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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-30 · Heft 71 (30.3.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 71 (30.3.1919)
Date
1919-03-30
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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'l:,.iivry.vm-ni7iw»ai GüÄkchl' WZMee Mävs«tMmtK aifmf " * r6»*T Die Hakoah spielt auf dem Nußdorfer Sportplatz ftegeti den N. A. C. I»» Herbste endigte das Meisterschaftsspiel 1:1. Wenn es der Hakoah. ychngt, ihre gutk Leistung von Dienstag zu wiederholen, wird sie den' N. A. C. knapp schktgen. v , Schließlich smdrt noch das Meisterschaftsspiel Ober- S t Beit Men R o t Sie r n auf dem Wacker-Platz statt, M hi^eKerzu».Ktypp gervirme»'dürsten.: ’j'• '■ Der Sv. und G.-B. K a d i m a. spielte aus dem Jedlers- //dorfer.Spori^latz gegen den H i e fciti per Sportklub. 7 DüH'Spiel zur Meisterschaft der SchutzocremSllasse rmb ' chlirste tUtttt.Kitlwrru Sieg der Kadimauer bringen. Die MeiÄrschüstsspttle der h und H a-Klasse beginnen um Uhr; die Reserve-Spiele um 3 Uhr. 'einander - treffen, sind nahezu gleich stark und wenn auch die Hockepktüblente die größere Wettspielroutine für sich baden, so könne»: die. Tpblinger wieder den Vorteil des eigenen Platzes für sich, in Anspruch) nehmen. Es wird einen scharfen Kamps geben. Spielbeginn Vttä Uhr und a/J0 Uhr.) Am den: Prater-Sportplatz spielt die Hakoah gegen den stS. A.' C. Obwohl die Hakoahmannschasi erstreit sehr kurzer Ml Meder attiv tätig ist, geht sie doch mit. sehr gnte» Aussichten in den K^nps.. . . ... Das PvateL-Qrrerkeldeknlsufe«. Der W. A. C. bring!'^morgen seine erste leichtathletische Veranstaltung zur AusftamM. EL. ist ein Quersrldemlaufen, daS Ausgangspunkt und .sjiä.mrs buii Prater-Svvrwlatz hat. Äußer dem veranstaltenden fercht» entsendetk' der W. Ä. F. und Rapid ihre besten Kräfte. Dir...cstlssichtSreichsien Bewerber sind Stefanovits (Bimnü), Obioldrr lRapidl mW Haidegger (W. A. F.) Das größte Luftschiff der Wett. Die englische»» Blütttt'vert'iinden mit großem Stolz, daß sie in einern neuen basisch; ff ,.ll :;3" das größte Luftschiff der Welt, einen „lieber- Zeppelü^, gebaut hatten; jedenfalls stünde e8 fest, wenn auch gerarme Einzelheiten über feme Maße nicht gegeben werden lotmtcr,. das: es bedeutend großer, wäre als jeder der Zeppeline, die in englische Hände gefallen wären. Man hofft auch, mit dem neuen Luftschiff . einen neuen Schnelligkeitsrekord aufstellen zu $ PÖ RTKLUB „HAKOAH“. ar; lässt ich der 10,jährigen GrlndungsfeJer den 28. April 1919 im Grossen : ,Ko i izc^rth a« ssöale.Beginn %7 Uhr. "%tferkenä: ALFRED GRÜNFELD ,: J SIEGMUND FEUERMANN ' V v RUDOLF BANDIER - . . FRITZ BLÜM KäUTF.-W voiv lßbis S ICronen an der Tagesfcassa des Koni.ei,tha,}ses!-,-Wien, 11L LotKringerslrasse 30 und im Svinelurmte des Lportkduds „ Hakoah u,Caf 61 ndustriellen, t„ Concordiaplatt 4; Buchhandlung Löwit,RotenturmstrsRo; Buchhandlung Hirschler,!.» Rabensteig 6. sie ± :Ä Der EhrenbeleidigrmgSvrozeß gegen den Herausgeber der „Reichsvost" und deffm verantwortlichen Redakteur konnte nicht burchgeiithrt werden, da der Vorsitzende Oberlandesgerichtsrat Dr. A i ch i n g e r erkrankt ist. Die Verhandln»»«; wurde ans unbestimmte Zeit v e r t a g t. Ttaveori-Verairstattunger» ISIS