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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-26 · Heft 67 (26.3.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 67 (26.3.1919)
Date
1919-03-26
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 67 Wien, Mittwoch Sperrung der ungarisch-slowakischen Grenze. Paris, 25. März. (Furikspruch.) Airs Prag wrd gettictbct: General Pietro ne, der Befehlshaber. de? rschecyoslowakischcn Truppen, hat btc fi c r nt c 11 f che^perreder Grenzen zwischen ü ri garn und d e r N ch ech oslowakischen Republik angeordnet, um daZ E.ndrmgen des Bolschewismus in Tschecho-Slowakin! zu verhindern. Al l e D o n a u b r ü cke n werden strengstens überwacht. Bargeldloser Verkehr in Angarn Budapeft, 85. März. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Das Volkskommissariat für Finanzwes e n hat eine Verordnung betreffend die Regelung deS Geldverkehres der Finanzinstitute ausgearbeitet, die den Zweck veriolgen soll, der unnötigen Thesaurierung der Banknoten ein Ende zu bereiten und das Publikum womöglich an den G e b r a u ch des bargeldlosen Verkehres zu gewöhnen. Durch eine Verordnung des Kriegs-Volkskommissärs werden sämtliche Automobile, Automob-lbestandteile, Benzin, Oete usw. beschlagnahmt. Ausgestaltung des Iustizweseus in Ungarn Budapest, Sö. März. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Eine Verordnung des Revolutionären regierenden RateS besagt, daß bis zur endgültigen Ausgestaltung des JustiztvesenS der VolkskommMr für Justiz das Recht hat, die Staatsanwälte und Richter zur Disposition zu stellen und mit der provisorischen Leitung der Gerichte und der Staatsanwaltschaften wem immer zu betrauen.. Der Volkskommissar für Justiz hat ferner das Recht, die Autonomie der Advokaten und Notariatskammern zu suspendieren und wem immer mit der Leitung der Kammern zu betrauen. Der Dolkskommissär für Justizwesen unterzieht die gesetzlichen Strafen einer den Prinzipien der rPoletarierdiktatur entsprechenden Revision. Alle Personen, deren weitere Gefangenhaltung vom Gesichtspunkt der Prinzipien der Proletarierdiktatur nicht begründet erscheint, sollen in Freiheit gesetzt werden. Der Volkskommissär sür Polizeiwesen, Ernst 'Seidler, hat eine Verordnung erlassen, wonach alle diejenigen, welche unberechtigterweise in Privatwohnungen oder Geschäfte eindringen, auf Grund des Standrechtes vor das Revolutionsgericht gestellt werden und' mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren oder mit einer Geldstrafe bis, zu, 50.000 Kronen, in schweren -Fällen aber mit dem Tod?, bestraft werden, . Die englische Presse über Ungarn. Amsterdam, 24. Mürz. Dem „Nieuwe Notterbmnschen Courant" wird aus London gemeldet: Die Nachricht über die bolschewikische Umwälzung in Ungarn macht hier großen Eindruck. Man ist allgemein gegen das Hinausziehen der Pariser Verhandlungen, wodurch die Entente die Macht i^er Miuelcuropa verlöre. Ue.er die Ur'ache der Umwälzung und über die dagegen anzuwendenden Mittel herrscht wenig.. Einigkeit. Die radikale „Daily News" schreibt, daß sie schon vor Monaten vor dieser Gefahr warnte, daß man sie aber durch die rachsüchtige Torheit, den geschlagenen Feind Mangel leiden zu lassen, herausbeschworen habe. Der liberale „Daily Chro nicke" schreibt im Leitartikel: Die Lage in Ungarn sei ne >.en ihrer Wirkung auf die Rumänen, Polen und Tschecho- Slowaken sehr ernst. Diese d-ei Nationen seien die Säulen, die weder ein freies Mitteleuropa noch eine auf den Völkerbund aufgebaute Welt ih e.n Schicksal überlassen können. Lenin habe die Ukrain." in seiner