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Wiener Morgenzeitung · 1919-04-05 · Heft 77 (5.4.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 77 (5.4.1919)
Date
1919-04-05
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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5. April 1919 SK. 77 Wien. Samstag ' ^4 Die Friedenskonferenz. Stürmische Auseinandersetzungen in Spaa. Berlin» 4. Avril. (Wolff-Bur.) Ueber die Verhandlungen zwilchm dem ReichSmiflister Erzberger und Marschall Fach m Spaa sind in der Presse uiclfott) unrichtige Angaben erkbinrm. Die Verhandlungen, die in der gestrigen ersten offizielle« Sitzung einen teilweise bewegte« Verlauf »ahme«, namentlich in der Aussprache der beiderseitigen Militärs, werden heute fortgesetzt. Der Abschluß der Verhandlungen ist vor heute abends »ich tzu erwarten. Die. Aussichten auf eine Verständigung sind im ganzen nicht ungünstig. Die Frage des Saarbeckens. - Paris, 4. Avril. (Funffpr. des Korr.»Dur.) Gestern nachmittags ist dre Kommission, der AndrS T a r d t e u für Frankreich, Headlnn M o r leh für Großbritannien und H a s t ins für die Bereinigten Staaten angehörm, zusanimcngetreten, um eine, Formel abzufassen, krast welcher die w i r t s ch ü f 1 l i ch e AnSbentnng des SaarbeckenS Frankreich 5 u g e s p r o ch e« und die Frage der militärischen Neuttalisierung des NheinlandeS gelost werden soll. Mas Deutschland zahle« soll. ' Kondp«, 4. April. (Funffpr. des Tel.-Korr.-Bur.) Nach einer Meldung des britischen Preßbureaus habe sich BonarLaw a«f besorgte Anfragen, von Mitgliedern des Unterhauses dahin geZvßert« daß dt« Alliierten von Deutschland soviel als KmgSentfchSdlgnna verlangen «erden, als rS ü b e r h a u p t bezahlen tonne. > tzyvdo«, 4. Avril. (Funffpr. des T<l.-Korr.«Vur.) ES verlautet, daß der Biererrat in einer Nachtswirng beschloffen habe, als erste Zahlung von Deutschland SbvMitlionen Dollar in Barem vnd Sb0 Millionen in Sicherstellungen und Materialien zu verlangen. Statt der Anführung emer fixen Summe rm Friedensvertrage könne von Jahr zu Jahr eine ergänzende Summe festgesetzt werden. Fiume «nd Spalato falle« an Italien? Ei« De^icht Dr. Dillonv, Berlin, 4. Avril. (Wplff-Bnr.) Dr. D i l l o n tele- Navhiert dem „Daily Telegraph", die Friedenskonferenz habe aus Gründen der Zweckmäßigkeit verfügt, daß F i v m e und Spalato Italien überlassen werden sollen. Die Missionen Smnts und Mangins. Amsterdam, 4. Avril. (Korr.-Bur.) Dem ^Algemeen HandeGblad" wird aus Baris gemeldet: Die Tatsache, daß General S m u t S nach Ungarn entsandt wird, während General Mangm nack Mainz reist, deute darauf hin. daß man dem ungarischen Bolschewismus gegenüber eine andere Politik befolge als gegenüber dem polnischen Bolschewismus. Die Mission des Generals Smuts sei sowohl politischer und militärischer als auch wirlschastltcher Natur. ,__ Inland. ity Die Anknnst DentschSsterreichs. Dar Pariser Korrespondent brr „Züricher Post" ,sendet ainen Bericht über die Vorgänge, die sich hinter den Kulissen der Konferenz abspielen und schildert insbesondere den Streit, der über die Frage von Deutschösterreich geführt werde. Die alte diplomatische Schule zeige sich auf der Pariser Konferenz speziell in der Frage Deutschösterreichs. Man brauche nur in den Pariser Blättern die Indiskretionen zu verfolgen, die über die Frage der Neutralität veröffentlicht werden, zu der man