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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-28 · Heft 69 (28.3.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 69 (28.3.1919)
Date
1919-03-28
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Sk. 69 Wien, Freitag und;bic Vornahme dieser Prüfung auf - der Erklärung zu bestätigen. B a n k e n, Sparkassen und Kredites e n o s s e n s ch a ften können fällige Zmsscheine. und verloste Wertpapiere aus den Lei ihnen verwahrten Kundendepots, insoweit sie über die oben unter Zahl 1. bis 3. bezeichneten Verhältnisse, der Eigentümer, der. Wertpapiere .verläßliche Kenntnis haben, kumpla 1 ib mit einer Erklärung nach Muster B zur Einlösung in deutschösterreichisch gestempelten Noten /einreichen, haben jedoch über. Derlangen der Staatsschuldenverwaltung individuelle Erklärungen der Eigentümer nach (Muster A Ü. a D zu tragen., Die staatlichen Kassen und/ Aeni'ter sind ermächtigt.,die Zahlung der Lei ihnen angewiesene«) am 1. April d. I. fällig werdenden Zinsen aus auf Namen lautenden (vinkuliertcn) Schuldverschreibungen der allgemeinen und der österreichischen Staatsschuld ohne Vorlage, esner nach Muster A ausgefertigten Erklärung in deutschösterreichisch gestempelten Noten dann zu leisten, wenn die oben unter Zahl 1 bis 8 bezeichneten Voraussetzungen bei hem Eigentümer, beziehungsweise beim Bezugsberechtigten der Schuldverschreibungen (also beim Dorliegcu eines Vollmachtsberhäktuisses beim Machtgeber) nach den der Kasse (dem-Amte) bekannten Umständen unzweifelhaft gegeben sind. .* Wer in den oberwähnten Erklärungen (Muster A und B) unwahre. Angaben'-macht, hierzu anstiftet, dabei mitwirkt oder mithilft, wirb nach einer gleichzeitig -kundgemachten Vollzugsanweisung, soferne nicht nach den strafgesetzlichen Bestimmungen eine strengere Bestrafung eintritt, mit Geldstrafen bis zu 20.000 Kronen oder mit Arrest biszu sechs Monaten von den politischen Behörden bestraft. * -j Wenn bei -den -Eigentümern, beziehungsweise Bezugsberechtigten der betreffenden Schuldverschreibungen zwar die oben unter Zahl 1 und 2 angeführten Voraussetzungen, nicht aber auch die unter Zahl 8 angeführte Voraussetzung zutrifftso kann ihm über ein entsprechend motiviertes, stempelfreies schriftliches Ansuchen bei der Direktion der Staatsschuld- Ln Wien, 1. Bezirk, Singerstraße 17, die Auszahlung desjenigen Teiles des Gegenwertes der ihm> gehörigen fälligen Zinsscheine, beziehungsweise Schuldverschreibungen in deutschösterreichisch gestempelten Noten bewilligt werden, welcher dem im nichtbesetzten Gebiet Deutschösterrekchs gelegenen Teil seines Ge^amtvermögens entspricht. Der Nest des Gegenwertes wird in ungestempelten Noten der Ocsterreichisch - ungarischen Bank ausbezahlt werden. Die Entscheidung der Direktion der Staatsschuld, welche hierbei (in entgegenkommender Weise auf volkswirtschaftliche Interessen Bedacht nehmen wird, erfolgt nach freiem Ermessen und kann durch ein Rechtsmittel nicht angefochten .werden; Werdey am 1. April 1919 fällige Zinsscheine oder verloste Schuldverschreibungen ohne die oberwähnten Erklärungen zur Einlösung überreicht oder begehrt der Bezugsberechtigte bei vinkulierten Obligationen die Auszahlung der fälligen Beträge, ohne eine solche Erklärung beizubringcn, so! wird die Einlösung, beziehungsweise Auszahlung in ungestempelten Noten der Oesterreich isch-ungarischen