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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-18 · Heft 59 (18.3.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 59 (18.3.1919)
Date
1919-03-18
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien. Drensmo Wiener Morgenzettuny 16. März 1919 Stt. 59 Wir stehen noch in den allerersten Anfängen.' Da das Bedürfnis überall vo-banden ist, ist henke die erste Angabe, K o n k r e t e s zu schaffen. .In diesem Sinne ist nach meiner Ansicht das Programm des Referenten zu allgem-'in gehalten. Das bestehende Unie-nchtsamt müßte stch für das nächste Jah>. 3 oder 9 konkrete Aufgaben stellen., und zwar M't'ellchulen und Volksschulen mit allgemeiner Unterrichtssprache und hebräischer Sprache für die jndaistnchcn Fächer; wenn Sie erst einmal 2'oder 3 solcher Schalen haben, dann wird alles kommen. Das wirkliche Leben bat uns Riecht gegeben. Unsere Lage den polnischen Behörden gegenüber ist heute anders als früher; wenn der Inspektor kommt, muß er sagen, das sind gute Schulen, und es darf nicht Vorkommen, daß er Gelegenheit hätte, zu sagen, daß der Unterricht schlecht sei. Obwohl wir in unseren Schulen zuerst die russische Sprache als Unterrichtssprache hatten und erst seit drei Jahren in polnischer Sprache unterrichten, stehen dre Schulen auf einer anerkannten Höhe, so daß uns nicht nur die Matura anerkannt, sondern auch eine Subvention zugebrlligt werden wird. ' Bezüglich der Kindergärten teilef ich ganz die Meinung des Herrn Rath, denn Kindergärten können sicherlich rein hebräisch errichtet werden, doch machen Sic hiervon ja wckit die Gründung der Volksschulen abhängig. Es ist prastlsch möglich und hat sich tatsächlich erwiesen, daß ber Kudern, die ferne Ahnung von Hebräisch haben, der Unterricht hebräisch begönnen werden , kann. In der ersten Dclksschulklasse lernen die Kinder durch Gespräche die Anfangsgründe der hebräischen Sprache, dann kaitn man in der , zweiten Klasse schon nlit Auszügen auS der Bibel beginnen. In der Myrten Gmnnasialklaffe sprechen unsere Schüler schon ganz gut hebräisch. Bezüglich der vom Referenten erwähnten Reform des Religionsunterrichtes bemerke ich, daß Sie da nach meiner Meimma einen Fehler begehen würden, wenn Sie stch auf irgendwelche Reformen des Bestehenden einlassen. In den österreichischen Schulen hat man jetzt zwei Stunden wöchemlich Religionsunterricht; Sie können es drehen und wenden uuc Sre wollen. Sw werden auö diesen zwei Stunden nichts iiiachen können. Für die Schulen in Polen sind als Minimtim nuden jüdischen Unterricht sechs Stunden festgesetzt und wir haben, allen Behörden erklärt, daß wir unter sechs Stunden feinen Fmger rühren. Und auch Sie müffen unbedingt auf diesem Standpunkt verharren und erklären, daß Sw sonst lieber die ganze Geschichte sem lassen, da ja sechs Stunden eigentlich auch noch unzulänglich stnd. Nach fünf bis acht Jahren werden Sie ein lebendiges Beispiel geschaffen haben, ww erne jüdische Schule auszusehen Tictt, dann wird das Leben Ihnen nachhinken und rncht Sie dem Leben. Ich bin auch em Gegner der Chedcrreform. denn ich bm der Ansicht, daß daraus, nichts zu machen ist und man von vorne ansangen muß. Schaffen wir wirklich gute Schulen, dann werden die K>nder zu uns kommen. — Das ist un allgemeinen, was ich Ihnen