Macht und erhalte durch Ungarn eine viel kessere Angrisssbasis gegen diese drei Staa.e.r. Absolut genommen sei der rnili^ä.ische Wert der Bolsche ^ikitruppen vermutlich gering, aber im Zusammenhang mit ihrer Propaganda könnten sie ziemlich viel erreichen. Das Blatt verweist auf die verschiedenen Unzulänglichkeiten der Pariser Konferenz, auf die Unterlassung der Versorgung Rumäniens und Böhmens mit Lebensmitteln, das Nichlzurücksenden der tschccho-slow-akischen Tru'" en nach ihrem Lande und die Verwerfung des Plane Fochs, die polnischen Truppen aus Frankreich nach Polen zu schicken. Außerdem habe man gestattet, daß die Deutschen der Besetzung des Danziger Hafens, die den Polen beim Waffenstillstand versprochen worden sei, e rdlose Schwierigkeiten in den Weg legten. Ferner habe man eine erstaunliche Unentschlossenheit und Mangel an System dadurch an den Tag gelegt, dass man trotz der deutlichsten .Empfehlungen der Kommissä e der Konferenz, die Polen be e'sten, und der Sonderkommisiion der Sachverständigen in Paris, die Frage der Ueberweisung Danzigs und der Sicherung eines Korridors an Polen hinauszog. Die Voraussetzungen für den Erfolg des Völkerbundes seien Einstimmigkeit, unter den fünf Großmächten und eine solche Reglung sür Mitteleuropa, daß es Rußland und Deutschland unmöglich gemacht wird,-sich abseits zu halten und ein militärisches Gegengewicht zu bilden. Im „O b ferv er" hat Garvin inzwischen die Ungerechtigkeit einer Zu wetfuug Danzigs an Polen zugegeben. Die „Times" l«nkt die Aufmerksamkeit darauf, baß zum erstenmal die Friedensbe Handlungen im Unterhaus offen bekrittelt wurden, nämlich durch l e i Widerstand derjenigen . Mider Koa'i ion, welche erklären, daß sich 4V0 Abgeordnete in >e Frage ^er Kriegsentschädigung ge enüber Y*ie,i Wäll><rn ge.uN' en haben. Oberst Low'ther verbrei et unter den Kollegen der'Koalition eine Denkschrift, worin er zu beweisen versucht, daß Deutschland' die resamtsn Kriegskosten bezahlen kann, wenn matt seinen Besitz aus 25 Wiener 26. März 1919 Seite 7 Jahre verpfändet. DaZ Blatt nennt dies eine sehr ernst; Bewemna. Die' „Pall Mall Gazette" schreibt: Dieser plumpe Trick ist dazu bestimmt, der Pariser Konferenz einen Stoß zu versetzen. Der Regierungswechsel in Ungarn erfolgte nicht gewaltsam, sondern war eine abgekartete Sache. Nachdem es Karolyi nicht gelungen war, die Entente davon abzuhalten, die Rechte der Rumänen und Tschechen durchzusetzen, legt er die Macht in die Hände des Proletariats, womit er seine stärkste Karte auszuspielen glaubt. Das ist die Wiederholung der Taktik, womit Ebert und Scheide mann die Friedensbedingungm aufzunehmen gedenken. Ihr offizielles Organ beeilt sich.. das Budapester Ereignis als Warnung für die Entente zu bezeichnen. Dieses Spiel ist zu plump, um selbst den ängstlichsten Politiker zu schrecken. Wenn die Ungarn der Entente den Sieg streitig machen ober der Wiederherstellung der böhmischen und rumänischen Gebiete Widerstand entgegensetzen wollen, ist es ganz gleichgültig, unter welcher Flagge ihr Jingotum sich zeigt. Unsere Aufgabe ist es, unseren Verbündeten alle nötige Hilfe zn leisten und zn zeigen, daß unsere Entschlossenheit durch ein theatralisches Auftreten unbeirrbar ist. Die „Liverpool Post" sagt: Das Ereignis gibt einen Vorgeschmack dessen, was wir von Deutschland erwarten können, falls unsere Bedingungen nicht nach Scheidemanns und Rantzaus' Geschmack sind. Wenn Karolyi tatsächlich gegen die Entente Pläne schmiedet, spielt er ein verlorenes Spiel. Die französische Presse Über Angarn. Paris, 25. März. ^HavaZ.) In Besprechung der