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Wiener Morgenzeitung · 1919-04-06 · Heft 78 (6.4.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 78 (6.4.1919)
Date
1919-04-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 78 Wien, Sonntag i'ff» dD . i Vf) ■ v rfä; ii: Die Juden Deutschlands als nationale :tM?. Minderheit. ' «/’ Wie wir vor einigen Tagen meldeten, fand in der /'-'UO vom Berliner AuKwärti.g.'n Amt eingesetzten Kommission -!'Wfü^ die Friedensverhaiidlungen eine Sitzung zur Beratung der jüdischen Frage statt, bei welcher die Sach- 'tzMW derständigenkommifsion für jüdische Angelegenheiten, außer der selbstverständlichen Gleichberechtigung in allen Ländern und der Beseitigung aller beschränkenden Bestimmungen vorschlug, daß die Forderungen nach . > nationaler und kultureller Autonomie in den neugebildE deten Staaten nach den Wünschen der dortigen Juden erfüllen seien. /Es ist bisher nicht gemeldet worden, AB'ob die deutsche Friedenskommission diese Forderungen .W.' der jüdischen Sachverstäüdigen sich zu eigen gemacht 'M habe. Auch ist es nach dem ganzen bisherigen Gange der Friedensverhandlungen in Paris mehr als fraglich, -» ob die deutschen Delegierten überharrpt in die Lage HW kommen werden, in der jüdischen Frage ihr Votum in!\^M‘ Paris abzugeben. In Deutschland selbst ist die Frage i'HUtzder Anerkennung der Jrrden als. nationaler Minderheit '...^-.bisher wenig erörtert worden. Vielleicht, daß doch der ' U fwn* * cVnhPit iitflntthpfmnmt. für fw»ti Kongreß der deutschen Juden zustandekornmt, für den ,'EHU namentlich von nationaler Seite eine lebhafte Pro- ': HW paganda entfaltet wird und daß dieser zur Frage der HWrOrganifaLionsform und der Eingliederung des deutschen z''ED Judentums ins neue Reich präzise Stellung nimmt. 1'W Die Zionisten haben betreffs der nati-onal-politischen , WForderungen ein klares Programm ausgestellt. Das erstetnal wurde in der Weimarer National- Versammlung in der Debatte über den Verfassungs- ' Es! Entwurf von den Rechten der jüdischen Minderheit ge- ' Jl?|r ^ü5Ctt bon dieser Rede des Unab- ^E^hängigen Dr. Oskar Cohn kurz berichtet. Aus . 'MMdem nunmehr vorliegenden Sitzungsprotokoll ist ersichtdie Anschauungen Cohns sich durchaus mit Forderungen der deutschen Zionisten decken. Cohn; -Hj^nahm zum Artikel 40 des Entwurfes Stellung, welcher AM besagt, daß den fremdsprachlichen Volksteilen des . MUMiches ihre freie volkstümliche Entwicklung so wie der ' HA gebrauch ihrer Muttersprache nicht beeinträchtigt werf dürfe und stellte fest, daß der Entwurf zu wenig >( diete, indem bloß von fremdsprachlichen Volksteilen die >.! 'AM Rede sei, während es in Deutschland nationale Minder- - ' 'ÄA. heiten gebe, die Deutsch als ihre Muttersprache sprechen,;< /f wie zum Beispiel die Wenden in der Lausitz. Auf die V't|S Audenfrage iiüergeherrd, führte Cohn aus: " „Ich will Bet dieser Gelegenheit nicht ausführlich von der sehr interessanten und sehr wichtigen Frage sprechen, ob nicht das, was ich gesagt habe, auch aus die jüdische Nationalität zutrifft. Angesichts der Wandlungen, die in dieser Frage jetzt in der Weltpolitik und im Bewußt- (■ m t ' ' bic Frage entstehen und beantwortet werden, ob nicht - ' auch für die nationalen Minderheitsrechte der Juden in ■4m der Verfassung vorgesorgt werden muß. Das werden die '/M/ Herren und Damen nicht tun wollen, die auf dem Stand- . VF' Punkt stehen, in Deutschland gebe es keine nationale Judenfrogc. Aber dieser Standpunkt ist bekanntlich nicht ununangefochten, und ich für meine Person halte ihn für falsch. Sehen Sie auf weite Kreise gerade unter dem besten jüdischen Nachwuchs, in dem der Zionismus, die nationale Auffassung des Judentums, von Tag zu Tag stärker wird! Sehen Sie auf diese Volksteile und Sie werde» allerdings in kurzer Zeit vor die Frage gestellt^ sein, ob nicht auch dem jüdischen Volk nationale Minderheitsrechte einzuräumen sind, wie den Wenden und den Polen. Ich meine also, daß der Artikel 49 nach dieser Richtung geändert werden muß." < /, ,1*' ■Wüty f.