Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 73 (1.4.1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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.. ÄÄL 4 »r*«--- Wien. Dienstag Wiener Morgeuzettung - 1. Aprll 19l9v. / Nr. 73 -— ..- - ■ ■ — - - — ^-.,2^^-———. — - --^--. .y^i ■ i*,M -• . - -- ,—. _ _ — Kerne französische Expedition nach Nutzland. , Französische Kammer. - 31. März. (Agence Havas.) In der samstägigen!Kammersisiung begründete Renaudel bei der Beratung des Budgets) rovtsoriumS (Knegskredit) einen Abänderungsantrag, Die Militärkredite run 10 Millionen herabzusetzen, eine Ziffer, Sis der Löhnung der gegenwärtig in den Gebieten von Murmalt, Archangelsk und Odessa befindlichen französischen EffeWvbeftände entspräche. In Erwiderung auf diesen Alltrag «griff der Unterstaatssekretär Arami das Wort. Er erinnerte daran, daß Minister Pichon bereits im Namen der Regierung Aufklärungen erteilt habe, und fllhr dann fort: DaS die Effektivbestände an der Murmanküste und rn Südrußland betrifft, so handelt es sich nicht um «tuefr an z v sische, sondern um eine gemeinsam von .Se» .Verbündeten durchgeführte Unternehmung. Die französische Regierung hat erklärt r Keine Expetzitipa nach Rußland! Zu einem Abenteuer, zu eilte« Spedition würde die Regierung nicht einen Mann yer- , Geben. Der Ministerpräsident hat mich ermächtigt, Ihnen zä sagen, daß er seine ganze Vergangenheit verleugnen - «Lrde, trsnn er die Entsendung einer Expedition nach i Rußland ins Auge faßte. Ich' habe auch noch eine »SetterL Zusicherung Ihnen zu überbringen, nämlich die, daß i von heute an nicht ein Mann nach Rußland geschickt , »erden, und nicht ein einziger der Soldaten, di« dorthin . bereits abgcgangeu sind, ersetzt werden wird. Die Politik! gegenüber den russischen Bolschewiken ist ldonl Minister des Aeußern klar umschrieben worden. ' Der Unterstaatssekretär verlas sodann die von der 'sozialistischer: Partei angenommene Entschließung und schloß: Wir ersuchen die Kammer, den Antrag Renaudel ab- Aukehnen. j Franklin Bouillon verlangt vom Minister des Aevßern ergänzende Ausilärmigen. Pichon spricht seine Entrüstung darüber aus, daß her , Obmann des Ausschusses für äußere Angelegenheiten « die französische Diplomatie verdächtigen konnte, daß ’ifie nirgends zu handeln verstanden habe und si,-k» e r liichts unterrichtet gewesen sei. Es ist * -richtig. daf> die Regierung in solchen Zeitläuften daS Par * Hament nicht immer auf dem Laufenden erhalten kann. < W ist die Vertrauensfrage gestellt worden. Ich begreife ^ia Me Ungeduld, ja selbst Angst des Landes «rrgesichts der gegenwärtigen Lage, zumal * ipiz noch nicht so weit sind, die FriedenSb e d i n ssu n g e n a u f z u st e l k e n. Die Regierung wird Ihn«: in einigen Tagen den Vorfriedensvertrag unterbreiten können. An Ihnen ist eS nun, zu sagen, ob Sie den * Unterhändlern weiter Ihr Vertrauen gewähren wollen. <r,' Heute, wo die Konferenz unter den Ihnen bekannten * Bedingungen ihre Beratungen fortsetzt, und wo die vier ' Häupter der verbündeten Regierungen zusammentreten, um < Me wichtigsten Problem im Hinblick auf die Friedenspräliminarien rascher zu lösen, haben Sie sich wie vor drei Monaten auszusprechen. Das Amendement Renaudel wird mit 362 gegen 131 Stimmen abgelehni und das Budgetprovisorium sodann mit 411 gegen 97 Stimmen angenommen. Die Sitzung wird sodann geschlossen. Tagesbericht. Karl Kraus. Heule bwqt Stc... Kraus höchstpersönlich im großen Konzerthaussaal sein zwanzigjähriges Schriftstellerjnbiläum drnb leitet den Abend mit einem Vorwort „Nach zwanzig Fahren" ein. Während dieser Festrede auf sich selbst bleiben