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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-28 · Heft 69 (28.3.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 69 (28.3.1919)
Date
1919-03-28
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Men, Freitag Wiener Morgenzeitung 28. Mär- 1919 Die englischen Bergarbeiter fügen fich. London, 27. März. (Reuter.) Amtlich wird gemeldet, daß die Beraarbeiterkonferenz beschlossen hat, ihren Mitgliedern die A rinähme des Berichtes der Kohle nkommiffion und Abstimmung unter de» Arbeitern über diese Frage zu empfehlen. Die Ernährung. DieLebensmittelversorgung Deutschösterreichs. Schwierigkeiten des Nachschubes. Paris, 27. März. (Tel.'Komv.l Der fran'ösifche drahtlose Dienst gibt eme amtliche Meldung aus Rom weiter, in der es heißt, die Versorgung Deutschösterreichs bereite Italien selbst Schwierigkeiten, da Italien den Auftrag erhalten habe, diese Gegenden mit Nahrungsmitteln zu versehen, die in Triest und Fiume liegen. Wenn diese Vorräte erschöpft sind, soll Italien die weitere Versorgung übernehmen, indem es seine Transportmittel für die Befordemng zur Verfügung stellt. Es handelt sich um den Transport von durchschnittlich 45.000Tonnen Lebensmittel, die sämtlich nach Deutschößerreich gesendet werden sollen. Dies« Transporte werden Voraussicht! ch einen großen Test der Schifft und Eisenbahnen beanipruchen, die Italien für seine eigene Versorgung braucht. Jialien wird daher verlangen, daß die Nahmngsmuiel wenigstens teilweise auf anderem Wege befördert werden und will vorschlagen, den Weg von Genna über den Brenner durch die Schweiz zu nehmen. Der Marktbericht. Die Eintönigkett der Märke wurde Heute durch eine Eierausgabe und die teilweise Abgabe von Rindstetsch unterbrochen. In der Großmarkthalle reichten die für den gestngen Verkauf ausgegebrnen Mengen an Rindfleisch zur Deckung des rayomerteu Bedarfes vollkommen aus. Außer Rindfleisch gab es aber nur eme ganz geringfügige Menge von Würsten. Der Genügelmarkr blieb wieder ganz ohne Zuiuhren. Auf dem Frickimarkte kamen nur 300 Kilogramm gewäsierter und getrockneter Klippfische zum Verkauft, bte außerordentlich stark begehrt warm, was wohl der brsie Beweis dafür ist, daß die Not an Lebensmitteln den Höhepunkt erreicht hat. Diese Fi'che waren noch vor Jahresfrist — damals kosteten sie etwas mehr als K 1.— pro Kilogramm — fast unverkäusiich. Die Grimwarenmärkte waren mit Rüben ausreichend Der* scheu. Ans Mähren kamen heute auch Kohlrüben, die sehr begehrt waren. Gärtnererzeugnisfe, Spmat und selbst Spinatersatz sind sAten zu haben. Kartoffelalbaabe. Samstag, Montag Md Dienstag werden Kartoffeln im l., H., Hl.. IV,, Vif., VIII., XVIU. und XIX. Bezirk, und zwar ein halbes Kilogramm für den Kopf, abgegeben. Abgetrcnnt wird der Abschnitt k der Kartofftlkarte samt allen vorhergehenden Abschnitten. Erhöhung der Saecharinpreife. Mit einer heute zur Verlautbarung gklangten Kundmachung des Staatsannes der Finanzen wird eine Preiserhöhung für die Erzeugnisse desSüßstoffmonopols verlauchart. Verglichen mit den neuen Zuckerprellen sind dre künstlichen Süßstoffe in Hinkunft mn zirka 50 Prozent billiger als die gleichwertigen Zuckermengen. Der neue Verschleißtarif bringt auch zwe neue für den Emzelbaushalt