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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-26 · Heft 67 (26.3.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 67 (26.3.1919)
Date
1919-03-26
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitung 26. M8rz 1919 Seite- M 67 Aus der Räterepublik Ungarn. Der Umsturz in Ungarn infolge einer „irrigen Auslegung" der Ententenote. Ei« Schreiben des Oberstleutnants Dix. Budapest, 25. März. (Ung. Del.-Korr.-Bur.) Die der ungarischen Negierung zuge eilte Militärmission der Alliierten hat an den Revolutionären regieren')en Rat folgonLes Schreiben gerich’t:‘. Budapest, am 23. März 1919. Der Präsident der Republik sagt in seine: an das ungarische Volk gerichteten Proklamation folgen'eZ: „Die Mission der Entente hat erklärt, daß die Demarkationslinie hinfort als politische Grenze betrach et wird." Ich muß formell erklären, daß dies eine irrige Auslegung der gebrauchten Ausdrü e ist. Als der Präsident der Republik die im Waf'enstillstandsvertrag festgestellten G enzen zur Sprache brachte, erhielt er die Antwort, daß nicht mehr von der in dom erwähnten Vertrage fe^gesetzten Demarkationslinie die Rede sei, sondern von einer neueren Entscheidung der Entente, welche tet Zweck verfolgt, die ungarischen Truppen durch eine streng beg enzte neutrale Zone von den rumänischen zu trennen und auf diese Weise jede Möglichkeit eines Zusammenstoßes auszuschalten. Daß es sich hier um eine politische Grenze handeln würde, wurde gar nie erwähnt. Im Juteresse der Gerechtigkeit und Friedfertigkeit ersuche ich im Namen des kommandierenden Generals der alliierten Truppen die gegenwärtige Negü'ung, dieser Mitteilung ohne Verzug die größte Publizität ZU verleihen. V i x, Oberstleutnant. Die Note Armee Ungarns. Budapest, 24. März. Der Revolutionäre re"'e>'nbe Nat ordnet die Bildung einer Roten Armee an, to»-lche aus. angeworbenen organi ie ten Arbeite n und aus den gegenwärtig unter Massen sie enden Proletariersoldaten bestehen wird. D e Soldaten der Roten Armee erhalten volle Verpflegung, Bekleidung, Ausrüstung und monatlich 459 Kronen Gehalt. Jedes ihrer Familienmitglieder erhält ei e Familienzulage von 50 Kronen monatlich. Jene Soldaten, die für e ne Familie zu sorgen hüben, erhalten ein halbiährigeS Ouartiergeld von 30 Kronen. Nach sechsmonatiger, in anstandsloser Disziplin verbrachter Dienst'«'^ erhält der Soldat eine Prämie von 300 Kronen, ie ,ier gebührt ihm bei Verwendung außerhalb der Grenzen eine Zulage von täglich zwei Kronen und e n: Kleiderabnützirngszulage. Chargen und Rangsun erschie' e gibt es nicht. Es gibt bloß Befehlshaber und Soldaten. Die Befehlshaber wer' en. von den Kompaniekomman-- danten angefangen, vom Volkskommissar für Kriegsangel-egenheiten e mannt. Die Sozialisierung des Wirtschaftslebens. Aufrechterhaltung der Betriebe. — Inventarisierung der Waren. Budapest, 25. März. (Ung. -Tel.-Korr.-Bur.) Der Revolutionäre regierende Rat beschloß die Vereinigung des früheren Handelsministeriums mit dem Volkskommissariat für Sozialisierung unter der Bezeichnung „Volkskommissariat für soziale Produktion". Dieses Amt hat folgende Verordnung erlassen: Die Besitzer von Betrieben und Unternehmungen ohrp ihre Vertreter sind, insolange eine anderweitige Verfügung nicht getroffen wird, verpflichtet, ihre Betriebe in hem Kohlen- und Rohstoffverhältnissen entsprechenden .Maße au frech tzuerh alten. Jede Sabotage der Besitzer oder ihrer