die Saaltüren geschlossen. Zuspätkommende werden das Prachtstück erst in der nächsten Nummer der „Fackel" lesen können. '■ Als er vor 20 Jahren mit der „Fackel" auf den Plan trat 'w ein längst vergessenes Präludium in der Redaktion der „Neuen Freien Presse" war vorangegangen — begann er mit feiner glanzenden Feder den Kampf gegen die „JouritriKe". Die gesamte Wiener Presse einschließlich der „Ar» berter-ZLitung" — die fand es erst in jüngster Zeit für klug, nicht mitznhalten — antwortete mit jener Solidarität, die seit jeher ihre verderbliche Stärke war: Sie schwieg ihn tot. Anfangs ertrug er'S, aber später wurde dieser Verächter aller Reklame schwach und — druckte in seiner eigenen Zeitschrift Kritiken anderer, oft sehr grüner Literaten über seine Schriften und Vorlesungen ab. Wenn ich nicht irre, bin ich dann manchem dieser Krausbejaher als Mitarbeiter der „Fackel" begegnet. Kraus hat eine ungewöhnlich starke Begabung für die Erkenntnis wahrer Kunst und hat Dichter wie Wedekind, Altenberg, die Else Laster-Schüler entdeckt. Aber der naive, tapfere, unbestechliche Altenberg erzählt in einer feiner Skizzen, wie ihn Karl Krauin Ischl kennen lernte, seine Manuskripte aus dem Nachtkästchcn nahm und an den Verleger Fischer schickte. „Ob er eS tat. um zu zeigen, daß ich ein Dichter bin" (ich zitiere aus dem Gedächtnis) „oder um zu zeigen, daß e.S «rüder nicht find, kann ich nicht entscheiden." Trefflicher ist dieser hämische Verneiner nicht zu charakterisieren. Bet diesem Manne, den jetzt ein Teil der Jugend, natürlich vornehmlich der jüdische«, förmlich alS Apostel verehrt, war die Lust am Niederreißen und Niederbügeln, das Vergnügen, diesen oder jenen gegen die anderen auszuspielen, immer höchster Lebenszweck. Sprachkunst? Jawohl, die hat er in eflßhrecklichem Maße. Er schüttelt ganze Fackclmrmmern von Aphorismen aus dem Aermel, jedes Wort ein Diamant. $86et diese Diktion ist ganz ebenso „Literatur", wie die von <ihU mit Krsße.N .Erfolg bekämpfe Schreibart pianches Pressegewaltigen. Nie habe ich das-so sehr empfunden, wie zu Beginn des Krieges, da einem das Unechte besonders aus die Nerven ging. Er schrieb: ,Mer jetzt etwas zu sagen hat, der trete vor und schweige!" Kokette, aufdringlich geschminkte, selbstgefällige Literatensprache! Aüönützung der Konjunktur, daß man das schlichte, wahre Wort kostümieren muh, damit es wirkt und gefällt! Wahllos, insbesondere in den ersten Jahren seines aufkeimenden, nach' raschen Erfolgen gierigen Ruhmes, holte er sich die Opfer seiner Spottlust, heraus. Auch Theodor Herzl mußte herhalten. Diesen cbfeit, königlichen Menschen hat er geradezu begeifert und dem Zionismus widmete' er ein eigenes Pamphlet. „Eine Krone für Zion". Er schrieb es jenen entarteten jüdisch-assimilatorischen Kreisen, vom Salzgries und Währiuger Cottage zu Gefallen, die er mit Inbrunst haßt, und 6ioer so gut kennt, weil er aus diesen Kreisen stammt; er schrieb es gegen denselben Mann, der mutig für die.Reinigung des Judentums wirkte, den er wegen seines Aufsatzes „Mansche!" hätte bejubeln müssen. Als aber Herzl gestorben war, machte Karl KrauS der „Neuen Freien Presse". empörte Vorwürfe, weil sie -die zionistische Tat Herzls unterschlug. Et hat an diesem Manne mehr verbrochen als die „Neue Freie Presse". Gegenspiel: Das nämliche jüdische Publikum der begüterterr sogenannten. Intelligenz, oberflächlich, neuerungssüchtig, phrasengesättigt, die nämlichen Kreise, die er nicht bloß kritisiert, sondern — da hat er' ein großes Verdienst — förmlich' gerichtet, hat, bilden fast ausschließlich das Publikum seiner Vorträge. Wenn er diese Leute vor seinem Vorlesetifch sitzen sieht, müßte er eigentlich, umkehren und den Saal verlassen. Er aber produziert sich vor ihnen und läßt sich ihre Zustimmung gefallen. 