berechnete Packungen zurEmfühung (Kristalle zu 17* Gramm un Zucknwerte von 660 Gmmm Zucker und Tabletten zu 100 Stück m Zuckerwerte von 770 Gramm). W. I. W. Heute Freitag von 9 bis 7,12 Uhr vormittags S bis Z, von 3 bis 7,6 Uhr nachmittags X bis R, Samstag den 29. d. M. von 9 bis 7-12 Uhr vormittags A bis J. Warenabgabe der „Ro^ö". Heute Freitag, Zenttalmagazm (VW., Plansten gaffe 19): Elsig, Salz. Paprika, Kümmel, Zwiebel, Knoblauch, Toiletteikift und DLcraemüfe, von 9 bis 12 Uhr. — Zur selben Zeit Abgabe folgender Artikel: I. Bezirk: Tocketteseife und D verftS.!!., Hl., IV., IX., X.. XII., XIII., XVII., XVIU. unb XIX.Bezirk: Rahonierje Waren, bestehend aus Reis auf Marke Nr. 18 und Marmelade ans Marke Nr. 43. — XXI. Bezirk: Salz, Näh w rn, Sardellen Md Dörrgemüse, von 2 bis 4 Uhr. Abgabe von RetS und Marmelade erst Freitag dm 4. Apnl. Bühne und Kunst. Aus den Konzerte«. Marianne Lederer zeigte schon in der Wahl des Programms für ihren Klavierabend guten Geschmack. Friedcmann- Bachs berühmtes Orgelkonzert in V moll in der Klavierbearbtilttng von Stradal und die zweite Sonate von Brahms sind Prüssteine für tiefe Kunstausfassung und entfernm sich mit ihrem Gehalt von landläufigen Pianlstmdarbietungen. Die Komertgeberin hatte Gelegmheit, in beiden Stückm ihre wohl durchgeb,idete Technik und chr weitgehendes musikalisches Verständnis beifällig anerkannt 3» sehen. Auch der restliche Teil des Programms, ihre Bearbeitungen von Haydn'schen Stückm sowie zwei Idyllen von Egon Wellesz und eine' amerikanische Konzrrtparaphcase über den „Donauwalzer* fand künstl-risch wirkungsvolle und erfolgreiche Ausführung. — Ein L">derabend Hermann W i e bemann s, des Bantonistm der Oper, wurde in der Wirkung durch die Starre des VortragS beeinträchtigt. Der Künstler scheint auch im Konzertsaal die finstere Alberichmlme nicht ableaen zu wollen, wo ihm sein schönes Organ Md die kultivierte Geiangskunst sonst uneingeschränktes Lob sichern würden. — Angela K e s s i s s o g l > u hat seinem Konzert mit Orchester einige Klavirrabmde folgen lallen. Der letzte war modemm Kamvovisten eingeräumt. Wir hörten Klavierstücke von. Ipftf Marx. Ravel Md Debuffe, m denm die immer noch mrttrosmhatt point erte Manier des Pianisten sich als leicht verhüllmder Schleier erwies, unter dem wertvolleres musikalisches Gut verborgen liegt. Kessissoglm hat, nach Besuch und Beifall zu schließen, in Wim schon zahlreiche Anhänger gewonnm. — Die Erkrankung Pros.GrümmerS nöugte beim viertmKammermusikabmd Ferdinand L 8 n» e S zur Beistellung eines Ersatzes, der in Hugo Kreisler bald gesundm war. Der Zusammen' klang tzes ehemaligen Originale- Löwe Busch—Grümmer war m der doppelt veränderten Zusammensetzung wohl nicht zu erreichen, doch verbanden sich auch Iankovich und Kreisler >m k-Our. Trio von Psitzner und im Trio op. 8? von Brahms mit der Führeruatur Löwrs zu bestem Gelingen. Vr. kü. Dichter als Verleger. Wir werden mit Abdruck folgenden Aufrufes erstecht: Noch ist der D'chter. der Dmker in der Hand des Kapitals. Noch entscheidet über Druck und B^rbrr^nng ersta-rtes Alker, persönliche Voreingenommmheit der Verle« , -der Diinkel ich-besangener Herausaeber. Junge Dichter sielui, ehe sie ihr Wort sahen, verhungerten. bl nd geopfert, ehe man sie sehen