Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 67 (26.3.1919)
- Date
- 1919-03-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Veve 5 Wien, Mittwocy ' Wiener MorgenZeitung 26. März 1919 fftt öffentliche Arbeiten wird dann neuerliche Vorschläge dcS Stadtrates beraten. Es ist somit erst Ende der Woche eine Entscheidung zu erwarten. e Staatssekretär Ferdik reift deute nach Berlin, um .dort mit den moßgebenden Nea>»rungsstellen wegen einer auSretckenden Kohlenver'orguua Deutfchöfterreichs zu verban>eln. Dm Staatsekretär begleiten Oberbergrat Dr. Kloß und Baurat H o st a l e k. * Die Generalversammlung des Wirtsthastsverein- -er Dochschüler WlenS. In der vongen Woche dielt der Wirtschaftsverein lrer Hochfchüler WienS im kleinen ^estiaal der Universität eine Generalversammlung ab, die von ungefähr 2C0 Akademikern — meist Deutschnationalen — besucht war. Nach der Eröffnung durch den Obmann -es Vereins teilte Herr Weist mit, wie diese Versammlung zustandegekommen war; schon die Ankündigung geschah derart, daß die „unerwünschten Elemente" über die Mhaliung der Versammlung in Unkenntnis blieben. Einem Teil der Mitglieder, nämlich den Nicht-Deutschöstsrreicherv, wurde der Zutritt überhaupt verwehrt. Die Beschlußfassung über den wichtigsten Punkt der Tagesordnung, die Statutenänderung, war schon dem Grunde unzulässig, weil satzungsgemäß bei Verhandlung dieser wichtigen. Frage die Anwesenheit von mindestens drei Viertel aller Mitglieder erforderlich ist, nnd bei dieser Versammlung kaum der zwanzigste Teil anwesend war. Der .Antrag des Redners, diese Versammlung für nicht beschlußfähig zu erklären, wurde jedoch abgelehnt und beschlossen, daß bei der Abstimmung die abwesenden Mitgli-der als für die Vorschläge der deutschnationalen Leitung stimmend erscheinen. Hierauf erstattete der Obmann den Rechenschaftsbericht. Der nächste Redner, Herr Chaim Glick, führte unter anderem folgendes ans:. Die Erwartung, daß der u n p o l i ti s ch e Wirtschaftsverein sich' nur wirtschaftlich zum Wähle aller seiner Mitglieder und nicht politisch betätigen werde, habe sich nur eine kurze Weile bis zum Ausbruch der Revolution erfüllt; von diesem Augenblick an habe sich auch im engen Rahmen des Vereins eine Umwälzung vollzogen, indem gerade gegen die iilusländer, die doch am meisten unter der allgemeinen Not litten, mit allerhand Beschränkungen vorgegangen wurde, anstatt ihnen hilfreich beizustehen. Während man überall mit der Nevanckem\b Hetzpolitik endlich aufruräumen beginne, stehe sie im Verein gerade in höchster Blüte. Während englische Soldaten die Fordert,,lg erbeben, man möge dem ehemaligen Feinde Deutschland die Einfuhr von Lebensmitteln gestatten, verweigern deutsche Studenten ihren andersnationalen Kollegen an derselben Hochschule die geringen Zubußen. Der Wirt» schafisvercin scheine das Erbe des alten verrotteten Oesterreich angetreten zu haben, indem er daS schändliche System von Beherrschern und Beherrschten wieder aufrichtete. Da die. beabsichtigte Statutenänderung überdies allen Gesetzen der Menschlichkeit widerspreche, müsse er, obzwar er die Versammlung nicht für kompetent erachte, die Vorschläge ablehnen, um den Verein vor Schaden zu bewahren. Der Redner konnte seine Ausführungen. die von dem Lärm der deutschnationalen „Akaderniier" begleitet waren, nicht beenden. Revisor Blauer erklärte unter anderem, die ausländischen Mitglieder hatten, nachdem sie ja mit dem Verein einen Vertrag erngegangen waren, eine Forderung an den Verein, der somit mit diesen Forderungen belastet sei. Zu dem Vuntt ..Snrrutenänderung", der den Ausschluß sämtlicher