Ereignisse in Ungarn schreibt „Journal des D 6 bats": Alle Drohungen der Welt werden die Allnerten nicht zwingen, den Magyaren die slowakischen, rumänischen und südslawischen Gebiete zurnckrngcbcn. Die ungarische Revolution darf man nicht mit dem Maßstabc messen, wie jene^in Oesterreich oder Deutschland. In Ungarn war der feudale Smctt ta l unberührt geblieben; die Sitten waren feudal und die K o r r u p t r o n durchzog di» Verwaltung von oben bis unten. Ungarn ist verurteilt, ein einfaches Magwrien zu werden, aber die magyarischen Massen sind auf der Welt und ste müssen mitten unter den ehcmaitgen Basallenvölkern leben, dre nun der Unabhängigkeit wiedergegebm sind. Diese Völker und uns gegen die bolschewikische Verseuchung zu schützen, ist unsere Pflicht. Das Blatt betont die Notwendigkeit, die alliierten Truvven in der Gegend von Odessa zu verstärken und Freiwilligenkorps zu schassen, deren Aufgabe es wäre, überall dort zu operieren, wo es not tue. D.ese Korps könnten den Kern für iene Kontingente bilden, die dem Völkerbund zur Verfügung stehen würden. Der „T e m P 8" halt es für geboten, daß die Verbündeten sich über die Politik einigen, die gestatten werde, dasChaos, dem sie sich gegenüber sehen, zu begrenzen, zu überwachen und zubeenden. Vor allem gelte es, d i e Grenzen Deutschlands festzusetzen, über die Forderungen I t a l i e n s zn beschließen, die Belgien interess erendm Fragen zu lösen, die territorialen Fo-derungen der Tschechen. P o'l e n, S ü d s l a w e n u n d R u m ä n e n zn bereinigen und die Schuldforderungen der Verbündet en zu sichern durch gewisse Unterpfänder und durch die Bestimmung. daß diese oder jene Gebiete Dutscklands m lrtarisch besetzt bleiben oder zu besetzen fern werden. Es müsse rin Völkerbund erncht-t werden, um die Solidarität der Verbündeten aufrechtzuerhalten und das Fncdenswerk fortznsührm. WennDeuts chland s ich weigere, seine Unterschrift unter den Vertrag zu setzen, oder wenn es vorweg erklärt, daß es auf den von den Verbündeten festgesetzten Grundlagen nicht diskut eren könne, s o könne das nicht irremachen. Möge Deutschland unterzeichnen oder nickt, möge es geraten sein.mit ihm Verhandlungen zn versuchen oder nickt. d»e Parlammte der verbündeten Nat-onen werden den Sckln'"kt der Pariser Konferenz sankt onieren können und müssen. Ihre Sanktion wird durch sich selbst gelten, mit oder ohne Gegenzeichnung Deutschlands. Freigabe der öffentlichen und privaten Gärten. Budapest, 25. März. (Ung. Tel,-Kon.-Dur.) Im Interesse der öffentlichen Benützung der geschlossenen und der Privatgärten habm die Volkskommissäre der §wnpistadt Budapest angeordnet. daß verschiedcue derzeit geschlossene g.ö rere Gärten, darunter der Garten der ehemiligen Ofener Burg, femer die zn wirtschaftlichen Zwecken nicht verwendeten, zu Spielplätzen aber geeigneten Grundstücke sofort sreigegeben und znrErholungdeSPudliknms vonsrühbis abendSosfen gehaltenwerden, ferner, daß auch die zu Promenadezwecken geeignete» Privatgärtrn binnen kürzester Zeit zu offnen sind. Die Ernährung. Die Hilfe der Entente. Amtlich wird mitgete,U: Dem E ngreisen der englischen Mission ist es zu danken, daß soeben ein Zug Kondensmilch mit 400 Tonnen rmlangte, der die Fortsetzung der M i l ch v e r t e i l u n g -nsbefondere an Kinder ermoolicken wird. Dem Eingreifen e n g l i s ck e r O f f i z i e r e, die den Tran.Port unter Militärischer Bedeckung nach Wien brachten, ist cs zuzuschreiben. daß auS Polen soeben 15 Wagen Eier und einige Wagen Fleisch emlangren, eben'v wie unter Führung eines Majors dreißig englische Soldaten