Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 73 (1.4.1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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73 , SBifit, Dienstag ÄtsrgeuzertMLg 1. ^lpril 1919 Seite 3 frage es als Feigheit bezeichnet, auf das Ausland zu hören, aber die Kommunisten^ täglich davor warnt, den Unwillen der Entente zu erregen. Kriegsminister Noske und wir. " st. In der Sonntagsnummcr des „Neuen Wiener Tagblattes" berichtet der Berliner Vertreter des Blattes über eine Unterredung mit dem unrühmlich bekannten Berliner Reichswehrminister Noske. Der sozialistische Apostel für Standrecht und sonderbare Schwärmer für MassenersHieszungen kramte seine den preußischen Militärsunkern abgelauschten Weisheiten aus, sprach von „Manneszucht und Disziplin", sang ein Loblied auf die Berufsoffiziere des alten Militärstaates und betonte ihre Unentbehr.ichkeit. Er führte beweglich Klage darüber, daß die bösen Bayern es ihm verwehren, in ihrem Land« Söldner anzuwerben: Seine Ausführungen sind insofern nicht bemerkenswert, als sie;ä nur das bieten, was von einem Noske zu erwarten war. Eine Stelle im^Bericht aber fördert unser« Ausn erksamkeit heraus. Noske erzähl», daß die deutschösterreichische Negierung durch den Kommissär für Militärwesen, Hugo Schulz, mit ihm über gemeinsame Militärangelegenheiten verhandelt hat und „diese Verhandlungen mit der gemeinsamen Erkenntnis, daß'auch auf militärischem Gebiete eine weitgehende Zentralisation wünschenswert sei. geendet haben". Noske fügt herablassend hinzu, daß der österreichischen Eigenart hierbei Rechnung getragen und beispielsweise die Tiroler Wehr in der Pflege ihrer alten Tradition dicht gSstört werden würde. Pas bedeutet nicht weniger, als baß Herr Noske beabsichtigt, Deutschösterreich in den Bereich seinerMacht etnzubezieheu. Deutschösterr"ich steht also vor der Gefahr, in die reaktionären Manöver des Herrn Noske und seiner Verbündeten aus dem Junkerstande verwickelt zu werden. Wir möchten unsere Negierung nachdrücklichst davor warnen, auf diesem Wege fortzusahcen. Noske ist heute Gegenstand der Abneigung aller freiheitlichen Elemente, von den wirklich sozialistisch Denkenden nicht zu reden. Er ist auch Gegenstand des Mißtrauens des feindlichen und neutralen Auslandes, welches seine wirklich v. richtigen Beziehungen zu den Siegfriedlern übelwollend betrachtet. Mil einem solchen Manne überhaupt zu erhandeln, ist äußerst gefährlich. Wenn es aber durchaus nicht anders geht, so müssen diese Verhandlungen derart geführt werden, daß sie jederzeit von der Oessentlichleit kontrolliert werden können. Heimlichkeiten mit einem Noske sind zu riskant. Es darf ihm nicht überlassen bleiben, die Berichte über solche Verhandlungen nach seinem Gutdünken zu gestalten. Deutschösterr.ichs Stellung dem Auslände gegenüber läßt ohnedies viel zu wünschen übrig, sie braucht durch vertrauten Umgang mit eine«! No-ke nicht «och verschlechtert werden. Das linke RheinnfLr bleibt deutsch, die Caarkohle mutz Frankreich erhalten. r Vern> 31. März. (Tel. der »Wr. Morgenztg/) Laut „Berner Taczblatt" ist zwischen Wilson und Clemeneeau in der Frage der deutschfranzösischen Grenze nachstehende Einigung zuftandegekommen r Das linke Rh ei nlufer, die Rheinpfalz und das Saargebiet bleiben deutsch. Deutschland mutz sicht verpflichten, auf dem linken R einufer weder Befestigungen noch Garnisonen z» halten. Die gesamte K o h l e n p r o d u k t i o n des SaargebieteS muß an Frankreich geliefert