in Berlin. Das dkunch« Dtsdion in Berlin wartet in diesem Jahre mit zahl-- reichen- VrrlNrftaltuugcu auf. Vorgesehen sind unter anderem ent Gur'nisoiiöfportsest »m Altai, ein Podbielski-Erinnerungssportfest in: st'in Somlnersportfest des deutschen ReichSausschuffes für Lcloesiibünsm im August. Kämpffpiele des HauptausschuffeS für Leibc>i;bnngen und Jugendpflege im September und das Herbstchc niest des deutschen ReichsausschuffeS Ende September. Das.FMmchrs-Propaganda-Waldlaufen des Verbandes Berliner AchWiwercj.ne.' am . 13. April nimmt ehmfallZ vom Stadion srwÄr'-Äüriaija. ff KGStiim-KräP'Ghen niit MASEENRUM1EL ' I öij'WwcrFtajg den 3, April 1S>I0 in den Sälen | itea Industriellen-Cafc, I, Concordräplate 4. SPORTKLUB „HAKOAH“ (Leichtathletiksektiori) KÄftTHN >m Vorverkauf; 1 tidustrieflen-C*»ö, BucWmdlunj; L3wh, iow?e de» sSmtWdien Ko^nttetmrt^Hedeni. 370 Gerichtssaal. Franz Blei gegen den tzerarrsgeber des „8 Ahr-Blatt«< . Vor de,n Schwurgericht rmter Vorsitz deS OberlandeSgerichtsratch Dr. Wessely hatte sich der Herausgeber des „8 uhrr-Dlau". (Äeora B »ttner tverlrercn durch Dr. Herz- Ke x ö *-SV r 8 n f e t), über eine Ehrenbeleidigungsstage des Schriftstellers Dr. Frau: Blei (vertreten durch Dr. Sperber) AU verantworten. Den Tatbestand der Klage b'ldct em im Vortahre . erschienener Artikel unter dem Titel ^Die Wiener Rote Gatde". der die inkrimmierten Äenß.'rungen, und -war: Den Varimns, „der geistige Vater der Roten Garde-, ferner, daß Btt!.». P o rar ographsei, weiters, daß er ferne Gennnuyg' oft gewechselt habe und endlich, daß er seine Familte ans ära rische Kosten aus halten l.r e ß, MthälL Be, Ervffmmg der Berhandlimg bekannte sich der BeklaMschuldrg, doch erklärt er, den Wahrheitsbeweis für seine Aeunernngen erbringen -u können und beantragt Bor^ ladung'namhaft gemachter Zeugen. Der Gerichtshof gab diesem Antrag Folge rurd vertagte drc Verhandlung. Der Volkswirt. Wochruschau. Die le tz.teu Tage der ab gelaufenen Wock/2 standen lm - Zeichen deö Eisenbahn.erstreW. Die große Gefahr einer gänzlichen Unterbindung der Lebensmitteleinfrthr und die. Möglichkeit gewaltiger Unruhen ist soweit abgewenbet worden. Aber u»rsere überaus triste Lage hat sich wieder in erschreckender .Weise e»:thü!lt: wir hätten nur für drei Tage Lebensmittel gehabt. Unsere notdürftige Enrährnng hängt von der Gnade der Entente ab. Irgend ein Ereignis, ein Zufall — und wir find am Verhungern. Wir sollten daraus die Lehre ziehen, uns nicht gänzlich ans die Ententeznfuhren zu verlassen. Es ist höchste Zeit, daß unsere Regierung sich mit der Aufbringung der dringendsten Nahrungsmittel im Inland befaßt und die ländlichen Produzenterk heranzieht. - Die Energie, die sie kleinen Leuten gegenüber an den Tag legt, wäre für die Mgemeinheit weit nützlicher, wenn.sie den Bauern und Großgrundbesitzern gegenüber zur Anwendung gelmrgen würbe. Jnzlvischen macht der Gedanke der S o z i a l i f ic t u n g fast aus allen Wirtschaftsgebieten gewaltige Fortschritte. Er stellt sich als unabweisbares Erfordernis der Zeit dar. Die Hauptprobuktionszweige solle» vergesellschaftet, werden! Bvu mancher Seite bringt man bereits auch bei mrS baralif, die wichtigsten Geldinftihrt«, die Banken, nach russischem und ungarischem Muster zn. sozialisieren. In