«1' ' M JV1 ,!» - l4 < "ÄW; 4. ■ :,fvi * "‘,AM MM» verwarf unb JarüobS auserwählte Rebeka h,: jM »Weil er einhergeht, voll von dunklen Fragen, und Du — Dich froh und satt und sicher freust! Werl aller Ahnen, Zweifel, Traum und Sehnen — Em me verstummend Fordern — in ibm klingt, Well er — nicht Gott m ferne Himmel emsargt, Nein — täglich, Herz an Her en. mit Ihm rmgt! Weil D» — nm jagen kannst und opfern, morden! Und er vor aller Wesen Leid verblaßt. Und er zu allem spricht, und zu ihm alles .. Trägt er den Segen ... und des Segens Last!" .iZM retümg fleht. Jaakobs Traum. j -M' (®n von Richard B e«r»H o I m a n 11, zum jM erstm Male aufgeführt im Burgtheater am 5. 8lprü) Frostige Mondnacht in Beer-Scheba, am Rande der Wüste.' Die Frauen Edoms, des Jägers, lugen aus. Sie haben einen AliM flinken Sklaven um de» Betrogenen geschickt, denn während er ein VMM Opferwild erlegen ging, hat Rebekah den jüngeren Sohn Jaakob Edvm ausgrgtbm und von dem sterbenden Jizchak segnen ,'AN kasie». Die Edzmutter Rebekah führt der Dichter also ein. Sie tritt vor das Haus, di« eine der wachenden Weiber Edoms glaubt MÄf.ste srufzeu zu Horen. Aber das zweite Weib entgegnet: litt »Dre? |f| Frag' sie! Sie sagt Dir: Tiefen Atem holt ich, 5ch seufzte nicht!" Schon kchrt Edom mit der lefzenden Hundekoppel zurück, . „ttfndet der Mutter seinen Schwur, den geraubten Segen MMmst JacckobS Blut zu rachen und fordert Rechenschaft, warum sic iMd«. Edom legt den Hunden die Stachelnemen an und stürmt j iW^Jaakob nach, die Erzmutter aber zwingt, dämonisch wachsend, sUM EdomS Frauen m die Knie, während sie um Jaakobs Er- Auf der Hohe von Betb-El bereitet der phänikische Sklave ^^HH'Jduibaal seinem Herren Jaakob das Nachtlager aus duftenden Blüten und Bsopstengckn und läßt ihn allein. Die Nacht bricht DE M und mit der keuchenden Hundemmte steigt' Edom zur Höhe. M Sein Pfeil tötet das Lamm in Jaakobs Arm, Jaakob bleibt unversehrt. Er stürmt mit dem Mesier aus ihn ein, aber das Geröll löst sich unter seinem Fuß, er taumelt zurück und sinkt fei vor Jaakob weder. Edom: 1 ” Wiener Morgenzeitung Es ist sicherlich, ein Fortschritt in der deutschen Politik, daß mtm nationale Minderheiten anerkennt und ihre freie Entwicklirng. garantiere^ will. Die^e Formnlieirung hat die.Versassungskomnrisston inzwischen noch, etwas abgeschwächt, so daß jetzt nur von Rücksichtnahme auf fremdsprachliche Volks teile gesprochen wirb. Für die deutsche Judenschaft enthält. diese Formulierung nichts Ausreichendes, d<r das Merkmal'der Frewdsprachigkeit auf sie nicht zutrifft und durch die Llnnahme einer solchen Fassung jede Entwicklung des deutschen Judentums gehemmt werden könnte und dies um so leichter, als ja die Trennung von Staat' und Kirche auch in Deutschland früher oder später erfolgen wird. Jedenfalls ist interessant, daß durch Oskar Cohns Rede die Fragender Anerkennung der jüdischen Rechte vor die deutsche Nationalversammlung gebracht wurde. Memoirenschreiber. Die deutschen Machlhaber von grstem