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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-25 · Heft 66 (25.3.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 66 (25.3.1919)
Date
1919-03-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Dienstag Tanzschritt bekleidet sich das tote Gestein mit neuen Blüten. Tier» , und Blumrnleben und die SenlimrMnlität des Posthorns der folgenden Sätze gaukeln schon freundliche Sommertraume vor! Die Reflexionen der Nietz'sche-Worte und der Engrlckor stelle« dann den bemufitttt Menschen in umgebende Nawr, der sich mit dem andachtsvollen Gesang des letzten Satzes dem All verbindet. Mahler war Expresstonist, ehe dieser Ausdruck Mode wurde. Seine Wiedergabe fordert aktive Geistigkeit, die das Kunstwerk bis in die letzten Einzelheiten durchströmrn muß. Das Orchester wurde dieser Forderung gerecht; den Frauen» und. Knabenchor zu solcher Selbstentänßerung fortzureißen, blieb Weingartner versagt. Hier hat Walter lebendiger zu wirken verstanden. Doch war der Gcsamreindruck ein mächtiger und die Begeisterung des Publikums zeigte von neuem, wie sehr der aufblühende Mahlerkult m einem tiefen Bedürfnis der Zeit verankert ist. * Dr. K. M. 5 Aus den Theatern. Die Neue WienerBühne muß die Premiere der „Buchse der Pandora" auf Dienstag den 1. April verlegen. Bis dahin täglich „Der Feldherrnhügcl". In der Volksbühne stndet Dienstag den 25. d. M., nachmittags V-3 Uhr. die erste Aufführung des Schwankes „6m toller Emsall" von Karl Laufs statt. Franz Metzner gestorben. Wie ans Berlin gedrahtet wird, ist dort gellem der-bekannte Bildhauer Franz Metzner im 46. Lebensjahre gestorben. f Opernthvater. In der gestrigen Versammlung aller Angehörigen des Opemtheatcrs wurde nach Anhörung der Vertreter des Bühnenvereines und des Theaterrates, die zur gemeinsamen Arbeit aufforderten, eine Resolution angenommen, in der die einmütige Zustimmung zu den ^Plänen Dirrk'.or Schalks zum Aiisdmck kam. Nach diesen "oll das Opernkhcaters nls^ reines Kunstinstitut erhalten bleiben und die Sanierung der Finanzen entweder vom Staatsrat oder von einer privaten Unternehmung durchgesiihrt werden. Keinesfalls schließe man sich dem Durgtheater an oder werde einer Verpachtung dw Zustimmung erteilen. Die Weltbühne, der Schaubühne XV. Jahr, Wochenschrift für Politik, Kunst, Wirtschaft. herausgegeben von Siegfried Iacobiohn, emhäsi in der Nummer 12: Moskau gegen Weimar von He-nrich St, übel; Wir Negativen von Kurt Tucholsky; Georg Gothein von Johannes Fischark: Gesinnungstreur Kinder von Franz Barffovrus: Segen der Erde von Hairy Kahn; Film-Reform? von Hans Siennen: Gespenster von Astred Polgar; Der Revolutionär von S. I.; Das Lied vom Kom-' proiniß von Kaspar Hauser: Utopisten von Alfons Goldichrrndt; Antworten. - > Ein neuer Roman von Max Prod. Brods neuer Roman „Das grolle Wagnis" (K 16.50) darf mit Reckt als, Brods jüdischestes Buch angesprochen werden, denn es behandelt den Aufbruch der Jugend nach Palästina, durch Greuel von Krieg und Revolution hindurch. Namentlich die letzten Seiten des Buches werden von der Jugend mit Bcgeistenmg ^ausgenommen werden. Sre enthalten geradezu Brods Programm einer Jugendbewegung. Wie Herzls „Altneuland" wird dieses Buch über die Stunde h'nans Recht behalten und Erfüllung künden. — Vorrätig bei R. Löwit, Wien, 1^ Rotenturmstraße 22. Gerichtssaal. Rote Garde kontra „Reichspost" nnd „Neues 8 Uhr-Blatt." Für den 29. d. M. kommen zwei mtereffant« Prozesse vor der ordentlichen und außerordentlichen Schwurgerrchtssessron zur Verhandlung. Dr. Engländer, ehemaliger