führenden Finanzkreisen ist nran gerade darin skeptisch. Die Zukunft wird zeigen, wie weit die Vergesellschaftung möglich ist, ohne baß dadurch der Unternehmer ruiniert und der Uniernehmergeist ins Ausland vertrieben wird. Ebenso bleibt abzuwarten, ob der einzelne nicht noch größere Laster: wird tragen müssen. Viele.erwarten bas Heil von der Sozialisierung nur bann, tvernr sie. sich nicht auf einzelne« gerade wirtschaftlich sehr schwache Staaten beschränken, sondern allgemein durchsetzen würde. Unabhängig davon schreitet die Devalszation unseres Gelbes rüstig weiter. Nach dep Auslandsnotierungen hat es nur noch ein Fülrftel des früheren Wertes. Berücksichtigen wir jedoch seine von Tag zu Tag schwindende Kaufkraft und daS schier unaufhaltbare.Emporschnellen der Arbeitslöhne und damit der Pr eise, so kommen wir zn einer ganz anderen Ziffer. Die. furchtbare Teuerung in Verbindung mit dem Mangel an den wichtigsten Bedarfsartikeln zwingt die . Arbeiter. z«. erhöhten Lohnforbernngen. Die erhöhten Löhne befeuern neuerdings die Ware. Mso werden in absehbarer Zeit neue Lohnerhöhungen gefordert tverben. ..Wo gibt es da einen Ausweg, wo «in Ende? Eine Verringerung der Herstellungskosten scheint vorläufig aussichtslos. Die Entente läßt sich ihre Sendungen gut bezahlen. Dr. Schumpeter, der Staatssekretär der Finanzen, erhofft sich eine bedeutende Besserung von der Vermögens-, a b g a b e. Die Friedenskonferenz jedoch will daraus offenbar einen Teil der uns aufzuerlegeuden Kriegsentschädi-' gung holen. Nur eme Weltrevokution könnte uns von der Zahlung einer Kriegsentschädigung befreien; nrrd auch das wäre keineswegs sicher — man braucht sich nur dessen zu erinnern, baß vor kurze,» die englischen Bergarbeiter Lloyd George allen Ernstes erklärten, die von ihnen zu entrichterrden Stenern müßten von nun mr durch die Deutschen gezahlt werden! Als traurige Tatsache ist zu verzeichnen, daß der anS Intelligenzlern bestehende sogsnannte „Mittelstand" inzwischen durch und durch proletarisiert wurde, jedoch^ de8 Vorteils entbehrt, mit neuen Lohnforderungen kommen zu können, da ein unheimliches Ueberängebot auf seinen Arbeitsfelder herrscht. Er ist, wenn nicht der Staat schützend eingreift, einem beispiellosen Ruin preiSgegeben. Gestern war der letzte Tag für die Abstempelung der Bankno ten. Bereits ab vorigen Donnerstag den 26. d. M. waren die ungestempelte»» Noten ohne gesetzliche Zahlkraft. Eine Verlängerung der Frist über den gestrigen Tag hinaus wurde in der jüngsten Knndmachimg. für ausgeschlossen erklärt. Wie sollte man jedoch bei den» eingestellten Eisenbahnverkehr die noch ungestempelten Noten nach Wien schaffen? Es ist anzunehmen, baß in diesem Falle von koros majeure der Umtausch nachträglich bewilligt wird. Es verlautete, die Oesterreichisch-ungarische Bank und die Staatsdruckerei könnten die gestempelten Noten nicht rasch genug Herstellen, > worarrs sich für das Publikum Unbequemlichkeiten ergeben müßten. Bisher sind fünf Milliarden gestempelte Bankrroten gedruckt worden, die ungewechselten Noten sollen sich auf über viereinhalb Milliarden belaufen. Nur die mit dem deutschösterreichischen Stempel versehene Krone ist in'Deutschöstrrveich Währuugsgelb und hat bei uns gesetzliche Zahlkraft. Don Wichtigkeit sind die Verfügungen über