wollte, niemand gab ihnen das Lebensmittel: Geld für chre guten Worte. Wir wollen jede neue gute Stimme, fotoctc unsere Kräfte reichen, schallend machen. Wir: Gmoffm. Kameraden, Brüder, wollm rn allen sprechen, sagen, bekennen, waS wir sind, was wir fühlen und dmken. Wir wollm weder ausoedcutet werden, noch Ausbeuter fein. Der Ertrag aus den Büchern der Klassiker, der großen Toten aller Zeiten, dark nicht Geschäftsleuten. Büchermachern, vor allem Neuen aufs Nme verlegmm Verlegern zustromm, sondern den Erben der verganpmm Dtchter» dm lebenden, kommenden Dichtern: uns und unftreSgleichen. Das Wort muß frei werden. Gemeinbesitz aller. Untere Arbeit gehört der Menschheit. Der von nnS Gefährten yerwnkl'chte Genoffm'cha'tSverlag stellt die Dichter endlich in die Reihe d e r A r b e i t e r: die Ernte aus ihren Werken dient nicht mehr dem Wucher der Zwischenhändler, sondern dem Lebensunterhalt der Mitschaffendm. Wer reine Hände hat, stehe zn nns! Für den Gmosimschaftsverlag Wien: Alfted Adler, Albert Ehr enstein, Fritz Lamvl, Jakob Mormo Leyy, Hugo Sonnenschein, Franz Werfel. Die Sszialifierung ker literarischen Werke in Antzlanv. Nack» emein Berichte des Korrespondenten deS „Manchester Guardian* in Archangelsk haben d e Bolschewiken die We'ke der verstorbenen russischen Schriftsteller sozialisiert. Die Sozia! sicrung besteht dann, daß den Erbm die Urheberrechte zugunsten des Staates weggenommen werdm. so daß der Staat zahlreiche Ansgabm der Verte dieser Schriftsteller veranstal'en und sie zu sehr niedrigen Prellen in Verkehr bringen kann. Bezügl ch der Werke Tolstois, der selbst auf seine Urheberrechte verzichtete, begnügt man sich damit, eine sehr billige Ausgabe seiner Werke zu subventionieren. Das Abkommen hierüber wird mit Ttchrrtkow abgeschloffen. Die Werke Puschkins, Turgeniews, Dostojewskis. Gogols usw. wu'den auf gleiche Weise sozialisiert. Vor dem Kriege waren säm licbe Werke des derübmtm russischen Schriftstellers Kliuschewski nur um 65 Rubel zu habm. Die Dol'chewikm haben eine Nm-msgabe seiner Werk«- veranstaltet, vro Band m 8 Mihrl. Das ftan'ösische Blatt „Populaire*. welches diese Mitteilungen deS „Manchester Guard-an* bespricht, bemerkt h ezu: Die Vorteile dieses VorgchevS sind klar. Dieft Maßnahme bei unS im Westen angrwendet. würde von allen Fmmden der Literatur überaus begrüßt werden. Sie würde nur dm Erben der oroßen Männer, allen jmen, die im Schatten der Statuen lebm, Abbruch tun. Ans den Theatern. In d-r V o l k s o v e r gastiert Klam Musil hmte als Rosine ,n Rossinis „BarbtervonSevilla*. Im zweiten Att singt die Künstlmm als Emlape dm Frühlnasst mmenwllzer von Johann Strauß. Die Vorstellung beginnt um 7*5 und endet gegen 7 Uhr. Die Deutschösterreichische Bühne bringt Samstag den 29. d. M. am Inttm'n Theater das vierakt'ge Schausviel „S t a a t s a n w a l t A l.t y o n b t r* von Karl Schüler mr Erst'i.siührmig. Im Theater inderIosesstadt wird nächsten Samstag, nachmittags 2 Uhr, daß Schauspiel „Die Kamelimdame* mit Manetta Weber i» der Titelrolle gegeben. Da Emst v. D o h n a n h i wegen Reiftschnierigkeitm nicht nach Wim kommen kann, muß das Programm des achten Abonnementkonzertes deS Wiener TonkünftlerorchesterS. welches unter LeUMg Oskar Nedbals Donnerstag dm 3. Avril, abends 7,6 