werden, bis die^n Wsstfrankreich zerstörten Bergwerke l ergestellt fein werden. Inland. Deutsche Abgeordnete Kommen nach Wien Berlin, 31. Mär». Wie du »B. Z. am Mittag" hört, wird der Präsident der Nationalversammlung Fehren b a cb wäb end der Ofterfcricti m feiner nniilirfim (Sipcir'riuift einen Besuch in Wien machen, »in dorr mit den maßgebenden polnischen Kreisen m Fühlung zu trete». E»ie Abordnung der weiblichen Parlament Sm i k g l i e d e r soll üch in den nächsten Tagen n a ch W \ e n begeben, um mit der Francngxnppe der österreichischen Na ionalversommlnng und den großen Fcauenverbändm did Beziehungen aufzuuehmen. Eine Kommunistenversammlung. Vorgestern iand hier eme lehr stark besuchte M.mvienoersammlung statt, in der sämliiche Redner die Proklanuernng der Räterepublik als nahe bevorstehend bezeichnten. Die Versammlung begrüßte das ungarische Proleiauat und forderte die sofortige Bewaffnung des österreichischen P r o l e t a r > a t e s, die Verkündung der deutschLsteneichischen Räterepublik und den soso, t,gen ntilitäcischen und politischen Anschluß an daS ungarische Proletariat. Ezernin darf nicht in Vorarlberg wohnen. n Bregenz, 31. März. (Tel. der JU$r. Morgen,pg."t. Die Vorarlberger Landesregierung lehnte das Ei 'uchcn des Er-MmisterS C z e r n i n, betreffend seine Niederlassung in Vorarlberg ab. In anenPs„-'iqakn. flM'mW'irfu linier Mur min1. ■ ftovbtitiiiD' r jm atti* gi)fieme. efftriaffifle* Ma>,rial. Leop. Kmzrl, Wie», Al., Wesbahnslraße 23. Telephon 31537. irss Die Lage im Sowjet-Ungarn. Ungarn will keinen Krieg führen. Budapest, 31. März.. (Funkspruch.) Die ausländische Presse verbreitet die Nachricht, die revolutionäre Regierung habe Rumänien und Serbien den Krieg erklärt. Obwohl jeder nüchterne Mensch wohl weiß, daß diese Nachricht eine bloße Erfindung ist, muß von ihr dennoch Notitz genommen werden, da sie den Versuch bildet, das serbische und rumänische Proletariat gegen uns zu stimmen und auf diese Art die Räterepublik zu diskreditieren. Das Ungarische Telegraphen-Korrespondenzbureau ist von maßgebender Stelle zu der Erklärung ermächtigt, daß eine solche Kriegserklärung natürlich nicht erfolgt ist, im Gegenteil unser Bestreben wie" bisher auch weiterhin daraus gerichtet ist,' mit. den Nachbarvölkern das allerbeste Verhältnis aufrecht zu erhalten. D'.e Gemeinsamkeit der Noten Armee. Nüssen in der ungarischen — Ungarn in der russischen Noten Armee. Budapest, 81. März. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Die m Budapest sich nnllialtenden russischen Untertanen. hielten gestern inner dem Vorsitz des Bevostmäehtigten des Moskauer Roten .Kreuzes Dr. B e r m a n n eine politische Volksversammlung ab. Es wurde ein Funkspruch des utssischey. Volkskommissars für Auswärtiges T s ch 11 s ch e r i n verlesen, der bie gewesenen russischen Kriegsgefangenen auffordert, die junge ungarische Räterepublik zu unterstützen. Jeder russische und ungarische Proletarier und Bauer habe setnen Plav in der R v t e n A i. m e e, ebenso wie die i n N u ßland destndlichen ungarischen Proletarier unentwegt für die dortigen Interessen kämpfen. Dieser Funkspruch erweckte ungeheure Be- , geiftermig. Der politische Bevostmachtigte der. Internationalen Roten Armee, Mofes G a b o r, begrüßte die ve>sammelten russischen Ai beiter und Bauern im Namen des 4. Bataistons des Budapesker Internationalen Ersten Roten R e g > m e u t e 8. Das Bataillon besteht ausschließlich a u S Russen. P h i l i p v o w hielt einen Vortrag