zu sagen hatte. Details würden zu weit führen. (Lebhafter Beifall.) Für jiddische Schulen. Nach Sitzmann, der vor zu großen Projekten warnt, spricht Dr. Nag l e r (Poale-Zion), der davor nwrnt, durch die schule die Jugend dem Volksleben zu entfremden. Da die Sprache der jüdischen Massen heute jiddisch ist, beantragt Dr» Nagler als .Zusatz zu dem von Professor Geiger ausgestellten Programm, daß neben der hebräischen Sprache und Lteratur auch der jiddischen Sprache und Literatur ein Platz' im Lehrvlari eingeräunrr iverde, ferner daß dort, wo das Bedürfnis lwsteht und die Eitern es fordern, in der zu errichtenden schulen Parallelklassen mit jüdischer Unterrichtssprache eingerichtet werden. Vertagung der Debatte. .Hicrarff erklärt Herr Böhm, daß die Sitzung wegen vor" geschrittener Zeit beendet werden müsse und macht folgenden Bor" schlag: Dem Unterrlchrsamr, mtt Prof. Dr. G einer als Rewrenkrr'. juirb eine Fachkommission beigegeben; de noch zur Debatte vorgemerktcn Herren werden in der in acht oder zehn Sagen stattfindenen nächsten Plenarsitzung, zu Worte gelangen ' dres wird als erster Punkt der Tagesordnung festgesetzt). Auch dir Annahme der Leitsätze werde zur weiteren Diskussion gestellt werden. Für die Fachkommission sind folgende Herren vorgeschlogen: ' Dr. Siegfried B e r n f e l d, Dr. Edmund Jerusalem, Moses R a tfr, Dr. Wilh. Stein, Dr. T a r t a k o w e r, Dozent Dr. T o r c z y n e r, Dr. W e l t s ch, ferner drei Mandate' für" Poale-Zion, und zwar Dr. Bienenzucht, Rubin G l ü cf San A n n und Dr. Nagler.;; Dr. N agler ersucht, das Präsidium möge Sorge dafür tragen, dre Plenarsitzung in kürzester Zert einzuberufen, da man erst nach Durchsührtmg der Diskussion über die Richtlinien werde abstitnmen können. , Herr B ö h m erklärt, daß das Unterrichtsamt die Vorarbeiten beginnen müsse, nach den von Professor Geiger gemachten Vorschlägen, inzwischen soll der gewählte Fachbeirat zusammentrereu und gemeinsam mit Professor Geiger beraten, um m der nächsten Sitzung weitere Vorschläge zu machen. . EL wird bestimmt, daß die Kommission ofsiziest erst ab 1. April ins Leben gerufen werde. Hieraus wird dir Sitzung geschloßen. _ Tagesbericht. . , Vor dem 12. Ziowistenkongretz. / Der nächste Zionistenkongreß soll am 7. August sLattfinden. Vorher wird eine Sitzung des großen Aktionskomitees die Tagesordnung und den Tagungsort festsetzen. Nach sechsjähriger Pause wird also die oberste Instanz der zionistischen Weltorganisation wieder in Funktion treten, das Instrument der zionistischen Demokratie, das den Volkswillen verkörpert. Statutenmäßig soll der Kongreß jedes zweite Jahr einberufen werden; nach dem 11. Kongreß jedoch, der 1913 in Wien stattsand, erzwang ber Krieg die'e lange Pause, die um so schmerzlicher fühlbar war, als gerade in der Zwischenzeit die wichtigsten Entwicklungen und Ereignisse vor sich gingen. Der 12. Kongreß tvird eine Fülle von Aufgaben zu erledigen haben. Man kann zweisein, ob überhaupt die Institution des Kongresses, der acht oder zehn Tage beisammenbleibt, noch imstande ist, die Arleit zu betvüUigsn. Jedenfalls wird der Kongreß aber berufen min, in prinzipiellen Fragen die Entscheidung zu treffen. Die wichtigste Frage, mit der er sich befassen wird,, wird voraussichtlich die Nationalirivrung des Bodens sein. Die Londoner Konferenz hat nach langer Debatte beschlossen, daß Boten nur durch c-i-S zur . Leitung des Kolonisationswerkes eingesetzte oln'-fte Behörde, den „Jüdischen Rat", und durch den Indischen Nationalfonds gekauft werden darf; ferner inurb?, soweit aus dem unklaren Tert de? Coimnuniqnäs ' tch.L'vllrg.'