Deutschösterreich gerne verpflichten möchte, um zur Ueberzeugung zu gelangen, daß die Konferenz die Weltkarte vollständig nach dem System der alten Schule wieder festzulegen im Begriffe ist. k Was die Bereinigung Dentschösterreichs mit dem Deutschen Reiche anlang«, so erhalte sich auch hei gut informierten .Persönlichkeiten bas Gerücht, Italien habe sich in dieser Frage zur Unterstützung d«S französischen Standpunktes verpflichtet, ohne Rücksicht auf seine Interessen die Bildung eines Donaubundes mit allen Mitteln z« verhindern. Frankreich scheine also durch Kompensationen nach' dem alten System Italien in der deutschösterreichischen Frage gewonnen zu haben, wobei es aber als ausgeschlossen erscheinen muß, daß Frankreich in der Angelegenheit Dalmatiens Italien unterstützen könnte, da es hierbei bereits., sein Wort verpfändet habe. * Die ^Vertretung der besetzte« Gebiete. Dw Kommission zur Berattmg der Frage der B erufunsen von Ab ge o tb n t t e nauS den besetzten Gebieten hat gestern ihre Beratungen beendet und der Nationalversammlung Blicht erstattet. Cs wurde beschlossen, aus den besetzten Gebieten Deuts ch-S U d t i r o l 8 nwb 6 ü> steiermarkS dre Vertreter in die Nationalversammlung z« berufen, und zwar werden aus Dentsch-Südtirol'fünf ChrMemoziale, zwei Sozialdemokraten und rm Deutichnationaler. aus Südsteiermark ein Christlichsozialer, ein Sozialdemokrat und ein Deutschnalwnaler als Abgeordnete berufen werden. Ueber hie Frage der Berufungen von Abgeordneten aus den besetzten Gebieten der deutschen S « d e t e n l 8 » d e r konnte kein Beschluß gefaßt werden, da die Sozialdemokraten ihren Einspruch gegen diese Berufung aufrechterbielten. Auch der Antrag des Abg. W a b e r betreffend die B e rt r e 1 u n g der deutschen Sudetenlävder in der Nationalversammlung durch rme Delegation wurde a b g e l e h n t. Der Bericht au die Nationolversammlunz in dieser Frage lautete daher negativ. Die Vernsenv« Abgeordneten. Rach Annahme des AuSschußbeschlusies durch die National- Versammlung «erden demnach als neue Abgeordnete im Hanse erscheinen r die C h r ist l i ch s o z i a l e n: Landeshauptmann Schraffl» der gewesene Vortragende StaatSrat Doktor Schorpfer, SmatSvrLfident Schumacher, Doktor R i k o l u f s i und Advokat Dr. L uchner als Vertreter S ü d t i r o l S und der Grundbesitzer Lirschnegg als Vertreter U n t e r st t % e x 8; die S o z ialdemokraten: Krankenkaffenbeamter S n o y und ein zweiter, dessen Name flicht ieststeht, als Vertreter Deutschsüdtirols Wiener Morgenzettnng Selle Die Entente stellt uns Eisenbahnmaterial zur Verfügung. Der Chef der Eisenbahnkommission der Alliierten, Oberst C a u s e h, hist gestern dem Staatssekretär für Aeußeres Dr. Otto Bauer einen Brief des Generaldirektorfür Ernährungswesen Herbert Hoover überbracht, m dem dieser mittrilt, daß zur Ermöglichung und Erleichterung dre LebenSmittrlhllfe für die SukzessionSstaaten Oesterreichs rollendes E i s e n b a h n m a 1 e r i a l der E'lscnbahnmission der Alliierten znr Verfügung -stellt werden solle. Sämtliche Nationalstaaten, einschließlich der von den Italienern - besetzten Gebiete am Adnatischm Meer, werden solche- Elsenbahnmaterial zur Verfügung zu stellen haben. Hoover spricht di« Hoffnung aus, daß in Anbetracht der Wichtigkeit dieser Angelegenheit, die m i t Jj. e r besseren Versorgung Deutschösterr e.i ch s im engen Zusammenhang