über Bolschewismus, worauf der stellvertretende Volksbeauftragte für Heerwesen, Tibor Szamnely, nn Namen des regierenden Rates die Versammlung in ui'sischer Sprache begrüßie und sagte: Die russischen und ungarischen Pivletarier haben gezeigt, wie die Bonrgrvisarmeen vernichtet werden,, aber auch die übrigen Bonrgeo sarmecn müssen vernichtet werden. Redner richtete an die russischen Genössen dieAussotderung, in die Rote A.mee em.zntreten, deren internationalen R e g i m e n l e r für die JnteressendesProletartats der gesamten Welt kämpfen. Die russische Gegenrevolution sei die Neprüsenlantin aller gegcnrevolutionä''en Bewegungen. Der nächste Redner, N a d i o n o. hob hervor, daß die ungarischen Proletarier in Zllnsrland sich der Roien Armee anschließen. Die Hinsien in Ungant miütcn ebenfalls in die Rote Armee eintreten. Tun sie dies nicht, so sei dies eme Schande. Richtlinien fifr die Verwaltung. Budapest, 31. MW. lUng. Tel.-Kvrr.-Bur.t Eine heute erschienene Verordnung der Ratereg>erung regelt die Frage der Befug nisse der P r o v i n Z i a l r 8 t e und D i r e k t o r»e n. Die Räleiegierung erkennt provisorisch jene Räkr und Direktorien an, die vön d e r Mehrheit des Telegramme. Das Komitee der Jüdischen Natronalrätc in Paris. Bern, 31. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*) Das Komitee für die na tonalen Rechte der Inden in der Diaspota, ivelches eins den Delegierten de'- Jüdischen Nationäliäte sich unter dem Boisii) von Cokolow m Paris geb ldet hat, wählte zu Vizepräsidenten die Herren Lotus Bk a r s h a l l (Amerika^, Dr. R e i ch Lcmbcrch. Rososs (Rnüland). Dr. Thon (Krakaus U s s t s ch k t n (Odessa). Bunt General''ckrciär wurde Leon M o tz k i n bestellt. Es würden tolgende Kommissionen fTtflcfcöt: für Politik, unter dem Vorsitz von Sokolow, für Entschädigungen der Kriegs- und Po^romopser (Vorsitzender Marshall), für Presse «Vorsitzender Dr. Reich) und zur Ausaibeitung eines Memorandums (Vorsitzender Motzkm). Von den galizifchen Delegierten gehört Dr. Michael Ringel den Kommisionen für Politik und Presse an, Dr. T e n n e n b a u m der Komm'ssion für Eiw'chädionngen, Dr. Reich und Dr. T h o n der Memorandlunkomnnssion. Debatte im Weißen Haus über den Völkerbund. Washington» 81. Mär,. (Tel.-Komp.) Der Senat hat die D e b a 11 e überden V 8 lkerbund begonnen. Die Beratungen werden sich aus dtr Besprechung des ganzen Frtedenslcaklalcs erstrecken. Kein gleichzeitiger Friede. Paris» 81. März. (Tel.-Komv.i Dte Friedens-' konierenz hat über die bechgltch UngantS zu trcsienden Maßnahmen benren,. doch ist einstw.'-len das Hauptaugenmerk immer noch ans die Reaeliwg der Temseblind auszuerlegenden Bedingitngen gerichtet. Der Gedanke, gleichzeitig mit allen s e t n d l ich en Ländern Frieden zu schließen, scheint nusgegeben zu fem. W'l'vn und Lloyd George wünschen, daß die mtt den se ndl ehen Ländern abzuschließenden Verträge keinen Anlaß zu neuen Konflikten bieten. Danzigs Schicksal unentschieden. Paris, f3l. Man. (Funkwnich.) Der ..Temps" schreib:: Die Alliierten ' und asioziierten Regierungen scheinen sich entschlossen zu haben, dm deutschen Vorstellmtaen in be-ug auf die L a u d u n.g. d e r polnischen Truppen in Danzig k e i n G e b 8 r zu schenken. Aus alle Fälle braucht 'jedoch nach dem Gedankeng nig der All'ierten aus dieser Operation N'cht notwendigerw'sie.g^ol-'krt 'U w'rden, baß D a n; i g an Polen a n g e s ch l o s i e n weide. WaS die Frage depolnischen Gren-e anlangt, 'ch'an'n d>e «sta-n-'n