Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 73 (1.4.1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 5 Men, Dienstag ntottn offenbart hier in scharfer Antithese die Polarität der jüdischen S'ele. die im europäischen Betrieb zum Literaten um entartete und nur durch die Wendung zum Orient den Anschluß an den lebenspendenden Mythos wieder gewinnen kann. Wassermanns Schassen zeigt die Merkmale dieses orientalischen G»:istes, der hinter der Schale der äußeren Ereignisse dre tiefere Schicht des Geschehens mitlebt, oft mit unbezähmbarer Gewalt diese Schale sprengend und ins Schrankenlosedurchbrechend, wo die geistige Ncalität alles Geschehens mit unmittelbarer visionärer Kraft sich darstellt, oft in bewußtem Meistern einer unerhörten Sprachkunst die Leidenschaften zum Fluß der Erzählung bändigend. Die Szene aus dem 14. Kapitel der «Juden von Zirndorf" ist in ihrer ekstatischen Gewalt gewissermaßen ein Gegenstück zu dem unvergleichlichen Meisterwerk des Vorspieles, das die sabbalialusche Bewegung schildert. Dfe Tollheit der-von der <Hc: erfaßten Menge, der Wahnsinn des ohnmächtigen Tichy misten, die reine, gotterfüllte. revolutionäre Kraft Agalhons vereinigen sich zu einem Bild von erschütternder Wirkung, die auch bei der Vorlesung nicht au jb'ieb. Wassermann las noch zwei Kapitel aus „Ch.istian Wahnschaffe", von denen besonders das erste durch seine tiefe.Menschlichkeit und an Tolstoj gemahnende Religiosität packle. Das Auditorium, das mit Beifall dankte, gab zu erkennen, daß es dem von Doz. Torczyner in seiner Eröffnungsansprache ausgesprochenen Wunsch, Wassermanns Werke mögen als dauernder Besitzstand in die jüdische Nationalliteratur etngehen, herzlich beistimmte. V. Jüdische Liedeemattnee. DaS jüdische Volk begmnl sich seiner nanonalen Musik anzunehmen. Es gehört nicht viel Sehergabe dazu, um diesem vernachlässigten Kunstzwerg einen rühmlichen SlegeZlauf zw'prsrgnostizikien. Den Bestrebungen, die sich zu diesem Endziel allenthalben osienbaren, wird noch ausführlichere Bclrachlung zu widmen sem. Vorläufig registrieren wir mN Vergnügen die von Anne W o l j und seinem gemischien Chor geleistete, hingebungSoolle Arbeit. Dre sonntägige Matinee, der Oberkanlor Don Fuchs rugezogen war. brachte neben zu Chören bearbeiteten Vvlsliedern «mge Komvosttrone» des Dirigenten von hebräischen und deutschen Texten, m denen Elemente deS Synagogalgeiarigrs und archaistische Harmomt aber auch belebende Marichrhychmrn und Humor der Znminsührung zu hübscher Wirkung vrrarbeuek werden. Die Thorr wurden mU ausdrucksvoller Nuancierung vorgetragen und lösten begeisterten Anfall aus. Anzumerken wäre, daß dre Kw.v rrbeglenung bei den a Säyen ruhig wegbleiben könnte. Die Sänger scheinen diese Stüye entbehren zu können. D»e Lieder Wolfs bedürften noch einer Rernigimg von Einstüssen des Opernstils und erhöhter Sorgfalt der Deklamanon, sind aber tief empfunden und vemiittcln diese Wirkilng auch aus das Publikum. Oberkamor Don Fuchs brachte ihren schwermütigen Inhalt überzeugend zur Geltung. Lieder und Chöre von P o s n e r, Neubauer. Lewandow^ki, R o s k i n. R u b i n st r i n und Brüll vervollständigten d S Programm. Wir zweifeln nicht, daß der mächlrge Amschwung der nationalen Bewegung auch der Volksmusik Beachtung und Achtung weiterer Kreise gewinnen wird. Die Munkstadt. Wien und die hier vvihgndenen Kräske —rsprrchen der Bewegung