sieb mit unseren Vertretern nach Belgrad begeben haben, mit auch von dort früher emgrkallfte Waren, in erster Linie ViehundFleisch, nach Deutschösterreich zu befördern. Ani 29. oder 30. d. M. werden sich Delegierte der deuffchosierreichifchen Regierung nach T r l e st begeben, um dort mu der i n t e r a l l ti e r t e u L e b e n 8 m i t t e l k o n> m l s s i o n die Verhandlungen Über weitere Lieferungen von Lebensmitteln zu führen. Die Verhandlung werden sich gleichzeitig erstrecken aus die FiNanne»uug und Bctöidenmgder Leb nsMkl-'lkonrmgenre. Die Negierung wird vertreten sein durch Sektt.vnschet Dr. v Schüler vom Etaatscintte des Aeusrerm. Minister,ab'«: Dr. G t it n b <• i* ß t r vom Staatsamc sür BolkScrnährung und Ministerialrat Dr. v. L e n z vom i aacsamt für Veikchrswefen. Der Marktbericht. Ter gestrige F -erlag brachte den Müllen wieder einen i außerordentlich starten Besuch, leider reichten die Vorräte auch nicht ,tn' entferntesten an?, um die Kauflilftigen zu befried ren. In der Gromnarlthalle waren die zum Verkauf bereitgestellten Mengen io germg — 200') K logramm kroatisches Rauchssei'ch, eme geringe Menge Weichwürste und getrocknete Klippsische — ’ daß alle Vorräte bereits um Uhr morgens aüsvepkaust waren. . " Grllügel war gestern überhaupt nicht erhältlich. Die Fischstände verfügten wieder nur über dre getrockneten Klippsische. Aus den Grünwareumä'.kten wird die Auswahl stets geringer. Man kann jetzt fast ausschließlich nur Möhren. Karotten und Salk''rkraut er werben. Selbst an den besseren Rübensorten hcrr'cht bereits Mangel und die von den Gä'tueniiä"kten zugr-- führten Mengen au frischem Gun me kommen fiir den Haupt städtisch^ Bedarf überhauvi nicht m Betrach'. Eier waren auch gestern nirgends erhälckich. W. I. W. Donnerstag den 27. d. M., 9 bis */s!2 UhM Flcrs chv e r k a u f nur an die Rayonierten. w Aus den Theater«.. Im Burgtheater gelaugt Donnerstag den27.d:M' * „D’es lrae", Tragödie von Aliion Wildgails, zur Anp führuna. Anfang i Uhr. -; J'iii Operntheater kommt Dsunerstag ben 27* d. M. „Tallnhän'ör" müden Dauren Ierrtza, Brü-'elmanp. Schone sowie den Herren Slezak, Zec, Fischer. Lener, Markhoss, s Gallos. Betetto zur Aufirihruiig. Anfang l!A Uhr. In den K a m m e r s 11 c n gelaugt Donnerstag „Hölderlin", Szenen aus emem Schicksal von Walter E'dlrtz,. u: folgender Besetzung mr ersten Aufführung: Hölderlin ---Herr . Onno/ Mutter — F/äuleirr W?''>:er. Sinclair — Herr Hofer, ' Gontard — Herr Lrebl. Frau Gontard — Frau v. Wagner, Bettina Brentano — Frau Rub, Mädchen Fräulein Donera, ' Wirt — Herr Heiner, Konsul — Herr Stlaßin,. Fernand —' . Herr Ehmann. Labque — Fräulem Keller, Getttler — Herr Nowotny, Postbote — Herr Buriau. Spicsteiier: Dr. Boich. In dem Novitätcnkonzert des P h i l h a r m o n r s ch eff Chores am 7. Avril im großen Musikvrreiussaale, welches zwei Uraufführungen öst-'rreichu'cher Komponisten bringt (Walter Gmeindl „Gesang der Idoucn" mrd Johanna Müller-Hermann Symphonie V-Dur mit Soli und Orchester) wirken Felicia - Mihac'ek, Annie v. Haager und Hermann Wiedernauu als Solisten - mit. Karten an der Konzertkasse Guimann und an der Konzerthauskasse. Im I o s e f st ä d t e r Theater wird an allen Abenden der Woche die Schwanknercheik „Der letzte Junggeselle" gegeben. Nur Donnerstag den 27. d. M. findet int Rabm-m eines literarischen Abends eine Aufführung des Dramas „Der Vater" statt. In der Neuen W i e n e r B ü h n e findet Donnerstag die 7.5. Aufführung des „Feldherrnhügel" stakt. Stephan Zweig hält am Freitag den 11. Avril im mittle'-en Konzerthaussaale einen Vortrag: Romain Rolland : „Ein Bekenntnis zn Europa." Karten ab Donnerstag bei Heller., Im sechsten Symphouiekonzert des ■ Tonkünstkerorchcsters hat W lhekm F u r t w ä n g l e r mit der Wiedergabe von Beethoven, Strauß und Brahms den ihm.vor-. ausaehenden Ruhm bestätigt. Ec ist. sichtbar von der Weihe seiner küristleruchen Ausgabe erfüllt und schon das allein sichert chm das Vertrauen des O 'chesters und dt^ willige Teilnahme des Publikums. Das Bckd der schlmken Gestalt mit den auZdruck»- vollen Gebärdur veriu ttelt sinnfällig den Ablauf der musikalischen Boraänge. Man fühlt d:e Stärke eurer Pec>önlrchkeit und folgt mit Interesse ihrer Entfaltung. Ern seinen Intentionen rascher folnend''s Orchester würde auch das kleine Uebermaß an Heftigkeit . entbehrlich m rchen, dessen er sich noch bedienen mußte, um daS dynamische B!d plastisch h'rvortreten zu lassen. Sollte Furtwänoll-r zur Leitung der Tonkünstler berufen sem. so härte er hier ' ein sicherlich dankbares Feld für erzieherische Tätigkeit und künstlerische Wirkung. Di'. K. M. Musikalische Notizen. Die neue Over von Richard - Strauß, „Die F au ohne Schatten", gclaiiat in Wien am 1. Oktober d. I. zur Uranssührung. Richard Strauß wird die ' E nstudierung leiten. — Oskar Nedba! ist nach Rom vervsiichtet wo.'den, wo er im Mai eine Reihe von Symphoniekonzerten dirigieren w,rd. — Mit Wilhelm F u r t w ä n g l e r werden Nnterhandlirngen gepflogen, die auf eine lkebernahme des Toi'künsilerorchestcrs durch diesen Dirigenten abzielen. — Franz 2 ch r e k e r s neue Over „Der Schatzgräber' nt „der Stadt Frankfurt und ihrem Overnhalis" gewidmet und gelangt dorllelbst in der nächsten Saison unter Rottenberg zur ersten Atlsführiing. Rudolf SchUdkratit» der in dev nächsten Zeit nicht wen'ger als 22 G rst-pielvorstellimgen m Berlin, Prag und Budapest absolvieren sollte, sitzt in Wien und bekommt keme Ans^ rer'ebew lllgung. ie denti'chösterrerchi'che RepMik erklärt, er fet durch se ne Heimatzuständigken Ukramer und verweigert chm den Ban. Die Ukrainer sagen, er sei ein deutscher Schauspieler und hätte nichts mit ihnen zu tun, da er ja Nie in der Ukrame gelebt habe, und gcken ,hm auch keinen Paß. Der Künstler hat stch mgntevlcyt rntschlieä-n müssen, nach allen Seiten abznsagen mck gastiert — in der „Holle". Gin neuer Roman von Ma§ Brod. Brods neuer. Roman „Das große Wagnis" (K 16.5 )) darf mit Recht als Brods jüdischestes Buch angeiprochen werden, denn es behandelt den Aufbrnch der Jugend nach Palästina, durch Greuels von Krieg und Revoliit>on hindurch. Namentl'ch die letzten Setten deS Büches w-'.den von der Jugend mit Begeisterung ausgenommen werden. Sie enthalten geradezu Brods Programm einer Jugendbewegung. Wie Herzls ..Altneuland" wird dieses Buck über die Stunde h naus Recht bch >lten und Erfüllung künden. — Vorrätig bei R. Löwit, Wien. I., Rotenturmstraße 22. Die gestrigem FÄßballwsttspiels. Von den gestr-aen Wettspielen .zählten zwei zur Meisterschaft. . Beide brachten übe-. ..'chende Resultate. Rapid wurde vom Sportklub, W. A. F. von Wacker geschlagen. Der Budapester F. T. C. mußte sem Wett'picl gegen den W. A. C. absagen. Heber bie Freundschaftsspiele «Hakoah—Simmer.ng 2:9, ÄmateurL— Vienna 1:0 rc.) berichten wir m unserer morgigen Rummev, Nachstehend d>. beiden MersterschastSspiele: » S p o r l k l u H-— R a p i b 2 :1 (1:1). Glänzender Sieg der Dornbacher, die mit ungeheuerer Ambltron spielten; »vohl waren sie vom Glück etwas begünstigt, was aber ihren Erfolg Nicht schmälern kann. Ber Ütavid waren diesmal Brandstältcr

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