Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 70 (29.3.1919)
- Date
- 1919-03-29
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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9lt. 70 Wien, Samstag IüLifchnattonale.Organisation im italienischen Kriegsgefangenenlager«. Ein kürzlich aus italienischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrter -Offizier berichtet neben einer Fülle von Erlebnissen interessante Einzelheiten Über die Organisation der jüdischen Offiziere in dem zirka 1800 ehemals österreichischungarische Offiziere beherbergenden Kriegsgefangenenlager Cassino (Provinz Casserta). Nach der Gefangennahme herrschte unter ihnen ein eillrägliches,'töenn auch keineswegs herzliches Berhältlris. Kaum aber ' war die Künde von den weltbewegenden Ereignissen zur Kenntnis 'der Gefangenen gelaugt, als sich automatisch uüd ohne jede äußere Veranlassung Ansätze zw Organisationen Zeigten, welche dorrst im Tragen von Bändern in Nationalfatben in 'die ErsAeimmg traten. Dies chatte dann zur Folge, daß sich die Angehörigen der verschiedenen Nationenes waren im Lager so ziemlich alle österreichisch-ungarischst Nationen vertreten, voneinander absonderten. In dieser Zeit setzte auch die jüdischnationale Bewegung eim Das Haupt- . verdienst, daß es dazu kam, gebührt dem in Wiener liationaleil 5krelsen bekannten Leutnant Ernst Weiß und Leutnant Mandel, die' mit rastlosem Eifer und seltener 'Hingebung au’ der Organisation der jüdischen Offiziere in nationalem Sinne arbeiteten und die Genugtuung hatten, daß in kurzer Aeit 200^ Offiziere der Organisation beitraten. Es waren dies nur national gesinnte, das heißt solche Männer, als i jüdisch,nattoiral in..die .zw diesem Zweck aufgelegten Listen eintrugeu. Nachdem so die Organisation geschaffen war, -wurden nationale Institutionen, unter anderem ein hebräischer Sprachkurs für Anfänger und Fortgeschrittene-,errichtet, der. zahlreiche;- Teilnehmer' umfaßte. Jeden Samstag wurden belehrende und unterhaltende Themen aus;bcn verschiedenen Disziplinen porgetragen,1 eine Keine jüdische Bibliothek wurde aus-von einzelnen Herren gespendeten Büchern gegründet und die italienische Zionistenzeitung „Israel" abonniert. So schüf die Tatkraft und das nationale Bewußtsein eure kleine aber stramme Organisation, die sich nach ihrer Erstarkung im Innern auch nach außenhin betätigte. Zunächst wurde von der jüdischen ■ Organisation die Forderung aufgestellt, daß . den jüdischen Offizieren in der Messe separierte Tische zugewiesen werben, was von der Messeverwaltung bewilligt wurde. Weiters wurde an das italienische Kriegsministerium eine von ' den organisierten jüdischen Offizieren des Lagers geferttgte Petition gerichtet, in .welcher gebeten wurde, die jüdischen Offiziere als Angehörige der jüdischen, und nicht mehr als solche einer anderen Nation zu führen, der die einzelnen nach ihrer politischen.. Zugehörigveit zugezählt wurden. Im Anschluß hieran. wurde weiter , gebeten, das Kriegsministerium möge, entsprechend seiner Gepflogenheit, die Angehörigen der einzelnen vormals österreichisch-ungarischen Nationalitäten womöglich in separierten Lagern unterzubringen, auch, die Unterfertiger der. Petitionin einem Mischen Lager zu konzentrieren. Eine lveitaM nichjMimg zu wertende' Leistung-, wgr die Einleitung einer großzügigen Geldsammlung für . die jüdische Mannschaft des benachbarten Lagers in Cassino, cher. es herzlich schlecht ging,., und die., ein sehr schönes Resultat erbrachte. Auch die au -das Kriegsministerium gerichtete Petition hatte einen fchpnen Erfolg, - da wenige Wochen nach deren Absendung ein Bevollmächttgter des Qberrabbiners in Rom erschien und untteilte, daß die Bitte nach Abtransport in ein jüdisches Lager sowie die Bestrebungen wegen der nationalen