.ltt. ti'. Nationalisierung des erworbenen staat-!scheu. Bodens ttusg.'sprochen. Dir: Zniäfjig/e.it privaten Boden au,'es wird van einer Minorität ge fordert, die vor allem fürchtet, dstrch „zu radikale" Sozialisierungsmaßnahmen das private Kapital, das zum Aufbau der Wirtschaft unbedingt notwendig sei. alInfchreckeu. Die Londoner Konst" enz hat dem Kongreß die Entscheidung darüber Vorbehalten, ob es in Palästina außer dem Boden, der Eigentum der Bolksgesmntheit ist. auch noch Privateigentum an Grund und Boden geben darf. Darum dürfte in den nächsten Wochen ein lebhafter Kampf in der Organisation entbrennen. Sein Ausgang kann jedoch nicht zweifelhaft sein. Das jüdische Volk kann nur auf feinen sozialen Traditionen aufbanen. Schon die uralte jüdische Gesetzgebung hat erkannt, daß alles Nebel der Menschengemeinschaft, aller sozialer Kampf und alle Ungerechtigkeit aus de n Bodenmonopol stammt und hat ein großartiges System geschussen, nach welchem der Boden Volk. eigentum blieb. Die großen sozialen Ideen wa en stets die Leitsterne des jüdischen Rechtes; die sozialen Bewegungen hatten im Judentum ihren Ursprung nicht im Ressentiment der Entrechteten, sondern in der leidenschaftlichen Forderung nach absoluter Gerechtigkeit. Auch t er Zionismus hat sich bewußt auf dem Boden dieser Tradition gestellt. Der Jüdische Nationalfonds, diese volkstümlichste jüdische JnstiMtion, hat die statutarische Bestimmung, Boden in Palästina als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu kaufen. Herzl hat stets an diesen sozialen Ideen festgehalien und hat besonders die Mitarbeit Pros. Franz Oppenheimers dafür gewonnen. Und gerade in unserer Zeit, wo der Gedanke der Sozialisierung in allen Staaten sich durchsetzt, ist es selbstverständlich, daß er beim Ausbau unseres Geneinwesens richtunggebend ist. Die Welt des Kapitalismus ist in Blut und Schande zusammengebrochen; während die anderen Länder sich nur in ungeheuren Kämpfen von ihm befreien können, darf er in unserem neuen Land von Anbeginn keinen Zutritt haben. Es muß sich erweisen, daß dem Juden »ec Kapitalismus zutiefst wesensfremd ist; niemand hat so tief darunter gelitten, wie der Jude, daß er An die Welt des Kapitalismus verstrickt war und, um sich ihrer zu erwehren, mit ihren Mitteln kämpfen mußte. Im Lande der jüdischen Freiheit muß der Grund für ein glückliches Leben des ganzen Volkes gelegt werden, es darf keine Ausbeulung und keine Deklassierung gedem Darum ist es von größter Bedeutung, daß rechtzeitig vor t e-.n Kongreß das ganze Volk, das heute zionistisch ist, sich der ungeheuren Tragweite die es Problems und der gänzen Verantrvortung bewußt werde. OrMiüsatio* der Staatsdahnen in Böhmen, Mähren und Schlesien. , Die Strecken der Staatsbabnen und die Privathabuen, welche durch den Staat in Böhmen,' Mähren und Schlesien betrieben werden, sind m fünf Direktionsbezirke eingeteilt. Die Sitze der Direktionen sind iu P t l s e n, Prag, K"ö n i p g r ä tz. O l m n tz und JB rünn. Diesen unterstehen nachstehende Strecken: 1. Der Direktion in Pilsen; Strecken, welche östlich der Strecke Gmünd—Pilsen und Pilsen—Dux—Ladowitz liegen, und außerdenl die Strecken Rakonitz—Ptadm und Rakomtz—Mlatz. Pilsen-Zdü» und Zdltz- Brezmtz-Protivm, Pisek—Tabor, Wodncm—Moldauteil und Budwers—Wesselv-Mezimostr. 