1 Das Getriebe rings um ihn hemm hat diesen Spottvogel zu einem großen Helden gemacht und will ihn zu einem Propheten erheben. Aber mit Sarkasmus kann man tönerne Götzenbilder stürzen — einen Gott verkünden und bringen kann man mit Sarkasmus nicht. Dieser ghettokranke Sohn, hochbegabt, leidend unter dem Schicksal seiner Rasse, im Tiefsten empört über die Verunstaltung und Erniedrigung des Judentums, ist ein Literat und ein Wortkünstler geblieben, weil er hochmütig blieb und vom Dämon Haß besessen, und weil er die Erlösung der Liebe nicht gefunden hat. Otto Abeles. Einschränkung der Sparmaßnahmen. Eine Besserung im Straßenbahnverkehr. Heule wird im S t a d t r a t über die Auflassung einzelner Sparmaßnahmen der Straßenbahn bcr.uen. Wahrscheinlich werden die letzten, am 6. März m Kraft getretenen Sparmaßnahmen aufgehoben werden. Ab Donnerstag wird die Elektrische wieder um 6, beziehungsweise */,7 Uhr den Betrieb beginnen und am Abend um l/*9 (vielleicht sogar erst 9 Uhr) schließen. Außerdem dürfte eine Anmhl der aufgelassenen Haltestelle» wieder eingeführt werden. Der Sx-Kaiser in der Schweiz. Aus Bregenz wird bericht^ Nach Meldungen avs Rohrschach lebt der frühere K a i s e r vonOesterreich mit seiner Familie auf Schloß Wart egg in vollster Zurückgezogenheit. Ab und zu macht der Ex-Kaiser Spaziergänge in die Umgebung. Die Meldung, daß er in Lugano Aufenthalt nehmen werde, fand bisher keinerlei Bestätigung. Vermögensabgabe der Habsburger. In der letzten Sitzung des Berfassungsausschusses der Nationalversammlung stellte Abgeordneter v. Clessin den Antrag, daß m dem Gesetze betreffend die Landesverweisung und d:e Uebernahme des Vermögens des Haules Habsburg- Lothringen nach dem 8 7, als 8 8 die folgende Bestimmung emzufügen sei: „Die Wegschaffung von Vermögen, Dermogensbcffandteiftn und Wertgegenständen aller Art der Mitglieder des Hauses Habsburg-Lorhringen ins Arisland darf nur nach vorhermer Leistung der Vermögensabgabe nach Maßgabe des in Aussicht stehenden diesbezüglichen Gesetzes erfolgen? Für diesen Antrag stimmten im Versasinngsausschnffe nur die Mitglieder der Gropdenffchen Vereinigimg. die chrMchsozialen und sozialdemokratischen Mitglied« des Äusschnffcs stimmten dagegen. Abgeordneter v. Clesim wird den Antrag m der nächsten Sitzung der Nationalversammlung selbst wieder einbrmgeru Das Haus Bourbon-Parma. Wie aus den Kreisen der Mitglieder des VerfaffungSausschuffes mitpetcckt wird, wurde in dem G'.sey Uber die Habsburger des Hauses Bourbon-Parma aus dem Grunde keine Erwähnung getan, weil die Mitglieder des Hauses Bourbon-Parma ohnehin Ausländer sind, und falls es notig erscheint, ausgewielen werden können, ohne daß hierzu e,n Gesetz notwendig ist. Die Angelegenheit deS Hanfes Bonrbon-Parma und die Frage der Aufnahme einer bezüglichen Bestimmung in das Gesetz wurde wohl im Bersaffungsausschuffe besprochen, doch wurde' allseits nach kurzer Erörterung der Anschanung Ansdruck gegeben, daß eine spezielle Anführung deS Hauses Bourbon-Parma im Gesetze nicht erforderlich erscheint. _;_ Jüdische Kinder in die Schweiz. Bern» 81. März. (Tel. der ,Wr. Morgenztg.") Ucbcr Intervention der Delegierten des Jüdischen Niuionalratcs für Deutschösterreich bewilligte das Schweizer Politische Departement die Einreise für jüdische Kinder aus Dentschösterreich. welche durch die Aktion des Jüdischen Nationalrates nn Sommer zur Erholung hmgcschickt werden sollen. * Die Beisetzung des Herrn Josef A. Halpern findet heute, den 1. April um 4 Uhr