die Einlösung des A p r i l c o u p o n s der Staatsschulden und. Kriegsanleihen. Es wird nur an solche Persone»» und Firmen in deutschösterreichischem Geld ausgezahlt, die' sich hier dauernd aufhalten. An Ausländer oder solche Personen, die zwar hier wohnen, ihr Geschäft oder ihre Fabrik jedoch im Ausland haben, wirb der Aprilcoupon nicht in deutschösterreichischem Geld ausgezahlt. Was die zollausländischen und nativnalansländischen Guthaben betrifft, so werden sie in ungestempelten Kronen beglichen, wobei erforderlichenfalls Ausnahr«,en zulässig find. Es ist'aber Nicht llargestellt worben, ob Ausländer ihre Schulden ebenfalls in ungestempelten Kronennoten bezahle»! müssen. Der nunmehr noch kornPlizierLere Kreditverlehr zwischen unS und dem Auslcusi» soll durch die bevorstehende Devisenverordnnng geregelt werben. Wenn bü: deutschösterreichische Krone «iW enisthaft Schaden «ehmen soll, so müßte irr der Herausgabe^ solcher Verordnungen mit beschleunigtem Tempo geaebeiW werden, während sich unsere Finanzverwaltung reichlich ZM läßt. In dieser Hinsicht könnte sie sich an der VorgangÄyeifv der Tschechen ein Muster nehmen, die in wenigen Tageuj mehr vollbracht haben als wir während eines ga»rzerr Mouaftkq Im Zusammenhmrg, mit der Bezahlung btt Entente-« lebensmittel ist der Staatssekretär der Finanzen vom Finanz-! und BudgetcmSschuß ermächtigt worden, „zun» Zweck der Beschäffuug ausländischer Zahlungsmittel ei» A«-! leheu iit Teilfchulbverschreibungeu oder in einer anderer? Form bis zum Gesamtbetrag von 3 0 Millionen Dollar, ober bis zck einem nach dev Goldparität gleichen Betrage fci; einer anderen ausländischen Währung aüfzunehmen, dkes«S< Llulehen auf dem in einem Gebiet Deutschösterreichs gelegenen' unbeweglichen Staatseigentum sicherzustellen und im, Bedarfsfälle dis etwa auf diesem Slaatseigeuttmr'sich^rgesteNte»» Arrlehen des bestandenen österreichische»» Staates vorbehaltlich, des Rückgriffsrechtes gegen dir übrigen, auf der» Gebiet des ehemaligen Oesterreich - bestehenden Staaten zur Rückzahlung zu bringen." Unter dem „unbewegliche« Staatseigent»«^' sind in erster Linie die Saline» gemeint. Der Bilanz der Riederösterreichischen; Eskompts-Gesickk-. fchaft sind die Bilanzen der Prager Eisenindustrie- und der Alpinen Montan-Gesellschaft »casch gefolgt. Dis Prager Eise»» hat beschlossen, ihre Zentrale »rach Prag zu verlege»». Beide Betriebe, deren 'Fusionierung rmmnehp ausgeschlossen ist, haben unter der außerordentliche« Ung«»rfi' der Verhältnisse empfindlich gelitten. Bis zum Eintritt Umsturzes wurden sie durch die HochkonjMktrrr des Kriegs^ begünstigt. Dan« kam die Produktion plötzlich zu eir^Uj. teiltveisen Stillstand; wegen deZ Kohlenmangels mußte Me Alpine einen Hochofen nach den», anderen arrSblafen. IttrH starke Lohnbewegungen machten sich geltend, dir LÄeuS» mittelanschaffungen für die Arbeiter verteuerten sich zufthtUtE.; Für die Prager Eisen war der Zerfall der ehemalrAen MmumhZe; besonders schwerwiegend. Aus den Berichten der vekbew Gesellschaften gewamr man ein Bild unseres vou alle» Settärj eingeengten, mit Lausend Schwierigkeiten kämpfende« schaftslebens. I Zuletzt wallen wir noch auf die vorgestrise Rebe Dokkor,^ Schur»Peters auf der vom .Mährungsschutz" einberuferrew Versammlung zürückkommen. Wir teilen die Meinung betz Staatssekretärs durchaus, daß zum Druck «euer Banknoteus keine Zuflucht genonm»en werden dürfe. Wenn er die. Ä»» Meldevorschriften betreffs der Vermögensabgabe ehestens. 