nützen ihre unfreiwillige Muße nach..Kräftm aus. Die Herren sind wacker bei der Arbeit. Ludendorsfs Memoiren sollen schon fertig sein, Tirpitz schreibt, auch Bethmann-Hollweg ist am Werke, ein Buch des Herrn v. Jagow, des ehemaligen Staatssekretärs kür Auswärtiges, soll in allernächster Zeit berauskomnlen und aucli Graf Pourtalös, der frühere Petersburger Botschafter, hat seine Memoiren uiedergelegt. Es ist heute mehr als fraglich, ob die Welt diesen Veröffentlichungen mit besonderer Spannung entgegcnsieht. Das Urteil über die unmenschlichen Gewaltmethodcn der Vergangenheit stobt in den Augen der Welt unverrückbar fest und ist inavpellabel. Die W-rke der gestürzten Herren einer zur Urteilslosigkeit erzogenen Masse werden den erwarteten Erfolg nicht haben. Was Ms die Herrschaften bieten können, sind Details, für.., deren Würdigung man heute kaum die nötige Muße aufbringt. Auch dürfte es ihnen darum gehen, mehr sich selbst als das alte Deutschland zu rechtfertigen. Das erste ist momentan belanglos, für das andere sind sie nicht geeignet, weil man ihnen keinen Glauben. schenkt. Wer soviel spsiematische, amtlich geeichte Lügen ausgesweut hat, ,wie während des Krieges die deutschen amtlichen Stellen, . der wird sich nicht wundern dürfen, wenn auch seinen Wahrheiten nicht geglaubt wird. Wird doch auch die Richtigkeit der offiziell verlautbarten diplomatischen Depeschen Mid Aktenstücke bestritten! Auch das liebliche Spiel, wie man die Schuld auf andere zu schieben sucht und die eigenen Hände in Unschuld wäscht, ist weder mutig noch amüsant. Auf Tirpitzens Ermnermtgen muß man besonders gespannt sein. Am Ende soll der U-Bootkrieg eine verspätete Verteidigung erfahren? Wichtiger als die Stilübungen der Herren ist die VeröffentlichMg der Vorkriegsdokumente, die, von Kautsky bearbeitet, demnächst erscheinen sollen. Vielleicht haben sie die auch nicht zu unterschätzende Wirkung, Leute zum Schweigen zu bringen, die längst im Dunkel verschwunden sein sollten. Die Friedenskonferenz. Die Friedenskonferenz vor dem Abschluß. Das Saarb ecken soll an Frankreich fallen. Paris, 6. April. (Funkspruch.) Nach dem-„Petit Journal" sind die Arbeiten der Friedenskonferenz so weit gediehen, daß mU der baldigen Verkündigung poßit i v e r E r g e b n i s s e gerechnet werden kann. Der Umstand, sagt das Blatt, daß die Delegierten T a r d t e u, Morleh und Haskins die Mission erhalten haben, die künftige Verfassung des Saarbeckens auszuarbeiten, beweist schon zur Genüge, daß bezüglich der deutschfranzösischen Grenze vollste Einigkeit zwischen den Alliierten besteht. Bloß die M e i n u n g s v e rs ch i e d e n h e i t zwischen den Italienern und I n g os l a w e n in bezug auf den Besitz' der adriatischen Küste macht den Alliierten Sorge, doch dürfte auch hierin eine Entscheidung bald gefällt werden. Es blcibk somit nur noch das wichtige ProblemderEntschädignngzu lösen. Hofland bekommt seine Schiffe zurück. Washington» 5. /lprrl. (Reuter.) Das Schiffahrtamt machte dem rnterallilcrten Rat für ' Schiffahrtangelegenheiten den Vorschlag, in btdeui Mvuat 87 der im August zurückgehaltenen h o l l ä n d i s ch e n Schiffe zurückruerstatten. „So knie' ich schon vor Dir! :CT:4~' Iaa k ob: -Nicht Du vor mir! Wir beide — Mein Bruder, knieen hier im Dunkeln; in unS DaS gleiche Blut, das gleiche Schauern vor Dem Namenlosen, der uns hergesirhrt! Bangt Dir vor Ihm? — Mw auch! .. Und da Edom bitter seine Verworfenheit bettagt, entgegnet Jaakob: Zerworfen — Du? Mein Edom! Jedm Morgen