Bank erfolgen. , Dis bestehenden Vorschriften über die Einlösung, beziehungsweise den Ankauf fälliger Zinsscheine und verloster Schuldverschreibungen der allgemeinen und österreichischen Staatsschuld im neutralen oder befreundeten Ausland werden int übrigen für den Fälligkeitstermin 1. April 1919 u nv e r ä n d e r t anfrechterhalten. Erklärung. Um die Bezahlung der Zinsen (Coupons) des Fälligkeitstermins 1. April 1919 von ....... der am 1. April 1919 fälligen verlosten ...... in deutschösterreichisch gestempelten Noten zu erlangen, erkläre ich, 1. daß diese Obligation . . mir . .. . . gehör. . . und bereits seit 1. März 1919 in meinem'. . Besitz sind (ist), -2. daß ich deutschösterreichischer Staatsbürger bin, 3. daß ich meinen ordentlichen Wohnsitz (Sitz), beziehungsweise dauernden Aufenthalt innerhalb des von anderen Staaten nicht besetzten Gebietes Deutschösterreichs habe, 4. daß ich weder in dem Gebiet eines anderen auf dem Boden des ehemaligen Oesterreich bestehenden Nationalstaates noch in dem von anderen Staaten besetzten Gebiet Deutschösterreichs eine Betriebsunternehmung, Niederlassung oder unbewegliches Vermögen besitze.. am ... . 1919. Name .... (leserliche Unterschrift), Adresse .... des Eigentümers. Name .... (leserliche Unterschrift), Adresse . . . . des Einreichers. Identitätsnachweis geprüft I. Zur Beachtung: Wer in obiger Erklärung unwahre Angaben macht, hierzu anstiftet, dabei mitwirkt oder mithllft, wird, ./soweit nicht nach den Bestimmungen des Strafgesetzes eine strengere Bestrafung eintritt, mit Geld bis zu 20.000 Kronen oder mit Arrest bis zu sechs Monaten bestraft. Erklärung.; Um die Bezahlung der Zinsen (Coupons) des Fälligkeitstermins 1. April 1919 von.der am 1. April 1919 fälligen, verlosten ..... in deutschösterreichisch gestempelten Noten zu erlangen, erklären wir, daß diese Schuldverschreibungen bereits seit 1. März 1919 deutschösterreichischen Staatsbürgern gehören, die ihren ordentlichen Wohnsitz (Sitz), beziehungsweise dauernden Aufenthalt innerhalb des von anderen Staaten nicht besetzten Gebietes Deutschösterreichs haben und div weder in dem Gebiet eines anderen auf dem Boden des ehemaligen Oesterreich bestehenden Nationalstaates, noch in dem von anderen Staaten besetzten Gebiet Deutschösterreichs eine Betriebsuntcrnehmung, Niederlassung oder unbewegliches Vermögen besitzen. Wir sind bereit, die von den Eigentümern oder deren gesetzlichen Vertretern eigenhändig unterschriebenen Erklärungen hierülrr vorzulegen. ..... am ... . 1919. Name (Finnazeichnung) Adresse.. Zur Beachtung: Wer in obiger Erklärung unwahre -Angaben macht, hierzu anstiftet, dabei mitwirkt oder mithilft, wird, soweit iricht nach den Bestimmungen b«S Strafgesetzes eine strengere Bestrafung eintritt, mit Gelb bis zu 20.000 , Kronen oder mit Arrest bis zu sechs Monaten bestraft. Die Regierungsvorlage über die Kreditoperationen. Die von der Regierung gestern eingebrachte Vorlage Über die Kreditoperationen enthält Bestimmungen betreffs verschiedene Arten, .vpn zu emittierenden deutschösterreichlschen Staats» a n l e i h e n, über deren B e r w e n d « n g und T i l g u n g. Die Vorlage lautet: 81. Der Staatssekretär der Finanzen ist ermächtigt, 1.. Geldbeträae, welche anläßlich der Kennzeichnung der für den Umlauf m Dem'chösterreich bestimmten Banknote» der Ocsterrelchlsch-migarischen Bank m die Staatskassen emfließen, zur