Nicht- Deutschösterreicher, soweit sie nicht deutscher Nationalität sind, vorsieht, und sich somit hauptsächlich gegen die Juden wendet, erklärte der Referent, diese Maßnahme sei -nicht nur vom deutschnationalen Standpunkt gerechtfertigt, sondern die' Meinung, daß die nicht hier heimatsb.erechtigten Inden nicht vollwertige Mitglieder sein - könnten, werde ja auch von der — Wiener Israelitischen KultllSgemein, de! geteilt, die ihnen das aktive und passive Wahlrecht aberkannt habe. Und er schloß unter dem verständnisvollen Gelächter seiner Kommilitonen: „Meine Herren! Lassen wir uns doch von denselben Gesichtspunkten leiten und handeln wir so wiedie — JsraelitischeKultus gemein de!" Machdem noch zwei Redner im Namen der sozialistischen Studentenschaft recht zahme Erklärungen abgegeben hatten, die von Zwischenrufen wie: ,^Oes Sozi, ös seid's ja eh' lauter Zuden!" unterbrochen wurden, wurde die rechtswihrige Stai'.itenäuderung ein st'i m m i g (die Jüdischnaiionalen enthielten sich, da sie ja her Versammlung die Kompetenz aberkannten, der Abstimmung) angenommen. Der Antrag der Redner der deutsche: Studenten an der Tierärztlichen und der Hochschule für Bodenkultur, alle Juden aus vem Verein auszuschließen, kam wegen eines formellen Kehlers nicht zur Abstimmung. Nach einer noch rasch stattgefundenen Wahl und Verhandtluig einiger bedeutungsloser Anträge wurde diese echt republikanische Versammlung unter lebhaften ,Heill"- Rusen geschlossen. Es wäre wünschenswert, daß sich auch die deutschösterreichische Nationalversammlung mit diesem Antrag befassen würde, bevor er in der nächsten Generalversammlung nochmals aufs Tapet kommt. Denn der Verein bezieht «ine staatliche Subvention und wenn er sich noch immer unpolitisch nennt, jo geschieht das nur nach außen hin, um der Reaterung gegenüber r deckt zu sein. In Wahrheit ist er rein oeutschnational und wendet sich, wie der Verlauf der Debatte bewies, nicht nur gegen die Juden, sondern auch gegen die Sozialisten. * Der Raubmord an dem jüdischen Sackhändler Schling. Ans Prag wird unter dem 24. d. M. berichtet: Bör dem htesigen Schwurgerichte fand gestern und.vorgestern die Verhandlung gegen dm 33 jährigen Hadernhändler Amon Dansa und den 29 jährigen Raseuraehilfen Johann O v e r m a n n wegen des Lerbreckirns des Raubmordes statt, begangen an dem 65jährigen Sackhändler Franz S chling. Das Verbrechen» das seinerzeit großes Aufsehm hebvoniek und über welches auch berichtet wurde, geschah auf folgende Weiie: Dausa, der mit großer Rot zu kämyien hatte, lernte dm Rasmr Opermann kmnm. Nach Angabe des Dausa will nun Operrnann dem Dausa geraten haben, rrgendernen wohlhabenden Mann in dm tzaden zu locken, chn zu ermorden nnd dre Leiche, zerhackt, in einen Sack zu stecken. Eines Tages erschien Franz Schling im Laden, um Säcke zu kaufen. Als er sich bücke, um die Sackmuster zu besichngen, schlug Dausa mit einem Hainnler gegen den Kopf Schlings; mehrere weitere wumngte Schläge sühnen den Tod des alten Mannes herber. Der Mörder beraubte nun sem Opfer. Hierauf schloß er dm Laden und erste zu Opermann. Dieser lieh ihm ein B a i o n e t t, mit welchem er Donnerstag: den 8« April 1ÖIÖ in den Säten des InduatrielieivCate.1, Concordiaplate 4. SPORTKLUB „HAKOAH“ (Leichtathietiksektion) KARTEN im Vorverkauf: Industriellen-Cate, Buclihandluti« LQv.it, sowie bei sämtlichen Komiteemitgliedcni. 