steht, die deutschösterreichische Regierung der Eisenbahnmission der Alliierten jede Unterstützung zuteil «erden lasten wich. Die einzelnen Forderungen lauten folgendermaßen: 1. Alle Staaten des Müderen Oesterreich, einschließlich der .von den Italienern an der Adria besetzten Gebiete, werden aufgesordert, eine bestimmte Menge von rollendem Eisenbahnmaterml zu liefern. S. Diese-Cstrnbahnmaterial soll besonder-bezeichnet «erden, den Vermerk bekommen, daß eS der Verwaltung des LebenSunttel- «zuschubS gehört und bei der Beförderung bevorzugt werden. 3. Das Verfügungsrecht über dieses Eisenbahnmatenal steht .dem Genrraldirrkior für Ernähriingswesen zu. der eS durch die Verkehrssektion deS Wirtschaffsrates der Alliiertw auS-- üben wird. 4. Unter seiner Leitung soll ein regelmäßiger ZngSverkehr eingeführt werden, der die notwendigen NahrungsMittellitferungm für die verschiedenen Länder ermöglichen wird. 5. Dieser Zugsverkehr soll vollständige Bewegungsfreiheit auf allen Bahnen ohne Rücksicht auf die politischen Grenzen haben und jedem anderen Verkehre, ausgenommen dem militänschen, Vorgehen. Innerhalb der italienischen Grenzt wird er im Einverständniste mit den italienischen Behörden dmchgeführt werden. 6. Die Eisenbahner aller Nationalitäten können auf allen Gebieten des alten Oesterreich ohne Rücksicht auf Nationalitäten' und politischen Grenzen zum DienHherangezogen werden. 7. Die italisnnschen Behörden werden für den Zuschubdieust bestimmte Telle der Häsen von Triest und Farme zur Verfügung stellen. 8. Keine Regierung der Alliierten wird im allgemeinen Forderungen, die Eisrnbahnmalerial betreffen, stellen, ehe nicht der rm Vorangegangenen besprochme Dienst vollkommen ausgestaltet ist. Irgendein Präjudiz für dos endgültige Eigentumsrecht an dem Eisenbahnmalerial wird hierdurch nicht geschaffen^ 9. Die Eisenbahnbeamten aller dieser Staaken und die Hafenbeanae« in allen Häfen werden diesen Dienst durch ihre Mitarbeit zu erleichtern haben. und der Verbondssekretär HanS Muchstsch. ein Bruder des aus Graz gewählten Abgeordneten' gleichen RamenS, als Vertreter NntersteierS; die Deutkchnationalen: der gewesene Abgeordnete Krakt als Vertreter Dkutsch-SüdtirolS und der Mühlenbesitzer Dengg als Bertre:er UntersteierS. Die Parteienvertrewng in der konstituierenden Nationalversammlung wird sich dann folgendermaßen stellen: 73 Sozialdemokraten, 69 Christlichsoziale, 86 Dentschnativnclle, 1 bürgerlicher Demokrat, 1 Tscheche und 1 Füdlschnalionclln. Ans dem Kabinettsrate. gestrige Kabinettsrat erledigte mehrere Landesgesetze, daiWW das kärntnerische über die Lehrerbezüge. Die Einführung der S o m m e r z e i t wuide m>t Rücksicht aus den späteren Termin in Deutschland auf den 38. April verlegt. Auf Gnmd des Berichtes des Staatssekretärs Dr. Loewenfeld-Ruß wurde über die mehrfachen, in den einzelnen Ländern erlaffenen Einreiseverbote und V e r kehrserschweruü fltn beraten und festgestellt, daß diese den Staatsgrundaeselreu nicht entsprechen und also ungültig leien. Pw bedrohliche Kindersterblichkeit tn Wien gebietet die Ermöglichung des Sommeraufenthaltes für Wiener Kinder au! dem Lande. Dieser Notwendigkeit können sich die einzelnen Länder Deuckchösterreichs um to weniger verschließen, als selbst Nachbarländer, wie die Schweiz und das italienische Küstenland. Kinder für den Sommeramrnlhalt zu übernehmen sich bereit drklärt haben. Der