Uhr. i« großm Musikvereinssaal statrsi^et, geändert werden «nd lautet somit: l.Sttauß: „Aus Ital-eff*. symphonische Dich nng; 8. Strawinski: „F-nerwerk* lersteAusiührung m Wien); 3. Dvorak: Symphonie „'Aus der «eum Welt*. Kammeespiele. ..Hold tri t n*. Szenen aus einem Schicksal in 8 B.ldern von W a l l«r E t d l i y. Der überaus jMge Autor, der vor der Rampe erscheinen durfte, machte einen so bescheidenen. so erfreut ch unbeholftnm Eindruck, daß man 'hm wegen d'kkes Theaterstückes nicht böse sein kann. Eine „Bühnendichtung* im herkömmlichen Sinne ist eS natü'lich N'ckft, daS ist man von früheren Werkm der nmestm Schule schon gewöhnt. ES sind aber nicht einmal nchtige Dialoge und schon gar nicht „Szenen aus einem Schicksal*. Walter Eidlitz kann nicht oder kann noch nicht grstalkm. Aber was von dielm dichtenden Zeitgmosim wobltumd absticht: Er „arbeitet* nicht nach sremdm Vorlagen, hascht nicht nach dem jetzt sehr wirksamen Effekt absoluter Unverständlichkeit Md sprich' seine eigene, mitunter seelenvolle Md von Musik erfüllte Sprache. Hölderlin spricht dm ganzen Abmd von seinen Werken, erlebt bei der Mutter seines Zöglings WertherS Leidm Md verfällt nach dem Tod feiner Gelichtm und nach mannigfachen Wandemngen dem Wahnsinn. Ferdinand O n n ö stattete diese recht vemnglückte Gestalt mit seinen höchsten. Brrzückthettm aus, Frau Enka v. Wagner sprach edel und anmittig Md Marianne R u b siel als Bettina Brmtatto sehr angmehm aut. Von dm übrigm Darstellem sind Jmny Werner, Hedwig Keller und Aurel Nowotny besonders z« lodm. Der Amor wurde zum Schluß von seinm Anhängem sehr oft gerufen. 0. A. Ferdinand Lö«e — Direktor der Mnfik« akademie. Gestern vormittags fand eine Vollversammlung des Lehrkörpers der Musikakademie st-ttt, i» welcher Direktor Bopv dm Erlaß des StaatsamteS für Unterricht zur Kenntnis der Versammlung brachte, der die imerimlUche Leitung der Musikakademie dem Direktor. Md vier Vertretern der Fachgrnvvm übertrug. Die Wahl der Fgchgrupvm siel ausProlelsor Dr.MarxiThror>eünd Musikwisienschaftf, Profeffor Haböck (Gesana imd darstellende Kmst7 Professor ProhaSka (Klavier Md Orgel) und Pro» ftffor S t w e r t k a (Orchesterinst'umente) als ihre. Vertreter. Bei der Wahl erklärte sich die Majorität des Lehrkörpers nach ausführlicher Debatte gegen ein weiteres Verbleiben Direktor Bopvs an der Anstalt. Der Vorschlag, Ferdinand Lowe zum Direktor der Anstalt -u wählen und als Vertraumsmann des Lehrkörpers der Musikakademie dem Slaarsamt für Unterricht für die Leitung der Anstalt vorzillchlagen. wurde mit allen gegen eine Stimme zum Beschlüsse erhoben. Bon den hofLrarifchen Vühnen. E ner AnregMg folgend, teilt die Verwaltung des HosärarS mit, daß den S a i s o n a b o n n e n t e n für die Zeit vom 15. M a i b i S 1. O k t v b e v das Vorverkauf-recht auf ihre Logen Md Sitze unter dm üblichen Modalilätm eingeräumt wird. Der kleine Wundergelger Stephan Portos erkrankt. W't aus Budapest gemeldet wird, ist der Neine Wundergeiger Stephan P a r t o s, der sich in Holland auf einem Konzerttournee befand, schwer erlkankt. . Die Eltern des kleinen Nr. 69 Künstlers verständigten ihre Bndavester Angehörigen, daß bei Zustand des schwachen Wunderkindes Bedeilken erregt, lieber bii Natur der Krankheit wurde nichts gemeldet. Ein neuer Roman von Max Droh, BrodS neue» Roman „Das große 'Wagnis* (K 16.50' darf mit Recht all Bods iüdlschesti's Buch angesprochen werden, denn es behandel den Aufbruch der Jugend nach Pilästma, durch Greuel vor Krieg und Revolution hindurch. 