nachmittags (nicht um 7,12 Uhr vormittags) aus dem Zentralst, edhoi, l. Tor, statt. * Vom Zehrrerausfchntz der Bolkswehr. Wir werden um Aufnahme folgender Ze len ersucht: „Alle für die Volkswehr best mmtcn Anzeigen, die Lebensmtttelwucher' und Schleichhandel betreuen, sind von mm an nicht mehr an die einzelnen Voltswehrbataillone und KreiZauSschüsse, sondern direkt an den Zehn e r a u s s ch u st d c r B o l k L iv c h r b e r m Kriegsw u ch e r a m t, IX., El.''abc:l)promenade Nr. 7, Z'.imncr 7S, zn richten oder mündlich vorzudringen. Ebenso werden die BolkSrvehrbaraillone autgeiordert. die be: ihnen noch vorhandenen Anzeigen dorthin cinzn^i^en. Die revolutionären Chauffeure. Gestern fand, m Gasthaus ,Zur Glocke" eine Versaurmlung des Verbandes du ‘ A u t o m o b i l f ü h r e r statt. Der Hauptreferent Zellte fest daß m.Wien 65.000 Chauffeure und nur 25.000 Automobile vor» Händen sind. Die Versammlung beschloß, sich nicht dem sonaft demokratischen Handels* und Transportarberterverband, sonders > der s v z r a l r e v o l u t i o n ä r e n Partei nnzuschließen, Ferner wird in den nächsten Tagen eiye Monster-Verfammlmig ' mit anschließendem D e m o n st r a t i o n S u m z n t stattsindench - * Die Kohlsnverharrdlungeu in Berlin. Staatssekretär Ing. Z e r d i k ist aus Berlin zurückgekehrt. Bei den dort gepflogenen Verhandlungen ist vom Staatssekretär eint B e r e i n b a ivn n g mit den deutschen Regierungsstellen dahin ‘ erzielt worden, daß aris dem o b e r s ch l e s i s ch e n Kohlen» x e v irr nunmehr größere K o h l e n m e n g e n zur . Einfuhr nach Dentschösterreich gelangen werden. Hierdurch ist es endlich ermöglicht, emen wenn anch geringen Teil des Kohlenchedarscs der besonders wichtigen Industriebetriebe zu befriedigen. Staatssekretär Zerdrk hat vom Reichskohlenkommtsfär überdies .die Zusage erhalten, daß bei einer wetteren Steigerung det Kohlenförderu-'g im oberschlefifchen Revier die jetzt vereinbarten Einfrchv» mengen nach Deutsch 8 sterreuh angemeffen erhöht werden. * Zugsvermehrung auf der Strecke Wien-West« bahnhof—Salzburg und Leoversdorf—Haiufeld. Ab Dienstag den l. April werden wieder täglich regelmäßig verkchreu t Strecke Wieu-Westbahnhof—Salzburg Ferupmonenzug Nr. IN (ab Wlen-Westbahnhof 6 Uhr abends, Salzburg cm 7 Uhr :40 Min. früh), m der Gegenrichtung Fernversonenzug Nr. 112 (ab Salzburg 10 Uhr 25 Miu. abends, Wim-Westbahnhos au 12 Uhr 45 Min. nachmittags), ferner Strecke Leobersdorf—Hainfetb Personenzug 1816 (LeöberSdorf ab 8 Uhr 20 Mrn. ftüh, an Hainfekd 10 Uhr 29 Minuten vormittags), in der Gegenrichtung Personenzua 1817 (ab Hainscld 4 Uhr 29 Min. nachmittags, an Leobersdorf 6 Uhr 17 Mm. abends). * Korrespondenz mit Kriegsgefangenen. Rabbiner Bela Fischer, der israelitische Seelsorger des Landesveremes vom Roten Kreuze, Wien, I., Landskrongaffe 1,, (Sprechstunden Dienstag und Freitag, von 11 bis 12 Uhr) vermittelt aratts jede Art Korrespondenz, Information und Nachfrage betreffs die nü Auslande internierten und kriegsgefangmen Glaubensgenossen. Adresse für Zusch?isten: Rabbiner Bela Fischer, Wien, Haupt- Postamt. Postfach 9. Adresse für Geldsciidungen nur nach Frankreich und Italien: Rabbmer Dr. Map Grunwald, Wim, "v Ferdinandstraße 23. Augenzeuge gesucht! Jener Herr, der am Samstag den 29. d. M., vormittags, Augenzeuge des Unfalles eines italienischen Militär-Personenautos m der Lerchenfelderstraße war, - wobei ein Metallarbeiter zu Schaden kam mrd der sodann de» Vei-wlmdcten im italienischett Auto in die Fabrik begkeittte. wrrb, ersucht, seinen Namen und Adresse an die Lnstersabrck Melzer « Nmhardt, Vill., Swlzmthalergaffe 