4*) Aussicht stellt, so wird gewiß die ganze Oeffentlichkeit d«D einverstanden sein, da die überflüssig lange Sperre' «k»? erträglich ist, und auf das Geschäftsleöen nur lähmend, wirkk^ Das Steuergesetz soll in drei bis vier Wochen fertig sei»,- eine allerdings »roch lange Zeit. „Die Vermögensabgabe soll nur bas Mittel sein, der Lohnkrone die Kaufkraft zu gebe»..« Wir haben zu verhüten, daß Kapital und Bevölkerung.W» ins Ausland, flüchten. . . Wenn auf dem Weltmarkt wieder/ normale Kreditbeziehung«» eintreten, ist es meine feste zeugung, daß wir nicht schwarz in die Zukunft zu bliche«^ brauchen." Wir wiederholen, was wir bereits vorige Woche feststellten: die Berhältniffe find vorläufig keineswegs ■ istge angetan, einen solchen Optimismus zu rechtferttgeu. Doktor. Schumpeter meint es sicherlich recht gut, führt jedoch keinerlei- Tatsache an, auf die er sich stützen könnte. Bon feine« eigentlichen Programm, von dem, was er zu, t» beabsichtigt, um eine solche Sanierung herbeizuführen, hat er bisher nichts verraten. Wir sind ausgeblutet und ohÄ* gesogen und für unsere Feinde ein Objekt der Ausbeutung^ Es steht zu befürchten, daß wir es noch lange bleiben werbest^: Das Zaudern, der. Schlendrian und die Zkopflosigkeit Uttfeld; Systems bieten nicht die germgste Gewähr firr . baldigen Wechsel. Es ist höchste Zeit, den schönen Worben? Taten folgen zn kaffen. L. Kohlennvt und Kohlenteuerung. Don einem Fachmann, , Der jährliche Kohlenverbrauch der Erde hat letzten Wirtschaftsjahrzehnt vor diesem Kriege -vir 800 Millionen Tonnen auf 1150 Millionen Tonnen^ also um ungefähr 45 Prozent, zugenommen. JnSbe^. sondere die Vereinigten Staaken und Deutschland hadew an dieser ungeahnten Entwicklung des Kohlenverbrauches teilgenommen. Diese Epoche des gewak» Ligen Aufschwunges der Montanindustrie wird für Deutschland besonders deutlich charakterisiert, wenn ma» hervorhebt, daß die deutsche Montanindustrie vor diesE Kriege an Löhnen und Gehalten jährlich ungefähr 1.3 Milliarden Mark ausgezahlt hat; durch die deutsche Montanindustrie wurden bisher 4 Prozent der ganzem Bevölkerung direkt ernährt; der Wert der. jährliche« ' Kohlen- und Roheisenerzeugung wurde mit rund 3 Milliarden Mark berechnet. So wuchtig diese Zählewangaben allein sind, erschöpft sich in ihnen doch nicht die Bedeutung der deutschen Montanindustrie, Die Montanindustrie spielt tatsächlich in dem Organismus der Volkswirtschaft eine größere Rolle, als das einfache Zahlenverhältnis es bedingen würde. Kohle uich Eisen find wichtige und unersetzliche Rohstoffe für jevss Gewerbe. Jeder Aufschwung anderer Industriezweiges und jede Steigerung von Handel und Verkehr stehenin unmittelbarster und kräftigster Wechselwirküftg' Mit der Montanindustrie. Man geht nicht zu weit, WSftN man das Urteil über die Machtstellung und die Zukunftsaussichten eines Volkes unmittelbar von: bet Frage abhängig macht, ob und in welchem Maße es. über Kohle und Eisen verfügt. - > > So haben denn die Montanstaateir vor dieftyr Kriege im regen Wettbewerb rum Verbrauche

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