Schlügst Du die Lider auf. uiid Helle Augen — . Du froher Jäger — greisen nach der Welt! Ein Baum, gepflanzt an Wasferbächm, tteibst Dn Ins Licht, mit Kronen, täglich neu verjüngt ... Kein Gott warf in Dich wehvoll dnukle Fragen. W o h i n Du blühst, was deine Wurzeln düngt!" * Vom Blutschwur entbindet er ihn, indem er seinen Arm um den des Bruders schlingt und beide Anne mit dem Mesie ritzt, daß sich das Blut vermengt, und entläßt Edom mit den Worten: ,Gott braucht mich so — und ä n d e r s Drch! Nur weil Du Edom bist — darf ich Jaakob sein!" Weiße Nebel wallen auf. Jaakob hat sich auf das Lager von Mop, Thymian Md Minthe hmgestreckt, der Quell rauscht Md Jaakobs Traum hebt an. Jaakob: „Was ruft im Dunkel mich? Was spricht? Bin ich denn nicht allein?" Der Quell: „Weil Du — weil Dü Jaakob bist, Vermagst Du's nie zu sein! Vernimmst Du meinen Sinn, Weil Du — weil Du Jaakob bist? Ich rinne, rausche Heu, Een Quell, aus Tiefen brech ich mir Durch Fels den Weg hirhrr — Weil Tu, Jaakob, mich vei nimmst, Bm iä; nicht einsam mehr!"! Der Stein, auf den er ruht, sprjch zu ihm, drei Engel sind herangetreten, betten ihn mff den'FlaiM ihrer Flügel, der Sturmw-nd Gottes weht, ,,e) auilll blinkende Flut auS dem Gewölk", die Himmel öffnen sich vnd von den gleißenden Siuien neigen sich die Erzengel Michael, Gabriel, Urirl und Raphael, aber auch mit gebrochenen Schwingen und ernstem Antlitz Samael. i 6. April 1919 Sette 3 ' Wilson erkrankt. Paris, 5. April. (Agence Havas.) Präsident W i l f o N hat sich eine Erkältung zugczogen, die zunächst nur einen Ruhetag zu erheffchen schien, die sich nun aber^ doch akS ernster heraiisgestellt Hatz Wilson, der das Bett hüten nrnfc verbrachte eine gute Nacht. Oberst H o»s e wird ihn, im Biererrat vertreten. Dieser wird übrigens in der Wohinmg Wilions tagen, wo man .in dringenden Fällen den Präsidentm wird zu Rate ziehen können. Wilsons Rückkehr nach Amerika. , Haag, 5. Avril. (Tel.-Komp.) Nach Berichten der hiesige« Blätter aus Neiv-Z)ork ivlll man in Washington wrsien, daß sich P r ä s i d e n t W i l s o n wieder um den 20. April nach dm Bereinigten Staaten begeben wird. Er wird de» Kongreß zu einer besonderen Sitzung für dje erste Maiwochü einbemfm. . Deutschlands Kriegsentschädigung. :* London, 5. April. (Funkspr. des Tel.-Korr.-Bur.) D« „Times"' berichtet: Die Fmaiizkommission der Friedenskonferenz entschloß sich, nicht die Gesamtsumme der von den Deutschen z» bezahlenden. Kriegsentschädigung zu bestimmen, sondern «uv d e n i n d e n e r si e n z w e r I a h r e n z u l e i st e n d « « Teilbetrag feftzusetzen. Die Höhe der weiteren ZahlMge« sei jährlich durch eine von den Gläubigern einzusetzende Kouds Mission, festzustelleu. \ Die Verhandlungen mit der deutschen Finanz^ Kommission. | Pont-St.-Maxeneo, 5. April. (Korr.-Bnr.) Die Mitglieder der Fmanzkommisffon der Entente und die deutsche» Drlegierten der Fiuanzkommissiou setzten gestern vormittags »uh nachmittags die Arbeiten fort. Bis jetzt wurden nur technisch« Fragen betreffend die Ausführung der Entscheidungen dev Brüsseler Konferenz behandelt. Die nächste Zusammenttmst findet vorarissichtlich Sonntag statt. Die Italiener fordern Finwe. Paris, 5. Avril. (Tel.-Komp.) Orlando hat a» C l emenceau gestern einen Brief gesendet, in dem er aus-', einandersrtzte, die Jlaliener bestünden daraus, Fiume zu besetzen^ Italien will im Prinzip nicht einmal zugestehen, daß die jugo°l slawische Frage zur Diskussion gestellt werde. Wenn den Jugo^ slawen nachgegeben werde, würde in Italien eine N e v o l utio A auSbrechen. _ Eine neue PogrornweKe üt Polen. v H. Warschau, 31. März. (Spez.