9kamm!l>ch die letzten Selter des BucheS werden von der Jugend mit Bege'ste'ung.auf genommen werdm. Sie enchal'm geradezu Brods Progranm e'ner Iugmdbewcgnng. W"' H'rzls „Altneuland* wird d'eftSBull über die Stunde h'yaus Recht behalten und Erfüllung künden. Vorrätig bei R. Löwtt, Wim, l.. Notmwriustrgße 22. Gerichtssaal. Ein siebzehnjähriger Räuber. Zu vier Jahren Kerker verurteilt. Karl Kaiser ist 17 Jahre alt und war bis vor einen Jahre in einem Bureau anyestellt. Schon im Jahre 1918 machte c sich eines Familiendiebstabls schuldig und entfloh aus dem Eltern Haus. Die Eltem unterließen eme Anznge. Das Stillschweiger seiner Eltern ermutigte ihn zu werteren Taten. Er tvtcb sich cm den Bahnhöfen herum, stahl bei Gelegmheit und handelte me Schluckiwaren. Am 18. Jänner d. I. erschien Kaiser be seiner Großmutter, verlangte von ihr Geld und unterstützt: kein Verlangen mit einem geladenen Revolver Als die Großmutter seiner Drohung zögernb nachkam imd einer günstigen Augenblick benützend, ikm den Revolver enttiß, w a r sie der Enkel zu Boden und würgte fi. Auf ihr« H lferuft eilten Nachbam herbei, woram d e Festnehmuns des Kaiser erfolgte. B^r dem Schwurgerichte unter VorsitZ' ^6 OberlandesgenchkSrates Dr. A l t m a n n war gestern Kau^ geständig und zeigte tiefe Reue. Die Gekchwornen (Obmaur Ioftf K r a u t w u r st) bejahten einstimmig die vier Schuld frage« auf Raub, worauf der Gerichtshof dm Angeklagten zr vier Jahren schweren Kerker verurteilte. Dr' NntersuchMgshaft wurde ihm eingerechnet. Der Volkswirt. Die Einlösung der Aprilfiilligkeite» nnt die Notenabstempelung. DaS deutschösterreichifche Staatsamt für Finanzen ha! hierüber folgende wichtige Kundmachung crlgsscu: Die von der deutschösterreichischen Regierung angestrebt« Einigung zwischen den auf dem Gebiete des ehemaligen Oestev reich best.ehenden Nationalstaaten über die einstweilige. füliuNg der Verbindlichkeiten aus der allgemeinen und deösterretchisckien Staatsschuld bis zur endgültigen Auseinandev setzung ist bisher noch nicht zustandegekommen. Die Bezahlun§ der Zinsen- und Kapitalsfälligkeiten dieser Staatsschuld ev folgte seit November vorige» Jahres aus gewissen gemeinsame» Mitteln, über welche die deutschösterreichisch« Finaniverwaltung verfügt. Da solche Mittel in noch hinreichendem Ausmaß vorhanden sind, werden auch die am 1. April d. I. fälliger Zty.sen - und Kapitalsbeträge der allgemeiner und der österreichischen Staatsschuld noch vol. zur Auszahlung ^gelangen, und zwar, insoweit es sich um Gäldgukden und Markfälliokeiten handelt, nach dem auf Grurck d«S 8 2 der kaiserlichen Verordnung vom 20. März 1915 R.-G.