Vertreter, wie BetiebseLnstellnng. Vernachlässigung der pflichtgemäßen Obsorge oder Arbeiten für die Instandhaltung des Betriebes, unbegründete Verweigerung der Auszahlung von Arbeitslöhnen, Abtransport des aufzuarbeitenden Materials oder der für den Betrieb nötigen Maschinen und Einrichtungen bildet ein Verbrechen. Personen, welche solche Handlungen begehen, werden vor das Revolutionsgericht gestellt. Das Volkskommissariat für soziale Produktion hat bekanntlich die Inventarisierung hex in den Verschleißgeschäften befindlichen Waren angeorbnet. Nach ihrer Durchführung werden die Geschäfte wieder geöffnet der der Verschleiß der Waren wird in einer noch festzuflellenden Weise beginnen. Zur Feststellung der Einkaufsberechtigung werden die Bewohner eines jeden Hauses behufs Ermöglichung einer gerechten Aufteilung der Waren Hauskomitees bilden, welche wieder je zwei Vertrauensmänner wählen werden. Soziale Reformen der RLteregierung. Abschaffung des Adels, der TiLel und Auszvrchnun- J gen. — Gleichstellung dev außerehelichen Kinder. — Ne form der Ehe. Budapest, 25. März. (Ung. Tel.-Korr.-Dur.) Der revolutionäre regierende Rat ordnet an: In der ungarischen Räterepublik gibt es k e i n e n Adel, kernen Rang und keine T > r e l, keine Orden oder s o n st l g e A n 8 z e i ch n u n g e n. Es g>bt auch ke>ne solchen Titel, die bloß das dienstliche Rnngverhäimis zum Ausdruck bungen. — Ferner wird die vollkommene Gleichstellung der außerehelichen Kinder mit den ehrlichen Kmdern angeordnet. Die Räterefliernng ordnet weiters an: Ein Mann und eine Frau, welche seit wenigstens einem Jahre in wilder Ehe leben, können, wenn sie nicht m oerader i'niic blutsverwandt oder Geschwister sind, ohne Rücksicht auf ein Ehchindernis die Ehe schließen. Sie baden nur beim Makrckel'ührer des OrteS anzugcben, daß sie ihr Zusammenleben als Ehe erklären. Hierüber wrrd ein Prowkoll amgenommen und der Matrikclfillirer erklärt d e beiden als Eblleme und trägt die Ehe kür. Diese Art der Eheschließimfl ist auch Personen zugänglich. die verheiratet sind und vom Ga^en. bcziehnnaswene der Gattin fletrennt leben. Mn der Schließung der neuen Ehe erlischt die frühere. Die drakonischen RevolrrLiorrsgerrchte. Nichtev ohne juristische Bildung. — Keine formelle AnLersnchung und Anklageschr'rsLen. — Keine Begnadigung. Budapest, 25. März. (Ung. Tel.-Korr.-Pur.) Eine De -ordnuug deL Nevoluiio räcerr reg'e en'en Rates verfügt über die Ausstellung von Nevolutionsg-erichten folgendes: Die Revolution lg 'richte werden nach Maßgabe der Notwendigkeit aulgestellt. Jedes Gericht besteht 'üus einem Vorsitzenden und zwei Beisitzern. Das NevoliitionZgericht und der Anklagekommissär sowie der Protokollführer werden von der Rätereg'erung ernannt. Die Ernennungen sind nicht an Schulung gebunden. Das Gerichtsverfahren erfo'gt ohne formale Un: er such ung und ohne Anklageschrift. Die Entscheidung des Gerichtes erfolgt nach abgeschlossener Beratung, und zwar wird die Schuldfrage in geheimer Abstiyünungentschieden. Die Todesstrafe kann nur auf einstimmigen Beschluß des Vorsitzenden und der Mitglieder verhängt werben. Das Urteil ist inappellabel. Ein Gnadengesuch hat keine aufschiebende Wirkung. Die vom Revolutionsgericht verhängte Strass ist sosort nach der Verkündigung zu vollftrecken. Requisition der Privatbadezimmer. Einmal wöchentlich für die Kinder Budapests. Budapest, 25. März. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Das VolkSkomnnsariar für die Hauptstadt Budapest hat eine Verordnung erlassen, wonach sämtliche Vadeanstal en wöchentlich au zwei halben Tagen zwecks unentgeltlichen Badens den Kiutern zur Verfügung zu stellen sind. De 'eichen v e den auch die in Privatwohnungen bes'ndlichen Badezimmer wöchentlich einmal den ganzen Tag hindurch für unentgeltliches Baden den Kindern zur Verfügung ge.' e lt. Die Badezimmerbesitzer sind verpflichtet, das zum Ba'en notwendige Heizmaterial, die De ruchtung, Handtücher, Seife usw. unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Kinder mit ansteckenden Kr...tthemn erhalten keine Badelegitimation. Verhaftung des Grafen Georg Karokyi. Budapest» 2*. R'ä'-z. Graf Georg Karoly^i ist heute verhaltet worden. Nau, dem Verhör wurde er >us Schub Hans gebracht. Er . ist der Bruder des bisherigen Präsidenten der Republik. Es verlautet üb - "-ms, daß die Rälkregieumg auch M i cha e l K a r o l y, w »der Verschleuderung von Volks? vermögen unter Anklage steücn will- Telegramme. Kongreß dev Kramarschpartei. qZrag, 25. März. (Tel. der „Wr. Mvigenztg.^) Au? orm Leitern eröffnten Kongreß der demokratischen jnngn'chcclnschen Partei erstattete Abgeordneter Kallrna, der demnächst als Gesandter nach Belgrad geht, den politischen Bericht. Er erklärte bezüglich der ln der Nationalversammlung bestehenden K >se, daß die Partei um eine sachliche Lösung der bestehenden Gegensätze bemüht sei. Hinsichtlich der jüngsten Kundgebung der Partciobgeordneten gegen den bol.schewikischen Terror erklärte K a l l r y a, die Partei werde vor keinem TerrorisMlis, auch nicht vor dem Bolschewismus, zurückweichen. Der Chefredakteur der „Narodnr Llsth" Ing. S i S führte aus; Ww erachten es als erste Ausgabe der Wettvolitik, daß sie aus Erzielung des Einvernehmens aller slawischen Völker hinarbeue. Insbesondere wird es Ausgabe der Tschechen sein, aus die Herstellung neuerBezirhungen mit Rußland binzuwnken. Ww erachten es als unsere Pflicht, unsere Freundschaft zu Rußland klar und best.ninit zu verkünden, unsere Freundschaft zu dem n e u e n d e m o k r o t i« schen Rußland. Wir haben keinen anderen Wunsch, als -aß Rmrland zur re el.echten demokratischen Staatlichkeit -urückkehrt. Die hcuuge schwere rni'Me Krise vermag an unseren Gefühlen für'die russischen Bruder nrchtS zu ändern. Wenn daS tschechische Volk m vergangener Zeit, wo es noch keine Selbständigkeit hatte, der Träger des GcdaickenS der Gegenseitigkeit aller Slawen war, so muß es heule um so mehr in diesem Sinne handeln, und wir betrachten eS akS die aeschichlliche Aufgabe der tschechischen Nation, daß sie der Kitt se-, der alle slawischen Völker zusammenhall. (Diese Liebe zum demokratischen Rußland steht in einem schreienden Gegensatz zu der Svmvathle, die gerade bic führenden Persönlichkeiten der tschechischen Politik, vor allem aber Kramarsch und SiS, por dem Krieg für den Zarismus an den Tag gelegt halten. Drr Red.) Keine Mobilisierung in Tschechien. Prag, 25. März. (Korr.-Bur.) Im Laufe des gestigeu Tages v rhreitete sich in Prag das Gerücht, daß «ine allgemeine Mobilisierung angeordnet werden dürfte. Das -Prager Tagtlatt" stellt nach Erkundigungen an zuständiger Stelle fest, daß dies vollständig unrichtig sei und man im Gegenteil daran denke, in Bälde einige Jahrgänge zu demobilisieren. S andrecht in der Slowakei. Prag» 25. März. (Korr.-Bur.'