370 {. _ - ■ - - - - - dl e F ü ß e d e r L e i ch e d u r ch s ch n i t t und sie an d a 8 Becken d a n d. Er legte dann die Leiche in euieit Sack, nchne fie auf entern Handwagen nach Wrichow'.tz nnd warf sie tm Dunk ln in euren Graben. Dort wurde sie von mehreren Arbei em gesunden. Dauka suchte bet der Verhandlung den Op^rntann zu belasten, der chn zu dein Morde aufgeftachelt habe. Overmann leugnete und gab an. er habe von der ganzen Sacke rucktg wußt und den Dausa erst nach der Tat lviedergeschen, der aufgeregt erzählte: „Ich habe den Juden ermordet, s r e m ü s s e n m « r j e tz t h e l s e n, d i e L e t ch e w e g- ' u s $? ff * n. s tc erhaltendafür 250 Krone n." Ich habe das Anbot nicht angenommen und lieh ihm erst am nachiten Tage mein B jonett, weil D.msa mich bat, ihm ekwaS »zum Zerschneiden" zu borgen. —- Dawa wurde z u m T o d e d u r ch den Strang verurteilt. Opermann wurde s r e r g e s p r o ck e n. Dre Verurte'lung Dausas ist da§ erste Todesurteil ui der tsch^cho-slomakischen Republik. » ftSiMeruflfl der ausländischen Reisepässe. Ausländer, welche ihre, Reisepässe von der Polizeibehörde vidieren lassen-muffen, hoben in Hinkunft dre Püffe bei dem nach ihrem Wohnorte zuständigen B ezrrkSpoltzeikommrssariat m überreichen nnd können die vid'<"-len'Reisepässe nach etnigen Tagen dort wieder abholen. Das E.'chemen im Paßamte der Pvlizctdtrektion wird von nun an nicht mehr nötig sem. Vorträge und Versammlungen. Der Jüdtsch-akademische Kulturverband .I a b n t" teilt mit. daß er nach beiderseitigem Einverständnis seinen Zusammenschluß m t dem Vereine .Kultur" rüdk gängig gemacht hm. Der Jüdisch-akademische Knltuwnband ,Jabne"w>rd selbständig seine Tätigkeit jorttesen. - Donnerstag den 27. d. M., 6 U(r abends, Versammlung des zionistischen Komitees für d>m lN. Bezirk m Wien, HI., unsere Viadtiktgaffe. Vortrag Dr. Egon Z w e i g : .Zionistisch imd jüdischnational, e ne Einheit." — Z r o n i st ts m e r F r a n e n v e rb a n d. Frauenoersmmnlnng heue M 'twoch den 26. Mürz. V,6 lUir abends, mt Saale des Csiö .Colosseum", IX., Rnßdorserstraße 6. Tagesordnung: De jiidi'cke Frau tmh ihr Volk: Die jüd'sche Frau nttd die Gemin^-ra'swchl R'dner: Döstor Fnb Löhner «Veda); Frau Erna P a r a k; Dr. Isidor S ch a l r k. _ Nr. «7 - Die Blockadefrag«. % D°S .8 UJv=?ftenbMott* mrfbrt mtS Mel, daß nach einer Meldung des „Zürcher Tageöanzetger"' die Alltlerlen^auf ftatKn Druck Amerikas hm beschlossen hatten, in kürzSer Zeit d,e Blockade gegen Deu.schland fallen zu lasse». Ire der Schweiz besinden sich u m me hralSeineMilliarde wahrend des Krieges ausgestapelte Sendungen zur Ausfuhr nach Deutschland. Die Krise ln Spanien. Pare«l»na, 25. Marz. (HavaZ.) Hier ist der Belagerungszustand verhängt worden. ES ist möglich, daß in ganz Spanien dre BerfassungSg a r a n t i e n suspendiert werden. — Unter de» Arbeitern der kanadlschen AektrizitätS-Gesellschaft in Bareckona, welche die sofortige Abrüstung der mobilisierten Arbeit« verlangen. ist em S t 1e1 f ausgebrochen. Es ist wahrscheinlich, daß dre S e tz e r ebenfalls in den Ausstand treten w«de«. Madrid, 25. März. <HavaS). Gut unterrichte Kreise behaupten, baß Gras R o m a n o u e S dem Kömg die B e t* trauenSfrage gestellt habe. Dte sozialen Konflikte nehmen eine heikle Wendung. Man sieht eme allgememe Ministerknse voraus. Tarifverhaudlungen zwischen Prag uud Wie«. Prag, 25, März. (Telder ^Wr. Morgenztg.") Die daS Eisenbahnmmistertum mitteilt, weilte dies« Tage eme Kommission von leitenden Elsenbahnbeamten m Wien, um uut dem deutschöiterreichjschen Staatsamt für Verkehrswesen dieTarisfrage mit Rücksicht auf die Durchführung der V .i l u t a r e s o r m zu besprechen. Leon Dandy Vorsitzender der Autzenhandela» Kommission in Prag. „^Prag, 25. März. lTel. d« .Wr. Morgenztg.