3. Der Direktion in Prag: Die Strecke Gmünd—Prag mit den zuständigen Abzweigungen von Weffely-Mezimosti nach Ob'er- Cerekive. von Tabor nach Kosteley Cejl, von Beneschau nach Umer-Kralowitz, von Cercan Pffchcly nach Kuttenbrrg, über Zru; und nach Svetla, ferner dioStrecke Böl>m.-Tübau—Prag und Prag—Bodenbach nüt den Abttveigungen Chotzeü—-Leltomischl, Prelouc—Kalk Podol und die Strecken Prag—Llffa und Prag Bsetat—Privor. 9. Der Direktion in K ö n i g g r ä tz mit dem vorläusigen Sitze m Karolinenthal: Strecken im. nordöstlichen Böhmen. DaS Gebiet dieser Direktion ist abgegrcnzt westlich' durch die Strecke Demschbrod—Tetschen, östlich durch die Strecken Demschbrod—Rossitz, Hermanmestec— Borohradek und Wildenschwert—Wichsiadtl. Greme bei Mczckesi. 4. Der Direktion inOlmütz: Die Strecken des , nördlichen und östlichen Mähren imb Schlesien, begrenzt durch dir Strecken Lundenburg, Pcerau, Prerau-Olmütz, Böbm.-Trübau. Außerdem die Strecken: Olmütz—Nezamislttz. und Kcjetem—Hullein mit den Abzweigungen nach Tobitschcm und Zborowitz; auSgeschloffen sind jedoch die Strecken Lundenburg—Kutti und Brünn—Aarapaß. 5. Dev Direktion mBrünn — sämtliche übrigen mährischen Strecken inklusive der Strecke Limdenburg—Kutti und Brünn—Vlaravaß. * Zur Anmeldung der Safes. Anmeldeformulare für die Safessperre sind nicht bloß bei der Steueradmm>stratton Innere Stadt, sondern auch bei alleil Steneradmimstranonen in Wien vom 18. d. M. an zu haben. * Die Bolkswehrrevifionen. In dm Verhandlungen zwischen den Behörden imd dem Volkswehrkommando ist vorläusig nur mtschieden worden, daß das B e r f ü g u n gsre,cht über die beschlagnahmten Waren einzig und allein dem Kriegswucheramt überlassen bleibt. * Schnellzüge Wien-Franz Josessbahn-Gmünd— Prag Dienstag den 18. uiid Donnerstag den 20. Mürz verkeb'tt je ein Schnellzug mit allen drei Wagentlaffcn von Wien-F. J.-B. über Gmünd nach Prag. Wien-F. J.-B. .ab 3 Uhr 80 Min. nachmittligs, Piag-Wrlsonbahnhof an 10 Uhr 4b Mm. abends. In der Gegenrichtung verkehrt je ein Schnellzug Mittwoch den 19. und Freitag den 21 Marz. Prap-Wilsonbahnhof ab 6 Uhr frich, Wien-Fan 12 Uhr 65 Mm. nachmittags. Die Benüynng dreies Schnellzuges ist auf die Anzahl der vorhandenen Sitzplätze bc'-chr'ntfr und ab Wien-F. J.-B. an den Besitz einer besonderen Zählkarte gebunden, die bei der Ausgabe der Fahrkarten an der VorverkauWelle (Relsebureau Schenker & Co., 29icn, Schottmring 18 a) und nnt Tage der Abfahrt vor ZugSabgang auch bemt Fahrkartenschalter in Wiert-F. J.-B. Ulirntgelklich verabfolgt wird. Zionistische Versammlung. Heute Dienstag, 6 Uhr abends, findet im Cafö „zur Technik". IV,, Margaretenstraße 32, die konstituierende Versammlung der Bezirssektion statt. Neserate erstatten Dr. Max Sprecher und Dr. Eliag Tisch. Anschließend Ansragen und Diskussion. Vorträge und Versammlungen. Z i o n , st i s ch e r F r a n e n v e r b a n d. Frauenver-. sammlung, Mittwoch den 19. März um 6 Ubr abends im ' Konzerrsaal des Cafs „Arlon", l.. Rotgaffe 6. Tagesordnung; Du jüdische Frau und die Gmi-inderatswahl. Redner: Dr. Leopold P l a s ch k e s, Heinrich M a r g u l i e s, Fm» Erna P a i a k, Frau Friederike O r n st e i n. — Verein Oesterreicht scher Chemiker. Mittwoch dm 19. März um 6 Uhr abends nn Hörsaale für Chnnie der Technischen Hochschule, Wien, IV., Karlövlay 18, Vollversammlung. Tagesordnung; 1. Mitteilungen des Präsidiums. 