Kommandant einer Roten Gardeabteilung, strengte gegen den Chefredakteur der „Rttchspyst" und deren verantwortlichen Redakteur wegen einer seinerzeit erschienenen Artikelserie, die gegen die Einrichtung der Roten Garde sich richtete, «ne Ehrenbelktdigungsklage an. Ebenso klagte Dr. Franz Blei, Offizier der Roten Garde, den Chefredakteur des'„Neuen 8 Uhr-Blatt" Georg B i 11 u c r, wegen eines Artikels. Der erpresserische Polizeikommissär. Der der Scklußverhandlung wurde der Polizeikommiffar Dr. P o l z e r ivegen Verbrechens der Erpressung zu zwei Jahren schweren Kerkers vrrurleilt. Sein KoMplrzr, Simon Stnkowskh, wurde zu 18 Monaten, Berta Kurz zu 9 Monaten schweren Kerkers ivegen Mitschuld an Erpressung verurteilt. Die beiden ersteren meldeten die Berufung an, während Berta Kurz sich Bedenkzeit vorbehielt. Sport. Der Siegeslauf des Automobils. Der Krieg hat die Automobilprodnktion ganz außerordentlich angeregt. In den vier Jahren ist der Automovitverbrauch in fast allen Kulturländern außer ordentlich gestiegen. Nach einer amerikanischen Statistik wurden in den europäischen Ländern gegen Ende des Krieges verwendet: Großbritannien 171.607, Frankreich 93.400, Deutschland 95.000, Italien 35.500, Mrßland 27.900, Oesterreich- Ungarn 19.360, Belgien 14.700, Spanien 10.250, Holland 10.000, Schweden 9000, Dänemark 8500, Schweiz 6157, Portugal 5211, Norwegen 5067, Bulgarien 2500. Rumänien 2000, Finnland 2000, Griechmland 800, Türkei 500, in einigen anderen kleinen Staatm. 666, ztzmmmen 522.112 Automobile. Cs handelt "ich hier natürlich um Schätzungen, von denen mau nicht weiß ob sie genau zutressen. Jedenfalls aber zeigt die Statistik, in ^elch ungeheurem Maße das Automobil in Europa Verwendung "rndet. Hauptautomobillieserant war während des ganzen Krieges N ordamenka, dessen Automobilprodnktion geradezu ins Fabelhafte gesteigert worden ist, Einige Fabriken. besonders die größte amerikanische Automob siabrik Ford, haben ungeheure Prodnktionsziffern erreicht. Infolgedessen sind die Vereinigten Staaten heute mit Automobilen geradezu iiüersät, und die Ententeländer haben ebenfalls große Quantitäten von Automobile», die aus Nordamerika bezogen worden sind. Üebrigens hat Nordamerika nicht nur Kriegsautymoblle, bezw. Personenautomobile. Geschützautomobile usw. hergestellt, sondern sehr viele landwirtschaftliche Automobile. Allerdings wohl auch im Zusammenhang mit dem Kriege, well die Heekksansordcrungen der amerikanischen Land* rvirtschaft soviel Atbeitskräste entzogen habm, daß Ersatz geschafft rverden mußte. Die landwirtschaftliche» Antomobile ersparm aber A' brrskraste. Man hat diese Ersparnis in dm Bereinigten Staatm genau berechnet, wie ja überhaupt nirgends die Messung der 'Arbeitskraft soweit gediehen ist wie in Nordamerika. , In Frankreich, in Ita! en, m England, nr den Ländern der Akittelmächte, aus dem Balian, in Südamerika, in Japan, selbst in China wurde die Amomobilfabnkation während des Krieges is^icnüicf» erweitert. Mil ihr hie Flugzengherstellung, dr» vielleicht noch erstinrulicherr Fortschritte geniackr hat. IedmfgllL wird in Anknust Las Automobil noch eine ganz andere und viel bedeutsamere Rolle als vor dein Kriege spielen. Wiener Morgenzeitung Die heutigen Fußballwettspiele. Don den heungm Wettspiele» wird jenes des F. T. T. am meisten Interesse erregen. Die ausgezeichnete Budapester Mannschaft steht in der Meisterschaft an erster Stelle und betreibt einen vorzüglichen Fußball. Der W. A. C. wird «S nicht leicht haben, gegen die Mannschaft der Gäste ehrenvoll abzuschneidm. Rapid hat in Hürteldors