, überzeugen laffen." — Preis broschiert K 7.70, gebunden K 9.90. Durch alle Buchhandlungen oder direkt Bet!R. Löwit, I., Rotenturmstraße 22. IKaa8asas;.rR.-.-:.;.;a7r. g, /'==s==a=-.'s ^trsasasggaM I SPORTKLUB „HAKOAH“. nzert anlässlich der 10jährigen Gründungsfeier am Montag den 28. April 1919 im Grossen Konzerthaussaale. — Beginn 7,7 Öhr. Mitwirkend: ALFRED GRÜNFELD SIEOMUND FEUERMANN RUDOLF BANDLER FRITZ BLUM KARTEN von 16 bis 3 Kronen an der Tageskassa des Konzerthauses, Wien, III. Lothringerstrasse 20 und im Sekretariate des Sportklubs „Hakoah“,Cafe Industriellen, L, Concordiaplatz 4; Buchhandlung Löwit, I., Rotenturmstrasse; Buchhandlung Hirschter,!., Rabensteig 6. an Sport. Eine Lrrstverbiirdimg Padua—Wien—Prag. Wie das „Sp. a. M." meldet, wird in Kürze die Luftlinie Padua-Wien—Prag dem Betrieb übergehen werden. ES nmrben .350 k8-Caproni-Flugzeuge zu diesem Zwecke berertgestellt. Sie sind für die Ausnahme von b Personen Md 200 Küogramm Gepäck berechnet. Vier Apparate der ähnlichen Type haben den -Flugverkehr Padua-Wnn in 4 Stunden 15 Minuten bewältigt. ■$n Prag wird derzeit aus dem Proseker Flugfeld ei« großer iÄpezialbangar für die Aufnahme der Reffeflugzeuge errichtet. Der ^regelmäßige Verkehr wird bei Eintritt günstiger Witterung aufigrnommm werden. Zwei Flugzeuge werden täglich den Flug Hadua—Wien Md zwei die Strecke Wien—Prag absolvieren, i Man hofft, daß binnen kurzem der AerobuS-Caproni für |15 Fluggäste unb nächstm Monat ein 2000 Hk>-Triplar für '47 Personen in den Dienst der Luftlinie gestellt werden können. Heliumlnstschiffe. < Za unserer Notiz über die Füllung der LuftfchiffballonS mit Helium werden wir von einem Chemiker darauf aufmerk» iiam gemacht, daß es erstens eine Unmoalichkeit ist, ans Methan, inner Kohlenwasserstoff-Verbindung das Element Helium! herzustellen, und zweitens, daß me Tragkraft deS Helium-, otth'prechend seinem Molekulargewichte von zirka 4, etwa 50 Prozent won der Tragfähigkeit des Wasserstoffes, dessen Molekulargewicht 2ist, betragen dürste Md nicht, wie eS in der betreffmdm Notiz iheißtz 94 Prozent. (Wir haben jene Notiz einer Fachzeiffchrift rntnounnen, auf ^welche die Verantwortung fallt. — Die Red.) LSnderrvettkaurpf Deutschösterreich—Ungttttt. . Unter recht kritischen Berhültniffm tritt Hecke bi« deckschwsterreicklsche Auswahlmannschaft in Budapest an. Bis fetzt ist!eS «och nicht sicher, welche Mannschaft spielen wird, da zwei Spider — Bauer unb Kuihan — etft später abgereist sind, über deren Eintreffen in Budapest noch nichts verlacket. Die ungarische Mannschaft weist fast durchwegs bekannte Namen aus, nur in der Deckung steht ein Neuling. Favorit ist natürlich das Mgarische Team., ober auch die Wiener gehen nicht ohne Aussichten in om Kampf. Wiener MorgenzeÄmtK 6. April MS srr. 78 ■ ■.• > i i i i i n lantrn “runmilmm mn r n» mi ,,,, .- Im Kriege zeitigten die Länderspiele nachfolgende Ergebnisse:. 4L Oft. 1914 unentschieden in Budapest..2:2 8. Nvv. 1914 Nnaarn.siegt in Wim . . 1:2 S. Mai 1915 Oesterreich fiept in Budapest S: 2 30. Mai 1915 Ungarn siegt in Wim ..1:2 3. Oft. .1915 Oesterreich siegt IN Wie» . . 4: y 7. Rov. 1915 Ungar» siegt in Budapest. .8:8 7. Mai 1916 Oesterreich fiept in Wien . . 8 r 1 4. Statt-1916 Ungarn siegt t« Budapest. ,1:2 1. Oft. 1916 Oelkrreich fiept in Budapest 8: a 5. Nov. 1916 unentschieden m Wim . . .8 :8 6. Mai 1917 unentschieden in Wim . . . 