aussichtsreiche Förderung. Dr, M. Darietü und Kunstbühne. P r o t e st der B u r g s ch a u s p i e l e r gegen Otto T r e ß l e r. dkach bmilinitcu Mlistern hat sich nun auch der Regisseur des Burg h aters, Herr T r e ß l e r, enrschloffen. zwischen anderen „Alrratt.oncn" auf der Variel^bühne des Apostothealrrs emgerahmt als ..ersttlasstge Nummer" zu staurieren. Die Kollegen finden aber endlich, daß durch derartige Gastspiele ihre Standcsehre verletzt wird und erheben Protest.. Im Burglhealer fand eine von Direüor He-.ne emberustne Veckaniuilung statt, in der gegen das vo» Ticßler im Avnl an das Apollolheaier angenommene Eliaageurcr.k Sielluna genommen wurde. Es kam auch zur Sprache, daß Herrn Treßler der Urlaub für den Mona« April nur für e.n Gastspiel in der Schweiz bewilligt worden ist. Das Engagcmen! an das Apollothealer sei daher nicht nur eine standeswidrige Handlung, sondern auch e>n Verstoß gegen die ausordnung. Es wurde beschlossen, das deabstcht'gte Auslrelen reßlers m Apollothealer mit allen Mitteln zu verhindern. Die Büchse der Pandora. In der N e u e n W l e n e r B ll h n e leitet Schristfi-ller Anton Kuh die am Dienstag den 1. Aw''l startfind nde Pitmiere von Wedekinds ^D>e Büchse der Pandora" nul einer Confäence tut. Vortragsabend Siegmund Schorr. Dienstag den 1. April d. I. liest um llhabends im Saale^des Inger, eur und Alchltetienveiklnes tl., Echcnbachg i>se 9) Sieg m u n d Schorr eigene jüdische Sauren und Humoresken. Einige restliche Karten an der Kasse. Die Wiener Zeitkunst eröffnet heute in den Räumen der V. B. K.,!., Mayiedergasse 2, ihre Aprilauöstelluna mit einer Kollektion von landschajlltchcn und figuralen Werten des Malers Ed. Kasparibes. Das jüdische Volk und seine Jugend. BenckeldS Schilderung des WeseilS der Jugend «st wie eine Eileuchtung im Dunkel uni-r.-r Tage. Jede., dem die Zukunft unseres Volles nickt gleichgültig ist, muß zu dem Buche grellen und muß sich durch diese packende Utopie, die wie eineüberwältigende Symphonie an ihm vorübcrraüichl. überzeugen lassen. — Preis K 7.70, gebunden K 9.D0; durch alle Buchhandlungen .oder' dnett der R. Löwlt, Wien, i., Rotenkurmstraße 22. Sport. Wettspielergebnisse. Hak o ah - N e s e r v e n-N. A. C.-N es erv en 0:0. Die Hakoah-Rescrve bot in dieser Meisterschaft eure recht mane Leistung, was hauptsächlich aus den Umstand zurückzuiühren ist, daß die Mauilschaft injolgr der Unpünktlichlen einiger Spieler durch eine halbe Stunde mit acht Mann 'picken mußte. Nach sünflahriger Pause trat Rvielithal, der frühere hervorragende Verteidiger der ersten Mannschaft, zum erstenmal wieder an. Da er uu Kriege einen Kmedurchschuß erlitten hat, erstaunlich, wre rasch er durch eifriges Tcamrug Wiener Morgerrzettimg wieder aktionsfähig wurde. Auch Bmian, früher eine Stütze der »E.stm", der über vier Jahre im Felde stand, wirkte ersolgreich Mit. Von den übrigen waren Scbwechrrr ,m Tor, der einen Elfmeterstoß abwchrte, sowre Präger, Weihrauch und Hans Weiß die BeÜen. H a k o a h - I ungmannfchaft P r a t e r S p ortsreunde kombiniert 2:0 (0:0\ Sicherer Sieg der bestereU Mannschaft, >n deren Reihen Häusler kl., Schmvrak und der Scmor Glück hervorstcchen. Beide Tore schoß Hiiltslrr. _ Tagung der jüdischen Turnerschaft ln Brünn. Am 29. und 30. März 1919. fand in Brünn eure Delegierten- Versammlung der jüdischen Turnvereine statt. Samstag den 29. Mürz fand ein