^ Am Präsidenten der Ein- und Äussuhrkvmmission wurde an Stelle des aui itrfgetretenen Regterungsrares Dr. Hotüvec, des früheren ersten Sekretärs der Prag« Handelskammer, der bekannte Fabrikant Leon Bondv. emerderinthttfteuFremidedesDr.Kramarkch, dessen Vermögen er während des Prozesses verwaltete, gewählt. Da« passive Wahlrecht der Religisnslehrer. Der Kampf der Opposition in unserer Kahalstube geht vor allem um ein demokratisches Wahlrecht; sie verlangt auch daS passive Wahlrecht für alle Angestellten der Kultusgemeinde. Der alte Vorstand wollte den Angestellten der Kultusgemeinde dieses Wahlrecht auch weiterhin verweigern, obwohl selbst die Christlichso7ialen dasselbe den Beamten und Lehrern nie borenihietten. Bedrängt durch die jüdischnationale Partei gab endlich der Vorstand den Berwaltungsbeamten daS passiv« Wahlrecht, aber den Rabbinern und Lehrern nicht. Die Wießer Religionslehrer verlangen aber dringend baS Recht auf Vertreter in der Gemeinde. Sie verlangen es' nicht nur ini Interesse der Lehrer, sondern auch im Interesse der jüdischen Bevölkerung, deren Teuerstes, die Kinder, hem Religtonslehrer anvertraut sind. Die vonrehmfie Aufgabe. der Vertreter der Religionslehrer wäre, das gesunkene Ansehen der Lehrerschaft bei der jüdischen Bevölkerung zu heben. Der alt« Vorstand hat bei jeder Gelegenheit.durch falsche und böswillige Informationen dis Lehrer herabgesetzt. Die Folg« davon war und ist, daß die Wiener jüdische Bevölkerung in jeder jüdische»« Versammlung» in welcher die Ersiehungsfrage auch nur gestreift wird, das ergötzliche Schauspiel erlebt, wie man über die Religionslehrer in allen Tonarten herfällt. Man müßte dem Vorstand bsibringen, baß die Religionslehrer die einzigen wirklichen Träger und Erhalter der Kultusgemeinden sind, denn eine Gemeinde kann auf alles eher verzichten, als auf den jüdischen, Lehrer, und ein Vorstand, der seme Lehrer herabsetzt,, seht sich selbst herab. ■ Der Vorstand der Kultusgem-inde ist so freundlich, uns Lehrern das aktive Wahlrecht zu geben, ohne daß wir Kultussteuer zu entrichten hätten. Wir bedanken uns schön für diesen' Bettel. ' Wenn uns der Vorstand den Anschaffungsbeitrag vorenthält, wenn er uns die Aufsichtsgelber entzieht, so können wir auch auf den Erlaß der 20 Kronen KultuSstausr verzichten. Der Vorstand der Kultusgemeinde verweigert uns das passive Wahlrecht und fordert uns zum Kampf heraus. Nun denn,' wir werden uns dieses Wahlrecht zu erkämpfen wissen. Tausende Wähler, tausende Eltern werden gerne die Gelegenheit ergreifen, sich einmal dem uneigennützigen Religionslehrer dankbar zu zeigen. Tausende jübische Väter werden gerne den Religionslehrern helfen wollen. Wir schließen ims den neuen Männern an, die sich unserer bereits annehmek, und diese werden durch unsere Kraft die Majorität erringen und unS unser Recht verschaffen. I. Pick, Religionslehrer. Kuttuswahle« in Baden. In Baden bei W'-n fanden Sonntag den 23. d. M. die K u l t u s w a h l t n it. Gewählt wurden btc Herren Alexander Braun, Dr. Oskar Auerbach, Dr. Alfred Berger. David D a n «e l, Dr. Sümnel Deutsch siüdtschnattonav, Ludwig Lackenbacher. Hugo Lettner. Max L 5 b l, 3ofef Löwinge r, Adolf Raab, Bernhard R o s n e r und Jakob K o h n. Deut verstärkten Ausschuß gehören die Jüdischnationaleu M>rx Deutsch und Seide K o m e t an. Die mutigen Prager Fleischhauer. Prag, 25. März. (Tel. d. „Wr. Morgenztg.") Am Wenzelsplatz fand heute nackm«ttaas rmMeettngderFleitckh a u e r st a t t« Dte Versammelten leisteten emen Eid, gegen d e n B o l s ch e w « S m u S bewaffnet zu Felde M ziehen. Ein Mann, der den Eid mcht leisten wollte, wurde als Bolschewik verprügelt. Der bayrische Partikularismus. Münchlit, 26. März. (Korr.