2. Vortrag des Herrn Dr. Ferdinand Nnter v. A r l t, technischer Rat >m Patentamt: „Das Deutsche Wtrtschasrsmuseum in Leipzig". 8. Antrag des Vorstandes ans Erhöhung,-der Ansätze des Houorartarists. (Referent Herr Dr. Richard Schwa r z.) — Der P u r i m a b e n d der Bercinigima jüdischer Exvortäkademzker findet am.. Mittwoch den 19. d. M. um 4 Uhr nachmittags rm städtischen Knrsalvn statt. Mitwirkende Frl. Martha Trcbttsch, Frl. Klara Kohn, die Herren Raoul Man,! Egon Brecher, Joses Zimbler, Koloman Jolovits. Karten (nur gegen Entladung) im Veremsheim. U., Obere Donaustraße 111, Mezzanm, von 9 blZ 1 Uhr'und von 3 bis 6 Uhr. -Zionistische Versammlung. Morgen Mittwoch .den 19. März. Uhr abends, findet rm Caf6 Sommerbauer, XVI«., Währmgerstraße 80, die konstituierende Versamuilimg der Bezirkssekuon statt. Referate erstatten Dr. Wilhelm S i e i-n.üvd Dr. Elias Tisch. Anschließend freie Anfragen und Disknsstön. Alle, Zionisten in Währing werden aufgefordert, zuverlässig und pttnklklch zu erscheinen. _^_ Die Ernährung. Der Marktbericht. Das Verlagen aller bisherigen Aufbringungsquellen macht' sich in der gänzlich unzulängl'chen Beschickung der Wiener Lebensmiltelmarkte immer mehr fühlbar. Die G r o ß m a r k t h a l l e, früher der Zenrralfleischmarkt von Wien, verlügl die ganze'Woche Der nur kaum nennenswerte Mengen an Weichwürsten, deren ' Absatzmöglichkeit nur mit der großen Lebensmitlelnot erklärt werden konnte. Sonn'aa blieb dix Großmarkthalle mangels Vorräte geschloffen. Gestern Montag umfaßte das Angebot nur zirka 100 K logramm Weichwürste und ungefähr ehensoviele Kilogramm geräucherte Klippfische, die aesteni schon etwas rascher ' ab gingen, da es eben jetzt ans den Älärkten nichts andereZ'-gibt Dre Groß m a r k t h a l l e, F l e i s ch a b t e i l u n-g, wird infolge der eingeführten Sonntagsruhe im Fletschhauergewerbe von.min^ün Sonntag stets gesperrt bleiben. ' Bahnankünste waren in der Großmarkthalle in den beiden letzten Tagen -nicht zu verzeichnen. Auch die Beschickung des größten Wiener Geinüsemarktes, des. N a s ch m a r k t e s, geht ungeachtet der vorgeschrittenen Jahreszeit noch immer stark zurück. Selbst die RUbenzusichren haben stark abgenommen und reichen nur mehr durch Heranziehung der noch hier lagernden Vorräte zur Deckung des Bedarfes. An den besteren Rübensortcn herrscht bereits Mangel. Hlesige Gürtnergemiffe, die eine sehr willkommene Ergänzung!bieten würden, kommen fast nicht auf die Markte. Rach monalelangec Pause ist gestern auf dem Obstmarkt wieder eme Sendung von 10.000 Kilogramm ungarischer Aepfel einaelaugt, die bei einem Preis von. K 6,20 das Kilogramm reißenden Absatz fanden. Kleischlose Wochen in Permanenz. Im Staatsaml für V o l k s e r n 8 h r u n g wird uns ngtgeteüt. daß die Lage auf dem Fleischmarkt a n d ü n .e v u d s ch l e ch t ist, fo daß die f l e i s ch losen W o.ch kn vorläufig in Per m a n e n z blecken dürften. Ausgabe