Staatssekretär für Volksernährung wurde' beaustragt, den Sommerfrischenverkehr für das ganze Staatsgebiet zu regeln. ' Schließlich befaßte sich" der KabinettSrat M drm Vorbereitungen für die heutige vierte Länderkonserrnz. Neue AnterstaatssekretLpe. Gestern nachmittags, vor der Sitzung der Nationalversammlung, trat der Hauptausschuß zusammen, um über Vorschläge füy die Wahlen von Unlerstaatssekretareu und für den Präsidenten und Vizepräsidenten der Krirgsgesangenenkommüsion zu beraten. Als Untörstaatssekretär des Aeußern für Tiroler und Vorarlberger Angelegenheiten ist Dr. P j l ü g e l, als Zweiter Unterstaaissekretär voraussichilich Pflanzer, im Siaaisanu für soziale Verwaltimg ist als Untersiaalssckretär Dr. R e s ch in Aussicht genommen und für das Gesundheitswesen voraussichtlich Professor Tandler. Als Präsident für die Kriegsgefangenenkommission ist Dr. S ch ö p f e r in Aussicht genommen. Konferenzen der Landeshauptleute. Heute beginnen unter Vorsitz des Staatskanzkers Dr. R e n n e r die Beratungen der Landeshauptleute. Gegenstand der Verhandlungen bilden die Gemeindeordnung, die Ernährungsfrage und die Wasser- und Elekttrizitätswirtschastsangelegenheiten. Telegramme. General Smuts in Budapest. Budapest. 4. Aprll. (Korr.-Bur.) «Börös Wag" meldet: General S m u i S ist heute früh Mittels Sonderzuges hier einaetroffrn und bereits heute vormittags mit der Regierung in Verbindung getreten. Manfred Weiß' Selbstmordversuch. Budapest, 4. April. (Tel. der >Wr. Mokgcnzlg/) Im Befinden des Großfabrikanten Manfred W e i ß, der, wie berichtet, einen Selbstmordversuch verübte, 'st noch keine Pefferung zu verzeichnen. Weiß hatte m den letzten Tagen unter dev Folgen einer schweren Melancholie und an Verfolgungswahn gelitten. Während der letzten zehn Tage hätte er sich nicht getraut, seine Wohnung zu verlaffeu, da er befürchtete, ebenso wie Wekerle. Szurmay und Szterenhr in Haft genommen zu werden. Seine Finanzen llmden seit dem Zusammenbruch empfindliche Verringerungen mähren; Weiß hatte eine halbe Milliarde in Kriegsanleihe angelegt. Ini.Ausland hatte er fast kein Geld placiert. Die ungarische Räteregierung hatte ihm einen mvuatlichm Gehalt von 3 000 Kronen zugesprvchen. Die Künftige tschechische Verfassung. Prag, 4, Aprll. (Tel, der ,Wr. Morgenzta.") In rin«* Unterredung mit einem Schweizer Interviewer erklärte Präsident Masaryk: Für unsere zukünftige Berfasiung haben wir als Muster entweder du französische oder die amerikanische Republik. Es ist aber möglich, daß sich das Volk brr Lökung dieser großen prinzipiellen Frage für daS Schweizer Muster entscheidet. Unzufriedenheit in Böhmen. Prag, 3. Avrll. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*t Die Stellung des F>nanzminister8 Dr. R a s ch i n fttll,. wenn auch nicht für erschüttert, so doch Nicht mehr für so fest, wie anfangs. E8 ist bekannt, daß die o t e n a b st e nr p e l u n g i n d e r Slowakei nur sehr mangelhaft zur Durchkührung gelangt ist und daß der von den einschneidenden Finanzmaßnahmen Dr. Rasch ins erwartete Erfolg e i n r r V e r b i l l i g u n g der L e b « n s. m r t t e l und sonstigen Bedarfsartikel Nicht eingetreten ist. Immer größer wird im Volke die U n z u f r i e d.e nheit mit btn Anordnungen der Regreru n g, insbesondere mtt dem Regime Dr. R a s ch i n s. Plünderungen in Taus. Tavs, 4. April. (Tel. der ,Wr. Morgenztg.") Gestern