Begrüßungsabend im großen' Saale der Schwechater Bierhalle statt; die Beratungen wurden Sonntag den 80. >m Saale des Mährischen Gewerbrverrlnes abgehalien. Prager Fußball. In Prag fand Sonntag das bedemendste Wettspiel der Fußballsaison statt, in welchem sich S l a v i a und S v a r t a vor einer I2.o00kövfrgen Zuschaueimenge gegenüberstandeu. Der Wettkampf endete 8 :2 zugunsten der Slavia, nachden; Sparta bei Halbzrtt mit 4 :0 in der Führung gewesen war. Die Hockeywettspieltz des Sonntag». . In den beiden Meisterschattsspielen des Sonntags blieben dre favoiisterten Manii'chasten siegrelch. Nachfirhend die Berichte: Wiener H o ck e y k l u b—B i e n n a 3:0 Verdienter Sieg der beste en Mannschaft. Nach diesem Erfolg kann der Hockeyklub schon jetzt als Sieger rn der Pokaikonkurrenz betrachtet werden. W. A. C.-H a k o a h 9 : 2 (6 :2), Diese- Wettspiel wurde von zwei Schiedsrichtern gelener, dre von den Spielregeln kerne Ahnung haben. Die Hakoah war bis zur Halbzeit vollkommen ebenbürtig, fiel aber dann, infolge der fortwährenden Benachteiligung entmutigt, vollkommen ab. , Fußball bei der Volkswehr. Das Dolkswebrbataillon 13 spielt Mittwoch den 9. Aprrl gegen den W. A. C. aus besten Sponplay. Straßburger Fußballer in Paris. Vor kurzem fvirlte eine eliciistsche Fußballifrannschasl »n Paris gegen eine französische Answaklmannschaft. Dre Franzosen gewannen das Wettspiel 10: 1, nachdem sie bereits zur Halbzeit mit 4:1 in der Führung gewesen waren. Säm'siche Teilnehmer erhielten an Aufträge des Riausterpräsidenten Clemcnceau em Ehrengeschenk. Der Volkswirt. Oesterreichisch-ungarlsche Dank. Generalratssttzung. Drr Cemra'rat der Oeste; reichi'ch-nngarischenDank hat gestern eine Sitzung abgrhalten. in der seitens der Geschäfts leitung mit ge teilt wurde, daß rve.ien der vielfachen Ber'e rsstörungen die N o t en a b st e m p e l u n g noch nicht als abgeschlossen gelten könne. Bis zum 24. März waren 3.8 Milliarden abgestempelt. Es ist wahrscheinlich, daß bis zur vollständigen Beendigung der Stempelung über 5 bis hlk Milliaden Kronen Noten präsentiert sein werden. Durch den Umsturz in Ungarn und die Verfügungen der ungarifchen Näteregierung sind notleidende Effekten entstanden, die seitens der Oest^rreichisch-ungarischen Dank nicht , mehr zur Belehnung zugelassen werden können.. Nach den Jnsornlationen der Bankleitung werden voraussichtlich auch diei Besitzer ungarischer Papiere im Auslände, demnach auch die deülschösterreichischen Besitzer, kaum in die Lage komrnen* ihren April-Coupon zum Inkasso zu bringen. In der Budapester Hauptanstalt befanden sich noch zirka 100 Millionen Kronen als Vorrat, die nunmehr für den finanziellen Dienst in Ungarn Verivcndung finden. Von dem Lombardbestand dir Ocsterreichischunga'rifchen Bank entfallen ungefähr ein Drittel, bei einem Gesamt'ombard von 9 Millil.rden, also etwa 3 Milliarden Kronen, aus die ungarischen S aatspapiere, vornehmlich Kriegsanleihe und Schatzanweis u n ge n. Namhafte Forderungen ergeben sich aus dem P s a n d b r i e f ge sch äf t, doch ist zu hoffen, daß eS gelingen wird, die Hypotheken bei den im Zuge befindlichen Beschlagnahmen in Ung-.rn sichcr ustellen. Gegen das Vorgehen dv>r ungarischen Negierung hat die sliank Protest erhoben. Die Filialen der Bank in Drvhobycz und Fünskirchen mußten geschlossen werden, die «rs.'ere wegen des Vorgehens der polnischen Regierung, die