Verzinsung zu iibernrhmen und zu dieseur Zwecke auch bet» z i n s l i ch e S t a a t S s ch a tz s ch e i n e mit h ö ch st e n s e i n j ä h r i g e r tz a u f z e i t auszugeben., 2. Zum Zwecke der Beschaffung ausländischer Zahlungsmittel für die Bezahlung von Lebensmittelbezügen aus dein Auslände ein Anlehen in Teilschuldverschresinmaen bis zum Gesamtbetragevon30Mrllio n e n D o l l a r oder bis zu emem nach der Goldparität gleichen Betrage m einer anderen ausländischen Währung aufzunehmen, zur Sicherstellung dieses Anlchcns einen angemessenen Test des mtf dem Gebiete Dentschosterreichs gelegenen unbeweglichen Staatseigentums zu verpfänden und nu Bedarfsfälle die etwa auf dieses Staatseigentum sichergestellten An- Wiener Morgenzeitung leben des bestandenen österreichischen Staates vorbehaltlich des Rückgriffsrechtes gegen die' ü b r i g e n a n f dem Gebiete des ehe mm l i g e tt Oesterr eich bestehenden Staaten zur R ü ckzahl an g zn bringen. H 3. Insoweit .die Berweudnng des E'loses von Kreditoverationen nicht durch besondere gesetzliche Bestimmungen festgesetzt ist, kann der Staatssekretärdev F'nanzen den El öS langfristiger Anleihen zur Leistung - von A bstattungen auf den erst noch s e st z u-ft-el l en d en Anteil des Staates Deutschösterreich •, am den S t aatsschulden Oesterreichs ' geaen Anrechnun dieser Leistung bei der Änsemaudersttzimg'mit den andern auf dem Gebiete Oesterre'chS befiebmden Nationalstaaten verwenden. DerE'- lös kurzsrrst'aer Anlechen kann uMer der gleichen Voraussetzung bei der Oesterreichffch-uNganschen Bank gegen entsprechende Zinsenverrechmmg vrovisorisch erl"gt werden. - ' - Der Markvorschutz Deutschlands. Das vom Staatssekretär. der. Finanzen auf Grund der ihm durch 82, Z. 1. deS Gesetzes vom.27. November 1918. St-G.«Bl. Nr. 74, erteilten E/mächtioimg bei einmr deutschen Bcmkenkanlorsinm gegen Beaebimg von Schatzwechseln 'm Betrage von Millionen M ar k ausgenommcne Anleb"n wird als Vervslichtnng - des Staates Deutschösterreich anerkannt.. Umtausch der Banknoten und Gutscheine. Oist''>ll w'rd verlautbal : Der vorhandene Borrcck an deutschösterreich'tch aestmives'en Banknoten wird, mögliche'weist in den leiden Tagen der Umtaiischsrist .bl manchen Um'am4stellen nicht a ik K r e i ch e n. um die.noch in Händen .der Bevölkerung befindlichen Beträge <nt .nna>'siemp''l.ten Banknote» sostrt Zug um 'lug iriil'M'ii'chen. Dieser Nebelstand. ist stis? .dgranf. znrückznstib''en, ,dgß die der S'empftma zu iinter/rsth-nden Banknoten nur glkmäblich ein st-egen und d.odn'-ch .auch, der S.'einvelalsidrnck ,"'ne Bemögernng el"'det. teils sind es. die mißlichen Berkebrsverbältnisle, welche die Abwicklung der No^enve'.stndnnaen und die rechtzeitige Dotierung der Umtauschftcllen ungünstig beeinflußten. Eine Schädigung des Pnl'l'kmns wird fieb ober daraus nicht e r a e b e n. dg es inmü(ck, d'e nnaestemvlteu Banknoten vor Allans der Umtanschs"st, ölst lös längstens °9. Wärt, bei d-n Umtniffch stellen e'N'we'chen. Instwlt gestem^l'e Noten nicht in genügender Mm"" vv'banden stnd» um die Parteien sostrt .zn bestied'gen. werden stä n t s ch e i n e auSgestlat, oeam dei-en Abagbe binnen 14 Taoen nach Allans der llmwulchst st die g»9"mvelten Nostn b-babe» w-^di^n sonnen. Zur Be'-m-'dnng aller Schwierigkeiten empfiehlt es stch aber, alle entbeb^lichen Notenbeträge bei Svalassen. Banstn und dergleichen einmleoen. E'ne weitere Bevlänaeruna der llmwnlchfrist ist ausgeschlossen, da die den allpememen Wi''<schgst§verkeb'' schwer beeinträ'chstaenden Grenzsperrverfügungen baldigst aufgehoben werden müffen. D!e Postsparkasse in Bolen. Warsck»mr, 27. März. (Pasn Tel.