dm Wiener Sportklub zu Gaste. Dieses Meisterschastssviel verspricht sehr gutm Sport, da beide Mannschaften am Sonntag gutes Könnm gezeigt haben. Ravid dürste emen sehr knappen Sreg erringen. Der W. A F. trägt gleichfalls in Hütteldorf ein Meisterschastsspiel gegen den S. C. W a ck e r aus. Nach der großen Fomiverbesserung. die die Meidlinger in der letzten Zeit zu verzeichnen haben, ist der Ausgang des Spieles ganz ungewiß. Außerdem finden noch vier Freundschaftsspiele statt, die gleichfalls einen interessantm Verlauf erwarten lasseir. Die Schwechater .Germania tritt in Florcksdorf dem F. A. C. gegmüber und dürfte ihm einen ebenbürtigen Gegner abgeben. Die Vienna spielt ans der Hohen Warte gegen die Amateure nnd sollte nach den zuletzt gezeigten Leistungen einen knappen Sreg erringen. Hertha und R u d o l f s h ü g e l, die beiden alten Rivalen, werden sich w'rder einen heißen Kampf liefern. Das Wettspiel findet aus dem Herlha-Platze statt, weshalb wrr der Hertha die etwas größeren Chancen einräumm können. Auf dem Simmeringer Sportplätze (X!., Zipp« ergösse! spielt dieHakoah gegen dm SimmeringerSportklub. Die Hakoah hat ,n der lrtztm Zeit so mäßige Leistungen gezeigt, daß man kaum auf euren Erfolg gegen den erstklassigen Gegner rechnen kann, Sportklub „Hakoah". Heute 7,7 Uhr abends geselliger Klubabend mit ernsten und heueren Vorlrägm und anschließendem Tanz im Klubhcim Cals „Industriellen", l., Konkordiavlav 4, bei welchem Hakoahner Vollzählig zu erscheinen haben. Angehörige herzlich willkommen. ‘ _ Der Volkswirt. Der neue Kurs der Finanzen. Von Heinrich Färber. Ohne uns mit den Ansichten des geschätzten Verfassers in allen Punkten zu identifizieren, geben wir ihnen Raum, da sie von allgemeinem Interesse sind. Die Red. Staatssekretär Schumpele r hat den neuen Finanzkurs im Zeichen der .Mahrheilt" eröffnet. Beim Empfang der Beamtenschaft im Staatsamt der Finanzen sagte, er: „Der erste Punkt ist, daß wir unserem Bott vor allem die Wahrheit sagen müssen". Bisher also hat man dem Volk nicht die> Wahrheit gesagt. Dieser Vorwurf richtet sich einerseits gegen seinen Vorgänger und andererseits gegen die Presse. „ES ist ferner klar", sagte er, „daß in unserer Oefsentlichkeit das Verständnis für die finanzielle Seite aller, staatlichen Fragen höchst unentwickelt ist." Er wiederholt ihn in seiner Ansprache an die Vertreter der Presse. Er habe, sagte er, beobachten können, wie viel Talent, Fähig-- ketten und Wissen in den Artikeln über den Geldmarkenthalten ist; zunächst habe er diese Erfahrung in den so schön gegliederten Geldmarttartikeln der englischen Zeitungen machen können; aber, fügte er konventionell hinzu, auch ebenso in unserer Presse. Deshalb ist, wie er seinen Beamten sagte, „in unserer Oefsentlichkeit daö Verständnis für die finanzielle Seite aller staatlichen Fragen höchst unentwickelt." Die Presse hat diese Schmeichelei in eigenartiger Weise quittiert. Ruhe herrscht in dem sonst so bewegten Blätterwald derselben Presse,, die jedes Wort Steinwenders gewendet und gewunden hat, um das Verständnis der Oefsentlichkeit für den tiefen Sinn auf das Höchste zu entwickeln. Die selbe Presse registriert trocken die Erklärungen des neuen Staatssekretärs, als oh da nichts zu kommentieren und zu kritisieren wäre. Was ist es, was ihr die Rede verschlagenhat. die Schmeichelei ober die Wahrheit, die der neue Staatssekretär fordert? Vor allem-hätte man die Oefsentlichkeit auf dawesentliche der Wendung in der Finanzpolitik aufmerksam zu machen. Dieses besteht darin, baß das neue staatliche Leben nach dem Krieg