1: i 13. Jmn 1917 Ungarn siegt in Budapest..2:6 / 5. Mi 1917 Ungarn siegt in Wim . . .1:4 8. Oft. 1917 Oesterreich siegt in Budapest Sri 4. Nov. 1917 Ungarn siegt m Mm . . .1:2 14. Avril 1918 Ungarn siegt in Budaprfi. .0:2 5. Jimr 1918 Ungam siegt in Mm ...0:2 6. Oft. 1918 Ungarn siegt in Wien ...0:8; Die heutigen Frchbavrvettspiele. Bon den mrs dem Programm steheudttt Fußballwettspielen zählt eines zur Cupkonkurrenz, alle übrigm sind FrcMdschaftsspiele. Am meisten Interesse wird daS Cuvspid Wiener Sport k ln b—B i e N n a erwecken, das in Dornback statbsindet. Beid^ Mannschaften haben in der lebten Zeit große Erfolge cn'ungem Der Sportklub bezwang in der Meisterschaft Gegner wie Ravid und F. A C. Md die Bienna krönte ihre bisher ununterbrochene Reihe von Siegen, in der Meisterschaft der n, st-Klaffe mit einem Rckordsieg über die an zweiter Stelle sigurietrnde Admira. Es wird -inen sehr hnsim Kamps gebe», den der Svortllub ftiavp fiir sich entscheiden dürfte. Außer dm» Siege aus diesem Spiele sind noch Rapid. Rudolsshügd und der Floridsdsrfrr A. C. am Cuv teilnahmSverechiigt. Rapid spielt in Hütteldori aegen Wacker. Da die „Grünen" sgst ihre komplette erste Mannschaft nach Büdavest abgegeben haben, geht Wacker mit sehr großen Chancen in de« Kampf. Der M. A. F. hat a»sseinem Sportplatz die A m atenre z« Gaste. Da letztere ihre vier besten Spieler an daS Team abaeitchen haben. m,rß man den W. A. F. als Favorit ber-ichnen. Wenn die „Rotm" nicht mehr leisten als in den letzten Spielen, werden sie auch von der geschwächten Amatenrmannschaft bezwungen werden. RndolsSbügel tritt in Favorite« gegm dm W. A. C. an. Die RudoMügler haben m der letzien Arft außer ihrem Sieg über Simmering, keine Eriolgackmweism; auch beute werden sie sich wohl vor de« Praterleute» bmgm muffen. Die Ä d m i r a ^ielt auf ihrem Sportplatz gegm dm F. A. C. Die Zweitllamgen haben am letzte» Sonntag derart versagt, daß man m ihnen absolut kein Vertrauen habm kann. Der F. A. C. wird, falls er nur Halbwegkomplett Antritt, nriArios Sieger bleiben. Aus dem Herchavlad in Favoriten spielt Hertha gegen Slovan. Dir Zweitflassigrn werdm nach aufopferndem Spiele eine knappe Niederlage in Kauf nehmen müssen. Aus dem Simckeringer Sportplatz tretm der S i ttt* meringerSvortklub Md die Germania in die Schranke«. Die Schwechater haben eine Art Sammelkader für „reifere" Fußballer. In jüngster Zeit haben sie durch den Internationalen Kobn lL'ttle) eme wertvolle VerstärkMg erhalten. Der Ausgang deS Spieles »st ungewiß. DaS Wettspiel Sportklub—Vienna beginnt mn 7»4 Uhr, alle übrigen mn 4 Uhr. Leichtathletische Wettbewerbe ans der Hohe« Warte. Hecke kommm zwei leichtatbletische Wettbewerbe aus bet Hohen Warte zur Austragimg. Vor allem ist daS am 16. Man abgesagte Lacken „Quer durch Döbling" m erwähne». daS damals baupffächlich bitwh die Schuld deS veranstaltende» Vereines Mterbleiben mußte. Hyffentlich bat die Bienna diesmal deffere Vorbereitungen getroffen. Die aussichtsreichste« Bewerber in der Smiorenkonftwrmz find Opfolder (Rapid) Md StefanovitS (Bienna). Außer diesem Straßenlacken findet noch rin Dahnmerting statt, an dem aber nur Nmlinge mid JMioren trilnabmSberechNgt sind. Die acht ack dem Programm stehenden Disziplinen (Laufen 60 Meter. 400 Meter, 1000 Meter; Wemprung; Hoehsm-ung; Speerwerfen; Klmelstofien: Diskuswerfen) werden von zahlrrichm Leichtathleten deS W. A. F., W. A. Haköah Und Brenna bestritten. Dir Wettbewerbe beginnen mn S Uhr nachmittags. Die heutigen HoLeywettspiele. Hecke werden die Spiele in der Pokalkvnknrrenfortgesetzt. Der Wiener Hockepkl«b tritt dn Prater aemm dm ' W. A. C. an und wird auch sicherer Sieger bleiben. Spiewrgnm Vs 10. beziehungsweise 11 ubr. Die H a k o a h spielt ack ihrem FloridSdorser Sportplatz gegen dieLehrer-Svortvereiniaung. In einem Freundschaftsspiel, das bte beiden Vereine Heuer bereitausgetragen haben, blieb die Hakoah mit 8: 0 siegreich. Auch heute dürste sie einen