-Aaentur? Ans Berg'-dnmig des StaatSoberhmlvtes PilludSsi wird am 21. März in Bostn die Postsparkasse zunächst bloß für den Scheckverkebr erahnet werden. In Gll'tien sollen drei Direktionen, nämlich in Lemberg, Nzeszow und Ki-akau, errichtet werden. Eine pro^e jugoslawische Bank. Laibach, 27. Mällf. „Slovenskh Narod" m-ldet aus B e l a r a d: Der „TrgovSki Glasnck" erörtert die Frage der ErrichNmg einer großen jugoslawischen Bank mit H'lst amerikanis che n und iugoslawischen Kapitals, deren Zentrale stch in Amerika und deren Hauptfiliale stch in Belgrad befinden soll. Enorme SteigerunA der deutsche» Kohlenpreise. In einer vor wenigen Tagen abgehaltenen Versammlung der Zechenbesttzer des rheinisch-westfälischen KohlenshndikatS ist der Beschluß gefaßt worden, mit Rückstcht ani die außerordentlich imgÜnstiae Entwicklung der Betriebsverhälmisse im Kohlenbergbau mit Wirkung vom 1. Avril ab dre R'chtvreise ür Kohle um 20 Mark pro Tonne mdlürKoksum 30 Mark pro Tonne zu erhöhen. — Bekanntlich find die Preise vor kurzem um 14.50 Mark pro Tonne der deutschen Kohle nnd 21.50 Mark pro Tonne Koks erhöbt worden. D'e nunmehrige Preiserhöhung steht beispiellos da. Der KohlenvreiS ist auf mehr als daS s Ü n k f a ch e deS Friedenspreises gestiegen. Die logische Folge dieser Verhälwiste ist eine weitere Steigerung der ohnehin abnorm hohen Eisenpreise. Die Koste» des Weltkrieges. Beim» 27. März. (Tel. der,Wc. Morgenztg.") Die Kosten deS Weltkrieges werden in Amerika für die Entente mit 23 Milliarden von 99 Milliarden Bolksvermöqen, stir Deutschland md Oesterreich mit 12'3 bei 25 Milliarden Bolksvennöaen. und die vorausstchtlichen Steuerlasten für England mst 28*3, Frankreich 40, Rußland 45*5. Italien 26. Dmckchland 80*9. Oesterreich-Unaarn M't 48 Prozent der jährlichen Volkseinkommens (in der früheren Monarchie eine Milliarde Piund Sterlmg> berechnet; dabei stnd aber die Schävungm des DolksvermöaenS in Deutschland imd Oesterreich mit 17. beziehungsweise 18 Mrlliarden Pfund »md deS Volkseinkommens mit zwei, bezichungSweise einer Milliarde sehr willkürlich. Die Steuer» in England. London, 27. März. Die überaus hohen Stenern, die dem englischen Volke durch den Krieg anierlegt worden waren, sind aus den S t e u e r e i n k ü n s t e n zu ersehen. Obwohl die Berechnungen zehn Tage vor Abkauf deS Finanzjahres abgeschlvffen worden waren, wurdm die auf 840 M'llivnen Pfund Sterling geschätzten Steuereinnahmen nm 9 Millionen Piund Sterl'Ng ü b e r t r v f f e n nnd es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß die Gesamteinnahmen nm nahezu 50 Millionen Psnnd Sterling mehr als eingeschätzt betragen werden. Obwohl dies« enorme Gesamtsumme von fast 900 Millionen Pfund Sterling die Jabresausgaben nicht deckt, bedeutet das Ergebnis emen Triumph sowohl der englischen Hmgabe an die Allgemeinheit als auch der englischen finanziellen Festiakeit. Die jetzt erzwltm Einkommensteuern allein erreichen die Ziffern der Grsamtstruern vor dem Kriege. Der Lirekurs i« London. London, 27. März. Die englüche^Regieneng setzte vor einigen Monaten dm KurS des Pfund Sterling gegmüber der Lire mit 30.20 (Geld), 30.37 (Ware) fest. In der letzten Woche hatte sich der KurS a«f 80.75, bezw. 80.80 verschoben. Am Montag notierte er 31.875, bezw. 31.2. und heute, wo das Feld offiziell freigegeben wurde, schnellte der Kurs mit einemmale bis ant 40. Zu dieser Ziffer wurden jedoch Geschäfte n'cht fak'ffch abgeichloffen. Es kam zu einiam Abschlüffen zn 37.50. Bei Smluß des BnkebrS blieb die Rotienmg ungefähr um 35 herum fest. Dieser Kars, wenn man ihn mit der Parität von 25.20 vergleicht, zeigt, wie sehr Italiens Finanzm infolge der ihm durch den Krieg ausgezwungenm Verbmdlichkeitm in Vorschüffm nnd Waren gedrückt worden stnd. 28. März 1919 ___Seite 7 Ausfuhr von Textil- und Konfektionswareq aus Holland. Prag, 27. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Es verlautet hier, daß die holländische Regierung v o m 1. Ap ril a b die Ausfuhr von Textil- und konfektionierten Waren gestattm wird., Die holländische Negierung ersuchte die Entente »nn Erlaubnis zur Ausfuhr von Nahrungsmittclu nach Deutschland m der Höhe von 850 Millionen holländischeli Gulden. Generalversammlung Felten L Guilleaume. Gestern fand unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Herrn Direktor Maxime v. K r a ß n v, die XVlll. ordentliche Generalversammlung der Felten & Guilleaume-Aktiengesellschaft, Wien, statt. Sämtl'che Anträge des Anssichtsratcs wurden einstimmig genehmigt und beschloffen, die Dividende von 17 Prozmt ----- K 68.— ab' 1. April bei der Niederöstcrreichischen Eskompte-Gesellschaft zur Auszahlung gelangen zu lassen. Ueber die deutsche Kriegsentschädigung äußert „Financial Times" vernünftige Ansichten: „Amateurvolkswirte verstiegen sich bis zum Verlangen der vollen Rückzahlung mit absoluten Schätzungen des deutschen Mineralwertes, wobei .sie aus die Förderung und sonstige Kosten vergaßen. Paris verlange 8 Milliarden Pfund Sterling. Oesterreich sei aufgelöst, seine reichsten Provinzen m den Händen der Tschechen; Ungarn verlor einen gro/ierl Teil seines Landes und ein wesentlicher Tellbeitrag könne von Bulgarien und der Türkei nicht erwartet werden. Allerdings dürsten sich die Verbündeten nicht mit papierenen Sicherheiten begnügen, ihre Forderungen müßten vor den übrigen Schulden Deutschlands rangieren. Jedenfalls empfehle es sich, von einer Entschädigung keine größere Vernnnderung der englischen Kriegsichnid zu erwarten, wenn auch die Forderungen bis zur äußersten Möglichkeit gehen mögen. Italienische Steuervorschläge. FinanzmmisterMeda schlägt erne Einkommensteuer, und zwar auf Kapital-, gewischtes Aibeitsnud Beamteneinkommen, von 9 bis 18 Prozent und «ne emprozenrige Vermögenssteuer von Reinverniögen über 10.000 Lire, ferner eine Junggesellen- und .Enthobenen st duer vor. Die Kapitalserhöhungen der italienischen Banken werden, wie die „Times" berichtet, nicht aut Schwierigietten stoßen, da ne mt Vorjahre sehr gut arbeiteten. Die Banken sind mn der I n d u st r l e enger verknüpft als die englischen, deshalb brauchen sie auch mehr Kapital. Die Wiederbelebung der belgische« Banken schreitet nach emem Bericht der B r n q u e B e l g e p o n r l'Etranger, fort. Während der Okkupation betrieb die Bank ihre Geschäfte in L o n d o n; sie verteilte 14 Prozent Dividende. Englischer Bankausweis. London. Bankausweis vom 20. März. (In Tausenden von Pfd.Stg.) Tötalreserve.. 4 181 Notenumlauf. . . . 72.206 4 808 Barvorrat . . . . 83.415 4 980 Portefeuille. . . . 