-K-orr. der „Wieners Morgenztg.") Während man sich in Polen zu einer; ernsten Auseinandersetzung mit der Judenfrage cm*! schickt, überflutet neuerdings eine Pvgwmwelbe das? Land, die unzählige Opfer an jirdischem Gut und Blüh fordert. So fanden im Monate März kleine oder! größere Pogrome gegen die Juden in Kalicz, D o m^ brotva, Wielun, Stopnrca, Busk, Szydlow^ Chmelnik, Pocanow, Pinezew mrd Kliman-»' k o tv statt. Namentlich in Kalisz soll es sehr arg zugegangön sein. Darauf deutet auch der Umstand hür^ daß der Minister des Innern, Wojciechowski, sich he* stimmt gefunden hat, sich in höchsteigener Person atf den Tatort zu begeben," um Maßregeln zu treffend Der., MiniAr.tzeMfing ' dort VertrEter der Zivil- und^ Militärbehörden, sowie der Gendarmerie und leitete eine Untersuchung über die Vorfälle ein, worauf ep den dortigen Kommissär der Volksmiliz namens ZyH seines Postens'enthob. '{ Zu dem Pogrom in Kalisz meldet das Korr.-Bur. B. W. D.: Minister Wojciechnowski besuchte wahrend! , seines dortigen Aufenthaltes auch das jüdische Kranken-^ Haus und ließ sich von den Pogromverwundeben und! Beschädigten inwrmieren. Er empfing auch eine Depu^ tation der jüdstchen Gemeinde, der er alles vorzukehren versprach, um eine Wiederholung der Exzessei: zu. verhindern. Dabei verlangte der Minister in eineM halb bittenden, halb befehlenden Dou „keinen großew U r i e l: „U n s sieh, Jaakob! Wende dein Gesicht j Von dem dort» der verworfen ward . Samael (in tief verwundetem Stolz): „Verworfm — n r ch t! Verstoße u! — Und verstoßen noch, geeint Im Tiefsten euerm Herrn — nicht euch, den Diener«, Den immer jubelnden, d^n selig satten: Seid ihr Sein Glanz? Schwarz über seine Welt muß ' Gott werfen mich — mich,— Gottes ewcgen Schatten!** :Die Erzengel kämpfen mtt Samael—I a a k o b aber rmgk mit Gott: „Kennt Er noch nicht mem Blut? Besicht Er darauf. Daß stammelnd schamlos Ihn mein Mund gestehe, ' . Was Er doch weiß? Wählt Er, nur am zu s ch e n k e Daß Er uns Gut und Macht und Glanz verspricht?. ' ‘ Seht, darum nur — so dacht' ich — hat den Knaben,, Was. Lew auf Erden trägt — Er zugesandt: - Er selbst hat Sich in Seine Himmel droben, Herrlich und furchtbar, ferne fesigebamit ... - Sv wählt mein Blut Er aus zum stvlzm Reise — In alle Zeitm spneßend, nie verdorrt — Daß meinen Mund — von neuem immer wieder ,— Entstürze Seines ewigen Willens Wort! Und zwischen mir Md sorglos jMgem Blühen Brach darum Brücke Er entzwei mrd Steg — ' Daß ewig ich. mit Menschenschritt, hiernieden M r t schreite Semen fernen Goltesweg Und — Leid mrtSeinem Worte lösend hier Sein ewiger Mund und ewiger Anwalt werde .. Solche Lästeriede wollen die Erzengel nicht vor GotteL Thron tragen. Doch Jaakob, in letzter- Entschlosienheit, ruft« an den Engeln vorüber, zum Ewigen hinauf: ^..Jch lose Dich — Du Gott— aus Deinem Eid! Der Du in Wettern thronst! Mit Deinen Feuern Triff hier — dies Haupt! Es sterbe meine Seele, Weil allzu wild nach ihrem Gott sie schreit!" Die Donner fahren nieder mit brausender Finsternis, aber Jaakob steht, lichttrmflosien, da und Michael kann künden^ „Ans meme Lippen legt der Herr — dies Wort: Was Du Dir wählst — versagt der Herr Dir nicht! Mächtige Kömge des Meerlands — endm! ' Mmaiim — schwindet! Babel wankt und fällt! Nur D u — S e i n ewig Volk — darsft ewig wandern —\ Em ewiges Wunder Seiner ewiaen 2Vcli!"

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