Regienmgen dahin zu,neigen, -Dan-ig und Uingebnng zu e nein iieutraleu Staat zu machen und auf diele Weise ten Anschluß der Stadt an Deutschlaiid oder an Polen zu vermeiden. revolutionären Proletariats gewählt wurden» Diese habm in vollster Uebereinst'mumng mit dem regierende« 'Rate und dem Volkskommissariat isir Inneres thre Agenden zv erledigen, denn . die Proletarierdiktatur könne nur durch d« H r « H ft e Disziplin ausrechtephalten werden. .Die Rate und Direktorien haben die Verfüglmg über du r a ch i a l g e w a l t sofort zuüberneOnen. und im Einvernehmen .mit den Kommandanten für die Aüftechlerlialtung der Ordnung zu sorgen. Die Direktorien und Räte übernehmen m allen Gemeinden die Leitung d e r V r r w a l t u n g. Ebenso übernehmen sie die G e m e i n d e k a sse.n und verwalten diese unter strengster Verantwortlichkeit bis auf'weiter« Vcrlügimg. Die Direktonm und dte , Räte nahmen, a l l « Banken und S v a r k a s s e n i n S p e r r e> dürfen aber ohne Vollmacht des Volkskommisiärs deS Innern, keinen Heller annihrcn. Ebem'o sind die G e l d v o r r .ä t e' d e r reichen Bürger unter Sperre zu setzen. Jedem dürfen 2000 Kronm belassen werden. Die. Räte und Direktorien weiden strenge angewiesen, sich vor einer Behelligung der Beamten und Arbeiter zu hüten. Größere Lebe N'smittelvorräte sind zu inventarisieten, dürfen aber nicht reauiriert we-den, ausgenommen dort, wo der Verdacht besteht, daß beabsichttgt ist, diese Vorräte zu verbergen oder zu verschmuggeln.. Die Schlosser sind zu beschlagnahmen: die Kunstgegenstände, Bäder und sonstigen Kunst'chätze sind streng zu bewachen. Alle auf eine Gegenrevolution bemghabende Rkomente sind genau und mit Umsicht zu beobachten und, wo ernste Momente auftauchen, sind die n 8 t i g e n Verhaftungen vorzunehmen. Darüber hinaüsgehende Maßnahmen können aber nur nach Anfrage Bei dem zuständigen Volkskommissariat durchgesührl werden. Auf das ungestörte Funktionieren der P r o d u k t i o u ist zu achten« Die G r u n d v e r t e i l u n g darf nirgetzds vorgenommeu werden. Gegen Plünderung und Raub ist mit der größten Schonungslosigkeit vorzngehen. Die Verordnung hebt schließlich hervor, daß bis zur Festsetzung der endgültigen Verfassung die Verfügungen des Revolutionären regierenden RateS grüau und unverzüglich durchzuführen sind und betont das Berbot des eigerp mächtigen Vorgehens. Sozialisieru-ng der Versicherungsgesellschaften. Budapest, 31. März. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Die Revolutionäre Räteregierung hat beschlossen, dieVerssicherungsg e s eil schäften z u sozialisieren.. Der Volkskommissär für Fina"'.en wird ermächtigt, die Leitüng sämtlicher Vcrsieherungsge'ellschaiten zu übernehmen und unter Ko nt r o H e zu stellen, btc von der Fmanzinstitutszentrale ansgeübi wird. Sckadenversicherungen werden nur bis zu einem Betrag von K 2000 ausbezahlt. Die übnaen Summen werden der Finanzinstitutszentrale Überwiesen. Auf Grund von Lebensvwsicherungspoliizen können monaklich nicht mehr als K 2000 ausbezahlt werden, falls der Versicherte nicht bereits von seinen eventuellen Spareinlagen diele Summe be-hob.en Hai. Den im Auslande oder in den besetzten Teilen dcs Landes Versicherten zukommende Versicherungssummen sind der Finanzinstitutszentrale nngeichmälert^z u überweis e n. Die Verfügungen haben auch auf d t c Pen s i o nsinstit a t e Anwendung. Die Angestellten der Bersichertingsanstalteu. die Direktoren mit Inbegriffen, können monatlich höchstens Li 3000 Bezahlung, bekommen. Die Rote Gendarmerie. 