> Das tschccho-slowakische Preß« i bnreau meldet aus Preßbura: Minister S r o d a r hat mtt Rücksicht auf die Ereignisse in Ungarn heute daS Standrecht; fürdieganzeSlowakel angeorbnet. Die Bevölkerung , bar? sich m den ö"emlichen Lokalen nur his 9 Uhr abends aus' halten. Nach 9 Uhr darf sich niemand in den Straßen ze.gen. Deutsches Gold in Rotterdam. Kotterdam, 25. Mär;. tTel.-Komp.) Auf einer Bahnj siation sind hier zweiWaagonS mil Gold im Werte von 50 Millionen Reichsmark eingetroffen. DaS Gold wurde von der llieichsbank zur Bezahlung der zu liefernden Lebensmittel ' aus Amerika gesendet. Deutsche Nationalversammlung. Weimar» 35. Marz. Aus der Tagesordnung stehen Anfragen. R i e ß e r (Deutsche Volkspartei) führt Beschwerde über Vergewaltigungen deutscher Zeitungen in der Pfalz durch die französische Besatznngsbrhörde. Der Regicrungsvectreter erwidert, die Presse der Pfalz werde fortgesetzt v e r g e w a l t i g t. um die Bewohner der Pfalz zu entfremden. Die Regierung zweifle aber keine Augenblick an der Treue der BevolkerMg. Abg. Knurrt (Unabhängiger Sozialist) behauptet, daß die Tmppen des Generals Märker m Halle U n m e n schlich k e i t e n und Ausschreitungen begangen hätten. Major Gilsa gibt energisches Einschreiten gegen etwaige Schnldige zu. Abg. H a a s e (Unabhäiiger Sozialist) fragt nach dev gesetzlichen Gmndlage des Erlasses des Reichswehrministers über das Stand recht, worauf Major Gilsa erklärt, daß dieser Erlaß wieder aufgehoben worden sei. Abg. H aase fragt nach den Gründen des Verbotes dev Zeituna^n „Freiheit" und „R e p u b l i k". Major Gilsa erwidert: Dre Zemmgen haben in gemeingefährlicher Weise auf die ohnehin erregte Stimmung der Bevölkerung Berlins eingewirkt und stnd deshalb Vorboten worden. Nach Erledigung einer weiteren Anfrage folgten I n t e r-- v e l l a 1 i o n e n d e s Z e n t r u m s und der demokratischen Partei betretend Maßnahmen für die m r t t l e r e n u n d kleinen GewerbeundHandelsrreib enden und der deutschnationalen Partei betreffend den Wiederaufbau der wahrend des Krieges stillgelegten Betriebe. In Deantworlung der Jntervellavonrn erklärt Reichswirtschaftsmimster Wissel, daß man bemüht fern werde, du.ch schleunige Austräae Industrie und H nde! über den toten Punkt binwegzuhelien. Die preußisch«' Elsrnbahnverw a l r n n g habe bereits Aufträge ,m G,eiam:betrage von zwei Milliarden gegeben und die R e i ch s p o st v e r w a l-> t u n g solche von einer Vlertelmilliarde. Sodann wird die Welterberatung auf morgen vertagt. Keine Lebensmittel für Deutschland ohne Auslieferung der Handelsflotte. London» 25. März. (Funkspr. der, Tel.-Kontp.) Im Unterhaus teilte drr Nahrnngsmittelsekretär mit, daß bisher noch keme Lebensmittel nach Deutschland geschickt wurden, die besetzten Gebiete ausgenommen. Es würden auchkeine Lebensmittel abgehen, ehe Deutschland nicht die Bedingungen e r f ü l l t hat, die in dev Auslieferung derHandelsschiffe und in dev Regelung der finanziellen Frage bestehen. Die für Deutschland bestimmten Vorräte lagern bereits m Rotterdam und sind zur Ablieferung bereit gestellt, wenn die Bedingungen erfüllt sind. Norwegens Lebensmitteltieferungen an Deutschland. Verhandlungen mit der Entente. z Thrisliania, 25. März. (Tel. der „Wr. Moraenztg.") Die Verhandlungen Norwegens mir der Entente betretend die Lebensmitteleinsuhr nach Deutschland dürien als abgeschlossen gelten, obwohl der Presse noch keme diesbezüal^che Mitteilung zugegangen ist. Norwegen muß zunächst Englands Heringsvorräte üvernchmen, das