6, bekannizugebe». - * Aus dem Gefangenenlager in Spaskoje- Die deutsch österreichische Zentralstelle für Kriegsgesangrnmfürsorge verlautbart amtlich: Bei der Zentralstelle ist cm Telegramm des Gefangenendienstes in Bern eingelausm, demzufolge aus dem Lager S p a s k o j e bei Wladiwostok s e h r g u t e N a ch» richtenüberdieVerhältLisseder KrregSgefangenen ausderZeit vonEndeD ez emberbisMltteJLnnerm Bern eingelaufm sind. Da> Lager steht unter amerikanischen Kommando. - / * Geldsendungen »« deutfchösterreiihifche Krieg«« gefangene in Albanien «nd Serbien. Das StaatSam! für Heerwesen leckt mit: Durch die Kriegsgeiangmenhckfe, Christlicher Verein junger Männer, Wien, 1,, Franz Josefs-Km 2, tönnm nunmehr auch Geldbeträge an die Kriegsgefangmm m Serbien und Alban 11 n Wersendrt werden und zw<U pro Kriegsgefangenen höchstens 200 Krorien im Mö»at. Die «w Uebersendung bestintmren Gelder sind entweder täglich zwischm 9 und 12 Uhr vormittags rm Wiener Bureau des Veremes, Wren, t., Franz Josefs-Kai 21, zu Übergeben oder mtt-Post an dmr Adresse zu senden. Genaueste Angabe des Empfängers (Lager) ist Gnmdbedingung für sichere Uebermtttlung. Die Geldsendungen dürften etwa vier bis fünf Wochen unterwegs sein. Vorträge und Versammlungen. Verein Oesterrnchischer Chemiker. Mittwoch dm 2» um 6 Uhr abends im Hörsaale für Chemie der Technischen Hochschule, Wien. IV., Karlsvlay 13, Vollversammlung. Vortrag des Herrn Dr. August C h w a l a: .Verwertung vou- Abfallsnuren im Knege^. — Zionistische Ortsgruppe WlM, Bo» zirkssektion Wleden-Margarethen. Morgen Mittwoch den 2. Avm findet präzise °/«6 Uhr abends tm Cass .Technik , IV., Margarethenstraße 32 der Diskussionsabend statt. Referent Herr Herrp rich M a r g u l i e S. — Dre aeuckemio» Haie»« veranstaltet Sonntag, am 6. Avril in, den Reichshallen, I* Dorothcergasse 6, eine Akademie*mtt anschließendem Tanzkranzchm. Das Reinerträgnls fällt dem Fonds zur Ausspeisung der Mittellosen Hochschüler zu. Freiwillige Spenden werdm dankend entgegengmommen. . . Jüdische Gemeinde. Die Pensionvbezüge der Beamten. Sonntag hat eine Plenarsitzung der Kultusgemeinde stattgesunden, bei welcher die Abänderung des geltenden Pensionsstatuts für dir Beamten und Diener auf der Tagesordnung stand. Auf Vorschlag des Bertreterkollegiums wurde das Statut in einigen Punkten zugunsten der Beamten abgeündert ,indem die Zahl der erforderlichen Dienstjahre von 40 auf 35 herabgesetzt wurde und weiters die Einbeziehung des Quartiergeldes und der Personalzulagen in die Pensionsbezüge sowie erhöhte Pensionen für die Witwen und Kinder festgesetzt wurden. Im geltenden Statut findet^ sich auch die Bestimmung, daß die Pensionsberechtigung der Witwe von der seitens des Kultusvorstandes erteilten Bewilligung zur Eheschließung des Dcamtsn abhängig ist. Kultusvorsteher Dr. Auerbach wandte sich in scharfer Weise gegen diese veraltete und unsinnig^ Bestimmung, die er als unzeitgemäße und unzulässige Feldwebclwirtschast charakterisierte. Er beantragt daher Eliminierung dieses Passus. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, diesen Antrag dem Vertreterkollegium zur Beratung zu überweisen, wobei der Referent Hofrat Gerstmann erklärte, er halte den Standpunkt des Dr. Auerbach für gerechtfertigt und werde sich im Dertreterkollegium dafür ein setzen. Bezüglich der Rechts- Wirksamkeit der Reform stellte sich der Kultusvorstand' auf den Standpunkt, daß die neuen Gebühren mit dem Tag der Verlautbarung des neuen. Statuts in Wirksamkeit treten; Dr. Auerbach machte dagegen geltend, daß diefoS Statut als ethisches Gesetz mit rückwirkender mlsgestatte.t weOeg.Irüsse und versyngtr sMn^