-Bur.) In der Sitzung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten im bayrischen Landtag gab Mg. Speck im Namen der bayrischen Volkspartei eine sehr scharfe Erklärung ab. worin ^r'das Recht der Nationalversammlung bestritt, von sich aus souverän uud ohne Beiziehung der Einzelstaatetr die Reichsvcrfassung in der geplanten Weise neu zu gestalten. Abg. Dr. Ernst Müller (derttschdemokratische Partei) wandte sich dagegen, daß der bayrische Gesandte in Bern, Professor Förster, Bedenken gegen den Anschluß Deutschösterreichs an Deutschland geäußert und damit den Zwecken der Entente gedient habe. Die Entwicklung oer Dinge in Weimar finde er recht bedenklich. Wir wollen, erklärte Nedner, keine Berliner unitaristische, großpreußische Herrschaft über daS Reich. Das würde die Zertrümmerung des Reiches bedeuten. Der Gesandte in Wien und Vorsitzente des Ausschusses, Abg. Ackermann (Sozialist), verwarf ebenso einen üöerttiebe e r Unitarismus wie einm yerstiegLnetl Partikularismüs. Die Erweiterung der Kompelenzen des Reiches könne keine unumschränkte sein. . Ministerpräsident Hoffmann erklärte, was an Reservaten bei der heutigen Entwicklung der Dinge nicht mehr haltbar sei, das müsse man a u f g e b e n. «tm die wirklich lebensrwtwendigen Grundlagen des bayrischen Staatswesens durch Vereinbarung mit der ReichZxegierung und der Nationalversammlung zu erhalten. Hierzu sei die Staatsregierung bereit und entschlossen. Nach einer weiteren Debatte, in welcher unter andere«» auch Verkehrsmiuister Frauendorfer sich energisch gegen eine plötzliche und zwangsweise Enteignung der bayrischen Staatseisenbahnen durch das Reich aussprach, wurden die Beratungen unterbrochen, um eilten Vorschlag für eine gemeinsame Erklärung des Landtages in der Frage der Stellung Bayerns zum Reiche im Sinne der Ausführungen des Vorsitzenden Ackermann vorzitbereiten. Letzte Nachrichten. Der Iehnmännerrat wird ausgeschaltet. Berlin» 25. Marz. Der meldet aus dem Haag, daß nach vorliesicnde«« Pariser Diffdungen d:e Vertreter der Großmächtebeichlosimhaben, zurBeschleunegungder Berbandluniten de» Zehnmännerrat ausz u s ch a l t e n. Oberst H o «T e habe die Ansicht ausgesprochen, daß der von Wilwu. Lloyd George, Elmeenceau und Orlando zu bildende Kerne Ausschuß schon am Mittwoch abendS m einem endgülupen Beschluß kommen werde, während andere der Meinung sind, daß durch bicfe Neuordnung die Friedens» konftrenz in« Laute dteser Woche zmn Abschluß kommen werde. Japan habe auf die Teilnahme verzichtet mit der Erklärung, an mropäischen Angelegenheiten ntcht bcmltßt zu sein. Katastrophe auf der Seine. Pari«» 25. März. (FnnksprnHi Em tz tt h r b o o t. mit ungefähr 50 Ärdeitern an Bord, ffieu gestern tm Haken von Lev- AlloiS-Perret bei aris nut ciunn Schlepper zusammen «md sank. Bis jetzt wurden g e h n L e i ch e n geborgen, 19 Personen werden noch vermißt. Weitere Nachrichten aus Ungarn. Ungarn nnd die Entente. Paris, 25. März. Der ^Petrt P-rtsien" schreibt: Wenn auch der Bericht über de Sitzung desOberstenKriegsr a 118 von keinem Gedankenaustausch Üb« die magyarische Revolutron spncht, ist es hoch sicher, daß Clemeucean, Wilson, tzloyd George und Orlando diesen Vorgängen gegenüber nicht g l eichgültig bleiben. Amerikanische Trupve« nach Ungarn marsch» vereit. t Genf, 25. März. (Tel. der »Wr. Morgenztg.^ .Jsumal de Deba.S" meldet, daß der Abtransport der amertkämschen Truvvm auS Bordear« ab HctmStag unterbrochen wurde. Dir kür SamSt'm zur Abfahrt bestimmten iünfTranöportdampser sind nicht a u s g e s a h r e i«. Der „Temps" meldet bevorktehende neue Trtlppensendnngen der Auterikaner nach Ungarn und Rumänien. , J