nicht von dem Gesichtspunkte der Verbesserung. der Väluta, sondern von dem der Verbesserung der Volkswirtschaft eingeleitet werden soll. DaS ist die große Wahrheit, von der der Staatssekretär spricht, ein Bekenntnis desselben zu einem der Grundsätze, den die Presse mit so viel Talent, Fähigkeiten und Wissen totgeschwiegen hat. Sie hat eS vorgezogen, die öffentliche Meinung mit einer Art ,Salutahei»chelei" — wie der neue Staatssekretär .eS so treffend bezeichnet — zn vergiften. Di^e .Jalujaheuchelei" ist die große bewußte oder unbewußte Lüge des früheren Staatssekretärs. Diese lügenhafte Politik» di« nach Ansicht des neuen Staatssekretärs zu einer „wirtschaftlichen Katastrophe" führen müßte, hat die Presse, unterstützt von „hervorragenden Währungspolitilern", „Staatsmännern" und „Bankfachmännern", tagaus tag ein dem Volke weiß gemacht. Das ist der Grund, warum sie jetzt schweigt, Fälschlich hat mqn diese Politik .Währungspolitik" genannt, fälschlick, sie mit den Problemen, des Staatskredites und d«s Importes in Verbindung gebracht, während st» nichts anderes war als ein« Politik der Realisierung b«s KriegSgen, inneS, eine unmöglichePolitihzu derenVerwirktichung hundert Jahre produktiver nationaler Arbeit nicht ausgereicht hissten. Um diese Politik durchzusetzen, hat man es sogar nicht gescheut, uns die Entente und die Neutrale» auf. den Hals zu hetzen. Diese sollten unfern Staat zwingen, seine „Verbindlichkeiten" voll und ganz zu erfülle», für 23 Francs 100 Goldkronen zu zahlen. „Dalutaheuchekei" ist die richtige Bezeichnung dieser Politik. Da diese Politik falsch und aussichtslos ist, wären auch alle finanzpolitischen Maßnahmen des früheren Staatssekretärs, weil sie alte aus die Durchführung jener Politik anSgingen, falsch und für die Volkswirtschaft der-- j hängnisvoll. Die Abkehr von dies»« Politik muß daher jeder 25. März 1919 Rr. 66 ehrliche und vernünftige Volkswirt als eine Befreiung von einem drückenden Alp empfinden. Der zweite wesentliche Wechsel 1» der Finanzpolttik betrifft die Kriegsanleihe. „Die Zinsen der Kriegsanleihe müssen unter allen Umständen gezahlt werde«", sagte Steinwender, sagte die Presse ohne Unterschied der Klasse. .Hort mit der Zinsenwirtschaft", sagte der Verfasser diese- Aufsatzes. „Di« Kriegsanleihe muß weg, muß bald weg» muß energisch weg", sagt Schumpeter. Auf welche«» Wege er sie wegzubringen gedenkt, Hai der Staatssekretär nicht gesagt. Das ist ein bedauerlicher Mangel für die Entwicklung des Verständnisses für seine Politik in bev Oefsentlichkeit. Statt baß er bedeutungsvoll anlünbigt, daß er sowohl als auch die Beamtenschaft ewissen, daß es zu machen gehe ohne Brutalität und ohne daß irgendeine Existenz vernichtet wird, hätte er den Weg bekannt geben sollen. Für die Oefsentlichkeit wäre eS viel leichter, sich ein eigenes Urteil darüber zu bilde«, ob! auf diesem Wege eine Existenz vernichtet wird oder nicht, als den Weg selbst zu erraten. Dieser Weg kann übrigens nicht erst im Staatsamt der Finanzen, wo er fünf Jahr« lang gänzlich unbekannt war, plötzlich entdeckt worden sein. Der Verfasser dieses Aufsatzes hat ihn als erster bereits vor Jahr und Tag in Wort und Schrift öffentlich verkündet; eilten anderen gibt es nicht, wenn Brutalität u»b Existenz- Verrichtung ausgeschlossen sein sollen: Die Kriegsanleihe, die nie hätte kommen sollen, muß auf demselben Wege'weg, auf dem sie gekommen ist; mit Papiergeld wurde sie gekauft, mit Papiergeld muß sie bezahlt werden. Vollkommen richtig ist, was der Staatssekretär über die autonomen Finanzen gesagt hat. Zu derselben