Filiale in Fünskirchen wegen der Beschlagnahme dirrch die jugoslawische Negierung. In seinem Berichte an den Generalrat hat der GeneraIsetretär Edler v. Rapp auch oiitgcteilt, daß die tschech o-sl o w a k t sche Negierung nunn.e r arich den Giroverkehr der Prager Hau plan st alt übernominen hat. Die ungarischen Geiieralräte waren zu der heutigen Sitzung eingeladen, doch war nur ein einziger, der in Wien domizilierende ungarische Generalrat Gasse n h e i m c r. in der Sitzung, natürlich ohne offizielles Mandat, erschienen. Es fehlt der Bank noch jede ojsihielte V^rdindung mit der Ungar.schen Negierung. Der hiesige ungarische Gesandte Fenyö war in der Sitzung ebenfalls nicht zugegen. Di« Neuregelung der Währung in Deutschösterreich. Durch die provisorische Vollzugsanweisung des Staat.amtes für Finanzen vom 86. März werte,i neue Dorsch riften über den Banknotenumlauf und über die Ortznung der Währungsverhältni.se in Deutschösterreich erlassen, die mit dem Tage der Verössentlichung in Wirk.ainkeit traten und durch die sich Deutschösterreich eine eigene Währung geschaffen hat. Hierbei füllt vor allem auf, daß ein derart wichtiger Ereignis, wie eS der Uebergang zu einer neuen Währung 'ist, bet dem halbe oder versehlte Maßregeln auf lange Zeit hinaus unheilvoll weiterwirken können, sich im Wege 1. April 1919 Nr. 73 einer Vollzugsaitweisung vollzieht, und dies zu einer Zeit, wo die Rationalversaminlung tagt und eine reg? . Täu^zkeit auf allen möglichen anderen Gebieten rntfaltet. Auch war zu einer parlamentarischen Behandlung hinreichend Zeit, da seit dem Naschrnschen Maßnahmen in Böhmen die Notwendigkeit Ühntzcher Maßnahmen bei uns gegeben war. Allerdings hätte man dann, da man auf das Ueberraschungsmoment verzichtete, während der Abstemplungsfrist das Einströmen von Noten mit schärferen Kontrollmitteln verhindern! müssen. Abgesehen von diesem Geburtsfehler formaler Art, der der neuen Währung anhastet, ergeben sich aber, wichtige materielle Einwendungen prinzipieller Natur gegen die Verordnung. Im 8 1 wird der Grundsatz ausgestellt, daß von nun ab nur noch den in Deutschüsterreich abgestempelten Noten gesetzliche Zahlkrast zukommen soll. Demgemäß wird in 8 7, Absatz 7, folgerichtig erklärt, daß die in anderen Nationalstaaten abgestempelten Noten im deutschösterreichischen Geschäftsbetrieb als fremde Zahlungsmittel zu behandeln sind. Dies war aber auch schon bisher selbstverständlich. Es fiel niemandem ein, etwa tschocho-slowakisch oder jugoslowakisch gekennzeichnetes Geld als heimische deutschösterreichische Währung anzusehen, da diesen fremden Währungen nie die Eigenschaft eines gesetzlichen Zahlungsmittels für das Gebiet Deutschösterreichs beigelegt worden war. Aber die Vewrdnung schafft doch eine neue Währung nicht im Verhältnis zu den Währungen der anderen Nationalstaaten, sondern es tritt eine Veränderung gegcnüber der bisher geltenden Währung, das ist der alten österreichischen Kronenwährung, ein. Aber diese alte Kronenwährung wird gar nicht — obwohl eS gerade darauf am meisten ankäme — außer Geltung gesetzt, sondern behält vielmehr, allerdings nur für gewisse „Ausnahmsfälle", den bisherigen Zivangskurs bei. Deswegen mußte es die Verordnung vernceiden, sie zum fremden Zahlungsmittel zu erklären. ES gibt daher bis auf weiteres in Deutschöstev» reich zwei Wahrungen nebeneiirander: die neue deutschösterreichische