früh stellte die Arbeiterschist in Taus dw Arbeit.ein, und zog aus den Rinaplatz, wo stürmische Rufe mach Lebensmitteln laut wurden. Es folgte eine Plünderung von Leben 8mittrlgeschästen. Den Hauptgrund zu den Ausschreitungen bildete das falsche Gerücht, daß em Waggon amerikanisches Mehl und F e t t, das zur Verteilung an die Bevölkerung bestimmt gewesen wäre, verschwunden sei. General Sagre in Laibach. - » , LEr.'h, 4. April. Gestern traf General Segrtz hier ein, um die italienische Mission wieder einzusetzen. - Er wurde am Bahnhof vom Generalstabschef des Kommandanten der Drvu-Divi^ion sowie vom Regierungssekretär empfangen, worauf dann um 10 Uhr die offizielle Vorstellung der Missionsmitglieder beim > vorgenannten Kommandanten und später beim Präsidenten der Negierung erfolgte. Der Komma^bant der Drau-Division, dessen Der-. schulden an^den Laibacher Vorfällen festgestellt wurde, erhielt aus Paris einen Verweis. Dies und' die offizielle Wiedereinsetzung der italienischen Mission betrachtete die italienische Regierung als ausreichende Genugtuung irnd ordnete dieWiederaufnahme des Ein- und Durchfuhr Verkehres durch die Demarkationslinie an. Ludendorffs Rechtfertigung. Berlin, 4. April. (Telegramm 'der „Wiener Morgenzeitung".) Demnächst erscheint die Rechtfertigungsschrifi Ludendorffs. Aus Kapitclauszügen, die Heute erschienen sind, geht nicht viel Neues hervor. Ludendorff bestätigt, daß er Milte Tlugust bereits den Krieg militärisch für nicht mehr zu gewinnen erklärt habe. Die Buriansche Friedensvermittlung - hat er nur in ihrer Form mißbilligt, nicht in ihrem Inhalt. Ludendorff hat an eine Vermittlung durch Holland gedacht. Nach Einlangen der Wilsbnschen Äntwortnote hat er dem Reichskanzler die Frage vorgelegt, ob das deutsche Volk weiter kämpfen wolle, da die bolschewikische Gefahr eingesetzt habe, und ob die Ukraine für Deutschlands Verpflegung notwendig sei. Da Mittlerweile eine Pefestpgung der militärischen Front im Westen gelungen fei und der Kriegsminister 600.000 Mann Neuformationen , in Aussicht stellte, waren er Und Admiral Scheer der Ansicht, daß man sich Wilson nicht auf Gnade und Unf gnade auszuliefern brauche und vor allem den U-Boot- Krieg nicht einstellen sollte. Staatssekretär Dr. Solf war gegen ihn und der Weg der Kapitulation wurde' gegen den Protest Hindenburgs, dtzr das Volk. ausrufen wollte, beschritten. Ludendorsf kam nach Berlin, itni Payer noch.einmal zum Widerstand zu bewegen, aber vergeblich. Die Zustimmung der Beantwortung der dritten Wilson-Note ist von der obersten Heeresleitung ohne das Einverständnis Luden>or'ss gegrbsn worden. - Verhandlungen in Stuttgarts Stuttgart, 4. Aprll. (Korr.-Bur.) Ueber die Wiedcraufuohme der Arbeit schweben zurzeit noch Verhandlungen. Post-, Eisenbahn- und Straßenbahnveckehr ruhen noch. Auch der , bürgerliche Abwchrstreik dauert «och fort. Es erscheint . deshalb auch nur die sozialistische .Schwäbische Tagwacht". Nach dm polizeilichen Feststellungen betrug m Groß-Stuttgart die Zahl der Opfer bei den bisherigen Sttaßenkämpsen 15 T o t.e und40bisv0Verwundete. Die Regierung beherrscht dw Lage. Eduard Bernstein Botschafter in London. ' Berlin, 4. April. (Tel.'Komp.) Wie der ..Lokalanzeigrr* von gut unterrichteter Seite hört, .will die -<i nach Friedensschluir Eduard Bernstein *"• >c in London ernennen. ■

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