80.815 — 2739 Guthaben der Privaten. . . . 121.835 — 4040 Guthaben des Staatsschatzes . . . . . 27.212 4 2857 llkotenreserve . . . . . 28.289 4 11? Regierungssicherhelten. 4 1379 Pcozentverhältnis der Reserve zu den Passiven: 19.90 gegen 19.81 in der Vorwoche. Cl^armghonse-Umsatz: 433 Millionen, gegen die ent-? sprechende Woche des Vorjahres 19 Millionen mehr. Wiener Börse. Unter dem Eindrücke der Meldungen über die Beschleunigung des Friedensschluffes und der Nichlbestätigung der Gerüchte über eine Ausstandsbewegung m den galizischen Petroleumgebieten verkehrte dre gestrige Börse in freundlicherStimmnnL und eine kräftige Erholung griff Platz. Wenn das Geschäft keinen größeren Umfang anzunehmen vermochte, so war dies den geplanten Maßnahmen seitens der Entente gegen Ungarn und der L o h n b e w e g n n g unter den heimischen Eisenbahn-, bediensteten zuzuschreiben. Zu größeren Rückkäufen kam es iit Petroleumwerten; ferner wurden einzelne Schiff-' f a h r t s a k t r e n mit misehnlichen Avancen bedacht : N a v ig azio ne stiegen um K 350.—. Auf dem Rentenmarkte war der Derkchr gering. Oesterreichische Notenrente war gut behauptet, während ungarische Kronenrente gegen den letztgemeldeten Stand stch mn 7 Prozent ermäßigte. Nachstehend die wichtigsten Schlußkmse: > Industrie-Unternehmungen. Wiener Baugesellschaft 382.— (-.—), Unionbau 325.— (— 7.—), Wienerberger Ziegel —(-.—), Liestnger 568.— Sarajewo Akt.- Brauerei 815.— (— 30.—), Aussig Chem. (— Brosche Spiritus 918.— (— 32.—), Karborimdum —(- aolzhandelsgesellschast 706.— (+ 36.—), A. E. G. Union lektr. 730.— (— —.—•), Siemens Schnarrt 449.50 (+ 23.50), Alpine 789.— (4- 11.—), Austria Email — Berg «.Hütten 1650.- (-!- 2.—), Poldihülte 1000.— (4- 5.—), Prager Esim 2410.—(4- 30.—), Rlmamurany 774.— (+14.—), Skodamerke 706.— (4-10.—), Waffenfabrik —(-.—), Salgo Tarjaner 840.— (+ 52.—), Trifailer Kohlen 650.— (—.—), Ung.Allgem. Kohlen 1703.- (4 33.—), Unkany 735.- (-Westböbm. 1040.— (-.—), Brünner Maschmen —.— (--), Heidt 438.— (— —.—), Lokomotw Sigl —.—(-.—), Simmeringer 493.— (+ 18.—), Elbemühl 498.— (- Letzkam 576.— (+ 1.—), Karpathen 1885.— (— —.—), Galrzia 1246.— (4- 76.—), Fezfabriken —.— (-.—), Schoeller Zucker 1140.— (— 10.—), Böhm. Zucker —.— (-.—), Oesterr. Eisenbahnverkehr 545.— (-.—), Türk. Tabakregie 1126.— (si- 33.—), Türkenlose 419.75 (4- 19.70), Krupp A.-G. 550.-(4-2.—), Ruston 511.— (4- 3.—), Fiatwerke 856.— l— —.—). Veitscher Magnesit 1940.— (4- 85.—) Transport-Unternehmungen. Adria 1868.— (4-18.—), Ausstg-Teplitzer —(-.—-), Bnschtiehrader lit. (-.—), Buschttehrader lit. 8. —.— (-.—), Orientbahnen 1665.— (4- 25.—), Donau-Dampf. 1770.— (— —), Ferdrnands-Nordbahn —(-.—), Lloyd 3055.— (—15.—), Navigazwne 5550.— (4- 350.—), Staatseisenbahn 900.— (4- 17.—), Lombarden 155.— (4 2.25), 3% Südbahn- Prior. 340.— (— 7.—). Staatsbahn Genußsch. 463 - (4 35.-). Renten. Mairente 82.—, (-.—), Februarrente 82.40 (— —-.—), Oesterr. Kronenrmte 82.— (— —Oesterr. Goldrente —.— (-,—), Ungar. Goldrente —(— —.--), Ungar. Kronenrente 77.75. (— —.—). Banken. Anglo 406.— (4 1.—), Bankverein 487.— (4- 2.—), Bodenkredtt 1120.— (4 5.—), Kredit-Anstalt 613.— (— —Ungar. Kredit 739.— (f 12.—), Depositen 531.— (-.—), Länderbank 431.— (4 11.—), Unionbank 529.— (4 2.-), Verkehrsbauk 342.- (4 2.-), Zivuosteuska 539.50 (- —.50).

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