der neuen amtlichen Einkaufscheinc. Es wird neuerlich bekanntgegeben, daß anläßlich der AnSaabe der neuen amtlichen EinkaMmeine außer den bisher gülligcn Emkanfscheinen '-und' einem Personaldokrimcnt unbedingt au ch dieBrotbezugskartcn vorgrwicsen werdeit müssen. Die rechtzeitige Behebung der neuen atiitlicheu Eiiikaufscheinr an den für die Ausgabe festgesetzten Tagen ist dringend geboten. Die Ausgabe, findet fftatt: A bis E am 17., F bis II am 18., 1 bis L am 19., M bis Q am 20., B, S und Sch am 31., St, T big Z am 22. d. M.. jedesmal m der Zeit von 8 Uhr früh bis 11 Uhr vormittags und von 2 bis b Uhr nachinittägs. / Marmeladeabgabe. Die nächste Attsgabe von Marmelade beginnt am 20. d. M., und zwar in folgender Ordnung: Donnerstag den 20. A bis G, Sch; Freitag den 21. H bis U, St; Samstag den 22. M' bis R; Momag den 24. 8 bis Z. Bon Mittwoch den 26. an erwlgt die Ausgabe für alle HanShalttmgeir, welche an den genannten Tagen die Mannelade nicht beziehen konnten. Marmelade wird nur gegen aintliche Ausweiskarte abgegeben. Jede im Haiiöhalte verköstigte Perlon erhält entsprechend der m Emkausschem ersichtlich gemachten Perionenanzahl ein halbes Kilogramm. Für Kinder unter 14 Jahren und für Schwer- . arbeitet wird eine Zubuße von je em Biertelkilogramm abaraeben. Für dre allgemeine Ausgabe ist vom Eltlkaufscheln die Mer 49 abzutrennen, während vir Zubuße für Schwerarbeiter gegen Abtrennung des mn Stamm der (lila bedruckteit) Fettkarte oben befindlichen Wortes „Wien" und für Kinder der Abschnitt römisch Ul der Milchkarte abgegeben wird. Bühne und Kunst. Der Banernfeldpreis. - Wie uns mitgeteilt wird, hat das Kuratorinm d^r Eduard v, Bauernstldschen Pcäm'enMrmzg in seiner am 4. d.M., abgehaltenen Sltznna den Beschluß gefaßt, den dehtschösterreichischen Schriftstellern Jnund B i t t n e r, Lkudolf Holzer, Richard S ch a u k a l und Paul Wertheimer in Würdigung ihrer gesamten literarischen Tätigkeit und dem deulschösterrelchischen Schriftsteller Otto Stv eßl m . besonderer Anerkennung seines letzten EffaY-Werkes „Lebensform und Dichtungsform' E h 11, n « ci b c n u o n 4 t K l B o 0.— zu verleiben. Vceisverteilungen, wie die vorstehepdr, könnennicht ohne Bedenkeri btn-enonmien werden. Journalisten. Mittelmäßige Lvriker und solche, die den Kclegspegasus geritten haben, werden mit Ehrnwaben bedacht, die denjnngen Talenten besser nttven würden. Mn Ausnahme StoesrlS, dezzl in arm'eligen Verhältnissen lebendenBerfafferzu wenig beachteter Wiener Romane, hätte man für die Verleihungen würdigere Schaffende ausfindig machen können, deren Kenntnis sich beim literaturfremden Bauernfeld-Stiftungskuratorium allerdnigs rncht voraussctzen läßt. DEisston des Kuratoriums der Akademie für Musik und darstellende Kunst. Das Kuratormm der Akademie für Musik und darstellende Kunst hat in seiner gestrigen Sitzung die Mitteilung seines P rttis ich e n t e n Herrn Dr. Karl Ritter v. LL i e n e r über die von «hnl dem Staatsanit für Unterricht imtcvümtete D ent t s,i i o ii zur Kenntms genommen und mit Rücksicht darauf 'o»vie im Hinblick, auf die durch die Schritte des LebikörperS m Angelegenheit der Neuorganmnimi der Ailstaü geschaffene Sttna» non ebenfalls, und zwar einstimmig» seine. N! i o n beschlosten. .

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