Zugehörigkeit im Kriegsininistcrimn wohlwollend erledigt worden sei.. ... . Als interessantes Detail sei. noch. erwähnt, daß die Deutschen zu Vorbesprechungen für eine deutschnationale Organisation in Einladungen zu einer „deutsch-arischen Versammlung" aufforderteu. Dies hatte zur Folge, daß über 1<)0 jüdische Offiziere, welche sich teils aus prinzipiellen (?), teils aus politischen Gründen von der jüdischnationalen Organisation femgehalten hatten, nunmehr.derselben beitraten. Einberufer der „deutsch-arischen Versammlung" den taktischen Fehler, der ihnen unterlaufen,war, an den Folgen erkannten, versuchten sie durch öffentliche Revokation Remedur zu Massen, allein es half ihnen nichts, die mehr als 300 jüdischen Offiziere bildeten einen, festen. Block, dem seindielige -Agitation nichts mehr anhaben konnte. '' . ... ..■; Erzherzog Leopold Salvator zahlt. Wie vor simsen Tagen gemeldet, hatte der, Schlossermeister L ö w y iu.d.er Schmclzgasse den gewesenen .Erzherzog Leopold Salvator. anfDahlung von K 900.— für eine Gleitschutzkette geklagt. Das Gericht hatte für dm nach Spanien geflüchteten Erzherzog einen 5Äurator bestellt. Nunmehr hat die Kammer» orstehung des Erzherzogs die K 900.— bezahlt.. ] * Auslieferung des Bahngepäcks. Das Staatsamt fiix’Verkehrswesen veranlass, daß der Sendungen'von R e i s eg'ep ä ck und Expreßgut der'Inhaber des Gepäckscheines epst>'48 Stunden (bisber 14 Tage) nach der Ankunft des Zuges, zu dem das Gepäck ausgegeben war, Anspruch auf Auslieferung besitzt und daher die nach dem EisenbahnbetricbsrPglement von der Ankunft des Zuges laufenden,Fristen erst mit deiß! Ablauf der Frist von 48 Stunden beginnen. ' Keine Reisepässe nach der Tschecho-Slowalrei. lHlus technischen Gründen wird bisz n m 3l. M ä r z i n k l ue die Ausgabe Pon Reisepässen in den Filialen, der tschechoslowakischen Gesandtschaft und in der tschecho-ilowakischen Gesandtschaft (Palais Lobkowitz) selbst cingeftcltl. * Anerkennung österreichischer Studienzeugniffe in Italien. Studenten ans den von Italien besetzten Gebieten der;ehemaligen Monarchie, welche den uebertrttt in Hochschulen Italiens anstrcben, ist die Immatrikulation und Inskription für baä laufende Schuljahr bis Ende März., d. I. gestaltet worden. Hierbei find die Maturitätszeugnisse der österreichisch-ungarischen Mittelschulen als Auswersdokument gültig. Die an österreichischungarischen Hochschulen bereits zürückgelegtcn Studienabschniile und" bestandenen Prüllmgen werden vollwertig anerkannt. Auch werden Prüfungskandldaten aui Grund der m Oesterreirh-Ullgarn grinachrcu Stad en zur Ablegung der Prüfungen und zur Erlangung des Düttorates zngelassen. Studenten, Me znm Kriegsdienste erngeriictt waren- ' kömten die Inskription rückwirkend vom Jahre der für den. Horhschulbcsuch erlangten Voraussetzungen, be.siehnngsweise von dem der letzten Inskription __Wiener Morgenzetttmg _29. März 1919_ igeBc g Die Vermögensabgabe bedeutet unsere Rettung. Dr. Schumpeters Ausführungen im „Wührnngsfchutz". Der Verein „Währungsschutz" veranstaltete gestern aßends im Militärkasinv am Schwarzenbergplatz eine massenhaft besuchte Versammlung, bei der Staatssekretär für Finanzen Dr. Schumpeter in einer großzügigen, von sozialem Gefühl beseelten Darlegung auf die Notwendigkeit der Gesundung unseres Wirtschaftslebens und die aus dieser Erkenntnis sich ergebenden Konsequenzen hinwies. Nachstehend der Bericht: Dr. Licht begrüßte die Versammlung und entschuldigte Dr. Schumpeter, der durch die Verhandlungen mit den Eisenbahnern aufgehaüen wurde. Dr. Lichtbetonte, daß die Arbeiten bezüglich des Währnngs schuh es und der Vermögensabgabe im Gange sind, und * hofft, daß die heutige Verordnung über die Einlösung der Kriegsanleihccoupons mw gegenüber deutschösterreichischen Staatsbürgern noch