Stempelkronenwährung und dieakteösterreichischeKronenwähr u n g. Indem aber Deutschöstecreich dieser letzteren, wenn auch nur in beschränktem Umfang, Zwangskurs verleiht, macht es sie damit zu seiner eigenen Währung, so daß es trotz des Abfalls Tschecho-Slowakiens und Jugoslawiens von der österreichischen Währung noch immer das Land bleibt, in dem die alte Währung in gesetzlicher Geltung steht. Sieht man nun die Ausnahmen, auf die die alte Währung beschränkt wird, näher an, so handelt es sich dabei allerdings nur um einen zienrlich eng begrenzten Kreis von Rechtsverhältnissen. Die dabei in Betracht kommenden Zahlungen , umfassen aber Milliardenbeträge, da in ihnen die Zahlungen des Aerars und die Rückzahlung der Lombarddarlehen aus Kriegsanleil-e an die Oesterreichisch-unga-, rische Bank mitinbegrlsfen sind. Es wird also noch . eine weitgehende Verwcrtungsmöglichkcit für Noten alter Währung in Deutschösterreich geben, so daß die Gefahr besteht, daß bei der keinesrvegs scharfen Ueberwachung der beut'chöstcrreichischen Grenzen ungestempelte- Geld in größeren Mengen einströmt. für das wir seinerzeit auf^ukommen haben werden. Der „B i p a p i e r i s m u s" hat aber noch einen anderen großen Nachteil. Der Wert der neuen Stempelkrone ist paritätisch mit dem der alten Krone festgesetzt, da die Noten beider Währungen zum Noiniualbetrag Zwangökurs innerhalb' ihrer Geltungsgebiete, haben. Nun besteht ein Bindeglied zwischen beiden Währungen, eine Art E in l ö se p f l i ch r für ungestempelte Noten, indem der 8 6. Absatz 3 vorsieht, daß ungestempelte Ballkuoten, die aus Guthaben des k. und k. oder k. k. AerarS in Deutschüsterreich an Personen oder Firmen in Zasliing gegeben werden, die in Deutschösterreich ihren Wohnsitz (Sitz) oder dauernden Auienthalt haben, zpr nachträglichen Abstempelung zugelassen werden * können. Ist es nun möglich, daß sich sogar im Inland ein Agio bei der alten Währung bilden kann, so kann mit Sicherheit angenommen werden, daß ein solches Agio im Ausland, vor allem in den anderen Nationalstaaten, auftrelen wird. Deutschösterreich kann wohl bis zu einem gewissen Grad Herr über die Kursentwicklung seiner eigentümlichen Valuta bleiben; dagegen kann es ohne die Mitwirkung der anderen Nationalstaaten auf den Kurs der alten Krone nur wenig Einfluß nehmen, da dieser großenteils von Faktoren. Über die es keine Macht hat, unter anderem auch von der Menge der noch unabgestempelt gebliebenen Noten in den anoeren Nationalstaaten, bedingt werden wird. Abgesehen von den ungerechtfertigten Vor-, respektive Nachteilen, die bei einer Kursverschiedenhcit beider Währungen jenen deutschösterreichifchen Schuldnern, respektive Gläubigern in jenen Nechtsverhältnlssen erwachsen, bei denen die Zahlung, beziehungSweise Annahlne von Zahlungsmitteln in einer der beiden Währungen wahlweise gestattet, beziehungsweise zur Pflicht gemacht wird, wird dadurch, daß im inländischen Verkehr die Parität beider Währungen bei Zahlungen au die Oestecreichisch-ungar1,che Bank oder durch die Aerarien gesetzlich festgelegt ist, eine Verschlechterung im Kurs der alten Währung unuiittelbar auf die neue Währung zurückwirken;' insoweit zum Beispiel ein Bedarf nach Zahlungsmitteln zur Rückzahlung von Kriegsaltleil-eloinbard besteht, wird, falls die alten Noten billiger notieren als die gesteinpellen, eine Nachfrage nach ersteren entstehen, die die Terp