-Bl. Nr. 69, festgesetzten Umrechnungsmaßstabe vo» 100 Franken (40 Goldgulden) --- 100 Kronen M Heller beziehungsweise 100 Mark ----- 124 Kronen. Am 1. Aprv d. I. werden fällig: Zinsen der ersten 5r/zproz. öfter' reichischen Kriegsanleihe, der b^/Iproz. amortisablen Staatsanleihe der sechsten österreichischen Kriegsanleihe, der 4,2proz einheitlichen Silderrente, der 4proz. österreichischen Gold reute, der 4proz. Elisabeth-Bahn-MarkprioritätsobligaLionel! vom Jahre 1883, der 4proz. Markprioritätsobligationen de' Rndolf-Bahn vom Jahre 1884, der 4proz. SilbcrprioritätSohltgationen der Franz Joseph-Bahn, der 4proz. Silbev priottstätsobligationen der Rudolf-Bahn, der 4proz. Silbev Prioritätsobligationen der österreichischm Norbwestbahn von Jahre 1885 und der 4proz. Prioritätsobligationen de? Ferdinands-Nordbahn vom Jahre 1891 sowie die zur RM Zahlung, per, 1. April d. I. verlosten Schnldverschreibunge» der österreichischen Staatsschuld, das ist oer 4proz. Elisabeth' Bahn-Markpridritätsobligationen vom Jahre 1883, der 4proz Markprioritütsobligationen der Rudolf-Bahn vom Jahre 1684 der 4pröz. SilberprioritätSobllgationen der Rudolf-Bahn unk der 4proz. Silberprioritätsobligationen der Ocsterreichtscher Nordwestbahn vom Jahre 1885. Infolge der mit der VollzugSanweisMig deS Siaatsamftk der Finanzen vom 27. Februar 1919, St.-G.-Bl. Nr. 152 verfügten Kennzeichnung der für den Umlauf in Deutschöstev ryich bestimmten Noten der Oesterreichl ch-ungaiischen Bank ergib ,ich die Frage, in welchem Umfang die bezeichneten Verbindlich leiten in deutschösterreichisch gestempelten, beziehungsweise i» ungestempelten Noten der Oesterreichisch-ungarischen Bank z» erfüllen sind. In dieser Beziehung wurden. folgende Vev sügungen getroffen: In dem von anderen Staaten nicht besetzten Gebie> Deutschösterreichs werden hie am 1. April 1919 fälligen Zinsen und Kapiialsbeträge der allgemeinen und der österreichischen Staatsschuld nur dann in deutschösterrer chisch gestempelten Noten ausbezahlt werden, wen» gleichzeitig mit den fälligen ZinSscheinen oder verlosten Schuld- Verschreibungen, beziehungsweise bei vinkulierten Wertpapiere» gleichzeitig mit dem Dokument (Quittung, ZinsenzahlungH bogen), auf Grund dessen die Auszahlung zu erfolgen hat eine schriftliche Erklärung nach Muster A über reicht wird, in welcher bestätigt wird: 1. Daß sich die betreffenden Schuldverschreibungen im Zeitpunkt der Einreichunf und bereits feit 1. März 1919 im Eigentum eines deutschösterreichischen Staatsbürgers befinden: 2. daß dieser Eigentümer seinen ordentlichen Wohnsitz (Sitz), beziehungsweise dauernden Aufenthalt innerhalb des von anddren Staatev nicht besetzten Gebietes DeutschösterretchS hat; 3. daß btefei Eigentümer weder im Gebiet eines anderen auf den« Boder des ehemaligen Oesterreich bestehenden Nationalstaates noch in dem von anderen Staaten besetzten Gebiete Deut'>"östevreichs eine Bttriebsuntyrnehn'ung, Nicd. rlassung od-.r ur.beweg« liches Vermögen besitzt. Diese Erklärung ist vom Eigentümer der Schuldverschreioungen unter Angabe seiner Adresse oder in hem Falle, als der Eigentümer die fälligen Zinöscheine o'e- * ■■■' ' - ^"ittunaen usw nicht selbst einreicht, vom Emrelcher (gesetzlichen Vertreter Machthaber, ZinsenbezugSberechtigten, Boten usw.) unter Angabe. seiner Adresse und deS Namens und der Adresse deS Eigen tümerS leserlich zu unterfertigen. Die Stellen, welche am l. April ISIS fällige Zinse» oder verloste Wertpapiere auszahlen, ankciufen odet zilnr Inkasso übernehmen, haben die $ b e it 111 ä l des Einreichers. welcher fidj zu legitimieren hat, zu Prüfen

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