Kategorie gehören aber auch die Probleme des 'Anschlusses und der Sozialisierung. Beides ist wünschenswert, doch muß die Konsolidierung der Wirtschaft beiden vorausge^n. Cs sst eine Eigentümlichkeit der Wirtschaft, daß sie nicht auf dem Boden von Idealen, sondern auf streng ökonomischem Grund gedeihen kann. Worüber der Staatssekretär ferner die Aufklärung schuldig blieb, ist der Zweck der Vermögensabgabe. Bekanntlich hat sein Vorgänger die Sicherung der Zinsen der Kriegsanleihe und die Verbesserung der Valuta als den Zweck der Vermögensabgabe bezeichnet. Schumpeter negiert beide Zwecke, ohne zu sage», welches sein Zweck ist, den er mit der Vermögensabgabe verfolgt. Man kann ihm daher nicht beipflichten, daß „die Sache ausdiskutiert ist". Die Kombinattou der Vermögensabgabe mit der Gründung von Kreditorganisationen, die der Staatssekretär erwähnte, bedarf ebenfalls einer näheren Aufklärung. Nicht minder seine Aeußerung, daß der Bauernstand ganz besonders berücksichtigt werden müsse. Man sollte doch glauben, daß die Landwirtschaft am allertvenigsten kapitalsbedürfttg ist. Die Zinsfuß frage hat, glaube ich, für Deutschösterreich bei seiner außenpolitischen Lage keinerlei Bedeutung. Was endlich unseren ausländischen Kredit rmd unsere Versorgung mit Lebensmitteln und Rohstoffen anbelangt, teile ich den Optimismus des Staatssekretärs, wenn auch aus anderen Gründen. Wir bekominen ganz sicher Lebensmittel, Rohstoffe und Kredit, weil die Entente daran interessiert ist. _ Die Lombardierung der Kriegsanleihe. Wie i» Wiener Börsekreisen verlautet, soll die Oester» reichisch-ungansche Dank den Beschluß gcfaßt haben, Kriegsanleihe fortan nurmehrmit Sy Prozent statt wie bisher mit 75 Prozent zu 5 <* lehnen. Bevorstehende Schließung der BLrse? Seit einigen Tagen zirkulie.en wieder Gerüchte von einer bevorstehen', en Schließung' der Börse. Es hat diesbezüglich eine Agitation eingesetzt, di« gestern so weit ging, daß es allgemein hieß, die Börse werde spätestens Samstag gesperrt werde«. Aus Bankkreisen erfahren wir -« dieser Frage folgendes: Bekanntlich bestand die Absicht, die Depots bis Mitte April zu sperren. Bis dahin hoffte ma», die Vermögensseststellung durchgeführt zu haben. Nu» sind aber über diesen Termin Bedenken aufgestiegen, und man befürchtet, wegen technischen Schwierigkeiten eine Verlängerung des Termins auf unbestimmte Zeit, wodurch an der Börse jede Verfügung über Effekten unterbunden wird und das Risiko bei der Entrierung neuer »Geschäfte ins Unabsehbare w S ch st. Um nun solche Geschäfte zu verhüten, wird vor« geschlagen, die Börse zu schließen. Die Börsekammer wünscht allerdings nicht die Schließung der Börse, dagegen würde sie eine Abänderung der Bestimmungen bei Vntrierung ne «er G e s ch ä f t e in Vorschlag bringen. Zur Vermögensanmeldung. Die zweite Vollzugsanweisung. Die ergänzende Vollzugsanweisung zur BermögenSanmeldung lautet: § 1. Geschloffene Depots. Dis bei einer öffentlichen Kasse, bei der inländischen Niederlassung eines inländischen oder ausländischen Kreditinstituts oder bei einer Person,»die gewerbsmäßig Bankgeschäfte/Hotreibf, unter Verschluß (Paket, Koffer, Kiste unb dergleichen) hinterlegten Gegenstände sind zunächst gesperrt. Auf die Anmeldung und Kontrolle solcher unter Verschluß hinterlegter Bermögenschaften finden die HS 5 bis IS der ersten Vollzugsanweifung ftnngemüßr Anwendung. Die Jnventarisiernng hat sich <mf Dokumente, die nicht Wertpapiere sind, lind auf gewöhn-- licfy: Mgrustände bc* täglichen Gebrauches nicht

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