richtrggestellt werden wird, dr sie eine Schädigung für den Aüslandsbesitz bedeute. ' . . - Hieraus führte Dr. Stanglmeyer ausdaß der Mittelstand am meisten unter dem Kriege zu leiben gehabt habe, und jetzt Lei der Besprechung der Vermögensabgabe sich darüber klar werden müsse, daß von einem Staatsbankerott, der die Vernichtung ungezählter Existenzen bedeutet, nicht die Rede sein dürfe.' Es müssen vor allem' Sicherheiten geschaffen werden. Schon Dr. Steinwender hat die Erklärung abgegebendaß alle Kriegsanleihebesitzer unter allen Umständen "zu. schützen seien. Wir sind für reichliche, aber gerechte Vermögensabgabe, und zwar -müssen drei Kategorien herangezögen werden. Leute, die. in jahrzehntelanger Arbeit ihr Vermögen zwsammengetragen haben, müssen weniger belastet -werden als die Großindustriellen, Banken, und vor allem die Kriegsgewinner — auch zum Großteil die Agrar ier. Sodann sprach Dr. Körner über die Wichttgkeit der Aufrechterhaltung der allgemeinen Ruhe und Ordnung. Der nächste Redner Dr. H e r w e g h wurde wiederholt durch Zwischenrufe unterbrochen; er-führte im allgemeines die bisherigen Bestimmungen aus. . Dr. Schumpeter, lebhaft akklamierk, entschulbiB^. sein verspätetes Kommen und teilte mit, baß der Streik der! Eisenbahner so gut als beendet sei. Auch die momentane»} . wirtschaftliche Lage bilde trotz aller Schwierigkeitertz. keinen Anlaß zu Beunruhigung. Es müsse gv-1 .. trachtet werden, die Ausgaben und Einnahmen der Staate»^ , -in ein gesundes Verhältnis zu bringen. Wir müssen trachten, den Wert unserer Kro-Ztzj zu stabilisieren und ihn wieder auf die. normale Höhej zu bringen. Die Vermögensabgabe bedeutet Un»! sere Rettung, wenn damit die Schulden getilrgFi werden, und nur zu diesem Zweck d arf 'sie! .... verwendet werden. (Beifall.) Wir werden hierzu auchj .. die Kriegsanleihe dienstbar machen, und ich hoffe, datzj es auf diese Weise möglich sein wird, in absehbarer Zeit! unsere wirtschaftliche Lage gesünder zu ge.-! st alten. Repressalien wollen wir keine anwenden. . Wir wollen vor allem ein gesundes KreditsystMI schaffen, um Handel und Industrie zu heben. Es soll' kleineren Leuten möglich sein, die Steuern eventuell in,' einige« Jahren zurückzuzahlcn, nur sie jetzt nicht ollen Kapitals zu entblößen. Ein diesbezügliches Gesetz Wirt -ausgearbeitet und dürste Jhnerr iu zwei bis drei Wocheni vorgelcgt werden. ' Dasselbe früher herauszubringen, ist bei den zu köfenhtwj Schwierigkeiten nicht möglich. D'r. Schumpeter sprach' die'.' Hoffnung aus, daß sich das Wirtschaftsleben Deutschostei>} reichs bald wieder heben werde, wozu -die. Vermögensabgabe.^ als Tilgungsmittel der Schuldenlast wesentlich beitragen toerbeJ Mit der Warnung, den Kops nicht zu - verlieren uut j diese letzten Tage des Elends noch dirrchzuhalten,j - schloß Dr. Schumpeter seine Ausführungen, die große«! Beifall auslösten. K ■. >J ■neanaananaMHi --' nachfolgenden Jahre erlangen. Für die Zulassung zum Studium der Pharmazie genügt das Abgangszeugnis der VI. Gymnasialklafse. Doktoranden, die sich nn laufenden Jahre zur Diplom- Prüftmg melden, wird die schriftliche Arbeit erlassen. Vereinsnachrichten. Zionistisch e B e z i r k s s e k t i o n Landstraße. Ein Komitee, bestehend auS den Herren Dr. Gersunh, Dr. Josef Auerbach und Dr. Emil Stein hatte für Donnerstag den 27. d. M., 6 Uhr, HI., Untere Viaduktgasse 13, die lm UI. Bezirk wohnhaften Mitglieder des zionistischen Zentralveremes imd Jüdischen Nattonalvereines einberusen. Nach einer herzlichen Begrüßung der Versammlungsteilnehmer durch Dr. Auerbach, der auf die großen Errungenschaften des Zionismus hinwies, hielt Dr. Egon Zweig eine.ausführliche Ansprache, in der er durch logische und historische' Darlegung erwies, daß die zionistische und jüdischnationale Bewegung wesensgleich