36.000 Mann „Note Wache". Budapest, 31. März. (Ung. Tel.-Korr.-Dur.), Zur Ausrechterhaltung der inneren O dnung errichtet das Bolkskommisiariat für Inneres eme Landesorganisation der Roten W n ch e, die aus wenigstens 30.000 sich freiwillig meldenden unbedingt verläßlichen Proletariern bestehm wird. Die Kommandantendev Wache werden gewählt. In den Städten und Bezirken werden die Truppenlommaitdanten ernannt, doch ist ihre Liste acht Tage hindurch ösiemlich bekanntzugebrn, damit gegen ihre Ernennung eventuell Elwvruch erhoben werden könne. Derreich fordert Kampf gegen Ungarn. ' r Bern, 31. März. (Tel. der ^Wr. Mvrgenztg/) Der tschecho-ilowakische Außenmintster B e n e s ch spricht sich iyr „Temps" begeistert für eine - milttärische'Intervention in Ungarn aus und sagt, zur Abwehr des ungarischen BolichewismuZ sei die s o f o r t i g e I s o l l er u u g U n g a r n s und die desinltive Festsetzung seiner z^n k Ü n s t i ß e ti Grenzen notwendig, damit d e Tichecho-Llowaken, Rumänen und Serben w.sien. au> welche Territorien sie ein unbestreitbares Recht hätten. Um die Ordnung m Böhmeu anirecht zu erhalten, hätten die Ticki-chm genug disziplinierte Truppen. B e n e s ch fordert ferner, daß Deutsch8sterreich sofort vcrständtgl werde,, daß jede Lebensmittelzufuhr. unterbleiben würde, falls dort eine bolfchewikische Bewegung entstände. Für Ungarn verlangt er sofortiges Abschuetden aller Zufuhren, für Böhmen hingegen grüße Lebensmitteltransporte, weck sonst der Bolschewismus um sich greisen lönnie. Kein übertriebener Schadenersatz. Paris, 80. März. (Tel.-Komp.) Präsident W i l s o « hat gestern mtt d^m Vorsitzenden der F i n a n z k o mmisston Baruch konferiert, der den Präsidenten in seiner Halmng gegen die Forderung eines übertriebenen Schadenersatzes, unterstützt. In dieser Frage steht Wilson allein gegen Lloyd George und Clemenceau, die beide einen höheren Schadenersatz verlangen, ., als Amerika zu unterstützen bereit ist. Lloyd George ilst durch die großen Versptechungrn. dieser dem englischen Volke während, der Wahlkampagne gcniacht hat, sehr in Verlegenheit geraten. Hilfe für den Osten. Bern, 80. Rkärz. (Schwerz. Deveschenagevtur.). Gestern fand eine von den oinziellen Vertretern gemeinnlztztger Jysttchte und der Behörden verschiedener Staaten bemchie Konferenz statt, welche den Zweck hatte, die Frage einer Hilselcistnng' für die' voü ' HtmgevSnot und Klankheit heimgesuchten Völker im Osten -zu besprechen. En anssühtlches, erschütterndes B.ld mit erschreckenden ftauftiiclicn Daten über die Hungersnot, d;e Slerblichkctt und Eptdemiegesahr, erstattet durch den Dclegterten des öfter? r e i eli i s ch e n S t a att s a m t e s für Vo l k sernährung Karl Hans I a r a y, überzeugte die Teilnehmer von der Nvlwendiakett emer erneuten solortigcn durchgreifenden Hilfeleistung. Der Konsrreuz wohnten englische Damen bet. Nach ktngehender überein stimmender Meinungsäußerung beschloß dte Versammlung, so'rr ein s ch w e t z e (i s ch e s I n i t t ä t i k o m 11 c c?u konstituieren, das den Auftrag erhält, Mitglteder der Staaten der Alliierten zu kooptieren und put der Aufgabeungesäumt Schritte zu >un, damit rasch dringende Hilfe großen Stils n a ch d e ni O st e n g e b r a ch l werde. Generalstreik in Stuttgart. München, 31. März. (Tel.-Konw.k Nach Erkundigungen m Stuttgart scheint heute dort der Generalstreik ausgebrochen zu sein, mit dessen Vermeidung man noch Sümstag gerechnet halte. >