knappen Sieg erringe». Der Sportklub Kadima spielt Hecke ans dem Rußdomr A., C^Spyrtplgtz gegm Nicholson. DaS Wettspiel der I. Mannschaft^ daS rinm ickereffackm Verlauf zu uehmm verspricht, begmnt Mt 7*3 Uhr, jetttö der Reserven nm 7,11 Uhr. Batzrenne» 1« der Hauptalle«. Dir Radsahrtr kommen dm Leichtatbletm zuvor. Schon am 27. April bringt der Verein ,,D' Wiedner Radler" rin Rüdrennm in her Hauptallee, Md zwar auf der Strecke Drittes Kaffeehaus—Lusthaus Md zurück (6*2 Kilometer) zur Austragung. Der Sportklab Hakoah spielt Lecke mit schier erste» Mannschaft gegen Sturm. Das Wettspiel findet auf dem Hakoahplatz in Floridsdorf statt und verspricht einen sehr interessanten Verlauf, da das Meisterschaftsspiel her beiden Vereine 1:1 endrte. Spiribepinn 4 Uhr. Um 7,3 Uhr spielen die Reserven, um 1 Uhr die Srnwrenmannschajtm. Der Volkswirt. Wochenschau. Erelgnlsse, die sich früher auf Ja^re, so auf Jahrzehnte verteilten, drängen sich jetzt in wenig« Tage zusammen. Die Umwälzung in Ungarn hat in kürzester Zeit Gesetze und Derordnungen aus dem Böden gestampft, die schon durch Ihr« Anzahl Überwältigen. Mehr noch durch den Inhalt. Der Besitzer wirtschaftlicher Werte Ist über Rächt enteignet worben nnb hat wie jeder ander« Arbeiter dm Gemeinwohl, dem SiLatSganze« z« dienen. Die Sozialifia rnng wirb in weitrstsehenbe« Matze, fast ohne alle Dos arbeite« und langwierige Erwägungen, dnvchgefLhrt. St« ev streckt sich auf olle Gebiete, macht vor keinem Betriebe halt. Schmuck, Edelmetall ustv. sind beschlagnahmt worbe». De« < Pimgramm ist Großzügigkeit «Möglich abzusprechen. Etn< andere Frage ist feeilkch hie Dauer und Erfolgmöglichketz > diestr tu ihrer Art beispiellosen Kommunisierung. Die Mrkung dieser Ereignisse äußert sich für Ms zu» nächst in dem rapiden, alles Gormigegangene überbietende« Sturz unserer Valuta Im neutralen Ausland. In der Schweiz * hat unsere Krone kaum Noch den fr ch st e n L e i l des Friedenswertes. Allein auch dieser Wert mag als fiktiv angeseh« werden, da niemand mehr unser Geld «mnehmen oder etwas mit mt6 zu tun haben will. Unter solche» Umständen dürfe« J wir auch ans die Aufhebung der Blockade und du;/|| Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Amerika keim , überschwänglichen Hoffnung«: setzen. Die Blockade Üb« 7H Deutschland besteht noch, es ist uns also die Einfuhr vi, Hamburg versperrt. Ob die Import- und tzxportbeschrSn.! kungen des neutralen Auslandes', sowett wir in Frage kommen, aufgehoben sind, steht nock) nicht fest. Wir werden also vov läufig auf die Einfuhr Über die Adriahäfen und auf de« Donauwege angewiesen sein. Di« Gebiete Ungarns und Ingo. flawienr, welche diese Sendungen zu passieren haben, fick unsicher, die Dona« ist zum Teil in de« Händen d« Tschechen. Wie begleichen wir jedoch unsere Importes Wir sollen dagegen exportieren, wird erklärt. Die eine, fordern die Rohstoffansfuhr, besonders die von Holz unh Erzen, die anderen die Ausfuhr von Fabrikaten. Mer einer, seits benötigen wir nufere Rohprodukte zum größten Teü selbst, andererseits mangelt es unserer total herabgekommene, Jndustritztzan dem wichtitzsten: an Kohlen. Als zweites Aus« gteichsmittel bliebe Geld oder Kredit übrig. Was uns« Gelb betrifft, so sehen Pessimisten den Tag nicht fern, cm dem der Wert unserer Valuta "auf dem Nullpunkt angelegt - sein wird. Daß dir Krone Nicht uur ein Stück Papier bleibt, sondern auf dem internationalen Markt wieder Kaufkraft erlangt, ist für uns alle ecke Lebensfrage. BorlSufig handelt «S sich darum, daß wir nicht verhmrgern. Wir sind jedoch der Zahlungsmittel zum Begleiche der Enientesendnng«, entblößt. Zwar habe« wir bereits nationale und städttfch, Werte