sind und daß ihre bisherige Differenzierung nur auf gesetztechnische, durch dre freiheitliche Entwicklung der jüngsten Zeit überholte Gründe zurückzuführen sei. Die Versammlung beschloß einhellig, die nn Bezirke wohnenden Mitglieder der beiden Organisationen zu emer arbeitskräftigen Bezirkssettion Landstraße zu vereinigen. Vorträge «nd Versammlungen. Die neugegründete „Vereinigung glaubenstreuer jüdischer Mittelschüler^ hält Montag den 31. d. M. um V-5 Uhr im Saale des Hotel Post, I., Flerschmarkt 34, ihre konstltuierende Versammlung ab. Redner »tuet. pbil. Siegfried Schlesinger. Diskussion anschließend. — Montag den 31. d. M., 6 Uhr abends, findet im Somerrainlokal des Cas6 Industriellen, Konkordmplatz 4, die konstituierende Versammlung der Bezirkssettion Innere Stadt der Wiener ziomstischen Ortsgruppe statt. Alle Gesinnungsgenossen werden somit aufgefordert, zuverlässig zu erscheinen. — Verein „Zion", Wien. Samstag den 29. d. M. um 3 Uhr nachmittags wird in unserem Vereinslokal Herr Ing. Fcdor Ack e rmann über: B körperliche Erziehung" vortragcn. — W irisch a f t s tz e r b a n d der Hochschüler Wiens; Med. Rigoroscnsaal, Universität, Uhr abends: Vortrag von Wolfgang Weis! über „Sozialismus und Zionismus".— Die Lese- und R e d e h a l l e jüdischer H o ch s ch ü l e r veranstaltet am Montag den 7., April im großen Saal des Architctten-Vereines einen Vortragsabend Z. F. Finkelstein, der aus eigenen Schriften vorlcsen wird. Außerdem werden aus Schriften desselben vorlesen: Oberregisseur Egon Brecher (m deutscher Sprache) mrd Jakob Mestel, Regisicur der Jüdischen Bühne (in j'ddischer Sprache). Einen einleitenden Vortrag hält Dr. Viktor E. Pordes. — Sozialistische Bereinigung j ü d i s ch e r H o ch s ch ü l e r. Heute. Sonntag, 7,6 Uhr, im Caf6 Fetzer, U., Praterstraße Nr. 8, Diskussionsabend. Thema: „Bürgerlicher, und proletarischer Zionismus". Referent: Dr. W a t t e n b e r g. Gäste willkommen! - Letzte Nachrichten. Der Jüdische Nationalrat in Böhmen. Prag, 28. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Dienstag den 25. d. M. fand hier unter^dem Vorsitz des Herrn Doktor Singer eine erweiterte Präfidialätzung des j ü d i s ch e n Ratio nalrates statt. Herr Herbert v. F u ck s, der Delegierte bei den jüdischen Nationalkonfercnzen, der vor Abschluß der Konferenzen zurückkehren mußte,. erstattete einen Bericht, ans welchem heworgeht, daß die nationalen Forderungen tit den östlichen Ländern weitergebend find als in der Tschecho-Slowakei und Deutschöllerreich. Sodann beuchtet er eingehend über den Gang der Palästinafrage und deren politische Vorbedingungen, worauf Dr. Mar Brod ausführlich über die Audienz beim Präsidenten M a s a r y k berichtete. Bei der Audienz waren anwesend vom Jüduchm Nationalrat Dr. Salomon Lieben für die Or-Kodoxie, Karl F l s ch l für Poale Zion, Profeffor Dc. Alfred Engel für slowakische und Fluch lmgsangelegenhe t n sowie Stt'retär Em l W a l d st e i n. Letzicrer legte die auswärtige Politik des Indi'chen -Na:--.onr.lrates. anssüh l ch dar. Insbesondere wies er auch aus das energische Altttreten des Dr. Lieben bei der allwclilichen Tagung der Orthodoxen in Zürich hm, auf die Bemühungen des Vertreters der jüdischen Sozialisten Herrn Rudolf 5k o h u bei der internationalen Sozialistenkonferenz iu Ber«, auf dizj Tätigkeit des Herrn Dr. Hugo B erg mann in der Schwei i und Leo Hermanns in London. Der Präsident zeigte sich über btc Information sehr erfreut. — Dann kam die Rede ans die mnerl politischen Postulate. Der Präsident steht sowohl m der Frage der De'! mokratie der Kultusgemeinde wie auch des Vertretungsrechtes der! jüdischen Nation in der Nationalversammlung auf d e m f e l b e « Standpunkt, ttvie dieZionisten. Den breiteste«, Raum in der Audienz, die fast eine Stunde