stnd dreivrertel Millionen Fässer, die England seinerzeit Kaufte, um Deutschland den Kauf unmöglich zu machen. Diele Menge muß nun Norwegen zurückkaufen, obwohl dreivkerteldavonaanz verdorben sind. Dann erst darf es an Deurschland beliebige Mengen Hermge und 7500 Tonnen Speisefett tiefem. Nunmehr schw:ben Verb ’‘,sf nflcn über Preis und Zahlnngsmittet und Ende dieser Wo wird rn Chnstlania eine Kommission zur Erledigung dieser Kragen zusammentreten. Anerkennung der deutschen Regierung durch Berlin, 25. März. (Korr.-Bur.) Der schweizerische Bundesrat A d o r hat ein Schreiben des Reichspräsidenten E b e r t, worin d'.eser ihm seine Wahl Md seinen Amtsantritt anzeigt, mit einem warm gehaltenen Handschreiben beantwortet. Dam t bat die Schweiz als erster auswärtiger Staat die neue deutsche Reglerung förmlich anerkannt. Die neue preußische Regierung. Berlin» 2b. März. Die ^Deutsche Allgemeine Zeitung* meldet: Die neue preußüche Regierung seht sich folgendermaßen zusammen: Mlnisterpräsidium: Hirsch, Inneres: Hein, Einanzen: S ü d e k n m. Landwirtschaft: Braun, Kultus: L n i s ch, Eisenbahnen: O e s e r (Demokrat), , Handel : Fischbeck (Demokrat). Dem Zentrum wurde das Jiisttz- Md Wohlfahrtministerium zugewiesen. Keine Gegenrevolution in Berlin. Berlin» 25. März. Gegenüber den Erörterungen dev.: Presse über größere Demonstrationen zugunsten des früheren Kauers und über Ovationen für General Ludend o r f f stellt das Wölfische Bureau fest, daß diese Demonstrationen m Wirklichkeit Spaziergänge kleiner, ihrer Zahl nach jeglcher Bedeutung embehr'nder Gruppen waren. Im übrigen fei es selbstverständlich, daß d»e republikanische Regierung mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln monarchistischen Putschversuchen und nationalistischen Kravallen entgegenzutreten wisse» werde. Die Wirren in Oberschlesien. Bevorstehender Generalstreik. — Sperrung der Grenze. n Oppeln, 25. März. (Tel. der „Wr. Moraenztg/') Ist Oberschlesicn gehen wieder dunkle Gerüchte um. Wie von verschiedenen Stellen aus dem Industriegebiete gemeldet wird, beabsichtigen die polnischen Legionäre, sofort nach Bekanntgabe, daß Oberschlesien zu Polen gehört, e i n z rr r ü ck e n. Als Tag wird der 90. März genannt. Alle polnischen. Vereine planen für diesen Tag einen Umzug. Dem Generalstreik, der nächste Woche angeblich ausbrechen wird, wollen sich 72 polnische Vereme an- 'chlleßl'n, Jin Geheittien wnd alles zum Ansstande vorbereitet. Die Grenze ist fett 20. März streng gesperrt. Dolschewikifche Wühlereien. » Gleiwitz, 25. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg."). Für den 26. und 27. März haben spartakistische Elemente einen Generalstreik für Oberschlesten angesagt. Die große Mehrzahl der oberschlesischen Bergarbeiter ist fedoch gegen den Streik und wendet sich mrr Entschiedenheit gegen die von frenwen, meist . jugendlichen Elementen aufgeheaten Rädelsführer. Auch im polnischen Industriegebiete, in B e n d z i u, wy augenblickliche eine schwere Tpphilsepidemir herrscht, gärt eS unter der Arbeiterschaft, doch ^sind die polnischen Machthaber mit großem Elfer am Werke, um dre dortigen dolschewiküchen Elemente im Zaune zu Hallen. Interessant ist im Übrigen die von den höheren polnischen Behörden Obrrschlestens Überall verbreitete Parole, in der es heißt: Wir Polen wollen Oberschlcsirn gar nicht haben, well das Land vom Bolschewismus verseucht ist.

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