verpfändet, aber tarnt» wir auch noch so vckl vev. 7 pfänden, eS wird am Ende nicht reichen. Nnb darauf z« baue«» daß mit einer Besfenmg und Konsolidierung der politischen Berhältnisfe allein auch die wirtschaftlichen ecke sprung« hafte Aufwärtsbewegung nehmen werden, dünkt uns eck der. frühter, wenig gerechtfertigter Optimismus. Von MMcher Seite wird nun geltend gemacht, baß wir in de« Gold und den Juwelen, die sich im Privatbefttz Vesinben, über daZ ' letzte Kapital von internationalem Wert verfügen. Nach beiläufigen Schätzungen sott «S sich dabei um etwa ei ne Milliarde Franks handeln, was zum heutigen Kurte umgerechnet sechs Milliarden Kronen ausmachen würde. ES wiri behauptet, baß wir damit den dringendste« Bedarf decken könnten. Zweifellos ist dies daeckige Mittel das unS, abgesehen von unserem Besitz an ausländischen Wertpapiere» im In- und Ausland, geblieben ist, um den KronenkurS im neutralen Ausland zu heben «nd unserer Währung wieder eine Basis zu schaffen. Di« Besitzer von Gold «nd Schmuck .. müßten enteignet und durch de» Staat entschädigt weieden. Au dieser Stelle sei heworgehoben, daß die ,Mie»er Morgen-; zeitung" bereits am 4. März dies« Id« ausführlich er. örterte. Reben der Festigung der politischen Berhälckisso dürfte die »International« deS Goldes" der einzig gangbare Weg feck, uns aus de« namenlosen Elend zu rette«, ck bas wir durch die viereinhaljährige shstemattsche Dertzerstörung hineingeraten sind. Mit halben Mitteln und Mittelche«, wir sie bisher angewendet wurden, werden wir nichts bessern. Bier Monate wird bereits an der BermögenSabgabe hernmgedoktrrt, ohne daß mau sich zu einem radikalLn Eckgriff entschließen kann. Naturgemäß hat daS Ausland alles Dertrauen zu einer Bessemng bei uns verloren. Unser ewiges . Zaudern, unsete halben, viertel »nd achtel Maßnahmen, unsere Angst vor energischem Zugreifen »nd die überaus zartfühlend« ' und schonungsvolle Behandlung derjenige«, die eine» tüchtige« 7 Aderlaß am leichtesten und schmerzlosesten vertragen könnten,; haben der übrigen Welt die Meinung, aufgedrängt, daß uns 7 unter solchen Umstände« nicht zu helfen ist. Die Aufhebung , der Blockade wird unS nur dann nützen, wenn wir vom Ausland Kredit« erhalten. Und Kredite werde» wir nur dann erhalten, wenn man mehr Vertrauen in uns setze» kan«. Man sollte meinen, daß wir aus dem Ausland nur die dringendsten Lebensmittel beziehen müßten, daß Luxusartikel von vornherein ausgeschlossen würden. Aber auch hierin - zeigt sich die gänzliche Unzuverlässigkeit unseres unseligen . Systems. Während des Krieges ließ man ungeachtet gegenteiliger Vorschrift«» Schmuck »nd Edelsteine für viele Millionen Herd», wodurch unsere Valuta eine weitere Entwertung erfuhr, -ck« wird ”ant Italien Weck importiert, de» wir gewiß entbehren könnte«. Auch der Import von Orangen, deren Preise uur für die Begüterten erschwinglich sind» könnte durch Dringender^ ersetzt werde». ES kann nicht nachdrücklich genug betont werden: Nit müsse» planmäßig bei der Eckfnhr vorgehe«, eS «aß gründlich «wogen werden, welche Nahrung-- »nd Rohstoffe wir unbedingt nötig haben. Bedenken wir doch, daß wir etwa das Fünf^ehnfache und »och mehr des Friedenspreises zu bezahlen habe« — die Krone ist ein Sechstel wert, dl« Auslandspreise sind «nt das Doppelte bis Zweirinhalbfache gestiegen, dazu kommt die enorm hohe Fracht. Und obembreck arbeite« die Entente- 4 ckufleute kaum aus humanllüren Gründen, ssttdern wollen gut verdtnö». Nichts könnte die Situativ« greller und erschreckender beleuchten att da- Gesetz über die „Brotauflage". Sie wird, sobald die Wochenquote für Brot und Mehl verdoppelt werde» 1mh in Kraft treten- Sie beginnt mit Kronen /