dauerte,, «ahmen aktuelle Beschwerden ein: Die Situation i» d e r Slowakei, der Bovkott gegen alles! Jüdische, die unwahrhaste Preßhetze, die u n m e n s ch-- licheBehandlungder Flüchtlinge, Uebergriffegegen jüdische Staatsbürger, Panikstimmung unten den Juden in Prag, Befürchttmgen wegen de§. nahen Pasiahfelles. Konkrete Vorschläge zur Abhilfe versprach der Präsident zn .prüfen und betonte nochmals, daß er in der ihm wohlbekannten Politik des Jüdischen Nationalrates! die beste Gewähr für die Zukunft sehe. Hierauf berichtete Präsident Dr. Singer über die überaus erfolgreich verlaufene Tagung:' der j ü d i f ch e n B o l k s r ü t e i n B r ü n n, die neuerlich! den Beweis erbracht habe, daß die mährische Judenschall ge--^' schlossm hinter dem Nationalrat stehe. Der Nationalrat erfreue - sich in Mähren einer außerordentlichen Popularität.Nach Et^v. örterung von verschiedenen Tagesfragen und politischen Maß-' nahmen fiir die nächste Zeit wurde die Sitzung geschlossen^ Die tschechischen Kommunisten. Prag» 28. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg",) Die «afe tschechische Kom m u nistenpartei versendet einen Aufruf in welchem sie ihren Standpunkt zur Demokratie felllegt. In de« Aufruf heißt es: „Wir lehnen jedes Kompromiß mit den bürgev-; lichen Parteien ab und beabsichtigen nicht, diesen StandvMtt zw verlaßen, so lange unsere Republik nicht von Bolksbeauftraatest! gerecht beherrscht werden wird. Allerdings unterscheidet sich unsere Taktik von der der russischen Genossen. Der gesamte Boden gehört dem Volk, der gesamte Handel, die gesamte Industrie den Arbettern in den Städten. Wir erklären das Privateigentum als Gemeingut aller Menschen, von deffm Ertrag alle Menschen leben müssm und darum müssm alle arbeiten. ,f Einfalt ungarischer Kommunistischer Truppe«? in Deutsch-Westungarn. Im Zusammenhang mit der seit der zweiten Revolutiou gtt* ’' nehmenden Bedeutung der w e st u n g a r i s ch e n Frage und der wachsenden Spannung zwischen Ungarn und dertschecho-. slowakischen Republik drangen ungarische k o m m u n ist i s chp Truppenteile in Deutsch-Westungarn ein. Es kam zwischen ihnen und der Bevölkerung, die sich dem ElNmarsch widersetzte, zu h es tig en Zusamm en sto ß en. in deren Verlauf m den Ortschaften, die den Schauplatz der Kämpfe bildeten, zahlreiche Häuser eingeäschert wurden. Die kommunistischen Truppen wurden zurückgedrängt. In ganz' Westungarn herrscht infolge dieser Ereignisse große Erregung, die infolge der unklaren Haltung der ungarischen Regierung noch ge-- steigert wird. Gestern traf eine Abordnung aus Deu sch-Westungarn in Wien ein, die sich zum Staatssekretär dds Aeußmiv Dr. Otto Bauer begab, um ihn über diese Vorfälle zu unterrichten. Staatssekretär Dr. Otto Bauer empsing die Abordnung und nahm ihre Ausführungen zur Kenntnis. Die Budapester Rennplätze — Gärten. . Budapest, 28. März. (Ung. Tel.-Korr.-Bnr.) Der „Magparorlzag" meldet: Da im Proletaricrstaat Pferderennen nicht mehr stattfinden, werden sowohl die alte Rennbahn an der Arenastraße als auch die neue Rennbahn der Kerepeserstraße für Zwecke der G a r t e n w i r t s ch a s t verwendet werden. Dre. Nebernahme der genannten Rennplätze hat bereits heute stattgejunden. Handelsnachrichten aus Tschechien. Prag, 28. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Die Eisenhütte „S i l e s i a" beantragt 14 Prozent Dividende. (Im Vorjahr 21 Prozent. — Am 26. d. M. fand in der B ö h m isch e n U n i o n b a n k in Prag die konstituierende Genermversammlung der Union, Textilindustrie und Drucksabrik A. G. >n Prag statt, welbe das Unternehmen der, Firma Hemrich Meyer L S o h n in K 5. n i g i n- I) o s ö. E. übernimmt. Präsident , des Unternehmens! ist Paul S ch i ck iu Prag. Vizepräsident Direktor Eduard S-tn tz m Prag. . n